geringfügige Beschäftigung - Abzüge

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dummwiebrot

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Hallo,

ich hab mal eine Frage für meinen Sohn.
Für Juli und August hat mein Sohn eine geringfügige Beschäftigung (165,-€; <3,-€/Std.) in einer Malerfirma angenommen. Meines Wissens sind geringfügige Beschäftigungen für den AN grundsätzlich sozialabgabenfrei. Nun hat aber die Chefin für Juli nur 123.75 ausgezahlt, und den Rest als Sozialabgaben einbehalten. Der Lohn für August steht noch aus.
Meinem Sohn gegenüber hat sie mehrfach wiederholt, dass der Abzug der Sozialabgaben rechtens sei.

Welche Möglichkeit hat mein Sohn, das unrechtmäßig abgezogene Geld noch ausgezahlt zu bekommen?
 
D

dragonflyer

Gast
Hallo,

ich hab mal eine Frage für meinen Sohn.
Für Juli und August hat mein Sohn eine geringfügige Beschäftigung (165,-€; <3,-€/Std.) in einer Malerfirma angenommen. Meines Wissens sind geringfügige Beschäftigungen für den AN grundsätzlich sozialabgabenfrei. Nun hat aber die Chefin für Juli nur 123.75 ausgezahlt, und den Rest als Sozialabgaben einbehalten. Der Lohn für August steht noch aus.
Meinem Sohn gegenüber hat sie mehrfach wiederholt, dass der Abzug der Sozialabgaben rechtens sei.

Welche Möglichkeit hat mein Sohn, das unrechtmäßig abgezogene Geld noch ausgezahlt zu bekommen?
Grundsätzlich dürfen die AG die Sozialabgaben nicht vom Gehalt des Minijobbers abziehen, das ist absolut nicht rechtens
Der Arbeitgeber muss eine Pauschale an die Krankenversicherung abführen, dafür zuständig ist die Bundesknappschaft(sonst da mal erkundigen, ob die nicht helfen können. Da muss die Arbeit auch gemeldet sein.)

Das einzige, was der Arbeitgeber machen darf, er kann die pauschale Versteuerung von 1 oder 2 % auf den Arbeitnehmer abwälzen. Wird zwar nicht oft gemacht, aber das Recht dazu hat der Arbeitgeber.

Wendet Euch bitte an die Bundesknappschaft. Die können Euch eventuell helfen.
 
E

ExitUser

Gast
Der Arbeitgeber hat doch sicher einen Steuerberater. Irgendwie ist er da falsch informiert.
 
D

dragonflyer

Gast
Geringfügige Beschäftigungen müssen grundsätzlich bei der Bundesknappschaft angemeldet sein, die beraten auch die Arbeitgeber, was die alles beachten müssen.
Da brauch der Arbeitgeber keine Steuerberater für.

Die Bundesknappschaft wurde damals zur zentralen Zuständigkeitsstelle gemacht, um da die Arbeitplätze zu erhalten(Bergbau und somit Versicherte waren ja immer mehr weggebrochen).
 

dummwiebrot

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Danke. Da werd ich mir gleich mal Adresse und Telefonnummer raussuchen.
Ich schätze die Frau versucht meinen Sohn hier über den Tisch zu ziehen. Er lässt sich leider noch viel zu viel gefallen. Ich hab versucht mit der Chefin zu sprechen, aber das hat sie sehr unfreundlich abgelehnt.
 
D

dragonflyer

Gast
Ich hab versucht mit der Chefin zu sprechen, aber das hat sie sehr unfreundlich abgelehnt.
Wahrscheinlich, weil sie selber wissen müßte, dass sie rechtswidrig handelt.
Vor allem, der Lohn ist schon so niedrig, das mit dem zusätzlich Abzug diese Höhe echt sittenwidrig ist in meinen Augen. Aber auch ohne Abzug ist es nicht OK.
Was für eine Tätigkeit macht der Sohn für diesen Hungerlohn??
 

dummwiebrot

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Er hat dort als Maler (ungelernt) gearbeitet. Vorher hat er dort für 6 Wochen schon im Rahmen eines EEJ ein Praktikum gemacht. Ihm wurde ein Lehrvertrag in Aussicht gestellt, deshalb hat er sich zu dem Hungerlohn auf die Nebenbeschäftigung eingelassen. Mit Lehre war natürlich nix.
Zum Glück hat er ab 01.09. eine überbetriebliche Ausbildung anfangen können.

@gelibeh
Danke für den Link. Da werd ich mich jetzt mal durcharbeiten.
 

gerda52

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18.09.2007
WSI-Tarifarchiv
Tarifliche Mindestlöhne nach dem Entsendegesetz in Branchen mit 1,4 Millionen Beschäftigten
Höhe zwischen 12,40 und 6,36 Euro
In aktuell sechs Wirtschaftszweigen gibt es tarifliche Mindestlöhne, die nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) für allgemeinverbindlich erklärt wurden. Diese Mindestlöhne gelten für alle Betriebe und Beschäftigten in der jeweiligen Branche, auch wenn sie nicht tarifgebunden sind. Nachdem am gestrigen Montag der Tarifvertrag für die etwa 300.000 Beschäftigten des Elektrohandwerks für allgemeinverbindlich erklärt wurde, besteht nunmehr für Branchen mit rund1,4 Millionen Beschäftigten ein tariflicher Mindestlohn nach dem Entsendegesetz.



Maler- und Lackiererhandwerk: Im Westen beläuft sich der Mindestlohn für Ungelernte bzw. Gesellen auf 7,85 bzw. 10,73 Euro, im Osten sind es 7,15 bzw. 9,37 Euro.

Quelle
Der Abzug von exakt 25% lässt vermuten, dass eine Abrechnung für kurzfristige Beschäftigung erfolgte. Die dort anfallenden 25% pauschale Lohnsteuer hat allerdings ebenfalls der AG zu tragen. SV-Beiträge fallen nicht an. Wenn die Lohnsteuerkarte beim AG vorlag, hätte bis 400 € mtl. auch normal abgerechnet werden können. Abzüge fallen nicht an. Aber auch diese Beschäftigung müsste bei der KV angemeldet werden.

Hat Dein Sohn eine entsprechende Meldebestätigung erhalten?

Auf jeden Fall ist die Abwälzung so nicht ganz korrekt und der Stundenlohn, siehe auch oben, ganz einfach zum :icon_cry: . Nun, ihr müsst jetzt wissen, ob ihr dagegen angehen wollt. Ich drücke mal die Daumen.


Dies alles ist meine ganz persönliche Meinung und die gibts ohne Gewähr.
 

dummwiebrot

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Bei der Bundesknappschaft ist der MiniJob gemeldet, da hab ich heute mal angerufen. Dort wurde mir auch bestätigt, dass der Lohn ohne Abzüge gezahlt werden müsste.

Morgen will mein Sohn nach der Schule noch mal zu seiner Ex-Chefin um die Sache zu klären.
Ich rate ihm ja auch gegen den sittenwidrigen Lohn vorzugehen. Ob er es tut kann ich leider nicht beeinflussen.
Ein Verstoß gegen die Zahlung des Mindestlohnes sollte doch eigentlich die Zollbehörde interessieren. Zumindest in der Richtung kann ich doch sicher was tun, auch wenn ich nicht direkt betroffen bin?
 

gerda52

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Was tun?

dummwiebrot meinte:
Ein Verstoß gegen die Zahlung des Mindestlohnes sollte doch eigentlich die Zollbehörde interessieren. Zumindest in der Richtung kann ich doch sicher was tun, auch wenn ich nicht direkt betroffen bin?
So eine unverbindliche Anfrage schadet sicherlich nicht. :icon_twisted:

Das Gewerbeaufsichtsamt wäre dann noch ein zweiter Ansprechpartner. :icon_wink:

Wie alt ist Dein Sohn?
 

dummwiebrot

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Mein Sohn ist 20, lebt aber nicht mehr bei mir.

Auf seine schriftliche Bewerbung kam nie eine Antwort, weder schriftlich noch persönlich. Als er in der letzten Augustwoche den Lehrvertrag für die überbetriebliche Ausbildung (Bauten- und Objektbeschichter) bekommen hatte, hat er noch mal nachgefragt, wurde aber abgewimmelt. Da hat er dann den für die Überbetriebliche unterschrieben.
 

gerda52

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Da hat er dann den für die Überbetriebliche unterschrieben.
Wenn man das Geschilderte liest, ist o.g. auf jeden Fall die bessere Alternative. Ich nehme an, während der Praktikumszeit gabs weder nen Apfel noch ein Ei von der 'Chefin'. Im Nachhinein kann er froh sein, dass dort aus der Lehre nichts wurde. :icon_party:

Besondere Skrupel, den Mindestlohn doch noch einzuklagen, scheinen mir hier nicht angebracht. Anders kann man den Firmen nicht beibringen, dass fremde Arbeitskraft auch ihren Preis hat. :biggrin:

Dein Sohn sollte da mal ganz cool an die Sache ran gehen. :icon_smile:
 
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