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Gesetzwidriges Verhalten eines Arbeitgebers wo & wie korrekt melden?

DerELOquente

Elo-User/in
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#1
Hallo,

leider ist es heutzutage ja üblich, dass die meisten Firmen/Arbeitgeber
gesetzwidrig agieren. Klar, es gehören dazu ja immer zwei Akteure.
Zum einen der, der das Gesetz bricht, und zum anderen die Person,
die das Spiel mitmacht bzw. duldet.

Leider sind viele Menschen -ich zähle mich auch noch dazu- uninformiert.
Das Problem ist aber vielmehr, dass viele Menschen Angst haben, eingeschüchtert und genötigt werden.

Wie kann man als Dritter gegen unseriöse Firmen vorgehen,
wenn man weder Geldmittel (Detektivarbeit/Spionage, Ermittlungen) noch Zeit hat? Klar, wenn Mitarbeiter gegen Firmen vorgehen "würden", wäre es einfacher, aber die meisten Menschen machen dies ja nicht. Was kann man also als Dritter machen?

Welche Anlaufstellen sind denn nun zuständig, wenn es um Gesetzwidrigkeiten (Überstunden, Pausen, Urlaub, Entgeltfortzahlung usw.) im Bereich "Arbeit" geht?

Mir sind durchaus diverse Gesetze bekannt, aber ich kenne nicht die Behörden, die dann tätig werden, wenn man einen Missstand mitteilt.

Arbeitsgericht? Ordnungsamt? Gewerbeaufsicht? Staatsanwaltschaft?

Problematisch ist wohl eher, dass man als Dritter "nicht" betroffen ist
und somit nur sehr schwer an Beweise kommt. Es gibt zwar Aussagen von Betroffenen, aber die sind verängstigt. Also somit auch "nichts" wert.

Muss denn das Ordnungsamt, die Gewerbeaufsicht, die Staatsanwaltschaft und das Arbeitsgericht nicht schon aufgrund des "Öffentlichen Interesses" einer Sache nachgehen oder Ermittlungen einleiten, wenn ein Verdacht besteht?

Anhand von Mitarbeiteraussagen, Prüfen der "Umstände" vor Ort,
Lohanbrechnungen (Stunden, Pausenzeiten usw.), Überwachung,
Beobachten (wie lange arbeitet der Mitarbeiter ohne Pause usw.) usw.
dürften sich doch Missstände auch "extern" ermitteln lassen.

Ich selbst habe mich schon mehrmals "verdeckt" 12-14 Stunden hingestellt/-gesetzt und gesehen, dass diverse Mitarbeiter "durchgehend" gearbeitet haben. Ohne Pause! Nichts! Man könnte dies ja auch "aufnehmen", da es sich um einen "öffentlichen" Platz handelt.

Bei einer verdeckten Befragung kam heraus, dass es auch keine Entgeltfortzahlung gibt usw. Und im Urlaub gibt es kein Geld, da nicht gearbeitet wird usw. Ist natürlich "rechtlich" alles Schwachsinn, aber irgendetwas muss man doch machen können. Die "dummen" Mitarbeiter folgen brav der Arbeitsagentur/dem Jobcenter und denken, dass das alles "korrekt" ist.

Was kann man tun?

Danke
 

Anna B.

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#2
Hallo,

bei Verstößen gegen das Entgeltfortzahlungsgesetz ist die KK zuständig...d.h. die müssen prüfen, ob tatsächlich Entgelt im Krankheitsfall gezahlt wurde..oder eben nicht..

solange der betroffene Mitarbeiter allerdings kein Krankengeld beantragt, ist das der KK auch relativ schnuppe..

es sei denn, der AG zahlt auch die Beiträge zur Sozialversicherung nicht an die KK..dann müssen sie prüfen..

bei falschen oder gefälschten Lohnabrechnungen ist der Prüfdienst der DRV einzuschalten..
man kann eine mail mit entsprechendem Verdacht an die DRV, Betriebsprüfdienst, senden.
Hat man den Verdacht der Schwarzarbeit..dann den Zoll einschalten..

Wird gegen das ARbeitszeitgesetz verstoßen, dann die Gewerbeaufsicht einschalten..
wird gegen den ARbeitsschutz verstoßen, dann die zuständige Berufsgenossenschaft informieren...

aber erwarte keine Wunder...
 

Fritz Fleißig

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#3
Ergänzend:

Die Krankenkasse ist schon deswegen eine Anlaufstelle, weil diese per Gesetz Einzugsstelle für sämtliche Beiträge zur Sozialversicherung ist, die von der KK dann an die einzelnen SV-Träger weitergeleitet werden.

Arbeitsgerichte sind für Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Lohnzahlung, Kündigung und ähnliches) zuständig. Nicht aber für allgemeine Mißstände im Betrieb. Wenn der betroffene Arbeitnehmer nicht klagt, passiert hier nichts.
 
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