Grad der Behinderung und Rechte gegenüber ARGE und Jobcenter

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ladydi12

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Hallo liebe Gemeinde,

ich wende mich mal wieder wegen eines Anliegens in eigener Sache an euch:

Wie ihr ja wißt, habe ich ja hier im Forum einiges an Problemen gepostet, die sind mir auch an die Gesundheit gegangen und ich bin inzwischen auch in Therapie (einschließlich gemachter REHA, die mir sehr gut getan hat, REHA-Sport betreibe ich inzwischen auch) deshalb.
Ich habe Ende letzten Jahres/ Anfang diesen Jahres auch deshalb einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt (wie sich das gehört, habe ich alles an Berichten und Gutachten, einschließlich Schweigepflichtsentbindung meiner Ärzte dem Antrag beigefügt).
Seit einigen Tagen habe ich nun einen GdB von 30% zuerkannt bekommen.

Ich möchte jetzt nun speziell wissen, welche Rechte (und auch Pflichten, außer den üblichen wie Bewerbungen schreiben und immer alles melden, was leistungsrelevant ist) ich besonders gegenüber der ARGE/ Jobcenter habe, beispielsweise größerer Wohnraum, spezielle Mehrbedarfe, anderer Sachbearbeiter als mein bisher "heiß und innig" "geliebter" pAPst etc.....

Welchen Einfluß hat dann auch das Integrationsamt, daß für die Schwerbehinderten mitzuständig ist, in meinem Fall (positiv als auch negativ)?

Welche Auswirkungen kann der GdB auch auf meine Bemühungen, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen und der ARGE good bye zu sagen, haben (positiv als auch negativ)?

(ich habe, wie ihr wißt, die Landschaft namens Hartz auf meinem Konto, also ALG2).

Kann man mich sogar vom SGB2 ins SGB12 abschieben und, falls ja, was "blüht" mir da?

Kann ich bei meinem lokalen Telefon-/bzw. Internetprovider einen Sozialtarif geltend machen?

Falls ich einen Gleichstellungsantrag machen möchte:
Was muß ich dabei beachten, und was kann das für Auswirkungen für mich haben?

Hat der Grad der Behinderung auch Auswirkungen auf meine spätere Rente?

So das wars erst mal. Ich sage, wie immer, vorab schon einmal Danke :icon_hug: für eure Bemühungen und freue mich auf eure reichlichen Antworten.
 
E

ExitUser

Gast
Also, liebe Lady...

Ich möchte jetzt nun speziell wissen, welche Rechte (und auch Pflichten, außer den üblichen wie Bewerbungen schreiben und immer alles melden, was leistungsrelevant ist) ich besonders gegenüber der ARGE/ Jobcenter habe, beispielsweise größerer Wohnraum, spezielle Mehrbedarfe, anderer Sachbearbeiter als mein bisher "heiß und innig" "geliebter" pAPst etc.....

10 % mehr Wohnraum kann bei z.B. einer Gehbehinderung, Rollstuhl o.ä. zugestanden werden.

Mehrbedarfe werden bis auf gaaanz wenige Ausnahmen nicht mehr gewährt.

Einen anderen SB bekommt man, wenn man/frau in der REHA-Abteilung des JC landet, wo man meist etwas pfleglicher mit den lieben Kunden umgeht.

Welchen Einfluß hat dann auch das Integrationsamt, daß für die Schwerbehinderten mitzuständig ist, in meinem Fall (positiv als auch negativ)?

Du bist noch nicht schwerbehindert. Erst ab GdB 50 u. mit Ausweis.

Welche Auswirkungen kann der GdB auch auf meine Bemühungen, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen und der ARGE good bye zu sagen, haben (positiv als auch negativ)?

Im positiven Sinne hat mir der SBA nichts gebracht. Die Floskeln mit "Schwerbehinderte bevorzugt" usw. waren samt u. sonders nur warme Luft.

(ich habe, wie ihr wißt, die Landschaft namens Hartz auf meinem Konto, also ALG2).

Kann man mich sogar vom SGB2 ins SGB12 abschieben und, falls ja, was "blüht" mir da?

Wenn Du nicht mehr erwerbsfähig sein solltest........ vom Amtsarzt festgestellt...

Kann ich bei meinem lokalen Telefon-/bzw. Internetprovider einen Sozialtarif geltend machen?

Es gibt Provider, die Schwerbehinderten Nachlässe gewähren.

Falls ich einen Gleichstellungsantrag machen möchte:
Was muß ich dabei beachten, und was kann das für Auswirkungen für mich haben?

Die BA muß da erst mal mitmachen. Wenn die zu der Erkenntnis kommen, daß sich mit SBA Deine Chancen am Arbeitsmarkt verschlechtern, dann ist's Essig mit Gleichstellung.

Hat der Grad der Behinderung auch Auswirkungen auf meine spätere Rente?

Je nach Alter könntest Du z.B. etwas früher in Rente gehen.
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo lady,

Seit einigen Tagen habe ich nun einen GdB von 30% zuerkannt bekommen.

Die meisten Fragen wurden ja eigentlich schon beantwortet, ein GdB 30 ist im Prinzip NIX, hast du diese Extra-Bescheinigung auch bekommen fürs Finanzamt ???

Das gibt dann etwas Steuernachlaß, sofern man steuerpflichtiges Einkommen hat.

Die Gleichstellung gibt die AfA im Allgemeinen NUR noch bei Berufstätigen, denn der wichtigste Grund dafür ist üblicherweise, der Erhalt eines vorhandenen Arbeitsplatzes durch den höheren Kündigungsschutz.

Durch die Gleichstellung "besser" andere Arbeit zu finden, ist eher unwahrscheinlich, wie dir RZ schon mitgeteilt hat, allerdings braucht man einen GdB 30 und/oder die Gleichstellung beim AG (bei der Bewerbung) NICHT anzugeben.

Braucht man zwar (rein theoretisch) bei GdB 50 auch nicht, aber dann bekommt man natürlich auch keinen Zusatz-Urlaub.

Die "Vergünstigungen" (z.B. 5 Tage mehr Urlaub im Job / eventuell früher in Altersrente) beginnen erst bei "echter" Schwerbehinderung mit Ausweis.

Welche Auswirkungen kann der GdB auch auf meine Bemühungen, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen und der ARGE good bye zu sagen, haben (positiv als auch negativ)?

GdB 30 KEINE, Gleichstellung, siehe oben.

Kann man mich sogar vom SGB2 ins SGB12 abschieben und, falls ja, was "blüht" mir da?

Das KANN man IMMER wenn der Amtsarzt meint du bist NICHT erwerbsfähig, für längere Zeit, völlig unabhängig ob mit oder ohne GdB, es gibt andererseits Leute mit GdB 100, die Vollzeit arbeiten.

Kann ich bei meinem lokalen Telefon-/bzw. Internetprovider einen Sozialtarif geltend machen?

Mit GdB 30 oder Gleichstellung, NEIN

Falls ich einen Gleichstellungsantrag machen möchte:
Was muß ich dabei beachten, und was kann das für Auswirkungen für mich haben?

Ohne Job wird der Antrag von der AfA vermutlich abgelehnt, es sei denn du kannst im Antrag SEHR gut darlegen, dass (und warum) du dadurch bessere Chancen auf dem Arbeitsmakt hättest :icon_daumen:

Wird dem Antrag stattgegeben hat das soweit gar keine besonderen Auswirkungen.
Kannst dann versuchen Unterstützung beim Integrationsamt zu bekommen, aber Jobs haben die auch nicht.

Hat der Grad der Behinderung auch Auswirkungen auf meine spätere Rente?

Höher wird sie davon nicht, je nach (deinem!) Alter kann man mit Gdb 50 (also MIT Ausweis) eventuell vorzeitig in (gekürzte) Altersrente gehen (Rente für Schwerbehinderte), dafür braucht man aber zusätzlich mindestens 35 anerkannte Jahre bei der DRV (Beiträge/Kindererziehungszeiten usw.), für Jüngere (ich glaube ab Jahrgang 1961) gibt es diese Renten-Möglichkeit aber nicht mehr.

Da müßte man mal auf der DRV-Seite nachschauen, ob das für dich überhaupt noch möglich wäre.

Im Moment kommt da für dich insgesamt nicht viel rüber, denn GdB 30 ist nicht wirklich erheblich.

Ist NICHT böse gemeint, habe aktuell auch "erst" GdB 40 (mit Gleichstellung) und Antrag auf Erhöhung am Laufen.

Mit "echter" Schwerbehinderung könnte ICH in 2 Jahren in Rente gehen, DAFÜR lohnt es sich für MICH, zu hoffen, dass es klappt mit der Erhöhung :icon_daumen:

MfG Doppeloma
 

dummwiebrot

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Hallo

eine Kurzfassung der GdB-abhängigen Rechte und Nachteilsausgleiche findest du hier.

Laut DRV wird die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente für schwerbehinderte Menschen beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1952 stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Das ist aber erst ab einem Gdb von 50 relevant.

Ich hab aktuell einen GdB von 90. Was da von Seiten des Jobcenters auf mich zu kommt und welche Rechte (ggf. Mehrbedarf) ich jetzt zusätzlich habe weiß ich auch noch nicht.
Da ich seit Februar ununterbrochen AU bin lässt mich das JC wenigstens erst mal in Ruhe.
 
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