Gibt es eine moralische Verpflichtung zur EU-Wahl zu gehen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Muzel

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Bei der letzten BT Wahl habe ich auch ungültig gewählt. Der Wahlordner hat mich noch gefragt, warum ich so schnell in der Wahlkabine fertig geworden bin.
Wenn man aber nicht zur Wahl geht , dann kennt man das ganze System nicht an. Das finde ich besser.
 

Negev

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Das System scheint festgefahren, zementiert. Theoretisch könnte sich was ändern. Aber da braucht es wohl tatsächlich erst ein Ereignis, ein Moment der Klarheit. Dann kann sich eine Mehrheit finden. Aber dieses Ereignis muss Real und für alle spürbar sein.

Klimawandel bspw.: Der Hitzesommer 2018 hat uns einen kleinen Vorgeschmack gegeben. Eigentlich bräuchten wir noch so einen Sommer...
 

Muzel

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Einiges läuft doch mit der Demokratie völlig aus dem Ruder, sonst wären die Rechten nicht so in ganz Europa auf dem Vormarsch.
 

Alm-Ah

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Einiges läuft doch mit der Demokratie völlig aus dem Ruder, sonst wären die Rechten nicht so in ganz Europa auf dem Vormarsch.
Gerade, dass Rechtsaußen- oder Linksaußen-Parteien nicht "einfach" verboten werden, sagt mir, dass die Demokratie nicht völlig aus dem Ruder läuft.


Als unberechenbare Größen könnten für mich dagegen gelten: Die Vermittelbarkeit von (zeitgemäßer) Politik und die Interessen der Bürger.

Ebenso alarmierend wie bezeichnend finde ich, dass mit großen Schlagworten wie Globalisierung, Flüchtlinge/Migranten, Klimawandel kräftig Stimmen geholt werden können.
Doch sooo einfach ist eine dauerhafte (befriedigende) "Problembehandlung" nicht.

Und diejenigen von uns, die überhaupt noch (gültig) wählen, was wollen wir denn genau?
Da wählen wir "strategisch", "aus Protest", wollen "Denkzettel" verteilen. Andere wählen aus ähnlichen Gründen ungültig oder gar nicht.

Ja, was ist das denn?
Ich weiß es nicht.
Muss Politik eine Art Entertainment sein, um Bürger zu erreichen, zu interessieren, gar zum Handeln zu bringen?
Ist uns Bürgern klar, dass wir in "Politik" hineingeboren werden? Dass sie uns umgibt, wie uns Luft zum Atmen umgibt?


Heute ist die Beteiligung an der EU-Parlamentswahl von knapp 23 % in der Slowakei eine kleine Sensation ("Allzeittief" 2014: 13 %), siehe Artikel auf tagesschau.de.
Da stellt sich mir schon irgendwie die Frage: Sind wir (EU-) Bürger in unserer Mentalität bzw. Politikauffassung noch zu retten?
Sollten wir es nicht mehr sein, welche Basis soll Demokratie dann noch haben?

Demokratie wird nicht in erster Linie durch Parteien zerlegt, sondern durch uns Bürger.
 

AsbachUralt

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Menschen die sich von den Etablierten nicht gut vertreten fühlen und das sind eine ganze Menge, wählen zum Teil dann gerne auch aus Protest Rechts. Sie erhoffen sich einfach eine Änderung, die aber auch von dort niemals kommen würde, wie Herr Strache eindeutig bewiesen hat..
Da wäre die Politiker endlich einmal aufgerufen, eine Politik für das Volk zu machen und nicht für die Interessenvertreter der Wirtschaft. Wird aber nicht geschehen, weil Politik und Wirtschaft sich in 74 Jahren untrennbar verfilzt haben, aber auch weil man sich eben auf einer höheren Ebene bewegt und kennt und gleiche Schulen und Universitäten besucht hat, das hält fürs Leben. Da wäscht eine Hand die andere.
 

Kampfmops

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Das ist wieder eine Sache, die ich nicht verstehe: Warum wählt man aus Protest Rechts?
Für mich ist Protest: Ich gebe den Parteien, von denen ich enttäuscht bin, NICHT meine Stimme. Das man dazu zwanghaft eine rechte Partei wählen muss, geht nicht in meinen Kopf.

Demokratie wird nicht in erster Linie durch Parteien zerlegt, sondern durch uns Bürger.
Das kenne ich auch so, seitdem ich wählen darf. Wählen ist wichtig, also bin ich jedes mal dabei.
Momentan ist es so, das vieles passiert, was die Politik zu verantworten hat, daher war die Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl hoch.
Das Schlimme ist, DAS erst was "öffentlich verbockt" werden muss, damit die Menschen sich mal mit Politik beschäftigen und wählen gehen.
Mir wäre es lieber, wenn sich viele zumindest etwas interessieren.
Allerdings könnte auch der Informationsfluss besser sein. Wenn nun schon mit Gedanken gespielt wird, Youtuber oder andere Medien zu zensieren (vor Wahlen z.B.), ist das nicht mehr normal und hat mit Demokratie nichts zu tun. Jeder darf frei seine Meinung sagen.
Gerade bei Rezo, schauten viele das Video. Das bedeutet aber nicht, das die Wähler auf ihn gehört haben. Der # niemehrCDU existierte z.B. schon durch Artikel 17 (13), wodurch sich die Meinung vieler Menschen, die das Net nutzen schon vorher bildete.
 

Muzel

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Mit der freien Meinung ist es sich hier nicht so weit her.
Welcher Politiker kennt schon das GG?
Als Bürger ist man doch nur ein Stimmvieh!
 

Zeitkind

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Die EWWU ist eine reine Wirtschaftsunion und weit von den Vorstellungen eines gemeinsamen Europa entfernt.
Bei der EU-Wahl gilt es austauschbare Puppenköpfe für´s Wirtschaftstheater hin- und herzuschieben,
um der sog. EU einen Anstrich von Demokratie zu verpassen und die Bürger hinzuhalten.
Hinter dem schönen bunten Vorhang werden die Strippen von der EZB und den Konzernen gezogen.
Die Mechanismen wurden vor 2 Tagen in der Sendung "Die Anstalt" (Videolink) hervorragend erklärt.
Danach würde ich eher einer Auflösung des Konstruktes zustimmen, denn das Bündnis in dieser Form
fördert in erster Linie die Abschöpfung des Kapitals aus den Mitteln der Gesellschaft, verheerende Umweltzerstörung, Kolonialisierung, Aufrüstung,
Spaltung der Gesellschaften und nicht zuletzt den Abbau von Demokratie in Ländern wie Albanien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Ukraine etc..
Beispielsweise hat die Regierung unter Orbán sämtliche Medien mit EU-Fördergeldern aufgekauft, um sie vollständig zu beherrschen.
Die sog. EU beteiligt sich unterwürfig mit horrenden Rüstungsausgaben an völkerrechtswidrigen Interventionen der US geführten NATO,
nicht aber an dem Wiederaufbau der (mit von ihnen) zerstörten Infrastrukturen, solange sich die Länder den USA nicht unterwerfen.
Sie beteiligt sich am Interventionsversuch der USA, an menschenverachtenden Sanktionen gegen Venezuela
und wirft im gleichen Zug der dort amtierenden Regierung vor, ihr Land nicht versorgen zu können.
Die europäischen Bürger haben sich konsumverklärt selbst an diese Wirtschaftsdiktatur ausgeliefert.
Diese hat die Strukturen schrittweise zur Einbahnstraße ausgebaut, daß eine Umkehr kaum mehr möglich ist.
Ich sehe für Europa eher eine düstere Zukunft, wenn es sich weiterhin der Wirtschaftsunion unterwirft.
 

Muzel

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Was hat das Putzen der Wohnung mit dem Gang zur Urne zu tun?
Ein H4 mensch sollte sich genau überlegen, wofür er sein knappes Budget ausgibt. Putzen muss man seine Wohnung. Ein gang zur Wahlurne ist nicht wichtig für das Überleben. Bei jedem Gang nutzt man seine Schuhe ab.
 
E

ExitUser

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Wer sein Wahlrecht ignoriert sollte konsequenterweise auch der Möglichkeit einer Alimentation durch eben diesen Staat aus dem Weg gehen
 

Negev

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Alimente... ohne Geld ist man in dieser Gesellschaft schlicht nicht überlebensfähig. Forderungen, die damit zu tun haben, denn Zugang zu Geld einzuschränken oder zu stoppen, sollte man mit Folter oder Tötung übersetzen. Wir sind so bemüht, schlimme Dinge auch noch in schöne Worte zu verpacken.

Wer Menschen tot sehen will, bitte... aber diese Unehrlichkeit und Scheinheiligkeit ist langsam unerträglich.
 

Birt1959

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Das stimmt so nicht. Von vielen Nicht-Wählern profitieren vor allem die großen Parteien.

LG

Mona Lisa
Bei den letzten Wahlen war es die AfD! Aus dem Nichts kam die.

Bei der letzten BT Wahl habe ich auch ungültig gewählt. Der Wahlordner hat mich noch gefragt, warum ich so schnell in der Wahlkabine fertig geworden bin.
Wenn man aber nicht zur Wahl geht , dann kennt man das ganze System nicht an. Das finde ich besser.
Ach Muzel, meine Eltern waren von einem anderen System der Marke Braun (nicht die Elektrofirma) traumatisiert. Wir Kinder mussten dies nie ausgesprochene Trauma mittragen und glaub mir: wir haben uns gewünscht, die Menschen in der Weimarer Republik wären nicht daheim geblieben und hätten die Republik nicht den roten und braunen Horden überlassen.

ES mag eine besser funktionierende Demokratie und einen besseren Staat geben - nur müssen wir dann etwas dafür machen. Nur im stillen Kämmerlein oder dem Loch zu hocken, hilft da nicht viel weiter. Das hat nichts mit Moral zu tun, sondern mit der Erkenntnis, dass ein Staat oder eine Gesellschaft nur so gut ist, wie die Menschen, die darin leben. Wenn man unzufrieden ist, sollte man halt überlegen, wie man die Menschen ändern kann.
 
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G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ein gang zur Wahlurne ist nicht wichtig für das Überleben. Bei jedem Gang nutzt man seine Schuhe ab.
Was für ein Argument!
Aber egal: Dann setzt man sich an den Computer und fordert online die Briefwahlunterlagen an. Die kommen per Post, und wenn man das nächstemal im Dorf ist schmeißt man den roten Umschlag in den Hausbriefkasten der Kommune. Oder in irgendeinen Briefkasten der Deutschen Post.
 

Birt1959

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"Ein gang zur Wahlurne ist nicht wichtig für das Überleben. Bei jedem Gang nutzt man seine Schuhe ab."

DAS, meine Liebe, dürfte das geringste Problem sein, wenn wir uns durch Nichtstun den Populisten von links bis rechts überlassen.

Den Rest schrieb Dagobert. Irgendeinen Briefkasten findet man immer und sonst gibt man den Wahlumschlag vertrauenswürdigen Personen mit und bittet die, ihn einzuwerfen. Wenn man absolut misstrauisch ist, kann man ja auf die Rückseite Tesa kleben oder sie mit Kartoffel/Kartondruck verzieren. Wurde der Umschlag aufgebrochen, weiß es dann das Wahlamt.
 

alteschachtel

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nur müssen wir dann etwas dafür machen. Nur im stillen Kämmerlein oder dem Loch zu hocken, hilft da nicht viel weiter.
Wunschdenken!!
Meine Erfahrung dazu : 500 Menschen beim Ersttreffen, die mit der Politik im Land nicht konform gehen. Grosses Gezeter (Wehgeschrei) auf/von der Bühne.
Zweites Treffen 50 Menschen - drittes Treffen 35 Menschen - bis auf 25 Menschen geschrumpft. Und dann noch Störer in der Gruppe.

Wie Du erkennen kannst, wird groß gezetert, meist einmalig und dann geht es wieder auf die Couch!!
 

Muzel

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Wenn man die Briefwahlunterlagen anfordert, muss man die Portokosten zahlen. Hab Ihr Geld übrig?
Wenn ich ein paar neue Schuhe brauche, benötige ich auch eine Absatzerhöhung und es werden nur 2 Paar pro Jahr von der Kasse bewilligt. Außerdem muss ich sowieso zuzahlen.
 

erwerbsuchend

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Sorry, aber du siehst wirklich die Kosten für die Briefmarke für die Briefwahl oder die Abnutzung deiner Schuhe beim Aufsuchen des Wahllokales als Ausschlusskriterium, nicht wählen zu können? Irgendetwas stimmt in deinen Wertevorstellungen nicht. So etwas habe ich bisher von niemanden gelesen oder gehört.
 
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