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Gdb 30 - Weitere Vorgehensweise u. Gleichstellung?

Taipanshu

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Hallo liebe Forengemeinde,

nachdem ich mit anderen Belangen hier schon viel Hilfe bekommen habe, frage ich heute mal wegen jetzt abgeschlossenen Feststellungsverfahren.

Ich habe einen Gdb von 30 bekommen trotz einer schwerwiegenden Grunderkrankung und einigen Einschränkungen mit denen ich täglich zu kämpfen habe. Ich will jetzt natürlich einen Gleichstellungsantrag durchsetzen und wegen dem Gdb von 30 in den Widerspruch gehen. Allerdings hätte ich noch einige Fragen bei denen ihr mir sicher gut weiterhelfen könnt.

1. Wo stelle ich als ALG2 Empfänger den Gleichstellungsantrag? Jobcenter oder Arbeitsagentur?

2. Wie formuliere ich den? Habe leider kein Muster gefunden, mir würde schon ein grober Leitfaden genügen.

3. Wenn ich wegen den Gdb von 30 in den Widerspruch gehe und dann klage, entstehen dabei Kosten? Ich frage deswegen, weil das ja Verwaltungsrecht und nicht Sozialrecht ist. Ich bin kein Mitglied im VDK, habe aber eine Rechtsschutzversicherung bei der ARAG.

4. Gibt es Tricks und Kniffe? Gerade beim Gleichstellungsantrag wäre das gut zu wissen, den würde ich gerne durchkriegen.

Bin leider ein blutiger Anfänger in diesen Belangen und denke das ich bei euch hier richtig bin.

Nun zur eigentlichen Situation:

Am 09.10.2013 habe ich den Antrag auf Schwerbehinderung eingereicht, angegeben habe ich folgende Erkrankungen bzw. Einschränkungen:

- fehlende Hypophyse (Empty-Sella-Syndrom)
- chronisches HWS-Syndrom
- Osteochondrose
- Schlafapnoe

Ich bin gelernter Kaufmann im Einzelhandel und habe viel später noch eine Weiterbildung zur Betreuungskraft für demenziell Erkrankte gemacht. Im Einzelhandel finde ich auf Grund fehlender Belastbarkeit und der Tatsache meiner Erkrankung natürlich keinen Job. Als Betreuungskraft konnte ich aus gesundheitlichen Gründen auch nicht mehr arbeiten.

Das Jobcenter stützt sich in meinem Fall schon seit einiger Zeit auf ein völlig schwachsinniges ärztliches Gutachten, anfechten konnte ich dieses auf Grund eines fehlenden Bescheides noch nicht. Das heißt das das Gutachten noch steht. Immerhin wurde mir Recht gegeben, das ich im Einzelhandel nicht mehr einsatzfähig bin, wahrscheinlich wäre das auch wichtig für einen Gleichstellungsantrag.

Ich hoffe das ihr mir ein wenig weiterhelfen könnt, falls Dokumente wichtig wären, diese könnte ich auf Wunsch einscannen und hier reinstellen.
 

Flodder

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Zu 3.:

Wie kommst du auf Verwaltungsverfahrensrecht? Natürlich ist das Sozialrecht, das Widerspruchsverfahren ist daher kostenfrei.
 

Dark Vampire

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Gleichstellung bekommst du ohne Job nicht, nur dann eine Zusicherung für Gleichstellung wenn du einen Job findest.
 

Taipanshu

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Danke Flodder, das du mich darauf hingewiesen hast. Ich hatte bei der ARAG mal nachgefragt, die haben eine kostenlose Anwaltshotline und da wurde mir mitgeteilt das der Sachverhalt ins Verwaltungsrecht fällt. Hatte die Frage damals wegen der 3 monatigen Wartezeit gestellt die man in bestimmten Rechtsgebieten hat.

Also würde ich dann gegen den Gdb von 30 erstmal Widerspruch einlegen und warten bis der durch ist?
 
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ExitUser

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Ja. Wenn Du länger wegen der Formulierung brauchst, kannst Du auch erst mal "fristwahrend" Widerspruch einlegen u. schreiben, daß die Begründung folgt.
 

Taipanshu

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Eine wichtige Frage habe ich noch:

Ich möchte ja die Zusicherung auf Gleichstellung beantragen und habe bereits einen formlosen Antrag vorbereitet. Genügt dieser oder muss ich die fertigen Antragsformulare der Agentur für Arbeit ebenfalls ausfüllen? Das wären 6 Seiten und es gibt leider wenig Raum für eigene Formulierungen.
 

Dark Vampire

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Was willste da großartig formulieren ? Paar Kreuze setzen , mehr habe ich nicht getan.....
 

Doppeloma

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Hallo Taipanshu,

ich brösel das mal ab deinem ersten Beitrag auf, sorry an die Vorschreiber wenn ich dabei was wiederhole, was schon geschrieben wurde ...

nachdem ich mit anderen Belangen hier schon viel Hilfe bekommen habe, frage ich heute mal wegen jetzt abgeschlossenen Feststellungsverfahren.
War das dein erster Antrag wegen Feststellung eines Grades der Behinderung, da bist du mit GdB 30 schon recht ordentlich eingestuft worden ...

Ich habe einen Gdb von 30 bekommen trotz einer schwerwiegenden Grunderkrankung und einigen Einschränkungen mit denen ich täglich zu kämpfen habe.
Genau da liegt der Irrtum was den GdB betrifft, den gibt es nicht für bestimmte Erkrankungen (und je mehr man hat, umso höher), sondern nur auf die besonderen Einschränkungen im täglichen Leben, die sich daraus (vermutlich dauerhaft) ergeben.

Hast du mit deinen eigenen Worten bei der Antragstellung beschrieben, wie sich diese Einschränkungen genau äußern, in welchen Situationen die auftreten ...
Die SB beim Versorgungsamt sind auch keine Ärzte und können alleine mit der Aufzählung von Diagnosen nicht viel anfangen.

Zumindest jetzt zur Begründung des Widerspruches, solltest du das also ausführlich auf einem Extra-Blatt schildern, welche konkreten Einschränkungen sich aus welcher Krankheit genau ergeben für dich ... nicht alle Menschen leiden genau gleich, mit den selben Krankheiten ...

Ich will jetzt natürlich einen Gleichstellungsantrag durchsetzen und wegen dem Gdb von 30 in den Widerspruch gehen.
Was konkret erwartest du von der Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten, die nützt dir ohne Job nicht viel (wird man beim JC eher als zusätzliches "Vermittlungshemmnis" ansehen) ... aus der Gleichstellung ergibt sich nur der erhöhte Kündigungsschutz und ohne AG brauchst du den nicht ... andere "Vorteile" ergeben sich daraus nicht.

Die sonstigen "Nachteilsausgleiche" gibt es erst bei "echter" Schwerbehinderung (ab GdB 50) mit Ausweis.

Ich wurde auch mit GdB 30 gleichgestellt, daher sind mir die Vorgehensweisen bekannt, ich hatte allerdings noch einen festen Job, wo man mich dann damit nicht mehr so einfach kündigen konnte.

1. Wo stelle ich als ALG2 Empfänger den Gleichstellungsantrag? Jobcenter oder Arbeitsagentur?
Die Gleichstellung erfolgt immer über einen Antrag bei der AfA, es ist unerheblich von wem du gerade deinen Lebensunterhalt bekommst ...
Allerdings stimme ich zu, dass man im ALG II-Bezug (also üblicherweise arbeitslos) keine guten Aussichten auf Erfolg des Antrages hat.

2. Wie formuliere ich den? Habe leider kein Muster gefunden, mir würde schon ein grober Leitfaden genügen.
Es gibt ein amtliches Antragsformular dafür, man kann den Antrag auch formlos stellen (Hiermit beantrage ich die Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten), aber dann schicken die den Antrag und bearbeiten das erst weiter, wenn der bei der AfA vorliegt.

Außerdem musst du den (kompletten Bescheid) zum GdB beifügen (Kopie natürlich) und eine Aufstellung deiner KK zu deinen Krankheitszeiten/Diagnosen der letzten 3 - 4 Jahre, das kann man dort formlos anfordern, bekommt man innerhalb weniger Tage.

Hier kannst du was dazu nachlesen, den Antrag gibt es da auch irgendwo zum herunterladen ...

Gleichstellung behinderter mit schwerbehinderten Menschen nach § 2 Absatz 3 Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) - www.arbeitsagentur.de

3. Wenn ich wegen den Gdb von 30 in den Widerspruch gehe und dann klage, entstehen dabei Kosten? Ich frage deswegen, weil das ja Verwaltungsrecht und nicht Sozialrecht ist. Ich bin kein Mitglied im VDK, habe aber eine Rechtsschutzversicherung bei der ARAG.
Das wurde dir schon beantwortet, es ist kostenfrei und gehört zum Sozialrechtsbereich ... zuerst ist aber der Widerspruch einzulegen, zu begründen und dann der Bescheid dazu abzuwarten, vielleicht brauchst du ja gar nicht zu klagen ...

Ist bei GdB sowieso eher nicht angebracht, man kann nach Ablehnung des Widerspruches auch einfach 6 Monate warten und dann mit neuen Argumenten /Arztberichten einen Antrag auf "Verschlimmerung" stellen, das geht meist schneller, als ein Gerichtsverfahren zu führen (das kann und wird Jahre dauern) ... :icon_daumen:

4. Gibt es Tricks und Kniffe? Gerade beim Gleichstellungsantrag wäre das gut zu wissen, den würde ich gerne durchkriegen.
Die gibt es durchaus, allerdings werden die einem Arbeitslosen nicht viel nützen, weil sie sich auf ein aktives Arbeitsverhältnis beziehen ...
Mir hat damals die betriebliche Schwerbehinderten-Vertretung geholfen, das recht "Bewilligungs-Sicher" auszufüllen, diese Argumente kannst du aber als Arbeitsloser nicht verwenden.

Die AfA wird aktuell kein Interesse haben dir die Gleichstellung zu bewilligen, manchmal gibt es eine Art Zusage für die sofortige Bewilligung, bei Vorlage einer schriftlichen Einstellungszusage, z.B. von einer Behörde die "bevorzugt Schwerbehinderte und Gleichgestellte" einstellen will/würde ...

Am 09.10.2013 habe ich den Antrag auf Schwerbehinderung eingereicht, angegeben habe ich folgende Erkrankungen bzw. Einschränkungen:
Das sind Diagnosen und keine "Einschränkungen", wer sich mit mit dir und diesen Krankheiten nicht auskennt weiß nicht in welcher Weise du persönlich dadurch tatsächlich "eingeschränkt" bist ... :icon_kinn:

- fehlende Hypophyse (Empty-Sella-Syndrom)
Was ist das genau und welche konkreten (dauerhaften) Einschränkungen /Behinderungen ergeben sich daraus ???

- chronisches HWS-Syndrom
Haben viele Leute, auch ohne besondere Probleme dadurch ...
Heißt "nur", dass mit deiner HWS irgendwas nicht ganz in Ordnung ist, was genau und wie schwerwiegend musst du beschreiben, worauf hast du denn den aktuellen GdB bekommen, das steht doch drin im Bescheid ???

Dito, diese Diagnose haben sehr viele (besonders schon ältere Leute, wie alt bist du ?), es gibt leichte und schwere Formen und als "Alterserscheinung in leichter Form" gibt es dafür keinen GdB ... ansonsten konkrete Behinderungen im Alltag beschreiben und die Befunde beifügen, die genauere Auskunft zum Stadium der Erkrankung geben können.

Die sollen zwar auch selber was anfordern, aber je mehr man denen schon liefert, umso schneller wird der Antrag /Widerspruch bearbeitet und entschieden.

Für altersbedingte "Verschleißerscheinungen" im häufig üblichen Rahmen, gibt es keinen Behindertengrad (mehr), das gilt ebenso für WBS/Sehkraft/Gehör usw.

Es ist also nicht ganz unerheblich in welchem Lebensalter du aktuell bist und ob deine Einschränkungen davon "wesentlich negativ abweichen", was im gleichen Lebensalter nun mal als "altersgemäß normal" hinzunehmen wäre.

Mit oder ohne nächtliche Gerätebeatmung ???

Warst du schon im Schlaflabor deswegen, mit Nutzung eines CPAP-Gerätes gibt es darauf einen Einzel-GdB von mindestens 20, wenn du nachweislich (also vom Arzt bescheinigt) kein solches Gerät nutzen kannst (obwohl es notwendig wäre), kann auch deutlich mehr gegeben werden.

Das hängt ganz davon ab, welche negativen Auswirkungen die Apnoe schon auf dein Herz-/ Kreislaufsystem hatte und weiterhin hat ...
Ist (lt. Befund) noch keine Gerätebeatmung erforderlich, dann besteht nur Anspruch auf GdB 10 und der geht nicht in den Gesamt-GdB ein ...

Lege zunächst einfach nur fristwahrend Widerspruch ein, gegen den Bescheid vom XXX und fordere gleichzeitig die Unterlagen an, die zu dieser Bewertung geführt haben, verlange auch die "Versorgungsärztliche Stellungnahme" als Kopie.

Darin sind die "Einzel-GdB" aufgeschlüsselt, die zum Gesamt-GdB von 30 bei dir geführt haben, dann kann man weiter überlegen was da aktuell noch an Argumenten in die Widerspruchsbegründung einfließen kann.

Diese Begründung (und das Extra-Blatt mit deiner Beschreibung der Einschränkungen) schickst du dann erst, wenn du die Unterlagen (Akteneinsicht) vom Versorgungsamt erhalten hast.

Ich bin gelernter Kaufmann im Einzelhandel und habe viel später noch eine Weiterbildung zur Betreuungskraft für demenziell Erkrankte gemacht. Im Einzelhandel finde ich auf Grund fehlender Belastbarkeit und der Tatsache meiner Erkrankung natürlich keinen Job. Als Betreuungskraft konnte ich aus gesundheitlichen Gründen auch nicht mehr arbeiten.
Das interessiert das Versorgungsamt bei der Entscheidung zum GdB überhaupt nicht, die beurteilen nicht deine "Erwerbsfähigkeit", dafür wäre die DRV /Rentenkasse zuständig und die interessieren sich nicht dafür, wie hoch dein GdB mal sein wird, wenn es um deine Erwerbsfähigkeit geht gelten ganz andere (rentenrechtliche) Kriterien.

Das Jobcenter stützt sich in meinem Fall schon seit einiger Zeit auf ein völlig schwachsinniges ärztliches Gutachten, anfechten konnte ich dieses auf Grund eines fehlenden Bescheides noch nicht.
Was genau besagt denn dieses "Gutachten" und von wem wurde das erstellt /in Auftrag gegeben ???
Welcher "Bescheid" von wem sollte darauf folgen ???

Das heißt das das Gutachten noch steht. Immerhin wurde mir Recht gegeben, das ich im Einzelhandel nicht mehr einsatzfähig bin, wahrscheinlich wäre das auch wichtig für einen Gleichstellungsantrag.
Kommt drauf an welche Behörde diese Feststellungen gemacht hat, rechtlich allgemein verbindlich ist das nur, wenn es bei der DRV so festgestellt wurde ... z.B. innerhalb einer med. Reha-Maßnahme oder durch einen Gutachter der Rentenversicherung ...

Was die anderen Amtsärzte dazu so "feststellen", hat zumindest für die DRV keine rechtlich bindende Bedeutung, meist stellt jeder dazu fest, was der Auftraggeber (KK /AfA/JC) gerne lesen möchte ...

Für einen Gleichstellungsantrag ist das vollkommen unerheblich, warum sollte man dich gleichstellen, wenn du (im Moment) eigentlich gar nicht arbeiten kannst oder unbestimmt ist, in welchem Bereich das noch /wieder möglich wäre ... :confused:

Hast du schon mal eine medizinische Reha über die DRV gemacht /beantragt, dort würde man zunächst mal klären welche beruflichen Möglichkeiten du aktuell überhaupt noch hast ...

Beim JC "doktern" die doch alle nur irgendwie rum, dort kommst du ganz sicher nicht voran, egal ob mit oder ohne Gleichstellung und Schwerbehinderung ...

Das wird dir beides keinen Wiedereinstieg in irgendeine berufliche Zukunft mehr bieten können, da setzt du auf die "falschen Pferde" ...

Mit einer kaufmännischen Ausbildung wird dir aber auch die DRV schnell Wege aufzeigen, wie vielseitig man das auf dem "allgemeinen Arbeitsmarkt" gebrauchen kann ... nur damit du nicht womöglich auf den Gedanken kommst eine EM-Rente beantragen zu wollen ... weil du für dich "subjektiv" keine Chancen mehr am Arbeitsmarkt erkennen kannst ...

Für die "Vermittlung in Arbeit" ist die AfA /das JC zuständig und nicht die DRV ... das ist "O-Ton DRV", wenn man denen mit "schlechten Aussichten am Arbeitsmarkt" kommt ...

Mit Schwerbehinderten-Ausweis und /oder Gleichstellung wird sich das aber auch nicht ändern /bessern lassen ...

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Hallo liebe Doppeloma,

wie immer eine sehr gute Sachbeschreibung.

Nur hast du vielleicht dabei vergessen, dass man mit einem solchen Antrag auch in den Grnuss von zusätzlichen Leistungen zur Eingliedernung seitens der AfA erhalten kann.

Ist jemand mit 30% Schwerbehinderung anerkannt, überlicher Weise nur ein einfaches Schreiben (zumindest damals bei mir), dann kann er wenn alle anderen veraussetzungen Erfüllt sind, immerhin durch den Antrag auf 50% aufgestockt werden und damit in den Genuss nach § 90 SGB III für einen eventuellen Arbeitgeber einen nicht unerheblichen Lohnzuschuss erhalten. Dies würde einen Behinderten ggf. den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern, wenn er denn wieder will.
https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/MenschenmitBehinderung/Gleichstellung/index.htm


Z.B. in meinem Fall wäre eine solche Maßnahme sicherlich nicht unbeachtlich, da ich bereits seit mehr als 15 Jahren BU-Rentner war (jetzt ja EMR-Arbeitsmarktrente) und sicherlich nur so, wenn überhaupt dank des Alters und der gesundheitlichen Einschränkungen wenn überhaupt wieder eine aozialversicherungspflichtige Arbeit finden würde.

In realen Leben sieht dies jedoch leider viel schlimmer aus, denn bisher haben schon alle (selbst die ZAF´s) beim Wort Behindert abgelehnt. Da zieht dann auch kein Lohnzuschuss mehr, zumindest nach meiner bisherigen Erfahrung.

Aber einen Versuch sollte es zumindest Wert sein, denn es geht um die Zukunft eines Menschen und damit dann auch um die Grundlage für seine spätere Altersversorgung.

Der Rest wäre eigentlich geschenkt (Kündigungsschutz etc.).


Gruß saurbier
 

dazzle2211

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Hallo,


ich habe nicht geklagt, sondern einfach ein halbes Jahr später(darf nicht früher sein) einen Verschlimmerungsantrag gestellt. Das ist laut Anwälte oftmals der bessere Weg.
 

Muzel

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Ich werde meinen Verschlimmerungsantrag über den VdK machen und hoffen. Bei mir sind die 6 Monate im Juni um.
 

MissRuhrpott

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Dazu hätte ich eine kleine Zwischenfrage:
Beginnt die Halbjahresfrist mit Antragstellung,
oder mit Erstellung des GDB - Bescheides?
 

Dark Vampire

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Hmmm kommt drauf an ob der Bescheid auch rückwirkend gilt.Ansonsten ab dem Datum wo draufstand.
Meiner galt schon rückwirkend seit der Diagnosestellung.
 

Fraggle

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Hast du mit deinen eigenen Worten bei der Antragstellung beschrieben, wie sich diese Einschränkungen genau äußern, in welchen Situationen die auftreten ...
Die SB beim Versorgungsamt sind auch keine Ärzte und können alleine mit der Aufzählung von Diagnosen nicht viel anfangen.

Zumindest jetzt zur Begründung des Widerspruches, solltest du das also ausführlich auf einem Extra-Blatt schildern, welche konkreten Einschränkungen sich aus welcher Krankheit genau ergeben für dich ... nicht alle Menschen leiden genau gleich, mit den selben Krankheiten ...





MfG Doppeloma
Mich wundert es das bislang noch niemand beanstandet hat, dass praktisch jeder SB beim Versorgungsamt Einblick in die einzureichenden Diagnosen und Arztberichten hat.
Zusätzlich soll man dann auch noch schildern in wie fern man durch die vorhandenen Krankheiten im täglichen Leben behindert ist.

Darüber entscheiden dann wiederum die SB beim Versorgungsamt. die ja gar keine Ärzte sind.
 

saurbier

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Hallo ihr lieben,

ich muss mich doch über manche Aussagen ein wenig wundern.

Mich wundert es das bislang noch niemand beanstandet hat, dass praktisch jeder SB beim Versorgungsamt Einblick in die einzureichenden Diagnosen und Arztberichten hat.
Zusätzlich soll man dann auch noch schildern in wie fern man durch die vorhandenen Krankheiten im täglichen Leben behindert ist.

Darüber entscheiden dann wiederum die SB beim Versorgungsamt. die ja gar keine Ärzte sind.
Zur Klarstellung, bei der DRV erhalten die zuständigen SB`s doch gleichfalls unter anderem den Einblick in die ärtzlichen Befunde.

Weder bei der DRV noch bei Versorgungsamt kann man dies doch auch nicht bemängeln, da es zu deren Auftrag gehört unter zugrunde Legung dieser Befunde eine entsprechende Leistungsendscheidung zu treffen.

Beim Versorgungsamt allerdings hat dies gegenüber der DRV keine gravierenden finanziellen auswirkungen für den Betroffenen.

Bei Versorgungsamt gibt es bezüglich der ärztlichen Befunde dann auch eine tabellarische Zuordnung, welche es dem SB dann ermöglicht entsprechende Prozent zu gewähren.
http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/main/tabelle.htm

Ungeachtet dessen beschäftig aber auch das Versorgungsamt wohl nicht umsonst Vertrauensärzte die ggf. eine eigenständige Begutachtung vornehmen und nicht nur nach den vorgelegten Befunden entscheiden.

2001 habe ich z.B. bei Versorgungsamt aufgrund meines Rentenurteils den entsprechenden Antrag gestellt und erhielt binnen weniger Wochen auch schon 30% zugesprochen.

2012 hab ich dann nach negativer Beendigung der Reha wegen Schultersyndrom (weiter andauernde AU) und schon im Verlauf der Reha prognostizierter OP meiner Hüfte dann einen Verschlechterungsantrag gestellt welcher dann nach ca. 4 Monaten ebenfalls positiv entschieden wurde.

Auch diesmal wurde in meinem Fall nur aufgrund der vorliegenden ärztlichen Befundberichte entschieden, was bedeutet das ich denen die Erlaubnis zur Auskunft durch meine behandelnden Ärzte sowie Krankenkasse gab.

Man sollte doch nicht vergessen, ich möchte was vom Versorgungsamt und nicht umgekehrt.

Allerdings sollte man einen Schwerbehindertenausweis als nicht zu Wichtig einstufen. Die Geldwerten Vorteile (und nur solche sind es) sind eben nicht allzu gravierend.

Da gibt es dann einen steuerlichen Bonus von 310,- bis 1.420,- bei 30 - 100% und wenn man dann wohlmöglich über diverse Merkzeichen verfügt, na dann können bis zu 3.700,-€ plus bis zu 15.000km jährliche Fahrleistung a´30Cent in Betracht kommen. Aber eben nur auf der steuerlichen Schiene.

Das aber bringt nur demjenigen etwas, welcher über eine Rente verfügen darf, für welcher er dann auch erhebliche Steuern an den Fiskus abführen muss. Also nichts für uns kleine Realos.

Anders ist es da mit den kleineren Vergünstigungen wie z.B. keine Kfz.-Steuer bei Bescheinigung der schweren Gehbehinderung (aG im Ausweis), allerdings darf dann auch nur noch der Behinderte das Fahrzeug führen (wird im Kfz.-Schein eingetragen) oder bei Bedarf einer Begleitperson im öffentlichen Nahverkehr und mit der deutschen Bundesbahn, die dann verbilligt oder gar ganz umsonst mitfahren darf. Auch die Reduzierung der Rundfunkgebühren bei z.B. stark Sehbehinderten/Blinden bzw. Hörgeschädigten auf 1/3 gehören dazu, genauso wie Theater (na wieviele von uns kleinen Normallos nutzen sowas schon) oder Museums Besuche mit vergünstigtem Eintritt bzw. sogar freiem.

Wie gesagt, finanziell bringt einem Rentner der Schwerbehindertenausweis nicht allzu viel, auch wenn die paar Euro bei den kleinen Renten hier und da natürlich nicht zu unterschätzen sind.

Als Arbeitnehmer mit BU-Rente und entsprechendem Einkommen neben der Rente machten sich die 30% bei mir natürlich schon bemerkbar, was sich bei 50% dann von 310,- auf 570,-€ jährlich erhöht.

Da sich ja neuerlich dank unserer Politiker die Steuerschraube immer schneller weiter dreht, hat sich der monatliche Betrag ja inzwischen auf 1.250,-€ (Einzelperson) reduziert ab welchem wir nun mit Einkommenssteuer beglückt werden.

Eine Gleichstellung sollte man schon anstreben, weil sie für einen neuen Arbeitgeber einen finanziellen Anreiz bieten kann, aber sonst sollte man nicht zuviel vom Schwerbehindertenausweis erwarten.

Übrigens aus dem reinen Gesetzestext heraus ist es vollkommen gleich, ob man bei der AfA/Jobcenter arbeitssuchend registriert ist oder bereits einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat. Liegen die Voraussetzungen einer mindestens 30%igen Behinderung vor, so ist der Antrag zu bearbeiten.

Also nicht von den SB´s nicht dummes erzählen lassen.

Leider schreibt "Taipanshu" leider nicht, wie alt und ob schon von der DRV eine Teil-EMR vorliegt.

Dies wäre natürlich sehr interessant zu wissen, denn wenn auf seine gesundheitlichen Einschränkungen bereits ein Teil-EMR vorliegt, so wäre ggf. jetzt eine Arbeitsmarktrente (volle EMR) ins Auge zu fassen.

Es hat ja schon eine weitere Ausbilung (Fortbildung zur Betreuungskraft) vorgenommen, also einen weiteren Beruf welchen er ja offensichtlich auch nicht mehr ausführen kann. Bei den gesundheitlichen Einschränkungen (chronisches HWS-Syndrom und Osteochondrose) einscheint dies in der Altenpflege (überwiegend Demenzkranke) mehr als nachvollziehbar und dürfte hier schon eher zu einer Teil-EMR führen.

Als Kaufmann im Einzelhandel dürfte es allerdings schon viel schwieriger werden, da dort der DRV die Verweisungsmöglichkeiten sicherlich nicht ausgehen dürften (z.B. im Büro sitzende Tätigkeit).

Versuchen würde ich es dennoch, denn diese gesundheitlichen Probleme dürften mit Sicherheit nicht mehr weniger, wenn nicht sogar mehr werden.

Wenn man jetzt schon im Jobcenter angekommen ist, dann dürfte dies doch eigentlich zeigen das die AfA ja keine Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu stande brachte (gehe ich mal von aus ohne nähere Kenntnis), was dann ja vielleicht auf die gesundheitlichen Einschränkungen zurück geführt werden dürfte, oder doch nicht (dann bitte korrigieren).

Daher wäre vielleicht ein Rentenantrag (Alter ja unbekannt) auf Teil-EMR derzeit vielleicht eher in Betracht zu ziehen, bevor man jetzt auf mehr Prozente bei einer Schwerbehinderung setzt um damit dann vielleicht eine zweijährige Lohnsubvention bei einem eventuell neuen Arbeitgeber zu erzielen.


Gruß saurbier
 

dazzle2211

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Hallo,

Die SB beim Versorgungsamt sind auch keine Ärzte und können alleine mit der Aufzählung von Diagnosen nicht viel anfangen.

Dafür gibt es ja den medizinischen Dienst. Ich habe heute mal nachgefragt gehabt, meine Akte liegt zur Prüfung dem medizinischen Dienst vor.
 

Muzel

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Meine Abschmetterung mit Widerspruchsverfahren kam im Dez. 13 und ich soll mich im Juni wieder melden.
 

Fraggle

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Hallo saurbier,
es mag schon sein das es so ist dass man als Antragsteller was von dem Versorgungsamt will und nicht umgekehrt.
Rechtlich ist es jedenfalls so, dass Sachbearbeiter- anders als Ärzte - nicht an eine Schweigepflicht gebunden sind.
Die eingereichten Unterlagen sind im Versorgungsamt für alle dort angestellten Personen zugänglich.
 
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