Gibt es Zuschüsse vom Jobcenter für den Fall, dass man eine ambulante Vorsorgeleistung bei der Krankenkasse beantragen möchte?

franzi

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.983
Bewertungen
1.656
Ich würde gerne eine ambulante Vorsorgeleistung in einem Kurort beantragen.
Diese dauert in der Regel 21 Tage. Die Krankenkasse erstattet teilweise die Kosten, allerdings muss man da in Vorleistung gehen.
Kann man hiefür einen Zuschuss beim Jobcenter beantragen oder gibt es da nichts?
 

franzi

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.983
Bewertungen
1.656
Über die Reha (die über die DRV laufen soll) wurde bis heute nicht abschließend entschieden.
Habe heute mit der KK gesprochen. Es gäbe dann noch die Variante einer stationären Krankenhausbehandlung. Die würde dann die KK bezahlen. Das wäre quasi eine Alternative dazu, falls ich von der DRV die Reha nicht bewilligt bekomme.
Wobei aber auch immer erst vom MDK geprüft werden muss, ob die KK überhaupt zuständig ist als Kostenträger und nicht doch die DRV eher zuständig ist. Aber das klären die Ärzte dort und darauf habe ich als Patient keinen Einfluss.

Des weiteren spielt eine Rolle, ob man eine chronische oder unheilbare Erkrankung hat und wie weit durch so eine Maßnahme die Gesundheit verbessert werden kann. Wenn die der Meinung sind, dass eine Verbesserung nicht erreicht werden kann, werden die auch nix finanzieren.
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
5.604
Bewertungen
17.657
Des weiteren spielt eine Rolle, ob man eine chronische oder unheilbare Erkrankung hat und wie weit durch so eine Maßnahme die Gesundheit verbessert werden kann. Wenn die der Meinung sind, dass eine Verbesserung nicht erreicht werden kann, werden die auch nix finanzieren.
Die med. Rehabilitation der DRV ist in erster Linie dazu da deine Erwerbsfähigkeit zu erhalten und nichts anderes. Wenn es dir rein um die Gesundheit geht ist eine stationäre Krankenhausbehandlung sinnvoller.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.983
Bewertungen
1.656
Habe nun hier folgendes gefunden:

"Hartz 4 Empfänger müssen bis zu 98,16 pro Jahr Zuzahlungen für das Krankenhaus aus ihrem Regelsatz bestreiten. Was darüber hinausgeht, übernimmt das Jobcenter. Das gilt auch für Rezepte, häusliche Pflege, Hilfsmittel oder eine Kur. Die Zuzahlungsbefreiung muss beim Jobcenter beantragt werden. Die Krankenkasse gibt freiwillig keine Hinweise."

Wenn das stimmt, hätte ich mir in den letzten Jahren schon eine Menge Geld ersparen können.
Nun stellt sich die Frage:
Wenn man diese Befreiung bekommt: Muss man die Kosten natürlich trotzdem vorab auslegen und bekommt dann das Geld bei Vorlage der Belege zurück oder wie läuft das praktisch ab?

In manchen Jahren hatte ich bis zu 240 Euro Zuzahlungen (allein an Medikamenten).
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
5.604
Bewertungen
17.657
Wenn das stimmt, hätte ich mir in den letzten Jahren schon eine Menge Geld ersparen können.
Das stimmt. Chronisch Kranke zahlen nur die Hälfte.

Wenn man diese Befreiung bekommt: Muss man die Kosten natürlich trotzdem vorab auslegen und bekommt dann das Geld bei Vorlage der Belege zurück oder wie läuft das praktisch ab?
Man kann die Quittungen sammeln und einreichen dann bekommt man den entsprechenden Betrag zurück oder man zahlt am Jahresanfang einmal die Zuzahlung, dieses Jahr 98,16 Euro, und bekommt dann einen Befreiungsausweis den man beim Arzt vorlegt. Dieser wird dann bei allen Verordnungen das Kreuzchen bei Beitragsfrei machen.

Man muss hier halt rechnen ob es sich lohnt. Ich zahle als chronische Kranke 49,08 Euro pro Jahr im voraus und hätte letztes Jahr Zuzahlungen von rund 800 Euro gehabt.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.983
Bewertungen
1.656
Irgendwie ist da der Wurm drin. In dem von mir zitierten Text steht, dass die Zuzahlungsbefreiung beim Jobcenter beantragt werden muss.
Das kann offenbar nicht stimmen.
Die Befreiung beantragt man ja bei der Krankenkasse. So kannte ich das bisher.
Die besondere Ermäßigung für chronische Kranke bekomme ich nicht, weil ich trotz chronischer Erkrankungen nicht die Chroniker-Kriterien der KK erfülle. Da müsste man pro Quartal regelmäßig zum Arzt gehen. Das bringt bei mir aber nichts weil ich austherapiert bin und der mit mir nichts anfangen könnte außer ein Gespräch über das Wetter zu führen. Es findet keine "Behandlung" mehr in dem Sinne statt.

In früheren Jahren habe ich es immer so gemacht, dass ich das ganze Jahr über die Quittungen gesammelt habe. Diese habe ich dann bei der KK eingereicht und dann wurde mir ein gewisser Betrag als Erstattung überwiesen. Das hat immer problemlos geklappt.

Letztes Jahr sagte man mir bei der KK, dass ich Zuzahlungsbelege, die einen Gesamtbetrag von 200 E nicht erreichen, gar nicht mehr einzureichen brauche, da es nur Erstattungen gibt, wenn man über 200 E/ Jahr kommt.
Da kann offenbar auch etwas nicht stimmen ... :cool:

An wen zahlt man die Zuzahlung im Voraus? Muss man sich da bei der KK melden? Die Regelung wäre für mich deutlich einfacher. Auf die 98,16 E wäre ich in den letzten Jahren in jedem Fall gekommen. Allein schon für meine Physiotherapie zahle ich ja pro Rezept ca. 25 E.

Kann ich das dann z. B. im Januar gleich für 2021 machen? Das wäre super.
Muss man dann in dem Fall eigentlich noch Belege sammeln? Oder wird das automatisch erfasst, wenn ich die 98,16 E ausgeschöpft habe?
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
5.604
Bewertungen
17.657
Die Befreiung beantragt man ja bei der Krankenkasse. So kannte ich das bisher.
So ist es.

Letztes Jahr sagte man mir bei der KK, dass ich Zuzahlungsbelege, die einen Gesamtbetrag von 200 E nicht erreichen, gar nicht mehr einzureichen brauche, da es nur Erstattungen gibt, wenn man über 200 E/ Jahr kommt.
Das kommt auf dein Einkommen an. Wenn du nur ALG II beziehst sind es nur 98,16 Euro (2% vom Regelsatz). Bei anderem Einkommen sind es auch 2% Belastungsgrenze.
Aber Achtung, es zählt das gesamte Einkommen aller im Haushalt lebenden Personen. Also wenn du verheiratet bist auch das deines Ehepartners.

An wen zahlt man die Zuzahlung im Voraus?
An die Krankenkasse.

Muss man sich da bei der KK melden?
Ja man muss einen Antrag stellen.

Kann ich das dann z. B. im Januar gleich für 2021 machen?
In der Regel ja aber jede Krankenkasse kocht beim Ablauf ihr eigens Süppchen daher macht es Sinn nachzufragen. Geregelt ist die alle in § 62 SGB V
 
E

ExUser 70372

Gast
Die besondere Ermäßigung für chronische Kranke bekomme ich nicht, weil ich trotz chronischer Erkrankungen nicht die Chroniker-Kriterien der KK erfülle. Da müsste man pro Quartal regelmäßig zum Arzt gehen. Das bringt bei mir aber nichts weil ich austherapiert bin und der mit mir nichts anfangen könnte außer ein Gespräch über das Wetter zu führen. Es findet keine "Behandlung" mehr in dem Sinne statt.
Nimmst du Medikamente und gehst deshalb mindestens 1 mal pro Quartal zum Arzt um dafür ein Rezept zu bekommen? Das würde völlig reichen, um eine kontinuierlichen Behandlung zu bescheinigen. Damit würde die 1% Regel für dich anzuwenden sein.
 

wheelie

Elo-User*in
Mitglied seit
10 Juni 2015
Beiträge
270
Bewertungen
564
Moin,

Du kannst die überzahlten Beträge auch nachträglich zurück fordern. Ich meine, dass das bis zu 4 Jahren geht, vorausgesetzt, Du hast die Quittungen noch.

Das würde ich schriftlich und nachweisbar bei der Kasse einreichen, dann müssen sie auch verbindlich antworten, gleiches Spiel wie beim JC... Telefonieren ist für die Katz.

Bei den meisten Kassen kannst Du die Zuzahlungsbefreiung für das folgende Jahr gleich mit beantragen, gerade wenn man weiß, dass man über en Betrag kommt, kann man sich damit viel Bürokratie ersparen.

Lg wheelie
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
5.604
Bewertungen
17.657
Nimmst du Medikamente und gehst deshalb mindestens 1 mal pro Quartal zum Arzt um dafür ein Rezept zu bekommen? Das würde völlig reichen, um eine kontinuierlichen Behandlung zu bescheinigen. Damit würde die 1% Regel für dich anzuwenden sein.
Wie kommst du auf das schmale Brett ?
Mitnichten reicht es aus einmal im Quartel ein Rezept zu bekommen und dafür beim Arzt aufzutauchen um die Chroniker-Bescheinigung zu bekommen.

Als "schwerwiegend chronisch krank" gilt, wer wenigstens ein Jahr lang wegen derselben Krankheit mindestens einmal pro Quartal in ärztlicher Behandlung ist (Dauerbehandlung) und mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:
  • Pflegebedürftig mit Pflegegrad 3 oder höher.
  • Grad der Behinderung (GdB) oder Grad der Schädigungsfolgen (GdS) von mindestens 60. Der GdB oder GdS muss durch die schwerwiegende Krankheit begründet sein.
  • Eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Versorgung mit Hilfs- und Heilmitteln) ist erforderlich, ohne die aufgrund der chronischen Krankheit nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erwarten ist.
Versicherte, die an einem strukturierten Behandlungsprogramm (DMP) teilnehmen, gelten ebenfalls als schwerwiegend chronisch erkrankt.

Das Vorliegen einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung und die Notwendigkeit der Dauerbehandlung müssen gegenüber der Krankenkasse durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen werden.
Quelle: Betanet und Chronikrichtlinie im Anhang
 

Anhänge

  • RL-Chroniker_2017-11-17.pdf
    58,5 KB · Aufrufe: 4

Dark Vampire

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 April 2014
Beiträge
2.013
Bewertungen
1.098
Nimmst du Medikamente und gehst deshalb mindestens 1 mal pro Quartal zum Arzt um dafür ein Rezept zu bekommen? Das würde völlig reichen, um eine kontinuierlichen Behandlung zu bescheinigen. Damit würde die 1% Regel für dich anzuwenden sein.


Aber das gilt nicht für alle Krankheiten, das ist die sogenannte Chronikerregelung,siehe Anhang.
 

Anhänge

  • RL-Chroniker_2017-11-17.pdf
    58,5 KB · Aufrufe: 3
E

ExUser 70372

Gast
Wie kommst du auf das schmale Brett ?
Mitnichten reicht es aus einmal im Quartel ein Rezept zu bekommen und dafür beim Arzt aufzutauchen um die Chroniker-Bescheinigung zu bekommen.
Ist doch in deinem Post aufgeführt: Eine kontinuierliche medizinische Versorgung reicht aus. Pro Quartal ein Rezept zur Behandlung der schwerwiegenden chronischen Krankheit reicht somit.aus.

Soweit ich das hier in anderen Threads korrekt nachvollzogen habe, leidet @franzi mindestens mal an hohem Blutdruck und diversen psychischen Krankheiten. Also schwerwiegenden Erkrankungen.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.983
Bewertungen
1.656
Genau das trifft eben auf mich nicht zu, weil ich nicht einmal pro Quartal zum Arzt muss wegen einem Rezept.
Die Blutdruck-Behandlung ist derzeit ausgesetzt, weil ich mehrere Präparate nicht vertragen habe und vom letzten Medikament immer noch eine Nebenwirkung habe, die bis heute nicht abgeklungen ist.
Wegen den psychischen Erkrankungen bekomme ich keine Medikamente.
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
5.604
Bewertungen
17.657
Ist doch in deinem Post aufgeführt: Eine kontinuierliche medizinische Versorgung reicht aus. Pro Quartal ein Rezept zur Behandlung der schwerwiegenden chronischen Krankheit reicht somit.aus.
Zeigt nur das du nicht wirklich gelesen hast welche was ich zitiert habe und was in der Chroniker-Richtlinie steht sonst wäre dir aufgefallen welche Voraussetzungen überhaupt zu erfüllen sind um eine Chroniker-Bescheinigung, die zwingend dafür erforderlich ist, zu erhalten. Je nach Krankenkasse oder/oder Krankheit musst du diese Bescheinigung jedes Jahr erneut vorlegen.
 
Oben Unten