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"Grobe Fahrlässigkeit" durch Rückgang in Beruf, aus dem man ausgesteuert wurde, falls man eine Umschulung in gänzlich unpassenden Beruf ablehnt?

fridalino

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Guten Abend,

ich bin unsicher, wie exakt der Titel meiner Anfrage sinnvollerweise lauten sollte, darum ein dickes Sorry, wenn verwirrend :)

Situation:

Nach Aussicht auf eine Umschulung durch RV / LTA, die aber geradezu abstrus enggefasst eingegrenzt wurde (NUR "Kaufmännisches/Büro") und TROTZ diverser (...) Atteste, Bescheinigungen usw., die belegen, dass man entgegen des auf Aktenlage erstellten Leistungsbildes DOCH und ausdrücklich für die Wunschberufsbereiche geeignet ist, stellt sich nun die Frage "Was nun?".

In einer Einrichtung der Berufs-Reha war nach Belastungserprobung konkrete Planung des weiteren Vorgehens ausgearbeitet worden - auch das unter unnachvollziehbaren Gründen seitens Reha-Berater abgelehnt.

Kein weiteres berufliches Training, alle optionalen Umschulungsberufe/Bereiche wurden abgelehnt, lediglich das "Büro" solle es werden - was aber ausdrücklich trotz diverser gut argumentierter Begründung (Neigung, Wirtschaftlichkeit, Vermittelbarkeit, sinnvoller Aufbau auf bisherigem, immense Gefahr von Krankheitsrezidiven usw) seitens des Rehabilitanden, per Arztattest, PSD und Trainer Berufsreha-Zentrum etc. ohne Angabe von Gründen seitens RV abgelehnt.

Wenn man nun - um sich Weiterbildung/Kurse/Ausbildungen selbst zusammen zu sparen - erstmal in den alten Beruf zurückginge (gedacht als Übergang) - handelte man dann "grob fahrlässig", was etwaige zukünftige Ansprüche in Krankheitsfällen angeht? Sprich:
Kann seitens der Krankenkasse, RV oderoder argumentiert werden, dass man sich - obgleich lange auf den alten Beruf AU geschrieben - "sehenden Auges" in Gefahr gebracht hat? (Und das mal ganz abseits der Regelungen zu Neuerwerb von KG-Ansprüchen usw...)

Danke für Einschätzungen!
 

Kerstin_K

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Es ist nict verboten, siech selber zu schaden, aber denke bitte daran, dass Du nur einen Körper hast.

Ich dehe aber noch eine andere Gefahr: Auch ein Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht. Undwenn er bemerkt, dass Du durch die Arbeit gesundheitlich geschägigt wirst, dann darf er dich nicht arbeiten lassen.

Ich würdeeher mal bei der Rehaberatung beziehngsweise der Entscheidung der DRV ansetzen. Ja, es obliegt der DR; zu entscheiden, welche LTA Leistung Du bekommst, aber nachvollziehbar sollte die Entscheidung schon sein.
 

Doppeloma

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Hallo fridalino,

Nach Aussicht auf eine Umschulung durch RV / LTA, die aber geradezu abstrus enggefasst eingegrenzt wurde (NUR "Kaufmännisches/Büro") und TROTZ diverser (...) Atteste, Bescheinigungen usw., die belegen, dass man entgegen des auf Aktenlage erstellten Leistungsbildes DOCH und ausdrücklich für die Wunschberufsbereiche geeignet ist, stellt sich nun die Frage "Was nun?".
Deine Anfrage ist irgendwie sehr unübersichtlich ohne genauere Informationen zu deinem Ursprungsberuf zu haben, den du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.
Man kann die "Gefahren" die dadurch davon ausgehen sollten, wenn du den gegen ärztlichen Rat weiter (oder vorübergehend bis zum Antritt einer anderen Ausbildung) ausüben würdest, nicht einschätzen. :icon_evil:

Letztlich entsprechen ärztliche "Gutachten" (egal ob mit Untersuchung oder nach medizinischer "Aktenlage") keinem "echten Berufsverbot" (das wäre ein Verstoß gegen das Grundgesetz), du schädigst bewußt deine "Restgesundheit", das darf man halten wie man will, solange Andere dabei nicht gefährdet werden.

Es ist auch nicht erkennbar aus deinen Angaben, ob diese Einschätzungen der Realität deiner Leistungsfähigkeiten entsprechen oder nicht, wenn du selbst der Ansicht bist, dass es gar nicht stimmt was per "Aktenlage" geschrieben wurde, dann ist es doch erst Recht egal ob du das dennoch tun wirst.

In einer Einrichtung der Berufs-Reha war nach Belastungserprobung konkrete Planung des weiteren Vorgehens ausgearbeitet worden - auch das unter unnachvollziehbaren Gründen seitens Reha-Berater abgelehnt.
Das ist relativ "einfach" zu erklären, denn die Reha-Einrichtungen verdienen ihr Geld damit dir gewisse Hoffnungen und "Versprechungen" zu machen, auf eine "Wunsch-Ausbildung" und die Berater wissen wie teuer das werden könnte und sehen da (z.B. im psychischen Bereich) auch hohe Risiken und Geldverluste, wenn du das nicht bis zum Abschluss bewältigen kannst ...

Dann wurde (böse ausgedrückt) Geld zum Fenster herausgeworfen und du bist selber auch keinen Schritt weiter ...

Kein weiteres berufliches Training, alle optionalen Umschulungsberufe/Bereiche wurden abgelehnt, lediglich das "Büro" solle es werden - was aber ausdrücklich trotz diverser gut argumentierter Begründung (Neigung, Wirtschaftlichkeit, Vermittelbarkeit, sinnvoller Aufbau auf bisherigem, immense Gefahr von Krankheitsrezidiven usw) seitens des Rehabilitanden, per Arztattest, PSD und Trainer Berufsreha-Zentrum etc. ohne Angabe von Gründen seitens RV abgelehnt.
Na-Ja, ein eigenes Arzt-Attest bewirkt da wenig, deswegen hat ja die DRV eigene Gutachter.
Eine Ablehnung muss aber schriftlich erfolgen und durchaus auch plausibel begründet werden, vielfältige (wie auch im Gesetz genannte) "Wahlmöglichkeiten" hat man allerdings meist eher nicht.

Ich wurde selber mal umgeschult (aus einem körperlich schweren Beruf) und hatte auch nur genau 2 Büroberufe zur "Auswahl", den Erstberuf konnte ich aber auch nicht mehr "als Ausweich zur Überbrückung" ausüben, dem war ich kräftemäßig einfach NICHT mehr gewachsen.
Schon der Arzt vom (damals noch Arbeitsamt) hat für die Umschulung eine Ausbildung in Büro oder Verwaltung empfohlen ... also ohne körperlich schwere Arbeit, meine "Wunschberufe" waren das auch nicht gerade ... :icon_evil:

Wenn man dir eine Umschulung bewilligt, bekommst du das (meist) was man auch bezahlen möchte , die Zukunfts-Aussichten sind für Umschüler (je nach Alter) ohnehin nicht besonders "rosig", ganz gleich wofür du umgeschult wurdest ... es gilt dann nur noch, ob deine Ausbildung mit dem Abschluss in der Tasche auch noch am Arbeitsmarkt gefragt sein wird.

Ich meine damit, dass die Wechsel der (angeblich gerade) "gefragten Ausbildungen" inzwischen dem "Tausch der Unterwäsche" gleichen ... was aktuell noch "gefragt scheint" ist in 2 - 3 Jahren vielleicht schon nicht mehr gefragt, es sei denn man bringt auch gleich sehr umfassende Berufserfahrungen mit aus der Umschulung.

Du hast einen Rechtsanspruch auf eine LTA offenbar bestätigt bekommen, was genau das sein soll wird die DRV zu entscheiden haben, die sollen das ja auch bezahlen ... die eigenen "Wünsche" sind da letztlich nicht ausschlaggebend ... :icon_evil:
ALLE Anderen (auch deine Ärzte) können erzählen und bescheinigen was sie gerne möchten, das liest die DRV (vielleicht) und entscheidet so wie es am Wenigsten kosten wird.

Eine reine "Wunschausbildung" kannst du dir nur selber finanzieren, das kann dir natürlich Niemand verbieten, wenn dir das möglich ist.

Sprich:
Kann seitens der Krankenkasse, RV oderoder argumentiert werden, dass man sich - obgleich lange auf den alten Beruf AU geschrieben - "sehenden Auges" in Gefahr gebracht hat? (Und das mal ganz abseits der Regelungen zu Neuerwerb von KG-Ansprüchen usw...)
Krankengeld bekommt man für Krankheit / Diagnose A, B, oder C und nicht für eine bestimmte Berufsrichtung, wenn man krank ist und "sehenden Auges" seine Gesundheit weiter ruiniert mit der bisherigen Tätigkeit, dann interessiert das letztlich weder die KK noch die DRV wirklich ...

Krankengeld gibt es NUR für Krankheiten, EGAL in welchem Beruf man sich die eingefangen hat ...
Die "Aussteuerung" bedeutet den Ablauf eines Anspruches an die KK auf Krankengeld, das hat mit dem Beruf den man gerade ausübt ( oder zuletzt ausgeübt hatte) nur wenig zu tun.

Ob du bestimmte Tätigkeiten überhaupt ausüben KANNST solltest du selbst am Besten einschätzen können, DU kennst doch deinen Körper ...
Man sollte sich natürlich nie bewerben wo man schon selber weiß, das wird schief gehen, ob man ansonsten als geeignet angesehen und eingestellt wird entscheidet der AG und nicht die KK und auch nicht die DRV ... du solltest solche Gutachten nicht wichtiger nehmen als sie wirklich sind ...

In meinem EM-Renten-Verfahren wurde ich sehr oft "begutachtet" und JEDER hatte seine eigene Ansicht dazu, ob und was ich noch arbeiten könne ... einer (die AfA um mich an die Rente loswerden zu können) schrieb gar nicht, der Nächste schrieb Vollzeit (die DRV um mich an die AfA "verweisen" zu können und keine Rente zu zahlen) in sein "Gutachten" und die Wahrheit lag wohl irgendwo "in der Mitte".

Die schreiben doch (meist) nur noch, was der zahlende Auftraggeber gerne lesen möchte, um ablehnen und Geld sparen zu können und was eine Behörde verspricht, muss die andere noch lange nicht auch bezahlen wollen.

Wenn du weiter deinen "Wünschen und Illusionen" folgen möchtest (und die DRV soll das bezahlen müssen) wirst du beruflich nicht mehr wirklich viel erreichen können, Jeder muss Kompromisse eingehen, wenn er in der heutigen Zeit überhaupt noch seinen Lebensunterhalt verdienen möchte.

Mein "Büro-Beruf" endete dann im CallCenter, war auch nicht, was ich mir vorgestellt hätte als "Umschulungs-Ergebnis", aber "körperlich leichte Arbeit" (telefonieren kann doch schließlich JEDER) ... man sitzt doch den ganzen Tag im gemütlich warmen Büro ... nach fast 10 Jahren war ich dann reif für den Psychiater.

So ein Job muss nicht immer schlecht sein aber das hält kein Mensch ein ganzes Arbeitsleben lang aus ...

Betrachte das einfach als Gedankenspiele, denn eine wirklich Antwort wird dir kaum Jemand geben könne wenn nicht mal ungefähr klar ist, wo deine konkreten Probleme im bisherigen Berufsfeld zu finden sind.

Krank kann JEDER in JEDEM Beruf mal werden, für lebenslange Gesundheit gibt es keine Garantie und die braucht man einem AG bei der Bewerbung auch nicht geben, mit einem AG spricht man überhaupt nicht über seine Krankheiten, da zählt die Fachliche Eignung und sonst gar nichts.

Auf (auch gesundheitlich) völlig ungeeignete Stellen sollte man sich besser gar nicht erst bewerben ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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