Gesundschreibung nach Anfrage der Kasse beim Arzt und somit ab zu H4

gerstenkorn

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Hallo, bin neu hier und falls das Thema im falschen Unterformum ist, bitte verschieben.

Ich frage hier für einen Freund. Er ist ü50.
Er ist seit ca 2 Jahren nicht mehr berufstätig, er hat selber gekündigt.
Dnach bekam er Arbeitslosengeld.
In der Zwischenzeit erkrankte er an Depressionen. Liess sich aber nie deswegen krankschreiben.
Als das Arbeitslosengeld endete, liess er sich krankschreiben wegen Depressionen. Das war so vor ca 3, 4 Monaten.
Seine Krankenkasse hatte ihn nie zum MDK geschickt.
Nun hat seine Kasse aber mal bei seiner ihn krankschreibenden Psychiaterin telefonisch nachgefragt, ob er denn nicht wenigstens einige Stunden am Tag arbeiten könne, leichte Tätigkeiten. Sie bejahte das, ohne Rücksprache mit ihm zu halten.
Er bekam dann ein Schreiben der Kasse, dass er ab sofort nicht mehr krankgeschrieben sei, kein Krankengeld mehr bekäme und sich beim Arbeitsamt zu melden hätte.
Er ging letzte Woche hin und sie waren dort beim H4 Amt sehr unfreundlich zu ihm. Sie bestellten ihn für morgen wieder ein, um noch irgendwelche Unterlagen nachzureichen. Er möchte auch kein H4 bekommen und will mit den Leuten da auch nichts mehr zu tun haben, aufgrund deren unfreundlichen Verhaltens.

Ich frage mich, ob so ein Verhalten seiner Kasse und Ärztin legitim ist.
Ich sagte ihm, er soll sich wieder krankschreiben lassen, er ist auch nicht arbeitsfähig. er sagte, das ginge nicht, da seine Kasse ihn ja wieder gesundgeschrieben habe.

Was soll er nun tun?
Ich sehe nicht, dass er arbeitsfähig ist. Mein Rat an ihn war, morgen früh zu einem anderen Arzt zu gehen und sich dort erneut krankschreiben lassen, auch um erstmal Zeit zu gewinnen.
Es kann doch nicht sein, dass die Kasse bestimmt, dass er wieder gesund ist?
 

doppelhexe

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Es kann doch nicht sein, dass die Kasse bestimmt, dass er wieder gesund ist?
hat sie ja auch nicht, sondern seine behandelnde ärztin. an die sollte er sich mal wenden und fragen, wie sie dazu kommt? meist haben docs keine lust auf den schreibkram, wenn die KK schon nachfragt. finde ich unverantwortlich und hätte einen arztwechsel und eine beschwerde zur folge.

wie lange ist das her mit dem anruf der KK?

wie lange galt/gilt der letzte krankenschein noch?

hätte er evtl. einen hausarzt, der da übergansweise helfen könnte?

wenn der krankenschein abgelaufen ist, dann ist kaum noch was zu machen. dann bleibt ihm nur der gang zum jobcenter.
 

Anna B.

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Hallo,

er soll sich weiter au schreiben lassen...alles schön regelmäßig, ohne lücke, bei der KK weiter einreichen.

gleichzeitig bei der KK Akteneinsicht beantragen und zwar muß er die schriftliche Aussage der Ärztin oder des MDK dazu einsehen können.
Telefonische Anfrage von KK-Mitarbeitern dürfen nicht beantwortetr werden und verstoßen gegen den Datenschutz..


siehe hier:
https://www.aerztekammer-berlin.de/10arzt/30_Berufsrecht/08_Berufsrechtliches/06_Behandlung_von_Patienten_Pflichten_Empfehlungen/35_Merkblatt_Schweigepflicht.pdf

und dort insbesondere: Seite 3, ziemlich nach dem 1. Drittel.beginnend mit: Der Vertragsarzt ist verpflichtet....

dort steht, wann ein Arzt in welchem Umfang und wie Daten an die KK geben darf..

telefonische Auskunfterteilung gehört nicht dazu, sondern nur auf datenschutzrechtlich abgesicherte und von der KV abgestimmte Formularen...sollte eine KK noch selbst Fragen dazu schreiben, darf der Arzt diese Fragen nicht beantworten..
 

gerstenkorn

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hat sie ja auch nicht, sondern seine behandelnde ärztin. an die sollte er sich mal wenden und fragen, wie sie dazu kommt? meist haben docs keine lust auf den schreibkram, wenn die KK schon nachfragt. finde ich unverantwortlich und hätte einen arztwechsel und eine beschwerde zur folge.

wie lange ist das her mit dem anruf der KK?

wie lange galt/gilt der letzte krankenschein noch?

hätte er evtl. einen hausarzt, der da übergansweise helfen könnte?

wenn der krankenschein abgelaufen ist, dann ist kaum noch was zu machen. dann bleibt ihm nur der gang zum jobcenter.
ich weiss es nicht genau, ich glaube der anruf war vor 2 wochen. ich weiss nicht wie lange seine krankschreibung noch gegenagen wäre.

leider auch keinen Hausarzt, an den er sich wenden kann. Da ist wohl einiges schiefgelaufen, sein alter Psychiater ist nun im ruhestand, diese Ärztin hat er erst 2 x gesehen, die kennt ihn kaum, und zu dem hausarzt hat er auch kein Vertrauen, da der neulich sich wohl etwas lustig über ihn gemacht hatte.

ich denke, sobald er die wiedergesundschreibung akzeptiert, und zum Jobcenter geht, ist es ungünstig für ihn.
denn wenn die dann auf die idee kommen, ihn zum strassenfegen in ein anderes bundesland zu schicken oder so, und erst dann wieder sich krank meldet, siehts ja nun wirklich nach drückeberger aus. Daher denke ich, er soll es gar nicht so weit kommen lassen und sich direkt wieder krankschfreiben lassen.
 

doppelhexe

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ich denke, wenn die krankschreibung unterbrochen ist, der letzte tag der krankschreibung also zb. der 28.3. war ... dann kann er eh nichts mehr machen... also krankengeldtechnisch.

wenn der letzte krankenschein aber noch läuft, also zb. bis zum 1.4. dann muss er sich schleunigst jemanden suchen, der weiter krankschreibt (unbedingt ab 31.3. bis möglichst lange) ... alles weitere kann er dann aber erst anleiern, wenn die KK die "gesundschreibung" schriftlich schickt und die einstellung der KG-zahlung ankündigt. telefongespräche zählen da überhaupt nicht...

alles hängt daran, ob noch krankschreibung vom letzten krankenschein vorliegt, oder nicht...

sorry ... sehe grade, es kam bereits schriftlich... da muss widerspruch eingelegt werden. was steht denn in dem schreiben, wie lange er da zeit hat? so eine belehrung muss immer dabei sein... und wie gesagt, das geht auch nur, wenn die krankschreibung noch besteht...
 

Cha

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Was soll er nun tun?
Ich sehe 4 Möglichkeiten zu handeln.

1) Er kann versuchen, gegen die Gesundschreibung anzugehen.
Dazu braucht man die Hilfe von Ärzten.
Wenn es klappt, wird Krankengeld gezahlt, aber längstens für 18 Monate.
Danach steht das Problem erneut an.

2) H4 beantragen, auch wenn es unangenehm ist.
Der Lebensunterhalt ist gesichert.
Die Krankenversicherung wird gezahlt.

3) Er kann versuchen, mit eigenen Mitteln durchzukommen bis zur Rente.
Zu H4 kann niemand gezwungen werden.

4) Mischform der Punkte 1 bis 3.
Er ist ein erwachsener eigenverantwortlicher Mensch.
Er kann ein wenig mit der Krankenkasse diskutieren und eine Zeitlang mit eigenen Mitteln leben.
Wenn die Notlage zu schlimm wird oder der Leidensdruck zu hoch, kann er immer noch H4 beantragen.

Viele Grüße

Cha
 

Muzel

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Ich habe mir von meinem HA ein unbefristetes Attest besorgt. Ich hatte aber keine Leistungsforderungenen (Nichtleistungsbezieherin). Das Attest hat voll geklappt, obwohl die Behörde also mein AG noch gemuckst hat.
 
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