Gehalt Teamassistentin (1 Betrachter)

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melissa1919

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Ich habe vor kurzem eine neue Stelle als Teamassistentin bekommen, die ich am 15. März antrete. Meine Frage: Wie ist denn so normalerweise das Einstiegsgehalt einer Teamassistentin? In der Firma wo ich jetzt als Bürokauffrau arbeite, bekomme ich monatlich 1.950 €. Im neuen Job wollte ich mit 2.300 € einsteigen, aber mehr als 2.000 wollten sie mir für den Anfang nicht geben.

Einige Bekannte meinen ich sei aufgrund meines Werdegangs stark unterbezahlt. Sie sagen ich hätte mindestens 2.500 verlangen müssen und könnte bis zu 2.800 verdienen. Ich hab´ Abitur, Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin (spreche insgesamt 5 Sprachen), Weiterbildung zur kaufmännischen Sachbearbeiterin, bin superfit in MS Office und habe immer wieder kleinere Weiterbildungsmaßnahmen gemacht. Im Internet hab´ ich gelesen, dass 2.400 € ein ungefährer Richtwert für das Einstiegsgehalt einer Teamassistentin ist.

Die Aufstiegsmöglichkeiten sind in dieser Firma durchaus vorhanden, aber trotzdem kommt mir das Anfangsgehalt etwas zu gering vor. Mein Bruder hingegen meint das sei durchaus in Ordnung, da ich ein abgeschlossenes Studium vorweisen müsse um mehr als 2.500 € zu verdienen. Wer hat das jetzt Recht?
 

HajoDF

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Für diese Überlegungen ist es wohl zu spät? Der Vertrag ist ja schon geschlossen?
Auf den Bruder würde ich allerdings nicht hören.
Niedrige "Einstiegsgehälter" sollte man nur vereinbaren, wenn nach der Probezeit vertraglich ein angemessenes Gehalt zugesichert wird.
Übrigens, 2.400,- brutto ist bei der Quali nicht zu viel, insbesondere dann nicht, wenn die Sprachen alle gebraucht werden in der Firma.
 

marsupilami

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Gilt ein Tarifvertrag?
Wenn ja, wie würdest Du im Rahmen dessen eingruppiert werden?

Wenn nein, würde ich schauen, welcher Tarifvertrag generell in der Branche gültig ist, welche Eingruppierung in Frage käme und das mit in die Gehaltsverhandlungen mitnehmen.

Was aus Deinen Kurzangaben nicht eindeutig hervorgeht ist die Berufserfahrung.
Nach meiner Einschätzung ist das der Punkt, an der diese Firma dieses auf den ersten Blick niedrige Lohnniveau aufhängt.

Da Du aber bei der Firma schon "im Gespräch" bist, würde ich denen einen Stufenplan auf Basis Tarifvertrag vorlegen. Anfangsgehalt während der Probezeit, kräftiger Aufschlag nach Ende der selben.
Hast Du einen unbefristeten Arbeitsvertrag, dann die Gehaltforderungen etwas moderater betrachten, wenn Du nur einen befristeten AV hast, zulangen.

Nach Tarifverträgen kannst Du bei den Gewerkschaften bzw. generell im Internet selber suchen. Geh ich mal davon aus bei Deiner Ausbildung.:icon_wink:
 

melissa1919

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Ich habe über 10 Jahre Berufserfahrung, war die meiste Zeit davon allerdings bei 2 Zeitarbeitsfirmen angestellt. Dort hatte ich meistens Einsätze als Teamassistentin in Großunternehmen.

Mein Arbeitsvertrag ist erstmal auf ein Jahr befristet, danach wird er um ein weiteres Jahr verlängert und dann erst wäre ich unbefristet dort. Der Chef hat mir gesagt ich solle mir wegen der Verlängerung keine Sorgen machen, es wäre bisher erst einmal der Fall gewesen, dass jemand nicht verlängert wurde... da muss schon viel passieren. Außerdem kennt mich der Mann seit ich ein Kind war (mein Vater hat bis zu seinem Tod in dieser Firma gearbeitet, mein Bruder war mal Werkstudent, mein Onkel ist immer noch dort angestellt, meine Mutter ist Haushälterin bei seiner Familie)... ich glaube ihm einfach mal.

In meinem Vertrag steht übrigens, dass ich eine 42,5-Stunden-Woche habe... hatte bisher immer 35-40.

Einen Tarifvertrag mit Eingruppierungen gibt es soweit ich weiß nicht. Darf ich nach Ende der Probezeit (6 Monate) nach einer Gehaltserhöhung fragen? Und wie viel mehr Geld darf ich dann verlangen?
 

Mario Nette

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Rein gefühlsmäßig sind 2.000 € brutto nicht angemessen. Zwar "fehlt" der Hochschulabschluss, aber das machst du doch wett durch die Berufserfahrung und den Wissensstand. Problematisch sind solche Verhandlungen immer, wenn es wirtschaftlich wie momentan kriselt. Ich denke daher auch, dass eine spätere Gehaltsanhebung jedenfalls vereinbart werden sollte.

Ein anderer überlegenswerter Punkt ist natürlich, wie und wo du eingesetzt wirst. Es hilft die beste Ausbildung nix, wenn man auf einen Hilfsarbeiterposten gesetzt wird (obgleich man überqualifiziert dafür wäre). Mal ganz plakativ: Die Klofrau mit Uniabschluss wird garantiert keine 5.000 € brutto bekommen, weil "Shakespeare analysieren" beim Kloputzen nicht so sonderlich viel hilft :icon_smile:

Mario Nette
 

burki

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Hi,
ja, 2000 EUR brutto sind in der Tat nicht berauschend, doch:
(i) wie gross ist der Betrieb?
(ii) hast Du Mitarbeiterverantwortung?
(iii) gibt es eine garantierte Lohnerhöhung spätestens nach der Probezeit?
(iv) wird Urlaubs/Weihnachtsgeld bezahlt; gibt es weitere "soziale" Leistungen?
(v) in welcher Region befindet sich das Unternehmen?
...
Wie Du siehst: Ob die hier genannten 2000 EUR angemessen sind oder nicht, hängt von vielen Rahmenbedingungen ab.
Auch der (hier) gern genannte Hinweis auf einen Tarifvertrag hilft in der Realität wenig weiter, da dieser dann zumeist sein Papier nicht Wert ist.
Gruss
burki
 
D

Debra

Gast
es wäre bisher erst einmal der Fall gewesen, dass jemand nicht verlängert wurde... da muss schon viel passieren.
Die üblichen Versprechungen... warum ist der Vertrag überhaupt befristet? Und dann gleich zweimal?

Außerdem kennt mich der Mann seit ich ein Kind war (mein Vater hat bis zu seinem Tod in dieser Firma gearbeitet, mein Bruder war mal Werkstudent, mein Onkel ist immer noch dort angestellt, meine Mutter ist Haushälterin bei seiner Familie)... ich glaube ihm einfach mal.
Solltest Du nicht. Das sind die üblichen Versprechungen, die hinterher keine Gültigkeit mehr haben und auf die Du Dich nicht verlassen kannst. OK, sie bieten einen befristeten Vertrag, das ist der Fakt, an den Du Dich halten solltest. Mehr ist nicht drin. Alles andere ist Geschwafel.
2000,-- brutto ist in der Probezeit akzeptabel, aber Du solltest auch gleich fragen oder sagen, dass Du nach der Probezeit mehr Geld haben willst. Kommt drauf an, wieviele Sprachen Du einsetzen musst.

In meinem Vertrag steht übrigens, dass ich eine 42,5-Stunden-Woche habe... hatte bisher immer 35-40.
Na super. Gibt es für Dich noch ne Möglichkeit, Dir ne andere Tätigkeit zu suchen?

Darf ich nach Ende der Probezeit (6 Monate) nach einer Gehaltserhöhung fragen?
Nein, Du solltest JETZT schon danach fragen.

Und wie viel mehr Geld darf ich dann verlangen?
Kommt drauf an, wieviele Sprachen. 300-500 EUR mehr.
 
E

ExitUser

Gast
Zitat:
Zitat von melissa1919
Darf ich nach Ende der Probezeit (6 Monate) nach einer Gehaltserhöhung fragen?

Nein, Du solltest JETZT schon danach fragen.
Und vor allem SOFORT UND GLEICH die ausgehandelte Gehaltserhöhung für nach der Probezeit in den Arbeitsvertrag mit aufnehmen lassen :icon_party:
 

marsupilami

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Und vor allem SOFORT UND GLEICH die ausgehandelte Gehaltserhöhung für nach der Probezeit in den Arbeitsvertrag mit aufnehmen lassen :icon_party:
Richtig. Nur was schriftlich fixiert ist, ist belegbar.
Und wenn Du schon 42 Stunden die Woche arbeiten sollst, ist das bisherige Angebot deutlich zu niedrig.
Hast Du auch an die Überstundenregelung gedacht?

Auch wenn Deine ganze Familie schon im Betrieb/Haushalt gearbeitet hat, nur was schriftlich fixiert ist, ist später im Zweifelsfalle für beide Seiten nachvollziehbar.

Auch das ist schon gesagt worden: Ein befristeter Arbeitsvertrag ist ein befristeter Arbeitsvertrag. Alle anderen mündlichen Abreden sind a) nicht belegbar und b) ungültig.
Wenn Du Dir laut AG keine Sorgen wg. der Verlängerung machen sollst, warum wird dann nicht gleich ein unbefristeter AV vorgelegt?

Außerdem: Du arbeitest dort. Es geht um Deinen AV, Deine Arbeit, Dein Gehalt, Deine Überstunden .... .... ....
Nicht um Deine Familie. Womit ich um Gottes Willen nichts gegen Deine Familie gesagt haben will. Versteh mich bitte nicht falsch.
 

melissa1919

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(i) wie gross ist der Betrieb?
ca. 500 Mitarbeiter, 5 Standorte... werde am Hauptsitz eingesetzt


(ii) hast Du Mitarbeiterverantwortung?
Was meinst du damit? Als Teamassistentin werde ich meine Kollegen in allen möglichen Bereichen unterstützen... Termine planen, Kalender führen, Meetings und Dienstreisen organisieren, Angebote erstellen, Schriftverkehr führen usw. Denke schon, dass man das Mitarbeiterverantwortung nennen kann :icon_smile:.


(iii) gibt es eine garantierte Lohnerhöhung spätestens nach der Probezeit?
Mein Bruder hat mir erzählt, dass in dieser Firma regelmäßig Mitarbeitergespräche geführt werden, in deren Anschluss es immer zu Mitarbeiterbewertungen kommt und man automatisch eine Gehaltserhöhung bekommt.


iv) wird Urlaubs/Weihnachtsgeld bezahlt; gibt es weitere "soziale" Leistungen?
Urlaubsgeld gibt es. Als Weihnachtsgeld hat mein Vater früher ein 13. Monatsgehalt bekommen, später ein halbes Gehalt... wie es jetzt ist, weiß ich nicht genau. Nach VWL muss ich noch fragen.


(v) in welcher Region befindet sich das Unternehmen?
Baden-Württemberg, Nähe Stuttgart


Die üblichen Versprechungen... warum ist der Vertrag überhaupt befristet? Und dann gleich zweimal?
Seit einigen Jahren gibt es für ALLE neuen Mitarbeiter dort nur befristete Arbeitsverträge. Dieses Verfahren ist mir nicht unbekannt, machen viele Firmen hier in der Gegend so.


Solltest Du nicht. Das sind die üblichen Versprechungen, die hinterher keine Gültigkeit mehr haben und auf die Du Dich nicht verlassen kannst. OK, sie bieten einen befristeten Vertrag, das ist der Fakt, an den Du Dich halten solltest. Mehr ist nicht drin. Alles andere ist Geschwafel.
2000,-- brutto ist in der Probezeit akzeptabel, aber Du solltest auch gleich fragen oder sagen, dass Du nach der Probezeit mehr Geld haben willst. Kommt drauf an, wieviele Sprachen Du einsetzen musst.
Mir ist schon klar, dass ich mich aufgrund meines befristeten Arbeitsvertrags rechtzeitig beim Arbeitsamt melden muss, für den Fall dass der Arbeitgeber sich kurzfristig anders entscheidet und meinen Vertrag nicht verlängert.
Was die Sprachen angeht, muss ich vorerst wohl nur Englisch einsetzen... Und wegen der Gehaltserhöhnung hab´ ich schon ober erklärt, wie das in der Firma gehandhabt wird.


Und wenn Du schon 42 Stunden die Woche arbeiten sollst, ist das bisherige Angebot deutlich zu niedrig.
Hast Du auch an die Überstundenregelung gedacht?
Ich komme ein Gleitzeitkonto und kann meine Überstunden abbauen, ausbezahlt wird nichts.


Außerdem: Du arbeitest dort. Es geht um Deinen AV, Deine Arbeit, Dein Gehalt, Deine Überstunden .... .... ....
Nicht um Deine Familie. Womit ich um Gottes Willen nichts gegen Deine Familie gesagt haben will. Versteh mich bitte nicht falsch.
Tu´ ich auch nicht. Ich hab´ den Job bekommen, weil einer der GL meine Familie seit fast 40 Jahren kennt, als es mich noch gar nicht gab.... und kann mir schlecht vorstellen, dass ich nicht verlängert werde - außer natürlich ich leiste mir ganz üble Sachen und bin selber schuld. Aber rechnen muss man heutzutage mit allem, das ist richtig... Und weiter bewerben? Ich denke das liest sich auch nicht gut in meinem Lebenslauf, wenn ich alle paar Monate die Jobs wechsle. Meinen Noch-Job hab´ ich gerade mal seit 10 Monaten.
 

burki

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Hi,
bei der Firmengrösse und dem Standort sollte m.E. eindeutig mehr drinn sein.

Betreff Mitarbeiterverantwortung: Wenn du nur zuarbeiten tust, aber nicht zuarbeiten lässt, bekommst Du i.d.R deutlich weniger Gehalt, egal wie gut oder schlecht Deine Qualifikation ist.
Mein Bruder hat mir erzählt, dass in dieser Firma regelmäßig Mitarbeitergespräche geführt werden, in deren Anschluss es immer zu Mitarbeiterbewertungen kommt und man automatisch eine Gehaltserhöhung bekommt.
das ist ziemlich schwammig. Zumeist erhält man spätestens nach der Probezeit eine deutliche Lohnerhöhung.
Da Du aber (man darf die momentane "Krise" nicht vergessen) eh nur einen befristeten Vertrag erhalten hast (im Enddeffekt eine deutliche Verlängerung der Probezeit), kann ich mir vorstellen, dass sich Dein Gehalt bei der Firma nur in gewissen Grenzen steigern lässt.
Urlaubsgeld gibt es. Als Weihnachtsgeld hat mein Vater früher ein 13. Monatsgehalt bekommen, später ein halbes Gehalt... wie es jetzt ist, weiß ich nicht genau. Nach VWL muss ich noch fragen.
Na immerhin, ich kenne solche "Zuschläge" seit über 10 Jahren nicht mehr, wobei ein höheres Grundgehalt abgabetechnisch deutlich geschickter ist.
Weitere Dinge wie verbilligter Mittagstisch/Kantine oder branchenabhängige Vergünstigungen sollte man übrigens auch nicht vergessen...

Aber sei es drum: Du hast den Vertrag ja wohl eh schon unterschrieben und Nachverhandlungen sind m.E. in der ersten Zeit eh nicht wirklich ratsam.
Gruss
burki
 
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