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Grundsatzerklärung "Gegen Gewalt" im Jobcenter

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Gast1

Gast
  Th.Starter/in  
#1
Psychische Probleme am Arbeitsplatz
Zwischen Hetze und Stress
Arbeit kann krank machen. Aber: Arbeitsschutz ist Arbeitgeberpflicht. Gewerkschaften verschreiben deshalb eine Anti-Stress-Verordnung. Die Arbeitgeber sperren sich noch dagegen
ver.di: Hetze und Stress

Gegen das Thema dieses Artikels ist nichts einzuwenden. Aber der Artikel befasst sich in einseitiger Weise mit der Situation in den Jobcentern:

Bei der Tagung von DGB und BDA berichtete Uwe Lehmensiek, Personalratsvorsitzender vom Jobcenter der Region Hannover, von dem Weg, den seine Kollegen aus dem Personalrat zusammen mit dem Arbeitgeber gehen: Sie haben eine gemeinsame Vereinbarung abgeschlossen, ausgehend von der Situation der Beschäftigten. Besonders problematisch seien für sie im Jobcenter nicht nur die Arbeitsmenge, sondern auch die emotionalen Belastungen. Konkret seien das "die Geschichten, die sie hören und auch mit nach Hause nehmen".
Gemeinsame Grundsatzerklärung

Um die Situation zu verbessern, hat es im Jobcenter eine gemeinsame Grundsatzerklärung "Gegen Gewalt" gegeben, aber auch bauliche Veränderungen, zum Beispiel durch neue Fluchttüren, die mehr Sicherheit geben, falls es zu bedrohlichen Momenten für die Beraterinnen und Berater kommt. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten ein Deeska- lationstraining und Supervision. Denn die schwierigen Situationen, die emotional belastenden Geschichten, von denen sie immer wieder hören, lassen sich nicht wegzaubern - Unterstützung zu organisieren, ist aber möglich. Damit es gar nicht erst zu psychischen Erkrankungen kommt.
Ich kenne das aus meinem JC: da hängen Plakate an den Wänden, auf denen bei körperlicher oder verbaler Gewalt durch die "Kunden" gegenüber den Mitarbeitern des Jobcenters mit Hausverbot und Strafanzeige gedroht wird.

Das ist der falsche Weg. Denn die Ursache für verbale und körperliche Attacken der "Kunden" gegenüber den Mitarbeitern in den JC's liegt im SGB, vor allem im SGB II.

Das SGB II ist Ausdruck struktureller Gewalt, die vom Staate ausgeht.

Da hilft es nicht zu versuchen, dass körperliche und verbale Gewalt durch irgendwelche Grundsatzerklärungen verhindert werden soll. Das bedeutet nur, dass an den Symptomen dieser Gewalt herumgedoktort wird, aber nicht an deren Ursache.

Der Bericht von Verdi über psychische Probleme am Arbeitsplatz ist deswegen einseitig und unausgewogen. Wer hilft den "Kunden", wenn sie wegen der Hartz-IV-Gesetzgebung psychische Probleme bekommen und/oder gehetzt und gestresst sind? Darauf geht der Artikel nicht ein.

Verdi: setzen, sechs.
 

Charlot

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#3
Dazu noch die Ausübung von psychischer Gewalt durch die SB !
 

USERIN

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#4
Das ist der falsche Weg. Denn die Ursache für verbale und körperliche Attacken der "Kunden" gegenüber den Mitarbeitern in den JC's liegt im SGB, vor allem im SGB II.

Das SGB II ist Ausdruck struktureller Gewalt, die vom Staate ausgeht.
Das SGB II vom Grunde her ist gar nicht so verkehrt. Deswegen sehe ich deine Auslegung völlig anders.

Man kann das SGB II so (fördern) oder SOOOO (FORDERN) auslegen.... und das ist nicht Handlungsbereich des Gesetzes, sondern der Sachbearbeiter.

Diese handeln bekanntlich im Namen der schönen Statitsik und anderen Vorgaben von oben.

Dabei legen SB auch gern das SGB I oder SGB X "kreativ" aus.

P.S.

Vielleicht hilft ja Freibier in den Jobcentern um die Laune zu heben und die Aggression zu dämpfen ?

Vollka Putt feat. Andi Arbeit - Es reisst nicht ab (Offizielles Musikvideo) - YouTube

:wink:


Motto:

Gern würde ich mit Ihnen bei einem gepflegten Pils über Ihre berufliche Situation sprechen.

Dazu würde ich weiterhin gerne mit Ihnen über eine Stelle als Bierverkoster in einer Brauerei reden. Dazu ist es zwingend erforderlich Ihr Geschmacksverständnis und Konsumvermögen zu prüfen.

Für Fingerfood ist gesorgt.

Ich heiße Sie deshalb im Braucenter herzlich willkommen.

Wird das nichts, können wir uns die VV immerhin noch schön saufen.

Das ist eine Einlallung nach § 3,09 Promille Sixpackgesetzbuch. Wenn Sie ohne wichtigen Grund nicht erscheinen, werden Sie mit 3 Monaten Billig-Export-Bier sanktioniert.

Hol & Bringservice ist natürlich inklusive : Hotline CARAMBAKARACHO wählen!
 
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  Th.Starter/in  
#6
@Userin:

Bei der Verhängung von Sanktionen kann man sicherlich nicht von "Fördern" sprechen. Von "Fordern" auch nicht, das wäre sarkastisch, vor allem im Falle von Vollsanktionen.

Wir sollten mal all die Nachteile sammeln, die sich im SGB II tummeln, auch in Verbindung mit den anderen SGB's, und die die Bezieher von ALG II belasten. Was nicht nur theoretisch zu Gewaltausbrüchen der Bezieher gegen die SB's in den JC's führt.

Mir fallen da spontan ein:

- Sanktionen bis hin zur Vollsanktion, und dies in Anbetracht eines zu niedrigen Regelsatzes
- langfristige Übernahme von tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung nur dann, wenn diese "angemessen" sind. Unrealistische Zahlen der JC's über "angemessene" KdU
- kein Berufsschutz
- jede Arbeit ist zumutbar
- Konstrukt Bedarfsgemeinschaft
- Sinnlosmaßnahmen
- Schüler werden ab dem 15. Lebensjahr genötigt EGV's zu unterschreiben
- Im Voraus wirkende Leistungszahlungen, also immer für den Folgemonat. Das führt zur Unterdeckung der Lebenshaltungskosten, wenn ein ALG-II-Bezieher einen neuen Job antritt, weil das JC oftmals die Leistungen einstellt
 
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Gast1

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  Th.Starter/in  
#7
Wir sollten mal all die Nachteile sammeln, die sich im SGB II tummeln, auch in Verbindung mit den anderen SGB's, und die die Bezieher von ALG II belasten. Was nicht nur theoretisch zu Gewaltausbrüchen der Bezieher gegen die SB's in den JC's führt.
Nachtrag:

- Ein Leistungsbezieher, der auf einem seiner Bankkonten eine Eingangsbuchung mit mehr als 10 Euro Guthaben zu verzeichnen hat, muss diesen Eingang dem JC umgehend mitteilen, ansonsten droht ihm eine Ordnungsstrafe und eventuell ein Bußgeld.
 

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#8
Mir fällt folgende Abwehr ein (rot):

@Userin:

Bei der Verhängung von Sanktionen kann man sicherlich nicht von "Fördern" sprechen. Von "Fordern" auch nicht, das wäre sarkastisch, vor allem im Falle von Vollsanktionen.

Wir sollten mal all die Nachteile sammeln, die sich im SGB II tummeln, auch in Verbindung mit den anderen SGB's, und die die Bezieher von ALG II belasten. Was nicht nur theoretisch zu Gewaltausbrüchen der Bezieher gegen die SB's in den JC's führt.

Mir fallen da spontan ein:

- Sanktionen bis hin zur Vollsanktion, und dies in Anbetracht eines zu niedrigen Regelsatzes
einen wichtigen Grund anführen z.B. AU
- langfristige Übernahme von tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung nur dann, wenn diese "angemessen" sind. Unrealistische Zahlen der JC's über "angemessene" KdU
ggf. sozialgerichtlichen Verfahren betreiben
- kein Berufsschutz
dazu fällt mir "Wünsch dir was" ein....wer "ganz toll" in seinem Beruf ist, findet in der Regel auch eine Stelle, wenn der Markt sucht. Sonst sollte man sich mal selbstkritisch hinterfragen.... sicher kann man Literaturwissenschaften mit summa cum laude studieren, sollte sich aber über die Jobaussichten im Klaren sein. Krankheiten oder andere schwere chronische Einschränkungenführen ja eh meist zu einem Abschied aus dem SGB II- so what?
- jede Arbeit ist zumutbar
sicher nicht, siehe Prostitution etc. und sonst
ggf. ärztliches Attest
- Konstrukt Bedarfsgemeinschaft
muss man auch kommunizieren können, wer sich beim JC das Wort im Mund umdrehen lässt hat eben selbst schuld
- Sinnlosmaßnahmen
auch wieder z.B. AU
- Schüler werden ab dem 15. Lebensjahr genötigt EGV's zu unterschreiben
-muss man ja nicht unterschreiben, das wird auch kaum ein SB schriftlich androhen
- Im Voraus wirkende Leistungszahlungen, also immer für den Folgemonat. Das führt zur Unterdeckung der Lebenshaltungskosten, wenn ein ALG-II-Bezieher einen neuen Job antritt, weil das JC oftmals die Leistungen einstellt
ggf. Darlehen beantragen


Wer halbwegs mit klarem Verstand dem Jobcenter begegnet (und das muss nicht immer zwingend live sein) hat schon mal mindestens die Hälfte der Fettnäpfchen vermieden.

Wer gerne redet zu Dingen, die er nicht versteht oder blind jeden Mist unterschreibt.... der muss eben aus Schaden klug werden. Oder kaufst du an der Haustür ungeprüft jedes Angebot oder setzt ein neues Gerät in Gang ohne die Anleitung gelesen zu haben?

Auch beim SGB II gibt es "Knöpfchen" die man besser (nicht) drückt.

Dann braucht man auch nicht gewaltättig werden. Man kommt zwar auch vor Gericht, jedoch hätte man seine Ziele besser an einem Sozialgericht verfolgt und nicht vor einem Strafgericht.

P.S.

Bei den Reformpaketen die jetzt geschnürt werden, wird dir vermutlich danach die jetzige SGB-II-Version wie ein Verwöhnprogramm vorkommen.
 
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  Th.Starter/in  
#9
@Userin: Verfahren vor dem SG können sich in die Länge ziehen, im schlimmsten Fall ist der Betroffene längst verhungert und obdachlos, ehe sein Verfahren vor dem SG behandelt wird.
 
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#10
@Userin: zum Thema Berufsschutz: es soll auch den einen oder anderen langzeitarbeitslosen Ü50er geben, der aufgrund seiner Ausbildung jahrelang einer seiner Ausbildung entsprechenden Tätigkeit nachgegangen ist, dann aber arbeitslos geworden ist und jetzt nicht mehr gebraucht wird. Der soll dann Hilfsarbeiter bei ner ZAF werden (durch Zwang durch das JC) oder Ein-Euro-Jobs ausüben.

Es gibt eben nicht nur die Leute, die ein Elfenbeinstudium absolviert haben und nach dem Studium keinen angemessenen Job kriegen.

Die Sache mit der AU zwecks Maßnahmevermeidung finde ich nicht in Ordnung.
 

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#11
@Userin: Verfahren vor dem SG können sich in die Länge ziehen, im schlimmsten Fall ist der Betroffene längst verhungert und obdachlos, ehe sein Verfahren vor dem SG behandelt wird.
Sicher ist das SGB II kein Ponyhof/Honigschlecken.... das ist unstrittig.

Muss sich jeder selbst überlegen, ob "SB auf´s Maul" hilfreich ist und die Sache beschleunigt.
 
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  Th.Starter/in  
#12
Sicher ist das SGB II kein Ponyhof/Honigschlecken.... das ist unstrittig.

Muss sich jeder selbst überlegen, ob "SB auf´s Maul" hilfreich ist und die Sache beschleunigt.
Ich verteidige doch überhaupt nicht Gewalt, egal gegen wen sie gerichtet ist. Es gibt aber Menschen, die die Kontrolle über sich verlieren, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Und deswegen sollte eine Grundsicherung a la Hartz IV so ausgelegt sein, dass es zu Gewaltausbrüchen (physisch oder auch verbal) von seiten der "Kunden" erst gar nicht kommt. In diesem Punkt trägt der Staat die Verantwortung für solche Ausbrüche, finde ich.
 

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#13
@Userin: zum Thema Berufsschutz: es soll auch den einen oder anderen langzeitarbeitslosen Ü50er geben, der aufgrund seiner Ausbildung jahrelang einer seiner Ausbildung entsprechenden Tätigkeit nachgegangen ist, dann aber arbeitslos geworden ist und jetzt nicht mehr gebraucht wird. Der soll dann Hilfsarbeiter bei ner ZAF werden (durch Zwang durch das JC) oder Ein-Euro-Jobs ausüben.

Es gibt eben nicht nur die Leute, die ein Elfenbeinstudium absolviert haben und nach dem Studium keinen angemessenen Job kriegen.

Die Sache mit der AU zwecks Maßnahmevermeidung finde ich nicht in Ordnung.
Das ist doch gar nicht der Haken (wenn auch "niedere" Arbeit entsprechend bezahlt wäre).

Wenn man meint sich einen gewissen Standesdünkel leisten zu können - bitte...nur zu!

Wenn du meinst woanders gehen Akademiker NUR in ihrem angestammten Gebiet und NICHT unter 10.000 Tacken arbeiten, bist du etwas fehlinformiert.

Wer ein volles Sparschwein sein eigen nennen kann, dem steht es ja durchaus frei abzulehnen.

Den Gedanken des Forderns/Förderns halte ich für durchaus gut, WENN er denn auf gleicher Augenhöhe stattfinden würde (und das tut er z.Zt. in Deutschland nicht).

Mir geht es eher um die Absicherung für den Fall der Arbeitslosigkeit (und die ist im europäischen Vergleich zu ähnlichen Ländern wie Deutschland doch recht mickrig/löchrig geworden). Das Thema Mindesthohn ist noch eine weitere Baustelle

Ich habe auch ein abgeschlossenes Studium und habe danach auch in Helferjobs gearbeitet (und geil war was anderes).
 

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#14
Ich verteidige doch überhaupt nicht Gewalt, egal gegen wen sie gerichtet ist. Es gibt aber Menschen, die die Kontrolle über sich verlieren, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Und deswegen sollte eine Grundsicherung a la Hartz IV so ausgelegt sein, dass es zu Gewaltausbrüchen (physisch oder auch verbal) von seiten der "Kunden" erst gar nicht kommt. In diesem Punkt trägt der Staat die Verantwortung für solche Ausbrüche, finde ich.
Dann flippe ich auch morgen aus, weil ich mir z.B. meinen Privatjet nicht leisten kann....und Schuld im Sinne von Verantwortung hat ja der Staat!

Jedem seine Vollkasko-Dauerwurst!

Auf die Logik muss man erstmal kommen! :danke:
 
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  Th.Starter/in  
#15
Dann flippe ich auch morgen aus, weil ich mir z.B. meinen Privatjet nicht leisten kann....und Schuld im Sinne von Verantwortung hat ja der Staat!
Das SGB II ist quasi so ausgelegt, dass es bei den Beziehern von ALG II die Schuld sucht. Nach dem Motto: die sind ja an allem Schuld, an ihrer Lage. Und entsprechend werden sie rangenommen vom Gesetzgeber.

Jedem seine Vollkasko-Dauerwurst!
Wir leben in einem Sozialstaat. Das steht im GG.
Auf die Logik muss man erstmal kommen! :danke:
Mir geht es in diesem Thread darum, dass die Grundsatzerklärung gegen Gewalt nur die Symptome der Gewalt behandelt, nicht aber deren Ursachen, die in staatlicher Gewalt zu finden sind.
 
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#16
Bei den Reformpaketen die jetzt geschnürt werden, wird dir vermutlich danach die jetzige SGB-II-Version wie ein Verwöhnprogramm vorkommen.
Wer schon mit dem JC nicht klar kommt,wie will der dann in der (freien Wildbahn) sprich Berufsleben klar kommen?:icon_confused:
 
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  Th.Starter/in  
#17
Wer schon mit dem JC nicht klar kommt,wie will der dann in der (freien Wildbahn) sprich Berufsleben klar kommen?:icon_confused:
Es gibt auch Menschen, die sich im Paragrafendschungel des SGB nicht auskennen. Oder nicht in der Lage sind ihn zu verstehen.

Ich betrachte den Umgang mit dem JC als weitaus komplexer und theoriebelasteter als das Klarkommen im Berufsleben.
 

USERIN

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#18
Wer schon mit dem JC nicht klar kommt,wie will der dann in der (freien Wildbahn) sprich Berufsleben klar kommen?:icon_confused:

Also das kann man meiner Erfahrung nach kaum vergleichen.

Jede Firma wäre längst pleite, wenn sie so mit Kunden umgehen würde.

Aus der Berufswelt kenne ich eher, dass das gesprochene Wort gilt....beim JC ist das ganz anders.
 

USERIN

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#19
Es gibt auch Menschen, die sich im Paragrafendschungel des SGB nicht auskennen. Oder nicht in der Lage sind ihn zu verstehen.

Ich betrachte den Umgang mit dem JC als weitaus komplexer und theoriebelasteter als das Klarkommen im Berufsleben.

Ja und?

Ausserdem gibt es ja auch Prozesskostenhilfe und Beratungshilfe. Wer die simplen Formulare nicht verstehen kann, der sollte seine EU-Rente beantragen.....also bitte!


Wenn ich Probleme mit der Hauselektrik habe und keine Ahnung....kann ich da sicher dran fummeln.....nur wenn mich der Schlag trifft oder die Hütte abfackelt muss ich mich wohl kaum wundern.
 
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Gast1

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  Th.Starter/in  
#21
Ja und?

Ausserdem gibt es ja auch Prozesskostenhilfe und Beratungshilfe. Wer die simplen Formulare nicht verstehen kann, der sollte seine EU-Rente beantragen.....also bitte!


Wenn ich Probleme mit der Hauselektrik habe und keine Ahnung....kann ich da sicher dran fummeln.....nur wenn mich der Schlag trifft oder die Hütte abfackelt muss ich mich wohl kaum wundern.
Du willst wohl einfach nicht verstehen, dass man erst einmal wissen muss, dass es so was wie Prozesskostenhilfe gibt. Ottonormalbürger weiß das nicht.

Hartz IV ist ein Bürokratiemonstrum.

Und Du verteidigst diesen Mist auch noch.
 

Emma13

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#22
Du willst wohl einfach nicht verstehen, dass man erst einmal wissen muss, dass es so was wie Prozesskostenhilfe gibt. Ottonormalbürger weiß das nicht.

Hartz IV ist ein Bürokratiemonstrum.

Und Du verteidigst diesen Mist auch noch.
Danke Schlaraffenland - teilweise wenigstens :smile:

"Userin" verallgemeinert und macht es sich ein wenig zu einfach - ... wie viele Menschen heute .... "was ich kann und weiss, muss der andere doch auch wissen .... ":icon_cool:

Grüße - Emma
 

HajoDF

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#23
Wer die strukturelle Gewalt, die dem SGB II innewohnt, ignoriert oder gar verneint, soll das tun. Deshalb ist aber dennoch Fakt:
z.B. Zwangsumzüge auch bei minimaler Überschreitung der "willkürlichen" Grenzen der JC, Zwangsarbeit in EEJ, Sanktionen mit Strafcharakter (will heißen, die Sanktion endet nicht, auch wenn der HE botmäßig wird).... noch mehr?
Alles in Paragraphen gegossen, durch den politischen Handlungsrahmen gebilligt und gefördert (Hetze) und in der Fortsetzung durch viele Mitarbeiter des JC kreativ ins Negative gesteigert.
Hartz 4 ist ein Verfolgungsgesetz (Gewaltsame Hausbesuche) und sollte im Strafgestzbuch angesiedelt sein.
 

arbeitslos in holland

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#25
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Gast1

Gast
  Th.Starter/in  
#26
@aih:

oder in anderen Worten: die Beweislastumkehr: der Leistungsbezieher muss nachweisen, dass ihm dieses oder jenes negatives Verhalten nicht zur Last gelegt werden kann, und nicht das JC muss das beweisen.
 

Passant

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#27
Es ist geradezu scheinheilig, wenn im Jobcenter öffentlichkeitswirksam Plakate gegen jede Form der Gewalt aufgehängt werden, aber die Mitarbeiter jeden Tag kraft Gesetzes psychische Gewalt gegen die Leistungsbezieher ausüben. Man kann sich nur wundern, daß sich die Jobcenter-Mitarbeiter selbst dieses offensichtlichen Widerspruchs nicht bewußt werden. So blöd kann man doch eigentlich nicht sein, oder?
 
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Gast1

Gast
  Th.Starter/in  
#28
Es ist geradezu scheinheilig, wenn im Jobcenter öffentlichkeitswirksam Plakate gegen jede Form der Gewalt aufgehängt werden, aber die Mitarbeiter jeden Tag kraft Gesetzes psychische Gewalt gegen die Leistungsbezieher ausüben. Man kann sich nur wundern, daß sich die Jobcenter-Mitarbeiter selbst dieses offensichtlichen Widerspruchs nicht bewußt werden. So blöd kann man doch eigentlich nicht sein, oder?
Ich kann mir schon gut vorstellen, dass es mindestens einige JC-Mitarbeiter gibt, die sich dieses Widerspruchs bewusst sind. Nur halten diese Mitarbeiter ihren Mund. Weil sie Angst vor Repressionen von oben haben und/oder froh sind, dass sie nicht auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzen.
 

nafi

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#29
Ich finde den Punkt "Enteignung" auch noch erwähnenswert.
Hier ist das Thema m.M.n. gut angerissen worden:
Enteignung wegen armut
Wer sich der arbeitslosigkeit »strafbar« macht, hat kaum anspruch, seine habseligkeiten zu behalten. Wer in einer wohnung lebt, die »zu groß« sei, muß in eine kleine umziehen und den »überschüssigen« hausstand entsorgen - was nichts anderes als enteignung persönlicher gegenstände ist.

Und wer ein haus hat, das eine besenkammer zu viel hat, muß das haus zu gunsten der staatskasse verkaufen. Die Ostseezeitung berichtete am montag über ein paar, das sein haus, das sechs quadratmeter zu groß sei verkaufen soll. Das ist enteignung.

( ... )

Dieser staat schützt das eigentum.

Aber eben nur das eigentum, das im kapitalistischen sinne für seine zwecke benutzbar gemacht wird.

Das, was die staatsinsassen bloß für ihre eigenen zwecke benötigen, nicht.
1-Euro-Blog: Enteignung wegen armut
 

kirschbluete

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#30
Ich finde den Punkt "Enteignung" auch noch erwähnenswert.
Hier ist das Thema m.M.n. gut angerissen worden:
1-Euro-Blog: Enteignung wegen armut
Guter Punkt! Kam mit noch garnicht in den Sinn. - Müssen verurteilte Straftäter eigentlich ihre gesamten Eigentümer preisgeben? Existiert in der strafrechtlichen Verfolgungspraxis auch so etwas wie "Schonvermögen"?

Am Konsequentesten und Klügsten wäre heute für mich jeder, der erstmal versucht, eine Bank zu berauben oder ähnliche Eigentumsdelikte zu begehen um sich im Fall der "Erfolgslosigkeit" als Freigänger im Spezialhotel verköstigen zu lassen. Freie Kost und Logie, bisherige "Besitz- und Reichtümer" bleiben wohl- und unangetastet im persönlichen Bestand. Noch paar Aktien dazu und die Penunsen arbeiten sich dazu noch selbst hoch...

Keine Abgaben, keine Angaben, Freiheit pur, genächtigt wird halt "im Hotel"...

Was sind wir Elos doch dumm und doof, eigentlich geschieht´s uns ja ganz recht, was sie sich alles mit uns erlauben...

Das spricht doch alles eine eindeutige Sprache und beweist ganz klar den Stellenwert, den ein Elo in unserem Rechts- und Gesellschaftssystem innehat: Und zwar noch um Klassen unterhalb jedes verurteilten Straftäters.
 

Hartzarus

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#32
Volle Zustimmung. :danke:
Das SGB II ist Ausdruck struktureller Gewalt, die vom Staate ausgeht.
Halte ich für grottenfalsch.

Das SGB II ist Ausdruck eines kapitalistischen Feudalapparats zur Ausbeutung und Manipulation von Millionen Staatsangehörigen über einen sogenannten 'Gesetzgeber', das in das noch übrig gebliebene Staatsgebilde eingeht.
 
E

ExitUser

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#34
Ich kenne das aus meinem JC: da hängen Plakate an den Wänden, auf denen bei körperlicher oder verbaler Gewalt durch die "Kunden" gegenüber den Mitarbeitern des Jobcenters mit Hausverbot und Strafanzeige gedroht wird. Das ist der falsche Weg.
Ich halte es durchaus für den richtigen Weg. Denn es ist einfach nicht von der Hand zu weisen, dass es im Jobcenter "Kunden" gibt, die aggressiv - und manchmal wirklich gefährlich - sind. Insbesondere, wenn sie unter Drogeneinfluss stehen. Der Arbeitgeber hat seine Mitarbeiter - und auch andere "Kunden" - davor so gut es geht zu schützen. Und eine eindeutige Verlautbarung an alle "Kunden", dass körperliche und verbale Gewalt nicht toleriert wird, ist ein wichtiger Baustein unter vielen zur Gefahrenabwehr/Gewaltprävention.

Denn die Ursache für verbale und körperliche Attacken der "Kunden" gegenüber den Mitarbeitern in den JC's liegt im SGB, vor allem im SGB II.
Das ist doch eine sehr pauschale und so monokausal nicht haltbare Behauptung. Es ist wohl unbestreitbar, dass die strukturelle Gewalt, die dem SGB II inhärent ist (Sanktionsgewalt), aggressiv machen kann. Fakt ist aber genauso: Es gibt "Kunden", die waren waren schon lange bevor sie zu "Kunden" des Jobcenters wurden, aggressiv. Die hat nicht das Jobcenter oder das SGB II dazu gemacht, die haben - durch unglückliche Umstände im Kontext der Erziehung/Sozialisation etc. - schon viel früher gelernt, mit Gewalt ihren Willen durchzusetzen. Vor denen müssen Mitarbeiter wie auch andere "Kunden" gleichermaßen geschützt werden.

Das SGB II ist Ausdruck struktureller Gewalt, die vom Staate ausgeht.
Diese Aussage empfinde ich wieder als arg pauschal und einseitig. Ich stimme sofort zu, dass dem SGB II strukturelle Gewalt innewohnt und dass Sanktionen problematisch sind. Ich glaube, dass mit einem BGE viele solcher Probleme gelöst wären und plädiere daher dafür. Aber so problematisch bestimmte Aspekte des SGB II (Sanktionen, Aktivierungsdogmatik, Berufsschutz-Verlust, Würde-Verlust) auch sein mögen: In erster Linie wird den Menschen durch das SGB II noch immer das Überleben gesichert.

Das als Ausdruck struktureller Gewalt zu sehen, empfinde ich als sehr merkwürdig. Denn was ist bitte daran Gewalt - definiert als schädliche Wirkung von gewisser Erheblichkeit -, wenn man monatlich 391 € + KDU + ggfs. VB-Leistungen seitens des Staates erhält? Es gibt zehntausende Menschen, die jährlich ihr Land verlassen, hierherkommen und sehr gerne in den Genuss dieser "Gewalt" kommen möchten.

Da hilft es nicht zu versuchen, dass körperliche und verbale Gewalt durch irgendwelche Grundsatzerklärungen verhindert werden soll.
Doch, das hilft durchaus. Ich war jedenfalls heilfroh, als meine extremst "aggressiven" Kunden erst mal ein Jahr Hausverbot hatten. Ich fühlte mich sicherer. Solche Hausverbote in Kombination mit Strafanzeigen und Gefärderansprachen können einiges bewirken, wenngleich auch sie natürlich keine 100% Sicherheit versprechen. Aber das tut auch ein BGE nicht.

Das bedeutet nur, dass an den Symptomen dieser Gewalt herumgedoktort wird, aber nicht an deren Ursache.
Diese Aussage impliziert, dass die Ursachen für Gewalt im Jobcenter per se im SGB II lägen. Die Ursachen sind aber nicht ausschließlich darauf zurückzuführen. Sie sind multikausal. Gewalt gegen Sozial- und Arbeitsamtsmitarbeiter gab es nämlich schon lange bevor das SGB II eingeführt wurde. Gewalt gegen Behörden-Mitarbeiter kommt überdies genauso in anderen Behörden, etwa bei der Polizei und im Finanzamt, vor. Auch Feuerwehrleute und Sanitäter können ein Lied davon singen, die werden bei ihren Einsätzen teilweise übel angegangen. Lehrer an Brennpunkt-Schulen sind mit sowas ebenfalls vertraut, die sind auch mit Bedrohungen und Beschimpfungen durch Eltern und Schüler konfrontiert.

Kurzum: Die Schuld allein im SGB II und dessen struktureller Gewaltkomponente zu suchen, ist zu verkürzt. Denn wenn das SGB II per se die Ursache für Gewalt wäre, stellt sich doch die Frage, warum der überwältigende Teil aller ALG II Leistungsbezieher dann absolut friedlich ist. Wenn es nur am SGB II länge, dass Menschen aggressiv werden, warum ticken einige wenige dann aus und andere nicht? Das indiziert doch, dass es diverse Gründe für Gewalt geben muss, denn gäbe es nur den einen, würden alle "Kunden" gewalttätig werden. Das tun sie - zum Glück - aber nicht!

Der Bericht von Verdi über psychische Probleme am Arbeitsplatz ist deswegen einseitig und unausgewogen.
Solche Berichte müssen immer einseitig sein. Das sind Auftragsarbeiten mit bestimmtem thematischen Fokus. Sie sollen ein bestimmtes Problem/Phänomen fokussieren. Das ist der Sinn der Sache. Wer keine Einschränkung will, findet genug sozialwissenschaftliche Werke, die sich umfassender der Thematik annehmen, was indes zulasten der Spezifik geht. Wer es umfassender haben will, der lese z.B. das hier. Es gibt genauso Untersuchungen, die explizit nur auf die Sicht der Erwerbslosen eingehen. Eine der berühmtesten ist die Marienthal-Studie. Eine aufschlussreiche, schon einige Jahre alte Untersuchung zur Sicht der Betroffenen und deren Leiden und Hartz IV findet man z.B. auch hier.

Wer hilft den "Kunden", wenn sie wegen der Hartz-IV-Gesetzgebung psychische Probleme bekommen und/oder gehetzt und gestresst sind? Darauf geht der Artikel nicht ein.
Muss er auch nicht, da VERDI primär eine Angestellten-Gewerkschaft ist, die aus der Sicht von Angestellten auf arbeitsrelevante Belange blickt, nicht aus der Sicht von Arbeitslosen. Wer deren Sicht berücksichtig haben will, der lese z.B. das hier.
 

Henrik55

Elo-User/in
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#35
Ich halte es durchaus für den richtigen Weg. Denn es ist einfach nicht von der Hand zu weisen, dass es im Jobcenter "Kunden" gibt, die aggressiv - und manchmal wirklich gefährlich - sind. Insbesondere, wenn sie unter Drogeneinfluss stehen. Der Arbeitgeber hat seine Mitarbeiter - und auch andere "Kunden" - davor so gut es geht zu schützen. Und eine eindeutige Verlautbarung an alle "Kunden", dass körperliche und verbale Gewalt nicht toleriert wird, ist ein wichtiger Baustein unter vielen zur Gefahrenabwehr/Gewaltprävention.
Solche mag es geben. Aber sie sind im Gegensatz zur Gewalt welche vom Jobcenter ausgeht eher ein geringes Randproblem.



Das ist doch eine sehr pauschale und so monokausal nicht haltbare Behauptung. Es ist wohl unbestreitbar, dass die strukturelle Gewalt, die dem SGB II inhärent ist (Sanktionsgewalt), aggressiv machen kann. Fakt ist aber genauso: Es gibt "Kunden", die waren waren schon lange bevor sie zu "Kunden" des Jobcenters wurden, aggressiv. Die hat nicht das Jobcenter oder das SGB II dazu gemacht, die haben - durch unglückliche Umstände im Kontext der Erziehung/Sozialisation etc. - schon viel früher gelernt, mit Gewalt ihren Willen durchzusetzen. Vor denen müssen Mitarbeiter wie auch andere "Kunden" gleichermaßen geschützt werden.
Gegen die strukturelle Gewalt der Jobcenter kann man das vernachlässigen. Gewalttätige Menschen gibt es auch in anderen Bereichen.



In erster Linie wird den Menschen durch das SGB II noch immer das Überleben gesichert.
Ohne das SGB II hätten einige politische Veränderungen nicht ohne Gegenwehr der Betroffenen durchgeführt werden können. Das sollte man nicht vergessen.

Das als Ausdruck struktureller Gewalt zu sehen, empfinde ich als sehr merkwürdig. Denn was ist bitte daran Gewalt - definiert als schädliche Wirkung von gewisser Erheblichkeit -, wenn man monatlich 391 € + KDU + ggfs. VB-Leistungen seitens des Staates erhält? Es gibt zehntausende Menschen, die jährlich ihr Land verlassen, hierherkommen und sehr gerne in den Genuss dieser "Gewalt" kommen möchten.
Es gibt auch Gegenden auf dieser Welt an denen man froh ist einen Teller Suppe zu haben. Wie weit möchtest Du mit Deiner Argumentation gehen?



Doch, das hilft durchaus. Ich war jedenfalls heilfroh, als meine extremst "aggressiven" Kunden erst mal ein Jahr Hausverbot hatten. Ich fühlte mich sicherer. Solche Hausverbote in Kombination mit Strafanzeigen und Gefärderansprachen können einiges bewirken, wenngleich auch sie natürlich keine 100% Sicherheit versprechen. Aber das tut auch ein BGE nicht.
Hoffentlich erwischen die Dich noch. Beim BGE müsste sich keiner mehr Typen wie Dir aussetzen. Du hast Dir wohl schon sämtlich Empathie weggesoffen, wenn Du nicht raffst, dass Du der Grund dafür warst.



Diese Aussage impliziert, dass die Ursachen für Gewalt im Jobcenter per se im SGB II lägen. Die Ursachen sind aber nicht ausschließlich darauf zurückzuführen. Sie sind multikausal. Gewalt gegen Sozial- und Arbeitsamtsmitarbeiter gab es nämlich schon lange bevor das SGB II eingeführt wurde. Gewalt gegen Behörden-Mitarbeiter kommt überdies genauso in anderen Behörden, etwa bei der Polizei und im Finanzamt, vor. Auch Feuerwehrleute und Sanitäter können ein Lied davon singen, die werden bei ihren Einsätzen teilweise übel angegangen. Lehrer an Brennpunkt-Schulen sind mit sowas ebenfalls vertraut, die sind auch mit Bedrohungen und Beschimpfungen durch Eltern und Schüler konfrontiert.
Sie können ruhig multikausal sein. Das ist aber nicht sonderlich relevant, da die Hauptkausalität in dem Terror liegt welche diese Gesetze auf die von bezahlter Arbeit Ausgeschlossenen ausübt.

Kurzum: Die Schuld allein im SGB II und dessen struktureller Gewaltkomponente zu suchen, ist zu verkürzt. Denn wenn das SGB II per se die Ursache für Gewalt wäre, stellt sich doch die Frage, warum der überwältigende Teil aller ALG II Leistungsbezieher dann absolut friedlich ist. Wenn es nur am SGB II länge, dass Menschen aggressiv werden, warum ticken einige wenige dann aus und andere nicht? Das indiziert doch, dass es diverse Gründe für Gewalt geben muss, denn gäbe es nur den einen, würden alle "Kunden" gewalttätig werden. Das tun sie - zum Glück - aber nicht!
Einige bekommen nicht mit was gespielt wird, andere haben vielleicht wirklich was am Kopf, werden autoaggressiv oder haben sich schon aufgegeben und sind zu Muselmanen (das hat jetzt nichts mit Türken zu tun)geworden. Wer klar bei Verstand ist kann Deinesgleichen nur noch hassen.



Muss er auch nicht, da VERDI primär eine Angestellten-Gewerkschaft ist, die aus der Sicht von Angestellten auf arbeitsrelevante Belange blickt, nicht aus der Sicht von Arbeitslosen. Wer deren Sicht berücksichtig haben will, der lese z.B. das hier.
Das mag ja sein. Aber wenn Verdi z.B. damals einen Bericht über KZ-Wärter gebracht hätte die öfters vom Wachturm gefallen sind wäre mir auch schlecht geworden.
 
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