Gibt es eine zeitliche Obergrenze für Existenzgründungen?

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Der Mingana

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Hiho in die Runde,

ich habe mich schon in das Thema hier ein bissl eingelesen, aber nicht wirklich eine Antwort auf meine Frage gefunden.

Zur Grundlage: Ich (Ü50) habe ein aufwändiges Projekt in meiner Branche gestartet, das von Anfang an einen Businessplan über einen Zeitraum von drei Jahren unterlag. Es ist - für Fachleute nachvollziehbar - nicht schneller zu schaffen.

Grundsätzliche Frage: SB kommt mir jetzt (nach zweieinhalb Jahren Projektdauer und zwei Jahren ALG II) mit einem Gelaber daher, Marke "irgendwann muss mal Schluss sein" und ignoriert völlig, dass ich durchaus im selbstgesetzten Fahrplan bin, sogar ein bissl voraus liege.

Hat der SB tatsächlich ein rechtlich begründete Argumentation mir 5 vor 12 den Stecker zu ziehen und mir damit meine ganze Vorarbeit (nebst selbst investierten finanziellen Mitteln) zu zerstören, um mich gegen meinen Willen wieder als Arbeitssuchenden zu führen...?
 

lpadoc

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Liegt eventuell seit ca. 2 Jahren eine EGV vor und wurde diese unterschrieben ? Ich vermute, das seitens des SB die Eingliderungsvereinbarung, falls vorhanden, wegen der angestrebten Selbständigkeit diese zunächst beiseite gelegt wurde, da Ü50. Andere Antworten kommen bestimmt noch.
 

Der Mingana

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Das ganze ist von Seiten des JC im Schnarchmodus so vor sich hin geplätschert, fünf SBs durchlaufen und zwei EGVs mit völlig nutzlose Maßnahmen habe ich mehr oder minder erfolgreich über mich ergehen lassen.

Jetzt sperre ich mich gegen jede weitere EGV und Maßnahme, weil ich jede Minuten für den Schlußspurt der Gründungsphase brauche.
 

Koelschejong

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Wenn Du "im Plan" liegst, dann lass Dich von SB nicht schwindelig reden. Ist der Businessplan dem JC bekannt?

Generell gibt es keine klare Grenze. Das FA geht davon aus, dass man so nach 5 Jahren mal gucken sollte, ob wirklich eine "Gewinnerzielungsabsicht" vorliegt - und man darf davon ausgehen, die wissen, warum sie nicht vorher gucken.
 

Der Mingana

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Fünf Jahre? Paradiesisch. Aber interessant wäre, ob es ein Regelwerk gibt, das für das JC verbindlich zu sein hat.

SB meinte zwischen und neun Monaten. Vielleicht für einen Tante-Emma-Laden...?
 

DeppvomDienst

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Mein Sachbearbeiter argumentiert auch damit, dass es innerhalb des Jobcenters wohl eine Dienstanweisung von der Geschäftsleitung gibt, dass sich eine Selbständigkeit nach spätestens 2 Jahren vollständig tragen müsse, da diese sonst seitens der ARGE nicht mehr "gefördert" wird.
Juristisch gesehen interessiert mich das jedoch einen Pups, notfalls landet die Akte eben wieder beim Sozialgericht.

Einen rechtlichen Rahmen gibts dafür jedoch nicht, wäre ja auch Unsinn, vor allem, wenn es zur Selbständigkeit sowieso keine Alternative gibt. Das ist das, was ich meinem SB immer als Begründung liefere:
Wenn er mir einen sozialversicherungspflichtigen Job, bei dem ich eindeutig aus dem Leistungsbezug falle, verbindlich zusichern kann, dann können wir darüber diskutieren, ob ich meine Selbständigkeit in eine Nebentätigkeit umwandle oder gar einstelle. Sonst nicht.

Weder ein "Bewerbertraining", noch ein "Profiling", auch "1-Euro-Jobs" oder "Zeitarbeit" sind geeignete Mittel, die Hilfsbedürftigkeit zu beenden und (meiner Argumentation nach) gegenüber einer Selbständigkeit, die regelmäßige Umsätze erzielt, nachrangig zu bewerten.

Sprich:
Solange Umsätze vorhanden sind, auch wenn diese nicht zu Abzügen der Leistung führen, überwiegt der Wert der Selbständigkeit.
Zumal Du ja auch persönlich davon profitierst:
* Weniger Lücken im Lebenslauf
* Kennenlernen von wichtigen Kontakten, die ggf. sogar irgendwann eine Anstellung anbieten könnten
* Geschäftserfolg, wenn man die richtigen Auftraggeber findet
* Beschäftigung
* Integration, Zugehörigkeitsgefühl etc.
* Schlicht: Mehr Geld durch zusätzliches Einkommen

Was er machen kann, Dich wieder in die Datenbank der Arbeitssuchenden aufnehmen.
Da stehe ich im Übrigen seit 5 Jahren drin... in den 5 Jahren kam ganz am Anfang mal eine einzige Anfrage eines Unternehmens, das an mir "Interesse" hatte. Als ich dort anrief, wusste erstaunlicherweise niemand etwas davon.
Ggf. kannst Du sogar zustimmen, hier und da mal eine Bewerbung zu schreiben, allerdings nicht verbindlich, d. h. ich würde es nicht in der EGV unterschreiben.
Damit zeigst Du deinen Willen für eine Reintegration in den Arbeitsmarkt.
Dann schreibst Du eben einfach mal 1 oder 2 Bewerbungen im Monat in dem Tätigkeitsfeld, in dem Du ausgebildet bist und holst Dir brav die 5 Euro Bewerbungspauschale pro Bewerbung alle 2-3 Monate per Antrag ab.

Die Absagen dokumentieren und "zementieren" dann Deine Selbständigkeit umso deutlicher. Das macht es am Ende für das Jobcenter sogar noch schwieriger, Dich aus der Selbständigkeit zu drängen, weil ihnen die Argumente fehlen.
 
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