Gesellschaft: Die im Schatten leben

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ExitUser

Gast
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Parole ausgegeben, das nach wie vor reiche Deutschland für die kommenden wirtschaftlichen Stürme "wetterfest" zu machen. Das zeugt von einer wenig festlichen Atmosphäre, die sich allem Lichterglanz zwischen Nordsee und Alpen zum Trotz über das Land gelegt hat.

Von "großer Freude" verspüren vor allem die wenig, die ohnehin im Schatten der Wohlstandsgesellschaft leben: Es sind die über zwei Millionen Kinder und Jugendliche, die an oder unter der Armutsgrenze leben. Sie haben kaum Chancen auf eine gute Schul- oder gar Hochschulbildung. Sie bleiben meist das, was sie schon jetzt sind, nämlich benachteiligt. Oder da sind die Menschen, die mit Hartz-IV-Leistungen mehr schlecht als recht leben und die in der Wirtschaftskrise am schwersten einen neuen Arbeitsplatz finden.
Im Schatten des weihnachtlichen Glanzes leben auch viele Ausländer, die sich schwer tun, in dieser Gesellschaft anzukommen. Dazu kommen schätzungsweise eine halbe bis gar anderthalb Millionen Illegale, denen aus Angst vor Ausweisung die einfachsten Menschenrechte vorenthalten werden und deren Arbeitskraft schamlos ausgenutzt wird.

Wenig Weihnachtsfreude verspüren auch die vielen armen Menschen, die sich schämen, die Hilfe des Sozialamtes in Anspruch zu nehmen. Aus dem Blick der gegenwärtigen Krisenbewältiger scheinen auch all die anderen geraten zu sein, die ebenfalls im Schatten des weihnachtlichen Lichtermeeres stehen: die zunehmende Zahl der Obdachlosen und der Straßenkinder, die man bislang eigentlich nur als Lateinamerika kannte, die Suchtabhängigen, die Behinderten, aber auch viele Kranke und Rentner.


.....


Denn wie human eine Gesellschaft ist, erweist sich in erster Linie dadurch, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht. Damit die große Freude, die allem Volk widerfahren soll, auch Wirklichkeit wird, muss endlich die im Grundgesetz verankerte Sozialpflichtigkeit des Eigentums zeitgemäß umgesetzt werden. Gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Sonst wird es nichts mit der "Wetterfestigkeit", die die Bundeskanzlerin anmahnt.
Gesellschaft (23.12.2008) | Kommentare | News | General-Anzeiger Online - Bonn
 

wolliohne

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Um wirksam und dauerhaft zu helfen, benötigt aber Deutschland genauso dringend wie Hilfen für die Wirtschaft eine strukturelle soziale Reform, für die Bildung und Integration ebenso stehen wie eine wirksame Hilfe für all die vielen Schwachen.

Denn wie human eine Gesellschaft ist, erweist sich in erster Linie dadurch, wie sie mit ihren schwächsten Gliedern umgeht. Damit die große Freude, die allem Volk widerfahren soll, auch Wirklichkeit wird, muss endlich die im Grundgesetz verankerte Sozialpflichtigkeit des Eigentums zeitgemäß umgesetzt werden. Gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Sonst wird es nichts mit der "Wetterfestigkeit", die die Bundeskanzlerin anmahnt.

Ps. gut das solche Stimmen lauter werden,leider verhält sich die Berliner Kaste weiterhin (wie bisher)wie die drei Affen.
 
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