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Gedenken ohne Mahnmal

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Martin Behrsing

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#1
Sachsenhausen: Sinti und Roma erinnern an Völkermord. Halbherzige Würdigung durch Bundesrat

Von Hans Daniel In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen wird heute der von den Faschisten ermordeten Sinti und Roma gedacht. In Sachsenhausen waren mehr als 1000 Angehörige dieser Volksgruppe inhaftiert. Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, sowie Überlebende des Terrors, Vertreter der Brandenburger Landesregierung und des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden wollen an den 16. Dezember 1942 erinnern. An dem Tag unterzeichnete »Reichsführer SS« Heinrich Himmler den »Auschwitzerlaß«. Er gab damit das Signal zur Deportation von 23000 Sinti und Roma aus elf Ländern in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dem Rassenwahn der Faschisten, die Juden wie »Zigeuner« als »artfremd« bezeichnet und zur Vernichtung freigegeben hatten, fielen im besetzen Europa an die 500000 Sinti und Roma, unter ihnen 21000 Deutsche, zum Opfer.

18.12.2009: Gedenken ohne Mahnmal (Tageszeitung junge Welt)
 

larifari33

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#2
Hallo Martin

Vielen Dank das du den Beitrag reingestellt hast aber ich habe es mir schon gedacht das es niemanden intressiert Eine Untersuchung des EMNID Instituts
von 1994 zeigte, dass etwa 68 Prozent der
Deutschen keine Sinti und Roma als Nachbarn
haben wollen. Eine 1995 an deutschen
Schulen durchgeführte Umfrage wies deutliche
Anti-Roma Einstellungen auch unter
der jüngeren Generation nach: 38 Prozent
der Studenten im Westen und 60,4 Prozent
in Ostdeutschland hatten negative Einstellungen
gegenüber Sinti und Roma. Eine
Studie des Europäischen Migrationszentrums
(EMZ) in Berlin aus 2001 zeigte ein
Muster fortdauernder Vorurteile gegenüber
sowie Ausgrenzung von Sinti und Roma auf.
Gleichzeitig besteht auf offizieller Ebene
eine Tendenz, das Bestehen von Diskriminierung
gegenüber Minderheiten zu leugnen
und gegen Minderheiten gerichtete Einstellungen
gleichzusetzen mit denen gegen
Ausländer, ungeachtet der Tatsache, dass
solche Einstellungen oftmals gegen Minderheitenangehörigen
gerichtet sind, die sowohl
im Besitz eines deutschen Passes sind
als auch auf eine längere Familiengeschichte
in Deutschland zurückblicken als
manche andere deutsche Familie.
Leider sind auch die Menschen in diesem Forum nur ein Querschnitt der Bevölkerung und haben kein Intresse für die Bedürfnisse anderer - Schade
Aber es gibt ja auch einzelne Menschen wie Dich Martin die über den Tellerrand sehen .........

Gruß aus München

Ein Urteil lässt sich widerlegen, ein Vorurteil nie.:icon_dampf:
 
E

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#3
@larifari33,

nicht alle haben Vorurteile. Ich hatte Arbeitskollegen und war oft bei einer Sinti-Familie zu Besuch. :icon_smile:

:icon_pause:
 
E

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#4
hallole,

was vielen nicht bewusst ist. grad die deutsche sprache steht in ihrem ursprung dem jiddischen und dem romanen`näher als allen anderen "nordischen" sprachen. dasselbe gilt für vieles was heut als "volkstümliches" brauchtum ausgegeben wird. darüber sollten sich auch mal einige gedanken machen, statt ihre vorurteile zu hegen und pflegen.

liebe grüße von barbara
 
E

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#5
Und dann kommt heute noch was ganz abscheuliches dazu:

"Arbeit macht frei"-Diebstahl in Auschwitz

"Das ist eine Kriegserklärung"

Der Diebstahl des "Arbeit macht frei"-Schriftzugs in Auschwitz löst international Empörung aus. Die Bundesregierung verurteilt die Tat, israelische Politiker vermuten einen antisemitischen Hintergrund - die Diebe gingen gezielt vor und hatten offenbar leichtes Spiel.

Quelle: "Arbeit macht frei"-Diebstahl in Auschwitz: "Das ist eine Kriegserklärung" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

....
 

larifari33

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#6
@larifari33,

nicht alle haben Vorurteile. Ich hatte Arbeitskollegen und war oft bei einer Sinti-Familie zu Besuch. :icon_smile:

:icon_pause:
Hallo Tramp
Würde ich auch nie behaupten ..... es gibt natürlich Menschen die meinem Volk gegenüber keine Vorurteile haben

Gruß aus München
 

Martin Behrsing

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#7
Ich hatte dieses Jahr ein Hartz IV-Seminar für die Sinti-Union gemacht. Ich fand es zwei sehr gute Tage.
 

Andrea123

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#8
Hallo Martin, das glaube ich dir!!!!!
ich hatte selbst viele Sintis, als Gäste in der Gastronomie und die verhielten sich alle ordentlich und sehr nett!!!

Ich hatte dieses Jahr ein Hartz IV-Seminar für die Sinti-Union gemacht. Ich fand es zwei sehr gute Tage.
Gruss von Andrea
 

MMchen

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#9
Antiziganismus muß ja nicht neu erfunden werden. Für den einfachen Menschen wird er immer wieder durch unangenehme Erfahrungen wie Autoscheibenputzen, agressives organisiertes Betteln, nervende Straßenbahnmusik aufgefrischt. Zudem sind ja viele Leute schon zum Antiziganismus hin erzogen worden, ich kann mich noch lebhaft an meine Großmutter erinnern. Damals gab es noch viele ziehende Zigeunerclans mit Wagenburgen und immer wenn eine dieser Gruppen für ein paar Tage auf dem naheglegenen Zigeunerplatz zog, hieß es "Kinder und Wäsche rein, die Zigeuner kommen. Das war so Ende der 50er Anfang der 60er. Zudem gibt es ja kaum stärkere Stereotypen die so in der Gesellschaft verhaftet sind wie "den arbeitsscheuen und kriminellen Zigeuner".

Was die Nationalsozialisten getan haben, war abscheulicher Völkermord der in seiner Ausführung unvorstellbar ist. Ich frage mich immer, wie man Menschen zu solch schrecklichen Taten bringen kann. Alleine wenn man an die vielen Frauen und Kinder denkt ist die Dimension dieser Taten unfassbar. Daß die Zigeuner kein Mahnmal haben ist auch eine Form des politischen Antiziganismus. Allerdings bedarf es ja auch nicht unbedingt eines Mahnmals um diesen Menschen zu gedenken. Ein Mahnmalkult wie es um die ermordeten Juden gebt halte ich im Gedenken an die Opfer geradezu für unanständig. Hier wollen sich nämlich ausschließlich einige wenige Leute wie Politiker, Künstler oder Architekten auf Kosten der Opfer profilieren.

So, und jetzt noch etwas Historischen, die Verfolgung und Drangsalierung ist ja kein Konstrukt der Nationalsozialisten. Schon im Mittelalter waren umherziehende Gruppen, nennen wir sie mal Landfahrer überall unerwünscht. Dies lag auch daran, daß die Strafverfolgung außerhalb von Stadtgrenzen nicht funktionierte. So konnten Gruppen von sog. Fahrenden Verbrechen verüben ohne jemals dafür verurteilt zu werden da man sich durch den Weiterzug jeglicher Verfolgung leicht entziehen konnte. Ich glaube hier liegt der Ursprung des Mißtrauens gegenüber den Nomaden. Und dort sollte man auch mit der Aufklärung beginnen.

LG
 
E

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#10
Es ist eine große Schweinerei wie von politischer und öffentlicher Seite mit den Opfern des Nationalsozialismus in verschiedenartiger Wertigkeit umgegangen wird. Ich will hier jetzt nicht eine Aufzählung aufmachen, mit wem besser oder schlechter umgegangen wird. Da kann sich jeder selbst ein Bild machen. Allerdings frage ich mich immer, und bitte jetzt nicht krumm nehmen was ich schreibe, warum wir immer wieder so Bestätigungsfloskeln brauchen, wie:

"ich war auch schon Gast bei Sinti-Familien und da war alles in Ordnung" oder
"wir haben oft Sintis als Gäste gehabt und die waren immer ordentlich und nett".

Wir müssen uns doch nicht immer gegenseitig bestätigen, dass wir hier mit Menschen umgehen die ja eigentlich genauso ordentlich und nett sind, wie wir selbst? Denn diese Floskeln unterstellen ja eigentlich erst einmal die gegenteilige Vermutung, oder? Für mich ist es Überzeugung geworden (auch wenn sie gelegentlich enttäuscht wird), einen Menschen erst einmal als Mensch zu sehen und nicht als Sinti, Roma, Ausländer, Schwuler oder was auch immer. Und nicht von vornherein denjenigen an meinen eigenen Standards zu prüfen. Denn, Kriminalität, mieser Charakter, Durchtriebenheit, Verschlagenheit und Lüge haben keine Nationalität, keine Hautfarbe, keine Religion und keinen sozialen Stand!
 
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