Gewerbe anmelden in reinem Wohngebiet

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JohnnyB

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Hallo zusammen,

nachdem nun alles soweit geplant war, hieß es für mich auf zum Ordnungsamt um das Gewerbe anzumelden.
Die Dame, die für diese Tätigkeit zuständig ist, sagte mir jedoch, dass ich erst einmal ein paar Etagen nach oben zum Bauamt gehen solle um herauszufinden, ob ich denn überhaupt an der vorgesehenen Adresse ein Gewerbe eröffnen dürfte.
Da ich, wie ich nun weiß, in einem reinen Wohngebiet wohne, geht das leider nicht.
Wobei es hier in meiner Straße (direkt am Feldrand) einen Pferdehof und ein Unternehmen gibt, das Edelstahlgeländer herstellt. In ca. 150 Meter Luftlinie ist auf der anderen Straßenseite sogar Gewerbe möglich und auch ansässig.

Es könnte bei meinem Betrieb, der übrigens im Nebenerwerb betrieben wird, durch gelegentliches Sägen und Bohren in Kunststoff, eine leichte Lärmbelästigung geben. Allerdings ist im Umkreis von 50 Metern um die Produktionsstätte nur Wiese.
Dann wäre noch die Frage, ob die Produktionsstätte überhaupt für die Lagerung der Teile und die Produktion genutzt werden kann seitens des Bauamts.

Das Einzige, was ich wirklich nachvollziehen kann, ist, dass sich Anwohner eventuell durch die Anfahrten des Paketdienstes gestört fühlen könnten, der wenn es hoch kommt, zwei mal die Woche meine Adresse anfährt.

So...ich hoffe ihr erkennt mein Problem und habt eine konstruktive Lösung für mich.
Kann ich darauf hoffen, dass das Ordnungsamt einfach nicht an das Bauamt "petzt"?

Grüße

Johnny
 

Ramteid

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Hallo,

ich sehe da keine Probleme. Solange alles auf Deinem Grundstück stattfindet. 2x Paketdienst ist wirklich nix, auch 2x am Tag kaum.

50m schlucken schon einiges an Bohrlärm, sollte nicht so schlimm sein. Ungünstig wäre es evlt, wenn du den Nebenerwerb spät Abends oder sehr früh Morgens ausübst. Ansonsten tagsüber ok.


Mein Reifenhandel war auch offiz. (Büroadresse) im Wohngebiet, Vertreterbesuche ect. und Firmenbullis die öfters mal die Parkbuchten (Spielstrasse) blockierten. Nie Probs gehabt. Gewerbeanmeldung lief damals problemlos ab.
 

JohnnyB

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Hi,

also einfach anmelden und fertig?

Nun habe ich natürlich schon mit der Dame gesprochen, die das bearbeiten würde.
Da würden bei Ihr bestimmt die Glöckchen klingeln und würde bestimmt beim Bauamt nochmal nachhaken.
Morgen habe ich noch ein Gespräch, ob ein Familienmitglied noch einsteigen möchte, bei Ihm hätten wir eventuell noch die Möglichkeit auf dem Grundstück etwas zu werkeln.

Ansonsten werde ich einfach mal die Gewerbeanmeldung per Post hin schicken.

Für andere Möglichkeiten bin ich dennoch immer offen :)
 

Ramteid

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Ja genau, bin zum Amt, antrag gestellt und ohne weiteres den Gewerbeschein erhalten. Das war ne 10 minuten Sache, wundere mich gerade über dein Amt :)


Oder haste nur mal Telefonisch durchgeklingelt?
 

Wutbuerger

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Das eine ist dein Gewerbeschein - das andere wird die Nutzungsrechtsänderung sein .Wenn die Halle nur zum Lagern genehmigt wurde , ist für Produktion schon wieder alles anders .Dann kommt der Branschutz und die Notausgänge und und und .Achte bei Abschluß eines Mietvertrages darauf das "vorbehaltlich einer Nutzungsänderungsgenhmigung " drin steht oder das der Vermieter diese besorgt .Sonst mietest du am Ende was das du nicht wie vorgesehen nutzen darfst .
 

JohnnyB

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Danke für die Antworten,

die Dame ist nur hellhörig geworden, weil das Wort Produktion auf dem Antrag stand.
Meine Produktion sieht eigentlich auch nur so aus, dass ich Teile lackiere und zusammenklebe, drei Löcher bohre und Gewinde schneide. Das ganze wird sich ja erst einmal auf maximal 50 komplette Endprodukte im Monat belaufen. Die Produktions würde sich in einem alten Vogelzucht-"Gebäude" befinden.
Wenn man dabei den Brandschutz und Notausgänge beachten würde, könnte man das ganze abreißen und neu bauen. :)
Wie gesagt, werde ich morgen mal schauen, ob sich da etwas anderes ergeben könnte.
Ich möchte ja kein Braunkohlekraftwerk betreiben, sondern nur ein paar Teile zusammen schustern.
Habe heute auch erfahren, dass mein alter Arbeitgeber seine Produktionsstätte sogar in einem Naturschutzgebiet hatte :)
Irgendwie muss man ja anscheinend drum herum kommen, dass das Bauamt die Nutzung überprüft.
Solange es keinen stört, dürfte das doch wohl auch recht egal sein...
 

Wutbuerger

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Lackieren :icon_dampf: Absauganlage , Emissionsschutz ,Explosionsgeschützte Elektrik ,Filter...
Mach lieber ne Straussenfarm auf --ist doch Vogelzucht , oder ?:icon_mrgreen:
 

JohnnyB

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:icon_mrgreen:

Lackieren mit einer Spraydose im Freien.
So langsam kommt in mir auch der Gedanke hoch, ob ich nicht wirklich lieber eine Straußenfarm aufmachen soll.
Hätte nicht gedacht, dass es für so ein bisschen Basteln so viele Steine gibt, die man in den Weg schmeißen kann. Nun ist es die Kunst diesen auszuweichen.
Morgen werde ich mehr wissen, obein anderes Grundstück dafür in Frage kommt, das kein reines Wohngebiet ist.
 

franky0815

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wenn du dir ärger mit dem bauamt und dem gewerbeamt ersparen willst solltest du auf das stichwort produktion verzichten, wenn du die tele später verkaufst schreibst du als tätigkeit " handel " und fertig.

lt. bisheriger verwendung riecht das eher wie mischgebiet.

spielt keine rolle, bei nutzungsänderung sind auflagen zu erfüllen, sanitäre anlagen, sozialräume ( auch wenn du alleine dort arbeitest ) der dickste brocken dürfte brandschutz und notausgänge usw. sein, bei gewerblich genutzten räumen sind die bauämter sehr streng.

:icon_mrgreen:
Lackieren mit einer Spraydose im Freien.

solltest du für dich behalten, wenn dich trotzdem dabei mal jemand sieht, dann is das was privates was du für dich machst.
 

Anna B.

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gerade gestern habe ich irgendwo was gelesen zu Gewerbe und Wohngebiet...da gab es ein Urteil...da war es sogar verboten worden, dass jemand ein Nagelstudio im reinen Wohngebiet betreibt..

https://openjur.de/u/745312.html

im übrigen beginnt in unserem reinen Wohngebiet das Mischgebiet auf der anderen STraßenseite...da geht es los mit einer Bäckerei, 100m weiter ist der Platz eines Bauunternehmers, dann kommt ein Elektroladen, bissl weiter ein Fensterbauer und dann beginnt das große Industriegebiet...etwa 400m von unserem reinen Wohngebiet...
 
E

ExitUser12345

Gast
In reinen Wohngebieten kommt es darauf an, dass keinerlei Störung von dem Gewerbe ausgeht. Zudem muss sich das betriebene Gewerbe auf einen unauffälligen Raum beschränken, der Teil eines dort bereits stehenden (Wohn)Gebäudes ist (§§ 3 II Nr. 1, 13 Alt. 2 BauNVO).

Meiner Ansicht nach gibt es jedenfalls günstiger Gebiete, wenn man ein Gewerbe eröffnen will. Andererseits kommt es natürlich auf den entsprechenden SB an, und wie dieser das Vorhaben beurteilt.

:icon_pause:
 

franky0815

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gerade gestern habe ich irgendwo was gelesen zu Gewerbe und Wohngebiet...da gab es ein Urteil...da war es sogar verboten worden, dass jemand ein Nagelstudio im reinen Wohngebiet betreibt..

https://openjur.de/u/745312.html

die gründe liegen hier im bebauungsplan, auslöser waren wohl aber die nachbarn, immerhin ist es ja lange zeit gutgegangen, was ich einigermassen lächerlich finde ist das zwangsgeld von 500€ wenn sie weitermacht, dass zahlt sie doch aus der portokasse.

was das ganze aber schön zeigt, je weniger das bauamt und gewerbeamt weiss, desto weniger stress wird es geben, einfach ein gewerbe mit dem zweck des handels anmelden und fertig.
 

Wutbuerger

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Bei einem Gewerbe kommt es auf mehr an als Produktionslärm oder Geruchsbelästigung .
Ich wollte mal Gebrauchtwagen verkaufen da störte man sich an möglichen Belästigungen wie Türen zuschlagen oder verstärktem Verkehr durch Interessenten .Und das wird über die Jahre nicht einfacher geworden sein ...
 

JohnnyB

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Hallo und vielen Dank für Eure antworten.

Mittlerweile ist mein Cousin mit eingestiegen und wir werden uns eine große Gartenhütte auf das Grundstück meines Onkels setzten, die genehmigungsfrei ist, also unter 30 m³ umbauten Raum.
An diesem Grundstück ist es möglich ein Gewerbe anzumelden.
Eventuell werde ich auch erstmal ein Einzelunternehmen ohne "Produktion" hier anmelden.
Selbst die Lagerung in der Hütte hier im reinen Wohngebiet wurde in Frage gestellt.

In wie weit ist denn die Bezeichnung auf dem Gewerbeantrag entscheidend für eventuelle Versicherungsansprüche? Falls sich jemand bei der Produktion verletzen würde? (An Kleber wird das schwierig :) )
 

franky0815

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Mittlerweile ist mein Cousin mit eingestiegen und wir werden uns eine große Gartenhütte auf das Grundstück meines Onkels setzten, die genehmigungsfrei ist, also unter 30 m³ umbauten Raum.
An diesem Grundstück ist es möglich ein Gewerbe anzumelden.

da irrst du dich aber gewaltig, die gartenhütte ist zwar genehmigungsfrei, aber nicht wenn sie als gewerberaum dienen soll, nicht mal als lager, denn wie weiter oben schon beschrieben gelten für gewerberäume ganz andere anforderungen.
 

Wutbuerger

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Und neben dem Brandschutz wird er die Mindestraumhöhen der Landesbauordnung kennen lernen ,dazu die EnEV ,die Beleuchtungsvorschriften , die Fluchtwege mit ihren mindestanforderungen , die Elektroinstallation uva mehr .
Eine Gartenhütte ist zur gelegentlichen Benutzung im Freizeitbereich vorgesehen .Da wünsch ich dir viel Spaß im Winter
 

Anna B.

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ich muß ehrlich sagen, dass ich die Nachbarn irgendwie schon verstehen kann...wenn da tatsächlich die Kundinnen ihre Autos parken, wie sie wollen...ständiges Türenschlagen...eine Kundin soll ihr Auto sogar im Carport des Nachbarn geparkt haben...na vielen Dank...darauf könnte ich verzichten.
 

Kerstin_K

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In wie weit ist denn die Bezeichnung auf dem Gewerbeantrag entscheidend für eventuelle Versicherungsansprüche? Falls sich jemand bei der Produktion verletzen würde? (An Kleber wird das schwierig :) )

Die Ausduenstungen des Klebers koennen gesundheitsschaedlich sein und leicht entzuendlich.

Mein Bruder hat bei der Arbeit an einer Bohrmaschine drei Finger verloren.
 

JohnnyB

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Menschenskinder ne....

Ihr macht mir ja Mut, ich möchte doch nur ein paar Filter zusammenkleben und verkaufen.
Habe keinen Kundenverkehr und das ganze wird auch eher als Hobby ausgeübt, aber halt mit Gewinnerzielung, so dass ich ein Gewerbe anmelden muss. Die Filter werden nur im Auftrag gefertigt, es bleibt also eine Kleinserie.

Warum muss das denn so schwierig bei uns in Deutschland sein?
 

JohnnyB

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Das Problem mit dem reinen Wohngebiet ist ja mittlerweile geklärt.
Der Standort wurde ja bereits verlegt auf das Grundstück meines Onkels.
Es geht jetzt ja nur um die Frage des Gebäudes. Also bezüglich Brandschutz etc.

Hat denn jemand einen konkreten Vorschlag, wie man das bewerkstelligen kann?
Ich habe also nun ein Grundstück, auf das ich etwas bauen kann. Ist laut Bebauungsplan auch möglich.
Es reicht ja schon etwas kleines, da nicht viel Platz benötigt wird um das ganze mal anfangen zu können.
 

franky0815

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Weil du das Ganze in einem "reinen Wohngebiet" veranstalten willst. :wink:

die baulichen auflagen haste auch alle im gewerbegebiet.

Hat denn jemand einen konkreten Vorschlag, wie man das bewerkstelligen kann?
Ich habe also nun ein Grundstück, auf das ich etwas bauen kann. Ist laut Bebauungsplan auch möglich.
Es reicht ja schon etwas kleines, da nicht viel Platz benötigt wird um das ganze mal anfangen zu können.

ein bekannter macht was ähnliches, der hatte anfangs das ganze in einem bauwagen gemacht der im garten stand, inzwischen hat er einen 6 meter container rumstehn der als " lager " dient, wenn es ärger mit den behörden gibt is das kein problem der bauwagen und der container sind mobil und jederzeit versetzbar, es darf eben nur keiner wissen das das gewerberäume sind.

bauwagen gibt es zum teil gratis, für einen gebrauchten container musste so ab 500€ aufwärts rechnen.
 

Barthel Schink

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Wenn ich das in Deinem Fall richtig verstanden habe, dann ist der Umfang der gefertigten "Filter" eher so, daß man es als Heimwerken oder Basten betrachten kann. Da ist die Frage, ob du überhaupt eine feste Produktionsstätte angeben musst?
Die Lagerung entfällt ja wohl auch weitestgehend, wenn du Auftragsarbeiten "just-in-time" erledigst und eine Verkaufsfläche brauchst du auch nicht.

Ich bin dabei etwas vergleichbares zu machen, nur daß es bei mir Brettspiele sind, die ich zusammenbastel.und keine Filter.
Anmeldung geht bei mir über das Ticket Gamedesign. Das ist zwar nicht anmeldepflichtig, spart aber Ärger, wenn mir jemand einen wegen "Sozialbetruges" an den Karren fahren will.

Wie wäre es, wenn du dir eine ähnliche nicht-anmeldepflichtige Bezeichnung raussuchst, das ganze in der Gartenhütte bastelst und über das Internet oder sonstwas vertreibst.

Du bekommst dann deine Steuernummer, macht jährlich die Abrechnung fürs Finanzamt, wenn du zuviel verdienst zahlst du natürlich Steuern und ansonsten wird der Gewinn nach steuern einmal im Jahr (bei mir zumindestens) bein Sozialamt angegeben und die schauen, wieviel sie dann von dem Reingewinn nach Abzug aller absetzbaren Ausgaben abziehen.

In meinem Fall werde ich eben nur auf einen Festen Betrag hin produzieren und dann Einnahmenmäßig für das Geschäftsjahr das Werkzeug fallen lassen, wenn der erreicht ist. Was die Produktion angeht kann ich die Zeit aber nutzen um Warenbestand soweit aufzubauen, bis ich irgendwann nur noch einevorgegebene Anzahl pro Jahr verkaufe ohne unter Produktionszwang zu stehen.

GGF kann man auch mehr als ein Gewerbe anmelden bzw mehrere Betätigungsfelder angeben und das ganze splitten... konkret "Basteln" und allgemeinen Internethandel.
 
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