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Gratis arbeiten - Wieviel ist hinnehmbar?

Dagegen72

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#1
Hallo zusammen,

Ein derzeitiger Job ist so, dass min. 1 Stunde umsonst gearbeitet werden muss! Das heißt: den Arbeitsplatz vorbereiten, die - bezahlten - Stunden abarbeiten und dann wird wieder aufgeräumt, alles verstaut, geputzt .. Das dann wieder umsonst.

Von einer Kassiererin weiß ich, dass sie immer eine gewisse Zeit schon im Betrieb und dann an ihrem Arbeitsplatz sein musste und diese Zeit wurde auch schon nicht bezahlt.

Wieviel an umsonst-Arbeit ist hinnehmbar? Was ist von täglich 1 Stunde umsonst arbeiten zu halten, noch dazu in einer 6 - Tage - Woche?

Allerdings - zu ändern ist es auch nicht, wenn der Arbeitsvertrag aufrecht gehalten bleiben soll.

Grüße
 
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#2
Das muss jeder für sich entscheiden, was er mit sich machen lässt.

Ich denke, Vorbereitung und Aufräumen gehört selbstverständlich zur Arbeitszeit und sollte auch dementsprechend bezahlt werden.

Aus einer Stunde werden auch schnell mal zwei, irgendwann arbeitest Du dann völlig umsonst und fällst jeden Abend nur noch total kaputt ins Bett.

Privatleben, Freunde etc. bleiben auf der Strecke.

Man sollte im Arbeitsvertrag regeln, ob man nur mal ausnahmsweise ne Überstunde machen muss oder ob es der Regelfall ist.

Beim Regelfall nur gegen Bezahlung, denn Du gehst ja bestimmt nicht aus Langeweile arbeiten, sondern weil Du Geld verdienen willst.

Leider nutzen heutzutage viele Chefs ihre Angestellten aus. Gerade aus dem Discounter-Bereich kenne ich einige, von denen das auch so verlangt wird. Morgens eher, abends später, alles unbezahlt.

Kippt einer um oder zieht nicht mit, kommt eben einer von den Millionen die schon draußen auf den Job warten und es mit sich machen lassen.
 

HartzVerdient

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#3
Ein derzeitiger Job ist so, dass min. 1 Stunde umsonst gearbeitet werden muss!
Umsonst arbeiten gibt es so nicht. Es ist richtig, dass Überstunden mit dem Gehalt abgegolten werden. Allerdings müssen Überstunden als Freizeit gewährt werden.

Bei 1h am Tag zu 6T Woche sind das schnell mal ~230 Überstunden. Wenn man die durch 8h Arbeitstag teilt, dann sind das umgerechnet. 28.75T Überstunden, die du nebst deinem regulären Urlaub abfeiern darfst und sogar musst.

Es gibt sogar arbeitsrechtliche Urteile darüber. Überstunden JA. Schenken NEIN. zeitnah Abfeiern JA. Erkundige dich aber genau, bevor du dort verbrannte Erde hinterlässt.
 

Dagegen72

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#4
Hallo Steinschleuder,

ist leider der Regelfall. Jeden Tag eine Stunde umsonst und dass es eine Stunde bleibt hängt von der eigenen Schnelligkeit ab, ansonsten länger ..Ein Mitarbeiter meinte, was das umsonst arbeiten, also die Vorbereitungs- und Aufräumarbeiten betrifft: es müsse ja auch schließlich erst einmal Geld hereinkommen. :icon_question:Dabei befindet sich der Arbeitsplatz in einem großen Konzern.

Ja, stimmt schon .. das muss jede,r für sich selbst entscheiden ... oder den Job als Sprungbrett in einen anderen Job benutzen, der dann hoffentlich arbeitnehmerfreundlichere Konditionen hat.


Danke, hartzverdient! :)

lg
 
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#5
Jau, genau deshalb sind manche Konzerne so groß.

Sie bauen ihr Imperium auf den Knochen ihrer schlecht bezahlten und ausgenutzten Mitarbeiter.:mad:

Dann wünsche ich Dir, dass Du von diesem Sprungbrett möglichst schnell und natürlich möglichst hoch springst.
 

Dagegen72

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#6
Danke, ja, ich versuchs, Steinschleuder :)
Werde mich bis es dazu kommt aber auch einmal erkundigen, was die potentiellen Überstunden betrifft, die im Arbeitsvertrag schon nicht vorkommen, heißt 25h-Stunden-Woche im Vertrag, die ja eigentlich dann eine 31 - Stunden - Woche ist ...hm .. wäre das dann noch Teilzeit? Wohl ja, Vollzeit ist wohl ab 37,5 h - 40 h - Woche.

lg
 

sgtNico

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#7
Wenn kostenlos, dann nur ehrenamtlich. Aber auch da ist nicht alles Gold was glänzt. Zuletzt habe ich in einer Tafel ehrenamtlich mitgeholfen. Da laufen Dinge ab, die kann man keinem erzählen. Die meisten halten den Mund und machen mit solange Sie selber davon profitieren (Stichwort: Volle Beutel für die Angestellten).
 

Dagegen72

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#8
ja, sgtNico, das ist mir auch nicht unbekannt. :(
 

Lilastern

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#9
An deiner Stelle würde ich mir einen anderen Job suchen. Das kann es nicht sein, viele Stunden unbezahlt zuarbeiten.
 
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#10
Hallo Dagegen72,

… Ein Mitarbeiter meinte, was das umsonst arbeiten, ... betrifft: müsse ja auch schließlich erst einmal Geld hereinkommen. …
wieder mal so ein Arbeitnehmer: Hauptsache Arbeit.
Der hat auch noch nicht kapiert, dass sein Chef die Aufräumarbeiten und Rüstzeiten schon längst in seiner Kalkulation berücksichtigt hat.

Dürfen wir uns darauf vorbereiten, dass z. B. Maschineneinrichter in Zukunft die Rüstzeiten nicht mehr bezahlt bekommen? Während dieser Zeit kommt ja auch kein Geld herein!!!

Müssen die Mitarbeiter aus der Instandhaltung in Zukunft Geld bringen? Es kommt kein Geld herein, im Gegenteil es entsteht ja ein Verlust solange die Anlage stillsteht! :icon_neutral:

Oder wenn in Sindelfingen ein Modellwechsel stattfindet zahlt die Firma mit Stern den Mitarbeitern am Band auch kein Gehalt?

Aber wenn z. B. @Rounddancer sich eine neue C-Klasse ab Werk holt (er kann fast runter/rüber spucken) wurde/(wird immer noch?) trotzdem eine Überführungsgebühr berechnet!!

Ich warte darauf dass der Einzelhandel ebenfalls eine Überführungsgebühr einführt; Zitronen aus Italien, Klamotten aus Bangladesch, Fleisch aus Argentinien, Tomaten aus Ägypten, …, müssen schließlich auch nach Deutschland überführt werden!!

Und weil für die C-Klasse in Sindelfingen eine Überführungsgebühr berechnet werden kann, kann auch für die Brötchen beim Bäcker eine verlangt werden!



Allgemein und nicht persönlich gemeinte
[IRONIE]
DEN (diesen) …
… Job als Sprungbrett …
benutzen???
Versuch ruhig weiterhin zu einem besseren Job zu springen solange du mit allen Vieren am Sprungbrett festgemacht bist.

:icon_kinn: Warum ist an meinem Sprungbrett eine Stange befestigt die mit einem Dynamo verbunden ist?

=> Damit die Firma durch meine nutzlosen Bemühungen zu springen Strom erzeugen kann!
[/IRONIE]

AnonNemo
 

HartzVerdient

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#11
Nochmal!

Bitte unterscheidet:
  • Überstunden die mit dem Gehalt abgegolten sind und
  • Überstunden die gesetzlich abgefeiert werden müssen.
Der Arbeitgeber kann Überstunden anordnen. Das ist vollkommen legitim und ist überall in jeder Branche üblich. Allerdings müssen die anfallenden Überstunden in Form von Freizeit gewährt werden. Also, wer täglich 1h "umsonst" Mehrarbeit leistet, bekommt diese Mehrarbeit in Form von "Freizeit" zurück. Dies gilt es im Vorfeld zu klären, bevor hier der Rat zum Jobwechsel gegeben werden sollte.
 

arbeitslos in holland

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#12
also, als lagerlogistiker hatte ich fast nie feste arbeitszeiten, weil man abhängt von den fahrern.

bisher bei jedem(!)arbeitgeber(in den NL)bekam ich anstandslos einen ausgleich dafür.
in den NL ist es sogar so"verrückt", dass ab einer bestimmten anzahl überstunden, vom arbeitgeber verpflegung organisiert werden muß :icon_question:

das haben die gewerkschaften in den NL gegen die AG durchgesetzt

in D herrscht dagegen "wildwest" :icon_confused:
 

Kuhle Wampe

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#13
also, als lagerlogistiker hatte ich fast nie feste arbeitszeiten, weil man abhängt von den fahrern.

bisher bei jedem(!)arbeitgeber(in den NL)bekam ich anstandslos einen ausgleich dafür.
in den NL ist es sogar so"verrückt", dass ab einer bestimmten anzahl überstunden, vom arbeitgeber verpflegung organisiert werden muß :icon_question:

das haben die gewerkschaften in den NL gegen die AG durchgesetzt

in D herrscht dagegen "wildwest" :icon_confused:
Alles das, was diese "Aufschwünge" ausmacht, waren Wildwestmethoden. Nur nicht so romantisch....
 

Rounddancer

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#14
Ein derzeitiger Job ist so, dass min. 1 Stunde umsonst gearbeitet werden muss! Das heißt: den Arbeitsplatz vorbereiten, die - bezahlten - Stunden abarbeiten und dann wird wieder aufgeräumt, alles verstaut, geputzt .. Das dann wieder umsonst.

Von einer Kassiererin weiß ich, dass sie immer eine gewisse Zeit schon im Betrieb und dann an ihrem Arbeitsplatz sein musste und diese Zeit wurde auch schon nicht bezahlt.
Im Einzelhandel ist es vielerorts üblich, daß nur die Zeit bezahlt wird, in der der Laden auf hat. D.h. weder Vor-, noch Nacharbeit. Weder Kasse übernehmen (und Nachzählen), noch Kasse übergeben, und Vorzählen).

Meine letzte Lieblingstanzpartnerin arbeitete bei einem Discountbäcker. Da hatte sie entweder Früh-, oder Spätschicht.
Hatte sie Frühschicht, so mußte 1 1/2 Stunden täglich vor Ladenöffnung da sein, sie die ganzen im Gärschrank bereitgestellten Brote, Brötchen, süßen Stückle, etc. da rausholen, backen, und in die Regale einräumen, die Kasse einzählen, Brötchen belegen, etc.

Hatte sie Spätschicht, dann mußte sie nach Ladenschluß bleiben, nie weniger als eine Stunde. Denn sie mußte die Regale ausräumen, die Restware zur Abholung am nä. Morgen bereitstellen, die Ware für den nächsten Morgen aus dem Tiefkühl in den Gärschrank stellen, die Kasse abrechnen, etc.

All diese Vor- und Nacharbeit wurde ihr nicht bezahlt. Immerhin: Hatte sie Spätschicht, so konnte sie die Restware selbst gratis mitnehmen. Und für ihre Arbeit während der Öffnungszeit bekam sie 7,50 Euro/Stunde brutto, das war damals sogar im gehobeneren Bereich für Backshop-Verkäuferinnen.

Das Schlimme: Solche Sitten rissen leider ein, weil beim DGB, der ja damals selbst die Lebensmittelkette "Konsum", bzw. später "Co-Op" betrieb und dessen zuständiger Teilgewerkschaft HBV niemand daran interessiert war, für die Einzelhandelsmitarbeiter ordentliche Tarife zu erreichen,- der DGB war da ja selbst auch Arbeitgeber ... Und so schloß die HBV eigentlich immer auch viel zu schnell die Verträge mit den Arbeitgebern ab. Gewerkschaftsalternative gabs zwar in der DAG,- allerdings nicht für Konsum/Co Op-Mitarbeiter: Wenn ein neuer Mitarbeiter nicht innert kurzer Zeit HBV-Mitglied wurde, überlebte er die Probezeit nicht, er flog.

Dieser Zwang, vor und nach der Arbeitszeit kostenlos (und ohne Freizeitausgleich!) arbeiten zu müssen, ist auch dafür verantwortlich, daß in Bedienungsabteilungen gegen Ladenschluß oft schon alles aufgeräumt und geputzt ist, die Mitarbeiter wollen da einfach möglichst schnell aus der Bude raus, wenn sie schon kein Geld dafür kriegen.

Wieviel an umsonst-Arbeit ist hinnehmbar? Was ist von täglich 1 Stunde umsonst arbeiten zu halten, noch dazu in einer 6 - Tage - Woche?
Da die Löhne/Gehälter ja eher niedrig sind,- und gerade im Einzelhandel die Arbeitgeber sogar die Manteltarife kündigten, um die Arbeitsbedingungen noch mehr verschlechtern zu können,
sollte sich die Gewerkschaft (jetzt heißt die ja ver.di) da deutlich kraftvoller heraustrauen,- aktuell macht sie ja immer wieder Warnstreiks. Die jedoch fallen die Kunden nur auf, weil z.B. eine Bedienungsabteilung nicht besetzt ist,- Lautsprecheransagen darauf hinweisen, sich doch bitte beim SB-Sortiment zu bedienen. Und sie fallen auf, weil dann Führungskräfte, Rentnerinnen, Schüler, etc. an den Kassen als Streikbrecher arbeiten, sodaß die Läden nicht schließen müssen wegen des Streiks.

Aber da ja der DGB keine Lebensmittelkette mehr besitzt, ist die Chance nun besser, von ver.di Auskunft über Deine Frage zu kriegen.
Allerdings - zu ändern ist es auch nicht, wenn der Arbeitsvertrag aufrecht gehalten bleiben soll.
 

Dagegen72

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#15
Danke allen für die Antworten.

@hartzVerdient: da im Arbeitsvertrag die mehr-Zeit nicht vermerkt ist, sondern lediglich die Arbeitszeit, die auch bezahlt ist, wird das mit Überstunden auch gesetzlicherseits kaum möglich sein, fällt mir gerade auf.

@ Rounddancer: danke für die Infos. Ja, in diese Richtung geht meine Frage, des umsonst arbeitens.

ist auch dafür verantwortlich, daß in Bedienungsabteilungen gegen Ladenschluß oft schon alles aufgeräumt und geputzt ist, die Mitarbeiter wollen da einfach möglichst schnell aus der Bude raus, wenn sie schon kein Geld dafür kriegen.
jupp :icon_pfeiff:;)

Es würde sich für mich ungünstig auswirken (Lebenslauf :rolleyes:), wenn ich den Job schon so schnell wechseln würde, - aber zu wechseln ist schon ein Thema für mich. Ich befürchte nur, sehr viel Besseres wird wenig möglich sein.

lg
 

Rounddancer

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#17
da im Arbeitsvertrag die mehr-Zeit nicht vermerkt ist, sondern lediglich die Arbeitszeit, die auch bezahlt ist, wird das mit Überstunden auch gesetzlicherseits kaum möglich sein, fällt mir gerade auf.
Im Gegenteil. Das Vertragsrecht ist Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB),-
und eherner Rechtsgrundsatz des BGB ist, daß dort, wo nicht ein Vertrag etwas anderes festschreibt, das BGB gilt.

Und das BGB besagt, daß für erbrachte Leistung, wenn nichts anderes vertraglich vereinbart, der branchen-, bzw. ortsübliche Lohn, das branchen-, bzw. ortsübliche, bzw. gewöhnliche Entgelt zu zahlen ist.
 
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#18
Es würde sich für mich ungünstig auswirken (Lebenslauf :rolleyes:), wenn ich den Job schon so schnell wechseln würde
Na und ???

Du willst doch beruflich nach oben und Dich verbessern.

Du hast nur dieses eine kurze Leben und da solltest Du versuchen für Dich das Beste draus zu machen und zwar so schnell wie möglich.

Es gibt doch keine Garantie, dass Dein nächster Arbeitgeber sagt: "Boah ey, die hat 6 Monate, 2 Jahre oder 32 Jahre in ihrem letzten Job ausgehalten, die nehme ich."

Manche AG denken genau anders; wer lange nur einen Job gemacht und nie gewechselt hat, ist in ihren Augen unfähig oder zumindest schwerfällig neue Aufgaben zu übernehmen, weil er immer nur eine Schiene gefahren ist.

Denke nur an Dich und Deinen Vorteil, dann klappt das schon.:icon_daumen:
 
E

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#19
Bei vielen Arbeitsverträgen sind Überstunden bereits mit dem Grundgehalt beglichen.

Der max. Umfang muss dann aber genau geregelt sein und 1 Stunde am Tag ist sicher nicht zulässig. Wenn das ohnehin die Regel ist, müsste die Wochenarbeitszeit entsprechende angeglichen werden.

In der Praxis wird es so aussehen: Entweder ihr macht unbezahlte Überstunden, oder der Job ist weg. So nutzen die AG halt die hohe Arbeitslosigkeit aus.
 

Kuhle Wampe

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#20
Bei vielen Arbeitsverträgen sind Überstunden bereits mit dem Grundgehalt beglichen.

Der max. Umfang muss dann aber genau geregelt sein und 1 Stunde am Tag ist sicher nicht zulässig. Wenn das ohnehin die Regel ist, müsste die Wochenarbeitszeit entsprechende angeglichen werden.

In der Praxis wird es so aussehen: Entweder ihr macht unbezahlte Überstunden, oder der Job ist weg. So nutzen die AG halt die hohe Arbeitslosigkeit aus.
Solange das von so vielen Arbeitnehmern so demütig mitgemacht wird, wird sich das nicht ändern.
Im Gegenteil:Wie oft kann man in Betrieben sowas hören wie "Was, der Meier ist schon um 5 nach hause, dieser Faulpelz", während man sich selbst in unbezahlten Überstunden sonnt.
 

Lilastern

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#21
@Rounddancer

Wer solche Jobs annimmt ist selber Schuld.

Ich kenne diese Ausnutzerei noch von meiner Ausbildung im Einzelhandel. Da wurde der Laden um 18 Uhr geschlossen. Die Angestellten durften aber nach Ladenschluß noch bis 19.15 Uhr putzen und das wurde nicht bezahlt.

Genauso als es noch nicht die verlängerten Ladenöffnungszeiten gab. Samstags war der Laden bis 12.30 Uhr auf und wir durften dann noch solche D.....arbeiten machen (Straße fegen). Flaschen sortieren, Leergut sortieren und bis ich zuhause war, war es oft am Samstag 15.30 Uhr. Es wurden auch nur die Stunden bezahlt, sowie die Ladenöffnungszeiten waren.

Nicht einmal ein Tag frei unter Woche. Also so einen Job würde ich kein zweites Mal mehr machen.
 

arbeitslos in holland

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#23
@lilastern

hätte ich nicht mitgemacht :icon_evil:

einmalig wäre ich länger da gebleiben, wäre es regelmäßig, hätte ich auf die bezahlung/freizeitausgleich gepocht

ich muss beim bäcker oder metzger auch bezahlen und der strom kommt auch nicht unbezahlt aus der steckdose.

würde ich keinen mm davon abweichen ! :icon_evil:
 

Lilastern

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#24
@lilastern

hätte ich nicht mitgemacht :icon_evil:

einmalig wäre ich länger da gebleiben, wäre es regelmäßig, hätte ich auf die bezahlung/freizeitausgleich gepocht

ich muss beim bäcker oder metzger auch bezahlen und der strom kommt auch nicht unbezahlt aus der steckdose.

würde ich keinen mm davon abweichen ! :icon_evil:
Früher hat es halt geheißen, Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Aber als ich mich dann mit der Wurstschneidemaschine in der Firma in den Finger hineingeschnitten habe, da hätten die noch verlangt ich müsse zum Arbeiten kommen. Aber das habe ich dann nicht gemacht.
 

arbeitslos in holland

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#25
daran siehst du es ja: du gibst ihnen den kleinen finger und die reißen dir beim nächsten mal den arm heraus.

und nochwas verstehst du jetzt: das ist der grund, wieso man junge leute will und keine erfahrenen.
denen kann man mit so einem bullshit nicht kommen :icon_evil:
 

Rounddancer

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#26
Wer solche Jobs annimmt ist selber Schuld.
das kann man nur sagen, wenn man Arbeitsplätze zur Auswahl hat.
Hat heute fast niemand mehr.
Heute können sich die Arbeitgeber die Leute aussuchen.
Gerade der Chef der Discount-Back-Kette hatte davor eine Kette mit normalpreisigen Filialen. Echten Filialen. Dann war der Markt damit gesättigt,- und der besagte Chef setzte den Mitarbeitern seiner bisherigen Filialen die Pistole auf die Brust: "Entweder Ihr übernehmt Eure Filiale als Franchise,- oder Ihr fliegt!". Viele übernahmen ihre Filiale dann in eigene Rechnung, müssen aber nun alles weiter beim großen Backbetrieb kaufen. Der Chef des großen Backbetriebs nahm dann das Geld, und zog die Discount-Back-Kette auf, so ist es ihm egal, ob die Leute bei seiner Billig-Kette, oder bei den Franchisern kaufen: Er kriegt seine Backwaren los.

Ganz schlimm.
Kein Wunder, daß unsere ehemaligen Mitarbeiter, so sie noch leben, immer noch froh an die Zeit bei uns zurückdenken. Bei uns stempelten sie, wenn sie kamen, angezogen, und wenn sie gingen,- angezogen. Und alles wurde bezahlt.


Im Übrigen: Verglichen mit früher hat sich da immerhin einiges verbessert. Denn vor ewiger Zeit, da war es üblich, daß kaufmännische Angestellte von Montag bis Sonntag arbeiteten,- und nur für die Zeit des Kirchgangs am Sonntag morgen mal ne Stunde freibekamen. Tatsache.

Ich kenne diese Ausnutzerei noch von meiner Ausbildung im Einzelhandel. Da wurde der Laden um 18 Uhr geschlossen. Die Angestellten durften aber nach Ladenschluß noch bis 19.15 Uhr putzen und das wurde nicht bezahlt.
Ich hatte mal ne Freundin in Besigheim. Die hatte irgendwo Einzelhandel gelernt,- war dann einem finanziell besser aussehenden Angebot von Norma gefolgt. War dann Filialleiterin dort.
Was sich aber darin ausdrückte, daß sie an sechs Tagen der Woche im Laden war, nur für drei Tage pro Woche bekam sie eine Teilzeitkraft. Zweimal wöchentlich kam Ware morgens um sechs. Ware abnehmen, Einräumen, putzen, etc, war alles ihrs.
Das war so viel Arbeit, daß sogar ihre Mutter regelmäßig viele Stunden mithalf. Unbezahlt.

Als dann im Januar naturgemäß die Umsätze zurückgingen, nahm man ihr auch noch die Aushilfskraft weg. Schrecklich.
 

Lilastern

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#27
@Rounddancer

Sowie du argumentierst sagst du deine Meinung. Also und ich weiß sehr wohl, was ich da mitgemacht habe.

Ja, und es hat sich wohl herumgesprochen, dass dieser Laden nämlich weder neue Azubis geschweige denn neue Verkäuferinnen zu diesen Bedingungen bekommen.

Und wenn man selber als Mitarbeiter geht, dann wird man schlecht gemacht. Man hätte nicht schnell genug und nichts gearbeitet.

Aber das ist mir egal, so ein Theater mache ich nicht mehr mit.
 

FrankyBoy

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#28
Die Abzocke, die hier beschrieben wird, klingt nach dem Discounter Netto - die Mitarbeiterbehandlung in dem Saftladen ist echt unterste Schublade - obwohl der am nächsten bei mir dran liegt, laufe ich sehr sehr oft ein oder zwei Läden weiter, denn dieser Brettolohn ist volkswirtschaftlicher Sondermüll obersten Ranges.

Und unsere regierenden Volkszertreter bekommen einen Tritt in den Hintern und 450 Ermittlungsbeamte werden abgezogen damit die Lohnsklaven weiterhin abgezogen werden.....
  1. Verdacht auf Sozialbetrug: Großrazzia bei Kaufland und Netto ...

    SPIEGEL ONLINE - NachrichtenWirtschaftUnternehmen & MärkteKaufland
    24.01.2012 - Schweinfurt - Es war eine großangelegte Razzia: Mehr als 450 ... Kaufland gehört ebenso wie Lidl zur Schwarz-Gruppe, Netto ist eine Tochter ...

  2. Razzien bei Netto und Kaufland - Nachrichten Print - DIE WELT ...

    www.welt.de/print/die_welt/.../Razzien-bei-Netto-und-Kaufland.html‎
    26.01.2012 - Diesmal sind die Einzelhandelsketten Netto und Kaufland in den ... Unternehmen der Schwarz-Gruppe, zu der auch der Discounter Lidl gehört.

  3. Razzia: Zoll durchsucht Warenzentren von Kaufland und Netto

    Nachrichten - Service - Shopping bei t-online.deWirtschaft
    Großrazzia bei den Einzelhandelskonzernen Kaufland und Netto: Mehr als 450 .... bei uns sind das die aktuellsten läden.na ja, lidl gibt es ja auch noch. aber ob ...

  4. Großrazzia bei Kaufland und Netto - News.de

    news.de - mehr als Nachrichten | news.deAktuellesWirtschaft
    25.01.2012 - Mehr als 450 Zollfahnder waren bei Netto und Kaufland im Einsatz. ... Die größten Skandale bei Lidl ... Großrazzia bei Kaufland und Netto.

  5. Discounter: Razzia bei Netto und Kaufland - Handel + Dienstleister ...

    Handelsblatt.com - Nachrichten aus Wirtschaft, Finanzen, Politik, Unternehmen und MärktenUnternehmenHandel + Dienstleister
    24.01.2012 - Bei der bundesweiten Razzia kontrollierten über 450 Ermittlungsbeamte mehr als 60 ... Ich kaufe nie bei Netto oder Lidl oder auch bei Penny.

Merkel ist die SchuldenQueen³ und das asozialste, was Deutschland bisher regiert hat - die ganzen Pleitebanken, die jetzt ihr Zinsen in Rechnung stellen, haben wir schon mehrfach bezahlt asberr dank dieser Volksverräterin, haben die jetzt Forderungen gegen uns, die in mit diesem systemrelevanten Schuldgeld sowieso nie wieder rückzahlbar sind - die Murksel und die ganzen Penner, die sie umgeben, sind er reinste Sondermüll fürs Volk.

So eine Drecksarbeit wie bei Disountern, im Tiefbau, im Steinbruch usw. da gehören diese Volksverräter hin aber doch nicht auf die Regierungsbank.
 
E

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#29
@Rounddancer

Sowie du argumentierst sagst du deine Meinung. Also und ich weiß sehr wohl, was ich da mitgemacht habe.

Ja, und es hat sich wohl herumgesprochen, dass dieser Laden nämlich weder neue Azubis geschweige denn neue Verkäuferinnen zu diesen Bedingungen bekommen.

Und wenn man selber als Mitarbeiter geht, dann wird man schlecht gemacht. Man hätte nicht schnell genug und nichts gearbeitet.

Aber das ist mir egal, so ein Theater mache ich nicht mehr mit.
Das ist dir richtig Entscheidung. Da sind sonst auf Dauer ernste psychosomatische Beschwerden garantiert.
 

jockel

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Hallo zusammen,

Ein derzeitiger Job ist so, dass min. 1 Stunde umsonst gearbeitet werden muss! Das heißt: den Arbeitsplatz vorbereiten, die - bezahlten - Stunden abarbeiten und dann wird wieder aufgeräumt, alles verstaut, geputzt .. Das dann wieder umsonst.

Von einer Kassiererin weiß ich, dass sie immer eine gewisse Zeit schon im Betrieb und dann an ihrem Arbeitsplatz sein musste und diese Zeit wurde auch schon nicht bezahlt.

Wieviel an umsonst-Arbeit ist hinnehmbar? Was ist von täglich 1 Stunde umsonst arbeiten zu halten, noch dazu in einer 6 - Tage - Woche?

Allerdings - zu ändern ist es auch nicht, wenn der Arbeitsvertrag aufrecht gehalten bleiben soll.

Grüße
Keine unbezahlte Minute - alles anderes ist Diebstahl und Raub durch den Unternehmer!!!!

Oder teilt der Unternehmer ohne Gegenleistungen seine eingestrichenen Profite mit der Belegschaft?
 

jockel

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#31
Umsonst arbeiten gibt es so nicht. Es ist richtig, dass Überstunden mit dem Gehalt abgegolten werden. Allerdings müssen Überstunden als Freizeit gewährt werden.

Bei 1h am Tag zu 6T Woche sind das schnell mal ~230 Überstunden. Wenn man die durch 8h Arbeitstag teilt, dann sind das umgerechnet. 28.75T Überstunden, die du nebst deinem regulären Urlaub abfeiern darfst und sogar musst.

Es gibt sogar arbeitsrechtliche Urteile darüber. Überstunden JA. Schenken NEIN. zeitnah Abfeiern JA. Erkundige dich aber genau, bevor du dort verbrannte Erde hinterlässt.
Nur bei Leitungspersonal ist ein gewisses Pensum an Mehrarbeit und Überstunden zu erbringen,

Ansonsten haben wir das Arbeitszeitgesetz, was das Arbeitszeitregime inklusive der Ausgleichsleistungen regelt.
 
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ExitUser

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#32
Keine unbezahlte Minute - alles anderes ist Diebstahl und Raub durch den Unternehmer!!!!

Oder teilt der Unternehmer ohne Gegenleistungen seine eingestrichenen Profite mit der Belegschaft?
Liberalisierung der Arbeitsmärkte bedeutet eben auch wieder mehr Willkür.

Es muss einfach vertraglich geregelt sein, dass man auch den effektiven Stundenlohn kennt. Sonst kann man ja z.Bsp. Mindest- oder Tariflöhne beliebig umgehen.
 

jockel

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#33
Hallo Dagegen72,



wieder mal so ein Arbeitnehmer: Hauptsache Arbeit.
Der hat auch noch nicht kapiert, dass sein Chef die Aufräumarbeiten und Rüstzeiten schon längst in seiner Kalkulation berücksichtigt hat.

Dürfen wir uns darauf vorbereiten, dass z. B. Maschineneinrichter in Zukunft die Rüstzeiten nicht mehr bezahlt bekommen? Während dieser Zeit kommt ja auch kein Geld herein!!!

Müssen die Mitarbeiter aus der Instandhaltung in Zukunft Geld bringen? Es kommt kein Geld herein, im Gegenteil es entsteht ja ein Verlust solange die Anlage stillsteht! :icon_neutral:

Oder wenn in Sindelfingen ein Modellwechsel stattfindet zahlt die Firma mit Stern den Mitarbeitern am Band auch kein Gehalt?

Aber wenn z. B. @Rounddancer sich eine neue C-Klasse ab Werk holt (er kann fast runter/rüber spucken) wurde/(wird immer noch?) trotzdem eine Überführungsgebühr berechnet!!

Ich warte darauf dass der Einzelhandel ebenfalls eine Überführungsgebühr einführt; Zitronen aus Italien, Klamotten aus Bangladesch, Fleisch aus Argentinien, Tomaten aus Ägypten, …, müssen schließlich auch nach Deutschland überführt werden!!

Und weil für die C-Klasse in Sindelfingen eine Überführungsgebühr berechnet werden kann, kann auch für die Brötchen beim Bäcker eine verlangt werden!



Allgemein und nicht persönlich gemeinte
[IRONIE]
DEN (diesen) …

benutzen???
Versuch ruhig weiterhin zu einem besseren Job zu springen solange du mit allen Vieren am Sprungbrett festgemacht bist.

:icon_kinn: Warum ist an meinem Sprungbrett eine Stange befestigt die mit einem Dynamo verbunden ist?

=> Damit die Firma durch meine nutzlosen Bemühungen zu springen Strom erzeugen kann!
[/IRONIE]

AnonNemo
Bei einer Arbeitszeitnorm gehören Vorbereitungs- und Abschlußarbeiten und Rüstzeiten grundsätzlich mit in die Norm - also in die bezahlte Arbeitszeit.

siehe z.B. die Schematas zur Bestimmung der Bestandteile einer Arbeitszeitnorm: Vorgabezeit

Arbeitsnormen können nach dem

ermittelt werden.

Unbezahlte Zeiten werden nicht normiert, also nicht kalkuliert.

Es gibt auch Arbeitsbereiche, wo man keine Stück- oder Zeitnormen anwenden kann, weil es nicht auf Mengen- und/oder Qualitätsleistung an kommt, sondern auf Aufmerksamkeit und Konzentration, z.B. in Schaltwarten. Da wendet man Besetzungsnormen an.
 
E

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#34
Wenn kostenlos, dann nur ehrenamtlich. Aber auch da ist nicht alles Gold was glänzt. Zuletzt habe ich in einer Tafel ehrenamtlich mitgeholfen. Da laufen Dinge ab, die kann man keinem erzählen. Die meisten halten den Mund und machen mit solange Sie selber davon profitieren (Stichwort: Volle Beutel für die Angestellten).
Laß mal hören
 

BiancaBerlin

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#36
Zuletzt habe ich in einer Tafel ehrenamtlich mitgeholfen. Da laufen Dinge ab, die kann man keinem erzählen. Die meisten halten den Mund und machen mit solange sie selber davon profitieren (Stichwort: Volle Beutel für die Angestellten).
Ja, das Problem kenne ich. :icon_sad:
 

amho

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#37
wieder mal so ein Arbeitnehmer: Hauptsache Arbeit.
Der hat auch noch nicht kapiert, dass sein Chef die Aufräumarbeiten und Rüstzeiten schon längst in seiner Kalkulation berücksichtigt hat.
Ich habe auch mal "kostenlos" für viele Betriebe gearbeitet. War damals wie jetzt auf ausbildungsplatzsuche und die Kosten hat das Amt getragen. Die Betriebe mussten nichts zahlen. Also war ich für sie kostenlos.

Ich muss sagen, es war und ist eine sauerrei, was in dem Land hier abgeht.

Wer ordentlich arbeitet sollte auch bezahlt werden, selbst Praktikanten sollten zumindest einen kleinen Lohn erhalten, weil sie auch etwas arbeiten.
Ist ja nicht so als ob man da nur Däumchen drehen würde.

Habe früher selber so gedacht, hauptsache Arbeit, weil ich es so gelernt hatte. Mittlerweile denke ich, besser keine Arbeit, als meinen Arbeitgeber auch noch "Geld zu schenken", indem ich ihm kostenlose Arbeit biete.
Zudem ist das für die gesamte Gesellschaft schlecht, wenn alle so denken, weil es andere Arbeitsplätze (Reinigungspersonal etc.) gefährden könnte und uns auch psychisch kaputt macht.

Der Mensch lebt nicht um zu arbeiten, er arbeitet um zu leben.

Keine unbezahlte Minute - alles anderes ist Diebstahl und Raub durch den Unternehmer!!!!
:icon_daumen:

Aber zurück zum Thema.

Ich finde auch das vorbereiten des Arbeitsplatzes und nachbereiten bezahlt werden sollte.
Z.B. bezahlt man ja auch Leute fürs putzen, warum also die Vorbereitung nicht bezahlen.
Dann könnte man auch sagen, man bezahlt keine Putzfrau, weil sie hält ja nur den Laden sauber.

Wo es leider immer gang und gebe ist, ist in der Pflege die Übergabe, die nicht bezahlt wird. Festgelegt sind 8 h meistens, aber man muss für die Übergabe eine Stunde früher oder später da sein. Ist von der Station abhängig.
Finde auch die Übergabe sollte bezahlt werden, weil sie genauso zur Arbeit zählt wie alles andere.

Ich würde max. eine Woche unbezahlt arbeiten, sozusagen als Probearbeiten und Anstellungshöflichkeit für meinen Arbeitgeber, aber ich würde mich nicht fürs putzen oder Kaffee kochen ausnutzen lassen.
 

Dagegen72

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#38
habe leider noch keinen besseren Job gefunden ...

im Vertrag steht, dass ich als "Kassiererin" angestellt bin. Aber ich bin ja nicht nur Kassiererin, ich bereite den ganzen Shop für den Verkauf vor und verkaufe die Sachen dann auch und räume hinterher dann auf und muss auch alles putzen dann anschließend usw.

Müsste dann nicht auch noch Verkäuferin oder sowas im Vertrag stehen?

lg

PS: selbst wenn im Vertrag dann Tarif-Lohn steht, wird mit solcher Gratis-Arbeit dieser dann umgangen - so ein Gedanke aus meinem Bekanntenkreis, ich denke, da ist was dran
 

arbeitslos in holland

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#39
das wird versucht, funktioniert aber nicht-wenn sich der AN auskennt :icon_cool:

zum tariflohn gehört nämlich auch die tarifliche arbeitszeit. die ist idr. 40h/woche oder 160h/monat.

es macht nämlich einen unterschied, ob ich 160h für mein geld arbeite, 180h oder 240h
 
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#40
Umsonst in einem Arbeitsverhältnis zu arbeiten, ist nicht. Die Zeit für Vorbereitung und Aufräumen ist normale Arbeitszeit, die nach Tarif zu bezahlen ist. Wenn man nicht alle Stunden ordnungsgemäß erfasst, dann reduziert sich dadurch der Stundenlohn. Bei Branchen, in denen es eine Lohnuntergrenze gibt (z.B. Bau), wird das durch den Zoll auf jeden Fall kontrolliert und bei Verstößen drohen rechtliche Konsequenzen:

Zoll online - Folgen bei Nichtbeachtung

Zoll online - Mindestlohn, Lohnuntergrenze
 
E

ExitUser

Gast
#41
im Vertrag steht, dass ich als "Kassiererin" angestellt bin. Aber ich bin ja nicht nur Kassiererin, ich bereite den ganzen Shop für den Verkauf vor und verkaufe die Sachen dann auch und räume hinterher dann auf und muss auch alles putzen dann anschließend usw.
Tätigkeiten, die nicht dem Berufsbild "Kassiererin" entsprechen und auch sonst nicht im AV stehen, musst Du nicht ausführen und kannst sie mit Hinweis auf den AV verweigern. Im Übrigen würde ich an deiner Stelle mal nachrechnen, wie viele Stunden du jetzt umsonst gearbeitet hast und dafür Tariflohnnachzahlung verlangen und ggf. einklagen.
 

Dagegen72

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#42
ich müsste mal alles ausrechnen..den Stundenlohn mit dem Brutto- bzw. Nettoverdienst und dann auch noch die Gratis-Arbeit dazu ....

:danke:

... und mir insgesamt mal alles durchlesen, Infos nachlesen und mir Gedanken machen ....:icon_mued: ...Bin meistens etwas k.o. zur Zeit (sechs - tage- woche) - aber meine Rechte möchte ich schon gewahrt sehen ... und vielleicht finde ich ja noch was anderes
 

Paolo_Pinkel

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#43
Der Einzige Bereich, wo ich mir gratis Arbeiten auch nur ansatzweise vorstellen kann ist im Rahmen der Familie oder bei echten Freunde. Für AG nicht mal eine Nanosekunde.
 

spanki

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#44
arbeite in einen großen lebensmittel konzern,als ich mein arbeitsvertrag unterschrieben habe,hieß es später das ich 2 std die woche umsonst arbeiten muß das sind 8 std im monat. das heißt das ich ende des jahres für 1090 € umsonst gearbeitet habe :icon_motz:.es hieß! wenn mir das nicht passt ,kann ich gehen.so ist das wenn man auf arbeit angewiesen ist ,wird man nur ausgenutzt.noch was ,im arbeitsvertrag steht drin das ich eine 20 std woche habe und nicht 22 std woche die ich aber zu leisten habe.laut arbeitsvertrag bin ich eingestellt für 80 std im monat.so habe ich im monat 88 std zu leisten.das ist ausbeuterei.bin auch gerade dabei mir eine neue arbeit zu suchen ,denn das geht gar nicht,würde mal gerne wissen ob die das mit uns machen dürfen
 

jockel

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#46
Tätigkeiten, die nicht dem Berufsbild "Kassiererin" entsprechen und auch sonst nicht im AV stehen, musst Du nicht ausführen und kannst sie mit Hinweis auf den AV verweigern. Im Übrigen würde ich an deiner Stelle mal nachrechnen, wie viele Stunden du jetzt umsonst gearbeitet hast und dafür Tariflohnnachzahlung verlangen und ggf. einklagen.
Msßgebend ist, was in der Stellenbeschreibung steht und wie die Verantwortungsbereiche zwischen den Beschäftigten voneinander sauber abgegrenzt sind. Sonst wird man schnell für die Arbeitsfehler des anderen Kollegen zur Rechenschaft materiell oder disziplinarisch gezogen.

Gibt es bindend einen Tarifvertrag, dann findet man die Stellenbeschreivung dort.

Andernfalls ab Betriebsgrößen ab 20 Nasen aufwärts, ist ein Unternehmer verpflichtet, Eingruppierungsunterlagen mit darin enthaltenen Stellenbeschreibungen nach § 99 Betriebsverfassungsgesetz anzufertigen.

Bescheiden sind Mitarbeiter unter 20 Beschäftigten und ohne Tarifvertrag dran. Die sind arbeitsrechtliches Freiwild für Unternehmer. Mit denen kann man machen, was man will. Besteht grundsätzlich auf die Aushändigung einer schriftlichen Stellenbeschreibung als Bestandteil zum schriftlich angefertigten Arbeitsvertrag. Sonst macht ihr den Max.
 

Rounddancer

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#47
arbeite in einen großen lebensmittel konzern,als ich mein arbeitsvertrag unterschrieben habe,
Im Einzelhandel ist es vielfach üblich, daß Vor- und Nacharbeiten nicht bezahlt werden, weil da ja noch kein Umsatz laufen kann.
Das bedeutet: Nur die Zeit, un der der Laden auf ist, wird bezahlt.

Trotzdem, oder gerade erst recht, würde ich mit meinem Arbeitsvertrag, etc. bei meiner Gewerkschaft (hier: ver.di) gehen und das abklären lassen.
 

nightangel

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#52
Also in meiner Ausbildung, und auch die Jahre danach, wurde täglich 1 Std. nach Ladenschluss ran gehängt zum Laden leer räumen und putzen. Diese 1 Std. am Tag wurde aber ganz normal zur Arbeitszeit gerechnet und auch bezahlt.
Heißt wenn Abends um 18:30 Uhr zu gemacht wurde, ging unsere Arbeitszeit bis 19:30 Uhr, später am langen Donnerstag wurde um 20:30 Uhr geschlossen und Arbeitszeit ging bis 21:30. Dies wurde aber auch so gehandhabt weil wir vor Ladenschließung nicht anfangen durften mit zusammen räumen oder sauber machen, sondern erst wenn geschlossen war.
In anderen Bäckereien später, durften wir allerdings dann schon vor Ladenschliessung anfangen mit aufräumen und sauber machen so das wir höchstens noch 15min. dran hängen mussten die dann allerdings nicht bezahlt wurden. Da kam es dann aber drauf an wie schnell wir waren, waren wir schnell war natürlich eher feierabend, waren wir langsamer wurd es halt später. Heißt es waren keine Pflichtüberstunden die nicht bezahlt wurden sondern es lag ganz bei uns wie schnell wir waren.

Zu den Artikeln hier über Kaufland und Netto.
Kaufland besch**** nicht nur die Leute im Lager sondern auch die im Laden.
Ich war selber 4 1/2 Monate dort, mit befristetem Vertrag. Täglich fielen überstunden an die auch aufgeschrieben wurden aber am Ende nicht bezahlt wurden.
Heißt wir hatten zwar offizielle Arbeitszeiten von 18 - 22 Uhr aber wussten eigtl. nie wann wir Feierabend hatten. 23 Uhr wurds auf jedenfall immer, meist kam dann noch "das und das muss noch weg, wir müssen noch 2 Std. dran hängen" nach den 2 Std. kam dann wieder "Das muss dringend noch aus dem Lager raus in Laden, morgen kommt neue Lieferung und der Platz wird gebraucht" also nochmal 1-2 Std. ran hängen. So ging es die ganzen 4 1/2 Monate. An einem Tag wurde es sogar morgens um 5 Uhr bis wir endlich da raus kamen.
Waren natürlich alle als Teilzeitkräfte eingestellt, haben aber oft mehr als die doppelte Stundenzahl, wie vertraglich vereinbart, gearbeitet.
Natürlich wurden die auch immer aufgeschrieben, doch die Abrechnungen stimmten nie.
Kurz vor Ablauf des Zeitvertrags kam dann die Kündigung und ich erfuhr am gleichen Tag auch, das gleichzeitig 15 Leute gekündigt wurde und schon wieder Vorstellungsgespräche für neue Leute statt fanden. Aber keiner wusste warum wieso. Hatten natürlich alle auf Verlängerung des Zeitvertrags gehofft.
Am Ende habe ich dann Klage eingereicht wegen der unbezahlten Überstunden, was auf einen Vergleich hinaus lief und ich gut die Hälfte der Überstunden noch nachgezahlt bekam.

Jetzt helfe ich öfter in einer Art Familienbetrieb als Urlaubs- und Krankheitsvertretung mal aus. Dort ist die Bezahlung zwar nicht so hoch, also kein Tarif aber dafür geht es fair zu. Alle bekommen das gleiche, Egal ob Vollzeitkräfte oder Aushilfen, egal ob schon lange dabei oder neu eingestellt. Und es wird jede Std. auch korrekt bezahlt. Sollte mal jemand eher kommen sollen oder länger machen sollen, oder sich in den Zeiten was ändern weil jemand krank wird oder was vor hat, wird das vorher abgesprochen und man wird gefragt ob man die Zusatzstunden machen möchte, ob man mal eine Std. länger machen könnte, oder Ausnahmsweise mal den Samstang Nachmittag oder den Sonntag macht, alles nur nach Absprache und auch da jede Std. fair bezahlt. Sollte es dennoch mal nötig sein, hat Chef auch kein Problem damit sich selber mal 1-2 Std. an die Kasse zu stellen. Und es klappt. Egal ob Chef, Angestellte oder sonstwer, das Miteinander funktioniert und wenn ein Chef mal kulant sein kann legen die Angestellten sich auch mal etwas extra ins Zeug weil sie wissen es wird nicht ausgenutzt sondern noch gewürdigt.

Von daher, Großkonzerne sind oft schlimmer als kleine Betriebe wo es noch etwas Familiärer zu geht.
 

alpha

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#53
also, als lagerlogistiker hatte ich fast nie feste arbeitszeiten, weil man abhängt von den fahrern.

bisher bei jedem(!)arbeitgeber(in den NL)bekam ich anstandslos einen ausgleich dafür.
in den NL ist es sogar so"verrückt", dass ab einer bestimmten anzahl überstunden, vom arbeitgeber verpflegung organisiert werden muß :icon_question:

das haben die gewerkschaften in den NL gegen die AG durchgesetzt

in D herrscht dagegen "wildwest" :icon_confused:

Stimmt, in den NL sind Überstunden rel. selten. Ich zB. hatte nur ein paar Überminuten, während in D zB. im IT Bereich durchaus 2 Std. üblich sind (ohne Bezahlung)....... aber die Deutschen arbeiten ja auch gerne, von daher kein Problem denk ich. Nur ich hatte ein Problem damit, da ich nicht so gerne dort arbeitete. Ich arbeite schon, aber nur wenn es sich auch lohnt :icon_razz:
 
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