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Gerhard Schröders Vorbereitung der Agenda 2010

wolliohne

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#1
Falls noch nicht bekannt sonst Bitte löschen.

Gestern bin ich bei der Vorarbeit für diesen Beitrag auf einen wirklich exzellenten Artikel zur Demonstration der Unterwanderung der SPD gestoßen:
10.05.1999

Schröders Denkfabrik
Abschied von der Arbeitslosigkeit? Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ließ das Bündnis für Arbeit die Misere auf dem Arbeitsmarkt schonungslos analysieren. Experten erstellten einen radikalen Umbauplan für Kanzler Schröder. Bonner Bündnis für Arbeit am 7. Dezember 1998. …
(Titel siehe oben)
Das ist ein wunderbares Beispiel für praktische und weit reichende Unterwanderung. Verschleiert als Denkfabrik haben damals Wissenschaftler mit Anti-Sozialstaats-Vorurteil und die Lobbyorganisation Bertelsmann-Stiftung Einfluss auf die Vorbereitung der Agenda 2010 gewonnen – über das sogenannte „Bündnis für Arbeit“. Bertelsmann hat konkrete Hilfestellung bei der Arbeit dieser Kommission geleistet und sich seiner Mitarbeit in einer Broschüre sogar gerühmt. Der Artikel ist wirklich lesenswert, weil so vieles, was dann später mit der Agenda 2010 und anderen Gemeinheiten Wirklichkeit geworden ist, schon im Dezember 1998 angelegt wurde. Scharnier bei der Unterwanderung war der Staatsminister im Kanzleramt und frühere Landesgeschäftsführer der SPD in Nordrhein-Westfalen, Bodo Hombach.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=43104

LG
 
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#2
Hallo,

Schröders "Denkfabrik" hieß CDU,denn ein ganzer Haufen dieser
grandiosen Ideen wurde von dem Oggersheimer samt Anhang erdacht,um die ganzen Schwierigkeiten der Wiedervereinigung möglichst gut zu verstecken und dafür andere Sündenböcke zu präsentieren.
 

Wholesaler

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#4
@Bettelstudent: Wie kommst du denn darauf? Ich bin kein Freund von Kohl gewesen, aber mit den Inhalten der Agenda 2010 hatte der Dicke nun wirklich nichts zu tun. Kohls größter Fehler war, dass er sich von Frankreich dazu breitschlagen ließ, den Euro als Gegenleistung für die deutsche Einheit einzuführen. Das geht auf seine Kappe. Die Urheber der Agenda 2010 waren jedoch die sPD und die Grünen. Die CDU/CSU sowie die FDP haben dem Ganzen zugestimmt. Kohl war zu dem Zeitpunkt aber schon weg vom Fenster.
 
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#5
Danke @götzb für den Link zu dem SPIEGEL-Artikel.

Ich denke, wer dort nachliest, der versteht, wie es so gekommen ist. Eventuell sollte Herr Möller von den "NachDenkSeiten" seinen Aluhut abnehmen.
 
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#6
Hallo Wholesale,

aber natürlich hat der Dicke damit zu tun,schließlich wollte er mit aller Macht in die Geschichtsbücher als Kanzler der Einheit eingehen.

Das es Massenarbeitslosigkeit nach der Wiedervereinigung geben würde,wußte die ganze Bande.

Das Drama begann nämlich bei Kohl und der Abschaffung des alten AFG zum 01.Janaur 1998.Ab da fing das Drame mit den
Sozialgesetzbüchern
an.
Selten so einen unpassenden Namen für ein Gesetz verwendet.
 

Wholesaler

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#7
Im Zusammenhang mit der Agenda 2010 ist auch häufig davon die Rede, dass Deutschland der kranke Mann Europas war. Es war eine Schlagzeile des britischen Magazins Economist im Juni 1999. Das lag zeitlich vor der Reform. Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese headline ebenso ein Anlass für die Agenda 2010 war. Es darf doch schließlich nicht sein, dass die europäischen Nachbarn derart miserabel über Deutschlands wirtschaftliche Situation berichten.

Hier ist der Artikel:

https://www.economist.com/special/1999/06/03/the-sick-man-of-the-euro

Wer des Englischen mächtig ist, kann ihn sich ja mal zu Gemüte führen. Ich will es nicht ausschließen, dass dort auch wieder mit falschen Zahlen gearbeitet wird.

@Bettelstudent: Es ist unbestritten, dass Kohl den Sozialstaat ebenfalls beschnitten hat. Er tat dies allerdings auf eine moderate und im Gegensatz zur Schröder-Regierung recht milde Weise. Die FDP hatte im Jahr 1982 das sogenannte Lambsdorff-Papier vorgestellt, welches wie die Agenda 2010 sozialen Kahlschlag vorsah. Einige Punkte daraus wurden umgesetzt. Diese sozialen Einschnitte waren gemessen an der Agenda 2010 jedoch noch human. Ich will Kohl weiß Gott nicht in Schutz nehmen. Aber ihn bezüglich seiner Sozialpolitik mit Schröder auf eine Stufe zu stellen ist unangebracht. Ich habe von Kohl zu seinen Lebzeiten auch nie Lobeshymnen auf die Agenda 2010 gehört. Da war Helmut Schmidt ganz große Klasse drin. Und der gehörte bekanntlich zur sPD. Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!
 
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götzb

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#8
Kohl hatte noch vor der BTW 1998 angekündigt, Gesetze gegen Arbeitslose weiter verschärfen zu wollen. (Arbeitsförderungsgesetz)

Unter Kohls Regierung gab es die Kürzung der AlHi Bemessungsgrundlage von jährlich 3 Prozent.
So das Arbeitslosenhilfe dadurch quasi auch nicht unbegrenzt gezahlt wurde, wenn die dann so niedrig wurde, das ein Gang zum Sozialamt notwendig war.
Die Sozen haben das Gesetz im Bundesrat blockiert, dann aber doch zugestimmt, weil den Ländern Finanzhilfen zugesagt wurden ist.

Auch wurde dann später befehligt das der Arbeitslose grundsätzlich alle 3 Monate zum Arbeitsamt musste, und es dafür keine Einladung bedurfte.
 

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#9
@götzb: Da stimme ich dir zu. Das war dennoch bei weitem nicht so unsozial wie die rot-grüne Politik. Kohl war ein Waisenknabe gegen Schröder. Damals war der Verdienstunterschied zwischen prekärer (z. B. Zeitarbeit) und regulärer Beschäftigung auch nicht so groß wie heute. Man musste ebenfalls Abstriche machen. Die Rahmenbedingungen waren trotz und allem besser als momentan. In den 80er- und 90er-Jahren verdienten Zeitarbeiter in vielen Branchen sogar mehr als Festangestellte. Heute dient Zeitarbeit in erster Linie als Instrument für Lohndrückerei und Spaltung der Belegschaft.
 

götzb

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#10
Was wäre denn die CDU hätte damals gewonnen, und sie hätte später auch so Reformen wie H.IV gemacht.
Da würde ich mal stark behaupten, das es noch noch härter geworden wäre.
 

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#11
Wenn du die Wahl 1998 meinst, widerspreche ich dir. So etwas hätte sich Kohl in seinen kühnsten Träumen nicht gewagt. Falls wir vom Jahr 2002 sprechen, gebe ich dir recht. Das damalige CDU-Programm sah ebenfalls Sozialabbau vor. Viele Punkte davon waren auch Kern der Agenda 2010. Alles abgekupfert von der sPD.

Ich möchte gar nicht wissen, was passiert wäre, wenn Schröder die vorgezogene Bundestagswahl 2005 gewonnen hätte. In Anbetracht dessen, dass Schröder heute permanent eine Agenda 2020 fordert, kann man schon fast glücklich sein, dass er seine Kanzlerschaft los war. Wahrscheinlich wäre es in der Zeit danach noch dicker gekommen als es nun bereits ist.

Das ist jedoch alles hypothetisch. Für mich ist Gerhard Schröder der größte Blender der deutschen Nachkriegspolitik. Er ist entscheidend dafür verantwortlich, dass die sPD um die 20 % herumkrebst. Begriffen haben die Verantwortlichen bis dato nix.
Das ist der beste Beweis dafür:

https://www.youtube.com/watch?v=Va2TxlauqEc

Wahrscheinlich muss das Ergebnis erst einstellig werden, bevor ein Kurswechsel stattfindet. Dann könnte es allerdings zu spät sein...
 

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#13
CDU, FDP, die Grünen und die AfD sind in sozialen Fragen leider keinen Deut besser. Bleibt nur noch die Linke oder eine der vielen sonstigen Parteien. Nicht wählen ist keine Lösung, da das die falschen Parteien stärkt.
 

Gollum1964

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#14
Er ist entscheidend dafür verantwortlich, dass die sPD um die 20 % herumkrebst.

Wahrscheinlich muss das Ergebnis erst einstellig werden, bevor ein Kurswechsel stattfindet. Dann könnte es allerdings zu spät sein...
moin Wholesaler,

die gehen mittlerweile eher schon Richtung 15 % und sogar auf Bundesebene ist die AFD gleichgezogen. Kurswechsel bei der sPD, wohl eher nicht. Die Partei geht wie schon bei vielen europäischen Nachbarn in die Bedeutungslosigkeit. Und das ist gut so!:peace:
 
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#15
Hallo Wholesaler,


dann schau dir noch einmal die so harmlos klingenden Haushaltsbegleitgesetze
von Kanzler Kohl und Konsorten aus den Jahren 1983 und 1984 an.Senkung des Rentenniveaus,Änderung der Berechnung der Rente,Wiedereinführung der KV-Beiträge für Renter usw.
Da fing der Niedergang an und heute sind wir fast beim puren Kapitalismus angekommen.
 

Wholesaler

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#16
@Bettelstudent: Es gibt absolut keinen Zweifel daran, dass Kohl den Sozialstaat abgebaut hat. Die von dir genannten Beispiele sind ein guter Beleg dafür.

Es geht hier jedoch um die Maßnahmen der Agenda 2010 und da machst du den Falschen zum Sündenbock. Die Inhalte der Arbeitsmarktreform sind politisch einzig und allein auf den Mist der sPD und der Grünen gewachsen. Hartz 4, Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, Verkürzung der Bezugszeit des Arbeitslosengeldes, Sanktionen, Maßnahmen, Liberalisierung der Leiharbeit, prekäre Beschäftigung, Ausbau des Niedriglohnsektors, usw. waren nie Inhalt eines Parteiprogramms der Kohl-Regierung. Insofern war sie auch kein Ideengeber oder Wegbereiter.

Wenn du noch jemanden dafür verantwortlich machen willst, dann ist es die Bertelsmann-Stiftung. Mir ist auch nicht bewusst, dass Kohl in den Medien die Agenda 2010 befürwortet oder gehuldigt hat. Kohl hat sich im Jahr 2010 sogar bedenklich zur Entwicklung der Gesellschaft und deren zunehmender Spaltung geäußert:

https://www.wr.de/politik/kohl-in-sorge-um-die-deutsche-gesellschaft-id3781224.html?page=6

Versteh mich bitte nicht falsch. Ich war erleichtert, dass Kohl nach 16 Jahren endlich von der Bildfläche verschwunden war. Zur Wiedervereinigung hat er herzlich wenig beigetragen. Er war zu der Zeit nur zufällig Bundeskanzler. Volkswirtschaftlichen Sachverstand besaß der Mann ebenso wenig. Seine Poltik nach der Einheit war ein einziges Desaster. Trotz aller Kritk legte die Kohl-Regierung den Umtauschkurs Mark der DDR/Deutsche Mark auf 1:1 fest und versprach den ostdeutschen Bürgern "blühende Landschaften". Tatsächlich brach die dortige Wirtschaft ein und es kam zu Massenarbeitslosigkeit. Die Euro-Krise ist unter anderem Kohls "Verdienst", da er nicht wusste oder wissen wollte, dass eine gemeinsame Währung nur Sinn macht, wenn die wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen stimmen. Dennoch boxte er die Euro-Einführung durch und hatte bis zu seinem Tode nicht begriffen, dass es ein riesengroßer Fehler war.

Unter Kohl gab es soziale Ungerechtigkeit. Es ging allerdings insgesamt immer noch gerechter zu als unter und nach der rot-grünen Regierung. Ich habe die sPD 1998 nicht aus Überzeugung gewählt, sondern hauptsächlich, damit Kohl die Platte putzt. Danach sind wir vom Regen in die Traufe gekommen. Kohl und Schröder waren beides Katastrophen als Regierungschef. Schröder war für mich jedoch noch die etwas größere von beiden.

Falls dir zu meinen obigen Aussagen andere Informationen vorliegen, dann bitte ich um entsprechende Gegendarstellungen.
 
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#17
Hallo Wholesaler,


nun, dann denk doch mal an die Posse um MINOL zurück.
Da "verschwinden" mal so eben kurz vor Amtsablauf lockere 100 Akten und Festplatten aus dem Kanzleramt.Das ist nicht irgendein Zimmerchen, sondern das ist ein Hochsicherheitstrakt.Zumindest in Frankreich kommt es deswegen zu einem Ermittlungs-und Strafverfahren während in Deutschland alles unter den Teppich gekehrt wird.Und da trifft es sich dann gut, das ausgerechnet 1999 die französische ELF durch die TOTAL geschluckt wird und so auf wundersame Weise auch dort in der deutschen ELF-Zentrale Unterlagen verschwinden.

Und natürlich wusste der, was er treibt, denn er wollte mit aller Gewalt als Kanzler der deutschen Einheit in die Geschichtsbücher, dafür hätte der seine Großmutter verkauft.


Und den Umtauschkurs DM /Mark der DDR konnte er nur 1:1 festlegen,ansonsten hätten die Ossis nämlich nicht mehr mitgespielt.
 

Wholesaler

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#18
Das ist ja alles korrekt. Aber was bitte schön hat das mit der Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen zu tun? Ich habe den Eindruck, dass du den Kontext gar nicht verstehst. Ich kann ja verstehen, dass du keine Sympathien für Kohl hast (geht mir genauso). Aber an der Agenda 2010 (und das ist doch der Punkt) war er de facto nicht beteiligt.
 

Fabiola

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#19
Was wäre denn die CDU hätte damals gewonnen, und sie hätte später auch so Reformen wie H.IV gemacht. Da würde ich mal stark behaupten, das es noch noch härter geworden wäre.
Nun ja, die cDU hat ja meines Wissens nach die Reform damals tatsächlich erheblich härter gemacht. Ursprünglich lag der geplante Eckregelsatz so bei 511 € (H4-Kommision). Die cDU hat dann einen Eckregelsatz von 345 € durchgesetzt. Welcher Deal zwischen cDU und sPD dafür herhalten musste entzieht sich meiner Kenntnis.
 

RobbiRob

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#20
Hätte, hätte Fahrradkette.
Die Linke sagt auch immer, was sie alles gemacht hätten.

Gesetzgebungsverfahren sind eine andere Realität als Arbeitsgruppen und das Strucksche Gesetz ist gelebte Praxis.

Fakt ist doch aus meiner persönlichen Negativliste:

- Absenkung Alg1 Bezugsdauer
- KV Beiträge auf Direktversicherung
- Abschaffung BU Rente
- Abschaffung Arbeitslosenhilfe
Alles Rot-Grün


Schwarz-Rot hat die Alg1 Bezugsdauer wieder etwas hochgesetzt
Schwarz-Rot hat den Mindestlohn eingeführt
Schwarz-Rot hat die Zurechnungszeiten erhöht bei der EMR

Der Sündenfall ist für mich ganz klar der nachträgliche Eingriff in jahrzentelang aufgebaute Ansprüche.

„Die Streichung des Rentenversicherungsschutzes bei Berufsunfähigkeit in der GRV ist ein erheblicher Eingriff in die grundgesetzliche Eigentumsgarantie. Die seit Jahrzehnten bestehenden Ansprüche wurden ohne ausreichenden Bestandsschutz und ohne ausreichende schonende Übergangsregelungen, besonders angesichts der hohen Massenarbeitslosigkeit, kurzfristig wirksam.“
https://www.rentenreform-alternative.de/rentendemontage.htm

Auch die Beiträge der KK auf Direktversicherung ist das gleiche Spiel.
Als ich damals so eine Versicherung abschloss, war der rechtliche Stand ein anderer.

Evtl. wird das auch Schwarz / Rot wieder korrigieren.
Für die Vergangenheit bestimmt nicht, da viel zu teuer.

Gleiches bei der kommenden Verbesserung der Zurechnungszeit für EMR.
 

Wholesaler

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#21
@Fabiola: Richtig, die Hartz-Kommission hatte angeblich 511 Euro vorgeschlagen. Das war der durchschnittliche Betrag der Arbeitslosenhilfe. Woher hast du die Information, dass die CDU seinerzeit einen Strich durch die Rechnung gemacht hat? Den Regelsatz auf nur 345 Euro festzusetzen ging ganz klar auf die Kappe von rot-grün. Die CDU hat dem Gesetz später zugestimmt.

@RobbiRob: Auch wenn du die Linken nicht magst, kannste dir deine andauernde Stichelei sparen. Wer wissen es langsam. Die Linke hat aus der Opposition heraus Druck gemacht, dass überhaupt ein Mindestlohn eingeführt wurde. Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es ist wenigstens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Die erste große Koalition hat die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes für Ältere wieder verlängert. Dafür wurde der Höchstbetrag für sonstiges Vermögen im Jahr 2006 von 200 auf 150 Euro reduziert.

Die Sanktionen gegen arbeitsunwillige Leistungsbezieher wurden verschärft. Wer in zwölf Monaten drei Mal eine Stelle oder Qualifizierung ablehnt, muss mit einer Streichung aller Zahlungen rechnen. Es gibt dann nur noch Sach- oder geldwerte Leistungen, wie etwa Lebensmittelgutscheine.

Des Weiteren gab es für eheähnliche Gemeinschaften eine Umkehr der Beweislast. Wer zusammenlebt muss künftig nachweisen, dass man keine Lebensgemeinschaft bildet und somit Einkommen und Vermögen des Anderen nicht angerechnet werden dürfen.

An diesen Punkten sieht man mal wieder sehr schön, wie die sPD als GroKo-Partner sämtliche soziale Einschnitte mitgetragen hat. Nicht erst seitdem ist diese Partei für mich bis an mein Lebensende unwählbar geworden.
 

götzb

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#22
Wie sagt mal einer:

"Die "Reformen" die Schröder gemacht hatte, wären unter einer konservativen Regierung nicht möglich gewesen.
Zynisch und verstörend zugleich.
-> Trojanisches Pferd SPD. Vergleich dazu auch Blair aus GB.

Der beste Kanzler war meines Erachtens Willy Brandt.
Da gab es auch den größten "Linksrutsch".
 

Wholesaler

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#23
Der beste Kanzler war meines Erachtens Willy Brandt. Da gab es auch den größten "Linksrutsch".
Da sind wir d'accord. Helmut Schmidt wurde/wird vollkommen zu Unrecht gehypt. Seit der Agenda 2010 hatte er sich dem neoliberalen Flügel der sPD angeschlossen und sogar weiteren sozialen Raubbau gefordert. Irgendwann zeigt sich dann doch das wahre Gesicht eines Menschen.

Der Genosse der Bosse verkündete kürzlich, dass er sich Scholz und Weil als Nachfolger von Merkel vorstellen kann.:icon_stop:Sind Scholz und Weil jetzt bei der CDU oder wie kommt Gasgerd auf diese Gedanken?:icon_hihi:
 
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#24
Helmut Schmidt hat sich bewiesen bei der großen Sturmflut in den 60ern. Als er noch Bürgermeister von Hamburg war. Danach galt er als Held und Meister von Krisen.

Reden wir uns doch nicht raus... Deutschland war in den 80ern sowas von im Eimer. Es musste sich was bewegen. Klar ist da auch über das Ziel hinausgeschossen. Aber so wie es war, konnte es nicht bleiben.

Die Geschichte gibt denen recht, die so gehandelt haben.
 

RobbiRob

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#25
@wholesaler: die Linke ist eine reine Oppositionspartei.
Leider merken das viele nicht.
In !Teilen! der Partei sind die genauso gefährlich auf der linken Seite wie eine Afd rechts.
Das Thema Vergangenheit PDS spare ich jetzt mal bewusst aus, da ich weiß wie solche Diskussionen hier enden.

Auch eine CDU, FDP, SPD, Grüne forderten in Oppositionszeiten immer viel.
Teile der Linken wollen gar nicht in Regierungsverantwortung.

Glaubst Du ernsthaft ein Mindestlohn von 12€ wäre am Ende förderlich?
Und auch ich bin für eine Erhöhung und freue mich für jeden der dann 12€ kriegen würde!

Dass das Betroffene hier im Forum anders sehen, verstehe ich menschlich.
Sinnvoll ist das trotzdem nicht.
Populismus in Reinform eher.


Glaubst Du wirklich ernsthaft, dass deren Wolkenkukucksheime durchgesetzt und vor allem finanziert werden könnten?

Ich finde auch manche Ideen gut, bin aber nicht so naiv zu glauben, dass das alles realistisch ist.

Aber zurück zur Themenüberschrift:
Das genau meinte ich mit wer Verantwortung für Gesetze trägt.

Die Politik, die in der Zeit in Regierungsverantwortung steht.
Und das war nun mal treibend Schröder / SPD mit den Grünen.

Was hätte, wäre, könnte ist doch irrelevant.
Kohl hatte auch 16 Jahre Zeit und genau an dem Zeitraum muss man seine Politik / Verantwortung messen.

Gleiches gilt jetzt für Merkel und Flüchtlingspolitik.
Die Grünen hätten, würden, könnten .... interessiert mich nicht.
CDU / SPD ist dran und ohne die kann keine Gesetzgebung stattfinden.
 
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Wholesaler

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#26
@RobbiRob: Mir ist klar, dass die Linke vorwiegend oppositionell vertreten ist. Die Diskussion über die PDS können wir uns echt sparen, da du diesbezüglich auf dem Stand von anno tuck bist. Das ist Denken in alten Klischees. Warum die Linke in Teilen genauso gefährlich wie die AfD ist, interessiert mich dennoch.

Uns wird seit Jahren Tag ein Tag aus von der Politik vorgebetet, dass es Deutschland so gut wie lange nicht mehr geht. Die Wirtschaft boomt und die Unternehmensgewinne sind so hoch wie nie zuvor. Gerade in solchen Boomphasen sollten die arbeitenden Menschen, die für diese Gewinne mitverantwrtlich sind, einen Teil dieses großen Kuchens abbekommen. Wenn jetzt nicht die Zeit für eine signifikante Erhöhung des Mindestlohns gekommen ist, wann bitte schön dann? Die 12 Euro sind für dich Populismus in Reinform, weil du wahrscheinlich ebenso der Ansicht bist, dass deutsche Standorte aus Kostengründen geschlossen werden und ins Ausland verlagert werden mit der Konsequenz, dass die hiesigen Niedriglöhner gar keine Arbeit mehr haben (korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege). Das hat man vor Einführung des Mindestlohns ebenfalls behauptet und passiert ist diesbezüglich gar nichts. Das und das "Argument" der Nichtfinanzierbarkeit ist alles neoliberales Geschwätz, dass lediglich dazu dient, den Niedriglohnsektor aufrechtzuerhalten. 12 Euro mögen zu viel sein. Momentan sind es noch nicht einmal 10 Euro. Wer Beschäftigte in Glanzzeiten wie jetzt weiterhin im Niedriglohnsektor beschäftigt, soll seinen Laden hier dicht machen.

Ich hatte doch geschrieben, dass es spekulativ ist, was gewesen wäre, wenn es andere Regierungskonstellationen gegeben hätte. Was spricht trotzdem dagegen, sich darüber auszutauschen. Dafür sind Foren da. Wenn dir die Diskussionen hier nicht gefällt, warum beteiligst du dich daran überhaupt noch? Dafür wäre mir meine Zeit und meine Nerven viel zu kostbar.
 

RobbiRob

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#27
Ja, genau die alten PDS-Typen mischen immer noch mit.
Mir ist klar, dass durch die Wasg auch andere hinzukamen und die Partei sich entwickelt.

Nehme doch nur mal den Dehm, das ist für mich unerträglich, dass der den Klar im Bundestag einschleusen wollte als Mitarbeiter.

Die 12€ müssen auch erwirtschaftet werden.
Sicher ist das kein hoher Lohn, aber speziell die deutsche Mentalität ist doch geiz ist geil.

Manche Dienstleistungen würden dann wegfallen oder so teuer werden, dass der Niedrigverdiener auch wieder nichts von seiner Erhöhung hat.

Du denkst zu sehr Richtung Zaf und Produktion.

Der ganze Dienstleistungssektor und Gastronomie ist doch auch Niedriglohnsektor.
Und dort wird nicht mit Subunternehmen etc. Geld von der Wertschöpfungskette abgezogen.
Lohnkosten sind dort der Hauptkostenfaktor.

Glanzzeiten sehe ich da nicht. Warten wir mal den nächsten Abschwung ab, wenn die teure Konjunkturmassnahme Flüchtlinge abflacht.
Nichts anderes haben wir momentan, einen satten Konjunkturschub bedingt durch Zustrom, der fremdfinanziert ist und irgendwann gibt es die Rechnung.

Dann haben wir hier ganz andere Diskussionen.

Die jetzige Politik ist doch alles, aber nicht neoliberal.
Sozialausgaben nur mal ansehen.

@Mutter Beimer / @Domino: provoziert bitte andere, zu durchsichtig ..... Danke.
 
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#28
Sag einmal RobbiRob, was suchst du eigendlich in einem Erwerbslosenforum mit deinen neoliberalen Sprüchen?:doh:
 

Wholesaler

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#29
@RobbiRob: Dehm ist seit 2010 Schatzmeister der europäischen Linken. Ich gebe dir ja recht, dass der Mann sehr häufig negativ in Erscheinung getreten ist und viel auf dem Kerbholz hat. Der hat mit der Bundespolitik aber überhaupt nix zu tun. Außerdem gibt es solche Typen in nahezu jeder Partei.

Wenn der flächendeckende Mindestlohn in einigen Bereichen zu hoch ist, muss er eben branchenabhängig sein. Produktionshelfer bei ZAF erhalten beispielsweise 12 Euro und Beschäftige im Gaststättengewerbe sowie die Reinigungskraft nur 10 Euro.

Wirtschaftsaufschwung aufgrund von Zuwanderung ist mal eine ganz neue Erklärung. Uns wird doch seit ewig und drei Tagen eingehämmert, dass einzig und allein die Agenda 2010 dafür verantwortlich ist. Viele Flüchtlinge können noch nicht einmal richtig deutsch. Wie sollen derart schlecht qualifizierte Menschen zum Wirtschaftsboom beitragen? Liegen dir aktuelle Zahlen vor, wie hoch der Anteil an Flüchtlingen im Niedriglohnsektor ist?

Der überwiegende Teil der Agenda 2010 ist neoliberal. Als was soll man das sonst bezeichnen?
 

RobbiRob

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#30
Die bekommen doch auch Geld und Sachleistungen, auch die diversen Projekte die schnell hochgezogen werden mussten.

Das sind grosse Beträge, die dort reingehen.
Das wirkte und wirkt wie ein Konjunkturprogramm.

Nur ist das auf Pump, bis die erstmal integriert sind.
Da gehen die Meinungen ja auseinander.
Sehe das eher kritisch, aber nicht hoffnungslos.

Das wird die neue Konkurrenz im Niedriglohnsektor.

http://www.dgb.de/themen/++co++78e796be-8373-11e8-a627-52540088cada
Seite 22: von denen die Zugang zum Arbeitsmarkt kriegen, landet 1/3 in AÜG.

Man muss bedenken, dass das BAMF immer noch nachhängt und Flüchtlinge erst jetzt langsam mit voller Wucht in Alg2 Bezug kommen.

Meine Meinung dazu ist > Sprengstoff, das sieht Wagenknecht schon richtig.
Ist aber keine Meinung der Linken. ;-)

Wagenknecht ist aber kein Hinterbänkler, sondern erste Reihe.
Fraktionsvorsitzende.
Bin gespannt wie das ausgeht. Meine Meinung zu Kipping kennst Du ja zu genüge.

Ja, Agenda 2010 ist eher neoliberal.
Die Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe wollten aber nun wirklich alle.

Ich nicht, die Zusammenlegung von jahrzentelangen Beitragszahlern mit - aus welchen Gründen auch immer- nicht voll arbeitsfähigen Nichtbeitragszahlern, war für mich persönlich das Problem.

Genau das ist doch das Problem hier im Forum, da kommen >50 Jahre, gut ausgebildet und betriebsbedingt gekündigt nach Jahren und treffen auf schlecht oder gar nicht ausgebildete 25-jährige, die behaupten schon genug Jahre gearbeitet zu haben und sich nicht „versklaven“ lassen wollen.

Die Statistik zum Alg2- Bezug ohne Ausbildung kennst Du von mir ja schon.

Ich halte mich an Fakten, da können noch so viele Daumen runter oder persönliche Angriffe kommen.
 
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götzb

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#31
Die 12€ müssen auch erwirtschaftet werden.
Sicher ist das kein hoher Lohn, aber speziell die deutsche Mentalität ist doch geiz ist geil.

Manche Dienstleistungen würden dann wegfallen oder so teuer werden, dass der Niedrigverdiener auch wieder nichts von seiner Erhöhung hat.
Das ist doch der Aspekt wo sich der Wurm in den eigenen Schwanz beißt.

Geiz ist Geil, nur was nützt das wenn man sich den Geiz nicht mehr leisten kann.
Spricht das Paket nicht mehr geliefert werden kann, weil die Post keine Paketfahrer mehr finden.
Eine Konsequenz hieraus, sie müsste die Löhne erhöhen, bzw. mit Prämien für neue Mitarbeiter werben, damit das steigende Paketaufkommen auch bedient werden kann.

Entweder weniger Service für den Kunden, (Paket wird nicht mehr ins Haus geliefert) oder steigende Preise, und wenn Kunde sagt, "zahle ich nicht" aber die Konkurrenz auch keine niedrigeren Preise bietet, dann muss der Mensch eben wieder in die Stadt, um da einzukaufen. Oder weniger kaufen.:icon_pause:

Manche Dienstleistung - die nicht unbedingt gebraucht werden, werden wegfallen, oder automatisiert werden müssen.

Und Dienstleistungen die unbedingt benötigt werden, dann hilft ein Paket aus Lohnerhöhungen, besseren Arbeitsbedingungen begleitet von Automatisierung bei schweren körperlichen Tätigkeiten. um diesen Umstand abzumildern oder zu beseitigen.

Wenn aber dadurch Arbeitsplätze verloren gehen, ist das nicht weiter schlimm. Wenn das Arbeitsplätze betrifft, die nur nachgefragt wurden, weil das Jobcenter den Kunden dazu aufgefordert hat mit Rechtsfolgebelehrung , diese Arbeit nachzufragen.

Der Niedrig Verdiener wäre beim genannten Scenario kein Niedrig Verdiener mehr.
Weil er dann vielleicht auch sagen darf ohne Existenzängste haben zu müssen, lieber kein Job mit wenig Lohn, als irgend ein Job.
 

Wholesaler

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#32
@RobbiRob: Es kommt eben immer darauf an, WER von einem Mindestlohn von 12 EUR spricht. Wenn es die Linken machen, sind es Nebelkerzen und Populismus in Reinkultur. Tun es hingegen Teile der sPD (die gibt es defintiv) ist das natürlich etwas ganz anderes. Dann heißt es sogar plötzlich, dass die sPD wieder Politik für Arbeitnehmer macht. Du musst Frau Kipping ja nicht mögen, was jedoch hat ihr Slawistik-Studium damit zu tun?

Dass mehr als die Hälfte aller Hartz4-Empfänger keine Ausbildung hat, ist ziemlich bedenklich. Für diese Gruppe bleibt leider nur der Niedriglohnsektor und prekäre Beschäftigung übrig. Aber was ist mit den anderen Personen? Das sind teilweise Menschen mit mehreren Berufsabschlüssen, Fortbildungen und sogar einem abgeschlossenen Studium. Dass solche Personen keine Lust auf Zeitarbeit haben, ist nur allzu verständlich. Laut dem Bericht der AfA verdient ein Zeitarbeiter durchschnittlich 42 % weniger als ein Festangestellter. Mir ist bewusst, dass man als Langzeitarbeitsloser finanzielle Abstriche machen muss, nur das ist pure Ausbeutung. Das sind ebenso Fakten, an die man sich halten muss. Zeitarbeit dient heute nicht mehr dazu, Auftragsspitzen abzufangen, sondern hat einst gut bezahlte Arbeitsplätze ersetzt.

Eine Rückkehr zur Arbeitslosenhilfe wäre für viele Betroffene sicherlich eine Hilfe. Das Problem der Altersdiskriminierung ist damit allerdings nicht gelöst. Im Übrigen wurden Arbeitslosen- und Sozialhilfe nicht zusammengelgt, sondern die Arbeitslosenhilfe wurde de facto abgeschafft. Dieser Punkt wird in der Öffentlichkeit leider oft falsch dargestellt.
 

Fabiola

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#33
Die 12€ müssen auch erwirtschaftet werden.
Da die Kaufkraft durch höheren Mindestlohn/höhere Löhne steigt, wird auf der anderen Seite auch wieder mehr eingenommen. So wird die Konjunktur durch Lohnerhöhungen angekurbelt - klasische Win-Win-Situation.
 

Zeitkind

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#34
Sozialausgaben nur mal ansehen.
Ja, die sind viel zu niedrig im Verhältnis zu den verhinderten Steuereinnahmen.
Fred Schmid c/o Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. sagte :
Wenn man sich auf die Besteuerung des reichsten Prozents der Haushalte konzentriert und diese im Durchschnitt mit 5 Prozent Vermögensteuer belegt
(was eine Stufengestaltung nach Höhe des Vermögens nicht ausschließt) dann ergäbe das ein Steueraufkommen von 140 Milliarden Euro pro Jahr.
Es wäre eine (Multi-) Millionärssteuer, die nur bei Großvermögen wirksam wird.
Kein Euro Kleinvermögen, Altersvorsorge, kein selbstgenutztes Ein- oder Zweifamilienhaus würde zur Besteuerung herangezogen.
(Quelle:kritisches-netzwerk.de)
Rüstungsausgaben nur mal ansehen ... :icon_wink:
 

Fairina

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#35
Auch wenn ich mich unbeliebt mache. Auch wenn ich nicht mehr alles gut heiße, das aus Gütersloh kommt. Ich muss dazu etwas ausholen, ich bitte daher um kein "die spinnt die Alte"-Denken sondern einfach mal zu lesen und dann 2+2 zusammen zu rechnen und auch mal alles Drum und Dran dessen was so gesagt wird, beiseite zu lassen. Und ich bitte darum, das Verhalten, die Anstellung wie auch immer einzelner Personen nicht als „Bertelsmann (B)“ ein zu stufen. Es wird leider sehr lang, aber glaubt mir, es ist wert, mal über den Tellerrand aus einer anderen Sicht zu schauen. Ich kann das nur aus meiner Sicht der Dinge sehen so wie jeder andere das auch tut.

Um das Ganze das zu verstehen, muss man vielleicht einmal selbst mit Bertelsmann und Gütersloh Kontakt gehabt haben und dort gelebt haben. Ich habe dort gearbeitet, als kleine Aushilfe an einer Maschine aus der nach und nach ein toller Job in der Konzernverwaltung wurde. Ich habe in etlichen Firmen des Konzerns als Aushilfe gearbeitet und bin gefördert und gefordert worden, was zu meinem heutigen 2. Beruf führte den ich sehr liebe. Ich habe erlebt, wie man sich dort auch um die Familien der Mitarbeiter kümmert und ab dem untersten Management einbezieht. Wer erlebte, daß sich selbst "ganz oben" Wer über diese Erfahrungen nicht verfügt kann sich einfach kein Bild machen.

Aber wer glaubt, der Mist Hartz wäre auf Bertelsmann gewachsen, der irrt. Die Mär hält sich leider hartnäckig aufgrund der ominösen Nachdenken-Page und deren Betreiber. Fragt mal die Leute in Gütersloh wie schlecht es ihnen geht seit Beginn HartzIV. erkennt endlich einmal, das dieser Konzern auf seine Kunden, das sind eben nicht die, die einen Wagen mal eben so bar kaufen können, sondern die ganzen kleinen Arbeiter, Angestellten, Rentner usw., angewiesen war und es keinesfalls in seinem Interesse stand sich selbst das Wasser abzugraben. Wenn man nachdenken will, dann sollte man das auch richtig machen.

Aus dieser sozialen Verantwortung heraus wurde die Stiftung schließlich gegründet. Ursprünglich ging es um andere Dinge wie eben das Know how des Konzerns zu nutzen in Bezug auf Verschlankung der Bürokratie, Straffung alter und störender Strukturen, die nicht mehr zeitgemäß waren und zwar im Kleinen nämlich vor Ort. So wurde seinerzeit aus Gütersloh (GT) eine effiziente Stadt, die mit den Herausforderungen ziemlich gut zurechtkam. Und diese Herausforderungen waren groß.

In der Mitte der 70iger gab es eine große Arbeitslosigkeit. Wir, also mein verstorbener Mann und unser/e Kind/er und etliche Bekannte und Freunde waren selbst betroffen. Auch Dumpinglohn war uns schon bekannt und haben wir erlebt. Es gab eine regelrechte Wirtschaftskrise. Die Rückkehr der Polen- und Russlanddeutschen nach WD (Westdeutschland) hatte bereits begonnen und steigerte sich. Wohnraum war knapp – im Prinzip keine anderen Probleme als heute. Damals waren die heutigen Flüchtlinge eben diese Gruppen auch wenn es bereits seit Mitte/Ende der 50iger begonnen hatte mit der – ich nenne sie immer das „heim-ins-Reich-Aktion“. Ölknappheit, Zukunftssorgen usw. taten ein Übriges. Aufkommender Umweltschutz, Technologieveränderungen, Einführung von automatischen Steuerungen usw. (mein Vater hat die Steuerungen der Maggi-Werke in Lüdinghausen gebaut als das Werk gebaut wurde unter Werksleiter Dr. Laederach. Ich kann mich noch an unser Wohnzimmer erinnern in unserer Firmenwohnung wo riesige Baupläne auf dem Boden ausgebreitet waren oder an die großen Leiterplatten, nächtliche Anrufe das mein Vater in die Firma musste usw. weil die Anlagen z. B. temperaturempfindlich waren). Die Leute hatten damals die gleiche Angst, das diese Anlagen und die neuen Technologien ihre Arbeitsplätze kosten würden. Ihr seht also auch an diesem kleinen persönlichen Exkurs, das wir heute die gleichen Probleme und Gedanken wie damals haben.

Wie dem auch sei, zurück zu B. auch B musste sich den Herausforderungen der neuen Zeit damals stellen. Buchclubs, neue Musikrichtungen, neue Technologien, Umbau der Firma zu einem Konzern, Zukäufe, Stabilisierung aber auch Zukunftssicherung, es gab eine Menge zu tun. Dieses Know How, stabil zu sein, wurde genutzt und eine Stiftung gegründet. Natürlich auch – Gütersloher sind Kaufleute durch und durch – aus steuerlicher Sicht, warum auch nicht. Die Stiftung ist und war nicht schlecht, egal aus welcher Sicht. Es ist doch für alle besser, wenn ein Firmeninhaber sich rechtzeitig um seine Nachfolge kümmert. Denn für viele Firmeninhaber sind Firmen „ihr Baby“ und dazu gehört, das es wächst und gedeiht und das es auch lebt wenn der Firmeninhaber alt oder tot ist. Entschuldigt das Abschweifen. Immer weitere gesellschaftliche, politische, organisatorische Abläufe wurden erfasst und verarbeitet. Oder man zog die Stiftung als Ratgeber dazu.

Dann kam Kohl. Jahre der Querelen der Parteienlandschaft, Selbstzerfleischung der Parteien – auch hier wieder „wie damals wie heute“. Kohl schien der starke Mann zu sein und er war es wohl auch. Die SPD war wieder einmal mehr mit sich beschäftigt, die FDP war das Zünglein an der Waage und die CDU schwamm nach außen ruhig im Fluß. Kohl aber hatte mehr im Sinn als nur einer von vielen Bundeskanzlern zu sein. Sein Augenmerk lag auf Europa. Und so wurde im mehr oder weniger Stillem vieles vorbereitet wie die heutige EU, der Euro, eine künftige gemeinsame Regierung um sowohl den Russen – der Zerfall begann sich ja ab zu zeichnen – aber auch gegenüber China stark zu sein. So weit so recht, so weit so schlecht. Dann kam der Zerfall der UDSSR, die Einheit, der Zerfall Jugoslawiens usw. dazu Flüchtlinge oder Rückkehrer aus aller Welt. Statt einmal hier an der Stelle Stopp zu schreien und die Partner in Europa und auch die USA ein zu beziehen, erfolgte eine One-Man-Show sprich D (jetzt beide wieder vereinten Teile) stemmte weitgehend vieles alleine. Die Merkel-Aussage „wir schaffen das schon“ hat hier ihren Ursprung.

Die Automobilindustrie Deutschlands als Motor der Industrie hatte Probleme, gewaltige Probleme. Absatzeinbußen, Skandale, die Grünen mit ihrer ewigen unterschwelligen Forderung nach Abschaffung der Autos, Ölprobleme. In der Verwaltung unsere sozialen Sicherungen gab es ein Durcheinander an Zuständigkeiten, Gesetzen, Gerichte. Diesem Durcheinander sollte Einhalt geboten werden, erst recht nach dem Vermittlungsskandal. Eine sinnvolle und gute Idee.
Hier eben kommt B ins Spiel. Es gehörte nicht zur Kommission, doch einige der Ideen einer früheren Studie fanden Eingang in die zukünftige HartzIV-Gesetzgebung. Keinesfalls jedoch gehörte das, was wir heute bzw. seit 2003 (also bereits vor Einführung von HartzIV) erleben zur Ausrichtung dieser Ideen oder zu den Grundgedanken. Diese Versaubeutelung die da stattfand ist ausschließlich das Werk der Herrschaften aus Automobilkonzernen, Unternehmensberatern, Gewerkschaft, Chemieriesen, Unis und so weiter.
Ich erinnere: B verkauft nicht Menge an Bücher und Tonträger in Massen an finanzstarke Menschen sondern an die „kleinen Bürger“. Sie würden sich ja den Ast selbst abschneiden, wenn sie dafür sorgen würden, wenn der „kleine Mann“ kein Geld zum Kaufen der Produkte hat. Das aber ist bei den Automobilkonzernen und Chemieriesen anders. Die anderen Beteiligten lasse ich jetzt mal außen vor. Die ersten machen doch ihr Geld im Ausland weltweit. Da ist D nur ein winziges Licht. Aber: man kann nur bedingt die Automobile woanders bauen oder entwickeln, sind och beide Konzerne deutschlandgebunden. Der Stammsitz muss hier verbleiben. Gerade auch bei VW wegen der Mitbeteiligung von Bund und Land. Über die DB brauchen wir erst gar nicht zu reden.
Hierzu mal ein Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Hartz-Konzept

Der grundlegende Gedanke der Verschlankung, der Zusammenfassung der verschiedenen sozialer Sicherungssysteme und Zuständigkeiten sowie Gerichtsbarkeiten war und ist sinnvoll gewesen und ich halte das immer noch für sinnvoll. Im Zweifelsfall googelt mal was los war mit Sozialhilfe, mit Arbeitslosenhilfe, Rentenversicherungen usw. Da blickte doch bald kein Mensch mehr durch.
Gleichzeitig wollte man – und hier kommt die eigentliche Sauerei zum Tragen – ein wenig mehr Geld sparen für die „ach so notleidenden Konzerne“. Die Gewerkschaften saßen genauso im Boot und stimmten das gleiche Lied an. Warum, das wird uns wohl nie bekannt werden. Aber sie haben ihre Mitglieder an die Konzerne verkauft. Ebenso wie die Wissenschaft, Lehre und Forschung, die ja nicht unabhängig arbeitet.
Was die Unternehmensberatungen angeht, so schaut euch einmal an wer wo sitzt. Der eine hier in D, der andere in den USA. Oh, da kommen die ins Spiel.
Jaja, die USA hatten Probleme. Golf-I, der 11.09.2001, Golf-II, Niedergang der Automobilindustrie, die Notenpresse rasselte ununterbrochen. Jeder kann es selbst nachlesen oder hat es erlebt. Ein starkes Deutschland ist so ziemlich das Letzte was man übern großen Teich wollte. Russland war mit sich selbst beschäftigt, zählte deshalb gar nicht zu dem Zeitpunkt. Ist aber trotzdem sinnvoll das mal nach zu lesen. Der Dollar verlor ständig an Wert, ja es wurde sogar spekuliert, ihn als Weltwertung herab zu setzen.

Deutschland war in einer Ausnahmesituation durch all die Verpflichtungen und die immer häufigeren Skandale im Bereich unserer Regierung. Das kohlsche Engagement Richtung eines ver- und geeinten Europas nahm durch die zukünftige gemeinsame Währung ebenfalls weiter Gestalt an. Übrigens bin ich auch dafür, hadere aber die Art und Weise der Einführung mindestens der in D.

Das Ende Kohls war abzusehen, die SPD kam mal wieder dran. Doch diesmal nicht mit einer Person die ihren Stand vertritt sondern wieder einmal mit einem Showman – Schröder. Und damit begann das Unheil seinen Lauf zu nehmen. War vorher vielleicht noch nicht allzu viel Schaden angerichtet worden, so änderte sich das in diesen Jahren. HartzIV, die Agenda 2010, die Vorbereitung von HartzV und die Agenda 2020. Eine gewaltige Klassenverschiebung wurde in Gang gesetzt. Daran beteiligt: die Teuro Einführung und die GB-Bücher in ihrer heutigen Form, die Schaffung einer Monsterbehörde, die sich zudem aus der allgemeine Gesetzgebung löst und die Grundgedanke Deutschlands verrät. Ich möchte das auf D beschränken, doch eigentlich sind wir nur das Erprobungsfeld für eine neue Weltordnung. Hört sich fantasievoll und verschwörerisch an, ist es vielleicht, doch betrachtet man das gesamte Kunstwerk, können einem solche Gedanken kommen. D ist bzw. war stark, die DM war eine Leitwährung und Konkurrent des USDollars, ein starkes Europa lässt Amerika down sehen. Irgendwo spielen immer noch die Gründerväter ihre Spielchen.

Tja, 2005 kam dann unsere „starke Frau“ dran (ich kann sie nicht ausstehen) mit einem Lebenslauf der für mich als Westdeutsche ein wenig anrüchig ist. Entschuldigt bitte. Klar, der Basta-Papst samt seiner wattebauschweichen Gefolgschaft musste weg bevor er noch mehr Schaden anrichtete (welche Duplizität zu heuer), doch inzwischen ist alles mit Wattebällchen (Schulz) oder Selbstdarstellern und Egomanen (Seehofer) besetzt. Alles andere ist weg gebissen, verstrickt in Vorgängen oder sonst etwas. Oder Kräfte, die eigentlich nie wieder hoch kommen sollten, sind wieder da (AfD). Dazwischen werden die Bürger aufgehetzt, verarscht, zermahlen im Lebenskampf, mundtot gemacht, kasternisiert.

Glaubt wirklich irgendjemand das in Konzern der Geld verdienen möchte oder eine konzernunabhängige Stiftung deren Grundgedanken „soziales Engagement“ ist, wären daran interessiert das es so läuft wie es jetzt ist? Ehrlich, ich kann mir das nicht oder nur sehr schwer vorstellen. Dazu bedürfte es wahrscheinlich dann doch wohl eines Machtbestrebens die ich dort nicht sehe. Es sei denn, die Entwicklung dahin gehend wäre über Jahrhunderte ausgelegt. Bücher, Tonträger, ein weites Gebiet an Medienlandschaften ja. Aber weder Bodenschätze noch Weltraum stehen da an. Ein SF-Gedanke wie in manchen SF-Filmen eines übermächtigen Konzerns der die Welt beherrscht dürfte bei dem „kleinen Unternehmen“ B in GT nicht zu finden sein. Ich kann mich ja irren, aber ich sehe keine derartige Entwicklung.

Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere mal nachdenken würde und nicht nur den Papagei für jemanden spielt, der wohl eine Abrechnung betreibt.

Übrigens: Ich habe 1978 bei B als Aushilfe über 14 DM verdient pro Stunde ohne Zulagen wie Überstunden, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld und Prämien usw. usf.. Vergleicht das mal mit heute. Das war damals viel Geld.
 
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#36
und Gastronomie ist doch auch Niedriglohnsektor.
Da haste aber nicht in die Tarife geschaut!!
Tg1/Tg2/Tg3 sind im Gehaltstarif NGG allgemeingültig und TG1 liegt über dem Mindestlohn der vom Gesetzgeber festgelegt ist.
Die Gastronomie wird auch dahingehend vom Zoll überprüft, ob der Stundenlohn auch entsprechend dem Tarif gezahlt wird.

Und wer einen Berufsabschluss in der Gastro hat verdient nach wenigen Jahren Berufserfahrung recht gutes Geld, man muß sich nur mit den Gehaltstarifen auskennen. Ich hab vor 30 Jahren bereits weit über dem heutigen Mindestlohn in der Gastro verdient zzgl. gutes Trinkgeld.
 

Zeitkind

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#37
Glaubt wirklich irgendjemand das ein Konzern der Geld verdienen möchte oder eine konzernunabhängige Stiftung
deren Grundgedanken „soziales Engagement“ ist, wären daran interessiert das es so läuft wie es jetzt ist?
Ehrlich, ich kann mir das nicht oder nur sehr schwer vorstellen.
Dazu bedürfte es wahrscheinlich dann doch wohl eines Machtbestrebens die ich dort nicht sehe. ....
Bis zu diesem Absatz fand ich Deine Ausführungen recht schlüssig.
Ab hier widersprichst Du Dir aber selbst bzw. verkennst Zusammenhänge.
 

Fairina

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#38
Zeitkind, das bezog ich auf Bertelsmann. Glaub mir, die Struktur ist dort nicht auf Machtbestreben (im negativen Sinn) ausgerichtet. Ich kenn doch die Leute da. Ich habe sie live erlebt. Konntest du mit deinem Konzernbetriebsratsvorsitzenden schon mal klönschnaken oder seinen Geburtstag feiern. Bist du schon mal freundlich von den höchsten "Herrschern" als winziges Aushilfslicht mit "guten Tag" auf der Treppe begrüßt worden? Ich habe das erlebt. Und daher meine Einschätzungen.
 

dagobert1

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#39
Zeitkind, das bezog ich auf Bertelsmann. Glaub mir, die Struktur ist dort nicht auf Machtbestreben (im negativen Sinn) ausgerichtet.
Die Struktur vielleicht nicht, aber die Ziele dieser "Stiftung" sind es mit Sicherheit.
Ich kenn doch die Leute da. Ich habe sie live erlebt. Konntest du mit deinem Konzernbetriebsratsvorsitzenden schon mal klönschnaken oder seinen Geburtstag feiern. Bist du schon mal freundlich von den höchsten "Herrschern" als winziges Aushilfslicht mit "guten Tag" auf der Treppe begrüßt worden? Ich habe das erlebt. Und daher meine Einschätzungen.
Wie leicht es doch ist, manche Leute hinters Licht zu führen ... :censored:
 

Fairina

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#41
Dagobert: Ob einer leicht hinters Licht zu führen ist oder nur nachplappert was andere sagen die nicht den Hauch einer Ahnung haben, sei einmal dahin gestellt. Ich habe es früher schon mehrfach gesagt: Die Page oder einer dort führt einen privaten Feldzug gegen B. und leider sind überall Papageien. Genau darum sage ich: Sich selbst ein Bild machen. Fragen, forschen, denken.
 

pinguin

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#42
Wie leicht es doch ist, manche Leute hinters Licht zu führen ... :censored:
Bitte differenziere zwischen Konzernen mit multipler Eigentümerarchitektur und familiengeführten Konzernen, die es ja auch in D noch hat; zwischen beiden Strukturen liegen Welten.

Ich bin mir sicher, daß auch bei B keiner Weltbeherrschungsgelüste hat, wie sie wohl bei kaum einem Unternehmen zu eigen sind.

Wie bereits nicht nur einmal angemerkt, das westliche Wirtschaftssystem ist darauf aufgebaut, daß ein Unternehmen Gewinn erwirtschaftet. Außer, es wäre ein offiziell gemeinnütziges Unternehmen, aber auch bei denen ist die schwarze Null gesetzt.

In unserem Wirtschaftssystem ist ein Unternehmen, das längerfristig keinen Gewinn erwirtschaftet, schlicht insolvent, was letztlich freilich auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter hat und damit in Folge auch auf den Staat auf Grund seiner Sozialverpflichtungen.

Die andere, u. U. viel tiefere Problematik ist der Abstand zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Lohn innerhalb eines Konzernes.

Aber auch hier ist zu vermuten, daß dieser Abstand bei familiengeführten Unternehmen vernünftiger, bzw. ausgewogener ist, als bei Unternehmen ohne familiärer Struktur im Hintergrund.

Das Modell mit der Stiftung als nachhaltiger Unternehmenseigentümer bewirkt übrigens, und deswegen evtl. auch die punktuellen "Angriffe", daß dieses Unternehmen nicht zwangsübernommen, (siehe: "feindliche Übernahme"), werden kann, wie es bei reinen Aktienunternehmen ja durchaus der Fall ist.

Und gerade mit diesem Modell ist auch an die eigenen Mitarbeiter gedacht, denn die sind insoweit abgesichert; immer vorausgesetzt, der Stiftungsrat macht keinen Bockmist und läßt die Manager des von ihm kontrollierten Unternehmens vernünftig wirtschaften. Auch von denen, also den Managern, will sicher nicht jeder bloß Jahresverträge haben, wie es in der freien Wirtschaft offenbar üblich ist.
 

Fairina

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#43
Danke Pinguin. Genauso schaut es aus.

:icon_hihi:Warum musste Middel… denn bei B gehen als er da wichtige eherne Grundsätze nicht meinte beachten zu müssen. :icon_hihi:

Wachstum um des Wachstums Willen oder Geld aus Geld geht nicht wirklich ohne Dinge über Bord zu schmeissen die in inhabergeführten Unternehmen oder Unternehmen die sich soziale Verantwortung mit verschrieben haben die Regel sind.

Ich danke dir für deine Ausführung, denn genau so etwas soll mit Stiftungen vermieden werden. Zu oft haben wir gesehen, was passiert wenn Unternehmen nur an ihren Anlegern interessiert sind. Fast jedes familiengeführte Unternehmen in D, die an die Börse gingen ohne eine Absicherung in dieser oder anderer Art zu haben, ging über die Wupper. AEG, Löwe, Kodak, Quelle, Porst, die Liste ist endlos. Alle mal gegründet von Menschen die mit Leib und Seele dabei waren und alle mal in AG umstrukturiert ohne Netz und doppelten Boden. Wo sind sie hin. Teilweise tragen die "neuen" noch die alten Namen, teilweise gibt es sie nicht mehr. Teilweise sind sie ausgeschlachtet und verwertet worden und nicht einmal die Namen kennt man mehr. Oder die Youngsters der Gründer haben sie verkauft oder an die Wand gefahren. Bei B wurde Weitblick bewiesen. Es mag Zeiten geben, wo es mal nicht so doll läuft. Es mag Dinge geben oder es gibt Dinge, die auch ich nicht gutheißen mag, aber die Grundstruktur und -lage stimmt. Daher bin ich zuversichtlich.
 

dagobert1

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#44
Genau darum sage ich: Sich selbst ein Bild machen. Fragen, forschen, denken.
Dann tu das mal.
Recherchiere mal die verschiedenen Sozialkürzungen und Angriffe auf Arbeitnehmerrechte in den letzten 20-30 Jahren.
Und dann recherchiere mal, wer da im Hintergrund die Fäden gezogen hat.
Der Name Bertelsmann wird dir mehr als einmal begegnen.

:icon_hihi:Warum musste Middel… denn bei B gehen als er da wichtige eherne Grundsätze nicht meinte beachten zu müssen. :icon_hihi:
Weil seine Sauereien öffentliches Interesse hervorgerufen haben (= Negativwerbung).
 

Zeitkind

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#45
Glaub mir, die Struktur ist dort nicht auf Machtbestreben (im negativen Sinn) ausgerichtet.
:doh: Hast Du dich mal mit der Struktur auseinandergesetzt?
Ich meine außer dem Austausch von Höflichkeitsfloskeln mit hofierten "Herrschern"?
Bist du schon mal freundlich von den höchsten "Herrschern" als winziges Aushilfslicht mit "guten Tag" auf der Treppe begrüßt worden?
Ich habe das erlebt. Und daher meine Einschätzungen.
Wenn sowas die Quellen Deiner Einschätzungen sind ... Wer sich winzig fühlt, sollte an seiner Haltung arbeiten. :smile:
Ein Taschendieb entschuldigt sich auch sehr höflich, während er seinem Opfer die Brieftasche aus der Jacke zieht. :icon_mrgreen:
Ich bin mir sicher, daß auch bei B keiner Weltbeherrschungsgelüste hat,
wie sie wohl bei kaum einem Unternehmen zu eigen sind.
Ach, es muß doch nicht gleich die ganze Welt sein. Europa genügt doch schon;
Richard Corell und Stephan Müller / UZ- Unsere Zeit sagte :
Liz Mohn: Ihre Medienmacht gründet sich auf die Kontrolle der Bertelsmann SE & Co. KGaA, Gütersloh, einem der zehn großen Medienkonzerne der Welt,
in Europa der größte mit gut 17 Milliarden Euro Umsatz (2015) durch über 100 000 Beschäftigte.
Der Gewinn ist nicht zu ermitteln, weil die Mohns den Konzern über eine nicht börsennotierte Konstruktion kontrollieren.
Alle Stimmrechte liegen bei der Bertelsmann Verwaltungs GmbH (BVG), die sechs Gesellschafter hat, drei davon Mohns.
Der vierte, Dieter H. Vogel, hat sich in seiner Karriere bei Bertelsmann als zuverlässiger Strohmann des deutschen Finanzkapitals bewährt.
Nr. 5, Jürgen Strube, war BASF-Chef und Aufsichtsrat unter vielen anderen bei BMW und Allianz.
Er hat den Überblick, damit in der „Meinungsfreiheit“, d. h. der Freiheit der Mohns ihre Meinung zu verbreiten,
die Interessen des deutschen Finanzkapitals umfassend berücksichtigt werden.
Nr. 6, Werner J. Bauer war Verwaltungsrat bei Nestlé und L’Oreal. Der Bettencourt-Clan, der L’Oreal mit Nestlé kontrolliert,
spielt seit Generationen in der französischen Politik eine ähnliche Rolle wie Bertelsmann in Deutschland:

Maximale Unterstützung der jeweils reaktionärsten Europa-Politiker, ob sie Pétain oder Hitler, Sarkozy oder Merkel heißen.
Die Frankreich-Connection ist für das Teekränzchen inter*essant, das Liz Mohn mit ihrer Konkurrentin,
der bekennenden Transatlantikerin Friede Springer und Angela Merkel pflegt.

Über die diskrete BVG wird steuergünstig der Geldfluss zur gemeinnützigen(!) Bertelsmann Stiftung gesteuert.
Dort wird die „Leitkultur“ des deutschen Finanzkapitals auf die Schiene gesetzt, zunächst in Gesprächskreisen der Konzern- und Politik-“Eliten“.
Deren Ziele werden von gesponserten Wissenschaftlern mit geeigneten Statistiken unterfüttert und in internationalen Studien in einen Rahmen gestellt,
in dem sie alternativlos erscheinen. Verbundene Medien und davon abhängige Politiker setzen die Empfehlungen um.
Ihr bisher größter Erfolg war die Agenda 2010. Über das "Centrum für Hochschulentwicklung" (CHE)
nimmt Bertelsmann derzeit massiv Einfluss auf Forschung und Lehre an deutschen Hochschulen, nicht zuletzt über die sogenannten Rankings.

Die Bertelsmann Stiftung spielt sich die Bälle zu mit den Konzerngruppen, wo das Geld gemacht wird:
Die RTL Group hat 32 Sender europaweit und 200 Millionen Zuschauer pro Tag. Gruner + Jahr,
der größte europäische Printverlag (Stern etc.) hat Kooperationen mit Holtzbrinck (Zeit, Handelsblatt etc.)
und eine Sperrminorität von über 25 Prozent im Spiegel-Verlag. Random House ist die weltweit führende Buchverlagsgruppe mit ca. 120 Einzelverlagen:
z. B. DVA, wieder mit Kooperationen mit Holtzbrinck-Verlagen wie Rowohlt, S. Fischer, usw.
Arvato, einer der weltgrößten IT-Dienstleister, liefert z. B. sämtliche Module für das Management von Kunden- aber auch Bürgerbeziehungen,
für öffentliche Verwaltungen. Der Einstieg in öffentliche Verwaltungsaufgaben, auch im Bildungsbereich, ist eines der wichtigsten Umsatz-Wachstumsziele.
Auszug aus dem Absatz ► Liz Mohn: Leitkulturschaffende / Quelle & Link: kritisches netzwerk.de
In unserem Wirtschaftssystem ist ein Unternehmen, das längerfristig keinen Gewinn erwirtschaftet, schlicht insolvent,
was letztlich freilich auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter hat und damit in Folge auch auf den Staat auf Grund seiner Sozialverpflichtungen.
Nein, es ist nicht wirtschaflich-, sondern politisch insolvent.
Wenn ein Unternehmen seine Gewinne unter denen verteilt, welche diese erarbeiten, erübrigt sich eine staatliche Fürsorge.
Das Modell mit der Stiftung als nachhaltiger Unternehmenseigentümer bewirkt übrigens, und deswegen evtl. auch die punktuellen "Angriffe",
daß dieses Unternehmen nicht zwangsübernommen, (siehe: "feindliche Übernahme"), werden kann,
wie es bei reinen Aktienunternehmen ja durchaus der Fall ist.
Abgesehen, daß Du das als Stiftung agierende Kapital gegen "punktuelle Angriffe" zu verteidigen suchst,
handelt es sich schlicht um ein Monopol - sprich das Maximum an Machtkonzentration.
Nachhaltig ist das Unternehmen hinsichtlich der Zersetzung und Durchflechtung von Politik und Wirtschaft
zur Durchsetzung seiner ureigenen Interessen; Macht über die Gesellschaft und Gewinnmaximierung durch die Gesellschaft.
 

Fairina

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#46
Ich sag´s immer wieder: HartzIVler wollen ein Feindbild und ein Mensch, der eine persönliche Abrechnung anstrebt, ist ihre Heilsfigur.

Um es deutlich zu sagen: Mit wem wolltet ihr denn reden über die Entwicklung der letzten 20 - 30 Jahren? Ich bin 63 Jahre alt/jung und habe das alles mitgemacht. Mein Mann war arbeitslos, ich war arbeitslos, auch meine Kinder durften das schon erleben. Wir haben doch diese ganze Entwicklung miterlebt und mitgemacht. Also was sollen solche Aussagen als wäre ich ein 20jähriger Youngster der noch grün hinter den Ohren ist.

M. musste aus ganz anderen Gründen gehen. Aber träumt mal das es um Presse ging. B. war und ist solide finanziert und aufgebaut. Das wollte Mr. I love the american way of life um schmeissen. Nicht nur AOL und Zomba stand auf seinem Speiseplan.
Aber was rede ich. Als Gütersloherin und Bertelsmännin habe ich ja weniger Ahnung als die Leute in Wald und Flur die einen Heilsbringer haben, der so gar keiner ist.

Und ganz schlimm, das Leute wie Familie Mohn, wie Herr Thielen, wie Herrn Werner auch ihre kleinen Arbeiter grüßen und der Begrüßte sich darüber freut. Klar, die Vorstandschefs in anderen Firmen treten höchstens auf ihre Arbeiterschaft. Hire and fire ist nun mal besser als das Beachten eines Angestellten - selbst wenn dieses ein Automatismus wäre.

Meine Erfahrungen lasse ich mir nicht nehmen. Meine Einstellung auch nicht. Nicht alles ist mehr gut bei B.. Mi. hat zu viel angerichtet, das erst langsam zurück gefahren wird. Aber der Feind ist nicht B. Die Feinde habe ich genannt. Aber sei es drum.
Glaubt eurem Heilsbringer und seinen Anhängern, schaltet euer Hirn aus um einen Schuldigen zu finden. Lullt euch ein in den wolkenweichen Giftbrei der euch umnebelt hat.

Ich weiß jedenfalls, ich würde jederzeit bei B. wieder arbeiten wollen. Ich würde jederzeit als Mitglied der "Bertelsmannfamilie genannt Bertelsmänner" stolz da drauf sein dazu zu gehören. Davon ganz abgesehen, sind die wahren Feinde eben für mich nicht B. trotz seiner Medienmacht sondern die Abzocker, Firmenbeerdiger aus den USA und ihre willigen Helfer in Deutschland und in Europa.
 

pinguin

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#47
@Zeitkind
Eine "Stiftung" ist kein "e.V."; einen Verein kann man auflösen, eine Stiftung nach Ableben der Stifter nicht mehr, und das ist das Gute, wenn es darum geht, ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitern nachhaltig zu sichern. Eine Stiftung ist auch nicht verkäuflich, nicht an der Börse handelbar, etc.; da ist auch nix mit Shreddern.

Gerade weil es Unternehmerpersönlichkeiten hat, die auch noch an ihre Mitarbeiter denken, werden viele familiengeführte Unternehmen in die Form einer Stiftung umgewandelt.

Weiterhin wird von mir lediglich versucht, mal ohne jede Scheuklappe alles zu betrachten, also ganze Kreisläufe, da es offenbar üblich zu sein scheint, evtl. der eigenen Bequemlichkeit wegen, nur Teile eines Kreislaufes zu betrachten, worauf der Kreislauf selbst gar nicht wahrgenommen, also ausgeblendet wird, aber dennoch da ist.

Der Gewinn ist nicht zu ermitteln, weil die Mohns den Konzern über eine nicht börsennotierte Konstruktion kontrollieren.
Wo ist das Problem? Ich würd' auch nicht an die Börse gehen; was da an Werten vernichtet wird, geht doch auf keine Kuhhaut.

Alle Stimmrechte liegen bei der Bertelsmann Verwaltungs GmbH (BVG)
Ist nur vernünftig; Stimmrechte gehören ja auch nicht in unauthorisierte Hände. Oder würdest Du anderen erlauben, Dir in Deinem Haushalt reinzureden? Wie im Kleinen, so im Großen.

Er hat den Überblick, damit in der „Meinungsfreiheit“, d. h. der Freiheit der Mohns ihre Meinung zu verbreiten, die Interessen des deutschen Finanzkapitals umfassend berücksichtigt werden.
Art. 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention ist absolut und erlaubt u. a. allen Personen*** eine eigene Meinung; "without interference by public authority" - "ohne Einflußnahme durch öffentliche Authorität"; Bundesrecht, Europagrundrecht, Recht der Europäischen Union. (Verbindlich sind die jeweils englische und französische Sprachfassung).

Du darfst Dich schon beim Europarat beschweren, dem 47 europäische Staaten inkl. aller EU-Länder, Schweiz, Russland und Türkei angehören, denn der hat die Europäische Menschenrechtskonvention als europäisches Grundrecht gesetzt; für die Bundesrepublik Deutschland vom damaligen Bundeskanzler, Herrn Adenauer, ratifiziert und damit ins Bundesrecht übernommen.

*** = Als Personen gelten natürliche wie auch juristische Personen des Privatrechts, u. U. auch juristische Personen des öffentlichen Rechts, die sich aber national gemäß BVerfG** nicht auf die Art 1 bis 17 GG berufen dürfen, weil sie diese gegenüber anderen Personen zu gewährleisten haben.

**
Beschluss vom 16. Dezember 2014 - 1 BvR 2142/11
www.bverfg.de/entscheidungen/rs20141216_1bvr214211
 
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Wholesaler

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#48
@Fairina: Es freut mich ja für dich, dass du Bertelsmann als Arbeitgeber positiv in Erinnerung hast. Trotzdem war die Bertelsmann-Stiftung Denkfabrik für die Politik bei der Entwicklung der Agenda 2010. Dies zwar sehr unauffällig, dafür jedoch äußerst wirksam.

Dieser Artikel ist schon einige Jahre alt, aber er beschreibt überaus zutreffend die Arbeit der Bertelsmann-Stiftung:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=5228

Zitat: Die Bertelsmann Stiftung verfolgt die Idee eines Niedriglohnsektors, sie war an der Ausgestaltung des früheren Bündnisses für Arbeit, der Agenda 2010 und von Hartz IV wenn auch nur indirekt, aber doch prägend beteiligt. Die Bertelsmann Stiftung war sozusagen die „unsichtbare Vierte“ im Bündnis für Arbeit, wie es das Handelsblatt einmal formuliert hat.
 

Bananenbieger

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#49
#RobbiRob

Hast Du den über 300-seitigen Sozialbericht durchgelesen und auch verstanden? Wenn nicht, würde ich es Dir dringend empfehlen.
 

Fairina

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#50
Wholesaler: Und wieder wird auf die Nachdenkenseiten verwiesen. (Himmel, ***** und Zwirn nochmal.) Der oder die Typen führen persönliche Kriege gegen Bertelsmann. Nichts anderes. Meinst du, ich lese mir den alten Mist von denen noch einmal durch und nehme deren Aussagen als wahr an. So verbl.. kann ich gar nicht sein, daß ich deren Aussagen für voll nehme.
Meint irgend jemand, B. sägt sich den Ast ab auf dem sie sitzen? Haben die Leute kein Geld in den Taschen, können sie nichts kaufen. Oder kauft man neuerdings mit Luft Bücher und Tonträger oder die Waren die in der Werbung in Print- und sonstigen Medien angepriesen werden? Meint ihr, man kauft sich mal eben die Lexikothek für viele tausend DM/Euro wenn er HartzIV-Regelsatz bezieht? Nehmt doch mal 2 + 2 zusammen nach Adam Riese und nicht nach Menschen, der/die persönliche Probleme haben/hat.

Was waren denn die ach so üblen Überlegungen in der "Denkfabrik B."? Die Zusammenlegung der verschiedenen sozialen Sicherungsproblemen zu einem System. War das schlecht? Dann fragt mal die Leute aus Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe, Renten, sonstigen sozialen Töpfen wie das war? Der eine konnte soviel bekommen und hatte soviel Schonvermögen wie man heute sagt, der andere soviel. Der eine musste die Bedingungen erfüllen, der andere die. Kriegte man das eine, schloß es das andere aus. Und wenn man Pech hatte, steckte man zwischen allen Stühlen. Also was war schlecht an einer reinen Überlegung wie man in den Systemen und in der Verwaltung Gelder spart? Gelder die D da dringend brauchte in der Zeit der Zusammenlegung DDR und BRD, Niedergang der UDSSR. Wir haben halt Europa damals gestützt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Das war eine Mammutaufgabe.

Aber es scheint so, als wenn die Gehirnwäsche der ND-Page den Verstand bei den HartzIV-Beziehern vollkommen ausgeschaltet hat. Den Jungen kann ich nicht mal das ankreiden, aber die die Zeit noch real und bewußt mit erlebt haben, die sollten es besser wissen. Das sie es nicht tun, ist das wirklich Erschreckende für mich.

Und auch dazu zählen muss ich, daß man den Leuten, die da in der Kommission saßen und die Gesetzesvorlage schrieben, das komischerweise nicht ankreidet. Weder VW, noch Daimler/Chrysler (huch USA auch vertreten), noch BASF, Deutsches Handwerk, Gewerkschaft Verdi, Roland Berger- und McKinsey (noch ein Ami-Unternehmen), noch die Deutsche Bank, noch die Market Access for Technology Services GmbH, noch die ganzen "Wissenschaftler" oder der Herr Bürgermeister von Leipzig oder das Landesarbeitsamt Hessen oder der Herr Schartau. Bertelsmann suche ich da vergebens. Auch unsichtbar waren die nicht vertreten. Was hätte sie denn gestört da auch offiziell auf zu treten wenn B. gewollt hätte?

Als Gegenpol zu der v-v-Page der ND-Page empfehle ich mal das Buch von Bettina Kenter-Götte "Heart`s Fear, selbst ALG-II-Bezieherin über einen nicht nur ganz kurzen Zeitraum.
 

saurbier

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#51
Hallo,

eine schöne Diskussion!

Medienmacht ist macht übers Volk, schon mal daran gedacht.

Warum wohl hat der Wahnsinnig die letzte US-Wahl für sich entschieden.

Vielleicht sollten wir uns mal daran erinnern, wer in unserem Land zum ersten Mal die Macht der Medien (Bilder und Worte) so richtig erkannt hat und es verstand sie nutzbringend umzusetzen. Richtig dieser ach so böse braune Bub, der uns ins unglück stürzte.

Ja warum hat die SPD ihr Kapital in so viele Medienunternehmen gesteckt, bevor die CDU auf diese Idee kam.

Wer die Medien beherscht, der beherscht indirekt auch des Volkes Stimme.

Auf Arte kam vor langer Zeit mal ein wunderschöner Beitrag, der interessierten unmissverständlich aufzeigte, wie Kapital und Politik gemeinsam ihre Interessen bündeln.

Da war Herr Schröder als Ex-Bundeskanzler in trauter Gemeinsamkeit mit dem mächtigen Kapital - Internationale Hedgefonts Betreiber - unter anderem Herr Berggruen, beim jährlichen treffen zu sehen. Thema war die Optimierung der Kapitalistischen Wirtschaftsordnung - wo man feststellte (wohl gemerkt im Fernsehen - das z.B. in Deutschland die Löhne zu hoch sind. Hinter verschlossenen Türen Diskutierten die Herrschaften dann weiter.

Und was geht wohl alljährlich in der Hochsicherheitszone Davos ab, wo sich die "Weltführer" aus Politik und Wirtschaft treffen, abseits des Volkes. Aber ja doch, alles sehr demokratisch - nicht war.

Sowas nannte man in einer früheren Zeit Feudalismus, wenn der Kaiser seine Fürsten eingeladen hatte um seine Geld zu kassieren.

Wer in der heutigen Zeit noch so verträumt ist und echt glaubt, daß unsere Medien (bis auf wenige Ausnahmen) dem gemeinen Volk all das Berichten was so abläuft, der glaubt sicherlich auch noch am Weihnachtsmann.

Schröder war ein Medienmann, der auf seiner Höhe mit seinem medienwirksamen Auftritten seine Wählerschaft hinter sich vereinen konnte. Das ging so lange gut, bis das die Wähler merkten wie er sie mit seiner Politik zugunsten der Deutschen Wirtschaft über den Tisch zog. Das Ergebnis sehen wir ja heute, wo die SPD es gerade mal schafft - wenn überhaupt - noch 17% der ursprünglichen Wähler (Volk) hinter sich zu versammeln.


Grüße saurbier
 

Wholesaler

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#52
@Fairina: Wenn du den Wahrheitsgehalt der Nachdenkenseiten anzweifelst, kann ich gerne auf andere Quellen verweisen. In denen steht dann allerdings dasselbe. Nimm es mir nicht übel, aber in meinen Augen bist du sehr blauäugig, falls du wirklich der Ansicht bist, dass Bertelsmann bei der Arbeitsmarktreform nicht die Hände im Spiel hatte. Sie haben es nur auf eine recht latente Weise gemacht, so dass es nicht jeder mitbekommen hat. Du argumentierst gegen Fakten, wenn du das abstreitest.

Zu deinen Fragen: Die Grundgedanken der Agenda 2010 mögen nicht schlecht gewesen sein, die Umsetzung war jedoch riesengroßer Murks. Dazu gehört insbesondere die komplette Entwertung des Faktors Arbeit. Hartz4 ist ein Paradoxon durch und durch. Dass Hartz4 der größte Flop ist, sieht man schon daran, dass fast 40 % aller Klagen gegen Sanktionen erfolgreich sind.
 

Fairina

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#53
Wholesaler: Deinen letzten Absatz sage ich seit den ersten Aussagen zur Einführung von HartzIV.

Wer selbst auf ND verlinkt oder dies als Grundlage nimmt, ist für mich nicht ernst zu nehmen. Eine Gehirnwäsche schreibt von der anderen ab. Sorry, aber da glaube ich eher an den Sanktnimmerleins-Weihnachten-Ostern-derTag an dem das Geld abgeschafft wird auf dem Planeten-Tag oder an die Raumzeitversetzungswoche des Planeten in eine für alle Menschen erfreuliche Zukunft.


Saurbier:
DANKE, danke, danke! Aber den Kohl kannste da zu nehmen, der hat im Hintergrund den Mist angerührt weil er die Aufgaben die er selbst schuf durch die Umstände nicht mehr bewältigen konnte. Blühende Landschaften von einem Tag auf den anderen waren nicht mehr hin zu bekommen ohne eine gewaltige Zesur und ohne Hilfe der Bündnispartner. Da fing der ganze Scheiss an.
 

Wholesaler

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#54
@Fairina: Möchtest du andere Quellen, damit du mich ernst nimmst? Wahrscheinlich findest du dann aber neue Ausreden. Bertelsmann ist kein Wohltätigkeitsverein, sondern muss sich den knallharten Gegebenheiten des Marktes (Gewinnmaximierung) anpassen. Die Hartz-Gesetze dienten ausschließlich den Interessen der Arbeitgeber. Ein Punkt war u. a. die Liberalisierung der Leiharbeit. Auch Bertelsmann hat davon immens profitiert. Du kannst Gift darauf nehmen, dass viele Beschäftigungsverhältnisse, die zu deiner Zeit bei Bertelsmann regulär waren, heute in der Zeitarbeit zu finden sind. Mit Sicherheit besitzt Bertelsmann auch eine eigene ZAF. Gerade deshalb kommt man speziell im gewerblichen Bereich bei vielen Global Playern nur noch über Zeitarbeit rein.
 

dagobert1

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#55
Die Hartz-Gesetze dienten ausschließlich den Interessen der Arbeitgeber. Ein Punkt war u. a. die Liberalisierung der Leiharbeit. Auch Bertelsmann hat davon immens profitiert.
Kritik an Bertelsmann:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bertelsmann_Stiftung#Kritik

Mit Sicherheit besitzt Bertelsmann auch eine eigene ZAF.
Nennt sich BePeople GmbH, gleiche Adresse wie der Bertelsmann Hauptsitz. (Könnte noch mehr geben, ist leider nicht immer sofort erkennbar.)
Alle Erlaubnisinhaber ( Gesamtliste )
Unter dem Namen Bertelsmann finden sich drei weitere Einträge, ebenso hat auch Bertelsmann-Tochter Arvato eine AÜ-Erlaubnis.
 

Wholesaler

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#57
@dagobert1: Darüber hinaus kooperieren sie garantiert noch mit den örtlichen Sklavenhändlern. Bei Bertelsmann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sie Personal ebenso über (ausländische) Subunternehmer beschäftigen (siehe Tönnies). Der sitzt ja ganz in der Nähe. Vielleicht haben sie sich bei dem schon Tipps geholt.:icon_hihi:

@Domino: Der verlinkte Text sagt doch schon wieder alles. Kein Wort wird darüber verloren, dass

1. ein Zeitarbeitsverhältnis durchschnittlich nur drei Monate dauert.

2. der Klebeeffekt lediglich bei 14 % liegt.

3. ein Zeitarbeiter im Durchschnitt 42 % weniger verdient als ein Festangestellter.

Fehlte im Prinzip nur noch der übliche Lobgesang auf die Agenda 2010 und die historisch niedrigen Arbeitslosenzahlen.
 

Fairina

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#58
Wholesaler: Bertelsmann hat heute eine eigene Zeitarbeitsfirma, aber die ist nur die Fortführung von dem was zu meiner Zeit schon so war. In einigen Bereichen des Konzerns war das üblich. Na und? Die Bedingungen dort waren nicht anders als man direkt als Aushilfe angestellt war.
Leute ihr habt einfach keine Ahnung und das ist euer Problem. Ihr sucht irgend etwas zusammen ohne mit Leuten zu sprechen, die da beschäftigt sind und waren. Ich kann da auf familiäre Verbindungen, mich selbst und noch so an die hundert Personen mind. zurück greifen. Und jetzt? Und das nicht nur aus der alten Zeit sondern auch aus dem Zeitraum der letzten Jahre.
Woher man diese Zahlen her hat. 42% weniger? Da muss man dann aber schon die Prämien aus den Genußscheinen dazu rechnen, die Sonderprämien usw. Die Genußscheine die man bei Einstellung bekommt sind schon richtig was wert. Weitere kann man kaufen. Und jedes Jahr gibt es fette Gewinnausschüttungen. Oh wie schrecklich.

3 Monate? Jo ich hatte ursprünglich einen 4-Wochen-Vertrag der immer weiter verlängert wurde. Gab es in der einen Firma im Konzern keinen Platz, wurde man - wenn man wollte - an die nächste offene Stelle in der nächsten Firma weiter gereicht. Oh wie böse. Ich war so 1,5 Jahre da. Mein Mann x 18 Monate. Gleitzeit, Kernarbeitszeit - alles kein Problem. Kinder krank - fahren sie nach Hause und arbeiten die Zeit nach. Jaja, ich weiß alles sehr sehr böse.

Unabhängige Quellen? Her damit. Mal gucken was ich da finde.

Ach ja: Bertelsmann hat nix mit tönniesscher Arbeitnehmerpolitik zu tun und nix am Hut. Die haben die schon in den 70igern? oder waren es doch erst die 80iger? gefahren. Schon da war das im Kreis GT bekannt und auch die Bruchbuden wo die Mitarbeiter von Tönnies untergebracht waren. Gab so manchen Zeitungsartikel darüber.

Und noch ein Hinweis: Die Mitarbeiter von B haben es den Gewerkschaften sehr lange sehr schwer gemacht in den Konzern zu kommen weil die Bedingungen schlechter gewesen wären als mit dem Haustarif.
 

Wholesaler

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#59
@Fairina: Gleiche Bedingungen in der Zeitarbeit? Das glaust du doch wohl selber nicht. Selbst bei einer internen ZAF sind die Konditionen schlechter als wenn man direkt über die Firma beschäftigt wäre.

Die 42 % Lohnunterschied kannst du einem Bericht der Agentur für Arbeit entnehmen. Das gilt ebenfalls für die drei Monate Beschäftigungsdauer. Es sind beides Durchschnittswerte.

Ja, mein Vergleich mit Tönnies ist weit hergeholt. Arvato ist übrigens ein Subunternehmen von Bertelsmann.

Ursprünglich ging es ja um die Bertelsmann-Stiftung. Für Superreiche und TTIP macht sie sich ebenfalls stark:

https://www.lobbycontrol.de/2017/01...-verdeckte-interessen-bei-bmw-bertelsmann-co/

Auch hier wird das Thema Bertelsmann Stiftung und Hartz4 sehr authentisch dargestellt:

https://jasminrevolution.wordpress....lsmann-stiftung-beklagt-hartz-iv-kinderarmut/

Man kann das Ganze schön mit einem Fußballspiel vergleichen: Die Bertelsmann-Stiftung gibt die Vorlage und die Politik netzt ein.
 

Fairina

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#60
Mit TTIP bin ich nicht einverstanden, da stehe ich gegen B. Ich sagte ja schon das ich nicht alles gut heiße.

Die AfA zieht alles zusammen und ich beziehe mich ausschließlich auf B samt Arvato übrigens die aus der VVA hervor gingen und da waren Zeitverträge ganz normal. Ich habe (Vollzeit, wenn ich mich recht entsinne 38 Std/Woche, 1988/89) ungefähr 3000 DM pro Monat über ein Jahr hinweg verdient als Aushilfe als Arbeiterin auf Zeit oder Angestellte auf Zeit. Nicht schlecht Herr Specht.

Deine Links: Ja klar Stiftungen sind was ganz böses. Sichern sie doch Firmen und somit ihre Mitarbeiter die die Firmeninhaber schützen wollten. Stiftungen sollten auch nur der/den Gewerkschaft/en vorbehalten sein. Und autsch - Frauen sind nicht gerne da gesehen. Ansonsten sollen sich Stiftungen aus allem raushalten, besser es gäbe sie nicht. :doh:

Ähm, wer hat denn die Dame bezahlt die das schrieb. Ach so, sie ist in Berlin und vertritt da diese ominöse LobbyControl. Naja eine e.V. will halt auch leben und Töpfe abgreifen.:doh::icon_hihi:

Und diese Jasminrevolution - au backe sage ich nur. Wahrlich seriöse Seiten. Schon 2 mal mussten sie umziehen. Warum wohl nur? :doh:

Sorry, aber wer so was als Wahrheit sehen möchte, ist für mich diskussionunwürdig.
 

dagobert1

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#61
Es ist nicht auszuschließen, das Bertelsmann in dem Wiki-Artikel noch zu gut wegkommt.
https://www.otto-brenner-stiftung.d...in-wikipedia/aktion/show/obspaec/Publication/

Leute ihr habt einfach keine Ahnung und das ist euer Problem. Ihr sucht irgend etwas zusammen ohne mit Leuten zu sprechen, die da beschäftigt sind und waren. Ich kann da auf familiäre Verbindungen, mich selbst und noch so an die hundert Personen mind. zurück greifen.
Dein Problem ist, dass du den Umgang der Firma mit Ihren Mitarbeitern mit der Unternehmenspolitik und den Lobbyinteressen von Bertelsmann verwechselt.
Da könnte man auch sagen, dass du keine Ahnung hast.

Nach deiner Logik wäre auch BASF eine Superfirma, trotz Gen-Patenten und anderen Schweinereien.
 

Fairina

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#62
Du spinnst - entschuldige bitte. Und nach deinen Unterstellungen hast du für mich jede Realität verlassen.
 

dagobert1

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#63
Ich habe nichts unterstellt.
Aber wenn du deinen Platz auf der Igno-Liste wiederhaben willst: Bitte schön.
 

pinguin

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#64
Nach deiner Logik wäre auch BASF eine Superfirma, trotz Gen-Patenten und anderen Schweinereien.
Du bringst den Blick von Außen nach Innen mit dem von Innen nach Außen durcheinander.

Du erwartest doch nicht wirklich von einem derzeitigen oder ehemaligen Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin eines Unternehmens, bei dem er/sie sich selbst weitestgehend wohlfühl(t)en, daß sie sich gegen dieses Unternehmen stellen?
 

Fairina

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#65
Pinguin, das hat weniger mit meiner Einstellung als frühere Mitarbeiterin zu tun als eher mit meinem allgemeinen Verständnis zu meiner Umwelt, zur Umwelt allgemein, zu Firmen/Konzernen usw. In jedem Konzern gibt/gab es gute Sachen, das muss man trennen. Es gibt etliches was ich am heutigen B-Konzern nicht mag und ebenso auch an der Stiftung ist mir das eine oder andere nicht geheuer. Aber ich sehe auch Grundtendenzen, Richtungen und solange die stimmen, ist es ok. Genauso wie es für mich ok ist, Kritik zu äußern.

Bei BASF fällt mir spontan lange nichts ein. Zumal ich Gen-Manipulationen absolut nicht verstehen kann und will. Es geht ja nicht um natürliche Mutationen sondern um menschliche Eingriffe ohne Rücksicht auf Verluste. Auch die Patentierung von Pflanzen, Tieren usw. sind ein absolutes Tabu für mich. Die Auswirkungen auf die Fauna und Flora des Planeten können die doch gar nicht abschätzen. Wir haben bereits jetzt große Probleme bei der Blütenbestäubung. Haustiere zeigen Allergieneigungen, Nierenerkrankungen, Futterunverträglichkeiten weil genmanipulierte Pflanzen eingesetzt werden. Insektenarten wie Bienen sterben aus.

Die Liste läßt sich endlos weiter führen. Und einmal in einem Landstrich eingesetzt, verbreiten sich die genmanipulierten Pflanzen (Mais, Weizen und andere Getreidesorten) wie Unkraut und verdrängen die natürlichen Pflanzen. Wer kennt noch Butterblumen, Klatschmohn, Kornblumen, Margeriten (nicht die Gartenmargeriten), Ackerwinde und wie sie alle heißen?
Was für die Pflanzenwelt gilt, gilt auch für die Tierwelt. Wo sind Zitronenfalter, Pfauenauge, Heufalter?

Mir also so etwas zu unterstellen, greift mein Verständnis für Umwelt und Natur an. Zudem habe ich mich früher schon mehr als kritisch zu solchen Themen wie angebliche Unfälle usw. geäußert. Das nur mal so am Rande.
 

dagobert1

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#66
Du erwartest doch nicht wirklich von einem derzeitigen oder ehemaligen Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin eines Unternehmens, bei dem er/sie sich selbst weitestgehend wohlfühl(t)en, daß sie sich gegen dieses Unternehmen stellen?
Ich erwarte von (Ex-)Mitarbeitern etwas mehr Objektivität beim Blick auf die jeweilige Firma.
 

Wholesaler

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#67
Deine Links: Ja klar Stiftungen sind was ganz böses. Sichern sie doch Firmen und somit ihre Mitarbeiter die die Firmeninhaber schützen wollten. Stiftungen sollten auch nur der/den Gewerkschaft/en vorbehalten sein. Und autsch - Frauen sind nicht gerne da gesehen. Ansonsten sollen sich Stiftungen aus allem raushalten, besser es gäbe sie nicht. :doh:
Nein, sind sie nicht. Die Hans-Böckler-Stiftung beispielsweise setzt sich in diesem Artikel sehr kritisch mit der Agenda 2010 und den (laut der Politik positiven) Folgen auseinander:

https://www.boeckler.de/42502_42515.htm

Solche messerscharfen Analysen sind mir von der Bertelsmann-Stiftung noch nicht untergekommen. Sei mir bitte nicht böse, aber ich habe den Eindruck, dass du in der Vergangenheit lebst und nicht in der Realität angekommen bist. Ich würde mich manchmal auch gerne in eine Zeitmaschine begeben und die Zeit 35 bis 40 Jahre zurückdrehen, das geht jedoch leider nicht. Nimm die Tatsachen zur Kenntnis und akzeptiere sie. Ich streite gar nicht ab, dass Bertelsmann ein guter Arbeitgeber war bzw. ist. An der neoliberalen, kapital- und politiknahen Gesinnung der Bertelsmann-Stiftung besteht indes kein Zweifel.
 

Fairina

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#68
Ich bin sehr wohl in der jetzigen Realtität. Furchtbar jedoch finde ich es, daß die Gewerkschaften die im Boot sitzen mit den Aufsichtsräten und die maßgeblichen Anteil an HartzIV und an der anschließenden Verarschung durch Attac jetzt die Guten sein soll. Diese Verbrämung eines Wunschdenkens - ne tut mir leid, lebt euren AntiBertelsmann und HochlebendieAkteure, Armuts- und VersklavungsVordenker und Beschließenden Büttel ihrer Geldgeber als Wohltäter weiter.
 

Wholesaler

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#69
Schröder hatte seine Pläne schon vor der Wahl 1998 geschmiedet. Teile der Agenda 2010 (Liberalisierung der Zeitarbeit) waren von langer Hand geplant:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7870591.html

Alles selbstverständlich mit seinem grünen Kompagnon.

Kohl hatte die Euro-Einführung mit seinem Zugeständnis an Frankreich bereits Ende der 80er-Jahre vorbereitet. Das kann man sicherlich alles in der verlinkten Spiegel-Ausgabe 18/1998 nachlesen. Bei Schröder war es die Arbeitsmarktreform, die im stillen Kämmerlein ausgebrütet wurde.

Bei Kohl wusste man, was er im Schilde führte. Schröder hingegen entpuppte sich als riesengroßer Bluffer. Links blinken, aber rechts abbiegen.

Mit dem Wissen von heute hätte ich die sPD vor zwanzig Jahren garantiert nicht gewählt. Ich denke, dass ich mich mit dieser Erkenntnis in bester Gesellschaft befinde.

Nachher ist man eben immer schlauer...
 

Fairina

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#70
Was die SPD angeht, so habe ich diesen Fehler auch gemacht. Und damit befinden wir uns in bester Gesellschaft.
 

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#71
@Fairina: Geteiltes Leid ist halbes Leid.:icon_mrgreen: Wenn man sich die Erzählungen im Forum anschaut, sind viele dem Genossen der Bosse auf den Leim gegangen. Ich wollte, dass Kohl in die Wüste geschickt wird und hatte deshalb das Kreuz bei der sPD gemacht.

Mit dem politischen Sachverstand von heute hätte ich damals die PDS gewählt. Gregor Gysis Rede im Bonner Bundestag zur Euro-Einführung war das mit Abstand Brillanteste, was ich je von einem Politiker gehört habe.

Nun denn, ist alles Schnee von gestern. Aus falschen (Wahl)Entscheidungen lernt man.
 

Fairina

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#72
Wie wahr, wie wahr. Auch ich hätte Gysi meine Stimme gegeben. Siehste wir haben Gemeinsamkeiten. :icon_hihi:
 
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