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Grundsicherung für Arbeitsuchende wird fortentwickelt

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wolliohne

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#1
vom 06.07.2008 06:51
Franziska Drohsel
Weg aus der Sackgasse
Das Prinzip „Fördern und Fordern“ überdenken
Die Gesellschaft hat das Soziale wieder entdeckt.

Nach Jahren des radikalen Systemumbaus hin zu einem Staat, der seine Bürger nach Marktkriterien sortiert, sie in nützlich und überflüssig einteilt, die öffentliche Daseinsvorsorge privatisiert und damit staatlichen Handlungsspielraum abgibt, lichtet sich der Nebel und die Sackgasse wird sichtbar, in die sich der Staat begeben hat.

Ein Kernstück der Ideologie, die in den letzten zehn Jahren hegemonial war ist der Gedanke, dass man die Krise am Arbeitsmarkt zumindest abdämpfen kann, wenn man auf die Erwerbslosen nur genug Druck ausübt. „Fordern und Fördern“ heißt die Devise, dank derer der „versorgende Sozialstaat“ abgeschafft und „moderne Arbeitsagenturen“ geschaffen werden sollten. Das Grundprinzip, nachdem die Massenarbeitslosigkeit personifiziert und zu einem individuellen Versagen umdefiniert wird, setzt darauf, das Individuum zu aktivieren, sich fit für den Markt zu machen.

Für die Sozialdemokratie ist es angezeigt, eine vorläufige Bestandsaufnahme dieses Systemumbaus vorzunehmen. Das Ergebnis ist verheerend.

Quelle: Gedanken zur Politik von morgen
 
E

ExitUser

Gast
#2
Der Artikel ist nicht schlecht, aber ich frage mich langsam, warum Politiker nie den exakten Regelsatz kennen? :icon_eek:

04.06.2008
Das Existenzminimum liegt derzeit mit dem ALG II–Regelsatz bei 345 Euro
 

Mario Nette

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#3
Ach andine, Frau Drohsel ist fast genau meine Altersklasse - jugendlicher Leichtsinn also :biggrin:

Mario Nette
 
E

ExitUser

Gast
#4
Frau Drohsel ist Politikerin und das Alter völlig uninteressant. :icon_kinn:

Ich dulde keinen jugendlichen Leichtsinn, außer bei meinem Avatarbild. :biggrin:
 

Bambi_69

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#5
Ich möchte mal etwas Interessantes aus dem Text zitieren:

Das über die eigene Fähigkeiten definierte Selbstwertgefühl, oft in Jahrzehnten der Erwerbsarbeit angesammelt, wird systematisch zerstört. Schließlich ist – der Logik folgend – nicht der Verlust des Arbeitsplatzes das Problem, sondern der Mensch. Die erworbene berufliche Qualifikation ist unbrauchbar (Umschulung), die soziale Kompetenz mangelhaft (psychologische Beratung) und die Selbstdarstellung katastrophal (Bewerbungstrainings). Am Ende dieses Kreislaufes ist nicht mehr zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung zu unterscheiden. Die Erfahrungen prägen das Selbstbild, was zu destruktiven Blockaden führt.


Natürlich hat die Autorin da recht - keine Frage!
Aber dieses Schema wird leider nicht nur beim Thema Arbeitslosigkeit bzw. Behandlung bei den ArGen und Jobcentern praktiziert, sondern leider leider leider auch an so manchem Arbeitsplatz.
Vielleicht hat der eine oder andere ja auch schon derartige Erfahrungen gemacht. Es gibt Chefs und Kollegen die durch ihre eigentliche Inkompetenz einen soweit bringen können, dass man sich irgendwann als völlig wertlos empfindet und man mehr oder weniger froh ist, dass man in deren erlauchten Räumlichkeiten überhaupt noch geduldet ist und einer Beschäftigung nachgehen darf. In so einer Lage werden sich die meisten auch gar nicht erst getrauen, sich nach einem anderen Arbeitsplatz umzusehen, sondern weiterhin dort ausharren, wo sie so schlecht behandelt werden.
Ist es eigentlich ein Wunder, dass die Fälle von psychischen Erkrankungen derzeit recht zunehmen? Ich denke nicht...

Liebe Grüße
Bambi_69
 
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