Gibt es eine genaue, gesetzliche Grundlage, wann die Rentenversicherung und wann die Krankenkasse die Rehakosten übernimmt?

Susanne42

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Meine befristete Erwerbsminderungsrente endet in 8/21 und ich hab nicht die geringste Idee, ob ich eine Chance auf Verlängerung habe.
Leider muss ich mir vorher noch, je nach Coronalage, eine Schulteroperation unterziehen und danach natürlich auch zur Reha.
Der Rehaantrag geht natürlich zur Krankenkasse, da die Schulter Operation nichts mit Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu tun hat.
Aber, meine wohl begründete Sorge ist, dass sich die DRV den Antrag einfach unter den Nagel reißt und die KostenträgerSchaft übernimmt, nach dem Motto : so preisgünstig kommen wir nicht anderweitig an ein Gutachten.Nun wollte ich mal im Voraus wissen, ob ich mich dagegen wehren kann? Die schulterop ohne Reha geht leider nicht
 

HermineL

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Leider muss ich mir vorher noch, je nach Coronalage, eine Schulteroperation unterziehen und danach natürlich auch zur Reha.
Der Rehaantrag geht natürlich zur Krankenkasse, da die Schulter Operation nichts mit Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu tun hat.
Das ist schon grundsätzlich falsch. Zum einen geht es in einer Reha um den Erhalt der Erwerbsfähigkeit und nicht der Arbeitsfähigkeit zum anderen ist es nach der Operation keine Reha sondern eine Anschlussheilbehandlung für die zu allererst die DRV zuständig ist und nicht die Krankenkasse.
Eine Anschlussheilbehandlung sollte innerhalb 2 Wochen nach Entlassung aus dem Krankenhaus stattfinden. Ein Antrag bei der Krankenkasse verzögert dies nur da diese den Antrag so oder so an die DRV weiterleitet.

Aber, meine wohl begründete Sorge ist, dass sich die DRV den Antrag einfach unter den Nagel reißt und die KostenträgerSchaft übernimmt, nach dem Motto : so preisgünstig kommen wir nicht anderweitig an ein Gutachten.Nun wollte ich mal im Voraus wissen, ob ich mich dagegen wehren kann? Die schulterop ohne Reha geht leider nicht
Wie zuvor geschrieben ist hierfür die DRV der Kostenträger und nicht die Krankenkasse. Diese käme nur in Frage wenn du die Voraussetzungen für eine AHB der DRV nicht erfüllen würdest.

Der Antrag für die AHB muss im übrige zwingend noch während der Krankenhausaufenthalts gestellt werden und von den Ärzten als notwendig erachtet werden. Der Sozialdienst des KH wird dies für dich übernehmen und den Antrag auch weiterleiten.
 

HermineL

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Auch wenn man schon in Rente ist?
Asche auf mein Haupt. Das habe ich in der Tat überlesen und muss es korrigieren aber auch bei Bezug einer Rente wegen Erwerbsminderung besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation (auch Anschlussheilbehandlung) auf Kosten der Rentenversicherungsträgers. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Erwerbsfähigkeit durch diese Leistungen wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder hierdurch deren wesentliche Verschlechterung abgewendet werden kann (§ 10 Abs. 1 Nr. 2b SGB 6).

Das Vorliegen von Erwerbsminderung führt nicht grundsätzlich zum Leistungsausschluss. Allerdings muss eine Erfolgsaussicht dahingehend prognostiziert werden können, als die Erwerbsminderung durch die Reha-Leistung voraussichtlich beseitigt oder wenigstens eine wesentliche Verschlechterung abgewendet werden kann. Sollte dies durch die Reha nicht erreicht werden können, sind Sie von Leistungen zur Rehabilitation (auch Anschlussheilbehandlung) durch die Rentenversicherung ausgeschlossen. Hier wäre Ihre Krankenkasse der richtige Ansprechpartner für eine medizinische Reha.

Welcher SV-Träger nun letztlich zuständig ist, kann nur durch eine sozialmedizinische Beurteilung (Prüfung des § 10 SGB 6) festgestellt werden.
Dennoch ist zu beachten das unabhängig welcher Träger letztlich zuständig ist auch hier der Antrag für eine AHB zwingend während des Krankenhausaufenthalts gestellt werden muss.
 

saurbier

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Da kann ich HermineL nur zustimmen und aus eigener Erfahrung sagen ja (falls sich hier nicht noch was in der Zwischenzeit gesetzlich geändert hätte).

Ich wurde 2012 ebenfalls an der Schulter operiert und kam dann im Anschluss nach der OP in eine Reha die voll von der DRV übernommen wurde. Ähnliches wird mir wahrscheinlich auch nach der Heilungsphase mit meinem jetzigen komplizierten Unterschenkelbrüchen passieren, da sich infolge des sich hinziehenden Heilungsverlaufes (Weihnachten dann bereits 6 Monate und die Knochen wachsen nicht zusammen tritz Nägel und Schrauben), ja wohlmöglich sogar eine neuerliche OP im Raum steht.

Ich möchte noch nachtragen, damals war ich noch Teil-EMR.

Genau das was HermineL jetzt ausgeführt hat, war bei mir 2011 der Fall, denn mein Reha-Antrag über die KK noch vor der geplanten Schulter-OP wurde von der DRV noch unter Verweis auf § 10 Abs. 1 Nr. 2 SGB VI abgelehnt womit die KK übernahm die Kosten. Als dann Ende Januar die OP erfolgte übernahm im Anschluß sofort die DRV die Reha. Hier jetzt einziger Unterschied die erfolgte OP.
 
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Kerstin_K

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Und die Krankenkassen machen sihc in Sachen AHB dan auf ganz andere Weise eien schlanken Fuss. Ihc kenne hier aus meinem Umfeld mindestens 3 Fälle von Altersrentnern, wo eine AHB erstmal abgelehnt wir, weil man angeblich noch nicht fit genug dafür sei. Bis das dann mal über Widerspruch geklärt ist, sind die Leute so fit, dass sie keien AHB mehr brauchen.
 

HermineL

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Und die Krankenkassen machen sihc in Sachen AHB dan auf ganz andere Weise eien schlanken Fuss. Ihc kenne hier aus meinem Umfeld mindestens 3 Fälle von Altersrentnern, wo eine AHB erstmal abgelehnt wir, weil man angeblich noch nicht fit genug dafür sei.
In der kardiologischen AHB in der ich zuletzt war wurden die Patienten, vorwiegend Rentner, liegend aus dem Krankenhaus eingeliefert. Viele Reha-Kliniken unterhalten dafür sogar eine Intensivstation. Das obwohl man normalerweise Reisefähig sein muss.

Bis das dann mal über Widerspruch geklärt ist, sind die Leute so fit, dass sie keien AHB mehr brauchen.
Da passt was nicht weil über eine AHB innerhalb von 14 Tagen entschieden werden muss. Ist ein Gutachten notwendig so haben die 3 Wochen Zeit. Ein Ablehnung wegen fehlender Notwendigkeit wie bei einer med.Rehabilitation ist bei der AHB eigentlich nicht möglich weil die Indikationen von vornherein festgelegt sind und vom Krankenhaus zu bestätigen. Wenn die normalen Voraussetzungen sowie die medizinischen Voraussetzungen zutreffen muss in der Regel noch nicht einmal auf die Zusage gewartet werden. Siehe § 14 SGB IX oder hier bei betanet.
 

Kerstin_K

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Da passt was nicht weil über eine AHB innerhalb von 14 Tagen entschieden werden muss. Ist ein Gutachten notwendig so haben die 3 Wochen Zeit. Ein Ablehnung wegen fehlender Notwendigkeit wie bei einer med.Rehabilitation ist bei der AHB eigentlich nicht möglich weil die Indikationen von vornherein festgelegt sind und vom Krankenhaus zu bestätigen. Wenn die normalen Voraussetzungen sowie die medizinischen Voraussetzungen zutreffen muss in der Regel noch nicht einmal auf die Zusage gewartet werden. Siehe § 14 SGB IX oder hier bei betanet.
Ich vermute, dass da vom Krankenhaus jeweisl etwas falsches beantragt wurde. Die Ablehnung erfolgte jeweils mit der Begründung, dass man noch nicht belastbar genug wäre und zunächst Physioterapie vor Ort machen soll. Und dass, obwohl den Patienten vorher gesagt wurde, dass sie direkt aus dem Krankenhaus in de Reha kommen. Was mich besonders wundert: In allen Fällen Orthopädische Fachkliniken, die eigentlich wissen müsten, wie das geht.
 

Susanne42

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Ich muss dazu sagen, dass die Reha der Schulter auf gar keinen Fall meine Erwerbstätigkeit wieder herstellen kann.
Die Schulterproblematik hatte nicht im geringsten Einfluss auf die Erwerbsminderungsrente.
Es wird auch keine AHB werden. Ich hatte diese Art Operation schon mal, die Reha findet erst frühestens 12 Wochen nach der Operation statt.
 

HermineL

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Ich muss dazu sagen, dass die Reha der Schulter auf gar keinen Fall meine Erwerbstätigkeit wieder herstellen kann.
Das mag ja durchaus sein und das werde ich nicht bestreiten aber die Entscheidung obliegt aber nun einmal nicht dir sondern dem zuständigen Leistungsträger, respektive den Ärzten im KH.

Es wird auch keine AHB werden.
Wenn die Ärzte das so drehen mag das sein. Die Indikation für den Zustand nach Behandlungen/Operationen und Unfallfolgen an den Bewegungsorganen ist jedenfalls eine AHB durch die DRV. Siehe AHB Indikationsgruppen.

Wenn die Ärzte im KH das so regeln, was ich nicht beurteilen kann, dann ist es dennoch so das bei einer Reha 12 Wochen nach der OP auch bei einer bereits vorliegenden Erwerbsminderungsrente die DRV der Leistungsträger sein kann. Die Entscheidung ob dies dann so ist treffen die Leistungsträger.
 
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