Grundsicherung Privatinsolvenz beantragen (2 Betrachter)

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Master of Desaster

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Von dem Bisschen, was mir im Monat verbleibt, habe ich mir, um den dauernden Ärger u. kurzfristige Kontopfändungen zu vermeiden, einige Gläubiger mit monatlichen Niedrigstraten vom Hals gehalten. Dabei habe ich die Möglichkeit der Privatinsolvenz völlig aus den Augen verloren.

Darum möchte ich fragen, was ich tun muß um eine PI zu bentragen und welche Fallstricke es möglicherweise seitens des Sozialamtes u. der Gläubiger gibt. Ergänzend möchte ich anfügen, das ich Grundsicherung im Alter nach SGB XII beziehe.
 

axellino

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Darum möchte ich fragen, was ich tun muß um eine PI zu bentragen
Als erstes erstmal hierzu ein Termin bei einer örtlichen Schuldnerberatungsstelle machen und unter dessen Mithilfe, hätte auch erstmal vorab eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern über die Schuldenbereinigung stattzufinden.

Der Versuch einer außergerichtlichen Einigung mit den Gläubigern über die Schuldenbereinigung herbeizuführen, gilt als gescheitert, wenn auch nur ein Gläubiger den vorgelegten Zahlungsplan ablehnt oder wenn ein Gläubiger die Zwangsvollstreckung betreibt, nachdem die Verhandlungen über die außergerichtliche Schuldenbereinigung aufgenommen wurden. § 305a InsO

Mit Scheitern eines außergerichtlichen Einigungsversuchs, wäre dann der Weg frei in die Insolvenz. § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO

welche Fallstricke es möglicherweise seitens des Sozialamtes u. der Gläubiger gibt
Das Sozialamt hätte mit deiner Insolvenz nix am Hut oder wäre es ggfls. auch Insolvenzgläubiger ??
Und insofern kein Gläubiger eine Forderung nach § 302 InsO gegen dich hat, die von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen wäre und Du nicht gegen die Obliegenheiten § 295 InsO verstösst und Du jeden Vermögenszuwachs, ab Eröffnung bis zur Aufhebung des Verfahrens den Treuhänder und Insolvenzgericht meldest (diese Pflicht entfällt, sobald Du in der Wohlverhaltensperiode bist) könnte Dir kein Gläubiger etwas und Du würdest das Verfahren und somit die Restschuldbefreiung nicht gefährden.
 
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Master of Desaster

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Danke für Deine Info @axellino

Sehe ich das richtig, das es in meinem Fall nichts bringen würde die PI zu bentragen, da ich mich ja mit den Gläubigern bereits auf kleinste Raten verständigt habe? Ist doch fast schon wie ein Vergleich der akzeptiert wurde.
 

axellino

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Sehe ich das richtig, das es in meinem Fall nichts bringen würde die PI zu bentragen, da ich mich ja mit den Gläubigern bereits auf kleinste Raten verständigt habe? Ist doch fast schon wie ein Vergleich der akzeptiert wurde.
Ich sehe das ein wenig anders.
Eine Voraussetzung der Insolvenz ist auch die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners und die ist bei Dir als Leistungsbezieher des SGB XII ganz sicher gegeben. Du könntest somit auch die Ratenzahlungen von heut auf morgen einfach einstellen, weil Du am Existensminimum leben musst und Du auch davon somit keine Schulden mehr bedienen könntest.

Die andere Frage die man sich stellen müsste, wirst Du mit diesen Kleinstraten, die Du derzeit aus deinen Existensminimum leistest, jemals und in einen absehbaren Zeitraum, auch alle deine Schulden los ??
 
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Doppeloma

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Hallo Master of Desaster,

Sehe ich das richtig, das es in meinem Fall nichts bringen würde die PI zu bentragen, da ich mich ja mit den Gläubigern bereits auf kleinste Raten verständigt habe?
Da kann ich mich meinem Vorschreiber nur anschließen und stelle ebenfalls die Frage danach, um wie viele Gläubiger und welche Gesamt-Schulden-Summe geht es denn ???

Auch "kleinste" Raten sollte man nicht bis an das "Ende seiner Tage" zahlen müssen, schon gar nicht wenn man sie aus dem Existenz-Minimum abzwackt, das ist doch keine ernsthafte "Einigung".

Fallen auf die Gesamtschulden weiter Zinsen an ?
Dann kannst du vielleicht zahlen "bis du schwarz wirst" und die Schulden werden trotzdem immer höher ... :icon_kinn:

Ist doch fast schon wie ein Vergleich der akzeptiert wurde.
Das sehe ich auch etwas anders, bei einem Vergleich ist ein Ende bereits abzusehen, es wird in der Regel auch auf weitere Zinsen verzichtet, ein Vergleich über die Schuldnerberatung würde bedeuten, dass der / die Gläubiger deine Restschuld in spätestens 5 Jahren erlassen würden.

ODER man kann (zm Beispiel durch Hilfe aus der Familie) bestimmte Summen anbieten mit denen der Gläubiger dann den Rest fallen lässt und darauf verzichtet, schriftlich natürlich.
Das soll jetzt nur ein Beispiel (für einen sinnvollen Vergleich) sein, ich denke nicht, dass du im Bezug von Grusi / SGB XII mit irgendwelchen fremden Geldern "jonglieren" solltest, um Schulden los zu werden...

Konto-Pfändungen kann es eigentlich bei dir gar nicht mehr geben, denn Sozial-Leistungen (SGB II / SGB XII - Grundsicherung) dürfen gar nicht gepfändet werden ... :icon_evil:

Wenn eine PI eröffnet wurde bekommt aber auch kein Gläubiger mehr einen Gerichtsbeschluss dafür und nach 5 Jahren (ab Eröffnung der PI am Gericht) hast du es überstanden und musst keine Raten mehr zahlen ...

Das endet schon vorher, denn aus pfändungsfreiem Einkommen muss man ohnehin keine Raten-Angebote machen, dafür gibt es ja diese Pfändungsgrenzen.

Denk mal drüber nach, es wäre doch schön irgendwann mal aufatmen zu können, weil man wieder Schuldenfrei ist und keine Angst mehr vor Gläubiger-Post haben zu müssen ...

Das geht für dich NUR noch über die PI, jedenfalls wenn es sich nicht um eine überschaubare Gesamtsumme handelt, die auf dem bisherigen Weg sehr bald (also in deutlich weniger als 5 Jahren) erledigt wäre ...

Gerade bei mehreren, verschiedenen Gläubigern würde ich aber nicht darauf vertrauen wollen, dass die dauerhaft mit so kleinen Raten zufrieden sind und alle geduldig noch sehr viele Jahre warten möchten, bis sie (vielleicht) mal ihr Geld komplett zurück haben. :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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