Gemeinnützige Arbeit in einer Stiftung rechtmäßig?

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Karl-Heinz

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Hallo,
die SWT-Stiftung in Düsseldorf bietet , auf 1 Euro Job Basis, gemeinnützige Arbeit an. Zusätzlich kann man da, während 6-24 Monaten, auch so sinnbefreite Sachen wie den "kleinen" europäischen Computerführerschein erhalten. (Zumindest für einen ausgebildeten EDV Fachman sinnbefreit)

Naja, mal abgesehen davon, dass ich eine Möglichkeit suche aus dieser Maßnahme rauszukommen, frage ich mich ob das Ganze überhaupt rechtmäßig ist:
-Man wird, ohne Möglichkeit der Ablehnung, in eine 6-24 monatige Maßnahme gesteckt
-Man arbeitet da "Gemeinnützig" auf 1 Eurobasis
-Die Arbeit beschränkt sich aber auf "Arbeiten" innerhalb dieser Stiftung selber wie z.B. PCs, Software installieren, die Webseite der Stiftung bearbeiten, "Stundenpläne" machen etc. (Nunja, um ehrlich zu sein 90% der Zeit sitzt man nur vorm PC und spielt Solitär, weiter 9,5% verbringt man in irgendwelchen Kursen wie "Word für Anfänger" etc.)

Ich frage mich ob das Ganze so rechtmäßig ist, weil "Gemeinnützige Arbeit" ist das für mich überhaupt nicht.

Gemeinnützig=>"die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern." (Wikipedia)

Wo bitte schön ist eine Maßnahme vom Arbeitsamt innerhalb einer Stiftung bitteschön "Gemeinnützig"? Außere andere Arbeitslose/Hartz4 Empfängern habe ich da noch nie einen gesehen, das da irgendwelche "Aufträge", oder so, von Aussen kommen ist auch nicht der Fall.

Peter
 

Kerstin_K

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Ich kriege jedesmal nen hLs, wenn ich sowas höre. Weißt Du, ich arbeite ehrenamtlich für einen Verein und eine Stiftung, beides als gemeinnützig, der Verein sogar als mildtätig anerkannt.

Wir wären froh, wenn wir z. B. tagsüber jemanden fürs Telefon hätten, aber unsere aktiven sind aelber berufstätig. Jemanden einzustellen, können wir uns leider nicht leisten, wir leben von Mitgleidsbeiträgen und Spenden. Es reicht gerade zur Deckung der notwendigsten Kosten, alles darüber hinaus würde bedeuten, dass wir weniger Fördermittel verteilen könnten. Zudem ist auch noch ein Gro0teil der Spenden zweckgebunden.

Trotzdem würden wir NIE IM LEBEN EEJ beschäftigen, auch wenndie Arbeit wirklich gemeinnützig und zusätzlich wäre. Aber wer sich bei uns engagiert, tuzt das freiwillig, weil er meist selber Betroffener ist. Mit listlosen Helfern, die unter Zwang arbeiten, könnten wir rein gar nichts anfangen. Außerdem möchten wir den Verfall unserer Spzialsysteme nicht auch noch unterstützen.
 

primax

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Dass ist wahrscheinlich eine Ausbeuterbude

Ich frage mich ob das Ganze so rechtmäßig ist, weil "Gemeinnützige Arbeit" ist das für mich überhaupt nicht.


Hallo
Dass ist wahrscheinlich eine Ausbeuterbude
Würde an deiner stelle die Tätigkeit dokumentieren, und mich dann an die zuständige Industrie und Handelshammer, oder an die Handwerkskammer, mit der Bitte um Prüfung der Gemeinnützigkeit bzw. auf Wettbewerbsverzerrung wenden.
Sich beim Jobcenter zu Beschweren hat glaube ich keinen Zweck, denn die müssen mit 1 Euro Jobs die Arbeitslosenstatistik sinken lassen.
Gruß
primax
 

wolliohne

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Nein

ist nicht das erste MAL !

Wir haben mehrere dieser Beispiele dokumentiert.

Benutze einmal die Suchfunktion zu Ein Euro Jobs.

Zu diesem konkreten Fall empfehle ich die Skandalisierung, d.h. örtl. Parteien /Stadtrat infomieren,Gewerkschaft,Zoll gegen Schwarzarbeit,Berufsgenossenschaft etc.

Hauptargument zum Widerspruch:
Ein Euro Jobs sollten vorwiegend zur Wieder Eingliederung auf den 1.Arbeitsmarkt
dienen,nur dies geschieht so gut wie nie !
 

Karl-Heinz

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Ja, diesen Artikel habe ich auch gefunden, wenn mir dass unterkommen sollte, werde ich mich mal bei der Handelskammer oder so melden.
Ich bin aber erst 2 Wochen da, bis jetzt sieht mir das alles schlicht und ergreifend nur nach Beschäftigungstherapie aus.
Ausser EINEN PC von A nach B innerhalb des Hauses zu transportieren, und zwei Doppelstunden "Unterricht" habe ich bis jetzt, ausser Tetris spielen etc., noch nichts gemacht.
(nunja Unterricht??? vorne stand Einer der Erzählt irgendwas über Windows, Doppelklick Programm starten, STRG um mehrere Objekte zu markieren und so)

Ich werde mal abwarten (müssen) und sehen was da sonst noch so passiert. :icon_frown:
 
R

Rounddancer

Gast
Wird der Stiftung Geld bringen

Nun, dann kriegt diese Stiftung Geld dafür, daß sie die Arbeitslosen beschäftigt...

In UNSERER Stiftung "Stiftung für Arbeit", die auch gemeinnützig ist, wurde jetzt der erste Vollzeitmitarbeiter eingestellt, richtig mit Vertrag und so.
Ein Arbeitsloser, 59, mit sieben Kindern. Ok, für ihn zahlt das AA der Stiftung als Arbeitgemonaten wird es die nächsten ber einen zeitlich begrenzten Eingliederungszuschuß.
In ein, zwei Monaten wird es die nächsten Einstellungen geben.
 
E

ExitUser

Gast
Nun, dann kriegt diese Stiftung Geld dafür, daß sie die Arbeitslosen beschäftigt...

In UNSERER Stiftung "Stiftung für Arbeit", die auch gemeinnützig ist, wurde jetzt der erste Vollzeitmitarbeiter eingestellt, richtig mit Vertrag und so.
Ein Arbeitsloser, 59, mit sieben Kindern. Ok, für ihn zahlt das AA der Stiftung als Arbeitgemonaten wird es die nächsten ber einen zeitlich begrenzten Eingliederungszuschuß.
In ein, zwei Monaten wird es die nächsten Einstellungen geben.
Und wenn die vorgeschriebenen Weiterbeschäftigungszeit abgelaufen ist, wird es wohl "betriebsbedingte" Entlassungen geben.
Sollte das nicht so sein, hast Du recht gehabt...:ein Traumbetrieb, der nur wielange wieviel unterm Strich für seine Arbeitnehmer und Wertschaffenden in welche Tasche erwirtschaftet hat?

Ich bin auf dem Thema gerade aus Erfahrung klüger geworden - zwar nicht mich aber Kollegen betreffend - und habe meine Meinung (widerwillig) anpassen müssen.

Viele Grüße,
angel
 
R

Rounddancer

Gast
Solange es sich fortpflanzt

Es stimmt, eine große Gefahr ist, daß einem der Fortschritt beim Aufbau eines so ehernen, auf Nachhaltigkeit angelegten Projekts nicht schnell genug gehen kann. Daß dann mehr Leute eingestellt, mehr Kosten verursacht werden, als auf Dauer gesichert(!) Geld da ist. Das darf nicht sein. Da ist es besser, wie beim Bergsteigen, jeden Schritt abzusichern,- auch wenn man immer das Ziel im Auge hat.

Doch die Idee ist gut, Arbeit für möglichst viele Menschen zu schaffen, und die zu fördern, die Nischen und die Nischen der Nischen finden. Dinge, Dienstleistungen zu machen, um damit Arbeitsplätze zu schaffen, um damit Menschen wieder ein Einkommen, und Zuversicht in die Zukunft und sich selbst zurückgewinnen zu lassen.

Schnell den Fortschritt versilbern zu wollen, zu schnell, hat in der Vergangenheit dazu geführt, daß die Entscheider nur noch sahen, wieviel Geld, wieviel Kosten sie durch die neue Maschine sparen, wieviel mehr sie so produzieren konnten. Sie verschlossen die Augen davor, daß sie ja eigentlich weiterhin für die Menschen verantwortlich waren, die durch diese Maschine ersetzt wurden. Damals gab es immer wieder Rufe nach einer Maschinensteuer,- doch sie wurden immer von den Entscheidern und deren Lobbyisten unterdrückt, belächelt, bekämpft. Leider erfolgreich.

Ja, Fortschritt muß sein und er ist im Grunde gut. Gut, solange er alle mitzieht,- schlecht jedoch, wenn er davonzieht, nur verbrannte Erde, und arbeits-, wie hoffnungslose Menschen hinterläßt.

Geld ist eigentlich da,- es muß nur auch eingesetzt werden, dazu eingesetzt werden, um Menschen in Arbeit zu bringen, in sinnvolle, dauerhafte Vollzeitarbeit,- sozial abgesichert.
 
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