Geflohen mit Kind vor gewal. Mann in eine neue Stadt/Bundesland

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LucaBA

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Hallo und Moin Moin,

eine Freundin von mir, ist vor ein paar Tagen von ihrem gewalttätigen Mann zu einer Freundin geflohen, mit ihrem Kind. In eine andere Stadt / Bundesland, dort ist sie erst einmal untergekommen aber nicht auf Dauer, da die Wohnung auch nicht sehr groß ist..

Beide beziehen ALG II-Leistungen.

Leider konnte sie sich nicht mehr, bei Jobcenter abmelden. Und dies wird ihr jetzt negativ angelastet. Bei der Stadt hat sie sich schon umgemeldet/angemeldet und ihr Kind an der Grundschule angemeldet und auch schon Bewerbungen geschrieben.

Sie wollte in der neuen Stadt ALG II Leistungen beantragen, auch hat sie schon Wohnungsangebote bekommen, die im Satz sind, und könnte die Wohnung auch bekommen. Dies wurde vom JC abgelehnt mit der Begründung: Sie hätte sich erst abmelden müssen und mit der Abmeldung könnte sie dann in der neuen Stadt Leistungen beantragen.

Sie hat auch beim Jobcenter in der anderen Stadt angerufen und wurde derb angemacht und es wurde nur gedroht. Wir haben dann ein Fax mit Begründungen etc. und einer Abmeldung an dieses Jobcenter geschickt. Mit der Bitte um sofortige Bearbeitung leider ist bisher keine Antwort gekommen, (nicht einmal per Fax) nun hat die Freundin keine Euronen mehr.

Was können wir noch machen, damit sie kurzfristig noch an Geld kommen kann. Es ist eine absolute Notsituation.
Daher wollen wir morgen, am Montag, mit einem Freund zum JC gehen.

Was für Möglichkeiten gibt es noch? Gibt es rechtliche Paragrafen, die uns helfen könnte?
Über schnelle Hilfe würden wir uns freuen, damit die kleine Familie, ein einigermaßen schönes Weihnachtsfest feiern könnte/und kann.

Achja, Bewerbungen hat sie auch schon geschrieben.
 

Maxenmann

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Daher wollen wir morgen, am Montag, mit einem Freund zum JC gehen.

Dann würde ich empfehlen zum alten JC zu gehen und sich endlich abzumelden, die Behörde ist im recht, nur das alte JC ist für die Bekannte zuständig, die neue erst nach Abmeldung vom alten und dann Neuanmeldung vor Ort

Wir leben in Deutschland wo die Bürokratie ihren Ursprung hat......
 

Sauregurke

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Was für Möglichkeiten gibt es noch? Gibt es rechtliche Paragrafen, die uns helfen könnte?
Über schnelle Hilfe würden wir uns freuen, damit die kleine Familie, ein einigermaßen schönes Weihnachtsfest feiern könnte/und kann.

Bevor § greifen könnte wohl eher eine Wohlfahrtsorganisation helfen.
Ist der gewalttätige Partner angezeigt worden? Gibt es Beweise dafür?
Es ist leider so, dass manche sowas sehen wollen.
 

LucaBA

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Das würde sie ja gerne machen, nur dazwischen liege ca. 300 KM und für Bahn etc. fehlt das Geld. Außerdem wurde eine schriftliche Abmeldung dort per Fax zugesandt.

Angezeigt wurde er, beweise gibt es und ein Attest vom Tag liegt vor
 
E

ExitUser

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Auch wenn das sehr intim ist: weiss das alte JC davon?


Warum sollen sie es wissen?
Man kann immerhin hinziehen, wohin man will!
Außer das eventuelle Umzugskosten nicht übernommen werden.

Wichtig ist, beim alten Jobcenter unter Vorlage der Ummeldebescheinigung einen Wisch zu beantragen, dass man ab sofort dort keine Leistungen mehr bezieht.
Das müsste doch per Fax möglich sein.
 
E

ExitUser

Gast
Es geht sie aber einfach nichts an.
Man sollte dem Jobcenter so wenig wie möglich von sich preisgeben.

So etwas ist immer eine besondere Angriffsfläche, und völlig unnötig, sich dieser auszusetzen.
 

LucaBA

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Das JC weiß bescheid, damit haben wir es bergrüdet, die Flucht.
Nicht das dann der Eindruck ensteht, dass das nur mal so war...
 

gelibeh

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Dies wurde vom JC abgelehnt mit der Begründung: Sie hätte sich erst abmelden müssen und mit der Abmeldung könnte sie dann in der neuen Stadt Leistungen beantragen.
schriftlich oder hatte sie jemanden dabei, der das gehört hat? Ich würde zum Sozialgericht gehen. Kann doch nicht sein, dass man in einer Bedrohungssituation sich erst beim JC abmelden muss. Man kann doch auch sonst ohne Genehmigung umziehen. Wenn sie sich das alleine nicht zutraut, Beratungshilfeschein beim Amtsgericht und Rechtsanwalt für Sozialrecht.
 

LucaBA

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Es war eine Person/Beistand dabei. Die wollten ihren Antrag nicht annehmen, da sie sich erst einmal abmelden muss beim anderen JC.

Gericht ist eine gute Idee aber wie lange dauert es, wenn wir eine einstweilige Anordnung beantragen. Auf jeden Fall braucht sie vorher ein paar Euronen.
 

LucaBA

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Ok, wir wollten morgen dort auch noch einmal hingehen, hoffentlich haben die überhaupt auf...Diesmal gehe ich mit. Bereite mich heute schon darauf vor, damit ich auch dann Gegenfragen stellen kann.
Um wenigstens erst einmal ein paar Taler zubekommen. Und die Zustimmung für die Wohnung. Dann sieht die Welt Weihnachten ein bißchen besser aus.
 

gelibeh

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Wenn das Antragbearbeiten Zeit braucht, kann man einen Vorschuss nach §42 SGBI stellen. Das müsst Ihr aber hartnäckig sein und notfalls den Teamleiter verlangen. Und eben notfalls zum Sozialgericht. Das würde ich denen auch ganz deutlich sagen, dass Ihr das machen werdet.
 

guinan

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Es war eine Person/Beistand dabei. Die wollten ihren Antrag nicht annehmen, da sie sich erst einmal abmelden muss beim anderen JC.

Gericht ist eine gute Idee aber wie lange dauert es, wenn wir eine einstweilige Anordnung beantragen. Auf jeden Fall braucht sie vorher ein paar Euronen.

Der alte Trick. Darum Antrag schriftlich stellen und am Empfang abstempeln lassen. Wird auch dies verweigert sofort den Vorgesetzten verlangen und ein Blatt Papier und einen Stift, auf das man sofort schriftlich Dienstaufsichtsbeschwerde erhebt, da die Annahme des Antrages verweigert wurde. Beschwerde und Antrag dem Vorgesetzten gegen Kopie und Stempel aushändigen. Klappt auch dies nicht an jeder beliebigen Tür klopfen, auch in anderen Behörden, und dasselbe verlangen einschließlich Weiterleitung an die richtige Stelle.
 

guinan

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Fehlt nun zur katastrophe nur noch, dass sie dir die Hälfte deiner Unterkunftskosten streichen, weil ihr ja nun zu zweit die Wohnung bewohnt.

Hab sowas auch vor aber trau mich genau deshalb nicht die Frau aufzunehmen. Hier im Forum haben mir alle gesagt, mir würde dann nur noch die halbe Miete zustehen und man würde gegen mich ermitteln weil kein Sachbearbeiter dann noch glauben würde, dass ich nicht schwarz arbeite um uns über die Runden zu bringen.

Kann doch echt nicht sein, dass man nicht helfen darf
 

gelibeh

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@guinan, hier dürfte das keine 3 Monate dauern, bis die Frau eine Wohnung hat. Besuch darfst Du ja haben. Das wurde Dir in Deinem Thread ja schon gesagt.
 

guinan

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Ich bezweifle, dass sie als hartz4-empfängerin so bald eine Wohnung hat.

Als was ist sie denn in der Stadt gemeldet? Als Obdachlose?
Bei LucaBA ? Oder an der alten Meldeadresse?

Sollte sie bei Luca gemeldet sein, seh ich wenig Unterschied zu meiner Frage (nur dass bei mir der Fall noch nicht eingetreten ist)

Ist sie noch am alten Wohnort gemeldet, wären meine Antworten auch falsch, dann ist das alte Jobcenter zuständig, muss hier weiterzahlen bzw einen offiziellen Sanktionsbescheid rausgeben wegen unerlaubter Ortsabwesenheit. Gegen den dann Widerspruch einlegen.

Damit es als Umzug gilt, braucht sie ne Meldeadresse in Lucas Stadt

Weiß einer ob es Meldeadressen für Obdachlose gibt bzw ob sie dann auch nur in entsprechenden Heimen leben darf?
 

Hamburgeryn1

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Ok, wir wollten morgen dort auch noch einmal hingehen, hoffentlich haben die überhaupt auf...Diesmal gehe ich mit. Bereite mich heute schon darauf vor, damit ich auch dann Gegenfragen stellen kann.
Um wenigstens erst einmal ein paar Taler zubekommen. Und die Zustimmung für die Wohnung. Dann sieht die Welt Weihnachten ein bißchen besser aus.
Normalerweise bieten die JC einen Notdienst an, sollten sie zumindest.....:icon_rolleyes:

Es ist sehr schwierig Vorschüsse zu bekommen, also richtet euch auf einen Nervenkrieg ein.
Wenn möglich: Lasst das Kind bei einer vertrauenswürdigen Person!

Am besten geht ihr zu Viert.
Deine Freundin als Antragstellerin, der Rest geht als Beistand. (§ 13 SGB X).
Drei Beistände müssen sie zulassen.
Sie brauchen weder ihren Namen nennen, noch sich ausweisen!

Habt alle Unterlagen in Original und Kopie dabei!
Geht direkt zum TL der Leistungsabteilung- er entscheidet ohnehin über alle Auszahlungen.

Informiert euch vorher, wo sich die Standorteilung/Geschäftsführung im Haus befindet, damit im Falle von Ärger die Mitarbeiter nicht ihren Heimvorteil nutzen, während ihr noch durch das Gebäude irrt.

Druckt euch diesen Paragraphen aus:

§ 42 SGB I Vorschüsse​

(1) Besteht ein Anspruch auf Geldleistungen dem Grunde nach und ist zur Feststellung seiner Höhe voraussichtlich längere Zeit erforderlich, kann der zuständige Leistungsträger Vorschüsse zahlen, deren Höhe er nach pflichtgemäßem Ermessen bestimmt. Er hat Vorschüsse nach Satz 1 zu zahlen, wenn der Berechtigte es beantragt; die Vorschußzahlung beginnt spätestens nach Ablauf eines Kalendermonats nach Eingang des Antrags.
(2) Die Vorschüsse sind auf die zustehende Leistung anzurechnen. Soweit sie diese übersteigen, sind sie vom Empfänger zu erstatten. § 50 Abs. 4 des Zehnten Buches gilt entsprechend.
(3) Für die Stundung, Niederschlagung und den Erlaß des Erstattungsanspruchs gilt § 76 Abs. 2 des Vierten Buches entsprechend.

§ 42 SGB I Vorschüsse
Das heißt:
"Pflichtgemäßes Ermessen" bedeutet nichts anderes als:
Das JC muss zahlen, weil es dazu gesetzlich verpflichtet ist!

Es wird gern auf die Tafel verwiesen.
Dass man ja solange dahin gehen kann, und dass die einem Lebensmittel geben müssen, außerdem gäbe es auch Suppenküchen da und dort.

Abgesehen, dass man an den Tafeln seine Bedürftigkeit mit einem AlgII-Bescheid nachweisen muss,
gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Lebensmittelspenden!

Statt jetzt aber in eine Sinnlos-Debatte einzusteigen,
ist es effektiver den TL/SB unverzüglich gemäß seiner Beratungs -und Auskunftspflicht §§ 13-15 SGB I aufzufordern,
wo genau im SGB der gesetzliche Anspruch auf Lebensmittelspenden verankert ist.

Wird darauf unwirsch reagiert, von wegen
"Das brauch ich nicht, das muss ich nicht, das werde ich jetzt nicht tun!", sofort nachschieben:
"Ihre Reaktion werte ich dahingehend, dass es keine gesetzliche Grundlage dafür gibt."

Hart bleiben.
Frau X ist vollkommen mittellos.
Sie verfügt über keine Geldmittel sich und ihr Kind zu ernähren.

Fragen wie
"Hat sie keine Verwandten oder Freunde die ihr helfen könnten?", mit einem knappen NEIN beantworten.
Keine zusätzlichen Erklärungen liefern, damit wird man nur in Nebenkriegsschauplätze verstrickt, die der jungen Mutter nicht weiterhelfen.

Oft kommt dann noch so was wie "Das kann ich mir nicht vorstellen, Frau X muss doch Freunde haben, ect."

Nicht darauf einsteigen, sondern mit einer Gegenfrage antworten:
"Können unbeteiligte Dritte gesetzlich verpflichtet werden finanzielle Hilfe zu leisten?
Wenn ja, dann benennen Sie mir dazu bitte die Mittel, um finanzielle Hilfen bei unbeteiligten Dritten durchzusetzen."

Lasst euch nicht auf die Schiene "Aber dazu sind Freunde doch da" oder ähnliches ziehen.

Manchmal antworten die SB/TL nicht, sondern blättern in Papieren, oder gucken den Hilfesuchenden nur an.
Das alles dient ausschließlich dazu, den Antragsteller zu verunsichern, und - ihn zum Reden zu bewegen, weil er Stille und Starren nicht mehr erträgt.

Zurückgucken, bzw. den SB beim Blättern beobachten. Und schweigen.

Die Weigerung beine Auszahlung wird auch gern mit "Es fehlen noch Unterlagen. Und hier im System gibt es einige Ungenauigkeiten.
Das muss erst geklärt werden, vorher können wir nicht auszahlen.", begründet.

Alles Nebelkerzen, um die Hilfesuchenden abzuwimmeln.
Fehlende Unterlagen können grundsätzlich nachgereicht werden,
und Unstimmigkeiten im System sind weder das Problem der Antragstellerin, noch kann sie überprüfen, ob es tatsächlich welche gibt.

Hart bleiben:
"Ich bin vollkommen mittellos und habe einen Antrag auf sofortige Auszahlung meiner Leistungen, bzw. eines angemessenen Vorschuß gestellt, und möchte, dass dieser umgehend bearbeitet wird."

Irgendwann kommt dann der Punkt, wo es heißt, dass es ausschließlich Lebensmittelgutscheine (LMG) gibt. Was anderes wird grundsätzlich nicht genehmigt.

Und wieder mit entsprechenden Fragen hartnäckig bleiben:
  1. Handelt es sich bei LMG um ein gesetzliches Zahlungsmittel?
  2. Ist der Datenschutz bei LMG gewährleistet?
  3. Kann ich mit einem LMG Rechnungen und Arzneimittel bezahlen?
  4. Warum handeln Sie nicht gemäß der gesetzlichen Vorschriften des § 42 SGB I?

Alles Gute. :icon_smile:
 

guinan

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Die kriegt kein Hartz4, ja?

Das geht.

Für Mietanteil braucht sie einen Untermietvertrag. Am besten die schriftliche Aussage der Freundin, dass sie nicht bereit ist ihren Lebensunterhalt mit zu tragen.
 

Heyho

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Hallo,

mein Onkel hat damals Geld Probleme, brauchte Dringend Geld für nen Flug zur Beerdigung seines Vaters, der kurzfristig verstorben war.
Er ist dann in seinem Ort zum katholischen Männerdienst gegangen, dort haben sie ihm dann Geld für den Flug ausgehändigt. Ob es ein Kredit war, weis ich nicht. Das ganze spielte sich in der DM Zeit ab.

Alles Gute!
 
M

Minimina

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Hallo,
mein Onkel hat damals Geld Probleme, brauchte Dringend Geld für nen Flug zur Beerdigung seines Vaters, der kurzfristig verstorben war.
Er ist dann in seinem Ort zum katholischen Männerdienst gegangen, dort haben sie ihm dann Geld für den Flug ausgehändigt. Ob es ein Kredit war, weis ich nicht. Das ganze spielte sich in der DM Zeit ab.

Hä...wem soll das weiterhelfen :confused: Gut, Du hast den Neuuser-Bonus, aber bitte überlege Deine Ratschläge vorher, besonders wenn es um eine so dringliche Angelegenheit geht!

:danke: @hamby...genau so hats bis jetzt immer geklappt!

Viel Glück Luca und toll dass Du Dich so um Deine Fraundin kümmerst :icon_daumen:

LG MM
 
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