Gepfändeter Betrag auf P-Konto irgendwie frei bekommen? (1 Betrachter)

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Pinstripe

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Hallo ihr lieben!

Ich habe eine kleine Frage...ich beziehe ALG II und habe ein P-Konto bei meiner Hausbank. Dort habe ich alle Unterlagen eingereicht und meine Pfändungsfreigrenze stimmt.

Nun zum Problem...durch sparen haben wir einen kleinen Puffer angesammelt, und richtig...an den kommen wir nun nicht mehr dran.
Das Geld würde uns aber momentan echt gut helfen (2 Kinder...1 davon 9 Monate alt). Das sind knapp 600,- die wir angespart und dummerweise auf dem Konto gelassen haben. An die kommen wir Aufgrund der Pfändung nun nicht mehr dran.

Und das Geld liegt nun seit Ewigkeiten auf dem Konto...

Gibt es einen Weg daran zu kommen??? Gibt es Wege über das Gericht? Oder kann man irgendwo beantragen, dass die Pfändung (vorläufig) aufgehoben wird?

Ich habe irgendwas im Hinterkopf mit "befristete Unpfändbarkeit" oder so...oder ist das was anderes?

Vielen lieben Dank für eure Hilfe!
 

Dark Vampire

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Ist nicht ganz meine Materie aber ich sehe da keine großen Möglichkeiten da nur glaub ich einmal was mit in den neuen Monat übertragen werden kann.....

Mal andere Antworten abwarten und in Zukunft alles gleich runterholen und zuhause in die Keksdose stopfen.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn die Pfändungsgrenze tatsächlich schon für alle Personen erweitert wurde, sehe ich da auch keine Möglichkeit mehr. Wie schon richtig gesagt wurde, kann nur einmal etwas in den neuen Monat übertragen werden.
Zum Sparen ist das P-Konto ungeeignet.
 
E

ExitUser

Gast
Hallo pinstripe,
unter 1. kannst du nachlesen, was es mit befristeter Unpfändbarkeit auf sich hat. Das nützt jetzt leider nichts, weil das vorher beantragt werden muss.
Es geht darum ein Konto für ein Jahr von der Pfändung auszuschließen, WENN man nachweisen kann, dass in den letzten 6 Monaten nur unpfändbare Beträge draufgingen und das auch in den nächsten 12 Monaten der Fall sein wird.

Die Anordnung befristeter Unpfändbarkeit eines Kontos nach §850l ZPO-2012 (§ 833a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ZPO-2010) | Infodienst Schuldnerberatung
 

TazD

Super-Moderation
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Einen Weg über das Gericht gibt es hierbei nicht, denn die gesetzlichen Regelungen sind ziemlich eindeutig. Ich stelle nur immer wieder fest, dass die Banken und Bankenmitarbeiter damit nicht klarkommen.

Ich hatte es in einem anderen Thread zum § 850k ZPO und dem möglichen Übertrag in den Folgemonat schonmal geschrieben:

Der Gedanke des Gesetzgebers war es eigentlich, dass du sozusagen zwei Töpfe hast, wenn du Geld aus dem Vormonat mitnimmst. Topf A beinhaltet dein Guthaben aus dem Vormonat und Topf B kriegt dein "neues" Guthaben. Nun sollte eigtl erstmal Topf A im aktuellen Monat leer gemacht werden, bevor Topf B angebrochen wird. Aus Topf B kannst du dann wieder in den nächsten Monat übernehmen und es wird nicht gepfändet, solange dein Guthaben unter dem Pfändungsfreibetrag bleibt. Nun wird erst wieder Topf B geleert und "neues" Guthaben fliesst in Topf C..... usw.
Oder kurz und knapp: "first in - first out".
So wie ich das sehe, habt ihr jeden Monat einen Betrag X von eurem zur Verfügung stehenden Geld nicht verbraucht und das hat sich mit der Zeit soweit aufgebaut, dass die Bank jetzt der Meinung ist, dass sämtliches angespartes Geld an den Gläubiger auszukehren wäre. Das sehe ich aber nicht so.
Eigentlich müsste man jetzt mit Zettel, Stift und Taschenrechner hingehen und das Monat für Monat ausrechnen.
Meiner Meinung nach steht euch erstmal noch der Übertrag aus dem letzten Monat zu + Pfändungsfreibetrag ( § 850k Abs 1 Satz 3 ZPO ).
Diebszüglich würde ich ganz dringend das Gespräch mit der Bank suchen.
 

isabel

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Hallo,
ich habe ähnlichen Problem gehabt, sogar bis mir der Bank (Postbank) mitgeteilt hatte, es wurde eine Überweisung an Gläubiger getätigt. Nach ein paar Anrufen wurde das Geld zurück überwiesen, also, weiter kämpfen. Die haben kein Recht von P-Konto das Geld zu behalten, vorausgesetzt, es überschreitet die Pfändungsgrenze nicht.
 
E

ExitUser

Gast
zu zivilrechtlichen fragen sollte man in foren keine konkreten fragen und antworten stellen.

grundsätzlich verhält es sich aber relativ einfach, so dass ich versuchen kann, es grundsätzlich zu beantworten.

zahlungsverbote werden aufgrund eines gerichtsbeschlusses des gläubigers gegen die bank erlassen, der wiederum auf einem säumnisurteil des gläubigers gegen den schuldner basiert.

insofern sollte eigentlich jedem schulder, der ab und zu in seinen briefkasten schaut, bekannt sein, wo er sich hinwenden kann, um gerichtliche anträge zu stellen.

je nach situation ist allerdgins zunächst einmal zu empfehlen, direkten kontakt zum gläubiger zu suchen. denn der gläubiger hat ja das konto nur sperren lassen, damit er auch davon pfänden kann, wenn dort etwas zu holen ist.
er soll also bitte nun entweder pfänden, oder bei gericht erklären, dass er für einen gewissen zeitraum oder in einer bestimmten höhe auf seinen titel verzichtet.
die gerichte sind bei diesen dingen meist sehr langsam, und sie fragen auch nicht wöchentlich den kontostand ab.

beim p-konto ist es allerdgins tatsöchlich heute ein bischen schwieriger als bei normalen konten, da der gesetzgeber ja eigentlich bereits eine halbwegs handelbare situation geschaffen hat, bei der man eben genau nicht einen freibetrag beim gericht extra beantragen oer alle 3 tage aufs konto gucken müsste.

dritte lösungsmöglichkeit wäre ein gespräh mit der bank - inzwischen kennen die sich halbwegs damit aus, und stehen tendenziell immer an der seite ihres kunden.
 
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