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Gewalt gegen kinder

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wolliohne

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#1
Rund 10 000 Kinder werden jedes Jahr in Deutschland misshandelt. Der Kinderradiologe Markus Uhl aus Freiburg ist einer der wenigen Spezialisten, die Spuren von Gewalt an einem Kinderkörper entlarven können.
Von Heidrun Wulf-Frick


Gewalt gegen Kinder ist weiter verbreitet, als öffentlich wahrgenommen wird

„Kindesmisshandlung ist eine typisch westliche Degenerationserscheinung“, wies vor wenigen Jahren eine chinesische Radiologin rüde ihren schwedischen Kollegen zurecht. „So etwas gibt es bei uns nicht.“ Das war, bevor der Schwede in seinem Kongressvortrag darlegte, wie bildgebende Verfahren körperliche Misshandlungen von Kindern aufdecken können. Danach brach die Ärztin in Tränen aus. Schockiert bekannte sie: „Ich habe in meinem Leben Dutzende Fälle übersehen.“



Misshandlung: Gewalt gegen Kinder - Misshandlung - FOCUS Online
 

MrsNorris

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#2
:icon_eek: Es ist mir völlig unverständlich, wie man Kinder misshandeln. Absolut verabscheuenswürdig!
 

penelope

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#3
wenn ich sowas lese, bekomme ich immer eine Gänsehaut!

sollte da nicht ein Gesetz rauskommen, wo vorgeschrieben ist, das Kinder
des öfteren zum Arzt geschickt werden, um gerade solche Schandtaten vorzubeugen:confused:
 
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#4
Ich bekomme immer eine unbändige Wut auf die Misshandler, wenn ich davon lese oder höre. Diese kleinen Wesen, die sich überhaupt nicht zur Wehr setzen können, ihnen wird jegliches Urvertrauen genommen.

Sprecht Leute an, wenn ihr etwas mitbekommt. Schon das ansprechen einer Mutter/ eines Vater/ einer sonstigen Person, die ein Kind unfreundlich anherrscht, kann vor dem Schlimmsten bewahren. Man weiss nicht, warum in dem Moment so barsch reagiert wird, das Ansprechen kann aber schon den ersten Druck nehmen.
 
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Gast
#5
Ich bekomme immer eine unbändige Wut auf die Misshandler, wenn ich davon lese oder höre. Diese kleinen Wesen, die sich überhaupt nicht zur Wehr setzen können, ihnen wird jegliches Urvertrauen genommen.

Sprecht Leute an, wenn ihr etwas mitbekommt. Schon das ansprechen einer Mutter/ eines Vater/ einer sonstigen Person, die ein Kind unfreundlich anherrscht, kann vor dem Schlimmsten bewahren. Man weiss nicht, warum in dem Moment so barsch reagiert wird, das Ansprechen kann aber schon den ersten Druck nehmen.
Klasse. Prinzipiell hast du recht: Nur wie der Artikel schon beschreibt, sind nicht einmal Fachärzte darauf spezialisiert, tatsächliche Gewalt zu erkennen.

Noch zwei kleine Anekdoten dazu meinerseits:

Meine Tochter war ca. 2 Jahre alt, als ich mit ihr im Buggy einige Erledigungen in der Stadt machte. Sie wollte dieses, sie wollte jenes, schrie und zappelte in ihrem Buggy herum, sie war ein wahrer Terrorzapfen. Nach ca. zwei Stunden gab ich ihr tatsächlich - in echt! - einen Klaps auf die Wange. Einen Klaps, so wie mensch nach einer Katze oder einem Hund mit einer zusammengefalteten Zeitung klatscht, damit er endlich ein bestimmtes Verhalten abstellt. Und ich war entnervt, sicherlich, hatte bestimmte Aufgaben abzuarbeiten, aber mein liebliches Kind versuchte mit aller Macht, mir seinen Willen aufzudrängen. Das Ergebnis einer vorbeikommenden Passantin, welche dann meinte "Kinder schlägt man nicht!" war sicherlich kaum, dass ich dadurch gelockert gewesen wäre. Jemanden anzulächeln und ihm Mut zu machen, da Kinde eben auch oft Schreimonster sein können, würde viel mehr bewegen als Menschen anzusprechen, wenn sie schon so weit sind dass sie barsch werden. Abgesehen davon, dass solche Entgleisungen wie Schreikinder zu schütteln, hundertprozentig NICHT in der Öffentlichkeit passieren.

Eine andere Anekdote ist mein Sohn, als er gerade laufen konnte, also kurz vor Zwei oder so ähnlich.
Nach einem Spaziergang zuhause angekommen wollte ich ihm aus seiner Jacke helfen. Er brüllte wie am Spiess - und er hat ein Organ, da können sich andere dreimal hinter verstecken. Also zog ich ihm die halb ausgezogene Jacke wieder an. Er sah sich an, mit Jacke, und brüllte wiederum wie am Spiess, da ihm dieses nun auch nicht passte. Das Ganze ging mehrmals hin und her, was auch immer ihm angeboten wurde brachte ihn zum Brüllen. So lange, bis ein junger Nachbar, der gerade eine Polizeiausbildung machte, an unserer Tür klingelt weil er nachsehen wollte ob alles in Ordnung sei. Den jungen Mann kannte ich seitdem er als Schüler Fahrräder zur Taschengeldaufbesserung putzte, nur dass er nun einen Meter neunzig gross war, undals Polizist in der Tür stand. O.k., es liess sich unter diesen Umständen relativ schnell beweisen dass mein Sohn gerade einen Knall hatte, denn er wiederholte sein Gebrüll beim erneuten Angebot, die Jacke auszuziehen.

Im Übrigen trat er mich die ganze Zeit seines Wickelns immer in den Bauch. Den möchte ich sehen, der jedes Mal wieder sein Kind wickelt wenn es die Pampers voll hat, der dann jedes Mal richtig derbe Tritte in de Bauch bekommt. Es gab auch keine andere Lösung ihn anders zu wickeln oder gar festzuhalten (absurd, habe auch nur zwei Hände), nur zur Veranschaulichung: Die Kinderärztin behandelte ihn fast nur, indem zwei Personen ihn festhalten mussten, da er sich nicht anfassen lassen wollte, und zwei Jung-Ärztinnen im Notfall-KH, welche mich zum Blutabnehmen hinausschickten (nach dem altbekannten Schema: Mütter sind ja immer hysterisch) obwohl ich sie freundlich darauf aufmerksam machte dass er sich ohne sein erarbeitetes Einverständnis kein Blut abnehmen lassen wird, veranstalteten innerhalb einer Viertelstunde ein Blutbad auf dem Untersuchungstisch, ohne das gewünschte Blut abgenommen zu haben.

Wenn ich jetzt barsch geworden wäre: Wie viel hätte es denn gebracht, wenn jemand mich angesprochen hätte, eventuell noch mit einer leichten Andeutung in der Stimme ich wäre eine Kindesmisshandlerin? Meinst du nicht, das Ganze wäre letztlich eher schlimmer als besser geworden? Mir reichts ehrlich gesagt, wenn ich meinen Sohn grantig anschaue wenn er sein Getränk in das selten geleistete Essen aushäusig schüttet und dann jemand von Nachbartisch meint: "Es ist doch ein Kind", wenn ich in diesem Alter des Kindes der Meinung bin dass er durchaus essen kann ohne sein Getränk in das Essen zu schütten.

Aus alledem glaube ich wenig, ass die Hilfe für das betroffene Kind in einer verstärkten Aufsicht der ELtern besteht: Aber sie könnte darin bestehen, Eltern zu schulen, und zwar allgemein, ihnen zumindest keinen zusätzlichen Druck aufzuhalsen, wie es bspw. in Hartz4 geschieht, die Leute überhaupt und generell freundlich
bspw. im Treppenhaus anzusprechen, und zwar auch ohne dass was im Busch ist. Denn jeder der Kinder hat weiss, dass das eine Belastung und massive Herausforderung ist, die im besten Fall zu einer Überwindung des eigenen Selbst, einer Reifung und Verständnis und Hingabe führt, und kann sich eigentlich mit dem Anderen identifizieren. Nun ja, etwas pathetisch, Elternsein ist jedenfalls ein Initiationsprozess - den vielleicht nicht jede/r schafft.

Verständnis das IMMER gezeigt wird, bringt meines Erachtens weitaus mehr, als dieses krankhafte Kontroletti-Verhalten, das nicht wirklich und niemanden entspannen wird.

Es wäre wichtig und wünschenswert, dass es allen Kindern besser geht. Dazu gehört aber auch, dass es den Eltern ebenfalls gut gehen kann.


Deutschland ist sowieso krank, was den Druck auf Eltern angeht. Ich bin nur froh, dass ich durch nichtdeutsche Mitmenschen erheblich darin gestärkt wurde, Mutter zu sein und mcih dabei auch noch selbst zu respektieren: Bei der Behandlung, wie eine Mutter in D behandelt, wird, hätte ich das alles sicher nicht geschafft.

Lieben Gruss
Emily
 
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#6
Habe diesbezüglich einen interessanten Artikel gefunden


UNRECHT GEGEN HEIMKINDER

"Ich bin hier nicht als Bittstellerin, sondern ich verlange im Namen aller ehemaligen Heimkinder eine angemessene Entschädigung als Wiedergutmachung für das an uns begangene Unrecht!", bekräftigte Sonja Djurovic, eine zierliche Frau, die ab 1964 in einem evangelischen Heim in Franken weggesperrt worden war - mehr als vier Jahre lang. Einziger Grund: Ein Freund der Familie hatte versucht, das damals 14-jährige Mädchen zu vergewaltigen. Der Mann kam frei - Sonja ins Erziehungsheim.

Sonja und die anderen Mädchen mussten in der Landwirtschaft, in der Wäscherei und Näherei hart arbeiten - ohne Lohn. "Wir hatten absolut keine Bildungschancen, die Menschenrechte galten nicht mehr: Briefe wurden zensiert, es gab unmenschliche Strafen, die an Folter grenzten, bei geringsten Vergehen wurde man zusätzlich eingesperrt." Sonja wurde depressiv, weil sie mehr und mehr glaubte, sie selbst trage die Schuld an allem. An ihrem 21. Geburtstag stürzte sie sich aus einem Fenster. Sie überlebte, nach wochenlangem Koma.
Unrecht gegen Heimkinder: "Ich bin hier nicht als Bittstellerin" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
 
E

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#7
Ich will dir jetzt nur auf deine Worte antworten, nicht mehr und nicht weniger, schliesslich kenn ich dich nicht.

Klasse. Prinzipiell hast du recht: Nur wie der Artikel schon beschreibt, sind nicht einmal Fachärzte darauf spezialisiert, tatsächliche Gewalt zu erkennen.

Richtig, andererseits "erkennen" selbst Fachärzte manchmal etwas falsches.

Noch zwei kleine Anekdoten dazu meinerseits:

Meine Tochter war ca. 2 Jahre alt, als ich mit ihr im Buggy einige Erledigungen in der Stadt machte. Sie wollte dieses, sie wollte jenes, schrie und zappelte in ihrem Buggy herum, sie war ein wahrer Terrorzapfen. Nach ca. zwei Stunden gab ich ihr tatsächlich - in echt! - einen Klaps auf die Wange. Einen Klaps, so wie mensch nach einer Katze oder einem Hund mit einer zusammengefalteten Zeitung klatscht, damit er endlich ein bestimmtes Verhalten abstellt.

Ich selbst bin ein geschlagenes Kind. Und mit einem Klaps fing es damals bei mir an. Ich sag dir das jetzt ohne Werturteil, einfach so.

Und ich war entnervt,

Was man vielleicht hätte auch an deinem Gesichtsausdruck sehen können. Ich meine, wenn ein Kind Theater macht, schreit, zedert und sonstwie sich bemerkbar macht, dreht sich doch die halbe Welt nach der Lärmquelle um. Die einen gucken genervt, die anderen mitfühlend. Und natürlich wird die zugehörige erwachsene Person auch angesehen. Dann, denke ich, kann man es einer Person schon ansehen, ob sie nicht grade etwas entnervt ist. Und die kleinen Racker die können einen zur Weissglut bringen. Aber statt jemand etwas sagt wird hinter dem Rücken getuschelt, wird feixend gewartet wie denn die Erwachsene reagiert.

sicherlich, hatte bestimmte Aufgaben abzuarbeiten, aber mein liebliches Kind versuchte mit aller Macht, mir seinen Willen aufzudrängen.

Jaja, die lieben Kleinen wissen wie sie es schaffen können, immer wieder wird der Zwergenaufstand geprobt.

Das Ergebnis einer vorbeikommenden Passantin, welche dann meinte "Kinder schlägt man nicht!" war sicherlich kaum, dass ich dadurch gelockert gewesen wäre.

Stimme vollkommen mit dir überein. Das ist so ein Standartsatz, der dann immer kommt.

Jemanden anzulächeln

Auch eine Art Kommunikation.

und ihm Mut zu machen, da Kinde eben auch oft Schreimonster sein können, würde viel mehr bewegen als Menschen anzusprechen, wenn sie schon so weit sind dass sie barsch werden.

Erfordert Feingefühl und Beobachtung. Klar, wenn das Wasser schon überkocht ist es zu spät. Aber bevor es überkocht blubbert es erst.

Abgesehen davon, dass solche Entgleisungen wie Schreikinder zu schütteln, hundertprozentig NICHT in der Öffentlichkeit passieren.

Richtig, dies passiert vorwiegend hinter verschlossener Tür.

Eine andere Anekdote ist mein Sohn, als er gerade laufen konnte, also kurz vor Zwei oder so ähnlich.
Nach einem Spaziergang zuhause angekommen wollte ich ihm aus seiner Jacke helfen. Er brüllte wie am Spiess - und er hat ein Organ, da können sich andere dreimal hinter verstecken. Also zog ich ihm die halb ausgezogene Jacke wieder an. Er sah sich an, mit Jacke, und brüllte wiederum wie am Spiess, da ihm dieses nun auch nicht passte. Das Ganze ging mehrmals hin und her, was auch immer ihm angeboten wurde brachte ihn zum Brüllen. So lange, bis ein junger Nachbar, der gerade eine Polizeiausbildung machte, an unserer Tür klingelt weil er nachsehen wollte ob alles in Ordnung sei. Den jungen Mann kannte ich seitdem er als Schüler Fahrräder zur Taschengeldaufbesserung putzte, nur dass er nun einen Meter neunzig gross war, undals Polizist in der Tür stand. O.k., es liess sich unter diesen Umständen relativ schnell beweisen dass mein Sohn gerade einen Knall hatte, denn er wiederholte sein Gebrüll beim erneuten Angebot, die Jacke auszuziehen.

Im Übrigen trat er mich die ganze Zeit seines Wickelns immer in den Bauch. Den möchte ich sehen, der jedes Mal wieder sein Kind wickelt wenn es die Pampers voll hat, der dann jedes Mal richtig derbe Tritte in de Bauch bekommt.

Ich hätte das Kind verkehrt herum gewickelt, mit den Beinen von meinem Körper weg.

Es gab auch keine andere Lösung ihn anders zu wickeln oder gar festzuhalten (absurd, habe auch nur zwei Hände), nur zur Veranschaulichung: Die Kinderärztin behandelte ihn fast nur, indem zwei Personen ihn festhalten mussten, da er sich nicht anfassen lassen wollte, und zwei Jung-Ärztinnen im Notfall-KH, welche mich zum Blutabnehmen hinausschickten (nach dem altbekannten Schema: Mütter sind ja immer hysterisch) obwohl ich sie freundlich darauf aufmerksam machte dass er sich ohne sein erarbeitetes Einverständnis kein Blut abnehmen lassen wird, veranstalteten innerhalb einer Viertelstunde ein Blutbad auf dem Untersuchungstisch, ohne das gewünschte Blut abgenommen zu haben.

Solche Geschichten kenn ich auch. Es wird erklärt, dass es dann schneller geht. Mir reichte eine solche "Behandlung", und ich ward bei diesem Kindarzt nicht mehr zu sehen.

Wenn ich jetzt barsch geworden wäre: Wie viel hätte es denn gebracht, wenn jemand mich angesprochen hätte, eventuell noch mit einer leichten Andeutung in der Stimme ich wäre eine Kindesmisshandlerin? Meinst du nicht, das Ganze wäre letztlich eher schlimmer als besser geworden? Mir reichts ehrlich gesagt, wenn ich meinen Sohn grantig anschaue wenn er sein Getränk in das selten geleistete Essen aushäusig schüttet und dann jemand von Nachbartisch meint: "Es ist doch ein Kind", wenn ich in diesem Alter des Kindes der Meinung bin dass er durchaus essen kann ohne sein Getränk in das Essen zu schütten.

Vollkommen richtig, du erziehst dein Kind. Und wenn du der Meinung bist, dein Kind kann das, dann darfst du das auch von ihm erwarten. Dann kann die "liebe Omi" 10x sagen ist doch noch ein Kind, es muss lernen, wie es richtig geht und sich dementsprechend verhalten, wenn es das kann.

Aus alledem glaube ich wenig, ass die Hilfe für das betroffene Kind in einer verstärkten Aufsicht der ELtern besteht: Aber sie könnte darin bestehen, Eltern zu schulen, und zwar allgemein, ihnen zumindest keinen zusätzlichen Druck aufzuhalsen,

Den "guten Ratschlägen" der anderen nach zu urteilen passiert aber genau das, und die merken es nicht mal.
Diese Art des Ansprechens meine ich auch nicht.

wie es bspw. in Hartz4 geschieht, die Leute überhaupt und generell freundlich
bspw. im Treppenhaus anzusprechen, und zwar auch ohne dass was im Busch ist.


Diese Ansprache zeugt von ehrlichem Interesse, weil eben grad nichts im Busch ist. Da nimmt man sich dann gern den einen oder anderen Rat zu Herzen.

Denn jeder der Kinder hat weiss, dass das eine Belastung und massive Herausforderung ist, die im besten Fall zu einer Überwindung des eigenen Selbst, einer Reifung und Verständnis und Hingabe führt, und kann sich eigentlich mit dem Anderen identifizieren. Nun ja, etwas pathetisch, Elternsein ist jedenfalls ein Initiationsprozess - den vielleicht nicht jede/r schafft.

Verständnis das IMMER gezeigt wird, bringt meines Erachtens weitaus mehr, als dieses krankhafte Kontroletti-Verhalten, das nicht wirklich und niemanden entspannen wird.

Sehe ich ganz genau so.

Es wäre wichtig und wünschenswert, dass es allen Kindern besser geht. Dazu gehört aber auch, dass es den Eltern ebenfalls gut gehen kann.

Zuerst mal muss es den Eltern gut gehen, weil das überträgt sich automatisch mit auf das Kind. Soll im Umkehrschluss aber nicht heissen, dass es sich auch immer auf das Kind überträgt, wenn es den Eltern schlecht geht.


Deutschland ist sowieso krank, was den Druck auf Eltern angeht. Ich bin nur froh, dass ich durch nichtdeutsche Mitmenschen erheblich darin gestärkt wurde, Mutter zu sein und mcih dabei auch noch selbst zu respektieren: Bei der Behandlung, wie eine Mutter in D behandelt, wird, hätte ich das alles sicher nicht geschafft.

Lieben Gruss
Emily
 

MrsNorris

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#8
:icon_klatsch: Gut geschrieben Emily. Das trifft doch des Pudels Kern, was Eltern sein heute angeht.
IMMER hat man ein schlechtes Gewissen, weil man es der Gesellschaft sowieso nicht recht machen kann.
Ich lehne Gewalt gegen Kinder generell ab. Auf den Hintern ist für mich vertretbar, ohne Gegenstände versteht sich, aber nicht ins Gesicht und nicht in der Öffentlichkeit.
Mir passiert es auch immer wieder, dass ich angesprochen werde nach Dingen, die andere Leute nix angehen. Da mein Sohn ja einen seltenen äusseren Gen-Deffekt hat, sieht er nun mal anders aus. Da krieg ich jedes Mal das :icon_kotz:, aber je öfter mir das passiert, desto schlagfertiger werde ich.
Ich lese gerade ein Buch, das heisst "Deutschland, armes Kinderland". In dem Buch wird genau aufgezeigt, wie kinderfeindlich Deutschland ist.
Kinder sollen leise sein und am besten noch kein Geld kosten, gleichzeitig aber brav sind und Bildung mit der Muttermilch aufsaugen.
Kein Wunder, dass die lieben Kleinen abdrehen!
Vielleicht spüren sie ja unbewusst, dass sie in dieser Gesellschaft nicht wirklich willkommen sind.
 
E

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#9
Wenn mich auf der Straße aus Versehen ein Passant anrempelt und meine Sachen beschmutzt, darf ich ihm dann einen Klapps geben?

Natürlich nicht!

Ich nehme einem auf der Hauptstraße fahrenden Auto die Vorfahrt. Darf er mir dann einen Klapps geben?

Natürlich nicht!

Warum soll es dann bei Kindern erlaubt sein???

Schlagen, egal ob Klapps oder eine auf den Hintern kann keine Erziehungsmethode sein.
Erreichen kann man eh nichts damit. Im Augenblick mag man gewonnen haben. Das Kind spurt. Auf Dauer verliert man aber damit. Das Kind wird weiter das Natürlichste auf der Welt machen - Grenzen austesten.

Mal abgesehen von der Demütigung, die man dem Kind zufügt,
muss man den Kindern nun wirklich von kleinauf beibringen, dass man notfalls mit Gewalt nachhelfen muss, wenn nichts anderes geht?

Ich weiß, wovon ich spreche. mein Sohn ist 18 Jahre alt. Egal ob Klapps oder Schlagen. Das gab es nie.
Meine knapp zweijährige Tochter bringt mich auch oft genug zur Weißglut. Es gibt aber genügend andere Mittel, das zu meistern.
 
E

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#10
@Patenbrigade,
Und zwar? Meine Herkunftsfamilie zog die Eiseskälte der psychischen Missachtung und Bestrafung durch bei "unpassendem Verhalten", das funktionierte bestens bis auf den klitzekleinen Nachteil, dass ich 20 Jahre meine Seele suchen gehen musste. Mein Sohn hingegen liebt es, mit mir Ringkämpfe zu veranstalten damit er weiss wer der Stärkere ist. Nur leider kann ich mit drei Einkaufstüten in der Hand unter denen ich ächze kaum spontan einen Ringkampf mit Herrn Unausgelastet veranstalten.

Warst oder bist du alleinerziehend? Ich nehme an, nicht. Dann hast du schlicht auch keine Ahnung, was die Gesellschaft einem auflädt. Ist ja auch easy, zu zweit. Einer kann bspw. auf das Kind aufpassen, der andere seine Auszeit nehmen. Alleinerziehend gibt es jahrelang keine Auszeit, und zwar 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche. Du weisst dann auch nicht was es bedeutet, sich buchstäblich mit Reissverschluss in der Mitte zu zerteilen um an mehreren Orten gleichzeitig zu sein, wenn die Kinder ihre Machtallüren ausleben möchten. Mit Partner lässt sich vieles locker organisieren, und nebenbei kann mensch sich bei dem auskotzen respektive besprechen.


Aber das ist auch glaube ich nicht Thema. Wenn es so ist, nach dem Artikel - wobei der Fokus auch nicht der Renner in akribischer Recherche ist - dass jährlich 10.000 Kinder in D schwer misshandelt würden, und zwar so weit dass Rippen und Wachstumsfugen anbrechen etc., und es dann weiter heisst: Besonders betroffen sind Schreikinder, muss mensch sich Gedanken machen. Niemand ist perfekt, dennoch muss der Druck gesehen werden, unter dem in Deutschland Eltern stehen. Hätte ich bspw. nicht die Gegenbeispiele aus anderen Kulturen gehabt, wäre ich totaluntergegangen.

Andererseits ist es nun auch nicht sehr lange her, dass Gürtel und Stock als Schlaginstrumente zur Züchtigung gang und gäbe waren.

Das aber hat wieder mit den Taten um Schreikinder vermeintlich ruhig zu kriegen ganz und gar nichts zu tun, Das eine ist eine vorsätzliche Bestrafungs- im Sinne einer Konditionierungsaktion, und das andere ist vermutlich eine Verzweiflungsaktion, dieses brüllende, immer etwas verlangende Etwas still zu kriegen.

Wenn es der Allgemeinheit nun weniger ausmachen würde wenn ein Kind auch mal brüllt und seine Wünsche einfach nicht erfüllt bekommt, würden eventuell weniger Eltern sich genötigt sehen zu solchen Aktionen zu greifen? Könnten sie einfach mal "ums Haus gehen" ohne dass das Jugendamt wegen Verletzung der Aufsichtspflicht gerufen würde - würde dann den Kindern weniger geschehen?

Einfach Fragen in den Raum ...

Wenn mich auf der Straße aus Versehen ein Passant anrempelt und meine Sachen beschmutzt, darf ich ihm dann einen Klapps geben?

Natürlich nicht!

Ich nehme einem auf der Hauptstraße fahrenden Auto die Vorfahrt. Darf er mir dann einen Klapps geben?

Natürlich nicht!
Es wäre manchmal hilfreich, und würde manchen administrativen Aufwand ohne entsprechende Ergebnisse ersparen. :icon_frown:

Gruss
Emily
 
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#11
Mal abgesehen von der Demütigung, die man dem Kind zufügt,
muss man den Kindern nun wirklich von kleinauf beibringen, dass man notfalls mit Gewalt nachhelfen muss, wenn nichts anderes geht?
Nein, auch wenn ich es nur anders kenne. Von den Adoptiv-und den Pflegeeltern.

Meine knapp zweijährige Tochter bringt mich auch oft genug zur Weißglut. Es gibt aber genügend andere Mittel, das zu meistern.
Meine auch manchmal, aber ich habe eine andere Methode aus einem Buch übernommen und die ist auch ganz gut. Allerdings gebe ich zu, dass ich schon diese Moment hatte, wo ich am liebsten....aber dann habe ich an meine Kindheit gedacht und inne gehalten. Das wurde mir von Kaleika so empfohlen und ich bin froh, dass ich mit ihr darüber geredet habe.
Danke noch einmal an dich Kaleika.
 

pinguin

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#12
Hallo an alle,

Was bringt Gewalt? Langfristig absolut nichts. Gewalt ist immer verwerflich und immer Zeichen dafür, daß der, der Gewalt anwendet, manches psychisch bzw. geistig nicht verkraftet. Allerdings bin ich immer dafür, danach zu Fragen, was denn der Grund für Gewaltanwendung ist.

Bei Gewalt gegen Kinder verhält es sich hier anderes, weil Kinder, zumindest die kleinsten, grundsätzlich erst einmal für absolut nichts können. Sie können nix dafür, daß sie sind oder auch nix dafür, daß ihre Eltern mit ihnen nicht zurechtkommen, weil sie sich vorher nicht gründlich genug überdacht haben, was sie denn eigentlich tun.

Selbst wenn Eltern oder sonstige Erwachsene später erkennen, daß Gewalt nix bringt und diese dann auch einstellen, bedeutet dieses nicht, daß nicht aus Sicht des Kindes hier bereits unwideruflich Grenzen überschritten wurden und die Psyche des Kindes bereits nachhaltigen Schaden genommen hat.

Selbst wenn das Kind später erkennen mag, daß manches bei den Erwachsenen doch nicht so einfach war, weil auch deren eigene Kindheit durch eine Abfolge von Mißerfolgen oder Demütigungen geprägt wurde, ändert dieses an der einmal in der Kindheit gelegten Basis nichts.

Es sind immer die Erwachsenen, die durch ihr positives oder negatives Vorbild insbesondere zwar ihre, aber auch andere Kinder prägen. Und es ist mir herzlichst egal, ob jene Erwachsenen dann später ob der Entwicklung ihrer Kinder betrübt sind oder nicht, haben sie doch selber die Grundlage dafür gelegt.

ciao
pinguin
 

Kaleika

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#13
Meine auch manchmal, aber ich habe eine andere Methode aus einem Buch übernommen und die ist auch ganz gut. Allerdings gebe ich zu, dass ich schon diese Moment hatte, wo ich am liebsten....aber dann habe ich an meine Kindheit gedacht und inne gehalten. Das wurde mir von Kaleika so empfohlen und ich bin froh, dass ich mit ihr darüber geredet habe.
Danke noch einmal an dich Kaleika.
Vielen Dank, andine!

Da ich selbst ein viel geprügeltes Kind war habe ich darüber nachgedacht, warum ich meine Kinder nicht geschlagen habe, wie es eben so oft vorkommt, wenn geschlagene Kinder mal selbst Eltern werden, meist nicht gelernt haben, eine Konfliktsituation anders als mit Gewalt aufzulösen....

Ja, Kinder können eine zur Weißglut bringen, den letzten Nerv ausreizen, genau die eigenen Schwachstellen erspüren und ausreizen bis zum Anschlag.

Aber wenn Du nie vergisst, wie es war, gegen Deinen Willen nach den heftigen Schlägen zu weinen, wie unglaublich demütigend es war, wie die Angst in Dir vor dem Vater, der Gewalt wuchs, dass Du auf das Drehen des Schlüsels horchtest, um die Laune des Vaters zu erfühlen, Dich vorsichtig darauf einzutellen suchtest, um nicht wieder Schläge zu bekommen...wer das nie vergessen hat, der möchte dies seinen geliebten Kindern nie selbst antun.

Natürlich bringen sie eine manchmal kurz vor den Punkt des Ausrastens, aber es bleiben Knder und deswegen sage ich mir dann 21, 22, nehme vielleicht mal ein Kind bei den Schultern und sage:"Ich könnte Dich, aber ich tue es nicht..."

Wer nicht das Prügelleid vergessen hat, der wird niemals sagen, dass einem selbst nicht geschadet hätte, auch mal Prügel zu bekommen.

Ich bin davon überzeugt, dass die blauen Flecken an der Seele nicht so schnell vergehen wie die im Körper, dass sie seeeehhhr lange bestehen bleiben, weil sie halt dazu beitragen, so etwas wie ein Urvertrauen zu zerstören, oder den Aufbau gar ganz zu verhindern!

Kaleika
 
E

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#14
Emily,
meinen Sohn habe ich ab seinem 6. Lebensjahr alleine groß gezogen. Genau deshalb habe ich die gewaltfreie Erziehung bevorzugt. Zunächst ist es tatsächlich nervenaufreibender. Auf Dauer wird es aber extrem leichter. Erzieht man Kinder ohne diese Demütigungen (Schlagen ist nichts anderes) bekommen sie einen unheimlichen Respekt vor ihren Eltern. Das erleichtert den Umgang mit Ihnen ungemein.

Meine Tochter schreit auch schon mal den Supermarkt zusammen. Die Leute gucken. Es kostet Überwindung ruhig zu bleiben. Ich weiß aber, bleibe ich ruhig, wird sie genau dieses Schreien irgendwann aufgeben. Schließlich erreicht sie damit nichts.

Übrigens, psychische Missachtung ist auch eine Form von Gewalt.

Emily, andine und Kaleika,
was ihr da durchgemacht habt kann ich nachvollziehen.
Meiner jetzigen Frau und Mutter meiner Tochter erging es genauso. Mit drei Jahren kam sie zu Adoptiveltern und musste dort funktionieren. Wenn nicht gabs Schläge. Das Ergebnis, sie weiß bis heute nicht, warum sie eigentlich auf der Welt ist - sucht bis heute vergeblich ihre Seele.

Ich denke mal
pinguin
hat es treffend formuliert. Mehr muss nicht gesagt werden.
 
E

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#15
Meine Tochter schreit auch schon mal den Supermarkt zusammen. Die Leute gucken. Es kostet Überwindung ruhig zu bleiben. Ich weiß aber, bleibe ich ruhig, wird sie genau dieses Schreien irgendwann aufgeben. Schließlich erreicht sie damit nichts.
Genau das meine ich. Das ist schwer, aber machbar. Es wäre aber auch eine große Hilfe, wenn "die Leute" nicht immer so gaffen würden".
Letztendlich ist es nämlich genau das, was die Eltern dann noch mehr stresst.
 
E

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#16
Emily,
meinen Sohn habe ich ab seinem 6. Lebensjahr alleine groß gezogen. Genau deshalb habe ich die gewaltfreie Erziehung bevorzugt. Zunächst ist es tatsächlich nervenaufreibender.
Da sind wir zumindest einer Meinung.
Auf Dauer wird es aber extrem leichter. Erzieht man Kinder ohne diese Demütigungen (Schlagen ist nichts anderes) bekommen sie einen unheimlichen Respekt vor ihren Eltern. Das erleichtert den Umgang mit Ihnen ungemein.
Und ich gebe dir recht dass Schlagen egal in welcher Form IMMER AUCH eine Demütigung darstellt. Wobei eben niemand Perfektion gepachtet hat oder ausschließlich ein Vernunftsmensch wäre. Glücklicherweise sind auch Eltern Menschen - und genau das ist es manchmal, was Kinder aus einem herauskitzeln wollen.

Meine Tochter schreit auch schon mal den Supermarkt zusammen. Die Leute gucken. Es kostet Überwindung ruhig zu bleiben. Ich weiß aber, bleibe ich ruhig, wird sie genau dieses Schreien irgendwann aufgeben. Schließlich erreicht sie damit nichts.
Vielleicht ist dir deine Position als VATER gar nicht so sehr bewusst, aber es wird von der Gesellschaft immer noch ein sehr grosser Unterschied zwischen einem VATER und einer MUTTER gemacht. Vor drei Tagen in der U-Bahn bspw. schlenkerte eines von zwei Kindern, welche offen sichtlich mit dem Vater unterwegs waren seine Plastiktüte dämlich umher - der Vater sagte nichts. Auch nicht als das Kind dadurch ein Glas mit Tintenpatronen herausschleuderte, welches weitläufig umhersplitterte: Er tat nichts. Erst als ein Passant begann die Scherben zusammenzuschieben damit sich niemand verletzt, tat der offen sichtliche Vater ein wenig mit. Die Scherben an sich blieben liegen - ein Hund (ansonsten läuft ja nimand barfuss am Marienplatz in der U-Bahn) würde sich jedenfalls die Pfoten zerschneiden. Was meinst du, was die Passanten von sich gegeben hätten, wären die Kinder mit einer Mutter unterwegs gewesen? Asoziale wäre bei gleichem Verhalten noch der mindeste Ausdruck. Oder eine andere Situation: Mein Sohn wollte auf den Arm genommen werden, obwohl er schon längst laufen konnte und es sich nur um ein paar zehn Meter handelte welche er gehen musste. Ich blieb ganz ruhig und ging so weiter, dass er mitgehen konnte, mein Sohn brüllte wie am Spiess, um auf den Arm genommen und getragen zu werden. Vom 5. Stock öffnete sich nach ein paar Minuten ein Fenster und jemand schrie herunter, ich solle den Sohn eben auf den Arm nehmen sonst würde die Polizei gerufen. Super. Kinder checken schon sehr schnell aus, wie die Gesellschaft läuft. Und das ist schließlich ihr Anliegen.
Übrigens, psychische Missachtung ist auch eine Form von Gewalt.

Emily, andine und Kaleika,
was ihr da durchgemacht habt kann ich nachvollziehen.
Meiner jetzigen Frau und Mutter meiner Tochter erging es genauso. Mit drei Jahren kam sie zu Adoptiveltern und musste dort funktionieren. Wenn nicht gabs Schläge. Das Ergebnis, sie weiß bis heute nicht, warum sie eigentlich auf der Welt ist - sucht bis heute vergeblich ihre Seele.

Ich denke mal
pinguin
hat es treffend formuliert. Mehr muss nicht gesagt werden.
Bei mir gabs selten Schläge, aber dafür massiv das ganze Spektrum an Lieblosigkeit und Ignoranz.

Den Anderen zu ignorieren ist eine Form der massivsten psychischen Gewalt, denn dieses entspricht einer Demonstration, dass der Andere für den Ignorierenden "gestorben" ist, wenn auch nur zeitweilig. Von daher ist das Ignorieren eine massive Massnahme der Konditionierung auf bestimmte erwünschte Verhaltensweisen. Und für Kinder ist es eine der schlimmsten Maßnahmen, denn Kinder sind noch mehr als alle anderen Gesellschaftsmitglieder abhängig von der Aufmerksamkeit und dem Wohlwollen der nahestehenden "Rudel" - ooops, Gesellschaftsmitglieder, also in der Regel der Familie.

Ein Kind das also lernt dass es mit seinen Bedürfnissen und auch mit sieinem Bedürfnis nach Kontakt-Aufmerksamkeit ignoriert wird, und sei es auch nur mit seinem Wunsch nach Auseinandersetzung um seine eigenen Stärken auszutesten, lernt ebenfalls dass "Ignorieren" = Für-tot-Erklären des Anderen ein Machtinstrument ist
- schon mal so gedacht?

Nun ja, das war jetzt ein Extrembeispiel, das ich dir erst einmal nicht unterstellen will: Du sagtest nur, du bliebest ruhig - die Frage ist: Setzt du dich mit ihr auseinander, oder wird das unerwünschte Verhalten gänzlich ignoriert damit es nicht zu Erfolg und Verankerung als Belohnung führt?


Aber dennoch sind wir gerade meilenweit von dem Ursprungsthema weggekommen, denn da geht es um weitreichende körperliche Gewalt. Und ich finde, die Auseinandersetzung damit, was ein Mensch tut oder zu was er fähig ist wenn er über alle Maßen belastet ist von einem Geschrei, das abzustellen er keinen Weg oder keine Lösung weiss, und mögliche Hilfen oder Lösungsansätze zu suchen wäre als Denkmaßnahme nicht schlecht. Es ist so leicht zu sagen: Mir passiert das nicht. Vielleicht ist es ja nur nicht passiert, weil mensch es einfach nicht erlebt hat, bspw. weil er wiederum privilegiert gegenüber Anderen ist welche nicht so privilegiert sind - und noch vor sich hat, in dem einen oder anderen Sinn.

Mir fällt noch eine andere Form der Gewalt ein, welche kaum wahrgenommen und damit im Ausmaß ihrer Auswirkungen kaum im öffentlichen Bewusstsein auftaucht: Das Schütteln, auch "Schunkeln" des Kindes, sei es auf dem Arm oder im Kinderwagen, vorgeblich zur Beruhigung. Damit ist nicht ein sanftes Wiegen gemeint, sondern wirklich explizit ein Schunkeln bei dem im Schädel des Kindes das noch in reichlich Gehirnwasser schwimmende Gehirn gegen die Schädelinnenwände knallt, was dann zu einer Benommenheit und damit vermeintlichen Beruhigung des Kindes führt. DAS ist eine der schlimmsten Formen der Gewalt gegen Kinder, nämlich mit massivsten lebenslangen Auswirkungen - und so üblich, dass es niemandem auffällt.

Lieben Gruss
Emily
 
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