Genossenschaftsanteile und Privat Insolvenz

dividas

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Hallo ihr Lieben! :)

Ich ziehe ich mit meiner Familie zum 1. September in ein anderes Bundesland.

Die Wohnung, die wir anmieten werden, gehört einer Genossenschaft. Statt eine Kaution einzuzahlen müssen wir also Genossenschaftsanteile kaufen.

Nun ist da aber ein kleines Problem: Mein Freund geht zurzeit in Privat Insolvenz. Die Schulden, die er machte, hatte er bereits lang vor unserem Kennenlernen gemacht, mit diesen habe ich also absolut nichts zu tun.

Somit kann man natürlich auch nichts von mir pfänden. Nun heiraten wir im Oktober. Soweit wir informiert sind, geht mich die Privat Insolvenz selbst dann nichts an, da er die Schulden mit in die Ehe brachte. Korrigiert mich bitte, wenn ich da falsch liege.

Nun ist es so, dass wir auf einigen Seiten lesen konnten, dass man die Genossenschaftsanteile pfänden kann bzw. das Privat Insolvenz-Menschen Angst haben, dass dies passiert, denn: Genossenschaftsanteile weg - Wohnung weg!

Jetzt wissen wir natürlich nicht, was wir tun sollen und können. Wir möchten mit absoluter Sicherheit in dieser Wohnung wohnen bleiben und unter gar keinen Umständen da einfach rausfliegen.

Was für Möglichkeiten haben wir?

Eine Idee die ich habe ist, dass ich den zukünftigen Vermieter bitte, dass er es mir schriftlich zu kommen lässt, dass die Genossenschaftsanteile von mir bezahlt wurden und auch mir gehören - unabhängig davon, welche Personen im Mietvertrag stehen. Sofern auch nach einer Eheschließung die Insolvenz nur meinen Mann betrifft, dürfen die Treuhänder es ja auch nicht pfänden, oder? Würde es da reichen, eine schriftliche und formlose Bestätigung zu haben?

Eine andere Idee wäre, dass jemand ganz anderes, z. B. ein Verwandter die Genossenschaftsanteile bezahlt und wir für eine schriftliche Bestätigung, dass die Anteile auch nur ihn gehören, sorgen. Allerdings wissen wir hierbei nicht, ob der Vermieter das ok finden würde, da der z. B. Verwandte ja nicht im Mietvertrag steht und auch nicht in der Wohnung leben würde.

Noch eine andere Möglichkeit wäre, da sich ganz vielleicht doch noch rechtzeitig ein Job im neuen Bundesland finden lässt, dass das Jobcenter die Genossenschaftsanteile bezahlt. Das machen die laut unserer Information nach nämlich, sofern es eben einen Job gibt. Ganz normal wie bei Kaution. Wäre es in diesem Falle denn pfändbar?

Und nochmal was ganz anderes: Wir haben wirklich ganz viel und ganz lang nach dieser Thematik gegooglet und auf einer Seite gelesen, dass es seit Mai 2013 ein Gesetz gibt, dass Privat Insolvente Mieter mit Genossenschaftsanteile bis 2000 Euro geschützt sind und man Genossenschaftsanteile erst ab 2000 Euro pfänden kann. Wenn dies stimmt, sind wir sowieso fein raus, denn die Genossenschaftsanteile für unsere zukünftige Wohnung betragen nicht 2000 Euro. Allerdings fanden wir diese Information nur auf einer Seite und sind deshalb stutzig, ob das auch stimmt!

Falls dieses Gesetz von uns richtig verstanden wird und es auch der Wahrheit entspricht, kann/muss der Treuhänder unseren Vermieter trotzdem kontaktieren? Wir möchten nämlich nicht, dass der Vermieter etwas erfährt.

Das vielleicht echte Gesetz ist hier zu finden: https://www.gesetze-im-internet.de/bu...eng/gesamt.pdf - Es handelt sich um § 67c

Sorry, dass ich so viel geschrieben habe. Ich hoffe, dass sich jemand Zeit nimmt das zu lesen und eine gute Antwort parat hat! Danke dafür

lg
 

Doppeloma

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Hallo dividas,

Die Wohnung, die wir anmieten werden, gehört einer Genossenschaft. Statt eine Kaution einzuzahlen müssen wir also Genossenschaftsanteile kaufen.

wenn du selber keine Schulden hast, dann braucht ihr doch nur mit der Genossenschaft zu klären, dass du alleine Mitglied wirst und dann sollte das Problem keines mehr sein ... :icon_kinn:

Wir planen auch gerade eventuell in eine Genossenschaftswohnung umzuziehen, daher habe ich mich dazu ein wenig kundig gemacht, bisher stand nirgendwo geschrieben, dass bei einem Ehepaar unbedingt beide Mitglied werden müssen, um den Nutzungsvertrag zu bekommen.

Nun ist da aber ein kleines Problem: Mein Freund geht zurzeit in Privat Insolvenz. Die Schulden, die er machte, hatte er bereits lang vor unserem Kennenlernen gemacht, mit diesen habe ich also absolut nichts zu tun.
In welchem Stadium befindet sich dein Partner denn da gerade, arbeitet er schon mit der Schuldnerberatung zusammen, geht der Antrag schon ans Gericht ???

Kann durchaus sein, dass die Genossenschaft eine Schufa-Auskunft haben möchte von den neuen Mitgliedern, dann wäre es wohl auch besser wenn du alleine die Angelegenheit regelst mit der Genossenschaft ???

Somit kann man natürlich auch nichts von mir pfänden. Nun heiraten wir im Oktober. Soweit wir informiert sind, geht mich die Privat Insolvenz selbst dann nichts an, da er die Schulden mit in die Ehe brachte. Korrigiert mich bitte, wenn ich da falsch liege.
Es ist letztlich unerheblich ob ihr verheiratet seid oder nicht, für die eigenen Schulden (also ALLES was man nur alleine unterschrieben hat) ist auch in der Ehe jeder Partner ALLEINE verantwortlich.

So hatte ich (alleine) auch einen Bankkredit aufgenommen, mein Partner, jetzt auch mein Ehemann hatte dafür nicht mit unterschrieben und als ich den (wegen langer Krankheit) nicht mehr bezahlen konnte, brauchte auch nur ich alleine in die PI gehen.

Allgemein geht es dann nur um sehr wertvolle Sachen die beiden gemeinsam und/oder einem Partner alleine gehören, die bei der Pfändung für die Insolvenzmasse eine Rolle spielen könnten.

So darf man dir auch kein Auto wegnehmen, das du für den Arbeitsweg benötigst und das auf deinen Namen angemeldet und versichert ist, etwas schwieriger war es bei unserem (vor vielen Jahren mal gemeinsam gekauften) Auto, weil es auch aus gemeinsamen Mitteln bezahlt wurde.

Mein Mann durfte das Auto dann aber trotzdem behalten, weil er es wegen Krankheit benötigt und weil es bei einer Pfändung sowieso kein Geld für die Gläubiger mehr gebracht hätte.

Aber zurück zur Wohnung.

Nun ist es so, dass wir auf einigen Seiten lesen konnten, dass man die Genossenschaftsanteile pfänden kann bzw. das Privat Insolvenz-Menschen Angst haben, dass dies passiert, denn: Genossenschaftsanteile weg - Wohnung weg!
Habt ihr denn die Wohnung schon angemietet bzw. den Nutzungsvertrag abgeschlossen, wenn nicht macht das zunächst NUR auf deinen Namen und auch der Genossenschaftsanteil sollte klar aus deinen persönlichen Mitteln bezahlt werden ... wollt ihr diese Wohnung noch vor der Hochzeit beziehen, dürfte das eine ganz eindeutige Sachlage sein.

Die Wohnung (das Nutzungsrecht) gehört dann DIR ALLEINE und der Genossenschaftsanteil ebenfalls ... das wird nicht "automatisch anders" weil man heiratet, wenn die Genossenschaft mit dieser Lösung einverstanden ist, braucht ihr euch keine weiteren Gedanken dazu machen. :icon_daumen:

Dein Partner gibt dann diese Wohnung als Meldeadresse an, der Rest gehört aber nicht in seine Vermögensaufstellung, denn es ist nicht sein Vermögen, sondern dein Vermögen.

Zu den laufenden monatlichen Kosten (er übernimmt von allem 50 %), könnt ihr eine private Vereinbarung machen, was er dafür monatlich konkret zu zahlen hat, letztlich verbleibt ihm ja (mindestens) der Pfändungsfreibetrag für eine Person.

Jetzt wissen wir natürlich nicht, was wir tun sollen und können. Wir möchten mit absoluter Sicherheit in dieser Wohnung wohnen bleiben und unter gar keinen Umständen da einfach rausfliegen.
Werdet ihr unter dieser Voraussetzung auch nicht, es wäre natürlich besser wenn das alles schon vor offizieller Eröffnung der PI am Gericht so geregelt wäre, letztlich kann es euch aber auch danach keiner verbieten, die vertraglichen Regelungen mit der Genossenschaft so zu gestalten, das ist auch völlig legal.

Eine Idee die ich habe ist, dass ich den zukünftigen Vermieter bitte, dass er es mir schriftlich zu kommen lässt, dass die Genossenschaftsanteile von mir bezahlt wurden und auch mir gehören - unabhängig davon, welche Personen im Mietvertrag stehen.
Siehe oben, die Genossenschaftsanteile werden ja sicher nicht in Bar bezahlt, also sorge dafür, dass es eine eindeutige Überweisung von DEINEM Konto gibt, für die Zeit der PI ist es ohnehin angebracht, dass ihr getrennte Konten habt, damit die Gelder (deine persönlichen Einnahmen) übersichtlich zu trennen sind und nicht alles auf ein "gemeinsames Konto fließt", das könnte Probleme geben, wenn der Pfändungsfreie Betrag für deinen Mann überschritten ist.

Was die Treuhänder/Gläubiger erstmal haben gibt es nur schwer wieder zurück und bei seiner PI geht es auch während der gesamten Laufzeit NUR um sein persönliches Einkommen und die daraus pfändbaren Beträge, das ändert sich auch nicht durch die Eheschließung ... es sind und bleiben auch dann alleine seine Schulden.

Eine andere Idee wäre, dass jemand ganz anderes, z. B. ein Verwandter die Genossenschaftsanteile bezahlt und wir für eine schriftliche Bestätigung, dass die Anteile auch nur ihn gehören, sorgen. Allerdings wissen wir hierbei nicht, ob der Vermieter das ok finden würde, da der z. B. Verwandte ja nicht im Mietvertrag steht und auch nicht in der Wohnung leben würde.
Diese Konstruktion halte ich eher nicht für machbar, letztlich genügt es doch wenn klar nachzuweisen ist, dass DU aus deinen Mitteln diese Anteile bezahlt hast, was eindeutig /nachweislich dir gehört, darf nicht (für seine PI) gepfändet werden, das bleibt auch weiterhin (nach der Hochzeit) dein persönliches Eigentum ...:icon_daumen:

Noch eine andere Möglichkeit wäre, da sich ganz vielleicht doch noch rechtzeitig ein Job im neuen Bundesland finden lässt, dass das Jobcenter die Genossenschaftsanteile bezahlt. Das machen die laut unserer Information nach nämlich, sofern es eben einen Job gibt. Ganz normal wie bei Kaution. Wäre es in diesem Falle denn pfändbar?
Keine Ahnung, die JC machen das doch überwiegend auch nur als Darlehen und wenn ihr das dann beide zusammen aufnehmt, dann ist das auch gemeinsames Geld was da zurückgezahlt wird ... ob die das letztlich wirklich machen werdet ihr erst wissen, wenn ihr das Geld dann tatsächlich haben wollt oder hat man euch das schon schriftlich gegeben.´

Ich persönlich würde Variante 1 bevorzugen (sofern die Mittel aus deinem "Vermögen" vorhanden sind), damit ist die Rechtslage klar und die Anteile können nicht gepfändet werden, jedenfalls nicht für seine PI-Gläubiger. :icon_evil:

Und nochmal was ganz anderes: Wir haben wirklich ganz viel und ganz lang nach dieser Thematik gegooglet und auf einer Seite gelesen, dass es seit Mai 2013 ein Gesetz gibt, dass Privat Insolvente Mieter mit Genossenschaftsanteile bis 2000 Euro geschützt sind und man Genossenschaftsanteile erst ab 2000 Euro pfänden kann. Wenn dies stimmt, sind wir sowieso fein raus, denn die Genossenschaftsanteile für unsere zukünftige Wohnung betragen nicht 2000 Euro. Allerdings fanden wir diese Information nur auf einer Seite und sind deshalb stutzig, ob das auch stimmt!
Ja, es wurde tatsächlich einiges geändert für die PI, soll auch die Genossenschaftsanteile betreffen ... vielleicht meldet sich noch Jemand der genau schreiben kann wo das steht, ich finde das jetzt auf die Schnelle auch nicht ... mit deinem Link kommt man nicht weiter (der ist tot) und der § 67c ohne Angabe des zugehörigen Gesetzes bringt nichts, in der Inso-Ordnung gibt es den jedenfalls (noch ?) nicht ... :icon_kinn:

Falls dieses Gesetz von uns richtig verstanden wird und es auch der Wahrheit entspricht, kann/muss der Treuhänder unseren Vermieter trotzdem kontaktieren? Wir möchten nämlich nicht, dass der Vermieter etwas erfährt.
Wenn alles nur über deinen Namen läuft, dann hat der TH kein Recht den Vermieter zu kontaktieren, denn du bist ja nicht in PI.

MfG Doppeloma
 
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