Gibt es einen 'Leitfaden' zum richtigen Verhalten bei "Einladungen" ins Jobcenter?

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schlussjetzt

Elo-User*in
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hallo,

Ich habe im April einen Termin im Jobcenter und wüsste gerne, ob es einen 'Leitfaden' zum richtigen Verhalten bei Einladungen ins Jobcenter gibt?
Das man dort erscheinen muss wenn man keine AU hat oder sonst kein wichtiger Grund zum fernbleiben vorhanden ist, ist klar. Auch klar ist, das man keine EGV unterzeichnet ohne diese vorher prüfen zu lassen. Darauf, dass das Jobcenter zu zwingen versucht, wenn es nicht überzeugen kann, darauf bin ich auch vorbereitet. Worauf sollte ich noch achten?
 

Matt45

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Einen genauen "Leitfaden" wird es wohl nicht geben, weil ALLES möglich ist.

Es kann Sehr Gut werden oder Ungenügend. Ich habe beide Seiten schon kennen gelernt und bestimmt andere hier auch.

Hängst vom "Kunde" und vom SB und vom Thema(was besprochen wird) ab.

Wichtig ist: Ruhig bleiben; seine Rechte kennen(so weit wie möglich); nicht zu schnell Ja sagen oder unterschreiben.
 

TazD

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- Nicht zuviel reden und nicht in "Plauder-Stimmung" verfallen.
- Nicht provozieren lassen.
- Gesundheitliches wird nur mit dem eigenen Arzt besprochen.
- Tel.Nr. und E-Mail müssen nicht angegeben werden. Postadresse reicht.
- Den Beistand ein Protokoll führen lassen oder sich selbst wichtige Dinge notieren.
 

apfelkuchen

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Zu allen vorgelegten Dingen, die unterschrieben werden sollen, erst mal auf die rechtliche Prüfung verweisen und sowas sagen wie "ich muss das von meiner Rechtsberatung prüfen lassen und in Ruhe anschauen." Eine gute Strategie kann sein, noch zu sagen, dass du dort erst mal einen Termin bekommen musst (z.B. bieten Gewerkschaften wie Verdi ja auch für ALG2-Empfänger eine Beratung an) und deswegen noch nichts genaues sagen kannst, aber so zwei bis vier Wochen wird es bestimmt dauern... das gibt dir auf jeden Fall genug Puffer.
 

schlussjetzt

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Hallo!

Danke für eure Beiträge. Da das Jobcenter dazu da ist, mich im Notfall zu Dingen zu Zwingen, die mit meinen eigenen Interessen kollidieren, werde ich in keinem Fall in "Plauder-Laune" verfallen. Unterschreiben werde ich definitiv nichts! Eine EGV, die man mir mit Sicherheit "anbieten" wird, lasse ich mir vorlegen, und stecke Sie dann ein. Einen Beistand werde ich frühestens beim zweiten Besuch mitnehmen. Vorher möchte ich Sehen, ob über mich drüber zu fahren versucht wird (Stichwort: Dem Steuerzahler kann nicht zugemutet werden, und deswegen müssen Sie.. lalalala), und werde dann entscheiden, ob ich beim Nächsten Besuch (unangemeldet) mit einem Beistand auftauchen werde.

Wie ist das mit einem Gesprächsprotokoll, ist der SB dazu verpflichtet, dieses zu unterzeichnen? Und wie ist das mit den Fahrtkosten, wie viel Zeit hat das JC diese zu erstatten? Ich möchte nämlich in keinem Fall in die Situation gelangen, dass die entstandenen Fahrtkosten für den Ersten Besuch noch ausstehen, während ich bereits eine "Folgeeinladung" erhalten habe, um zb. ein Folgegespräch über mich ergehen lassen zu müssen.
 

TazD

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apfelkuchen

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Der SB ist verpflichtet, eine Gesprächsnotiz im Verbis-System anzulegen. Du kannst geschickter Weise einfach so ein bis zwei Wochen einen Antrag auf Akteneinsicht zu dem Verbis-Eintrag zu diesem Termin stellen. Da reicht ein formloses Schreiben aus. Dann solltest du einen Ausdruck dieses Eintrags zugeschickt bekommen. Ein bis zwei Wochen später, weil dann nicht mehr ohne größeren Aufwand etwas am Inhalt seitens des SB geändert werden kann.

Das zeigt dem SB erstens, dass du deine Rechte kennst und zweitens weißt du, wie er zu dir steht (also z.B. die Art, in der der Termin dokumentiert wird).
 

schlussjetzt

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@apfelkuchen

Das ist eine sehr interessante Idee! Gibt es dazu einen §, den ich beim beantragen nennen könnte, um mein Anliegen zu unterstreichen? Bin schon sehr gespannt, was danach so für Dinge dort eingetragen werden und vorallem, wie man mich zu sehen glaubt.
Wieviel Zeit hat der SB genau, um so einen VerBis-Eintrag zu editieren?
 

Ursula66

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Wie lange der SB seinen Eintrag korrigieren kann, weiss ich nicht. Ein paar Stunden, einen Tag?

Text:
Anforderung Kopien aller Vermerke in VerBIS ab dem xx.yy.zz

§83, §84 SGB X

Anforderung sollte man immer mit Datum (z.B. in 14 Tagen) setzen.

Ich würde keine Gesprächsvermerke für ein bestimmtes Datum anfordern, sondern nur allgemein Vermerke und diese für einen Zeitraum, z.B. ab dem 01.01.2019. Das hat den Vorteil, dass Du u.a. auch Einbicke in die Strategien Deines SB erhältst sowie in Dinge, die ggf. sonst noch hinter Deinem Rücken laufen. Das kann seeeehr aufschlussreich sein!

Ich hatte selber die Gesprächsvermerke für einen Zeitraum bei meiner SBin angefordert, die damit überfordert war und meine Anforderung an den Datenschutzbeauftragten weitergeleitet hat. Dieser hat mir sämtlich Einträge ab gefordertem Datum per Einschreiben geschickt, zusätzlich hat die SBin mir noch die Gesprächsvermerke geschickt.
Ein Vergleich ergab, dass die Gesprächsvermerke der SBin nicht mal vollständig waren - sie hatte u.a. einen Tag später noch Zusätze zu unserem Gespächstermin eingegeben...

LG Ursula
 
E

ExitUser 55598

Gast
Ich schreibe bei Meldeterminen auch immer alles mit, was SB sagt.
Wort für Wort...erst wenn ich damit fertig bin, mit dem schreiben antworte ich auf die Frage...hat bisher super funktioniert.
Außer das SB immer etwas stöhnt, wenn es einen Satz wiederholen muss, weil ich mit dem Schreiben nicht schnell genug bin.
Ansonsten lass ich mir auch immer bestätigen das ich den Termin wahrgenommen habe.
Meistens auf der Einladung mit Stempel, Datum und Unterschrift.
Ich habe zwar auch schon eine eigene Bestätigung gebastelt, das wurde aber nur müde belächelt.
 

ghettohamster

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Du sagst grüß gott könnten vorab das mit dem Fahrgeld klären ? Was dir zusteht !
Das beweist auch automatisch das du da warst und die 4 bis 5 euro nimmst du als schmerzens geld das du ihn ertragen musst !
 

Uwe69

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Worauf sollte ich noch achten?

Immer vor dem Termin einen Fahrtkostenantrag stellen. Den Antrag aber bitte nicht als Fahrtkostenantrag stellen, sondern um die Erstattung der Reisekosten bitten. Hintergrund ist der, dass die Erstattung analog zum Bundesreisekostengesetz geschieht. Auch macht die Verwendung des Terminus einen informierteren Eindruck beim SB.
 

Uwe69

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Nachtrag:

Grundlage der Erstattung ist der § 59 SGB II, der wiederum auf den § 309 Abs. 4 SGB III verweist. Hier der entsprechende Absatz als Zitat (Hervorhebung durch mich):

(4) Die notwendigen Reisekosten, die der meldepflichtigen Person und einer erforderlichen Begleitperson aus Anlaß der Meldung entstehen, können auf Antrag übernommen werden, soweit sie nicht bereits nach anderen Vorschriften oder auf Grund anderer Vorschriften dieses Buches übernommen werden können.
 
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