Griechenland: Krawall auf der sinkenden Titanic

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Bis zu zwei Millionen Einwanderer leben in Griechenland, die Probleme häufen sich, eine Pleite Griechenlands könnte zur Massenauswanderung in andere EU-Länder führen

Vor knapp drei Jahren erschreckte der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou seine Landsleute mit dem Ausspruch: "Die griechische Wirtschaft ist wie die Titanic." In der Folge kam ein ums andere Rettungsprogramm über die Griechen. Die überwiegend ohne sinnvolle Reformen ausgeführten Sparpläne haben bisher nur unsoziale Belastungen für einen Großteil der Bevölkerung sowie eine stete Erhöhung der Arbeitslosenzahlen gepaart mit einer immer schlimmer werdenden Rezession gebracht. Weil dies den Griechen seitens der jeweiligen Regierungen vor allem als Ergebnis des "Drucks der ausländischen Kreditgeber" verkauft wurde, stieg der Zuspruch für rechtsnationale Parteien. Für diese sind natürlich außer den ihrer Meinung nach als Verräter zu bewertenden Regierungspolitiker vor allem die illegalen Einwanderer schuld am Debakel. Es kommt zu mit Polizeirazzien begleiteten Pogromen. ...

Griechenland: Krawall auf der sinkenden Titanic | Telepolis
 
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Griechenland wird fallen und damit das Auseinanderbrechen der Eurozone einleiten. Das gab es in der Geschichte schon einmal. Nannte sich Lateinische Münzunion. Diese scheiterte nicht zuletzt an den "Schummeleien" der Griechen. :icon_kinn:

Lateinische Münzunion: Schon 1908 tricksten die Griechen beim Geld - Nachrichten Geld - WELT ONLINE

Déjà-vu! Wie Griechenland sich schon einmal unbeliebt machte - Nachrichten Welt Print - Politik (Print DW) - WELT ONLINE

Schade, das keines der beteiligten Länder etwas aus dieser Katastrophe gelernt hat. Der Mensch neigt eben dazu, die Fehler der Vergangenheit in der Zukunft zu wiederholen. :icon_sad:
 

galadriel

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Griechenland wird fallen und damit das Auseinanderbrechen der Eurozone einleiten. Das gab es in der Geschichte schon einmal. Nannte sich Lateinische Münzunion. Diese scheiterte nicht zuletzt an den "Schummeleien" der Griechen. :icon_kinn:

Lateinische Münzunion: Schon 1908 tricksten die Griechen beim Geld - Nachrichten Geld - WELT ONLINE

Déjà-vu! Wie Griechenland sich schon einmal unbeliebt machte - Nachrichten Welt Print - Politik (Print DW) - WELT ONLINE

Schade, das keines der beteiligten Länder etwas aus dieser Katastrophe gelernt hat. Der Mensch neigt eben dazu, die Fehler der Vergangenheit in der Zukunft zu wiederholen. :icon_sad:

Dieses Geschreibsel in D`s Medien über Griechenland finde ich zum :icon_kotz:. Es hilft keinem.
 

Roter Bock

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Die Geschichte wiederholt sich - dazu auf die Griechen einzudreschen ist kompletter Schwachsinn. Die sind nicht die einzigen.

Jedes Land braucht seine Währung mit wechselnder Parität die dem Wert der erarbeiteten Waren und Dienstleistung des Landes entspricht - also so wie früher. Der ganze politische "Überbau" wurde den Völkern mit Gewalt übergestülpt.

Nach zig Kriegen in Europa ging es erst mal darum zu einen Frieden zu kommen - das ist soweit erreicht - und durch den Euro wieder ad absurdum geführt den jetzt wird es wieder zum Krieg - ein Wirtschaftkrieg! Und wieder versuchen einzelne Staaten andere bis zur Existenzvernichtung zu drangsalieren. Das wird nix!

Weg mit dem Euro - und gut ist es.

Roter Bock
 
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Gast1

Gast
Ich finde den Euro von der Idee her gut. Völkerverständigend, außerdem ist es einfacher damit sich in einem anderen Euro-Land zu bewegen (kein Valuta-Umtausch notwendig).

Wer die DM wiederhaben will, der verdrängt, dass die DM dann stark aufwerten würde, Deutschland deswegen weniger über den Export verkaufen könnte und Deutschland in eine Wirtschaftskrise reinrasselt.
 

Speedport

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Ich finde den Euro von der Idee her gut. Völkerverständigend, außerdem ist es einfacher damit sich in einem anderen Euro-Land zu bewegen (kein Valuta-Umtausch notwendig).

Wer die DM wiederhaben will, der verdrängt, dass die DM dann stark aufwerten würde, Deutschland deswegen weniger über den Export verkaufen könnte und Deutschland in eine Wirtschaftskrise reinrasselt.

Eine Währung hat nicht die Aufgabe der Völkerverständigung.

Wie schon @roter bock weiter oben geschrieben hat, jedes Land muß die Möglichkeit haben, den Währungskurs seiner Wirtschaftsentwicklung anzupassen.

Ich sehe bei einem Ende des Euro folgende Chance:

Die einzelnen Länder müssen ihren Währungskurs anpassen, Deutschland massiv erhöhen (man spricht von 40 %).

Das wird den deutschen Export deutlich bremsen. Um die Umsatzzahlen nicht zu sehr in den Keller fahren zu lassen, müssen sich die Firmen auf den Binnenmarkt besinnen.

Der kauft aber nur, wenn er Geld für den Konsum frei hat. Also ist es vernünftig, die Löhne entsprechend hoch zu fahren.
 
G

Gast1

Gast
Also ist es vernünftig, die Löhne entsprechend hoch zu fahren.

Mir ist ja klar, dass nach der Wiedereinführung der DM der Binnenmarkt gestärkt werden müsste. Nur ob das realisiert werden würde, ist fraglich. Da müsste man ja z.B.

- Hartz IV bzw. die Arbeitslosenversicherung reformieren
- die Minijobs abschaffen
- einen Mindestlohn einführen.

Und mit einer CDU-geführten Regierung (egal ob in Koalition mit der FDP oder der SPD) ist sowas nicht zu machen. Selbst unter Rot-Grün wäre die Umsetzung solcher Sachen fraglich.

Deswegen würde die Einführung der DM Deutschland in eine Wirtschaftskrise reinrasseln lassen.
 

Roter Bock

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Auch jetzt schon ist die hohe Exportquote eine Krux.

Setzt sich die Situation der Eurokrise weiter fort, fällt sie. So oder so.

Roter Bock
 

Wausch

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Ich sehe bei einem Ende des Euro folgende Chance:

Die einzelnen Länder müssen ihren Währungskurs anpassen, Deutschland massiv erhöhen (man spricht von 40 %).

Das wird den deutschen Export deutlich bremsen. Um die Umsatzzahlen nicht zu sehr in den Keller fahren zu lassen, müssen sich die Firmen auf den Binnenmarkt besinnen.

Der kauft aber nur, wenn er Geld für den Konsum frei hat. Also ist es vernünftig, die Löhne entsprechend hoch zu fahren.

Scherzbold?

Es läuft so ab:

Euro wird abgeschafft, die DM aufgewertet.

Folge: Exporte gehen stark zurück. Da die exportorientierten Unternehmen in Deutschland (Kraftwerksbau, Maschinenbau, Werften usw.) durch den Binnenmarkt die Verluste nicht auffangen können, werden sie Arbeitnehmer entlassen.

Folge: Noch mehr Druck und Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, die Löhne sinken weiter.

Folge: Steuereinnahmen gehen zurück. Sozialsystem macht Miese.
 
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Scherzbold?

Es läuft so ab:

Euro wird abgeschafft, die DM aufgewertet.

Folge: Exporte gehen stark zurück. Da die exportorientierten Unternehmen in Deutschland (Kraftwerksbau, Maschinenbau, Werften usw.) durch den Binnenmarkt die Verluste nicht auffangen können, werden sie Arbeitnehmer entlassen.

Folge: Noch mehr Druck und Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, die Löhne sinken weiter.

Folge: Steuereinnahmen gehen zurück. Sozialsystem macht Miese.

Die Ausführungen sind theoretisch korrekt.

Doch erst in der Praxis wird sich zeigen wie sich die Dinge entwickeln werden.

Es ist nicht gesagt, daß es der BRD nach dem Euro schlechter gehen wird. Auch die Politiker, Wirtschaftsweisen und andere Experten können nicht in die Zukunft sehen sondern lediglich anhand von Statistiken und Hochrechnungen mögliche Entwicklungszenarien theoretisch durchspielen.

"Die Zeit wird es zeigen." :icon_pause:
 

Wausch

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Die Ausführungen sind theoretisch korrekt.

Doch erst in der Praxis wird sich zeigen wie sich die Dinge entwickeln werden.

Sicher, aber wozu das Risiko eingehen?

Denn klar ist doch: Firmen, die stark im Exportgeschäft sind können unmöglich dortige Verluste im Binnenhandel kompensieren. Weil die exportierten Güter im Inland einfach in den nötigen Mengen nicht benötigt werden.

Der Denkfehler ist zu glauben, daß Firmen in erster Linie dazu da sind, um Arbeitsplätze zu schaffen. Das ist falsch. Selbstverständlich werden die Mitarbeiter rausgeworfen, wenn die Geschäfte schlecht gehen. Siemens und andere Firmen gehen davon nicht unter, sie werden halt lediglich kleiner. Bei Werften sieht es hingegen schon anders aus. Da sind auch komplette Firmenzusammenbrüche denkbar.

Deutschland hat vom Euro profitiert, und natürlich wird an ihm festgehalten werden.
 

Falling Down

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Denn klar ist doch: Firmen, die stark im Exportgeschäft sind können unmöglich dortige Verluste im Binnenhandel kompensieren. Weil die exportierten Güter im Inland einfach in den nötigen Mengen nicht benötigt werden.
Stimmt. Aber das zeigt doch nur, wie grundlegend falsch die deutsche Wirtschaft aufgestellt ist. Aller Schönrednerei zum Trotz. Die unglaubliche Exportorientierung/-abhängigkeit ist die eigentliche Krankheit, die ehr früher als später zum finalen Siechtum führen muss.

Seit bald Jahrzehnten werden große und immer größer werdende Exportüberschüsse völlig unkritisch gefeiert. Hurra, 2011 wieder "Exportweltmeister", nachdem China uns in 2010 überholt hatte. Hurra! Dabei wird vollständig ausgeblendet, dass der Handelsbilanzüberschuss des einen Landes, zwanglsläufig Handelsbilanzdefizite anderer Länder bedeutet. Anders ausgedrückt: Wenn wir ständig mehr exportieren als importieren, muss irgendwo jemand sein, der ständig mehr importiert als exportiert. Um unsere Exporte bezahlen zu können, muss derjenige sich dann verschulden. Rund 50 % der deutschen Exporte gehen in die EU.

Wie lange kann so etwas wohl gutgehen? Eine ganze Weile sicher, aber eben nicht dauerhaft. Irgendwann ist der Handelspartner so verschuldet, dass ihm niemand mehr Geld leihen will. Kommt einem doch irgendwie bekannt vor, oder? :icon_wink:

Der Gipfel der volkswirtschaftlichen Blödheit ist es aber, die Schuldnerländer als unsoldide und faul zu beschimpfen, ihnen den Geldhahn zudrehen zu wollen und gleichzeitig zu erwarten, dass sie uns unsere Exportwaren weiterhin unvermindert abkaufen.


Deutschland hat vom Euro profitiert, und natürlich wird an ihm festgehalten werden.
Auch durch ständige Wiederholung wird das nicht richtiger. Einige wenige haben profitiert, die meisten aber nicht. Inflationsbereinigt sind die Einkommen der Lohnempfänger in Deutschland in den letzten 10 Jahren nicht nur nicht gestiegen, sondern um 4,2 % gefallen. Man kann sich an diese absurde Situation klammern soviel man will, wenn es so weiter geht wie bisher, wird am Ende nur noch Deutschland im Euro verbleiben ... und dann kann man ihn auch wieder in DM umbennenen.
 

Wausch

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Wie lange kann so etwas wohl gutgehen? Eine ganze Weile sicher, aber eben nicht dauerhaft. Irgendwann ist der Handelspartner so verschuldet, dass ihm niemand mehr Geld leihen will. Kommt einem doch irgendwie bekannt vor, oder?

Dein Denkfehler: es gibt nicht nur einen Handelspartner. Es gibt sehr viele. Auch China ist Handelspartner. Wenn einige Handelspartner den Bach runtergehen, gibt es noch genügend weitere. Mit Zahlungsausfällen muß man immer rechnen.

Die Frage, wie lange das gutgehen kann, ist schnell beantwortet: solange die Nachfrage nach Produkten aus Deutschland da ist, die andere Länder nicht herstellen können / wollen / zu dem Preis liefern können. Es läuft letztlich darauf hinaus sicherzustellen, daß in den Unternehmen in Deutschland ein Wissens- und Qualitätsvorsprung existiert.
 

Regelsatzkämpfer

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Dein Denkfehler: es gibt nicht nur einen Handelspartner. Es gibt sehr viele. Auch China ist Handelspartner. Wenn einige Handelspartner den Bach runtergehen, gibt es noch genügend weitere. Mit Zahlungsausfällen muß man immer rechnen.

Die Frage, wie lange das gutgehen kann, ist schnell beantwortet: solange die Nachfrage nach Produkten aus Deutschland da ist, die andere Länder nicht herstellen können / wollen / zu dem Preis liefern können. Es läuft letztlich darauf hinaus sicherzustellen, daß in den Unternehmen in Deutschland ein Wissens- und Qualitätsvorsprung existiert.

Der ständig kleiner wird...und in vielen Bereichen schon gar nicht mehr vorhanden ist...
und wie viele Länder können sich die teils sehr hochpreisigen Artikel aus Deutschland leisten? Es sind immer weniger. Und seien wir ehrlich, überschuldet sind sie fast alle.
 

Regelsatzkämpfer

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Sicher, aber wozu das Risiko eingehen?

Denn klar ist doch: Firmen, die stark im Exportgeschäft sind können unmöglich dortige Verluste im Binnenhandel kompensieren. Weil die exportierten Güter im Inland einfach in den nötigen Mengen nicht benötigt werden.

Der Denkfehler ist zu glauben, daß Firmen in erster Linie dazu da sind, um Arbeitsplätze zu schaffen. Das ist falsch. Selbstverständlich werden die Mitarbeiter rausgeworfen, wenn die Geschäfte schlecht gehen. Siemens und andere Firmen gehen davon nicht unter, sie werden halt lediglich kleiner. Bei Werften sieht es hingegen schon anders aus. Da sind auch komplette Firmenzusammenbrüche denkbar.

Deutschland hat vom Euro profitiert, und natürlich wird an ihm festgehalten werden.

Ein großer Denkfehler nicht weniger Firmen ist, dass sie glauben die Bürger seien für sie da und der Staat mit seinen ganzen Strukturen gleich mit. Sie nehmen, aber sie wollen nicht geben. Eine unglaubliche Anspruchshaltung. Da sollen kostenlos für sie optimale Verkehrswege gebaut werden. Sie wollen Subventionen, denn ansonsten drohen sie mit Abwanderung. Erpressung nennt man das ansonsten. Und so geht es auf vielen Gebieten weiter. Sie wollen Arbeitskräfte die sich für ein Taschengeld zu Tode schuften dürfen. Und behandeln diese wie Abfall den man einfach in die nächste Ecke wirft, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Korruption ist das Tagesgeschäft. Politik wird zum Nachteil des Landes zu ihrem eigenen Nutzen verbogen.

In einer Demokratie hat jeder Verantwortung. Diese Schmarotzer stehlen sich aber aus der Verantwortung und bürden die Kosten der restlichen Gesellschaft auf. So zerstört man Demokratie. Die Folgen sind auch für diese Unternehmen brandgefährlich. Es dauert eine Weile bis sie voll spürbar werden, aber es ist unvermeidbar, wenn man den bisherigen Kurs weiter verfolgt.

Braucht Deutschland den Euro? Nicht wirklich. Braucht der Euro Deutschland? Ja, denn sonst würde er sehr schnell untergehen.

Wir brauchen wieder Kaufleute in Deutschland, Menschen mit Kreativität, Verantwortungsbewußtsein und Weitblick. Quartalsdenker, wie Betriebswirtschaftler sind ein großer Teil des Problems. Nie an die Folgen des Handelns denken solange das nächste Quartalsergebnis stimmt.
 
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