Gibt es eine moralische Verpflichtung zur EU-Wahl zu gehen?

Muzel

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Das war ein Thema in der RP von heute und ich habe mich sehr aufgeregt.
 

vidar

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Ohne Kenntnis des Zeitungsberichts ist es schwierig eine Beurteilung darüber abzugeben worauf/womit sich hier eine moralische Wahlpflicht ableiten soll. Schließlich definiert auch jeder selbst für sich die eigenen politischen Moralansprüche.
 

Kerstin_K

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Also ich finde, was nicht geht, ist, dass man nicht zur Wahl geht und sich dann später beschwert, Was "die da in Brüssel f+r einen Mist bauen." Aber als moralische Verpflichtung würde ic das jetzt nicht unbedingt bezeichnen.
 

Muzel

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Ich erwarte aber nichts.
Rp Berichte mtzuteilen, ist sehr schwierig und für mich nicht machbar. Kommt denn einer von euch auf die Seiten de RP? Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.
 

vidar

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Dazu müsste man wissen, um welchen Beitrag es sich handelt. Ich nehme deshalb mal diesen Kommentar
von Stephan Holthoff-Pförtner in der RP als Beispiel:

Gastbeitrag: Europa muss bewahrt werden

Zitat daraus:
Bei der Wahl am 26. Mai haben wir über Generationen hinweg eine moralische Pflicht, das Europa, in dem wir leben wollen, zu beschützen. Das können wir nur, wenn wir wählen und uns für Europa entscheiden. Die Gegner Europas werden wählen. Ich habe als Augenzeuge über Jahrzehnte gesehen, dass der Erfolg Europas keine Selbstverständlichkeit ist. Verspielen wir nicht gedankenlos Frieden, Freiheit, Bürgerrechte, Rechtstaatlichkeit und Wohlstand – und damit die Zukunft unserer Kinder und unserer Enkel. © Stephan Holthoff-Pförtner, RP-Online
.
 

Mona Lisa

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Wenn man nur in seiner Stadt, in seinem Bundesland und in Deutschland lebt, kann einem das (politische) Europa egal sein.

Nicht wählen gehen, ist auch eine Aussage.

Jeder kann machen, was er will. Mit Moral hat das aber nichts zu tun, finde ich.

Ich kenne viele, die das politische Europa hassen oder denen es so was von egal ist. Mit Nicht-Wählen können sie das auch ausdrücken.

LG

Mona Lisa
 

vidar

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Ob ich nun zu einer Wahl gehe oder nicht, lass ich mir schon gar nicht von irgendwelchen Moralaposteln vorschreiben. Solange ich gesetzlich nicht dazu verpflichtet bin an einer politischen Wahl teilnehmen zu müssen, nehme ich mein Selbstbestimmungsrecht nach meinem eigenen Urteilsvermögen war. Wer für sich selbst ein vereintes Europa anstrebt sollte dann bitte aber auch bei einer Wahl zum Europaparlament teilnehmen.
.
 

Mona Lisa

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Da immer mehr Dinge in Brüssel beschlossen werden, ist das keine gute Idee.
Ich habe auch nicht geschrieben, daß dies eine gute Idee ist. Aber Argumente prallen ab an den Thesen wie "Die machen doch nur, was sie wollen", "Die sind schuld, daß die D-Mark weg ist", "Da ist doch nur Bürokratie", "Wir dummen Deutschen zahlen doch nur und haben nichts davon."

LG

Mona Lisa
 

Kampfmops

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Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er wählen geht.
Ich selbst halte "Nicht-Wählen" für keinen Weg, um sich auszudrücken. Nichtwähler sind eher "unwichtig", da der Grund ja nicht bekannt ist, warum sie nicht wählen. Viele haben von Politik keinen Plan, andere machen lieber was anderes usw. Da macht sich keiner nen Kopf drum, ob du damit ein Statement setzen willst oder stattdessen lieber Fußball oder sowas guckst.

Die Gründe, zur Wahl zu gehen, sind bei den Menschen übrigens verschieden. Vielleicht suchst du dir einen Grund, warum wählen für dich gut sein könnte. ;)
Ich wähle, um eine Partei zu unterstützen, die mich gut vertreten kann...mein zweiter Grund: Um einige Leute des Parlaments evtl. von ihrem Stuhl zu kicken und mit wem anderes zu besetzen. :ROFLMAO:

Eine moralische Verpflichtung kann ich schon erkennen. Wenn man möchte, das die EU sich positiv verändert, sollte man wählen, dafür hat man die Stimme ja.
Ist einem eh alles egal, dann eben nicht. Man sollte dann aber (wie erwähnt) nicht meckern, wenn die in Brüssel wieder Mist bauen. Immerhin können die vertretenen Parteien auch auf Nationaler Ebene etwas ändern. Zum Guten oder zum Schlechten, je nachdem, was man wählt.
 

Lanthan

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Moralisch scheint mir als Vokabel hoch gegriffen.
Ich habe bisher an allen politischen Wahlen für die ich wahlberechtigt war, teilgenommen.
Auch wenn es nicht immer etwas zu "wählen" gab.
 

Matt45

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Was versteht jeder unter Europa bzw. was möchte man haben?

Zur Wahl sollte man gehen, es werden so gut wie alle Politischen Ziele abgebildet.
Schlimm finde ich. wenn Menschen verurteilt werden wenn jemand FDP, AFD oder.......gewählt hat.

Allerdings sind bestimmte Themen schwer zu verstehen. Wir wählen "Europa" und haben in Deutschland den Förderalismus der Budesländer........mehrere "Hundert" Verkehrsgebiete.......

Dies macht die "Sache" auch schwierig zu verstehen.

Mal eine ganz banale Frage, vielleicht wird mein Thread dadurch besser zu verstehen.

Warum kann ich eine europäische Pfandflasche nicht in Deutschland einlösen?

Wir wollen Europa sein, aber die unterschiedlichen Systeme(Steuern,Sozialsysteme......) sind so gut wie nicht integrierbar im jeweiligen Land(was auch nicht schlecht ist!).

Deshalb ist es für viele auch schwierig die Vorteile der EU-Wahl zu erkennen.
 

xena

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Also ich bin schon damit aufgewachsen, als alle Wahlfähig im Haus war. Sonntags Morgen mein Papa: Nach dem Kaffee wird gewählt, egal wo ihr euer Kreuz macht, oder Das Mittagessen (aus)wählt, da wird hin gegangen... Das war Pflicht. Heute mach ich das mit unseren nicht anders, es sei denn man ist Krank oder arbeitet. Wobei ja unterschwellig ich dann ab und an dann denke, wenn Wahlen was bezwecken würden, wären sie illegal. Aber was mut, das mut. Und so hab ich mir mein mähren dann verdient, wenn es nicht rund läuft. Moralisch? ..der Sitte nach? Ich finde es ist eine Pflicht die man nach guter Sitte macht... Wortspielerei
 

Kampfmops

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Schlimm finde ich. wenn Menschen verurteilt werden wenn jemand FDP, AFD oder.......gewählt hat.
Da frage ich gerne, warum man gerade diese Partei gewählt hat/wählen will. Vor allem bei AFD-Wählern fällt mir leider oft auf, das sie diese Partei wegen der öffentlichen "Hetze" wählen. Vom Wahlprogramm haben die meisten keine Ahnung. Und selbst bei einigen Wahlplakaten sollten die Menschen doch mal nachdenklich werden.
Bei solchen Menschen verurteile ich eher die Tatsache, das sie sich nicht richtig informieren.

Das Problem gibt es bei anderen Parteien natürlich auch, allerdings propagieren einige AFD-Wähler die Aussagen (die teilweise sogar in einen falschen Zusammenhang geschoben wurden) ihrer Partei weiter. Und mit hetze kann ich persönlich nichts anfangen.
 

Georg1975

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Ich verbinde den Gang zum Wahlbüro immer mit einem ausgedehnten Sonntagsspaziergang. Gewählt habe ich schon so ziemlich alles, mal aus Protest, mal aus Überzeugung. Aber "moralisch" dazu verpflichtet fühle ich mich nicht.
 

Alm-Ah

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Gibt es eine moralische Verpflichtung zur Eu-Wahl zu gehen?
Das war ein Thema in der RP von heute und ich habe mich sehr aufgeregt.
"Moralische Verpflichtung" fand ich auch erst etwas hoch angesetzt.
Dann habe ich kurz darüber nachgedacht und meine nun: Ja, es gibt heute schon so etwas wie eine sog. "moralische" Verpflichtung, an Wahlen allgemein mit einer gültigen Stimmabgabe teilzunehmen.

Warum hast Du Dich da sehr aufgeregt?

Ich sehe das ähnlich wie Kampfmops:
Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er wählen geht.
Ich selbst halte "Nicht-Wählen" für keinen Weg, um sich auszudrücken. Nichtwähler sind eher "unwichtig", da der Grund ja nicht bekannt ist, warum sie nicht wählen. [...]

Die Gründe, zur Wahl zu gehen, sind bei den Menschen übrigens verschieden. Vielleicht suchst du dir einen Grund, warum wählen für dich gut sein könnte. ;)
Ich wähle, um eine Partei zu unterstützen, die mich gut vertreten kann...mein zweiter Grund: Um einige Leute des Parlaments evtl. von ihrem Stuhl zu kicken und mit wem anderes zu besetzen. :ROFLMAO:

Eine moralische Verpflichtung kann ich schon erkennen. Wenn man möchte, das die EU sich positiv verändert, sollte man wählen, dafür hat man die Stimme ja.
Ist einem eh alles egal, dann eben nicht. Man sollte dann aber (wie erwähnt) nicht meckern, wenn die in Brüssel wieder Mist bauen. Immerhin können die vertretenen Parteien auch auf Nationaler Ebene etwas ändern. Zum Guten oder zum Schlechten, je nachdem, was man wählt.
[@ Kampfmops: Das hat jetzt nix mit Deinem Nick zu tun, mir fällt's gerade nur nicht anders ein ;)]

Ich gehe davon aus, dass die "Kampf-Linken" sowie die "Kampf-Rechten" sowieso gültig wählen werden.
Und wo bleiben da die "normalen" Stimmen für die Linken oder Rechten oder gar für die Mitte?
Ich meine damit die Stimmen der möglichen Wähler, die eben mit einer Partei sympathisieren - ohne dass sie gleich einem partei-eigenen Extrem zuzurechnen wären.

Was versteht jeder unter Europa bzw. was möchte man haben?

Zur Wahl sollte man gehen, es werden so gut wie alle Politischen Ziele abgebildet.
Schlimm finde ich. wenn Menschen verurteilt werden wenn jemand FDP, AFD oder.......gewählt hat.

Allerdings sind bestimmte Themen schwer zu verstehen. Wir wählen "Europa" und haben in Deutschland den Förderalismus der Budesländer........mehrere "Hundert" Verkehrsgebiete.......

Dies macht die "Sache" auch schwierig zu verstehen.

Mal eine ganz banale Frage, vielleicht wird mein Thread dadurch besser zu verstehen.

Warum kann ich eine europäische Pfandflasche nicht in Deutschland einlösen?

Wir wollen Europa sein, aber die unterschiedlichen Systeme(Steuern,Sozialsysteme......) sind so gut wie nicht integrierbar im jeweiligen Land(was auch nicht schlecht ist!).

Deshalb ist es für viele auch schwierig die Vorteile der EU-Wahl zu erkennen.
Klar ist es schwierig, den Nutzen der Wahl des EU-Parlaments glasklar zu sehen.
Doch muss ich das überhaupt?
M u s s ich erst EU-Experte sein, um an der EU-Wahl teilzunehmen?

Ich denke einfach, wir sind EU-Mitglied, deshalb ist diese Wahl für Deutschland und uns genauso wichtig wie andere Wahlen auf Gemeinde-, Landes- oder Bundesebene. Vllt noch wichtiger, da die EU ja umgebaut bzw. modernisiert werden soll, was dann auch Auswirkungen auf die Mitgliedsländer und damit auch auf deren Bürger haben wird (- wenn vllt auch nur indirekt).
--- Was, wenn irgend so ein hipper, gewiefter EU-Parlamentarier auf die Idee kommt, dass uuunbedingt die EU-Streitmacht her muss und z. B. bevorzugt Langzeitarbeitslose im Alter zwischen 23 und 37 Jahren bei Einstellungen für "zivile Jobs" bei der EU-Verteidigung Berücksichtigung finden sollen? Wäre das dann eher super oder gar nicht so gut?

Eine Art moralische Verpflichtung zum gültigen Wählen sehe ich für HE in der Art, dass wir uns oft genug weitestgehend hilflos, ausgegrenzt, stigmatisiert oder als Billigstarbeiter und Buhmänner/-frauen der Nation ausgenutzt fühlen.
Doch wenn wir dann schonmal ein gültiges Kreuzchen machen dürfen, wollen wir nicht. Ob aus Protest, Unvermögen, Desinteresse oder wegen sonst was, ist wurscht.

Wenn alle ELOs an Wahlen teilnähmen, hätten wir vllt sogar eine Chance, den längst zu einem Wirtschaftszweig gewordenen, elenden Zeitarbeitsfirmen oder den offensichtlich selbstverständlich gewordenen prekären Arbeitsverhältnissen langsam aber sicher das Wasser abzugraben.

Aber nee, wir organisieren uns "nur von der Hand in den Mund", wenn es z. B. um Ämter-Probleme geht. Selbst das ist heute nicht (mehr) selbstverständlich, weshalb ich diesem Forum nicht genug für seine Existenz und seine tolle Arbeit danken kann.

Den Kopf in den Sand zu stecken, ist meistens mist.
Das gilt mMn auch für die EU-Wahl.
Brüssel und Straßburg sind nicht so weit weg, wie uns Landkarten weismachen. EU-Politik hat Einfluss auf die Mitgliedsländer. Und die Mitgliedsländer sollen EU-Politik gestalten.
Wir sind Bürger eines Mitgliedslandes.

Leute, opfert 10 oder 20 Minuten eurer Zeit, informiert euch. Macht am 26. einen kleinen Spaziergang ins Wahllokal und gebt eine gültige Stimme ab. Bitte.
 

Echogamer

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Um die Frage des Threads zu beantworten:

Nö, es gibt keine moralische Verpflichtung zur EU-Wahl zu gehen.
Jeder kann für sich selbst entscheiden ob er / sie wählen geht oder nicht.
Ich persönlich werde wahrscheinlich wählen gehen.
Aber hundertprozentig entschieden hab´ ich mich ehrlichgesagt noch nicht.
 
A

Atana

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Leute, geht wählen. Wer nicht wählt, wählt immer die Anderen, die er nicht wählen würde.
Wer kann und will das wissen? Bei der massiven Korruption, die anscheinend bestens von der EU in Rumänien , Bulgarien , Ungarn und Tschechien hinten und vorne am Laufen gehalten wird. Um das zu erkennen bedarf es nicht erst der Hinweise in diversen Satire Shows. Stichwort OLAF:

Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung

Ein zahnloser Papiertiger im Geflecht der Begünstigten. Nicht nur meine Sicht dessen.

NEE -mit sowas will ich nichts zu tun haben. Wer Dreck anfasst -an dem bleibt was kleben. IMMER.

Ich möchte übrigens auch nicht durch Trugbilder dazu veranlasst werden,die vorgaukeln, dass die Stimme des Bürgers hier Brüssel überhaupt noch irgendwie erreicht -bei dem Gewusel von geschätzten 30.000 Lobbyisten sind die dort seit Jahren vollkommen ausgelastet und anderweitig involviert. GARANTIERT.

Ist meine Meinung dazu.
 
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Muzel

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Ich finde es schlimm, eine nichtexistierende Verpflichung durch die Hintertür der Moral zu erschleichen.
 
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