Leser in diesem Thema...

  • Abobo

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    Einen Job nach langer Arbeitslosigkeit zu bekommen, ist auch nur ein halber Sieg. In meinem Fall wußte jeder, was Sache ist (in der Firma bleibt da nichts geheim), entsprechend wurde ich behandelt wie ein Hängengebliebener, dem man nichts zutrauen/anvertrauen kann. An Inventuren durfte ich aus Prinzip nicht teilnehmen. Wenn mal irgendwo ein Fehler passiert ist, den man keinem zuordnen konnte, war ich immer gleich verdächtig. Irgendwann hat's mir gereicht, und ich war weg.
     

    Gollum1964

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    Und dann wollten die mich auch dauernd in irgendwelche Callcenter und ZAF stecken. Geht gar nicht. Sowas ist für Autisten wie mich das reinste Folterlager.
    nicht nur für Autisten.

    Würde ich das in meinem Alter über einen längeren Zeitraum nochmal mitmachen müssen (in jüngeren Jahren knapp 7 Jahre), hätte das sicher auch gravierende psychische Folgen. Ich bin aber guter Dinge, falls der Mindestlohn von 12 EUR kommt, dass das die CallCenter in Dtl. nicht mehr bezahlen können und alle ausgelagert werden. Und auch ZAF müssten die Verrechnungssätze massiv erhöhen, sodass der "Klebeeffekt" auch ansteigen würde oder Unternehmen gleich lieber direkt einstellen.
     

    Verfahrenheit

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    Hallo, zunächst mal bedanke ich mich für die vielen Antworten, welche oft sehr umfangreich ausfielen. Werde demnächst auf einige Punkte noch näher eingehen.

    Optimistisch stimmen die meisten der Antworten ja leider nicht, aber das liegt wohl bereits an der Fragestellung.

    Also ich rechne schon damit, dass sich unter der Ampel einiges ändert im Bereich Arbeit und Soziales, auch in weiteren Bereichen wie z.B. der Behindertenpolitik (man denke an die letzte Regierungsbeteiligung der Grünen, damals halb so stark wie heute).

    Natürlich bremst die FDP insgesamt am meisten aus, und die SPD-Vorschläge sind nicht auch nicht gerade ambitioniert, aber es gibt doch einen erstaunlich großen Kern von Gemeinsamkeiten aus denen sich was machen lässt, und wenn, wie man ja schon hört, sich die FDP selbst einem Mindestlohn von 12€ nicht mehr in den Weg stellt, scheint sie für die nächsten Jahre bereit zu einem (fast) linksliberalen Kurs.
    Erwerbsfähige, die bereits lange Zeit ohne Erwerbsarbeit sind, wären es nach einer Reform wohl immer noch, die Umstände jedoch andere. Eine deutliche Erhöhung der Regelsätze, der Wegfall sämtlicher Sanktionen, eine Förderung auf Augenhöhe und freiwilliger Basis würden dem GruSi System doch deutlich menschenwürdigere Züge verpassen.
    Eine vollständige Abschaffung der Sanktionen wird wohl nicht kommen, das müsste auch alles erst mal durch den Bundesrat, wo immer noch die Union großen Einfluss hat. Abgemilderte Sanktionsregelungen entsprechend dem SPD-Konzept sollten aber möglich sein, man muss ja irgendwann auch mal Konsequenzen aus dem Urteil von 2019 ziehen. Laut einiger Dinge die ich dazu gelesen habe, wird sich die FDP dem auch nicht verwehren, solange in gewissem Umfang eine Sanktionierung noch möglich ist.

    Das Problem bisher ist halt, man gibt den Leuten, insbesondere den alten, einerseits keine Arbeit mehr, aber Geld von Amt will man ihnen auch nicht zugestehen, und Rente erst recht nicht. Und das ist eigentlich der Skandal, wie der Staat die Menschen im Regen stehen lässt.

    Es müssten viel mehr Möglichkeiten geschaffen werden, auch ältere und behinderte menschen zu beschäftigen, schließlich wird ständig von Fachkräftemangel geredet und davon dass man die Erwerbstätigkeit steigern möchte, allein schon wegen zusätzlicher Einnahmen für die Rentenkasse.
    Die Wirtschaft hat einfach ein zu großes Interesse und einen zu großen Einfluss, dass aktuelle System mit einem der größten Niedriglohnsektoren in Deutschland aufrechtzuerhalten. Außerdem hängen wahnsinnig viele Arbeitsplätze am Hartz4-Tropf (JC, ZAF, Sinnlosmaßnahmenträger, etc.). Zumindest ist mit Jamaika schlimmeres verhindert worden (z.B. Arbeitsdienst von F. Merz).
    Der Niedriglohnsektor wäre ja, zumindest laut derzeitiger Definition (ich las was von ca. 11€ als Grenze ab der es schon kein "Niedriglohn" mehr sein soll), bei den 12€ die so gut wie unter Dach und Fach sind, eh passé.
    Wie hier schon gesagt wurde, rentiert sich etliches dann vielleicht gar nicht mehr, Unternehmen beschäftigen weniger Leiharbeiter, manche Betriebsstätten werden ins Ausland verlagert etc.
    Das wird aber noch schwierig und kann nicht nur positive Folgen haben. Die Unternehmen würden die höheren Löhne doch direkt auf die Kunden umlegen, was die Inflation weiter anheizt, und insbesondere die Nichterwerbstätigen trifft, welche nur indirekt und zeitversetzt von dem höherem Lohnniveau profitieren.
    Wahrscheinlich denkt man sich, gerade mit der FDP im Boot, wieder genug Schlupflöcher aus, für wen oder unter welchen Bedingungen nicht diese 12€ Mindestlohn gezahlt werden müssen, z.B. bei Praktikanten, ausländischen Arbeitern wie in der Fleischindustrie etc.

    Das mit dem Arbeitsdienst von Merz halte ich eher für Wahlkampfgetöse, ich denke nicht dass sowas in einer Jamaika-Koalition durchsetzbar wäre, unter den aktuellen Bedingungen schon gar nicht mehr, wo Jamaika nur eine Notlösung wäre die sich die Grünen teuer bezahlen lassen würden.

    Überhaupt gibt es sozialpolitisch großen Druck von der Grünen Jugend und den Jusos, dass hier endlich was getan wird, und diese sind jetzt auch beide im Parlament vertreten, die Jusos sogar in Fraktionsstärke.

    Den Regelsatz wird man wohl nach wie vor so gestalten dass er nicht gerade üppig ausfällt, allein schon wegen der Kassenlage, aber es ist wirklich gut, wenn überhaupt mal eine soziale Reform auf den Weg gebracht wird, und die Regierung welche in vier Jahren folgt, kann ja vielleicht darauf aufbauend noch mal nachbessern, auch in anderen Bereichen, wo zumindest unter der ersten Ampel vieles noch durch die FDP blockiert ist (Mietendeckel z.B.) Ich denke, die Union wird länger als nur vier Jahre weg vom Fenster sein, falls sie sich überhaupt noch mal berappelt.
     
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    Vulture

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    (man denke an die letzte Regierungsbeteiligung der Grünen, damals halb so stark wie heute
    Die letzte Regierungsbeteiligung der Grünen hat uns in erster Linie dahin gebracht, wo wir heute stehen: ausufernde Befristungen, prekäre Jobs en Masse, Sozialleistungen, von denen ein menschenwürdiges Leben bzw. eine soziale Teilhabe - wie es so schön genannt wird - nicht möglich ist. Unter Regierungsverantwortung der Grünen wurde die Bundeswehr in einen 20 Jahre andauernden Krieg geschickt (meines Erinnerung nach war Joschka Fischer die treibende Kraft, die hinter dem Afghanistan-Einsatz stand). Der designierte Bundeskanzler ist ein Verfechter der Agenda 2010, Baerbock eine Hardlinerin; denke nicht, dass sich am System grundlegend etwas ändern wird.

    Ein Vorteil hat die Regierungsbeteiligung der Grünen aber: sie wird zeigen, ob sie es mit den Reformen im Sozialbereich ernst meint, oder die Jahre, die sie in der Opposition verbracht haben, nur zum Heucheln genutzt hat.
    Ich denke, die Union wird länger als nur vier Jahre weg vom Fenster sein, falls sie sich überhaupt noch mal berappelt.
    Denke, die Union wird sich neu aufstellen, und vielleicht 2025 mit einem Kanzlerkandidaten Spahn antreten. Glaube, nach dem Parteitag zur Jahreswende werden wir sehen, welchen Weg die CDU einschlägt.
     

    Verfahrenheit

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    Die letzte Regierungsbeteiligung der Grünen hat uns in erster Linie dahin gebracht, wo wir heute stehen:

    Naja, was damals war darauf kann man auch nicht mehr ewig herumreiten. In erster Linie hat da die SPD Mist gebaut, die Grünen waren nur Mehrheitsbeschaffer und mussten es mittragen. In weniger zentralen Politikfeldern konnten sie aber eigenständige Akzente setzen, die nicht immer so wirtschaftsfreundlich waren.
    Außerdem haben sie nach der Regierungsbeteiligung viel früher und weitreichender als es die SPD bis heute vermochte, wieder eine sozialere Programmatik aufgenommen, die mittlerweile fast einen kompletten Bruch mit der Agenda 2010 darstellt.

    Aber mit der jetzigen Regierungsbeteiligung, da hast du recht, wird sich ein Stück weit zeigen, ob man seitens der Grünen wirklich eine sozial gerechtere Politik zu betreiben bereit ist.
    Allerdings, mit dem jetzigen schwachen Ergebnis, kann man sich bei vielem auch wieder hinstellen und sagen, das ging nicht wegen der FDP, wir selbst hätten ja gewollt, und eigentlich wolle man das nächste Mal ja am besten doch selbst den Kanzler stellen und könne erst dann wirklich durchstarten usw. ...
    Hat die SPD ja auch immer gesagt, während der Groko-Jahre.
    In erster Linie müsste sich eigentlich die SPD jetzt mal definitiv wieder beweisen, während die Grünen jetzt eher in einer Rolle sind die mit der SPD-Rolle in den bisherigen Grokos vergleichbar ist, und die FDP ist vielleicht dann ein bisschen sowas wie die CSU...
     

    Matt45

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    Die künftige Regierung hat sehr viele soziale Probleme zu lösen.

    Steigen die Preise für Energie oder Lebensmittel noch mehr, haben wir Ruck Zuck noch viele weitere Probleme!
    Das betrifft nicht nur die ärmeren Verbraucher oder Leute mit wenig Einkommen, sondern auch viele Geschäfte bekommen Probleme bei steigenden Energiepreisen!

    Da kommt man selbst als Single mit 12 Euro Mindestlohn nicht weiter bzw. der Regelsatz ist deutlich zu niedrig!

    Eine Bekannte hat mal die Fahrtkosten mit dem Auto(andere Möglichkeit gibt es nicht)ausgerechnet mit Liter Super für 1,80(sind nicht mehr weit davon entfernt)......Ergebnis: Rund 50 Euro sind es im Monat mehr(Vergleich letztes Jahr; 1,50 Euro pro Liter)

    Mit aktuell 9,60 Mindestlohn hätte sie keine Chance mehr zur Arbeit zu gelangen und mit 12 Euro die Stunde müsste sie sich ebenfalls extrem einschränken oder der AG müsste sich an die Kosten beteiligen!

    Das Thema Hartz IV ist wichtig, allerdings gibt es auf den ungleich verteilten Arbeitsmarkt auch etliche Probleme. Finanziell macht Corona in einigen Branchen Probleme, aber Strom und Gas wird alle Branchen treffen!
    Mal eben die Kosten an den Verbraucher weiter leiten wird diesmal so nicht funktionieren, weil der Verbraucher ebenfalls rechnen muss(oder sollte).
     

    Vulture

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    Steigen die Preise für Energie oder Lebensmittel noch mehr, haben wir Ruck Zuck noch viele weitere Probleme!
    Die werden weiter steigen, alleine schon wegen der jährlich steigenden CO-2 Bepreisung. Und die Preissteigerungen bei der Energie zeichnet sich jetzt schon ab - siehe Ölförderungsbegrenzung der OPEC+ Länder, die Gasverknappung aus dem Osten.
    Finanziell macht Corona in einigen Branchen Probleme, aber Strom und Gas wird alle Branchen treffen!
    Das wird sich auf nahezu alle Branchen auswirken. Die Preise werden in den nächsten Monaten steigen. Und da geht es nicht nur um Strom, Gas, Benzin. Solange die Logistik-Wege gestört bleiben, wird es auch Unterhaltungselektronik und Fahrzeuge, möglicherweise auch Kleidung und weiße Ware betreffen.

    Die Unternehmen geben die Preise schließlich an ihre Kunden weiter, die wiederrum die gestiegenen Einkaufskosten an uns Endverbraucher weitergeben. Gerade für uns, die wir von Hartz-IV leben müssen, werden es vermutlich harte Monate werden.
     

    Verfahrenheit

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    Ich verstehe immer noch nicht wieso es jetzt auf einmal zu diesen starken Preiserhöhungen kommt?
    Wer steckt denn dahinter? Ist das einfach alles zusammen, weil es so viele unterschiedliche negative Faktoren gibt?
    Und warum geschieht das ausgerechnet jetzt?

    Man muss halt dringend einen Ausgleich für den CO2-Preis schaffen als erste Maßnahmen, für alle, auch die Unternehmen, und man soll endlich Nordstream-2 in Betrieb nehmen, dann kommt auch wieder genug Gas.
     

    Stauer

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    Tuen sie jedoch nicht und wie will man dann Menschen motivieren Arbeiten zu gehen ?
    Garnicht. Deswegen wird doch so gern mit Sanktionen und Leistungsentzug provoziert, gedroht und schikaniert.
    Parallel dazu laufen immer wieder Hetzkampagnen durch ganz Deutschland.
    Schon das Wort Motivation, macht mich sauer.
    Ein Arbeitsloser ist nicht arbeitsscheu, wenn er einen Job ablehnt, wo er so wenig verdient, daß er gezwungen ist, den Staat anzubetteln.
    Man geht doch arbeiten, damit man dem Staat nicht auf der Tasche liegt.
    Wahrscheinlich denkt man sich, gerade mit der FDP im Boot, wieder genug Schlupflöcher aus, für wen oder unter welchen Bedingungen nicht diese 12€ Mindestlohn gezahlt werden müssen, z.B. bei Praktikanten, ausländischen Arbeitern wie in der Fleischindustrie etc.
    Viel müssen die da nicht nachdenken. Da Hartz IV- Empfänger für die ersten 6 Monate schon jetzt vom Mindestlohn ausgeschlossen sind.
    Praktikanten rechtzeitig austauschen kennt man auch schon.
    Viele Ausländer verstehen den Vertragsinhalt sowieso nicht, da ist für Betrug schon Tür und Tor geöffnet worden.
     

    MaxB

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    Man muss halt dringend einen Ausgleich für den CO2-Preis schaffen als erste Maßnahmen, für alle, auch die Unternehmen, und man soll endlich Nordstream-2 in Betrieb nehmen, dann kommt auch wieder genug Gas.
    War expliziter Wunsch von Deutschland das Gas zu Börsenpreisen zu beziehen, anstatt zu Festpreisen über Jahrzehnte, daher wird die Inbetriebnahme von NS-2 da dran nicht viel ändern.
    Da Hartz IV- Empfänger für die ersten 6 Monate schon jetzt vom Mindestlohn ausgeschlossen sind.
    Ich konnte es nicht verstehen als ich es erfahren habe. Diejenigen, die so wieso schon benachteiligt sind, auch noch vom Minimum aus zu schliessen. Man hat sich die Möglichkeit den Druck ausüben zu können erhalten. Die CDU hat doch bis zuletzt, als schon alle restlichen Parteien für waren, sich wie gegen den Antichristen gewehrt. Christlich ist bei denen nur der überholte Name, geblieben.
     
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    Stauer

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    Ich konnte es nicht verstehen als ich es erfahren habe.
    Ich war auch erst mal geplättet aber das ist der wahre Grund, warum kaum jemand länger als 6 Monate arbeitet. In der Probezeit kündigen, kann der AG ohne Angabe von Gründen. Dann kommt halt der Nächste, wieder nur für nicht länger als 6 Monate.
    Pervide daran ist, daß behauptet wird, es läge immer am Arbeiter, der sich eben in keinem AV länger halten kann und er betreut werden müßte z.B. mit einem geförderten AV wie 16 e/i SGB II wo er verpflichtet ist, einen Couch zu akzeptieren und daß kein Beitrag in die Arbeitlosenversicherung eingezahlt wird, kommt noch Krönung hinzu.
     

    Methe

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    Individuelle Erfahrungen können anders aussehen, ich habe so ziemlich gegenteilige Erfahrungen gemacht. Das mal nur als Beispiel, dass es so wie bei dir (und Darkmoon) geschehen nicht sein MUSS.

    Ich wurde, nachdem ich mit "psychosomatischen" Beschwerde mich angemeldet hatte, nach einen Monat direkt zum ärztlichen Dienst geschickt und in die Frühverrentung zum Sozialamt (genaue Diagnose und Begründung kenne ich noch immer nicht). Erst auf 3 Jahre, dann dauerhaft. Aufgegeben mit 29, einmal im Jahr beim Sozialamt nachweisen dass man nichts hat und sonst nichts hören.
    Im Gegenteil, als ich wieder gesund geworden bin musste ich jahrelang kämpfen, um wieder aufs Jobcenter zu "dürfen", und auch da kam kein einziger Vermittlungsvorschlag (ich hatte um Mitsuche bei passenden Praktikumsmöglichkeiten geboten) und die Schule wurde erst im letzten Moment bezahlt.
    Nach der Schule und insgesamt 9 Jahren Hilfebezug habe ich "endlich" Vermittlungsvorschläge in Form von eingescannten Zeitungsanzeigen bekommen, von denen einige meine jetzige Stelle war. Und nein, die 9-jährige Lücke habe ich nicht mit einem "Bildungsaufenthalt in Italien" oder sowas kaschiert, sondern richtig angegeben.
     

    MaxB

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    warum kaum jemand länger als 6 Monate arbeitet. In der Probezeit kündigen, kann der AG ohne Angabe von Gründen. Dann kommt halt der Nächste, wieder nur für nicht länger als 6 Monate.
    Das war und ist exakt die selbe Geschichte mit den geförderten Stellen. 2008 hatte ich auf Drängen vom JC eine Stelle angetreten die von der selben gefördert war. 9€ die Stunde, während die Leihbuden damals nur 6,34€ gezahlt haben. Es war auch der Zeitpunkt an dem die Linke 10€ als Mindestlohn gefordert haben, die SPD jedoch strikt dagegen waren (FDP sowieso). Bis SPD irgendwann bei den Wahlen ihre Katastrophe erfahren hat, 18% ? Seit dem war das Mindestlohn plötzlich "ihr" Programm". Ist eine Partei die auf den Druck ihre politische Haltung grundsätzlich ändert, dann immer noch vertrauenswürdig ?! Wurde es in den Medien nicht breit beleuchtet oder wollen die Menschen es einfach nicht wissen ?

    Oder sollte man die 2 Partei Politik in Deutschland der USA gleichstellen, wo sich die Demokraten und Republikaner bloss abwechseln ? Die USA ist das korrupteste Land des Planeten. In der SU hiess es direkt übersetzt "Diebe im Gesetz" und in den USA ist es offiziell legal und als Lobbyismus bekannt. In Deutschland ist es auch verbreitet, so wie von Rezo beleuchtet. Es findet jedoch keinen wirklichen Anklang. Weder in der Politik, noch in den Medien. Man berichtet darüber, dass er was tut. Aber es folgen keine Konsequenzen. Darüber spricht man nicht in den Talkshows. Joschka Fischer ? Hat sein halbes Leben für die Umwelt gewidmet, ein militanter Aktivist gewesen. Und dann ist er zu der "Besinnung" gekommen. Wurde er durch den Kakao gezogen ? Er war schliesslich Aussenminister und Vizekanzler Deutschlands. Und dann kam Schröder... der hat zwar nichts der Gleichen getan, aber wie oft und wie wurde er teils in dem Dreck medial gebadet, als er nach seinem Amt in die gleiche Branche gewechselt hat.

    Aber nein, er hat doch als alter Kanzler in eine Branche gewechselt, deren Ressourcen Deutschland unbedingt braucht und hätte da als Autoritätsperson auch ein Gewicht im Sinne von Deutschland. Auf eine private Person umgemünzt, kommt mir da echt nur eine Persönlichkeitsspaltung in den Sinn als Diagnose, vollkommen ambivalent.
     

    Stauer

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    Die USA ist das korrupteste Land des Planeten.
    Auf dem Korruptionsranking liegt Deutschland auf Rang 9 und USA auf Platz 25 von 180 aufgelisteten Ländern. Rang 1 ist Dänemark. Stand 2020. Da wird sich in diesem Jahr nicht viel geändert haben.
    Ist eine Partei die auf den Druck ihre politische Haltung grundsätzlich ändert, dann immer noch vertrauenswürdig ?!
    Glasklar: NEIN.
     

    Verfahrenheit

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    Viel müssen die da nicht nachdenken. Da Hartz IV- Empfänger für die ersten 6 Monate schon jetzt vom Mindestlohn ausgeschlossen sind.
    Praktikanten rechtzeitig austauschen kennt man auch schon.
    das allerdings kam ja durch die CDU zustande, von SPD und Grünen hieß es dass sie eigentlich keine Ausnahmen wollen...
    aber das ist der wahre Grund, warum kaum jemand länger als 6 Monate arbeitet. In der Probezeit kündigen, kann der AG ohne Angabe von Gründen. Dann kommt halt der Nächste, wieder nur für nicht länger als 6 Monate.
    das ist aber nun wirklich keine nachhaltige Beschäftigung, mit der Leute aus dem Bezug rauskommen. Aber welche Bereich dies und wie häufig wird es wirklich so angewandt? Es gibt doch auch in der Leiharbeit normalerweise Tarifverträge. Oder wie ist es bei Minijobs?
    Das würde mich mal interessieren, ob es Zahlen dazu, welche Leute wegen Arbeitslosigkeit unterhalb des Mindestlohns beschäftigt werden.
     

    Verfahrenheit

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    Das ist aber dann auch ein hundsmieser Arbeitgeber, sowas ist doch kein normaler Zustand für Beschäftigungsverhältnisse! Dabei sind auch mitunter erhebliche qualitative Einbußen zu verzeichnen.
     

    lino

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    Ich verstehe immer noch nicht wieso es jetzt auf einmal zu diesen starken Preiserhöhungen kommt?
    Wer steckt denn dahinter? Ist das einfach alles zusammen, weil es so viele unterschiedliche negative Faktoren gibt?
    Und warum geschieht das ausgerechnet jetzt?
    Eine alte Börsenweisheit lautet: Die Kurse machen die Nachrichten.
    Wenn die Kurse steigen oder fallen wird eine Begründung dafür gesucht. Wenns irgendwo mal ein bisschen mehr regnet heisst es: Chemtrails. Das ganze Leben ist eine Verschwörungstheorie.:icon_lol:
    Das es aber irgendwann mal zu einer Megainflation kommen kann, haben Fachleute schon vor Jahren orakelt. Die EZB hat ja nach der Finanzkrise den Markt mit Geld geflutet, um die Inflation in Gang zu bringen. Die Inflation ist aber nicht angesprungen, weil das Geld nicht im Wirtschaftskreislauf gelandet sondern im Finazmarkt versickert ist. Die Aktienkurse sind seitdem gut gestiegen:
    Ganz links kann man auch sehen, das bald wieder eine Korrektur fällig ist.
    Das Finanzsystem hängt global zusammen, und wenn es im Keller brennt, steht am nächsten Tag das ganze Haus in Flammen.
    Schichtet ein Hedgefond seine Gelder aus Aktien in Rohstoffe um, fallen die Kurse der Aktien und steigen die der Rohstoffe, was eine Kettenreaktion nach sich ziehen kann, und Corona ist der Brandbeschleuniger.
    Aber wie gesagt: Auch das ist nur eine Verschwörungstheorie.
     

    grün_fink

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    Was war eigentlich im Jahr 1983 los, dass die Kurse seit damals unaufhörlich steigen? Abermals dann ab etwa 1995, als alle von der Globalisierung redeten und von der schwindenden Mittelschicht?

    Ich sehe dann noch ein paar Knicks nach unten, (einer im Jahr 2003 als die die Pläne bezüglich ALG II beschlossen wurden, dann einen ungefähr 2008 Finanzkrise und einen im März letzten Jahres zum ersten Corona-Lockdown).
     

    Stauer

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    das allerdings kam ja durch die CDU zustande, von SPD und Grünen hieß es dass sie eigentlich keine Ausnahmen wollen...
    Wer es verbockt hat, wirkt sich nirgens aus. Die Brieftasche bleibt trotzdem leer. Am Schluß will's niemand gewesen sein und der Leidtragende ist der AN.
    Aber welche Bereich dies und wie häufig wird es wirklich so angewandt?
    Hier hast Du scheinbar den Schuß noch nicht gehört. Das ist so im Gesetzbuch verankert und gilt natürlich bundesweit, für alle AN, die vorher Hartz IV bezogen.
     

    Methe

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    Stauer, mit Verlaub, ich glaube du irrst dich gewaltig. Es gibt eine Ausnahme vom Mindestlohn für Langzeitarbeitslose (Def: Länger als ein Jahr arbeitslos) für 6 Monate, das ist richtig. Es steht aber nirgendwo geschrieben, dass Langzeitarbeitslose im neuen Job unter Mindestlohn bezahlt werden müssen. Es besteht nur die Möglichkeit.

    Die Frage, wieviele es denn in der Praxis überhaupt betrifft, dass sie eine reguläre Stelle in der Probezeit (6 Monate) für weniger als den Mindestlohn ausüben, stellt sich also durchaus. Kennst du Beispiele?

    Auch scheint mir dein Pessimismus bezüglich Kündigung aus meinen Erfahrungen her unangebracht. Ich selber kenne niemanden, der in der Probezeit entlassen wurde. Welche Erfahrungen kennst du von dir selber und deinem Bekanntenkreis?
     

    Stauer

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    Stauer, mit Verlaub, ich glaube du irrst dich gewaltig. Es gibt eine Ausnahme vom Mindestlohn für Langzeitarbeitslose (Def: Länger als ein Jahr arbeitslos) für 6 Monate, das ist richtig. Es steht aber nirgendwo geschrieben, dass Langzeitarbeitslose im neuen Job unter Mindestlohn bezahlt werden müssen. Es besteht nur die Möglichkeit.
    So viel Unsinn, in nur 2 Zeilen, habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
    Die Möglichkeit ist dann wohl der Grund darür, daß so viele AN den Mindestlohn einklagen mußten.
    Auch scheint mir dein Pessimismus bezüglich Kündigung aus meinen Erfahrungen her unangebracht.
    Du willst mir wohl eine Filzbrille aufsetzten?
     

    Methe

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    Höflichkeit steht jemandem immer gut zu Gesicht, besonders dann, wenn man die Rechts- und Faktenlage nicht sehr gut überblickt und Orthografie nicht so ganz der Freund ist.

    Fakt ist, dass ich 9 Jahre lang arbeitslos war, und in meinem jetzt ersten Beruf zwar wie üblich für alle Berufseinsteiger in der Branche keine 2000 verdiene, aber es reicht um unabhängig zu sein und ist deutlich höher als der Mindestlohn. Nirgendwo während meiner Arbeitsplatzsuche war auch nur die Rede davon, etwas anderes als branchenüblich zu bezahlen, mein Status als Langzeitarbeitsloser war da nie ein Faktor und ist auch jetzt auf der Arbeit nicht relevant.

    Nach deinem Verständnis dürfte es mich also nicht geben oder ich habe 6 Monate illegal viel zu viel Geld auf mein Konto eingezahlt bekommen. Und du wirfst mir vor, dir "eine Filzbrille" aufsetzen zu wollen?

    Ich weiß, dass es vielerlei Erfahrungen gibt, deswegen habe ich ja gefragt. Schön wäre es, wenn du selber Beispiele geben kannst, statt nur Gesetze sinnentstellt frei zu zitieren. An allererster Stelle gehört aber der grundsätzliche Respekt vor den Meinungen und Erfahrungen anderer als Teil genereller Höflichkeit.
     

    Stauer

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    Nach deinem Verständnis dürfte es mich also nicht geben oder ich habe 6 Monate illegal viel zu viel Geld auf mein Konto eingezahlt bekommen
    Nach meinem Verständnis versuchst Du krampfhaft mir auf den Keks zu gehen. Ab sofort bist Du auf meiner Igno.
     

    Enkomion

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    Das ist nachhaltig, allerdings für den Arbeitgeber ;)
    Ja, ist sogar ein verbreitetes Geschäftsmodell, um die Gewährung von bezahltem Urlaub vorher gezielt zu verhindern. Zum Beispiel. War selbst davon schon betroffen. Als LZA ist das dann sogar doppelt nachhaltig nachteilig, weil man sofort wieder ALG Ii bedürftig wird. Und dazu meistens noch eine Forderung wegen der Arbeitsaufnahme an der Backe hat. Die Abzahlung dessen hat zuletzt bei mir noch bis 2 Jahre danach gedauert. 30 Prozent Sanktion wäre weitaus preiswerter gewesen,wenn ich die Stelle gleich gekündigt hätte...
    Das System ist seit Hartz IV eines, wo der Elo als Goldesel wechselseitig erst temporär den AG dienen soll und dann wieder dem Jobcenter, wegen der Notwendigkeit Elos der Fördergelder zu entledigen, soweit als möglich, für deren Verwaltungsbudget. Das ist Fakt.
    Diese gezielte Ausplünderung ist gewollt, weil es die Gewinne der AG weiter maximiert und danach den JC die Aufrechterhaltung des eigenen Arbeitsplatzes weitgehend garantiert und damit auch den GF der Jobcenter nützt.
     
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