Grundsicherung und Zufall vom Erbteil- gibt es Vorschriften wie es verbraucht werden darf? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Dusselkopp

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Hallo, wer war schon einmal in folgender Situation und kann einen Tipp geben oder seine Erfahrung mitteilen?
Wir (Bedarfsgemeinschaft) haben einen größeren Betrag geerbt und brauchen daher mindestens 1 Jahr das Amt nicht mehr. Man soll auf dem Grundsicherungsniveau davon leben, habe ich gelesen. Stimmt das?
Wie dürfen wir nun das Geld verbrauchen? Dürfen wir uns von dem Geld auch Möbel anschaffen? Ich denke dabei an unsere Couchgarnitur, welche schon alt ist und einen Schaden hat. Diese würden wir gern erneuern. Nun gibt's Billigsofas, die kosten 400 Euro aufwärts. . Aber uns gefällt ausgerechnet eine Garnitur, die das vierfache kostet und einfach hochwertiger , schöner, edler und stabiler ist als eine für 400. Bekommen wir später Ärger mit dem Amt, wenn wir nun diese vom Erbe kaufen?
 

Kerstin_K

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Ih musst nicht _f grundsicherungsniveau leben. Auch groessere Anschaffungen oder eine normale Urlaubsreise sind kein Problem. Ich wuerde allerdings die Quittungen aufbewahren.
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Dusselkopp

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Vielen Dank. Wir sind uns halt noch sehr unsicher in dieser Situation und wissen nicht, was man "darf" und "nicht darf", weil man über kurz oder lang erneut vor der Tür des Amtes steht und "betteln" muss.
 

Susanne42

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Wenn du dich abmeldest vom Amt, darfst du in dem Moment alles machen mit dem Geld.
 

Dusselkopp

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Das kann ich nicht so recht glauben, denn über kurz oder lang steht man ja wieder vor der Tür des Amtes, und dann verlangen sie Auskunft, wie man das Geld verbraucht hat, und es gibt den Kostenersatz bei schuldhaftem Verhalten § 103 SGB XII
 
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Richtig.
Du/Ihr könnt jedoch angemessen von dem Geld leben.
Vorsichtshalber würde ich aufschreiben wann was gekauft wurde, kleine Buchführung. Rechne damit, dass bei erneuter Antragstellung die Kontoauszüge des Kontos auf dem die Erbschaft gezahlt wurde vorgelegt werden müssen und der Verbrauch des Geldes nachgewiesen werden muss... (Eigene Erfahrung)

Wohnungsrenovierung geht sicher in Ordnung. Möbel würde ich mittleres Preisniveau kaufen, da wird das Amt nichts sagen können/wollen.
Immer ein wenig im Hinterkopf behalten, dass bei zu schnellem Verbrauch der Erbschaft evtl eine fahrlässige oder gewollte Herbeiführung der erneuten Hilfsbedürftigkeit unterstellt werden kann.

Also anständig leben, wie mit einem normalen Einkommen, und auch mal ein kleiner Urlaub, dann geht nichts schief.
 

Dusselkopp

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Vielen Dank. Verstehst Du unter "angemessen" auf dem Sozialhilfeniveau oder drüber?
 

Kerstin_K

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Du musst nicht auf Sozialhilfeniveau leben.
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Ach ja, nicht vergessen dich freiwillig bei deiner Krankenversicherung zu versichern. Da vom Vermögen gelebt und kein Einkommen erzielt wird, entspricht der Beitragssatz dem Mindestbeitragssatz, sollten ~185€ im Monat sein.
 

nik72

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Ach ja, nicht vergessen dich freiwillig bei deiner Krankenversicherung zu versichern.
Und beantrage bitte Wohngeld. Ich hatte dies erst unterschätzt. Es könnte durchaus ein dreistelliger Betrag drin sein. Bei einem Mieter gibt es einen Freibetrag von 60000 €, bei jedem weiteren "Mitbewohner" noch mal 30000 €.

Wohngeld ist ja zur Unterstützung der Wohnkosten gedacht, also "in dem Sinne" keine Sozialleistung.

Ich würde so in etwa den 1,5 bis 2 fachen Regelsatz für Essen und Trinken ausgeben und als angemessen betrachten. Den Rest dann für die Fixkosten (Miete, Versicherungen usw.).

Ich musste dem Amt höhere Barabhebungen nachweisen. Somit ist es - wie schon geschrieben - erforderlich, Quittungen aufzuheben.

Wenn Du bei einem Neuantrag schreibst, dass Du das Erbe für deinen allgemeinen Lebensunterhalt, einen kleinen Urlaub, Geburtstagsgeschenke für Verwandte und Möbel ausgegeben hast, müsste dies in Ordnung gehen.

Vielleicht brauchst Du ja auch noch ein neues Smartphone, einen neuen TV, Zahnsanierung oder Ähnliches.

Wenn du dich abmeldest vom Amt, darfst du in dem Moment alles machen mit dem Geld.
Das würde ich so nicht sagen. in der Realität ist es wirklich so, dass das Amt Dir bei Neuantrag "Verschwendung" unterstellen könnte.

Wenn dann "Zweifel an der Bedürftigkeit" bestehen, gibt es dann eben erstmal kein Geld. Bis die Zweifel ausgeräumt sind.
 
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