Gesetz geändert? Bafög Berufsfachschule eig. Wohnung

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Erolena

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Liebe Mitleser und Mitleserinnen,

Ich habe eine mir unerklärliche Aussage zum Schülerbafög gefunden. Die Quelle ist seriös.
* Berufsfachschule (Fachschule) ohne Voraussetzung der vorherigen Berufsausbildung (Ausbildungsdauer mindestens 2 Jahre und sofern ein berufsqualifizierender Abschluss vermittelt wird)
* Berufskolleg (der 2-jährigen Berufsfachschule mit berufsqualifizierendem Abschluss gleichgestellt). Das Berufskolleg gibt es nicht einheitlich in der ganzen Bundesrepublik sondern nur in einigen Bundesländern.

Diese Schulform wird gefördert, wenn Ihr sowohl bei den Eltern wohnt als auch nicht mehr bei den Eltern wohnt. Dabei muss der Auszubildende nicht mehr begründen, warum er nicht mehr bei den Eltern wohnt, um den höheren Grundbedarf zu erhalten. Dies ist eine der positiven Änderungen durch die 23. BAföG Novelle.
Quelle: Schüler-BAföG

Ich habe die "Änderung" nicht in den Bundestags-Drucksachen gefunden.
Auch
bei Buzer.de ist nichts in der Synopse beim § 2 BaföG.

Aktuelle Fassung Okt. 2010:
BAföG: § 2 Ausbildungsstätten

und hier auch:
BAföG § 2 Ausbildungsstätten - BAföG-FAQ - Geld+BAföG - Studis Online


alte Fassung 2008
§ 2 Ausbildungsstätten

Auch hier alte Fassungen:
BAföG-Gesetz und Verwaltungsvorschriften - FAQ - BAföG - Studis Online


Schon 2008 bedurfte es keiner Begrüngung für eigene Wohnung - oder?




 

biddy

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Ist es das hier?

Bafög § 12 Abs. 2 alt:
(2) Als monatlicher Bedarf gelten, wenn der Auszubildende nicht bei seinen Eltern wohnt, für Schüler

1. von weiterführenden allgemein bildenden Schulen und Berufsfachschulen sowie von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, 383 Euro,

2. von Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen und von Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, 459 Euro.

Satz 1 Nr. 1 gilt nur, wenn die Voraussetzungen des § 2 Abs. 1a Satz 1 oder einer nach § 2 Abs. 1a Satz 2 erlassenen Verordnung erfüllt sind. (Dieser Satz wurde gestrichen, siehe unten)

(3) Soweit Mietkosten für Unterkunft und Nebenkosten nachweislich einen Betrag von 57 Euro übersteigen, erhöht sich der Bedarf nach Absatz 2 um bis zu monatlich 72 Euro.
Bafög § 12 Abs. 2 neu:
(2) Als monatlicher Bedarf gelten, wenn der Auszubildende nicht bei seinen Eltern wohnt, für Schüler

1. von weiterführenden allgemein bildenden Schulen und Berufsfachschulen sowie von Fach- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung nicht voraussetzt, 465 Euro,

2. von Abendhauptschulen, Berufsaufbauschulen, Abendrealschulen und von Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, 543 Euro.

X

(3) (aufgehoben)
Quelle: Fassung § 12 BAföG vom 28.10.2010


.
 

Erolena

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Ja, das ist es. Danke.

Da können sich nun endlich diejenigen freuen, die so einen Bildungsgang belegen.
Sie müssen sich nicht mehr das Gehirn verrenken, um in eigener Wohnung wohnen zu können.
Das betrifft z.B. Schüler an Erzieherfachschulen in einigen Bundesländern, die vor der Fachschule (Berufsfachschule) keine Berufsausbildung benötigen, sondern z.B. mit Abitur oder Praktikum angenommen werden. Diese bekommen jetzt endlich in eigener Wohnung das höhere Bafög, auch wenn die eig. Wohnung nicht zwingend notwendig ist.

Wer also bisher das höhere Bafög nicht bekam, muss jetzt einen geänderten Bafög-Bescheid erhalten (bzw. vielleicht extra beantragen?)
___

Aber für andere ("kleinere") Schüler gilt weiterhin der § 2 Absatz 1a.
Sie müssen also weiter nachweisen, warum sie begründet außerhalb wohnen (müssen).
Das heißt, Schüler die ein Gymnasium, Gesamtschule, ...oder die Fachoberschule, die keinen Berufsabschluss vorausetzt besuchen und ebenso bei Beruflicher Grundbildung - diese Schüler bekommen Bafög nur, wenn sie begründet außerhalb des Elternhauses wohnen müssen. Wohnen sie im Elternhaus, bekommen sie gar kein Bafög. Das steht im § 2 des Bafög-Gesetzes.
Link: Fassung § 2 BAföG vom 28.10.2010

BAföG § 2 Ausbildungsstätten - BAföG-FAQ - Geld+BAföG - Studis Online
(Gesetz und darunter die Verwaltungsvorschrift)
 

PandorasBox

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Da können sich nun endlich diejenigen freuen, die so einen Bildungsgang belegen.
Sie müssen sich nicht mehr das Gehirn verrenken, um in eigener Wohnung wohnen zu können.
Das betrifft z.B. Schüler an Erzieherfachschulen in einigen Bundesländern, die vor der Fachschule (Berufsfachschule) keine Berufsausbildung benötigen, sondern z.B. mit Abitur oder Praktikum angenommen werden. Diese bekommen jetzt endlich in eigener Wohnung das höhere Bafög, auch wenn die eig. Wohnung nicht zwingend notwendig ist.

Wer also bisher das höhere Bafög nicht bekam, muss jetzt einen geänderten Bafög-Bescheid erhalten (bzw. vielleicht extra beantragen?)
Soweit ich weiß, trifft das auf meine Tochter zu. (Sozialassistent abgeschlossen - nun in Ausbildung zur Heilerziehungspfleger/in)
Sie brauchte damals in 2008 schon keine Begründung dafür, dass sie eine eigene Wohnung bewohnt.

Für das höhere Bafög musste sie kurz nen formlosen Antrag stellen (hatte sie gleich vor Ort gemacht), dann bekam sie es ohne große Umschweife. Ihre SB sagte damals, ohne diesen dürfe sie es nicht berechnen noch auszahlen.
Also lieber nen Antrag stellen auf das höhere, sonst schaut man hinterher und bekommt nur das kleine.
LG
 
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