Grundsicherung ALG II abgelehnt,gibt es diese Zweiklassengrundsicherung jetzt wirklich,bei der unterschiedliche Freibeträge aufgrund eines früheren abgelehnten Antrages gelten?

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coding76

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Hallo zusammen,
ich bin seit Jahresbeginn arbeitslos und habe Ende Januar ALG2 beantragt.
Da ich eine Lebensversicherung im Wert von ca 12.000 Euro habe, die mit relativ niedrigen Gebühren auslösbar ist, habe ich schon damit gerechnet, dass mein Antrag abgelehnt wird.
Getreu dem Motto "Versuch macht kluch" habe ich es trotzdem probiert. Der Antrag wurde wie erwartet abgelehnt, da durch die Lebensversicherung bei mir ein Vermögen von ca. 15.000
Euro festgestellt wurde.
Jetzt habe ich, aufgrund der coronabedingten neu geltenden Freibeträge, einen vereinfachten Antrag auf Grundsicherung gestellt, da mein Vermögen nun innerhalb der gesetzlichen Vorgabe liegt.
Dieser Antrag wurde ebenfalls abgelehnt, mit dem Verweis, dass ich momentan noch ca. 8000 Euro Vermögen besäße.

Es ist laut Jobcenter also so, dass die neuen Freibeträge für mich nicht gelten.
Auf Nachfrage wurde mir entgegnet, dass die Corona Grundsicherung nur für "Erstanträge" gilt. In den offiziellen Unterlagen ist jedoch von "Neuanträgen" die Rede.
Zudem wurde mir mitgeteilt, dass nur direkt von der Coronakrise Betroffene ein Anrecht auf die Corona Grundsicherung hätten.

Ich habe jetzt im ersten Schritt ein Neuprüfung beantragt, in der ich erklärt habe, warum ich mich für direkt betroffen halte. Da ich mich selbstständig machen wollte (es aber noch nicht bin) und mir potenzielle Auftraggeber aufgrund der Krise abgesprungen sind, entspricht dies auch den Tatsachen.

Meine Frage wäre jetzt:
Gibt es diese Zweiklassengrundsicherung jetzt wirklich, bei der unterschiedliche Freibeträge aufgrund eines früheren (abgelehnten) Antrages gelten?

Meinen Rechts- und Gerechtigkeitsverständnis nach kann ich mir dies eigentlich nicht vorstellen, aber das muss ja nichts heißen.

Für Hilfe oder Meinungen wäre ich sehr dankbar!

Beste Grüße,
Tobi
 

Helga40

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Meines Erachtens nach ist im § 67 SGB II nur für die Kosten der Unterkunft zwischen Erstantag und Bestandsfällen unterschieden worden.

Das heißt, dass momentan auch für Personen, die schon mal einen Antrag gestellt haben, die Vermögensprüfung ausgesetzt wurde.

Das bedeutet aber nicht in jedem Fall, dass jetzt bewilligt werden muss. Denn es gibt noch etwas, das nennt sich "Zweifel an der Hilfebedürftigkeit". Wenn z. B. vor 5 Monaten jemand einen Antrag gestellt hat, der überhaupt kein Einkommen hat und es wurde wegen einer LV von 20. 000 Euro abgelehnt und heute kommt derjenige wieder mit einem Antrag, immer noch (angeblich) ohne Einkommen, die 20.000 Euro sind aber noch auf der nicht angerührten LV (im Gegenteil, es wurden sogar noch weitere Beiträge gezahlt), dann stellt sich die Frage, wovon der Mensch diese 5 Monate gelebt hat und sogar noch die LV-Beiträge zahlen konnte.
 
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