Geringfügige Beschäftigung trotz Krankenschein? MDA bescheinigt: nicht mehr als 15 h wöchentlich arbeiten

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Feelblue

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Ich war bis 31.3. diesen Jahres in einem Arbeitsverhältnis, in dem ich fast ausschließlich nachts arbeitete und fast täglich mit Beleidigungen und Bedrohungen zu kämpfen hatte. Letztendlich gab es sogar eine, gegen mich gerichtete, Straftat. Die Täter wurden nicht gefasst. Ich konnte kaum noch angstfrei arbeiten gehen. Ich beendete das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen mit Attest vom Hausarzt und meldete mich arbeitslos. Dort bekam ich dann einen Fragebogen für den MDA und musste meine Ärztin von der Schweigepflicht befreien. Das ganze dauerte 5 Wochen. Inzwischen habe ich nach einer neuen Arbeit gesucht und erstmal eine geringfügige Beschäftigung (10 h/wö) angenommen, in der ich mich sehr wohl fühle und auch gute Chancen auf eine spätere Vollzeitbeschäftigung habe. Ich bekam auch keine Sperre vom Amt.

Heute hatte ich dann Termin bei meiner Beraterin und es wurde mir das Gutachten des MDA (ohne Kundenkontakt) vorgelegt: Ich darf für ca. 6 Monate nur noch eine Tätigkeit von unter 3 h/tgl bzw. unter 15 h/wö ausüben, eine stationäre Reha wird angeraten. Meine Beraterin erklärte mir, ich sei nun nicht mehr vermittelbar und müsse bis zum Dienstag einen Krankenschein vorweisen, da ansonsten die Leistungen eingestellt werden. Auf meine Frage, was denn dann mit meiner geringfügigen Tätigkeit wird, zuckte sie mit den Schultern und sagte: "Sie dürfen ja bis 15 h wöchentlich arbeiten, was sie machen geht mich nichts an, das ist nur arbeitsrechtlich relevant." Ich fühle mich inzwischen als gesund, meine Hausärztin empfindet das ebenso. Ich möchte auch keine Krankschreibung und empfinde es als furchtbar, nach 3 Wochen Einarbeit dem neuen Betrieb so lange zur Last zu fallen.

Muss ich nun meine geringfügige Beschäftigung kündigen? Kann ich sie trotz Krankschreibung ausüben? Wenn ich sie kündige, werde ich dann vom AA gesperrt, denn das AA muss ja dann wieder das volle ALG1 zahlen. (momentan werden mir 413 Euro aus dem Nebenjob gegengerechnet) Muss ich an einer stationären Reha teilnehmen oder kann ich auch eine ambulante Reha machen? Wer entscheidet das, bzw. hat darauf Einfluss?

Ich hoffe, ich hab mich ausreichend klar ausgedrückt und bedanke mich für Ratschläge und Tips!
 

HermineL

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Dort bekam ich dann einen Fragebogen für den MDA und musste meine Ärztin von der Schweigepflicht befreien.
Ich gehe mal davon aus das du den ärztlichen Dienst der Bundesagentur Für Arbeit (ÄD) meinst.
Aber schon hier fängt der Unsinn an. Medizinische Fragebögen oder Schweigepflichtentbindungen sind immer greiwillig und die muss man nicht unterschreiben oder abgeben.

Heute hatte ich dann Termin bei meiner Beraterin und es wurde mir das Gutachten des MDA (ohne Kundenkontakt) vorgelegt: Ich darf für ca. 6 Monate nur noch eine Tätigkeit von unter 3 h/tgl bzw. unter 15 h/wö ausüben, eine stationäre Reha wird angeraten.
Zuerst einmal entscheidest du was du darfst oder nicht und nicht ein ÄD oder eine SB des Jokecenters. Das was der ÄD in seinem Gutachten schreibt bedeutet nur wie er deine Leistungsfähigkeit einschätzt und er kommt damit zu dem Ergebnis das du derzeit der Vermittlung nicht zur Verfügung stehst. Das Jobcenter muss dich dann auffordern eine Reha oder einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen.
Soweit so gut. Nur jetzt musst du entscheiden was du willst. Mit dieser Einschätzung des ÄD hättest relative Ruhe was Vermittlung und Maßnahmen angeht.

"Sie dürfen ja bis 15 h wöchentlich arbeiten, was sie machen geht mich nichts an, das ist nur arbeitsrechtlich relevant."
Wenn du nun erklärst du bist wieder arbeitsfähig dann ist das so ob der SB das passt oder nicht. Allerdings ist dann auch das Gutachten des ÄD hinfällig und du stehst der Vermittlung voll zur Verfügung. Auch für Maßnahmen.

Meine Beraterin erklärte mir, ich sei nun nicht mehr vermittelbar und müsse bis zum Dienstag einen Krankenschein vorweisen, da ansonsten die Leistungen eingestellt werden.
Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage. Heiße Luft der SB und wenn Sie wirklich die Leistungen einstellen will hilft man mit dem SG nach damit Sie versteht das dies nicht rechtmäßig ist.

Du hast allerdings nun die Wahl welchen Weg du gehen willst. Es geht nur einer und nicht beide.
 

Feelblue

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Liebe Hermine, danke für die schnelle Antwort, ja, es gibt nur 2 Wege, entweder ich mach, was das Arbeitsamt sagt, lass mich krankschreiben, mach eine Reha und ruh mich 6 Monate aus oder ich muss mich wehren.

Diesen Weg kenne ich nicht, ich war heute bei meiner Ärztin und sie ist aus allen Wolken gefallen. Die Krankheit hatte ausschließlich mit der damaligen Tätigkeit zu tun, seit 6 Wochen habe ich eine komplett neue Situation, muss keine Angst mehr haben, arbeiten zu gehen. Sie möchte mich nicht krankschreiben aber das würde für mich die Einstellung des ALG1 bedeuten. Wovon soll ich dann leben?

Nehmen wir an, ich entscheide mich für den Weg, den das AA mir sozusagen aufdrängt. Da ich nur 3 h täglich arbeiten darf (laut Gutachten) kann ich ja meine geringfügige Tätigkeit nicht mehr ausüben. Wenn ich aber kündige, kann mich das AA wieder sperren? (Das Geld wird ja auf mein ALG angerechnet) Oder muss ich mich einfach krankschreiben lassen und darauf warten, was der Arbeitgeber der geringf. Tätigk. macht? Irgendwie hab ich das Gefühl, egal was ich mache, ich bin immer angeschmiert. Mir tut auch der Arbeitgeber leid, sie haben mich eingearbeitet und nun komm ich nach 3 Wochen an und bin erstmal ca. 6 Monate krank... Alles ziemlich peinlich...
 
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