đŸ’Č FĂŒr wen ist Hartz IV ein Erfolgsmodell und fĂŒr wen nicht?

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Sybilla

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Es gibt viele GrĂŒnde warum die CSU bei der Landtagswahl 2018 mit sehr mageren 37,2 Prozent viele ihrer WĂ€hler*innen verloren hat – es ist das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Geschichte.

Einer der GrĂŒnde ist mit großer Sicherheit ihr VerhĂ€ltnis zum Sozialstaat – Herr MP Söder meinte zuletzt - Hartz IV ist ein Erfolgsmodell ja Herr Söder fĂŒr 37,2 Prozent CSU- Stimmen der WĂ€hler mag diese Aussage zutreffend sein, fĂŒr sehr viel andere nicht. Im Jahr 2017 waren in Deutschland 19,7 Prozent der Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. FĂŒr diese Menschen ist Hartz IV kein Erfolgsmodell, auch nicht fĂŒr Menschen die im Niedriglohnsektor beschĂ€ftigt sind. Darin allerdings das Erfolgsmodell von Hartz IV manifestiert ist. Freilich der Niedriglohnsektor ist fĂŒr die exorbitant hoch ansteigende Kinderarmut und Altersarmut verantwortlich. Politiker die derartiges wie MP Söder (Hartz IV- Erfolgsmodell) verkĂŒnden werden bei Wahlen kaum mehr als 37,2 Prozent der WĂ€hler (immerhin profitieren auch einige von den Hartz IV Erfolgsmodell – Niedriglohnsektor bzw die 0 € Arbeitskraft die durch den § 16i SGB II „Teilhabe am Arbeitsmarkt“) ermöglicht wird, fĂŒr seine Partei gewinnen können. (Wer den die „kleinen Mann Frau vergisst) wird bei der Europawahl und bei der Kommunalwahl 2020 noch viel lĂ€ngere Gesichter ziehen als bei der Landtagswahl 2018. Eines ist gewiss mit MP Söder hat die CSU noch sehr viel Luft nach unten. Wobei die CSU in Bayern einmal ein Erfolgsmodell war, vor der Zeit von MP Söder.

Die SPD hat zumindest einmal eine Wende ihrer Politik bezĂŒglich des Sozialstaats angedacht, ein Anfang, immerhin.
 

Gollum1964

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Die SPD hat zumindest einmal eine Wende ihrer Politik bezĂŒglich des Sozialstaats angedacht, ein Anfang, immerhin.
Hallo Sybilla,

gut analysiert, bis auf den letzten Satz.
Falls es die SPD mit ihrem Systemwandel ernst nehmen wĂŒrde, wĂ€re ein Ausstieg aus der großen Koalition die einzig glaubhafte Option, sonst glaubt denen eh niemand mehr etwas.
Die GrĂŒnen waren zwar auch bei der Verabschiedung von Hartz4 dabei, aber da ist eine neue Generation am Werke und deren Kritik zum aktuellen System sehr viel glaubhafter.
Bei der SPD ist mit Olaf Scholz, der ja auch mehrmals dieses Konstrukt strikt verteidigt hat, immer noch einer der GrĂŒndungsvĂ€ter von Hartz4 in der Spitze der Regierung. Und die Vorsitzende Frau Nahles hat vor gerade einmal 2 Jahren zu einer weiteren VerschĂ€rfung der Hartz-Regelungen beigetragen. Glaubhaft klingt anders.
Meine BefĂŒrchtung ist, wenn man auf die AnkĂŒndigungen der SPD hereinfĂ€llt, erhĂ€lt die SPD wieder ein paar Prozent mehr und es wĂŒrde plötzlich wieder als Juniorpartner in der Regierung unter der CDU reichen. Da Frau KK jedoch garnicht daran denkt, dass aktuelle ökonomische Erfolgsmodell Hartz4 auslaufen zu lassen, kann man sich vorstellen, was das Ergebnis der nĂ€chsten großen Koalition sein wird:

0 Änderungen. SPD behauptet dann einfach, wir wollen ja, aber der große Partner macht nicht mit.

Ein Paradigmenwechsel bei der SPD ist nur durch einen Neustart in der Opposition möglich, meiner Meinung nach.
 

Admin2

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:icon_kotz2:FĂŒr alle die schnell und billig ArbeitskrĂ€fte brauchen, insbesondere fĂŒr Zeitarbeitsfirmen, die "Bildungindustie" und AG-VerbĂ€nde ist HartzIV sicher ein Erfolgsmodell. FĂŒr Politik die mittels Statistiken die "Wirksamkeit" der Reform darstellen ist HartzIV ein Erfolgsmodel.

FĂŒr 90% der Betroffenen jedoch ist HartzIV eine Galeere von der zudem zuallermeist nur noch ein kurzfristiges Entkommen möglich ist. Was ich jedoch beschĂ€mend finde ist dass viele Betroffene, anstatt gegen das Galeerendasein zu kĂ€mpfen, nur versuchen einer der Takttrommler auf diesen Galeeren zu werden.
 

avalanche

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BezĂŒglich Grundrente steuern die Spezialdemokraten bereits auf Kollisionskurs,
Siggi fordert seine Partei auf, das BĂŒndnis im Zweifel ĂŒber die Revisionsklausel platzen zu lassen.

Könnte ein heißer Herbst werden oder eben doch nur ein laues LĂŒftchen.

Schauen wir mal, ave
 

lino

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Die GrĂŒnen waren zwar auch bei der Verabschiedung von Hartz4 dabei, aber da ist eine neue Generation am Werke und deren Kritik zum aktuellen System sehr viel glaubhafter.
Die WĂ€hler der GrĂŒnen waren in der Vergangenheit nicht von Hartz4 betroffen, weshalb es den GrĂŒnen eben auch nicht geschadet hat. In Zukunft wird sich das aber Ă€ndern, da nĂ€mlich das mittlere Management von seinen Aufgaben entlastet wird. Stichwort KI. Und dann trifft es die WĂ€hler der GrĂŒnen auch. Deswegen Habecks macht Vorstoss schon einen Sinn.

Ein Paradigmenwechsel bei der SPD ist nur durch einen Neustart in der Opposition möglich, meiner Meinung nach.
Wird der sPD nichts nĂŒtzen. Ein verlorener Kunde( hier: WĂ€hler) ist so gut wie nicht mehr zurĂŒckzugewinnen, das ist bekannt( in der sPD allerdings nicht).
Deswegen ist Kundenreaktionsmanagement in den Firmen so wichtig.
 

Ozymandias1

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Ich denke viele ĂŒberschĂ€tzen die Wirkung von den Hartz-Reformen allgemein. Die hohe Arbeitslosigkeit war hauptsĂ€chlich geprĂ€gt von den Nachwehen des Sozialismus im Osten und dem Strukturwandel im Pott.

Ohne die (sinnlose) Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe hÀtten wir heute sicherlich eine Àhnlich hohe Arbeitslosigkeit aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung.

Zum Sozialstaat kann ich nur sagen, dass wir uns in Deutschland einen riesigen und teuren Sozialstaat leisten, der das Geld mit der Gießkanne verteilt. Gegen die BekĂ€mpfung von Armut wird im Prinzip gar nichts getan und der Großteil der Sozialstaatleistungen landet bei denjenigen die auch ohne Sozialstaat klarkommen wĂŒrden. Kindergeld, Baukindergeld, MĂŒtterrente sind gigantische Geschenke an die Mittelschicht, von denen kriegen die die tatsĂ€chlich auf den Sozialstaat angewiesen sind, keinen Cent.

Man wird nicht plötzlich durch eine geringe Rente arm, man war es schon die 20-30 Jahre davor.
 

Wholesaler

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@Gollum1964: Sehr gute Zusammenfassung. FĂŒr einen Neustart der sPD in der Opposition ist es meines Erachtens allerdings schon zu spĂ€t. Von 2009 bis 2013 hatte man die Möglichkeit der Erneuerung, aber man ist anschließend erneut mit der CDU/CSU ein BĂŒndnis eingegangen. Meines Wissens gab es 2013 eine Mehrheit fĂŒr eine rot-rot-grĂŒne Koalition. Die Chance auf einen Richtungswechsel war also da.

Die sPD wird sich nie wieder von der Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen erholen. Und das ist auch gut so!
 

JedernureinKreuz

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Ich denke, H4 war ein Test, wie weit man gehen kann. Es wurde ein fiktiver SĂŒndenbock geschaffen und die Schrauben immer Enger gezogen. Und alle haben es nun mehr ja seit fast 14 Jahren mitgemacht und bei möglichen MenschenrechtsverstĂ¶ĂŸen wegguckt oder die Schultern gezuckt, weil es einfach zu uneindeutig schwierig war festzustellen :)

Der zugrunde liegende Strukturwandel der in den nĂ€chsten Jahrzehnten noch weiter Anfahrt aufnehmen wird (Automatisierung == Wegfall von niedrig qualifizierten ArbeitsplĂ€tzen), aber auch die ja nicht geringer werdende Knappheit von natĂŒrlichen Ressourcen werden dafĂŒr sorgen das nach dem getesteten Erfolgsmodell des multimedialen SĂŒndenbocks demnĂ€chst wieder Menschen als billig Arbeitskraft verbrannt werden, wo eine Automatisierung aufgrund von knappen Ressourcen ökonomisch nicht rentabel ist.

Wem es also genĂŒtzt hat, liegt, denke ich, klar auf der Hand und wer hier die Augenwischerei mit BĂŒrgergeld und Grundrente betreibt nur fĂŒr das nĂ€chste multimediale Spektakel im Namen der Interessenvertretung derer fĂŒr die in absehbarer Zeit gar keine im Sinne der liberalen oder aber auch neoliberalen Markt Ökonomie rentablen BeschĂ€ftigungen vorhanden sein wird... werden wir dann "demnĂ€chst" sehen ...

@Gollum1964:
Die sPD wird sich nie wieder von der Agenda 2010 und den Hartz-Gesetzen erholen. Und das ist auch gut so!
Ich möchte dich da nicht desillusionieren. Aber wenn du mal googelst, wer den Solgan "Wer hat uns verraten?" vor 100 Jahren postuliert hat. Wie er vollstÀndig lautet. Was danach passiert ist. Und mal schaust was heute passiert ;)
 

Surfing

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Erfolgsmodell ist es fĂŒr die ganzen DrĂŒcker-Firmen wie ZAF, Wachgewerbe, Reinigungsfirmen, Paketdienste ect. Die beschĂ€ftigen auch die meisten Minijobber und Aufstocker. Handel gehört auch dazu. Kein Erfolgsmodell ist es fĂŒr alle Betroffenen, unabhĂ€ngig welcher Familienstand. Dass der Söder an H-4 nichts Ă€ndern will, ist klar. Der agiert als Sprachrohr der sog. Wirtschaft, insbesondere der Autokonzerne BMW und Audi. Letztere arbeiten seit langem mit ZAF zusammen. Ob die CSU das als Partei durchhalten kann (die Haltung von Söder zu H-4) wird sich zeigen.
 

JedernureinKreuz

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Der Generationsvertrag wurde aufgelöst, vergiss nicht eine ganze Generation die davon profitiert wĂ€hrend eine andere Generation unter bestimmten Voraussetzungen eventuell, wenn man in der Joblotterie genug GlĂŒck hat, Grundrente beziehen darf. Zitat Frau Nahles "... die fĂŒr wenig arbeiten gehen."

Ebenfalls all die Menschen die in privaten Krankenkassen von deren Leistungen profitieren. Denn durch die, im niedrig Lohnsektor, oft zu verorteten Arbeitsbedingungen werden doch vor allem die gesetzlichen Krankenkassen belastet?

Und vergiss nicht die ganzen Riester-Renten DrĂŒckerkolonnen und deren Profitören. Na gut hier kommt das WortbruchstĂŒck "Profit" drin vor, legitimiert sich also irgendwie ;) .. Vermutlich
 

Leser

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Die ganze Reform von 2005 ist stark fehlerhaft und nicht am Menschen ausgerichtet. Besonders arg ist meiner Meinung nach, das es möglich ist, Menschen einfach in die Erwerbsminderung abzuschieben, ohne das diese die Möglichkeit haben, im Falle der Gesundung wieder mit Hilfe des Staates wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt anzukommen und sich dort ein Auskommen ohne staatliche Hilfe zu schaffen.
Auch ist es ein böses Übel, das 1 Euro-Jobber ĂŒberall eingesetzt werden, sogar in EhrenĂ€mtern, so das krĂ€ftig an Lohnkosten gespart werden kann und die Sozialamtskunden von aller Gesellschaftlicher Beteiligung abgehalten werden. Hier in meiner Stadt gibt es keine EhrenĂ€mter mehr, die nicht von 1 Euro-Jobbern besetzt sind.
 

Matt45

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Wie war es frĂŒher(vor 2005) mit den "Aufstockern"? Wer kann sich noch daran erinnern. Besser oder schlechter?

Ich stelle immer mehr Aufstocker in meinem persönlichen Umfeld fest. Sind aber meistens Eltern/Alleinerziehende.

Man sucht sich eine besser bezahlte Stelle und schon ist man kein Aufstocker, zumindest in der Theorie. Die Praxis sieht aber anders aus und ich meine auch keine "10" Kinder in der Familie. Mittlerweile ist ein Partner oder ein Kind ein "Problem", weil der Lohn nicht mehr reicht. Von der Wohnung in MĂŒnchen ganz zu schweigen. Macht mir allerdings Sorgen in der Gesellschaft.
 

Sowhat

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Das traurige ist halt, dass sich wohl nie wirklich was Ă€ndern wird. Es gibt weiterhin bekloppte, sinnlose Maßnahmen, 1 € Jobber in Jobs, die eigentlich bezahlt gehören und Sanktionen ohne Ende. Das Schlimmste ist , dass man nur weil man krank und schwerbehindert und alt geworden ist mit allen H4ler, die noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben in einen Topf geworfen wird.
EMR-Rente bekommen Menschen, die ein zwei Jahre ihres Lebens einbezahlt haben, wenn ĂŒberhaupt hochgerechnet bis ans Ende ihres Lebens. Gut es sind auch sehr kranke junge Leute. Ich gönne es ihnen von Herzen.
Aber ich denke halt manchmal, ich bin doch auch wer und ich habe mir meinen Schlaganfall bestimmt nicht herbeigesehnt.
Aber dass man nur wegen des Geburtsjahres und GesetzesĂ€nderungen nach vielen Jahren einzahlen in Sozialkassen und Kinder großziehen und im Minijob arbeiten durch alle Raster fĂ€llt und sich bei JC und SozialĂ€mtern behandeln lassen muss wie ein Mensch dritter Klasse, weil einem keine EMR-Rente zusteht, ist mehr als traurig.
Und das in einem Land, in dem wir gut und gerne leben.
Aber wir haben fĂŒr alle anderen "Randgruppen" ausreichend Geld und ErmessensspielrĂ€ume und es mĂŒssen Wohnungen fĂŒr sie gebaut werden, die den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.
FĂŒr einen ALGII EmpfĂ€nger werden Wohnungen ĂŒber BJ 1996 gar nicht berĂŒcksichtigt, weil nicht einfach genug. Aber ich gönne es jedem, nur mir und meinesgleichen wĂŒrde ich auch noch ein wenig leben gönnen.
 
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B

bibumuc

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Es gibt viele GrĂŒnde warum die CSU bei der Landtagswahl 2018 mit sehr mageren 37,2 Prozent viele ihrer WĂ€hler*innen verloren hat – es ist das zweitschlechteste Ergebnis ihrer Geschichte.
Die CSU hat bei der LTW 2018 ca. 10,2% Stimmenanteil verloren. AFD 10,2%, Freie WĂ€hler (FW) 2,6% hinzu gewonnen. Ich denke (kann es statistisch nicht belegen) wenn die CSU wg. Hartz 4 bzw. ihrer Sozialpolitik 0,2% verloren hat, wird es schon sehr viel sein.

Die 9% die die GrĂŒnen hinzu gewonnen haben, sind auch sicherlich kaum Ausdruck sozialer Unzufriedenheit. Die 9% waren eher Ausdruck bzw. Reaktion zum neuen Polizeiaufgabengesetz nebst anderen Sauereien der letzten Legislaturperiode.

Das die SPD 10,9% verloren und die Linke gerade mal 1,1% gewonnen hat, zeigt eigentlich relativ deutlich, daß das Thema Sozialpolitik zumindest bei der bayerischen LTW 2018 nahezu kein Thema war.

Also zusammengefaßt. Das Ergebnis der letzten Bayernwahl hat mit Hartz 4 nu so gut wie gar nichts zu tun.

Und am Rande: Hochinteressant ist ja in Bayern, daß die einzige Partei die es regelmĂ€ssig schafft die CSU zu Ă€rgern, die ÖDP ist, die in der Vergangenheit bei keiner Wahl nicht auch nur den Hauch einer Chance hatte, in den bayerischen Landtag einzuziehen.

 

vidar

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Moin @Matt45
Wie war es frĂŒher(vor 2005) mit den "Aufstockern"? Wer kann sich noch daran erinnern. Besser oder schlechter?
Arbeitslosengeld gab es in Ă€hnlicher Höhe wie heute. Die Leistungsdauer betrug bis zu 32 Monate. Daran anschließend gab es eine zeitlich unbefristete Arbeitslosenhilfe bis zum 65 Lebensjahr. Die Leistungshöhe betrug hier dann ca. 90 % des vorherig gezahlten Arbeitslosengelds. Eine zusĂ€tzliche Zahlung der KDU gab es nicht. Vor der ALHI-LeistungsgewĂ€hrung erfolgte damals auch schon eine BedĂŒrftigkeitsprĂŒfung.

Es bestand die Möglichkeit einer NebenbeschĂ€ftigung bis zu 15 Std/Woche nachgehen zu dĂŒrfen. Der Verdienstfreibetrag betrug 165 €. Ein ĂŒbersteigender Betrag wĂŒrde, wie heute auch noch ĂŒblich, mit der ALHI verrechnet. Ein etwaiges Einkommen des Partners konnte ebenfalls nach der BerĂŒcksichtigung des Freibetrags in Abzug gebracht werden.
 
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Wie war es frĂŒher(vor 2005) mit den "Aufstockern"? Wer kann sich noch daran erinnern. Besser oder schlechter?
Lohnaufstockung gibt es meines Wissens erst seit Hartz4. Auf der einen Seite sicherlich gut, auf der anderen Seite ein Armutszeugnis fĂŒr den deutschen Arbeitsmarkt.

@vidar: Bei der Arbeitslosenhilfe soll es Mitte der 1990er einen Vermögensfreibetrag von lediglich 8.000 DM gegeben haben. FĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse meines Erachtens sehr wenig.
 

Sybilla

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Die CSU hat bei der LTW 2018 ca. 10,2% Stimmenanteil verloren. AFD 10,2%, Freie WĂ€hler (FW) 2,6% hinzu gewonnen. Ich denke (kann es statistisch nicht belegen) wenn die CSU wg. Hartz 4 bzw. ihrer Sozialpolitik 0,2% verloren hat, wird es schon sehr viel sein.
Tja ich sehe auf das CSU Wahlergebnis von MĂŒnchen in MĂŒnchen und im MĂŒnchener SpeckgĂŒrtel ist die CSU regelrecht abgeschmiert, die GrĂŒnen haben in MĂŒnchen mehrere Direktmandate erhalten in Oberbayern ist die CSU in ein tiefes Loch gefallen, ich denke dafĂŒr ist schon der Niedriglohn (Erfolgsmodell Hartz IV) und die exorbitant hohen Mieten als BegrĂŒndung anzufĂŒhren. RekordbeschĂ€ftigung in Teilzeit ( Erfolgsmodell Hartz IV) ermöglicht den Menschen kein gutes Leben. Irgendwann wird das auch die CSU begreifen vielleicht erst wenn in Bayern ein GrĂŒner MP regiert.
 

Sybilla

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.... Vor der ALHI-LeistungsgewĂ€hrung erfolgte damals auch schon eine BedĂŒrftigkeitsprĂŒfung.
Nein bei der der ALHI-LeistungsgewĂ€hrung gab es keine "BedĂŒrftigkeitsprĂŒfung" vor allem keine Bedarfsgemeinschaft was es gab war die Anrechnung von Einkommen und Vermögen des Antragstellers. Vor allem konnte bei einer "Sperrzeit" hilfsweise Sozialhilfe beantragt werden. ErgĂ€nzende ALHI gab es nicht rackern und stempeln war keine Option das Ziel war die Aufnahme einer Vollzeitarbeitsstelle oder wenn gewĂŒnscht Teilzeit die den Lebensunterhalt abdeckt. Eine dauerhafte Lohnsubvention an Arbeitgeber durch ergĂ€nzende Sozialleistungen (ergĂ€nzende Grundsicherung) an den Arbeitnehmer war nicht möglich.
 

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...was es gab war die Anrechnung von Einkommen und Vermögen des Antragstellers.
Eben und das nennt sich BedĂŒrftigkeitsprĂŒfung. Wenn die Arbeitslosenhilfe zu gering ausfiel, konnte u. U. zusĂ€tzlich Sozialhilfe gewĂ€hrt werden. Sozialhilfe gibt es heute bekanntlich auch noch. Deshalb ist die Aussage, dass Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zu Hartz4 zusammengelegt worden sind, falsch. Die Arbeitslosenhilfe wurde schlichtweg abgeschafft.
 

Sybilla

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Eben und das nennt sich BedĂŒrftigkeitsprĂŒfung. Wenn die Arbeitslosenhilfe zu gering ausfiel, konnte u. U. zusĂ€tzlich Sozialhilfe gewĂ€hrt werden. Sozialhilfe gibt es heute bekanntlich auch noch. Deshalb ist die Aussage, dass Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zu Hartz4 zusammengelegt worden sind, falsch. Die Arbeitslosenhilfe wurde schlichtweg abgeschafft.
Na ja bei einen Antrag auf ALG II (Hartz IV) wird zum Beispiel auch das KFZ bewertet und muss ggf verwertet werden. Ebenso wird die GrĂ¶ĂŸe der Wohnung geprĂŒft wird, ist diese zu groß oder zu teuer steht ein Umzug an..... bei der ALHI gab es derart nicht. Im Prinzip wurde die ALHI und die Sozialhilfe fĂŒr erwerbsfĂ€hige Personen im ALG II auf der Höhe der Sozialhilfe gebĂŒndelt. Ja die Arbeitslosenhilfe wurde schlichtweg abgeschafft und somit der Armut in Deutschland TĂŒr und Tor geöffnet.
 

Heidschnucke

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:icon_kotz2:FĂŒr alle die schnell und billig ArbeitskrĂ€fte brauchen, insbesondere fĂŒr Zeitarbeitsfirmen, die "Bildungindustie" und AG-VerbĂ€nde ist HartzIV sicher ein Erfolgsmodell. FĂŒr Politik die mittels Statistiken die "Wirksamkeit" der Reform darstellen ist HartzIV ein Erfolgsmodel.

FĂŒr 90% der Betroffenen jedoch ist HartzIV eine Galeere von der zudem zuallermeist nur noch ein kurzfristiges Entkommen möglich ist. Was ich jedoch beschĂ€mend finde ist dass viele Betroffene, anstatt gegen das Galeerendasein zu kĂ€mpfen, nur versuchen einer der Takttrommler auf diesen Galeeren zu werden.

Eigentlich gibt es da nicht viel zu ergĂ€nzen, aber eines möchte ich doch noch hinzufĂŒgen.


Alle fĂŒr die eine Neoliberale Welt eine Weltanschauung ist diese aktiv Leben und Umsetzen. Was hat den Harz 4 nach nur wenigen Jahren geschaft es hat die Gesellschaft gespaltet, und eigentlich zwei Welten geschaffen, die „Reichen“ und die „Armen“ oder Luxusimmobilien und Wohnbaracken. Eine Befragung unter Jugendlichen, vor kurzen vor was sie am meisten Angst habe 47% geantwortet von Harz4 leben zu mĂŒssen.


Jeder möge sich nun seine eigenen Gedanken machen, wer nun wen um seine Zukunft beraubt!
 

Wholesaler

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Ebenso wird die GrĂ¶ĂŸe der Wohnung geprĂŒft wird, ist diese zu groß oder zu teuer steht ein Umzug an..... bei der ALHI gab es derart nicht.
Bei der Arbeitslosenhilfe kam das Arbeitsamt (so hieß es damals noch) nicht fĂŒr die KdU auf. Deshalb wurde die GrĂ¶ĂŸe nicht geprĂŒft. Das Auto interessierte ebenfalls niemanden. Man musste nur zusehen, dass man es irgendwie unterhalten konnte. Insgesamt war es alles noch humaner (und auch gerechter) als heute.
 
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JedernureinKreuz

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Eigentlich gibt es da nicht viel zu ergĂ€nzen, aber eines möchte ich doch noch hinzufĂŒgen.
Alle fĂŒr die eine Neoliberale Welt eine Weltanschauung ist diese aktiv Leben und Umsetzen.
Jeder möge sich nun seine eigenen Gedanken machen, wer nun wen um seine Zukunft beraubt!
Pyramide

Wenn man sich mal mit der BedĂŒrfnispyramide auseinandersetzt, sieht man das durch die Existenz-/Lebensnot die komplette charakterliche/Persönlichkeitsentwicklung einer Gesellschaftsschicht verhindert wird.

„DestruktivitĂ€t, Sadismus, Grausamkeit sind nicht inhĂ€rent (also sie sind keine ureigenen menschlichen BedĂŒrfnisse wie etwa bei Freud), sondern wesentliche Reaktionen auf Frustrationen unserer inhĂ€renten BedĂŒrfnisse.“
– Abraham Maslow: Psychologie des Seins – Ein Entwurf, 1973, S. 21
Und grade das passt ja auch gut ins Bild, zu einer Vielzahl von Trollen die lieber irgendwelche SprĂŒche nachplappern um andere zu erniedrigen und sich selbst besser zu fĂŒhlen, statt mal nachzudenken. Wir verursachen hier mit dem H4 zeug wirklich nachhaltig und langfristigen Schaden in unserer Gesellschaft. Weil sowas nicht einfach wieder zusammen wĂ€chst. Und definitiv die gesetzlichen Krankenkassen kurz oder mittelfristig ĂŒberfordert. Kannst ja gar nicht so viele Psychologen ausbilden, als dass du die ganzen Boarderline/Burn-Outs/SchizophrĂ€nie therapieren kannst und die Wunderpille fĂŒr alle gibt es leider in dem Umfeld nicht.

Den Workaround Depression und Burn-Out als "Arbeiten nicht mehr gewöhnt" um zu Labeln und die Leute nach §16i fĂŒr null arbeiten zu schicken ... vielleicht eine Lösung aber ich habe da so meine ethischen und moralischen Bedenken.

*ironie AN => wÀre es nicht ökonomischer und moralisch besser sie gleich direkt zu braten und zu essen? Bei Rindern und Schweinen achten wir doch auch auf Transportzeiten, der Gourmet sagt man, schmeckt sogar den Unterschied.
 
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Kampfmops

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Meiner Meinung nach profitieren die Lobbyisten am meisten. Direkt gefolgt von MT, die unmengen Geld kassieren, indem sie ELOs rumgammeln, Bilder ausmalen oder anderen, sinnlosen Krams machen lassen.

Durch das Hartz4-System wurden die Löhne ĂŒber Jahre extrem gedrĂŒckt, wodurch Firmen natĂŒrlich profitieren.

Verlierer sind alle anderen, die unter der Lobby drin stecken.
1. Der Staat (Nicht die Politiker, da diese ja auf die bekloppte Idee kamen und Lobbyisten unterstĂŒtzen) zahlt fĂŒr das ganze System: Hartz 4 selbst, Umschulungen/Weiterbildungen (in Fachkreisen "Sinnlosmaßnahmen" genannt), Geld fĂŒr alle die Aufstocken mĂŒssen, Mit 16i lohn fĂŒr Elos, Verwaltung (das Ganze ist ja wirklich ein Verwaltungsmonster)

2. Mittelschicht (also die Wirkliche, nicht die von Merz): Denn mit H4 wird die Mittelschicht langsam abgebaut. Immer mehr Menschen werden gekĂŒndigt, dafĂŒr entstehen ZeitarbeitsplĂ€tze und Minijobs. Die ehemaligen Mittelschichtler mĂŒssen solche Stellen dann nehmen oder in H4 wechseln und verlieren dann alles, was sie sich in den Arbeitsjahren erarbeitet haben.
Leider merken das viele von denen nicht und plappern (wie erwÀhnt) lieber alles fein nach. Die pöhsen Elos sind ja so faul, das wir keinen Job haben o_O

3. Erwerbslose und kranke Menschen: Leider gehören beide Gruppen dazu, denn viele Kranke sind lange im H4-System gefangen, bis sie endlich mal die ErwerbsunfÀhigkeits-Rente bekommen. Wer direkt im System drin steckt, kommt schwer wieder raus. Da man alles "aufbrauchen" muss, was man vorher hatte, besitzt man auch nicht viel, um sich evtl. selbststÀndig zu machen. Im JC braucht man auch keine Hilfe erwarten, dort legen sie einem lieber Steine (eher Findlinge) in den Weg und machens einem noch schwerer.

Dabei ist klar, das Lobby und Wirtschaft extrem Gewinne einfahren. Die ArbeitskrĂ€fte arbeiten immer gĂŒnstiger (weil sie es mĂŒssen oder gezwungen werden und keiner sich wehrt), aber gleichzeitig steigen ĂŒberall die Preise. Viele können sich nur noch wenig leisten (trotz Arbeit). Tja, was soll ich sonnst noch großartig sagen? Alle reden nur von Arbeit und Geld, aber keiner ĂŒberlegt mal, wieviele Menschen dadurch auf der Strecke bleiben. Vielen ist es wohl auch egal. Zu viel RTL2 geguckt und Blöd gelesen.
 
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