Grundeinkommen- der falsche Ansatz!

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EU-Councillar

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OFFENER BRIEF AN ALLE BETEILIGTEN (HIER zur freien Diskussion!)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitgliederrinnen und Mitglieder des Netzwerk Grundeinkommen. Hiermit möchte ich Ihnen allen meinen Standpunkt erläutern, warum ich mich entschieden habe (noch) KEIN aktives Mitglied des Netzwerkes zu werden!

Ich habe mich in den letzten Monaten und Wochen sehr intensiv mit der Thematik „bedingungsloses Grundeinkommen“ beschäftigt. Ich habe viele Thesen gelesen, mir diverse Bücher besorgt und mir auch viele Video-Vorträge angesehen.
Nun bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für ALLE zwar im Grunde SEHR RICHTIG ist und man diese IDEE wirklich in der breiten Öffentlichkeit diskutieren MUSS.

Jedoch, und hier liegt auch mein persönlich GRÖSSTER Kritikpunkt, gibt es meiner Meinung nach noch zu viele „unausgesprochene“ und "undiskutierte" Standpunkte, welche noch in KEINER Form irgendwo erwähnt wurden!

Mich persönlich stört zum Beispiel die immer wiederkehrende Polemik des „Das wäre für alle gut und gewinnbringend“! Ich glaube hier irren die „Verfechter“, denn ausgerechnet jene, welche die wirtschaftliche Macht und das größte politische Einflussvermögen haben, gerade diese „Kreise“ hätten am meisten zu verlieren. Daher bin ich mir sicher, dass egal was man auch anstellen mag, diese Persönlichkeiten, bzw. Interessengruppen, ALLES dagegen unternehmen werden, um ein solches Projekt zu verhindern! Man sollte sich über diesen Punkt einmal in aller Konsequenz klar werden und diese „Vermutungen“ ebenfalls in eine Diskussion mit einfließen lassen, um eventuellen "Versuchen" vorzubeugen!

Zum anderen stören mich in vielen Theorien die Erläuterungen zu eventuellen systemischen Verbesserungen. Ich glaube nicht das sich durch Einführung eines, wie auch immer gearteten Grundeinkommen, sich auch nur ein bisschen etwas grundlegend verändern würde. Denn in meinen Augen wäre es auch WIEDER NUR eine kurzsichtige Behandlung von SYMPTOMEN. Die vielen Ursachen unserer Probleme bleiben weiterhin „unangetastet“.

Und diesen Standpunkt möchte ich hier einmal etwas ausführlicher darstellen.

Ich weiß nicht warum sich die Diskussion zum Thema „Grund-Einkommen“ so sehr auf eine „monitäre Auslegung“ versteift hat? Gerade in Anbetracht der heutigen Finanzentwicklung wäre es pure Augenwäscherei, wenn man weiterhin behauptet, dass das zahlen eines auf „Papiergeld“ basierenden „Grundeinkommens“ die Lösung vieler verschiedener Probleme sein soll.

Stellen sie sich selbst einmal die Frage, wie viel ein Grundeinkommen noch „wert“ ist, wenn das monitäre, also das Geldsystem zusammenbricht?

Wenn man sich auch nur ein wenig mit den gesamtwirtschaftlichen Finanzzusammenhängen beschäftigt, so wird man nicht umhin kommen, sich solche Fragen zu stellen. Heute ist die Gefahr einer Inflation so hoch, wie schon seit über achtzig Jahren nicht mehr. Und wer dieses nicht erkennen kann oder will, ist entweder ein naiver Narr oder gar ein gemeiner Menschenfeind.

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie gerne einmal auf die Erläuterungen und Aussagen von Herrn Prof. BERND SENF hinweisen. In seinem Interview mit dem Tagesspiegel vom 10.02.09, hat er klar und deutlich auf diese Zusammenhänge und Gefahren hingewiesen. Auch in seinen Büchern und Vorträgen (als Videovorträge im Netz erhältlich! 1*), warnte er schon seit vielen Jahren vor einer „Gefahrensituation von weltumspannenden Ausmaß“ und „katastrophalen, globalen Finanzmarkteinbrüchen bis hin zu einer der größten, weltumfassenden Wirtschaftskrisen seit 1929“. Heute berichtet selbst die New York Times, dass sogar die CIA (amerikanischer Geheimdienst) die Finanzskrise als „höhere Gefahr für den Frieden und die Sicherheit einstuft, als jedwede Form eines eventuellen Terroranschlags.“ Dies sollte einem doch zu denken geben - oder?

Also, in einer Zeit, bei der die Gefahr einer globalen Inflationswelle reell immer näher rückt und sich die meisten Wirtschaftssysteme auf einem noch nie dagewesenen Abwärtstrend befinden, sollte man sich von einer Idee eines Papiergeldgestützten Grundeinkommens ein wenig „entfernen“ und sich auch (und gerade in dieser schwierigen Wirtschafts- und Finanzkrise) einmal mit „etwaigen Alternativen“ auseinandersetzen!

Wer glaubt, dass ein verschieben der GELD-ABHÄNGIGKEIT von der „erwerbsmäßigen Tätigkeit“ auf ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ die Lösung des gesamtgesellschaftlichen Problems sein kann – der verschließt wieder einmal die Augen vor der „vorherrschenden Realität“!

Es ist hierbei egal ob ein Mensch erpressbar ist durch einen „direkten Eingriff“ in seine Vergütung durch Arbeitslohn, Gehalt oder Transferleistung oder, wie bei ihrem Projekt, durch „monitäre Entwertung“ des bedingungslosen Grundeinkommen! Die Existenz-Angst, welche die Menschen beeinflusst und unterdrückt, würde auch hierbei bleiben!

Hier liegt die größte Gefahr einer Verblendung der Mitbürger und eben diese Gefahr MUSS unbedingt mit in die Diskussion eingebracht werden – ansonsten bliebe es nichts weiter, als eine schöne Idee – genau wie der "globale Weltfrieden"!

In der Hoffnung meine Standpunkte verständlich übermittelt und ihnen ausreichend Argumente für eine TIEFGREIFENDERE Diskussion geliefert zu haben, verbleibe ich respektvoll und mit freundlichen Grüßen

EU-C, Berlin 14.02.09

Quelle: 1* Videobeiträge von Prof. Bernd Senf:
Teil 01 - Vortragsreihe mit Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise (komplette VORTRAGSREIHE!)
Teil 02 - Dailymotion - Prof. Bernd Senf: Krise 4: Börsenfieber und kollektiver Wahn, ein Video von Zeitzeistmotor. weltwirtschaftskrise, wirtschaftskrise, finanzkrise, bernd, Baisse
- oder auch www berndsenf de

Heute gesendet an zwanzig verschieden "Unterstützergruppen"!

Nun, wie denkt ihr darüber???
 

destina

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Vielleicht sollten wir uns mal auf einen Thread einigen?


Curt the cat, please help!
 

zebulon

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Ja, meine Meinung. Die Neuordnung des Finanzsystems hat Priorität. Sonst würde ein BGE einfach weginflationiert. :biggrin:
 
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