Gesetzliche Krankenversicherung: Säumnisaufschlag, Androhung Zwangsexmatrikulation und Ruhens des Versicherungsschutzes, obwohl bezahlt?

Liska

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Hallo mal wieder ;)

Diesmal ein Problem mit der Krankenkasse, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.

Als Studentin darf ich mich nicht über meinen Job krankenversichern, sondern muss, da zwischen 25 und 30, den studentischen Krankenversicherungsbeitrag zahlen, der zudem signifikant höher ist als das, was ich als Arbeitnehmerin bei gleichen Arbeitspensum zahlen müsste - aber das nur als übliche Beschwerde am Rande.

So, da meine Bank aufgelöst wurde, wurde mir zum 01.07.2020 das Girokonto gekündigt.
Ich befinde mich in Privatinsolvenz, weshalb ich einerseits immer nur über ein vor Pfändung geschütztes Konto verfüge und es andererseits viele - mitunter Wochen in Anspruch nehmende - Anläufe gebraucht hat, eine Bank zu finden, die mir trotz mieser Bonität ein Konto eröffnet, selbst ohne Kreditkarte und Dispo.
Wegen meiner psychischen Erkrankungen ("Schwerbehinderung") habe ich ohnehin Probleme, meinen Alltag zu organisieren, vielleicht wären gesunde Menschen das Problem schon einen Monat vorher angegangen, nicht erst im Juni. Ich bin insgesamt froh, mich schon im Juni darum gekümmert zu haben. Haushalt, Studium und Nebenjob sind bereits sehr fordernd.
Jedenfalls war Juni zu knapp bemessen, so dass ich Anfang Juli noch kein neues Konto besaß.
Also teilte ich der Krankenkasse unverzüglich mit, dass mein altes Konto gekündigt worden und damit das Lastschriftmandat nicht mehr gültig sei. Ich bat um Zusendung eines neuen Lastschriftmandatvordrucks, der mich auch erreichte, mit der Info, dass man zur Kenntnis genommen habe, dass mein Konto nicht mehr existiert.
Da am Anfang des Monats jedoch das letzte Konto, das ich beantragt hatte, das ich zudem zu erhalten erwartet hatte, abgelehnt wurde, besaß ich noch kein neues Konto, als mein Arbeitgeber meinen Lohn überweisen wollte.
Notgedrungen musste ich meinen Lohn auf das Konto einer fremden Person überweisen lassen (Amtsgericht und Insolvenzberater sind informiert).
Ich teilte der Krankenkasse umgehend mit, dass ich das Lastschriftmandat noch nicht ausstellen könne, da ich noch nicht über ein neues Konto verfügte, weshalb ich das Geld überweisen lassen müsse. Keine Reaktion seitens der KK. Dass ich keine Antwort erhielt, bereitete mir bereits Bauchschmerzen.
Am Wochenende vor der Überweisung des Krankenversicherungsbeitrags schrieb ich der Krankenkasse erneut und teilte mit, dass ich das Geld nun, da mir niemand geantwortet hatte, auf das auf deren Homepage genannte Konto überweisen und meinen Namen als Verwendungszweck verwenden ließe. Das wurde so umgesetzt. Die Überweisung ist nun neun Tage her.

Die Krankenkasse war darüber in Kenntnis gesetzt,
- dass das alte Konto nicht mehr existiert, eine Lastschrift damit ins Leere laufen würde,
- darüber, dass ich von keiner bis dato konsultierten Bank ein neues Konto erhielt, weshalb ich den Krankenversicherungsbeitrag manuell überweisen (lassen) müssen würde,
- darüber, dass ich psychisch schwerbehindert bin, es mir zeitweise ohnehin sehr schlecht ergeht und mit der Androhung einer Zwangsexmatrikulation eine unnötige Verschlechterung meiner psychischen Konstitution in Kauf genommen würde,
- sowie darüber, dass ich den Beitrag mangels von der KK abgesegneten Verwendungszwecks mit meinem Namen als Verwendungszweck überweisen lassen würde.

Heute erhielt ich trotzdem eine Mahnung mit einem für mich saftigen Säumnisaufschlag und selbstverständlich der von vornherein erwarteten Androhung der Zwangsexmatrikulation und zudem natürlich des Ruhens des Versicherungsschutzes, auf den ich aufgrund kontinuierlicher Medikation und Psychotherapie dringend angewiesen bin.
Falls meine Schreibweise dem einen oder anderen frech vorkommen sollte, beachte man bitte, dass ich mir nicht die Krankenversicherung "erbettele", sondern den (ja, ohnehin generell überhöhten) Beitrag rechtzeitig bezahlt habe.

Ich habe ganz stumpf gesagt kein Geld für den Säumnisaufschlag. Überhaupt ist meine finanzielle Situation prekär, ich kann nicht einmal ohne schlechtes Gewissen einkaufen. Nächsten Monat ist der Semesterbeitrag fällig, und ich habe bis hierhin absolut keine Ahnung, von welchem Geld ich den zahlen soll.

Wie sieht die Situation eures Erachtens aus? Bin ich hier tatsächlich in der Pflicht, den Differenzbetrag zu zahlen?
Kann und sollte ich direkt Beratungshilfe beantragen und die Angelegenheit anwaltlich bearbeiten lassen?

Ergänzung, weil das leider schnell mal untergeht, aber sehr wichtig ist: obwohl ich über sehr wenig Geld verfüge, kann ich kein ALG II o.ä. erhalten, weil ich Studentin bin und Studenten von der Existenzsicherung ausgenommen sind. Aber das Fass machen wir besser nicht auch noch hier auf...

Falls die Überschrift zu wenig aussagekräftig sein sollte, bitte korrigieren - mir erscheint sie aussagekräftig, aber womöglich ist meine Ansicht da nicht die allgemeine.

Hat jemand einen Rat? Vielen Dank!
 

grün_fink

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Das scheint sich entweder zeitlich überschnitten zu haben, oder die KK hat das nicht eindeutig zuordnen können.

Hast du bei der Überweisung die Versichertennummer (steht auf dem Kärtchen) mit angegeben?

Ich würde einfach ganz emotionslos darauf hinweisen, dass am xx.xx.xxxx von dir der Beitrag in Höhe von yy.yy€ auf Konto zzzzzz überwiesen wurde. Kopie vom Überweisungsbeleg dazu, sicherheitshalber noch deine Versichertennummer. Dann würde ich der Dinge harren, also warten, was die KK antwortet.

Versichert bleibst du derweil, kannst weiter zum Arzt gehen. Das Wichtigste an Behandlung dürfte abgedeckt sein.
Vielleicht klärt es sich sehr schnell.
 

Liska

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So, Antwort ist da.
Der Überweisende hatte wohl vergessen, den korrekten Verwendungszweck anzugeben.
Doch selbst wenn:
Ich hatte die Krankenkasse schon deutlich im Vorhinein gebeten, mir die Überweisungsdaten zu nennen, es kam trotz Nachfragens KEINE Reaktion.
Darüber, dass das alte Konto nicht mehr existiert, waren sie ebenfalls informiert worden, darauf war mir ja auch geantwortet worden (Vordruck für SEPA).
Abzubuchen versucht wurde vom nichtexistenten Konto trotzdem, ergo wurden mir Gebühren für Rücklastschrift berechnet.
Die Krankenkasse besteht nun darauf, dass ich den Säumniszuschlag und die Rücklastschriftgebühr zahle.

Droht mir nun die Zwangsexmatrikulation, wenn ich nicht noch das zusätzliche Geld abknapse?
 

aldi110

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natürlich des Ruhens des Versicherungsschutzes, auf den ich aufgrund kontinuierlicher Medikation und Psychotherapie dringend angewiesen bin.

soweit es mir bekannt ist bedeutet das Ruhen des Versicherungsschutzes nicht das du keine Medikamente oder Behandlungen erhältst. Vorsorgeuntersuchungen wären jedoch davon betroffen. Das kannst du gerne in einem Krankenkassenforum nachlesen.

gruß Aldi
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grün_fink

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Die Krankenkasse hatte doch alle Infos, die sie brauchte. Wieso die dann trotzdem vom nicht existenten Konto versuchen abzubuchen, ist nicht nachvollziehbar.

Ich würde der KK das so schreiben, wie du das hier geschrieben hast, und mit dieser Begründung bitten, diese "Strafgebühren" zu erlassen.
Den Beitrag hat sie ja schon bekommen. Oder war dieser verspätet eingegangen?
 

Liska

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Was hast du denn jetzt damit vor?
Meine, wie willst du jetzt vorgehen?

Die werden den eigentlichen Beitrag erneut erhalten, aber gegen den Säumniszuschlag werde ich mich wehren.

Ich hatte in der Mail vom 8. Juli sogar schon dargelegt, dass sie mir bitte keine Zusatzkosten berechnen sollen, weil ich derzeit nicht einmal Geld zum Einkaufen habe, und mir zur Verhinderung möglicher kostenintensiver Missverständnisse bitte unbedingt schnellstmöglich Kontoverbindung und Verwendungszweck nennen sollen.
 

grün_fink

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Würde ich auch so machen.

Für die Zukunft kannst du dir ja überlegen, ob du solch wichtigen Sachen per Mail klären möchtest oder per Post/Brief, wegen der Nachweisbarkeit.
Leichter gesagt, da ja Briefe Porto kosten.
 

Liska

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So, derjenige, der das Geld überwies, hat nun ohne mein Wissen den Betrag inkl. Säumniszuschlag überwiesen. :mad:

Besteht eine Möglichkeit, das Geld zurückzufordern? Die Differenz wurde von dem Geld bezahlt, von dem ich Miete bezahlen muss. Ergo bin ich nicht gewillt, ihnen das Geld zu schenken.
 

Kerstin_K

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Ist das die viele Energie wert, die du da reinsteckst?

Ansonsten eien er nächsten Zahlungen an die KK zurückholen, wenn die per SEPA abbuchen und sofort wieder den gekürzten Betrag überweisen.
 

Liska

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Generell ist das fraglich, ja. Derzeit bin ich aber finanziell so mies aufgestellt, dass es wirklich darum geht, irgendwie die Fixkosten zu begleichen... denn derzeit schwebt der Semesterbeitrag von über 300€ im Raum, der bis Ende September bezahlt sein muss, sonst droht Zwangsex. Und Kindergeld lässt ja vermutlich weitere Monate bis Jahre auf sich warten...

Könnten die mir wohl Kosten für die Rückbuchung und manuelle Überweisung berechnen? Oder das SEPA-Lastschriftmandat nicht mehr akzeptieren? Man drohte mir in dem Mahnbrief nämlich damit, dass bei Nichtvorliegen eines gültigen Lastschriftmandats die Beiträge für ein Semester im Voraus zu zahlen seien, für ein gesamtes Semester also ca. 630€ auf einmal.

Lacht man mich beim Amtsgericht wohl aus, wenn ich wegen Beratungshilfe anfrage? :icon_kinn:
 

Kerstin_K

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Ganz ehrlich? Ich würde denen ene geharnischten Brief schreiben wegen der 10 EUR und das war es dann. An 10 EUT werden sicher weder <deine Miete noch dein Semesterbeitrag scheitern.

Ist das irgendwo festgelegt, ass das per SEPA Lastschriftmandat gezahlt werden muss?
 
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