Gratis arbeiten - Wieviel ist hinnehmbar?

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

nightangel

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
17 Juli 2005
Beiträge
1.727
Bewertungen
653
Also in meiner Ausbildung, und auch die Jahre danach, wurde täglich 1 Std. nach Ladenschluss ran gehängt zum Laden leer räumen und putzen. Diese 1 Std. am Tag wurde aber ganz normal zur Arbeitszeit gerechnet und auch bezahlt.
Heißt wenn Abends um 18:30 Uhr zu gemacht wurde, ging unsere Arbeitszeit bis 19:30 Uhr, später am langen Donnerstag wurde um 20:30 Uhr geschlossen und Arbeitszeit ging bis 21:30. Dies wurde aber auch so gehandhabt weil wir vor Ladenschließung nicht anfangen durften mit zusammen räumen oder sauber machen, sondern erst wenn geschlossen war.
In anderen Bäckereien später, durften wir allerdings dann schon vor Ladenschliessung anfangen mit aufräumen und sauber machen so das wir höchstens noch 15min. dran hängen mussten die dann allerdings nicht bezahlt wurden. Da kam es dann aber drauf an wie schnell wir waren, waren wir schnell war natürlich eher feierabend, waren wir langsamer wurd es halt später. Heißt es waren keine Pflichtüberstunden die nicht bezahlt wurden sondern es lag ganz bei uns wie schnell wir waren.

Zu den Artikeln hier über Kaufland und Netto.
Kaufland besch**** nicht nur die Leute im Lager sondern auch die im Laden.
Ich war selber 4 1/2 Monate dort, mit befristetem Vertrag. Täglich fielen überstunden an die auch aufgeschrieben wurden aber am Ende nicht bezahlt wurden.
Heißt wir hatten zwar offizielle Arbeitszeiten von 18 - 22 Uhr aber wussten eigtl. nie wann wir Feierabend hatten. 23 Uhr wurds auf jedenfall immer, meist kam dann noch "das und das muss noch weg, wir müssen noch 2 Std. dran hängen" nach den 2 Std. kam dann wieder "Das muss dringend noch aus dem Lager raus in Laden, morgen kommt neue Lieferung und der Platz wird gebraucht" also nochmal 1-2 Std. ran hängen. So ging es die ganzen 4 1/2 Monate. An einem Tag wurde es sogar morgens um 5 Uhr bis wir endlich da raus kamen.
Waren natürlich alle als Teilzeitkräfte eingestellt, haben aber oft mehr als die doppelte Stundenzahl, wie vertraglich vereinbart, gearbeitet.
Natürlich wurden die auch immer aufgeschrieben, doch die Abrechnungen stimmten nie.
Kurz vor Ablauf des Zeitvertrags kam dann die Kündigung und ich erfuhr am gleichen Tag auch, das gleichzeitig 15 Leute gekündigt wurde und schon wieder Vorstellungsgespräche für neue Leute statt fanden. Aber keiner wusste warum wieso. Hatten natürlich alle auf Verlängerung des Zeitvertrags gehofft.
Am Ende habe ich dann Klage eingereicht wegen der unbezahlten Überstunden, was auf einen Vergleich hinaus lief und ich gut die Hälfte der Überstunden noch nachgezahlt bekam.

Jetzt helfe ich öfter in einer Art Familienbetrieb als Urlaubs- und Krankheitsvertretung mal aus. Dort ist die Bezahlung zwar nicht so hoch, also kein Tarif aber dafür geht es fair zu. Alle bekommen das gleiche, Egal ob Vollzeitkräfte oder Aushilfen, egal ob schon lange dabei oder neu eingestellt. Und es wird jede Std. auch korrekt bezahlt. Sollte mal jemand eher kommen sollen oder länger machen sollen, oder sich in den Zeiten was ändern weil jemand krank wird oder was vor hat, wird das vorher abgesprochen und man wird gefragt ob man die Zusatzstunden machen möchte, ob man mal eine Std. länger machen könnte, oder Ausnahmsweise mal den Samstang Nachmittag oder den Sonntag macht, alles nur nach Absprache und auch da jede Std. fair bezahlt. Sollte es dennoch mal nötig sein, hat Chef auch kein Problem damit sich selber mal 1-2 Std. an die Kasse zu stellen. Und es klappt. Egal ob Chef, Angestellte oder sonstwer, das Miteinander funktioniert und wenn ein Chef mal kulant sein kann legen die Angestellten sich auch mal etwas extra ins Zeug weil sie wissen es wird nicht ausgenutzt sondern noch gewürdigt.

Von daher, Großkonzerne sind oft schlimmer als kleine Betriebe wo es noch etwas Familiärer zu geht.
 

alpha

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juni 2006
Beiträge
1.173
Bewertungen
80
also, als lagerlogistiker hatte ich fast nie feste arbeitszeiten, weil man abhängt von den fahrern.

bisher bei jedem(!)arbeitgeber(in den NL)bekam ich anstandslos einen ausgleich dafür.
in den NL ist es sogar so"verrückt", dass ab einer bestimmten anzahl überstunden, vom arbeitgeber verpflegung organisiert werden muß :icon_question:

das haben die gewerkschaften in den NL gegen die AG durchgesetzt

in D herrscht dagegen "wildwest" :icon_confused:

Stimmt, in den NL sind Überstunden rel. selten. Ich zB. hatte nur ein paar Überminuten, während in D zB. im IT Bereich durchaus 2 Std. üblich sind (ohne Bezahlung)....... aber die Deutschen arbeiten ja auch gerne, von daher kein Problem denk ich. Nur ich hatte ein Problem damit, da ich nicht so gerne dort arbeitete. Ich arbeite schon, aber nur wenn es sich auch lohnt :icon_razz:
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten