Gründungszuschuss 2016 mündlich abgelehnt - kann man da noch was machen? (1 Betrachter)

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little

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Hallo allerseits,

ich habe mich vorhin mit einer, vorher wenig gekannten, Bekannten unterhalten und wir kamen nach einiger Zeit auf das THema Jobs etc.

Zur Situation :

ALG2-BG besteht aus Mann (27), Frau (26) und den 3 gemeinsamen Kindern (8,4, und fast 2).

Ihm wurde vergangene Woche kurz vor Ende der Probezeit gekündigt. Er ist (bislang) OHNE Ausbildung und sucht nun händerringend.

Sie (und so lernten wir uns über FB kennen) ist seit letztem Jahr mit einem Gewerbe im Aufbau tätig.

Die Familie ist unglaublich bescheiden und (leider) auch sehr unbedarft/naiv, was es den Umgang mit dem Jobcenter angeht :-/

Sie werden nicht über KANN-Leistungen informiert, es gibt null Betreuung, von Beratung ganz einmal zu schweigen.

Was folgenden Sachverhalt zur Folge hat:

Sie ist, direkt nachdem sie den Gewerbeschein erhielt, zum Jobcenter und meldete dort selbigen an und fragte auch nach, ob es Unterstützungsmöglichkeiten gäbe. Ob sie jetzt den genauen Wortlaut "Gründungszuschuss" benutzt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Jedenfalls gab der damalige SA (mündlich :-( ) an, nach der Gewerbeanmeldung wäre nix mehr zu machen, es gäbe vom Amt nix.
Sie schenkte seinen Worten Glauben, verlangte die Aussage natürlich auch nicht schriftlich und gibt seither brav zu jedem WBA die EKS an.

Sie hat sich leider im Vorfeld nicht erkundigt, ob und wenn, welche Möglichkeiten es wann gibt, zur Förderung.

Das ganze fand im Mai 2016 statt.
Ich kenne mich leider (bislang) null mit Selbstständigkeit und Gründungszuschuss aus, deshalb frage ich nun euch :

Kann man jetzt, im Nachhinein noch irgendetwas für die Familie tun? Welche Förderungen kamen oder kommen überhaupt infrage.

Zum "Rahmenprogramm" sei noch erwähnt, dass weder sie, noch ihr arbeitsloser Mann je eine EGV hatten. Entsprechend wissen sie auch nix von Übernahme der Bewerbungskosten oder der Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen :-(

Eher noch im Gegenteil, es ist ihr im ALG2-Bezug so *peinlich*, dass sie nicht dafür auch noch "schnorren" will. Sie nehmen nichtmal den Familienpass in Anspruch, sondern laufen jeden Weg zu Fuss oder fahren mit Fahrrad.
Sie möchte soo gerne weg vom Amt, ist aber halt, im Aufbau ihres Kunsthandwerks, auf Hilfe angewiesen und jetzt, mit des Mannes' Arbeitslosigkeit, mehr denn je :-/

Ich möchte dieser Familie gerne weiterhelfen, quasi Hilfe zur Selbsthilfe. Ein bisschen hab ich sie schon geimpft (z.B. ab sofort alles nur noch schriftlich verlangen, jede Ansage, jede Absage, damit notfalls gegen angegangen werden kann).

Kann ein Gründungszuschuss noch bewilligt werden? Wo kann ich (im verständlichen Deutsch, bitte ;-) ) nachlesen, welche Auflagen dafür erfüllt sein müssen?

Vielen Dank!
little
 

Gaddezwerg

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Kann ein Gründungszuschuss noch bewilligt werden? Wo kann ich (im verständlichen Deutsch, bitte ;-) ) nachlesen, welche Auflagen dafür erfüllt sein müssen?

Vielen Dank!
little

Ein Gründungszuschuß ist leider für ALG II Bezieher gar nicht möglich, sondern nur für ALG I Bezieher.

Ergibt sich aus den Bedingungen für den GZ (§93 SGB III)
(2) Ein Gründungszuschuss kann geleistet werden, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer1.
bis zur Aufnahme der selbständigen Tätigkeit einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, dessen Dauer bei Aufnahme der selbständigen Tätigkeit noch mindestens 150 Tage beträgt und nicht allein auf § 147 Absatz 3 beruht,
 

little

Elo-User*in
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Hallo!
also nun bin ich baff!
Das bedeutet schlussendlich, dass kein ALG2ler sich um finanzielle Unterstützung mehr Hoffnung machen kann, um, mittels Selbstständigkeit/Gewerbe, seine Hilfsbedürftigkeit zu verringern??

Wie gesagt, bislang kannte ich mich null aus, aber das ist wirklich übel!

Gruss,
little

P.S.: Ja, ich hab das gleiche Thema vorhin auch in einem anderen Forum gepostet, OHNE zu wissen, dass das hier nicht erwünscht ist und zur Sperrung/Löschung des Themas führt. Ich bin/war ungeduldig ja und hatte mir mit dem 2t-Posting mehr Imput erhofft, mea culpa :frown:
 

CanisLupusGray

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Hallöchen,

ich denke, der § 16c SGB II ist (noch) nicht abgeschafft (korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege):
Leistungsberechtigte, die eine selbständige, hauptberufliche Tätigkeit aufnehmen oder ausüben
Versuch macht bekannter weise was? Kluch? Wer es nicht probiert hat schon verloren.

Schlimmstenfalls kann man das Gewerbe auch kurzfristig /-zeitig abmelden und vor einer geplanten Neugründung mit einem Konzept beim freundlichen SB aufschlagen und fragen, was er/sie willens ist zu tun, damit HE seine Hilfebedürftigkeit durch Aufnahme einer Selbstständigen Tätigkeit verringert oder beendet. .... Ich mein ja, nur so ... als Denkanstoß

CanisLupusGray
 
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