Gender Diskurs

Jan_aus_W

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Abgetrennt aus dem Thema Was ist los in/mit der Linkspartei!?


Noch so ein Unsinn den man so nur in Deutscher Presse liest.. Gender"Korrektheit".. Ich glaube in der Schweiz wird man für sowas ausgelacht.. Die einzige Partei, die sich dagegen stellt ist leider auch die AfD.
Es war doch bei den Nationalsozialisten das gleiche: Die Deutsche Sprache wurde "vergewaltigt".. Ich glaube, die politische Linke hat ein Faschismusproblem..
 

Tripod

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Noch so ein Unsinn den man so nur in Deutscher Presse liest.. Gender"Korrektheit".. Ich glaube in der Schweiz wird man für sowas ausgelacht.. Die einzige Partei, die sich dagegen stellt ist leider auch die AfD.
Es war doch bei den Nationalsozialisten das gleiche: Die Deutsche Sprache wurde "vergewaltigt".. Ich glaube, die politische Linke hat ein Faschismusproblem..
Es ist gefühlt noch nicht so lange her, da hatte ich die an sich damals schon überflüssige Diskussion um die "weibliche Form" in der Anrede (bei Flyern und dergleichen) bei den Jusos - die "pro-Fraktion" hat damals knapp verloren... vermutlich waren die Schlipsträger dieser Jugendorganisation damals schon hinter die Standards der Mutter zurück gefallen. Ein scheinbares "Faschismus Problem" kann auch einfach aus einer unzeitgemäßen Entwicklung rühren.
Man hört ja immer von der "Überalterung" der Roten im Osten. Traditionsverband halt.
 

Birt1959

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Noch so ein Unsinn den man so nur in Deutscher Presse liest.. Gender"Korrektheit".. Ich glaube in der Schweiz wird man für sowas ausgelacht.. Die einzige Partei, die sich dagegen stellt ist leider auch die AfD.
Es war doch bei den Nationalsozialisten das gleiche: Die Deutsche Sprache wurde "vergewaltigt".. Ich glaube, die politische Linke hat ein Faschismusproblem..
Oh Jan, mir graut vor Dir. Das meine ich todernst

Nun kommt etwas Notwendiges im Bereich OT:

Es ist, rein sprachwissenschaftlich gesehen, immer vorgekommen, dass sich lebendige Sprachen an die Gesellschaft anpassen, in der sie gesprochen werden. Wir sprechen auch in den Gefilden, die mal dem Imperium Romanum angehörten, nicht mehr das klassische Latein. Es konnte sich nicht an den geschichtlichen Wandel anpassen und nur einige Dialekte entwickelten sich weiter zu gesprochenen Sprachen.

Es ist ein Teil der Entwicklung der deutschen Sprache, dass langsam auch in der Schriftsprache versucht wird, die gesellschaftliche Veränderung in Bezug auf die Stellung der Geschlechter widerzuspiegeln. Im Englischen ist das z.B. nicht notwendig - die Personalpronomina haben dort eine andere Funktion und sind wertfreier. Von daher sind das Gendersternchen und alle anderen Formen diese Geschlechtervielfalt in der Schriftsprache abzubilden nicht nur die Beseitigung sprachlicher Wertungen, sondern auch nur Abbild davon, dass wir hoffentlich keine Rosa Winkel wieder einführen, sondern die Menschen als das sehen, was sie sind: Menschen.

Diese Bemühungen finden sich im gesamten deutschen Sprachraum - natürlich nicht in Bild, Blick und Kronenzeitung. Diese wollen anders Macht ausüben, der Mensch ist da völlig unwichtig.

Die Linken haben kein Faschismusproblem, was die Verwendung von Sprache angeht. Das haben Politiker*innen aus der konservativen und nationalistischen Ecke. Die spielen bewusst mit Worten, die ganz nah an Worte aus der Lingua Tertii Imperii Viktor Klemperers andocken. (Das Buch kann in jeder Unibibliothek ausgeliehen werden. Stadtbibliotheken besorgen es per Fernleihe.) Wenn die AfD und extrem konservative aus den anderen Lagern schreien, ein Gendersternchen verändere die Sprache zum Unguten, haben die Partei und die anderen Konservativen ein Problem. Sie verändern nämlich die Sprache zum Unguten der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten.

Bitte beachte mal: eine Vergewaltigung ist etwas völlig anderes als eine relativ geringe Anpassung von Sprache an existierenden gesellschaftlichen Realitäten. So ein Vergleich verhöhnt sämtliche Opfer sexualisierter Gewalt.
 

Jan_aus_W

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So ein Vergleich verhöhnt sämtliche Opfer sexualisierter Gewalt.
Der "Vergleich" stammt aus einem Film über den zweiten WK den ich neulich gesehen habe.. Schien mir im Bezug zum Nationalsozialismus passend. Und sprachlich ist für mich "Vergewaltigung" zunächst einmal neutral.. Auch wenn mir diese Wortwahl nicht eingefallen wäre.
Darf ich mal helfen? "Politiker und Politikerinnen".. Von mir aus auch "Politikerinnen und Politiker". Aber ganz vorne am Zug mit diesem Genderkram ist ja eh nicht DIE LINKE sondern die SPD mit ihrer Parität.. aber das zu diskutieren würde hier ausarten..
 

Jobhändla

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OT:
Wir nehmens wie die Engländer und Ammis und sagen einfach es. Fertig. Problem gelöst.
 

Jan_aus_W

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Wir nehmens wie die Engländer und Ammis und sagen einfach es. Fertig. Problem gelöst.
Im Spanischen gibts auch männlich (o) und weiblich (a) und da verbiegt man sich nicht mit diesen Gendersternchen.. Zumindest nicht das ich wüsste.
OT: Das AGG erlaubt die Benachteiligung aufgrund des Geschlechts :unsure:. Bei manchen Firmen brauchen sich männliche IT/Ingeneurs-Absolventen gar nicht erst bewerben.. Die Tatsache, dass es viel mehr männliche als weibliche Studierende gibt und die Bevorzugung von Frauen schlichtweg ungerecht ist, interessiert gar keinen.

Genau genommen macht das dieses gesamte neulinke politische Spektrum für mich unwählbar.
 

Jobhändla

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Off:
Ich hatte mich Anfang des Jahres auf eine Stelle im Putzdienst beim BND beworben. Im Stellenangebot stand das Aufgrund des (AGG?! Bin mir nicht mehr sicher) Bewerbungen von Weiblichen Bewerbern bevorzug behandelt werden.
Das hab ich nicht verstanden. Es wird übertrieben, keine Frage und mit Gleichbehandlung hat das nicht mehr viel zu tun. Andererseits verstehe ich aber auch die Frauen. Nur ob Quoten und solche Dinge wirklich Gleichbehandlung bedeuten ist fraglich.
 

Tripod

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PC geht aber weit über eine Gender gerechte sprach Tradition hinaus - die Tatsache das sich da so viel tut, deutet darauf hin, das dort zahlreiche Kinder im Brunnen liegen. Das mögen zum Teil sehr kleine Kinder sein, das ändert aber nichts daran, das Gesellschaften reifen und irgendwann hoffentlich dieser Problematik entwachsen. Bis dahin sollte man solch Empfindlichkeiten auf beiden Seiten mit Gelassenheit ertragen.
 

Einfachicke

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die Bevorzugung von Fraue

Jap - eindeutig eines der größten gesellschaftlichen Probleme. Lasst uns was dagegen tun.

Ich wäre ja dafür, dass Frauen durchschnittlich 20 % weniger Bezahlung erhalten, bei gleicher (oder gar besserer Qualifikation).

Und dann sollten sich die Männer endlich aufraffen und den Frauen den deutlich größeren Anteil an der Haushaltsarbeit und Kindererziehung überlassen.
*Ironie aus
 

Manni1976

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Es ist, rein sprachwissenschaftlich gesehen, immer vorgekommen, dass sich lebendige Sprachen an die Gesellschaft anpassen, in der sie gesprochen werden.
Korrekt. Allerdings durch eine organische Anpassung, im Sinne einer "natürlichen" anderen Verwendung durch diejenigen, die die Sprache nutzen. Bei der "geschlechtergerechten Sprache" scheint mir dies aber nicht der Fall zu sein. Stattdessen nehme ich dies als "von oben verordnet" war. Ich bemerke praktisch viel eher Widerstand gegen die "geschlechtergerechte Sprache".
 

Jobhändla

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Nunja, wenn Männer endlich in der Lage dazu sind Kinder zu gebären dann werden wir endlich Gerechtigkeit haben! Im Ernst jetzt, Ungerechtigkeiten zu bekämpfen ist ja in Ordnung aber (Jetzt kommt das aber) irgendwie vergessen die meisten das Frau und Mann nunmal unterschiedlich sind. Man/ Frau sollte dann auch wirklich ALLES auf die Goldwaage legen.
Das bei gleicher Arbeitsleistung weniger Lohn gezahlt wird ist ein Unding.
In bestimmten Berufen kann ich die Differenz verstehen. Dann wenn es um körperliche Leistungsfähigleit geht. Da wird es wohl wirklich so sein das ein Mann eben aufgrund seiner Physis mehr leisten kann.
Aber bitte, beide Seiten, legt ALLES auf die Goldwaage. Nicht nur einseitig, das gibt Ungleichgewicht.
 

Jan_aus_W

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Nunja, wenn Männer endlich in der Lage dazu sind Kinder zu gebären dann werden wir endlich Gerechtigkeit haben!
Wofür brauchen wir denn dann überhaupt noch Frauen :censored:
Das bei gleicher Arbeitsleistung weniger Lohn gezahlt wird ist ein Unding.
Eben nicht. 5-6% vielleicht.. und Gehalt ist in der Privatwirtschaft Verhandlungssache.
Im öD schonmal gar nicht. Da gibt es das identische Gehalt..
 

Jobhändla

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Wofür brauchen wir denn dann überhaupt noch Frauen :censored:
Für die Liebe, das Leben und die Welt :) Es gibt auf beiden Seiten solche und solche und ich mag beidseitig die wenigsten. Trotzdem gibts auch sehr tolle Menschen. Die sind nur rar gesäht.


Doch doch, es wird schon teils weniger gezahlt. Also das ist keine Legende.
 
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Jan_aus_W

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Doch doch, es wird schon teils weniger gezahlt. Also das ist keine Legende.
Das hat halt vielfältige Gründe.. Einer der differenziertesten Artikel die ich zu der Thematik gelesen habe übrigens..
Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind bei weitem nicht nur physisch.
 
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Manni1976

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Das bei gleicher Arbeitsleistung weniger Lohn gezahlt wird ist ein Unding.
Ich bezweifle grundlegend, dass dies der Fall ist. Es gibt dort, wo Tarifgebundenheit besteht, keine Männer-Tarife und Frauen-Tarife. Wo keine Tarifgebundenheit besteht, also die Vergütung frei ausgehandelt werden kann, da kann das Ergebnis in die eine oder andere Richtung gehen. Auch die Studien, die sich einem bereinigten GPG widmen, finde ich nicht sonderlich überzeugend. Die jüngste, die ich dazu mal vor Augen hatte, konnte eine Geschlechterdiskriminierung nicht positiv feststellen. Man hat einfach den Unterschied in der Bezahlung, den man nicht auf andere Faktoren zurückführen, sich also nicht anders erklären konnte, auf Diskriminierung zurückgeführt. So kann man es sich auch einfach machen.
 

Jobhändla

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Achso, wo wir gerade beim Thema sind, was haltet ihr vom Begriff des Femizids´?
 

Jan_aus_W

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Achso, wo wir gerade beim Thema sind, was haltet ihr vom Begriff des Femizids´?
In westlichen Gesellschaften nicht existent.
Ich glaube leider, dass sowas in anderen Gesellschaften vorkommt... wenn bspw. die Tochter nicht die Felder bestellen kann.
Aber hierzulande ist das nicht mehr als ein feministisches Kampfwort.
 

Curt The Cat

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Holler2008

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Zunächst mal Grüße an die Berufsgruppen der Bauer*innen und Bunderwehrhauptmänner*innen.
Es ist, rein sprachwissenschaftlich gesehen, immer vorgekommen, dass sich lebendige Sprachen an die Gesellschaft anpassen, in der sie gesprochen werden.
Die Gesellschaft für deutsche Sprache rät vom Gendersternchen ab. Das Gendersternchen und ähnliche Formen sind nicht konform mit den Regeln der deutschen Rechtschreibung und auch nicht mit der deutschen Grammatik. Das große Binnen-"i" ist z.B. von keiner Rechtschreibregel gedeckt. (Bsp. BeitragsschreiberInnen)

Auch die Aussprache ist unklar. So gibt es im Phonetischen Alphabet, das wir von den eckigen Klammern kennen, die uns die Aussprache anzeigen, keine Möglichkeit gegenderte (oder sind es entgenderte?) Worte darzustellen.

Ein weiteres Problem ist auch dass deutschlandweit keine einheitliche Form genutzt wird, wenn man es benutzen wollen würde.

"Doppelnennung (Kolleginnen und Kollegen) oder der Schrägstrich (Direktor/-in)" sind ein den Regeln entsprechender Ersatz.

 
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Jobhändla

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Gut, dann frage ich mal weiter:
Was haltet ihr vom Töten des Mannes weil er ein Mann ist? Gibt es das? Nehmen wir Gangkriminalität, werden Männer dort getötet weil sie Männer sind? Oder im Krieg? Oder eine Kuh weil sie eine Kuh ist? Oder ein Schwein weil es ein Schwein ist? Oder Rollt ein Ball den Berg herunter weil er ein Ball ist?
Jetzt wird mal ordentlich Polarisiert.
Eine Frau wird genau wie Jan sagt in seltenen Fällen getötet weil sie eine Frau ist. Motiv: Frau ist Bullshit. Morde an Frauen in Partnerschaften finden nicht statt weil sie Frauen sind und die Männer Männer. Die meisten verstehen das aber nicht. Ist mir ziemlich schleierhaft.

Ich habe viele Diskussionen geführt in welchen es zur Sprache kam ob den der Mord an einer Frau schlimmer ist als der Mord eines Mannes. Der Begriff wird falsch konotiert.
 
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