Gilt die zumutbare Pendelzeit zur Zeitarbeitsfirma oder zur Einsatzfirma?

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ExUser 67103

Gast
Ich habe heute einen VV mit RFB in Teilzeit bekommen. Zur ZAF wäre eine von mehreren Fahrten 4 Minuten unter 2 Stunden. Zur Einsatzfirma dürfte die zumutbare Pendelzeit auf jeden Fall überschritten sein, weil der angegebene Arbeitsort weiter weg ist. Im Stellenangebot steht, daß man einen eigenen Pkw haben oder ortsnah wohnen sollte, weil die Busverbindungen nicht optimal sind.

Ich würde jetzt die ZAF um die Adresse der Einsatzfirma zwecks Prüfung der Pendelzeiten bitten. Ist das schon negatives Bewerbungsverhalten?
 
E

ExUser 67103

Gast
Ich verstehe nicht ganz, wie du das meinst. Die Arbeitszeit ist mit 4,5 Stunden angeben. Wenn man die Fahrtzeit, geschätzt 2,5 Stunden, von der ZAF zur Einsatzfirma und zurück drauf rechnet, sind es ca. 7 Arbeitsstunden.

Was spricht denn dagegen nach der genauen Adresse zu fragen und wegen unzumutbarer Pendelzeiten erst gar nicht zu bewerben? Das ist doch viel einfacher.
 

iSlave

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Nur weil ein Einsatzort weiter weg ist, als die ZAF bedeutet es nicht zwangsläufig, dass man dorthin länger braucht. Manchmal sind sogar die Nachbarstädte einer Großstadt schneller erreichbar, als eine abgelegene Ecke innerhalb dieser Großstadt.

Den Kundenbetrieb werden sie dir wohl sowieso nicht verraten.
 
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ExUser 67103

Gast
@iSlave, ich weiß, aber das ist nicht mein erstes Stellenangebot in dieser Stadt. Selbst bei Vollzeitstellen lag die Fahrtzeit über 2,5 Stunden.
 

avrschmitz

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und wegen unzumutbarer Pendelzeiten erst gar nicht zu bewerben?
Wäre mir das Risiko zu gross, dass Dein SB argumentiert, das sind keine Pendelzeiten sondern Fahrzeit zur Einsatzstelle und die wird von der ZAF bezahlt (auch wenn dem nicht so ist). Ruckzuck hast Du eine Sanktion am Hals, weil Du Dich nicht beworben hast.
 
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ExUser 67103

Gast
Dann würde ich das Thema im Vorstellungsgespräch ansprechen, wenn es soweit kommen sollte. Kann mir bitte noch jemand sagen, wo das steht, daß die ZAF die Fahrtzeit bezahlen muß?
 

avrschmitz

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Dann würde ich das Thema im Vorstellungsgespräch ansprechen, wenn es soweit kommen sollte.
Genau das war auch mein Gedanke. Im Vorstellungsgespräch nach der Firma fragen und denen dann ganz klar sagen, dass das Arbeitszeit ist und die bezahlt werden muss. Dann verzichten die schon freiwillig auf Deine Mitarbeit.
 

Otto27

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Pendelzeit ist keine Arbeitszeit wenn du öffentliche Verkehrsmittel nutzt, Link:

Auszug:
Nutzt der Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel, hat er die Möglichkeit zur Erholung und privaten Interessen nachzugehen. Diese Möglichkeit genügt, um diese Dienstreise nicht als Arbeitszeit einzuordnen. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitnehmer während der Fahrt freiwillig arbeitet.

Ist damit in Verbindung mit Zeitfirma unklar, weil strenggenommen zählt schon erst mal der Ort vom Firmensitz für Pendelzeit-Berechnung (und daher auch ob damit zumutbare Pendelzeit besteht), nur rein praktisch, arbeitet man ja in der Regel woanders beim Entleiher und hat dadurch z.. T. vollkommen andere Pendelzeiten und selbst wenn der erste Einsatzort erst mal in der Nähe ist, kann dort jederzeit Abmeldung erfolgen und du quasi dann sogar deutschlandweit und sogar im europäischen Nachbarländer eingesetzt werden (weil die Verträge meist so weit gefasst sind...). Und das ist natürlich ein Problem und wenn du erst mal Vertrag unterschrieben hast, kommst dann nimmer so einfach raus und manche Verträge sehen sogar noch Vertragsstrafen vor, wenn du einen neuen Einsatz verweigerst.

Ob du durch Arbeitslosigkeit gewzungen bist, solche Verträge zu unterschreiben ist wie gesagt unklar, habe noch keine Präzedenzfälle dazu gefunden, wo einer so ein Vertrag nicht unterschreiben wollte, ZAF ihn bei AfA/JC anschwärzte und dann Sanktion bekam und es vors Sozialgericht ging, ich könnte mir auch vorstellen das Zeitfirmen kein Interesse an so einen Prozess haben, weil könnte auch ungut für Zeitfirma ausgehen und ihr aktuelles Druckmittel gegen Elo "unterschreib oder es droht Sanktion" entwerten. Nur geringes Restrisiko bleibt.

Sicherer ist vermutlich einfach auf die aktuell bereits getesteten/bestehenden Hebel hinzuweisen, z. B. im Vorstellungsgespräch sagen, dass du natürlich gerne für sie arbeiten möchtest, nur dass du nicht damit einverstanden bist, ihr unternehmerisches Risiko zu tragen und sie sich daher nicht ohne deine Zustimmung an deinem Zeitkonto bedienen dürfen (da gibts auch Gerichtsurteil vom Bundesarbeitsgericht), um damit Nichteinsatzzeiten zu überbrücken, danach biste für sie uninteressant, weil ihr Geschäftsmodell halt darauf basiert das Risiko weitesgehend auf die Angestellten abzuladen...zusätzlich immer auf Zeit spielen, die Zeit arbeitet gegen ZAFs, weil sie Angst haben, anderes ZAF besetzt die Stelle...immer schön alles nur schriftlich klären und dabei nix überstürzen, es muss ja auch alles sorgfältig geprüft werden^^.
 
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Gelöschtes Mitglied

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Dasselbe ist bei Firmen, die auf Baustellen tätig sind. Man wird zwar vom Stützpunkt aus mitgenommen und zurück, nur ist die Fahrt in den meisten Fällen keine Arbeitszeit, die beginnt und endet erst auf der Baustelle. Nur lädt man vor Abfahrt mit auf und zum Feierabend ab, das ist Arbeitszeit, wird aber nicht berechnet und bezahlt, jedenfalls in den meisten Firmen.
 

avrschmitz

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Hier unter diesem Link ist übrigens ein Urteil das LAG Köln, das besagt, dass die Fahrzeiten zum Entleih-Betrieb bezahlt werden müssen. Das würde ich denen spätestens im Vorstellungsgespräch unter die Nase reiben.

Ich überlege noch, wie man das in die Bewerbung packen kann, so dass es erst gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch kommt. Mit fällt im Moment aber nichts ein, wodurch man keine Negativbewerbung daraus basteln kann.

Sorry, muss mich korrigieren. Ich habe nicht richtig gelesen. In dem Urteil ging es um Fahrtkosten und nicht Arbeitszeit.
 
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Otto27

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@avrschmitz: Wenn ich das richtig gelesen haben, bezieht sich das nur auf die Fahrtkosten...also Ticket für öffentliche Verkehrsmittel müssen sie dir natürlich bezahlen (oder dich ggf. auch selbst mit Shuttle-Service hinfahren...), aber nicht die benötigte Zeit als Arbeitszeit.
 
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ExUser 67103

Gast
Ich wüßte nicht, wie man das in die Bewerbung einfliessen lassen könnte. Ich werde es auf jeden Fall zum Thema machen, wenn ich eingeladen werden sollte. Ich werde auf die bewährten Mittel setzen, damit es nicht soweit kommt;)
 

Otto27

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Theoretisch könnte man evtl. auch mal bei AfA oder JC anfragen, wie sie das einschätzen, ob man solche weit gefassten Zeitarbeitsverträge ablehnen kann ohne dafür sanktioniert zu werden ...sie sind ja eigentlich auch zuständig dich über solche Fragen zu informieren...am besten halt schriftlich Fragen und schriftliche Antwort verlangen...
 
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ExUser 67103

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Das JC ist für mich zuständig. Grundsätzlich ist man dort der Meinung, daß sich Teilzeit nur innerhalb der Stadtgrenzen lohnt. Die Jobbörse gibt im Moment nicht viel her. Kann sein, daß ich deshalb diesen VV bekommen habe. Wenn ich dem JC schreibe, wecke ich vielleicht schlafende Hunde.
 

avrschmitz

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Ich habe gerade eine Stellungnahme eines Anwalts gefunden, die besagt, dass die Fahrzeit zu zahlen ist.
Eine Vergütungspflicht besteht für Fahrten zu auswärtigen Arbeitsstellen (BAG 8. 12. 60, AP Nr 1 zu § 611 BGB Wegezeit). Dies gilt auch im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung, wenn ein LeihArbN zu verschiedenen Einsatzstellen fahren muss. Arbeitsvertragliche Klauseln, die keine Vergütung für Reisezeiten während der regulären Arbeitszeit vorsehen, sind als unangemessene Benachteiligung gem § 307 Abs 2 Nr 1 BGB rechtsunwirksam (Heins/Leder NZA 07, 249). Durch Tarifvertrag kann festgelegt werden, dass Dienstreisen, soweit sie mehr als die reguläre Arbeitszeit in Anspruch nehmen, keine Arbeitszeit sind, wie dies nach dem TVöD geschehen ist (BAG 11. 7. 06 – 9 AZR 519/05, BB 07, 272). [Küttner, Personalbuch 2009, RN 4 zu 141 Dienstreise]
Quelle
 
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ExUser 67103

Gast
Was mir noch eingefallen ist. So wie es aussieht, werde ich in ein paar Wochen eine Weile AU sein. Das weiß ich Mitte nächster Woche ganz genau. Das könnte ich erwähnen. Das könnte mich retten.
 

Otto27

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@Karl Schmidt: Ja, bei Teilzeit ist die zumutbare Pendelzeit ja noch geringer, daher macht innerhalb Stadtgrenzen schon Sinn....noch zu ZAFs, ein Punkt vergessen, sie versuchen dich z. T. zu beruhigen mit so einem zusätzlichen Formular, wo du deine Wünsche angeben kannst, z. B. willst nur im Nahbereich eingesetzt werden, oder keine Nachtschacht arbeiten, nur daran denken, maßgeblich ist, was im Vertrag steht und du unterschreibst und dort sind diese Punkte nicht enthalten, sprich dieses Zusatzformular ist nur etwas, was die Zeitfirma ermöglich kann, wenn es halt gerade passt, aber du hast damit kein Anspruch darauf, es ist nicht Vertragsbestandteil....

@avrschmitz: hmm, interessant...jetzt auch noch mal gegoogelt und du scheinst recht zu haben...gibt wohl inzwischen auch neues Urteil, 17.10.2018, Az. 5 AZR 553/17 (wobei komischerweise dein Link auch älter ist...naja, evtl. war mal früher so, dann wurde es geändert und mein erster Link war dann richtig und jetzt wurde es evtl. wieder geändert...jedenfalls hier bei Haufe steht auch dass es Arbeitszeit ist und haufe ist eigentlich seriöse Quelle, Link
 
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ExUser 67103

Gast
@Otto27, die Vertragsunterzeichnung passiert auch unter Druck. Man muß vor Ort unterschreiben. Vertrag zur Prüfung mitnehmen nicht gestattet mit der Begründung, daß alles erklärt wurde. Sollten Fragen bestehen, könne man sofort fragen:mad:
 

Otto27

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Schon klar, dass ZAFs möglichst gleich Unterschrift wollen, nur du bist m. A n. dazu nicht verpflichtet sofort zu unterschreiben und kann dir nicht negativ ausgelegt oder sanktioniert werden, wenn du es mitnehmen möchtest...wundere mich aber immer noch über dieses Urteil...also habe sellbst wirklich noch keine ZAF erlebt die längere Pendelzeiten bezahlt hat und auch noch nie einen anderen Zeitarbeitskollegen kennengelernt bei dem das bezahlt wurde...und im Vertrag oder Tarifvertrag steht dazu auch nix, also das ist ja schon bißchen verarsche wenn das wirklich korrekt ist und dann so verheimlicht wird...hmm :|
 
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