Gibt es eine allgemeine Rechtsfolgenbelehrung in der Eingliederungsvereinbarung? Darf man Stellenangebote die auf Vermittlungsvorschläge ohne Rechtsfolgenbelehrung folgen ablehnen?

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KaRi257

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Hallo ihr Lieben :)
Ich bin neu hier im Forum und auch neu arbeitslos. Ich bin seit dem 1.3. 2020 ohne Beschäftigung und beziehe dann ab diesem Monat ALG 1. Neulich hatte ich meinen ersten Termin mit meiner "Betreuerin" beim Arbeitsamt. Ich bin gelernte Tiermedizinische Fachangestellte und fange aber zum 01.08.2020 eine neue Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten an, den Ausbildungsvertrag habe ich schon unterschrieben. Da der Arbeitsmarkt für Tiermedizinische Fachangestellte und Tierpfleger recht leer ist und mich in dem Berufsfeld höchstwahrscheinlich auch niemand für knappe 5 Monate einstellen würde, versucht die Betreuerin mich jetzt auf Biegen und Brechen irgendwo unterzubringen, wo man keine besondere Qualifikation für braucht. Ich bin damit nicht einverstanden, weiß aber auch nicht ob ich mich da irgendwie gegen "wehren" kann? Außerdem hat sie mir beim letzten Termin 6 VV ohne RFB mitgegeben, auf die ich mich noch am selben Tag mit einem mäßig guten Anschreiben beworben habe, weil sie mir gesagt hat dass man sich in der Regel innerhalb von 1-2 Tagen darauf bewerben sollte. Nun habe ich am Freitag ein Vorstellungsgespräch bei einem Callcenter, das erstens unheimlich weit weg von meinem Wohnort ist und zweitens nicht meiner Vorstellung von adäquater Arbeit entspricht. Nun würde ich gern wissen, ob ich (sofern Sie mich einstellen wollen) das Angebot dann ablehnen darf, oder ob ich dann mit einer Sperrung rechnen muss? Außerdem habe ich in meinem Online Profil ein Formular namens "Eingliederungsvereinbarung" gefunden, in dem steht dass die Dame mich bei dem Gespräch über die Rechtsfolgen aufgeklärt hat und unten auf dem Formular steht noch "Rechtsfolgenbelehrung für Frau...... Ich bin darüber informiert, dass ich verpflichtet bin, die für die Vermittlung erforderlichen Auskünfte zuerteilen, Unterlagen vorzulegen und den Abschluss eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses unter Benennung des Arbeitgebers und seines Sitzes unverzüglich mitzuteilen (§ 38 Abs. 3 SGB III)."
Bedeutet das jetzt dass eine generelle RFB für alle Vermittlungsvorschläge gilt? Es tut mir Leid, aber für mich ist das alles neu und ich möchte nichts falsch machen....

Ich danke euch jetzt schon für eure Antworten
 

Curt The Cat

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Moinsen KaRi257 und willkommen hier ...

Sei bitte so freundlich und überleg Dir bitte eine aussagekräftigere Überschrift als ALG I, neue Stelle zum 1.8., VV ohne RFB in anderem Fachbereich.

Am besten einen vollständigen Satz, verbunden mit einer Frage - soviel Zeit sollte sein.


Ergänzend verweise ich dazu auf Forenregel 11. Du kannst Deinen Beitrag, sowie den Thementitel eine Stunde lang nach Erstellung bearbeiten, jetzt also noch gute 50 Minuten.

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als sieben Worte, drei Abkürzungen, zwei Ziffern und vier Satzzeichen rein ...

Im Editor der Überschrift findest Du zudem auch den Hinweis:
Themen-Überschrift, bitte den Themeninhalt (nicht zu) kurz beschreiben ...
Folge auch diesem Link ...! Hier erläutert @Admin2, weshalb ein aussagekräftiger Thementitel wichtig ist ...

Danke für Deine Mitwirkung und ich wünsche dir noch einen angenehmen Aufenthalt im Forum.


:icon_wink:
 

KaRi257

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Leider ja, allerdings hat sie mir nichts von den Rechtsfolgen erzählt.. Ist aber natürlich mein Fehler, ich hätte mir das nochmal durchlesen müssen.. aber ich finde so wie die Rechtsfolgenbelehrung dort formuliert ist, heißt es doch nciht dass ich mich auf jeden Vermittlungsvorschlag bewerben muss, oder?
 

abcabc

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Hey, willkommen hier.

Ich bin damit nicht einverstanden, weiß aber auch nicht ob ich mich da irgendwie gegen "wehren" kann?
Bei ALG I gibt es einen "Bestandsschutz" was den Lohn betrifft, der sich an deinem vorherigen Gehalt orientiert. Genaue Zahlen findest du hier sicher im Forum.

Außerdem hat sie mir beim letzten Termin 6 VV ohne RFB mitgegeben, auf die ich mich noch am selben Tag mit einem mäßig guten Anschreiben beworben habe,
In Zukunft bei Zwangsbewerbungen einige Grundregeln beachten:
- kein Foto
- keine Mailadresse, keine Telefonnummer (gibts keine Pflicht zu)
- Anschreiben NICHT an die Stelle anpassen, sondern 0815 so dass es auf 1000 Stellen passen würde


Nun habe ich am Freitag ein Vorstellungsgespräch bei einem Callcenter, das erstens unheimlich weit weg von meinem Wohnort ist
Wie weit denn? Maximal 2,5h für Hinweg UND Rückweg zusammen sind zumutbar (wobei von Tür bis Tür inkl. Fußwege gerechnet wird).

Nun würde ich gern wissen, ob ich (sofern Sie mich einstellen wollen) das Angebot dann ablehnen darf, oder ob ich dann mit einer Sperrung rechnen muss?
Prüfe die Wegzeit beim Pendeln und den Lohn, ob das zumutbar ist.
Wurde bei der Einladung die Übernahme von Fahrtkosten ausgeschlossen? Falls nicht, MUSS das Callcenter dir die gesamten Fahrtkosten erstatten. Einfach am Ende des Gesprächs verbindlich nach den Fahrtkosten fragen: Darauf hast du einen Anrecht. Gleichzeitig mögen Callcenter, Zeitarbeitsfirmen usw. keine potentiellen Mitarbeiter, die ihre Rechte kennen und durchsetzen.


Ich bin darüber informiert, dass ich verpflichtet bin, die für die Vermittlung erforderlichen Auskünfte zuerteilen, Unterlagen vorzulegen und den Abschluss eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses unter Benennung des Arbeitgebers und seines Sitzes unverzüglich mitzuteilen (§ 38 Abs. 3 SGB III).
Davon kann der SB träumen. Es gibt nur die Info, ab wann du Geld bekommst. Bei welchem Arbeitgeber du anfängst, wieviel du verdienst o.ä. geht die AfA NICHTS an.
Und sobald du ausm Bezug bist kann nicht mehr "bestraft" werden.
 

KaRi257

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In Zukunft bei Zwangsbewerbungen einige Grundregeln beachten:
- kein Foto
- keine Mailadresse, keine Telefonnummer (gibts keine Pflicht zu)
- Anschreiben NICHT an die Stelle anpassen, sondern 0815 so dass es auf 1000 Stellen passen würde

Das habe ich zur Hälfte tatsächlich gemacht. Ich habe eine Standard-Bewerbung geschrieben und immer nur die Adresse geändert und mein Foto habe ich auch rausgenommen.. allerdings werde ich nächstes mal auch E-Mail und Telefonnummer rausnehmen, danke.

Wie weit denn? Maximal 2,5h für Hinweg UND Rückweg zusammen sind zumutbar (wobei von Tür bis Tür inkl. Fußwege gerechnet wird)

Mit dem Auto pro Fahrt 1 Stunde, allerdings ist mein Auto kurz vorm Auseinanderfallen und mit den Öffis brauche ich pro Fahrt 3 Stunden bis zu der Arbeitsstelle. Allerdings haben die wohl auch eine Niederlassung in einem Ort, der nur 20 Minuten entfernt ist, vielleicht würde ich dann auch da arbeiten, aber das VG ist in der Hauptniederlassung.

Prüfe die Wegzeit beim Pendeln und den Lohn, ob das zumutbar ist.
Wurde bei der Einladung die Übernahme von Fahrtkosten ausgeschlossen? Falls nicht, MUSS das Callcenter dir die gesamten Fahrtkosten erstatten. Einfach am Ende des Gesprächs verbindlich nach den Fahrtkosten fragen: Darauf hast du einen Anrecht. Gleichzeitig mögen Callcenter, Zeitarbeitsfirmen usw. keine potentiellen Mitarbeiter, die ihre Rechte kennen und durchsetzen.

Okay, dann werde ich am Freitag in jedem Fall das Gehalt erfragen. in der Einladung zum VG haben sie direkt Fahrtkostenerstattung ausgeschlossen.

Davon kann der SB träumen. Es gibt nur die Info, ab wann du Geld bekommst. Bei welchem Arbeitgeber du anfängst, wieviel du verdienst o.ä. geht die AfA NICHTS an.
Und sobald du ausm Bezug bist kann nicht mehr "bestraft" werden.

Meine Frage war jetzt eher, ob diese "Rechtsfolgenbelehrung" auf der EGV als generelle Rechtsfolgenbelehrung für alle VV gilt, dass die das quasi nicht extra drauf drucken müssen weil ich sowas in der EGV unterschrieben habe?
 

abcabc

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Mit dem Auto pro Fahrt 1 Stunde, allerdings ist mein Auto kurz vorm Auseinanderfallen und mit den Öffis brauche ich pro Fahrt 3 Stunden bis zu der Arbeitsstelle.
Dreistigkeit siegt: Falls du zum Vorstellungsgespräch fährst, park ein paar Straßen entfernt, dass man dich auf keinen Fall mit Auto sieht. Offiziell bist du mit dem ÖPNV angereist (vorher unbedingt die Verbindung mit Umsteigepunkten merken). Und falls man dich fragt, ob du gut hergefunden hast, beklagst du dich direkt über die 3h Fahrt. Auf Nachfrage ist dein Auto offiziell kaputt. ;)


Okay, dann werde ich am Freitag in jedem Fall das Gehalt erfragen.
Falls man dir einen Arbeitsvertrag vorlegt, einstecken und sagen, dass du den erstmal in Ruhe zu Hause prüfen musst. Vor Ort nichts unterschreiben! Du hast das Recht Verträge vor der Unterschrift zu prüfen.

Meine Frage war jetzt eher, ob diese "Rechtsfolgenbelehrung" auf der EGV als generelle Rechtsfolgenbelehrung für alle VV gilt, dass die das quasi nicht extra drauf drucken müssen weil ich sowas in der EGV unterschrieben habe?
Was genau steht denn in der EGV drin bzgl. Bewerbungen? Das was du zitiert hast, betrifft nur die Auskunft darüber wo du arbeitest etc. pp. aber nicht Bewerbungen an sich.
 

KaRi257

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Dreistigkeit siegt: Falls du zum Vorstellungsgespräch fährst, park ein paar Straßen entfernt, dass man dich auf keinen Fall mit Auto sieht. Offiziell bist du mit dem ÖPNV angereist (vorher unbedingt die Verbindung mit Umsteigepunkten merken). Und falls man dich fragt, ob du gut hergefunden hast, beklagst du dich direkt über die 3h Fahrt. Auf Nachfrage ist dein Auto offiziell kaputt. ;)

Okay super, danke für den Tipp!

Falls man dir einen Arbeitsvertrag vorlegt, einstecken und sagen, dass du den erstmal in Ruhe zu Hause prüfen musst. Vor Ort nichts unterschreiben! Du hast das Recht Verträge vor der Unterschrift zu prüfen.

Ich würde den Arbeitsvertrag sowieso nicht direkt unterschreiben, ich hoffe ja immernoch dass ich die Stelle ablehnen kann..

Was genau steht denn in der EGV drin bzgl. Bewerbungen? Das was du zitiert hast, betrifft nur die Auskunft darüber wo du arbeitest etc. pp. aber nicht Bewerbungen an sich.

Das ist jetzt Wort für Wort die gesamte EGV, so wie die Dame sie geschrieben hat

Ziele:Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung als Tierarzthelferin in Vollzeit

Unterstützung durch die Agentur für Arbeit
ich habe Ihnen zur Unterstützung die Möglichkeit einer Eignungsfeststellung/Arbeitserprobungerläutert. Denken Sie bitte an die vorherige Beantragung und Genehmigung. Die Arbeitserprobung sollte in der Regel max. 1 Woche dauern.
wir haben mit Ihnen Ihre beruflichen Daten überarbeitet
wir haben zur Integrationsverbesserung Alternativen aufgenommen
wir haben Ihr Profil, im einvernehmen, anonym in der Jobbörse veröffentlicht
wir haben mit Ihnen den Arbeitsmarkt gesichtet und besprochen sowie eine Chanceneinschätzung vorgenommen
Sie haben Stellenangebote erhalten.
Auf die Rechtsfolgen wurde hingewiesen
Sie erhalten, bei Eignung, auch Stellenangebote durch unser Arbeitgeberteam
ich habe Sie über unterstützende Hilfen aus dem Vermittlungsbudget informiert. Sie zeigen keinenUnterstützungsbedarf an. Änderungen hierzu müssen Sie umgehend über das Service Centeranzeigen (bevor die Kosten entstehen). Beachten Sie hierzu auch das Merkblatt 3, welches Sie hier im Hause erhalten können oder online unter www.arbeitsagentur.de..
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Aktivitäten von Frau ..... Sie nutzen regelmäßig Internet und Tagespresse ggf auch Fachzeitschriften. Nutzen Sie z.B. auchprivate Kontakte. Nutzen Sie für Ihre Stellenrecherche, neben unserer Jobbörse www.arbeitsagentur.de, weitere Suchoptionen wie z.B. Internet Stellenbörsen und die Tagespresse ( z.B. , www.indeed.de oder www.haz.de etc)nutzen Sie zunächst einen Suchradius bis 40 KM, weiten Sie diesen aus, falls erforderlich
bewerben Sie sich schriftlich oder per Internetbringen Sie zu jedem Meldetermin die Nachweise Ihrer Eigenbemühungen in schriftlicher Form mit(ca 4- 6 Nachweise alle 4 Wochen)
bringen Sie eine komplette Bewerbungsmappe zum nächsten Gespräch bitte mit, so wie Sie diese versenden.
Sie teilen uns alle vermittlungsrelevanten Änderungen wie z.B. Krankheit, Arbeitsaufnahme,Nebenverdienst, Umzug unverzüglich mit. Bei einer Ortsabwesenheit (Urlaub/Reise) holen Sie sichvorab die Zustimmung Ihrer Agentur für Arbeit ein.Beachten Sie bitte das Merkblatt 1 und 3
Sie haben einen Folgetermin erhalten
Rechtsfolgenbelehrung für Frau ......
Ich bin darüber informiert, dass ich verpflichtet bin, die für die Vermittlung erforderlichen Auskünfte zuerteilen, Unterlagen vorzulegen und den Abschluss eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnissesunter Benennung des Arbeitgebers und seines Sitzes unverzüglich mitzuteilen (§ 38 Abs. 3 SGB III).
 

faalk

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Davon kann der SB träumen
Wieso, gilt der beschriebene § 38 Abs. 3 SGB III nicht mehr?

(3) Ausbildung- und Arbeitsuchende, die Dienstleistungen der Bundesagentur in Anspruch nehmen, haben dieser die für eine Vermittlung erforderlichen Auskünfte zu erteilen, Unterlagen vorzulegen und den Abschluss eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses unter Benennung des Arbeitgebers und seines Sitzes unverzüglich mitzuteilen.
§ 38 Abs. 3 SGB III
 

Kerstin_K

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Die EGV ist ein zahnloser Tiger. Aus der kann es auch bei Verstößen keine Sperrzeit geben.

Schau dir mal den Paragraph 140 SGBIII an.
 
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