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"für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"

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Atlantis

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Ich neige nicht dazu, zu spekulieren.
Ich mache mir um Realitäten Gedanken und dann darüber ein eigenes Bild.

Haltet mich bitte nicht für übertrieben.

Das Wort ZWANGSARBEIT ist hier nicht das richtige Wort, aber es müsste ein neues Wort erfunden werden für die Tatsache, dass man bitteschön arbeiten soll, bis man tot umfällt. (gilt für Frührente beantragende Personen)

Wem etwas passendes dazu einfällt sollte es vorschlagen. :icon_kinn: :icon_daumen:
Sklave!
 

b31runner

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Hi,

Sklave ist zwar keine neue Erfindung eines Wortes, trifft aber im Ursprung gesehen genau den Punkt. :icon_daumen:

Gerade was die Zeitarbeitsfirmen betrifft.

Aber auch, wenn es die RV betrifft.
 
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b31runner

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Na ja,

also wenn man dann die Gerichtsverhandlung hat, oder auch davor, dann ist schon der Satz interessant, dass die DRV einen Arbeitsplatz benennen muss, welcher in ausreichender Form vorhanden ist.

Sagt: Kein Pförtner, keine Behindertenwerkstatt. :icon_daumen:

Gut, ihr kennt meine Bewerbung nicht, die ich mal verfasst habe, ohne dass ich sie je abschicken musste, aber ich bin gespannt welchen Arbeitsplatz die DRV benennen kann, welcher für einen derart behinderten Menschen (Mensch mit Einschränkungen in vielerlei Hinsicht) einstellt, wenn kein Behindertenausweis vorliegt, welcher dem Arbeitgeber noch eine weitere finanzielle Einnahmemöglichkeit gibt. (Pflicht Behinderte in gewisser Prozentzahl einzustellen)

Nehmen wir einen Alkoholiker als Beispiel.

Welcher Arbeitgeber stellt einen Alkoholiker ein?

Welcher Arbeitgeber stellt einen Menschen ein, welcher stets wiederkehrend mit einer Krankmeldung kommt, weil sie wie z. B. gretl und viele andere hier immer wieder ausfallen?

Das gabs nichtmal 1978 als ich begann zu arbeiten, geschweige denn heute.

Dann soll die DRV mal Vorschläge machen.

DAS ist DAS was bei mir derzeit vor dem Sozialgericht läuft.
 

Eierbecher

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Darauf bin ich ja mal gespannt.

Haste denn schon einen Termin?

Denn diese richterliche Entscheidung wäre für viele "Geschädigte" von größter Wichtigkeit.

MfG
Eierbecher
 

b31runner

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Bis zum 7.12.09 muss mein Anwalt den Schriftsatz bei Gericht eingereicht haben.

Ich melde mich auf jeden Fall.

Mein Anwalt und ich denken, dass das Gericht zunächst keine abschließende Entscheidung treffen wird.

Das Gericht wird zuerst die DRV damit beauftragen mir einen geeigneten Arbeitsplatz zu benennen, welcher es mir möglich macht mit meinen zig Einschränkungen 8 Stunden zu arbeiten.

Die DRV wird es mächtig schwer haben damit, denn einfach "Pförtner" geht selbst bei mir nicht und ist auch dieser Arbeitsplatz keinesfalls in ausreichendem Umfang vorhanden.

Die Spannung steigt....
 

stadtpflanze

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ich drück die Daumen.
Bin noch neu im Forum und lese mit Interesse, Angst und Schrecken mit.

@b31runner
Grüße aus dem Süden Deutschlands. Nette ;-))
 

Eierbecher

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Bis jetzt hat mein Anwalt jeden von der DRV vorgeschlagenen "Beruf" begründet abgelehnt.

Das interessiert die garnicht und gehen darauf einfach nicht ein.

Meine Klage läuft ja auch erst an.
Wir sollten uns mal etwas länger unterhalten.

MfG
Eierbecher
 

b31runner

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Bis jetzt hat mein Anwalt jeden von der DRV vorgeschlagenen "Beruf" begründet abgelehnt.
Das interessiert die garnicht und gehen darauf einfach nicht ein.
Meine Klage läuft ja auch erst an.
Wir sollten uns mal etwas länger unterhalten.
Wenn die dadrauf nicht eingehen, müsste ja wohl das Gericht irgendwann eine Entscheidung treffen.

Ich stimme dir zu, wir sollten mal Kontakt aufnehmen.

Da keiner von uns beiden hier eine Telefonnummer veröffentlichen wird, könnte man zunächst per PN Kontakt aufnehmen.

Auch hinsichtlich der Sache die gretl vor hat.
 

sogehtsnich

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Lt. DRV-Gutachter voll erwerbsfähig!!

Ist das Gutachten erstellt kann man über das Sozialgericht ein "unabhängiges Gutachten" einklagen.:icon_daumen: (Mit VDK)
Jedoch ist auch vor solchen Gutachtern Vorsicht geboten!

Das Gericht benannte bei mir auch einen Gutachter, allerdings einen Neurologen, obwohl ich kardiologische und orthopädische Begutachtungen bräuchte!
Auch während der Gerichtsverhandlung ignorierte der Richter, dass ein falscher Gutachter am Werkeln war!
Da dieses Gutachten eben auch unanfechtbar ist, wurde sogar die Berufung abgelehnt, trotz beweisbarem Verfahrensfehler!

Man will nicht privat Rentenversicherte und Hartz IV-ler nicht in die Rente schicken!
Im Gegensatz bekommen Beamte und Co. schon wegen einem quer sitzenden Pups den Anspruch auf Frührente oder Frühpension! Und das muss ja bezahlt werden, da können kranke Normalotto's doch nicht auch noch in vorzeitige Rente geschickt werden!
 

b31runner

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Telekom´ler und Postbeamte sind zu tausenden in den Vorruhestand geschickt worden und das schon ab einem Alter von 38 Jahren, nur weil man sie los haben wollte.

Meine Meinung über Gutachter habe ich hier ja nun schon kund getan, aber dass Richter auch in das selbe "Horn blasen" ist mir neu und erschüttert mich sehr.
 

sogehtsnich

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Tja, der Richter tut das, wozu er da ist, er beruft sich auf das Gutachten, welches vom Gericht in Auftrag gegeben wurde!
Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir halt kein "Privatgutachten" leisten!
Und das ist der Krebsschaden in unserem Staat!
Mir wurde sozusagen nicht ermöglicht, Beweise bezüglich meiner wahren Krankheiten vorzulegen!

Nur, was mir total unverständlich ist, das er keinerlei Einsehen hatte, dass der Gutachter falsch ist!
Dem Gericht wurde das mehrfach angezeigt, sogar dem Richter persönlich!
Was will ich mit einem Neurologen, wenn ich einen Kardiologen und Orthopäden brauche?
Ich lasse meine Eletroleitungen auch nicht von meinem Friseur verlegen!
 

stadtpflanze

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ich bin noch ganz neu hier,
aber richtig @gretl, runner eierbecher u. a.
man muss was tun. Der Brief an TVsender ist ne gute Idee.
ich habe 34 Jahre gearbeitet, bin krank jetzt ausgesteuert, EM-Rente wird vermutl. abgelehnt, ALG1 läuft in ein paar Monaten aus, und dann?
Wenn ich das hier lese, :icon_cry:
Das darf doch einfach nicht wahr sein!
Nicht mit mir !!!
Ja , ich warte also täglich auf die Ablehnung mit der Begründung: siehe Betreff.
Gute Nacht wünscht euch allen
stadtpflanze :icon_pause:
 

b31runner

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Wenn man krank ist hat man nicht die volle Kraft zu kämpfen.

Mit der mir verbliebenden Kraft kämpfe ich solange es mir möglich ist, was soviel bedeutet, dass ich kämpfe bis ich tot umfalle.

Und wenn wir hier eine anfangs kleine Gesellschaft sind, die sich durch dauerhaften Austausch mit Erfahrungen ergänzen kann, solange haben wir die

VOLLE KRAFT!!!

Denn nur ein Miteinander gegen das derzeit ungerechte System kann zum Erfolg führen.

Rechtsanwälte wissen auch nicht alles.

Man kann aufgrund des Miteinanders nur profitieren.

Und wenn man dazu noch gut miteinander reden kann ist das auch schon was wert.

Viele Zusammenschlüsse / Vereinigungen die mal mit 4 Personen gestartet sind und anfangs belächelt wurden, wurden schon oft zu einem späteren Zeitpunkt als bedeutsam angesehen.

Es gibt noch sehr viel abzuklären, es wird jede Menge Rückschläge geben, aber auch Erfolge werden unseren Weg bestätigen und ermutigen weiter zu machen.

Wir haben schon alles verloren, es kann nur noch gewonnen werden.

Oh je....war das jetzt meine Abendpredigt??? :biggrin: :biggrin: :biggrin:
 

gretl007

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Mir fällt da mal so ein, ich könnte mein Schreiben..(bzw das von uns)
ja auch mal an Frau Merkel schicken? :icon_klatsch:
Was haltet ihr davon?
 

micha007

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Bei RTL/SATI kannst du höchstens was ausrichten, wenn du was über Sozialschmarotzer weißt. Die sind doch absolut gegen alles was nicht arbeitet eingestellt. Die und die Springerpresse in einen Sack, da liegst Du immer richtig.
Wenn ich in einem anderen Forum lese das jemand 2x 15 000 € geerbt hat und es dem Grundsicherungsamt nicht gemeldet hat, ist mir klar das alle Empfänger von Leistungen erst einmal als Sozialschmarotzer hingestellt werden.
 

Eierbecher

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Ob du das der Merkel zusendest oder in China fällt ein Sack Reis um.

Kommt das gleiche bei rum, nämlich nüscht:icon_party:

MfG

Eierbecher
 

Eilig

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Bis jetzt hat mein Anwalt jeden von der DRV vorgeschlagenen "Beruf" begründet abgelehnt.

Das interessiert die garnicht und gehen darauf einfach nicht ein.

Meine Klage läuft ja auch erst an.
Wir sollten uns mal etwas länger unterhalten.

MfG
Eierbecher
Vor einigen Jahren hat meine Freundin mit diesen Begründungen den Prozess vor dem SG gewonnen. Die Richterin befragte den Mitarbeiter der RV der unbedingt an der Sitzung teilnehmen sollte und wollte. Fazit war, dass es solche Stellen nicht gab, und auch von niemandem benannt oder belegt werden konnten. Die anwesenden Gutachter konnten auch in Erfahrung bringen, dass sie schöne Umschreibungen für Tätigkeiten in die Gutachten schreiben, die so früher kaum und damals nicht zu bekommen waren.
Fazit, für Stellen die es nicht gibt, kann man niemanden empfehlen oder gar vorschreiben, dass er diese Tätigkeiten ausüben könne.

Der Mitarbeiter der RV verließ fluchtartig den Gerichtssaal.

Ich muss allerdings ergänzend sagen, dass die Frau keine Hartz IV oder Sozialhilfeempfängerin war.

Ich denke dein Anwalt hat den richtigen Ansatzpunkt gefunden.
 

MissMarple

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Hallo

Meine Stichworte zu dem Thema EU Rente die mir einfallen (die ihr evtl mit dem Anwalt oder Sozialverband aufdröseln könntet)

- Welches Geburtsjahr seit ihr ? also welches Rentenrecht trifft auch euch zu ?
Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsminderungsrente oder nur Erwerbsminderungsrente mit Verweismöglichkeit auf jede andere Tätigkeit

- kann ein Arbeitsweg ohne größere körperliche Anstrengung oder Unverhältnismäßigkeiten absolviert werden ?
Daher wird bei Gutachten auch oftmals nach der jeweiligen Mobilität gefragt.

Habt ihr euch Kopien eurer Gutachten schicken lassen ? Ihr müsst ja erstmal wissen, wo es am Ende gefehlt hat.
die RV ist da sehr entgegenkommend und sendet einem nach schriftlicher Anfrage die Kopie vom Gutachten zu. ggf müssen Kopiekosten getragen werden, mehr nicht.
Nützt ja nichts, dass man bei weiteren Verfahren im Nebel stochert.

Gruß
MissMarple
 
Mitglied seit
5 Dez 2009
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Ein liebes Hallo in die Runde,

habe mich gerade frisch angemeldet und vorher erst einmal mit ganz viel Interesse ganz viel hier gelesen.

Ganz kurze Vorstellung:
56 Jahre, seit 2001 krebskrank (Brustkrebs, 1 Jahr Chemo, Brustabnahme, Bestrahlungen; (zur Zeit Verdacht auf Knochenmetastasen) inzwischen ohne Befristung berentet

Ich sage euch: trotz dieser Scheiß-Krankheit und Jg. 1953... es war genauso ein K(r)ampf um die EM-Rente, wie ihr sie auch habt oder hinter euch habt!

Und ganz aktuell versuche ich einer Bekannten zu helfen, welche gerade durch diesen Amts- und Gutachter-Dschungel durchgepresst wird.

Bei mir waren es 10 Gutachter und 2 Reha´s (nie wieder!) nötig, um erst einmal eine Zeitrente zu erhalten, welche dann jeweils für 1 Jahr verlängert wurde.

Der Höhepunkt der Unverschämtheit hat dann in der letzten Reha stattgefunden, in dem mich die Kurärztin anmeckerte, ich soll nicht immer 5 Minuten früher als nötig vor der Tür stehen.
Auf meine Nachfrage, ob das denn so schlimm sei, meinte sie, das sei für mich "verlorene LEBENSZEIT"!

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder heulen sollte...

Nur zur Info: es geht mir soweit ganz gut; außer, dass ich körperlich ziemlich schnell platt bin.

So, nun aber zu euch:

Aus reichlicher RV-Erfahrung und ebenso bitterster Erfahrung mit Gutachtern, kann ich euch mitteilen:

Es gibt auf rein körperliche Erkrankungen so gut wie keine Rentenbewilligungen mehr!

Schreibt euch diesen Satz ganz dick hinter die Ohren und lernt ihn auswendig!

Wenn man überhaupt noch eine Chance haben will, MUSS gleichzeitig eine psychische Komponente hinzukommen.
Das heißt, man muss sich in Behandlung begeben; egal bei welchen Psycho-Doc.
Oftmals reicht ein Neurologe mit dem Zusatz: Psychologe.

Hätte mich der Kurarzt während der 1. Reha-Maßnahme nicht darauf aufmerksam gemacht, würde ich wohl heute noch um jedes Jahr Rente kämpfen.

Über den Fall meiner Bekannten berichte ich später (Wderspruch gegen Rentenablehnung läuft).

Ich werfe eine Kusshand in die Runde ;-)

euer Schalentierchen
 

gretl007

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Ja, Du hast absolut Recht damit..
Ich war gestern bei meinem Orthopäden, auch der bestätigte mir diese Aussage..wenn wir überhaupt eine Chance haben, dann nur wenn es auf die psycho- Basis geht. Den Tip gab mir mein Entlassungsarzt bei der Reha, meine Anwältin, mein Hausarzt und jetzt auch mein Orthopäde.
Klaro, haben wir alle Gutachten hier liegen..ohne dem geht sowas wohl kaum..
In meinem Gutachten, steht unteranderem psychovegatitive Erschöpfung und ein Psychologe wäre angeraten..

Nun werd ich mich wohl oder übel zu einem Seelenklempner begeben müssen..obwohl mir mein Orthopäde bestätigt hat, das meine körperlichen Gebrechen eigentlich schon schlimm genug sind..
An Frau Merkel schick ich unser Schreiben trotzdem..versuch mach klug..:icon_kinn:
 

Radi4u

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na dann versuch es auf die Psychoschiene, denn auch das wissen die sogenannten Gutachter. Ich habe gestern meinen Gerichtstermin beim SG Detmold gehabt, weil ich Klage gegen diesen Irrsinn eingelegt habe.
Unterstützt wurde ich vom SovD in Lemgo. Mir wurde während der Verhandlung schon nahegelegt, die Klage zurück zu nehmen weil ich absolut keine Chance hatte, überhaupt mit irgend etwas durch zu kommen.
Es wird ja immer auf Vergleichstätigkeiten verwiesen. Wer nicht in seinem Job gearbeitet hat, oder keine Berufsausbildung(abgeschlossene) hat, ist vollschichtig Arbeitsfähig für leichte Tätigkeiten.
Da hat man aber 2 DIN A4 Seiten nur körperliche Einschränkungen, womit in keiner Branche ein Arbeiten möglich wäre, aber man ist arbeitsfähig. Ich glaube da steckt System hinter. Die Herren Gutachter wissen schon, das jemand wie ich oder Peramos oder wie ihr alle nicht mehr Arbeitsfähig seid. Aber wir arbeiten ja nicht, wir sind ja nur doofe Harzis, mit denen man machen kann was man will. Die letzten Gutacher wurden vom SG Detmold beauftragt, drei in Bad Oeynhausen, ein Psychologe, ein Orthopäde und ein Kardiologe.
Als erstes musste ich zum Psycho-Doc, da ich unter Panickattacken leide und einer generalisierten Angstörung und das seit über einem Jahr.
Ich bin auch seit Oktober 2008 krank geschrieben. Dieser hat mir mehrmals ins Gesicht gesagt, dass ich nicht mehr arbeitsfähig bin, auch wegen der 50% Schwerbehinderung und wegen meines Alters.
Im Gutachten stand hinterher......ja was wohl!!!!!!
Das selbe hat der Orthopäde und der Kardiologe geschrieben, bei fünf BSV´s, drei in der LWS und zwei in der HWS einer Spinalkanalstenose, die lt. Gutachter aber nicht existiert, aber auf dem Röntgenbild eindeutig vorhanden ist.

Der Kardiologe hat etwas vorsichtiger geschrieben, weil ich in einer SHG für Herz-Kreislauferkrankte in OWL Mitglied bin.
Nun hab ich es hinter mir, das heißt Arbeitsfähig aber mit ellenlangen
Einschränkungen.
Wie es nun weiter geht, weis ich nicht. Ich habe noch einen Tipp von meiner Psychologin, der mir allerdings nichts gebracht hat.
Wenn jemand unter Somatoformen Schmerzen leidet, soll mal in seine Gutachten schauen, denn da muss es heißen "Anhaltende" somatoforme Schmerzstörungen, denn die sollen wohl zu einer Rente führen.
Ich mach jetzt erst einmal Schluß mit dem Schreiben, bin einfach zu müde heute.

LG, Radi4u
 

gretl007

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:icon_motz::icon_motz::icon_motz:
Oh Mann Leute, das ich so eine Resonanz auf meinen Thread hier bekomme, hab ich echt nicht gedacht.
Erstmal möchte ich Euch danke sagen dafür..Hört sich jetzt vielleicht irgendwie blöd an, aber ein wenig Trost findet man, wenn man merkt das man nicht allein da steht..
Aber, das ist doch so erschreckend..Herr Gott nochmal, ich könnt platzen, sind wir denen denn wirklich so hilflos ausgeliefert?
 
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Liebe Gretl007,

ja, dein Thread hat eingeschlagen wie ´ne Bombe. ;-)

Ich denke, es gibt einfach viel zu viele Fälle, die sich stark ähneln... und mit dem Endergebnis... "für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar" enden (damit hab ich euch auch über google gefunden). ;-)

Zuerst möchte ich mich an Radi4u wenden:

Es tut mir sehr leid, dass du vor dem SG nicht weitergekommen bist! Ich kann verstehen, dass deine Verbitterung groß ist.
Was ich aber NICHT verstehen kann:
Warum hat der SovD dich nicht vorher gewarnt!? Eigentlich sollten Fachleute wissen, wann ein Gerichtsprozess Aussicht auf Erfolg hat und wann nicht.
Kerle Kiste, man hat dich doch ins offene Messer laufen lassen (finde ich)!

Hattest du eigentlich ein Attest von deinem Psycho-Doc vorgelegt?
Warst du in einer entsprechenden Reha, welche die generalisierte Angststörung und die Panikattacken bestätigt hat!?

Was ist mit sozialem Rückzug!? Hat dich der Psycho-Gutachter danach gefragt!?
Und: wie steht es mit der Wegefähigkeit zum (nicht vorhandenen, aber eventuellen) Arbeitsplatz!? Gerade bei einer generalisierten Angststörung und Panikattacken dürfte die nicht voll vorhanden sein...

Aber jetzt heißt es erst einmal, wieder neue Kraft zu schöpfen und... in einem Jahr einen weiteren Antrag zu stellen.
Ich denke nicht, dass du vor das LSG ziehen wirst, oder?
Momentan kann ICH dir davon nur abraten; nachdem, was du geschrieben hast, geht das auch wieder in die Hose (ist aber nur meine persönliche Meinung).

Du solltest während des einen Jahres kontinuierlich Ärzte aufsuchen. Und... einen Antrag auf eine psychosomatische Reha stellen. Ich weiß jetzt nicht, wer der Kostenträger bei Hartz 4-Leuten ist, aber das sollte man ja rausbekommen können.

Und jetzt sag bloß nicht, das ist dir alles zu anstrengend. ;-)
JA, es IST anstrengend und es kostet viele viele Nerven.
Aber genau darauf sind die RVen ja raus: die Leute mürbe machen.

Überlegs dir einfach... neues Jahr, neues Glück, oder!?

So, hier schließe ich erst mal.

Und dann schreibe ich über meine Bekannte.

Liebe Grüße
euer Schalentierchen
 

Eierbecher

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@ Radi4u

Nicht aufgeben.
Wenn einer deiner Fachärzte nicht mit dem Urteil bzw. den Gutachten einverstanden ist, kannste ein eigenes Gutachten einreichen.

Die Kostenfrage ist natürlich eine entscheidene Komponente.

Ich habe vorm SG Detmold nächstes Jahr gleich mehrere Prozesse.

Eine Empfehlung zu einem Neurologen habe ich schon, den werde ich jetzt auch aufsuchen.

Zu allem Übel stellt die Arge jetzt auch noch die Zahlungen ein, ich habe nach 2 Jahre währendem Kampf statt einer Umsetzung innerbetrieblich eine Abfindung erhalten.

Das baut auf:icon_klatsch:

Deshalb sage ich jetzt "Prost"

MfG

Eierbecher
 
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Ok,

dann fange ich mal an und hoffe, ich bekomme den langen Leidensweg auf die Reihe.
Zweck dieses Berichts soll sein, anderen Betroffenen vielleicht zu helfen... vielleicht... denn jeder Fall ist individuell.

Meine Bekannte hat einen außergewöhnlichen und sehr verantwortungsvollen Beruf erlernt; hat danach (auch) durch den Schichtdienst schweineviel Kohle verdient.
Alles lief normal...

Etwa drei Jahre später hatte sie das erste mal einen kleineren Arbeitsunfall (Fingerbruch). Es folgten in immer kürzeren Abständen weitere Arbeitsunfälle, nichts gravierendes, aber immer wieder mit AU endend.

Dann kam der Tag, an dem sie einen Wegeunfall erlitt (auf dem Weg zur Arbeit). Den überlebte sie nur mit einem Schutzengel an Bord (Auto), denn sie krachte mit ca 80 bis 90 km/h gegen eine Autobahnschutzwand (wurde später so von einem Sachverständigen bestätigt).

Das war dann der Moment, wo ich ihr dringend zu einem Arztbesuch riet. Sie versicherte mir nämlich immer wieder, sie könne sich an keinen einzigen der Unfälle erinnern; weder an die vorherigen noch an den aktuellen.

Zu diesem Zeitpunkt war meine Bekannte 28 Jahre alt...

Es folgten unendlich viele Untersuchungen, bei denen erst einmal eine kardiologische Erkrankung festgestellt wurde. Nix zum operieren, aber es müssen lebenslange Medis gegeben werden.

Ich riet ihr, einen Reha-Antrag zu stellen, damit sie erst einmal zur Ruhe kommt und neue Kraft tanken kann.
Der 1. Antrag wurde prompt abgelehnt; nach einem deftigen Widerspruch wurde dem Widerspruch dann abgeholfen.

Also fuhr sie in eine Herzklinik, damit dort die Herzerkrankung noch einmal bestätigt und dokumentiert... und... ihre Erwerbsfähigkeit (oder Erwerbsminderung) festgestellt werden sollte.

Während der gesamten Zeit war sie übrigens AU, also arbeitsunfähig und so wurde sie natürlich auch wieder entlassen.

Eine Entscheidung über Erwerbsfähigkeit wurde nicht getroffen, stattdessen stand im Entlassungsbericht, dass es "fraglich" sei, ob eine vollschichtige Tätigkeit noch ausgeübt werden könne.

ABER... für ihren erlernten Beruf wurde sie "unter 3 Stunden" eingestuft.

Dann begann eine Odyssee mit dem Arbeitgeber.
Einem AG, den jeder in D kennt, einem riesengroßen Unternehmen und so gut wie alle haben ihn schon einmal in Anspruch genommen.

Meine Bekannte war voller Zuversicht, dass in so einem Unternehmen mit Sicherheit ein "Schonarbeitsplatz" vorhanden sei; vor allem, weil sie ja einen GdB von 50 habe.

Es folgten etliche Gespräche mit dem AG, dem Personalrat, dem Schwerbehindertenvertreter... immer und immer wieder.

Dann bekam sie plötzlich einen Anruf, es sei ein passender Arbeitsplatz gefunden worden und sie solle vorbeikommen.

Froh und glücklich fuhr sie also hin... und kam völlig aufgelöst zurück.
Den freien Platz hat man nur 15 Minuten vor ihrem eigenen Termin einem älteren Arbeitskollegen gegeben... weil er wegen seines Alters bevorzugt werden musste.

Also wartete sie wieder etliche Wochen und nix tat sich.

Zwischenzeitlich erfolgten weitere Untersuchungen... diesmal konzentrierten sich die Ärzte auf die zahlreichen Arbeitsunfälle, an die keine Erinnerungen bestanden.
Schließlich erhielt sie eine Überweisung in eine neurologische Klinik. Dort befand sie sich gerade, als die arbeitgeberseitige Kündigung ins Haus flatterte (ich hatte den Briefkastenschlüssel und fand den Brief).

Während sie nur noch wie ein Häufchen Elend reagierte, hätte ich platzen können!!!
Sie hat die Kündigung dann einfach akzeptiert, obwohl ich ihr zu einer Klage riet.

Seit dem ist meine Bekannte nur noch ein Wrack... physisch wie psychisch. Aus einer lebensfrohen und intelligenten Frau, welche einen hochdotierten Beruf ausgeübt hat, wurde ein krankes und psychisch nicht mehr belastbares Menschlein.
Sie hat bis heute diese "Behandlung" durch den Arbeitgeber nicht verkraftet.

Die neurologischen Untersuchungen im Krankenhaus mussten abgebrochen werden... weil das entscheidende Gerät kaputt ging. Es erfolgte die Entlassung, ohne irgendein Ergebnis.

Der behandelnde Neurologe schüttelte nur noch mit dem Kopf und... schrieb sie weiter krank.

Ich beobachtete die Entwicklung mit großer Sorge, denn die 78 Wochen Krankengeld-Anspruch neigten sich langsam.

Und dann geschah ein kleines Wunder! ;-)

Es kam ein Brief von der RV, dass sie einen Rentenantrag stellen solle, da nach Rücksprache mit der Herzklinik eine Erwerbsminderung (3 bis unter 6 Stunden erwerbsfähig) festgestellt worden sei.

Wundert euch bitte jetzt nicht, es handelte sich um eine damals noch human handelnde Rentenversicherung.
Näher möchte ich mich dazu jetzt nicht äußern... mehr dazu gibt es später.

Durch die Arbeitslosigkeit wurde diese "halbe" Rente automatisch in eine "volle" umgewandelt... in eine sogenannte ->Arbeitsmarktrente.

Als ich dann im Rentenbescheid etwas von 36 Jahren Zurechnungszeit las, war das schon komisch. 36 Jahre... das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. ;-)

Aber gerade diese 36 Jahre Zurechnungszeit waren es, die die Rentenzahlung in die Höhe trieb.
Wer sehr gut verdient hat, bekommt auch anteilig diese 36 Jahre als Beitragszahljahre angerechnet und das kann sich echt lohnen.

Ok, es ist jetzt keine Summe, von der sie im Luxus schwelgen könnte, aber ausreichend für den Lebensunterhalt.

Aber... ein Jahr Bewilligungszeit ist schnell vorbei.

Während diesem einen Jahr erfolgten weitere neurologische klinische Untersuchungen, immer ohne Ergebnis.
Aber der Neurologe gab nicht auf.
Irgendeine Erklärung für diese mysteriösen Unfälle musste es geben. Als er von einer neuartigen Blutuntersuchung hörte, welche diesen Verdacht auf eine neurologische Störung erhärten könnte, ließ er sie sofort durchführen.
Und: Bingo...

Das eine Jahr Rente ging dann dem Ende zu; die Verlängerung stand an. Die Ärzte schrieben ausführliche Berichte, welche sämtlich von den beiden Gutachtern abgeschmettert wurden (kennt ihr ja).

Außer der Herzerkrankung (komisch, vor einer Herzklinik scheinen Gutachter doch noch etwas Respekt zu haben), welche nicht rentenrelevant sei (aha!), sei sie doch kerngesund (aha!).
Und eine neurologische Diagnose sei ja nicht vorhanden; diese Blutuntersuchung sei zwar ein Hinweis auf eine Störung (aha!), aber nicht bewiesen (sind wir hier vor einem Strafgericht!?)

Trotzdem erhielt meine Bekannte ein weiteres Jahr Rente (aha!).

Und wieder folgten Untersuchungen; diesmal in einer renomierten Fachklinik für Neurologie; sehr weit von ihrem Wohnort entfernt und angeblich spezialisiert.
Dort wurde dann tatsächlich in bestimmten Situationen eine neurologische Abweichung festgestellt; welche dieses "nicht erinnern können" erklären würde.

ABER: dies hat die Stationsärztin festgestellt und in der Freude (meiner Bekannten)... ENDLICH habe man die Erklärung gefunden... machte sie den riesengroßen Fehler und berichtete, dass sie ja bald wieder zum Gutachter der RV müsse... wegen der Rentenverlängerung. Und dass man ihr diesmal glauben MÜSSE, dass keine Erinnerung an die Unfälle bestehe. Jetzt sei es endlich bewiesen.

RUMMMMMMMMS!!!

Das Ende vom Lied war, dass die Stationsärztin den Professor informierte. Dies müsse sie immer dann (so ihre Worte), wenn der Krankenhaus-Entlassungsbericht einem RV-Gutachter vorgelegt würde.

Der Prof flüsterte dann mit der Stationsärztin und... sie zog ihre Aussage zurück. Sie habe nichts feststellen können; sie habe sich da wohl geirrt. :-( :-( :-(

Nach der Entlassung berichtete meine Bekannte dann ihrem Neurologen davon. Der aber guckte erstaunt, denn... der KH-Entlassungsbericht lag ihm bereits vor.
Und in dem stand wörtlich: eine neurologische Erkrankung liegt vor.
Unterschrieben hatte nur die Stationsärztin...

Auf Grund dessen erhielt meine Bekannte dann ein weiteres Jahr Rente; also inzwischen jetzt 3 Jahre.

Haltet ihr eigentlich noch durch oder braucht ihr eine Pause? ;-)
Holt euch lieber erst mal frischen Kaffee, es geht noch weiter. ;-)

Ein halbes Jahr nach der Krankenhaus-Entlassung und der zwischenzeitlich neuen Zeitrenten-Bewilligung flattert dem behandelnden Neurologen ein zweiter Entlassungsbericht in die Praxis!

Und dieser Bericht war HANDSCHRIFTLICH geändert worden.

Das Wort: Eine (neurologische Erkrankung liegt vor) war durchgestrichen worden und mit einem Kugelschreiber stand oben drüber: Keine (neurologische Störung liegt vor).
Unterschrieben hatten die Stationsärztin und der Prof.

Der Neurologe musste an sich halten, um nicht los zu lachen.
Für ihn stand die Diagnose schon lange fest; der Bluttest bestätigte diese, die Medis schlugen an, es gab keine Unfälle mehr.

"Nur" die Herzerkrankung ließ sich trotz stärkster Medis nicht weiter verbessern. Da war die Grenze des Möglichen erreicht.

Unterdessen verschlechterte sich der psychische Zustand meiner Bekannten immer mehr.
Sie hatte (und hat) jedes Vertrauen in Menschen verloren. Sie ist unglaublich misstrauisch (geworden); glaubte (und glaubt) keinem mehr (verständlich) und zog sich immer mehr in ihre Wohnung zurück.

Der Neurologe verordnete ihr Psychopharmaka; er wollte erst einmal ihre Psyche stabilisieren, um dann weiter zu sehen.

Nach vielen vielen schrecklichen Wochen ging es tatsächlich wieder bergauf. Zwar nicht optimal, aber es wurde besser.

Und dann stand die nächste Rentenverlängerung an: Nr. 4

Das aller-aller Entscheidenste passierte zwischendurch praktisch unbemerkt von ihr und mir: die Rentenversicherungs-Fusion.

Die Medien berichteten darüber, ja.
Gelesen und registriert: ja.

Was es für meine Bekannten für Auswirkungen haben würde, ahnte weder sie noch ich.

Später mehr, ich will eure Geduld nicht überstrapazieren. ;-)

Ach, ich sollte ein Buch schreiben. Vielleicht werd ich ja dann noch reich und kann diese ganzen korrupten (sorry, ist meine eigene Meinung) Gutachter verklagen. ;-)

Gute Nacht!

euer Schalentierchen
 

Eierbecher

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Super geschrieben, es wird einem nicht langweilig.

Ich kann es garnicht erwarten die Fortsetzung zu lesen:icon_daumen:

MfG

Eierbecher
 

b31runner

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Man sollte ein Buch schreiben.

Schalentierchen ist ja schon auf dem besten Weg dahin (Prima geschrieben :icon_klatsch: )

Alle aus unserem Zusammenschluss auch, jeder für sich.

Das kommt dann in die Homepage und sicherlich finden wir noch viele weitere Schiksale.

Vielleicht finden wir ja mal einen unterstützenden Rechtsanwalt und dann kommt das gesamte Dilemma mal auf den Tisch.

Aufdecken von Koruption, usw.

Und vor allem wie unmenschlich mit uns umgegangen wird.

Krank sein und zusätzlich krank gemacht werden von unserem Staat führt wohin?

genau das muss auf den Tisch!!!
 

peramos

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Vor allem die "noch Gesunden" sollen siech Gedanken machen, wenn das Schicksal sie ereilt, wie gut unser Rentensystem dann wirklich ist.
 

gretl007

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Guten Morgen Alle,
ja der Bericht von Schalentierchen liest sich wie ein schlechter Krimi..:icon_eek:
Was denken die eigentlich, wie die mit uns umgehen dürfen??
Da krieg ich nen verdammt dicken Hals, wenn ich nur darüber nachdenke.
Ja, ein RA für uns zu gewinnen, daß wär schon ein supi Ding..
Eigentlich hätten wir Akte mit noch mehr Schreiben bombardieren sollen..Ich überleg grad, jede Woche müßte denen ein so ein Schreiben hinflattern, solange bis sie reagieren..
Steter Tropfen hölt den Stein..

Wisst ihr was mir auch aufgefallen ist..
Je höher die zu erwartende EU-Rente ausfallen müßte desto schwerer wird es.
Ich hab einen Bekannten, der hat nie so sonderlich viel eingezahlt-schwere OP gehabt mit 55 Antrag auf EU-Rente gestellt und durchbekommen. Und das obwohl in seinem Reha-Abschlußbericht auch dieser eine Satz stand..tja Leute auch so kann es gehen..nur, das diese seine Rente so lächerlich klein ausfällt, das er noch zusätzlich Grundsicherung bekommt..Der Gutachter hat ihn nur gefragt, ob er sich in der Lage fühlt über 3 Std zu arbeiten, er sagte NEIN und zack hatte er seine Rente..

Ich hätte Anrecht auf einen Betrag welcher 3 mal so hoch wäre, als der meines Bekannten und bin 10 Jahre jünger..tja, und ich hab weitaus mehr am "Hals"..
So funktioniert dieses System..es geht nur um eines---KOHLE--
Um nix anderes.. :icon_motz:
 
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@ gretl007,

nein, eine Rentenablehnung hat nur ganz wenig mit der zu erwartenden Rentenhöhe zu tun.

Viel wichtiger ist das GESCHLECHT!

Männer haben statistisch gesehen eine geringere Lebenserwartung als Frauen!

Man nehme zwei völlig identische Erkrankungen.
Beispiel: Mann und Frau, beide 57 Jahre alt, beide abgeschlossene Berufsausbildung; beide haben 31 Jahre gearbeitet.

Herzinfarkt bei Beiden; 3 Bypässe bei Beiden; funktioneller Bluthochdruck bei Beiden (Achtung, funktioneller lässt sich schlechter therapieren als nicht funktioneller), Reha-Aufenthalt in einer Herzklinik.

Der Mann wird entlassen mit einer Erwerbsfähigkeit unter 3 Stunden und wird auch für jede andere Tätigkeit unter 3 Stunden kaputt geschrieben.

Die Frau wird mit dem berühmten Satz entlassen: "vollschichtig einsetzbar für leichte Tätigkeiten."
Nur für ihren erlernten Beruf erhält sie "unter 3 Stunden."

Glaubt ihr nicht!?

Doch, könnt ihr glauben, alles so erlebt und auch Ärzte deswegen befragt.

LG
euer Schalentierchen

PS: ich schreib gleich weiter! ;-)
 

Radi4u

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da hat Schalentierchen recht, so ist das hier in Deutschland. Ich bin seit 1980 im Lager-Versandwesen tätig gewesen. Habe die Scheine die ich für die Tätigkeit brauche, habe GGVS Lehrgänge besucht und darf diese Tätigkeiten nicht mehr ausführen, lt. LVA und anderen Gutachten unter drei Stunden. Da ich aber keine abgeschlossene Berufsausbildung habe........ Den Rest kennt ihr.
Ich meine hier sollte man diesen Halbgöttern in Weiß mal ganz gehöhrig auf die Finger klopfen, denn was diese Herren sich anmaßen stinkt zum Himmel.
Vor allem die lügen schneller als ein Pferd laufen kann. Beispiel von mir: Orthopäde sagt, ziehen sich bis auf die Unterwäsche aus und verlässt den Raum. Im Gutachten steht dann, das Auskleiden verlief relativ zügig.
Wie konnte er das sehen??? Kamera??? Zehen und Hackenstand geht bei mir überhaupt nicht im Gutachten Zehen und Hackenstand unauffällig.
Der Kardiologe schrieb Herzschrittmacher gut eingestellt, aber ausgelesen hat er ihn nicht. Ich habe auch komischer Weise keine Infarktnarbe mehr, alles weg.
Das war nur ein Teil was diese Herren sich anmaßen.

Den sozialen Rückzug habe ich schon lange begonnen deshalb habe ich auch letztes Jahr im Oktober eine Psychologin aufgesucht.
Seitdem schluck ich fleißig meine Tabletten, aber glaubt man nicht das es mir da durch besser geht ne ne. Die Panikattacken sind weniger geworden, aber die Angst sitzt mir immer noch im Nacken.
Meine Wegefähigkeit ist immer noch eingeschränkt, ca. 100m Schmerzfrei, auf Grund einer Spinalkanalstenose die zu den BSVs noch dazu kommt.
Ja ich werde ab Januar Nägel mit Knöpfen machen und vor Dir Schalentierchen ziehe ich meinen HUT.
Denn was du durch machst dagegen ist meine Krankheit eine Lapalie.

LG, Radi4u
 
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So, jetzt geht es weiter.

Diese Rentenkassen-Fusionierung (alle unter einem Dach) wurde ausgerechnet vollzogen, als meine Bekannte die 4. Rentenverlängerung beantragen musste.

Sie (und ich) wussten zwar, dass so etwas geplant war... aber ein Datum kannten wir nicht.

Gewundert hat sich meine Bekannte dann, als sie wochenlang überhaupt nichts mehr von ihrer RV hörte.

Es verging ein Monat, zwei Monate, drei Monate... nichts rührte sich.
Die Rente lief aus, ohne dass sich irgendetwas tat.

Meine Bekannte musste sich also ganz schnell bei der Agentur für Arbeit melden, um die Nahtlosigkeitsregelung (§ 125, III. SGB) in Anspruch zu nehmen.
Der zuständige Sachbearbeiter der AA klärte sie dann auf, dass sie nicht die erste Zeitrentnerin sei... er hatte bereits etliche Fälle auf dem Tisch liegen.
Und riet ihr dann, mal bei der RV anzurufen.

Das tat sie dann auch.
Wer sich da genau meldete, kann ich nicht sagen. Der bisher zuständige Sachbearbeiter war es jedenfalls nicht.

Heraus kam dann, dass sämtliche Akten der Versicherten in Kartons verpackt und... auf dem Weg ins neue Dominizil waren.
Ein Blick in den PC verzeichnete aber einen Eingang des Rentenverlängerungs-Antrages... wenigstens etwas.

Ihr wurde geraten, einmal in der "neuen Behausung" nachzufragen, ob die Akte inzwischen vielleicht eingegangen sei.
Er gab ihr die Telefon-Nummer...

Und so ganz nebenbei meinte er dann, dass sämtliche Mitarbeiter der "noch" RV ausgetauscht würden. Jeder erhielte einen anderen Arbeitsplatz; andere gingen in den Vorruhestand und wieder andere hätten sich ganz woanders hin versetzen lassen.

Anders ausgedrückt: ein einziges Kuddelmuddel und zwischendrin unzählige Zeitrentner, die sich deswegen bei der AA melden mussten.

Meine Bekannte nahm sich ein Herz und rief also in der neuen Behausung an. Eine Dame meldete sich und fragte unfreundlich, woher sie eigentlich die Telefon-Nr. habe!?
-ohne Kommentar-

Dann folgte eine Belehrung über die immense Arbeit, die sie als SB nun wegen der Fusionierung hätte (ohne Worte!)... und zum Akten-Suchen hätte sie nun wirklich keine Zeit!
Damit war das Gespräch beendet...

Ich riet meiner Bekannten, in einen Sozialverband einzutreten und ihre Interessen vertreten zu lassen.
Das tat sie dann auch... mit dem Erfolg, dass der Anwalt des Sozialverbandes pausenlos bei der RV nachfragte, wann denn nun endlich mal ein Fortschritt in der Angelegenheit zu erwarten sei.

Eine Antwort kam nie...

So vergingen weitere Wochen des Wartens (wer kennt nicht das zermürbende tägliche Warten auf Post!?).

Irgendwann reichte es dem Anwalt und er drohte mit Untätigkeitsklage.
Jetzt endlich tat sich etwas... es folgte die Rentenverlängerung für ein Jahr... ohne eine weitere gutachterliche Untersuchung.

Wie dem Anwalt intern zu Ohren kam, war die Akte meiner Bekannten trotz intensiver Suche bei der RV nicht mehr aufgetaucht. Sie war schlicht und einfach... WEG.
Außerdem ließ er durchblicken, dass es bei einigen Zeitrentnern NUN sehr eng mit einer Verlängerung werden könne... da würde ab sofort kräftig gesiebt.

Wie Recht der Herr doch haben würde! :-(

Nun ja, die Rente war also wieder einmal für ein Jahr verlängert; meine Bekannte atmete auf. Die AA holte sich das gezahlte Geld von der RV wieder (Verrechnung) und alles schien gut.

O nein, nichts war gut!!!

Knapp zwei Wochen später erhielt meine Bekannte einen dicken fetten Briefumschlag in DIN-A-4... von der RV.

Als sie den ersten Satz des ersten Blattes las, war sie erst mal sprachlos.
Da stand wortwörtlich: "Auf ihren Antrag vom .. .. .... (Tag des Rentenverlängerungs-Antrages) bewilligen wir Ihnen eine Medizinische Rehabilitationsmaßnahme in einer psychosomatischen Klinik. Dauer der Maßnahme: 4 Wochen

Weder sie noch ich konnten glauben, was da stand.
Und natürlich waren bereits sämtliche notwendigen Fragebögen dabei (erwähnte ich schon, dass selbst ich (als ehemalige Bürohexe ;-))Fragebögen inzwischen hasse wie die Pest!?).

Sie (und ich) glaubte/n an einen Irrtum. Sie hatte keinen Reha-Antrag gestellt...

Also rief sie die Sachbearbeiterin an.
Heraus kam dann, dass sie zwar keinen Reha-Antrag gestellt habe, es aber im Ermessen der RV liegen würde, eine Reha ANZUORDNEN und zwar auch dann, wenn eine Zeitrente bereits verlängert worden wäre.

Aha!...

Nur die Frage nach der Akte... die war wieder einmal umsonst.
Keine Akte auffindbar.

----------------------------------------------------------------------

Sorry, ich mach hier mal einen Abschnitt und füge meine eigenen Gedanken hinzu.
Fakt war also: keine Akte da; der Anwalt ließ keine Ruhe und nervte; eine Entscheidung musste getroffen werden und zwar rasch.
Man verlängerte also erst einmal ohne gutachterliche Untersuchung die Zeitrente.

Da aber die Akte weiterhin unauffindbar blieb und man neue, aussagefähige Unterlagen haben wollte, kam man auf die glorreiche Idee einer medizinischen Reha-Maßnahme.

Gleichzeitig ist der Entlassungsbericht einer Reha-Klinik ein Gutachten... ein Gutachten, in dem auf Biegen und Brechen die volle Erwerbsfähigkeit bescheinigt werden sollte.

Man kann es auch das angekündigte "sieben" nennen.

-----------------------------------------------------------------

Ich stell mal Weihnachtsplätzchen und Kaffee hin; jeder hier kann zugreifen... kostenlos natürlich. :biggrin:

-----------------------------------------------------------------
So, jetzt geht´s weiter.

Meine Bekannte fuhr also in die Reha und als ob man sie noch zusätzlich ärgern wollte... war der Aufenthalt über Weihnachten und Neujahr angesetzt.

Kraft, sich dagegen zu wehren, hatte sie schon lange nicht mehr. Sie war zum willenlosen Wesen mutiert...

Was sich in der Klinik alles abgespielt hat, kann ich beim allerbesten Willen nicht komplett aufschreiben; es war viel zu viel und vor allem: menschenunwürdig und teilweise sogar menschenverachtend.

Meine Bekannte verfiel in der Klinik immer mehr und je dreckiger es ihr ging, um so größer wurde der Druck von Seiten der Therapeuten.

Erst, als man ihr vorwarf, sie würde können (arbeiten), aber nicht wollen, wehrte sie sich mit Worten.
Mit etwas lauteren Worten, vermute ich.
Meine Bekannte ist alles andere als laut, also muss man sie dermaßen in die Zange genommen haben, dass sie etwas lauter geworden ist.

Danach war auch die allerletzte Kraft verbraucht; so sehr, dass plötzlich die Kur-Ärzte allesamt Panik bekamen. Panik, dass meine Bekannte Suizid begehen könnte.

Ich glaube, sie war damals tatsächlich soweit...

Durch diese Suizid-Sorge (die übrigens nicht im Entlassungsbericht dokumentiert wurde) entließ man meine Bekannte als arbeitsunfähig... obwohl sie arbeitsfähig (aber erwerbsgemindert) die Reha angetreten hatte!

Und weil sie -natürlich- nicht den völlig verlogenen und mehr als Anklage auslegbaren Entlassungsbericht lesen sollte, setzte man in großen roten Buchstaben oben drüber:
"Nicht an die Patientin auszuhändigen!"

Nun, meine Bekannte kam in einem völlig desolaten Zustand nach Hause. Ich erkannte sie nicht mehr wieder... schwarze Ringe unter den Augen; stark abgemagert (dass sie nichts gegessen hat, ist nicht aufgefallen); unheimliche Blässe im Gesicht... sie war nur noch ihr eigener Schatten.

Es hat viele Monate gedauert, bis sie sich von diesem Aufenthalt ein bisschen erholt hat; viele viele Monate.
Zu schwerwiegend waren die Erlebnisse...

Der Neurologe war fassungslos. Er riet ihr, einen Beschwerdebrief aufzusetzen... aber sie war nicht dazu fähig. Sie war zu überhaupt nichts mehr fähig...

2 Wochen nach ihrer Heimreise flatterte erneut ein Brief der RV ins Haus.
Dort wurde sie freundlich darauf hingewiesen, dass sie "vollschichtig" erwerbsfähig eingestuft worden wäre und sie wegen einer "Teilhabe am Arbeitsleben" (Umschulung) vorsprechen solle.
Und ganz großzüging dann noch der Hinweis:
"Falls Sie sich dazu derzeit nicht in der Lage fühlen (haha!), können Sie auch noch zu einem späteren Termin vorsprechen.
*Anmerkung*: Die Zeitrente lief da noch 9 Monate!

Der Neurologe und der Kardiologe waren damit überhaupt nicht einverstanden.... erst recht nicht in DEM Zustand.
Sie rieten also ab...

So vergingen die nächsten Monate und meine Bekannte erholte sich millimeterweise.
Es war so ein verdammt harter und schwerer Weg, mit unzähligen Nervenzusammenbrüchen, Panik-Attacken, Angstzuständen... sobald auch nur das Thema "Reha" von mir angesprochen wurde.

Nach Rücksprache mit dem Neurologen stellte sie dann nach einem halben Jahr die nächste Zeitrentenverlängerung... Nr. 5

Sorry, seid nicht böse, aber ich bin sehr erschöpft.
Ich schreib nachher weiter, ja!?

LG
euer Schalentierchen
 

b31runner

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Gerade das sollte uns ermutigen

GEMEINSAM

zu kämpfen, so wie wir es nun begonnen haben.

Schalentierchen liefert uns hier etwas, was, die Öffentlichkeit interessiert.

Schalentierchen, ich weiß es ist hart und nervenaufwedig, aber bitte schreib weiter.

Danke im Voraus.

Du schreibst übrigens verdammt gut.
 
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So, da bin ich wieder, gut erholt durch... Schlaf. ;-)

Nicht auf die Uhrzeit schauen bitte; danach schaue ich schon lange nicht mehr. ;-)

Ok, also: Rentenverlängerung Nr. 5 stand an.

Neurologe und Kardiologe standen voll hinter meiner Bekannten; der Sozialverband (welcher übrigens auch von der Nichtwahrnehmung eines Beratungsgespräches informiert worden war) übernahm die Abwicklung.

Genau 8 Tage (!) nach dem Verlängerungs-Antrag war Post von der RV im Briefkasten.

Und: nein, er war nicht über den Anwalt gekommen (wie sonst), er kam direkt ohne Umwege zu ihr (man hatte es wohl sehr eilig).

Sinngemäß stand dort, dass der "Verwaltungsvorgang" abgeschlossen worden wäre, weil keine Reaktion auf die Aufforderung eines Beratungsgesprächs hinsichtlich einer Teilhabe am Arbeitsleben erfolgt sei.

Außerdem:
Eine Überprüfung (Reha) habe ergeben, dass die Leistungsvoraussetzung (Zeitrente) über den .. .. .... (letzter Tag der Bewilligung) nicht mehr gegeben sei.

Anders ausgedrückt: man hatte die (immer noch nicht vorhandene) Akte meiner Bekannten geschlossen.

Das von Beginn an (meine feste Überzeugung nach der Fusionierung!) angestrebte Ziel (der RV) war erreicht: Akte zu, ein Fall weniger.

Der Anwalt legte formlos Widerspruch ein und meinte lapidar, dass das ein "typischer Fall" für´s Sozialgericht werden würde...

Aha... der Widerspruch war gerade erst eingelegt und er weiß schon, dass der Fall vor dem SG landet!?
Hellseherische Fähigkeiten oder Erfahrungswert!?

Um den Widerspruch begründen zu können, wollte er erst einmal die gesamte Akte anfordern.

Es kam -wie erwartet- eine "Akte", in der... der Reha-Entlassungsbericht abgeheftet war.

Also hat meine Bekannte mit meiner Hilfe (Unterlagen nach Daten sortiert und durchnummeriert) ihre eigene Akte (die vollständig war und ist) kopiert... und dem Anwalt überlassen.

Sicherheitshalber hat sie dann noch ein zweites Mal alles kopiert und diese 2. Akte bei einer Person ihres Vertrauens hinterlegt.
Man weiß ja nie... so ihre Worte.

Gleichzeitig bat ich einen Bekannten, der zwar Volljurist, aber keine Rechtsanwaltszulassung hat, einen eigenen Widerspruch, der nicht nach Aktenlage, sondern ausschließlich nach der mündlichen Aussage meiner Bekannten verfasst werden sollte, nieder zu schreiben.

Damit wollte ich erreichen, dass auch einmal die direkt Betroffene Gelegenheit erhält, sich zu äußern. Und zwar ohne irgendeinen Druck von außen; ohne Zeitdruck; ohne Zwang, einem völlig Fremden (Arzt, Gutachter) jedesmal und immer wieder ihre Leidensgeschichte vortragen zu müssen und vor allem: in völlig zwangsfreier Umgebung... nämlich in ihren eigenen vier Wänden.

Der (beruflich leider stark belastete) Bekannte kam dann auch; las sich den Entlassungsbericht durch... schaute hin und wieder fragend meine Bekannte an... las weiter... und noch weiter... schaute wieder hoch zu ihr und meinte dann: "Au weia... da hat man aber so richtig in die Vollen gehauen. Diese Diagnose (zeigte auf eine von mehreren) wird Sie ihr ganzes Leben lang begleiten. Die muss dringend entkräftet werden."

Nicht böse sein, wenn ich diese Diagnose hier nicht genau nennen möchte. Aber enthalten sind die beiden Wörter: "aggressiver Art".

Und während ich für das leibliche Wohl sorgte, hörte ich die Beiden nebenan leise sprechen. Hin und wieder ertönte ein Schluchzen meiner Bekannten, dem dann wieder beruhigende Worte des Bekannten folgten.

Das Gespräch und die Niederlegung in schriftlicher Form haben dann 5 Stunden gedauert; 5 Stunden, die -nachträglich gesehen- das Beste im Rentenkampf gewesen sind.

Meine Bekannte war soooo glücklich und zufrieden! Sie las sich das Niedergeschriebene immer wieder durch und meinte: Genau DAS ist in der Klinik abgelaufen, genau SO ist es gewesen, DAS ist ENDLICH mal die Wahrheit!

Ich weiß nicht, ob überhaupt mal irgendwann diese Niederschrift wichtig werden wird. Der Anwalt des Sozialverbandes hatte kein Interesse daran; er hat "seinen" Widerspruch so verfasst, wie er ihn für richtig hält.

Zumindest ist nun etwas auf Papier, welches diesem absolut blödsinnigen, hinterhältigen und total verlogenen Entlassungsbericht Paroli bietet und sei es auch nur, um nichts in Vergessenheit geraten zu lassen... man weiß ja nie!

Wie gut bloß, dass ich meiner Bekannten geraten habe, sämtliche noch so kleinen Zettelchen von der Kurklinik aufzubewahren.
Alleine dadurch konnten einige widerwärtige und falsche Aussagen widerlegt werden und zwar: schwarz auf weiß.

Nun ja... die Verlängerung war also abgelehnt worden; die Einstellung der Rentenzahlung stand bevor.

Also musste meine Bekannte sich wieder einmal bei der AA vorstellen.
Ihre Hoffnung, auch diesmal nach § 125, III. SGB eingestuft zu werden, erfüllte sich nicht.

Um in den Genuss dieses Paragraphen zu kommen, ist zwingend erforderlich, dass noch keine Entscheidung seitens des Rententrägers erfolgt ist.
Dies ist aber bei Widersprüchen regelmäßig der Fall.
Vor einem Widerspruch steht die Rentenablehnung und damit kommt der § 125, III. SGB nicht mehr in Frage.

Also erfolgte die Einstufung nach § 117, III. SGB.
Damit war sie auf Gedeih und Verderb der AA ausgeliefert.
Was bei 125 nie passiert wäre, passierte jetzt. :-(

Der Arbeitsvermittler meldete sich umgehend; drängte darauf, dass meine Bekannte sich für halbe Tage für arbeitsfähig erklären sollte.
Dass sie dann nur noch Anspruch auf halbes ALG I gehabt hätte, sagte er nicht...

Als er merkte, dass meine Bekannte sich mit solchen Tricks (inzwischen notgedrungen!) auskennt, setzte er sie unter Druck.
Wenn sie damit nicht einverstanden wäre, würde er eine amtsärztliche Untersuchung veranlassen.

Und die Androhung machte er wahr: ganz schnell war der Termin im Briefkasten.

Der Amtsarzt war ausnahmsweise ein netter Mensch.
Muss man hier ausdrücklich erwähnen, weil nette Menschen im Amtswesen eine Rarität darstellen... leider.

Er hat ihr praktisch die weitere Vorgehensweise in den Mund gelegt; merkte wohl auch, dass die Vorladung zu ihm... reine Willkür des SB gewesen ist. Außerdem lag ihm der Entlassungsbericht der psychosomatischen Klinik vor und irgendetwas störte ihn am Inhalt. Gesagt hat er nichts, darf er wohl auch nicht, aber seine Mimik zeigte deutlich ein Missfallen.

Niedergeschrieben wurde dann, dass eine Tätigkeit als Botin vollschichtig möglich wäre... aber eine Vermittlung zu unterlassen sei, bis über den Renten-Widerspruch entschieden worden wäre.

Vorteil dieser Vorgehensweise: es besteht vorerst voller Anspruch auf ALG I.

Nachteil: sollte dem Widerspruch nicht abgeholfen werden (also erneute Ablehnung), ist ein erneuter Gang zum MD unausweichlich.

Und dann, so die Worte des Amtsarztes, würde er sie für nicht mehr vermittelbar einstufen; so, wie er es eigentlich jetzt schon veranlassen müsste.

Im Klartext heißt das:
Sollte dem Renten-Widerspruch nicht abgeholfen werden, landet meine Bekannte beim Sozialamt und zwar ohne Wenn und Aber.

Anspruch auf Hartz IV besteht bei "nicht vermittelbaren Personen" nicht; das weiß hier im Forum ja auch jeder Betroffene.


Aktueller Stand am Montag. 07. Dezember 2009:

Die Rentenversicherung hat auf den Widerspruch reagiert; es erfolgte eine erneute Begutachtung durch einen Internisten.
Dieser Termin verlief ohne besondere Vorkommnisse.
An der Herzerkrankung hat sich ja schließlich nichts geändert. Die ist mehrmalig dokumentiert und er hat sie nur noch einmal bestätigt (dazu reicht ein Belastungs-EKG).

Kürzlich kam ein erneuter Brief: Vorladung zur Begutachtung beim Neurologen/Psychologen.
Dieser Termin ist unmittelbar vor Weihnachten...

-------------------------------------------------------------------------

Resümeé:

Dieser Fall, so komplex er auch sein mag, ist beileibe KEIN Einzelfall.
Er spiegelt lediglich DAS wider, was tagtäglich tausende kranke Menschen erleben (müssen).

Menschen, die wegen einer oder mehrerer Erkrankungen den gesetzlichen Anspruch(!) auf Rente wahrnehmen.

Ja, die Rentenkassen sind leer.

Aber dürfen leere Rentenkassen dazu führen, dass man kranke Menschen dermaßen massiv unter Druck setzt, bis sie physisch und psychisch am Boden sind... um dann immer noch drauf zu treten!?

Kritiker könnten jetzt behaupten, ich würde maßlos übertreiben.
Kritiker könnten jetzt behaupten, sie würden ja schließlich nur nach den Gesetzen und Vorgaben handeln.

Diesen Kritikern sage ich aus -auch eigener- leidvoller Erfahrung:

Bitte vergessen Sie nicht: diese kranken Menschen sind MENSCHEN; keine seelenlosen Objekte, die erst aktiviert (weil zu faul), dann therapiert (du hast DAS zu tun, was WIR wollen, Widerspruch zwecklos) und schlussendlich analysiert (Simulant) werden müssen.

Dieser nicht mehr tragbare Zustand im Umgang mit EM-Rentenantragstellern MUSS ein Ende haben!

Gutachter der RV sollten auf ihre Tauglichkeit im Umgang mit Kranken regelmäßig überprüft werden!

Gutachter sollten nur Rentenantragsteller begutachten dürfen, welche auch im jeweiligen Zuständigkeitsbereich passen.
Es darf einfach nicht passieren, dass ein schwer Rheumakranker von einem Allgemeinmediziner begutachtet wird!

Es muss unterbunden werden, dass Renten-Antragsteller bei selten vorkommenden Erkrankungen von damit völlig überforderten Medizinern (weil von der Erkrankung keine Ahnung habend) begutachtet werden!

Es muss endlich ein Ende haben, dass Reha-Entlassungsberichte fast regelmäßig zu Ungunsten des Renten-Antragstellers ausfallen!
Niemand verlangt, dass jeder Rehabilitant als erwerbsgemindert nach Hause fährt.
Es reicht völlig, wenn ein Reha-Entlassungsbericht den TATSACHEN entspricht; ohne willkürliche und haltlose Unterstellungen; ohne Unwahrheiten; ohne eigene Interpretation von Ärzten und Therapeuten!
Es darf einfach nicht sein, dass eine Reha-Ärztin auf das Geburtsjahr eines Rentenantragstellers schaut und dann süffisant meint, sie sei im selben Jahr geboren und müsse schließlich auch arbeiten...

Zum Schluss möchte ich noch kurz auf meinen eigenen Renten-Leidensweg zurückkommen:

JEDE Krebserkrankung stellt einen elementaren Einbruch in das bisherige Leben dar. Es entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit, wenn bereits kurz nach Beendigung aller Therapien von Gutachtern behauptet wird, man sei jetzt wieder ganz gesund und könne wieder arbeiten.

Es sei denn, Gutachter hätten nicht nur hellseherische Fähigkeiten, sondern... das durch die Op entfernte Organ würde wundersamer Weise wieder nachwachsen. ;)

Meine vor acht Jahren entfernte Brust ist immer noch weg... ;-)

In diesem Sinne wünsche ich allen eine "lebbare" Adventszeit!

Liebe Grüße
euer Schalentierchen
 

stadtpflanze

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Guten Morgen Schalentierchen und alle!

Deine Bekannte hat Glück, dass sie dich hat. Du hast es so beschrieben, wie sie es selbst sicher nicht kann.
Auch ich bin nicht in der Lage zu beschreiben, was bei mir in der 6wöchigen Reha abgelaufen ist, ich war vorher 15 Monate krank, wurde aber von dort arbeitsfähig mit zig Einschränkungen entlassen :icon_neutral:(weil ich noch Anspruch auf ALG hatte?) :icon_neutral:und war in Wirklichkeit kränker als vorher. Muß ich davon ausgehen, dass ich vielleicht über ein Jahr simuliert habe?!

Schönen Tag !! :icon_pause:
 

gretl007

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Deine Bekannte hat Glück, dass sie dich hat.
ja, genau diesen Gedanken hatte ich auch..sie kann sich glücklich schätzen, in dieser Situation jemanden wie Dich an ihrer Seite zu haben..
Schalentierchen check mal Deine PN´s..

Gruß gretl
 

peramos

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So gründlich arbeiten Gutachter

Krank und trotzdem abgelehnt

Hubert Kritzenberger ist kein Einzelfall - im Gegenteil, so Dr. Kurt Müller aus dem Allgäu. Er ist selbst Gutachter und hat in seiner Praxis zahlreiche Umweltpatienten wie Kritzenberger.
Dr. Kurt Müller,
Vorsitzender des Bundesverbandes Umweltmedizin:

"Die Mehrzahl der Gutachten wird von solchen Gutachtern erbracht, die nichts weiter tun, als Gutachten zu erstellen. Dadurch fehltdiesen Ärzten der praktische Umgang mit diesen Personen, sie haben auch nicht die Nähe zum wissenschaftlichen Fortgang. Die Aktualität fehlt und auch der Bezug zum Patienten."


Hier kann man das Ganze nachlesen!
 

Eierbecher

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Das brauche ich nicht mal nachzulesen, das ist schon vorher klar.

Nach einem längeren Gespräch mit meinem HA habe ich sofort eine Überweisung zu einem Nervenarzt bekommen.

Weil meine Nervenschäden ja überhaupt nicht berücksichtigt wurden wollen wir mal diese Sachen auf den neusten Stand bringen.

Jetzt kommt aber als erstes der Kampf gegen die Arge.

Ich habe jetzt schon mehrere Meinungen von Anwälten "angefordert".

Mal schauen was dabei noch rauskommt.

Fortsetzung folgt .....

MfG

Eierbecher
 

gelibeh

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Wenn ich das hier lese bekomme ich das kalte Grausen. Hab das nur ansatzweise erlebt und wohl Glück gehabt.

März 2007 ging es mir psychisch mal wieder so schlecht, dass ich meinen 400€-Job nicht mehr machen konnte. Hab dann Rente beantragt. Im Juni hatte ich dann einen Termin bei einer Psychiaterin, die das Gutachten machen sollte. Die war eigentlich ganz nett, aber, da ich zu dem Zeitpunkt nur bei meinem Hausarzt in Behandlung war, machte sie mir keine große Hoffnungen auf eine Rente. Bei der körperlichen Untersuchung hat sie dann festgestellt, das meine Fußpulse nicht tastbar waren.

War dann bei einem Facharzt, der schwere Durchblutungsstörungen in den Beinen feststellt.

Kurz darauf bekamich eine Einladung zu einem Internisten, der ein medizinisches Gutachten für die DRV abgeben sollte. Die Begutachtung war ein Witz. Erst Blutabnahme und Lungenfunktionstest durch die Sprechstundenhilfe. Belastungs-EKG. Dann rein zum Arzt. Der schaute mich an und sagte, ich sähe nicht aus, als ob ich psychische Probleme hätte. Ach ja, kann man das sehen?

Dann bitte einmal bücken, auf einem Bein stehen und ein wenig Ultraschall des Bauchraums. Das war es. Nach insgesamt einer halben Stunde war ich wieder draußen. Wie der so eine Durchblutungsstörung in den Beinen Begutachten wollte, ist mir ein Rätsel.

Kam natürlich eine Rentenablehnung. Mit Hilfe des VDKs Widerspruch und dann Klage.

Der Gutachter vom Sozialgericht hat sich dann über 2 Stunden mit mir beschäftigt.

Ergebnis: keine Wegefähigkeit und noch ein paar Einschränkungen.

Nun hieß das warten.

Dann wurde bei mir Mundboden/Zungengrundkrebs festgestellt und ich hab ab März 2009 Chemos und Bestrahlungen gemacht.

Ab Juni war ich das in einer Anschlussreha. Da hab ich allerdings total andere Erfahrungen gemacht. Hat mir sehr gut gefallen und auch gut getan.

Beim Abschlussgespräch sagte dann die Ärztin "Sie sind ja noch so jung, na ja jetzt schon Rente" Ich war fix und fertig. Hatte eine Stunde später einen Termin bei der Psychotherapeutin, die merkte, wie mich der Gedanke an Arbeit total fertig machte und versprach mir einen für mich guten Entlassungsbericht.

Es steht drin dauerhaft voll erwerbsgemindet.

Inzwischen hab ich ab 1.10.09 eine volle EM-Rente befristet bis Mai 2012.

Da hab ich wohl teilweise Glück gehabt, mit dem doofen Krebs natürlich nicht.

Die Ruhe, die ich jetzt habe, brauche ich aber auch, denn ich hab massive Probleme bei der Nahrungsaufnahme und mir fehlt deshalb auch schnell die Kraft. Und die hätte ich gerne.
 

Tamina

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78
Es wurde nach dem System "dahinter" gefragt....natürlich gibt es ein System!
Und zwar das, die Betroffenen dahin zu stopfen, wo sie (aus Sichtweise des jeweiligen Sozialleistungsträgers) am wenigsten Kosten verursachen.

Das geht z.B. in den ARGEN soweit, daß sie nachweislich Erwerbsunfähige im ALG II-Bezug halten, damit die BA weiter die finanzielle Hauptlast trägt und nicht das eigentlich zuständige kommunale Sozialamt (zuständig für GRUSI nach dem SGB XII).

Woran das liegt? Ganz einfach: in den ARGEN arbeiten (gerade in der Leistungsabtlg.) in der Hauptsache Mitarbeiter, die aus der kommunalen Ebene stammen und sich ihrem Ex/Stamm-Arbeitgeber verpflichtet fühlen, bzw. gehalten sind, alles was nicht gerade scheintod ist, der BA aufs Auge zu drücken.
Wer das brav macht, dem winkt von der Kommune das "Zuckerl", daß er auf jeden Fall bei der Kommune weiterbeschäftigt wird, egal was ab 2011 mit den ARGEN und deren Umstrukturierung passiert.

Das geht soweit, daß SB's beim medizinischen Dienst Gutachten nach Aktenlage forcieren; bei solchen Entscheidungen nach Aktenlage passieren die meisten "Fehleinschätzungen".
Es ist ein Riesenunterschied ob z.B. ein chronisch erkrankter Schmerzpatient direkt vor dem Arzt steht und der die Auswirkungen der Erkrankung sieht oder ob er beispielsweise nur etwas von einem chronischen HWS-Syndrom anonym in einer Akte liest.

Leider weiß ich um all die Dinge aus eigenen Erfahrungen und es sind keine blossen Mutmassungen.
 

Doppeloma

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Hallo an Alle,

bin auch erst kurze Zeit hier angemeldet, unter Anderem weil ich dieses Thema von Beginn an verfolgt habe:icon_daumen:
Meine Hochachtung gilt allen, die sich mit diesem Problem herumschlagen müssen und ganz besonders Schalentierchen für die Mühe mit diesem ausführlichen Bericht!!!

Ich habe Ähnliches bei meinem Partner erlebt und bin womöglich das nächste "Opfer"?

Wahrscheinlich schaffe ich es auch nicht in einem Zug die ganze Geschichte zu schreiben, denn immerhin läuft die Odyssee bisher schon gut drei Jahre. Ich bleibe (mit dem Bericht) zunächst mal bei meinem Partner und wenn da gelegentlich etwas Ironie und / oder Galgenhumor durchkommt bitte ich schon vorab um Verständnis.
Anders ist die Situation manchmal kaum noch zu ertragen.

Mein Schatz hat sich zu einer Zeit (20 Jahre Straßen- und Tiefbau) die Knochen und vor Allem den Rücken ramponiert als wir uns noch nicht kannten. Ich habe ihn sozusagen schon teilrepariert (1. Bandscheiben-OP 92) vor gut 11 Jahren kennengelernt, auch einen Infarkt (96) hat er bereits mit in die Ehe gebracht.

Wir trafen uns während seiner (unserer) Umschulung weil die DRV der Meinung war, dass er so nicht Autos reparieren und auch keine Straßen mehr bauen kann.

Mit knapp 45 war er dann frischausgebildeter Bürokaufmann.:icon_klatsch:

Ich habe wohl in meinem ganzen Leben nicht so viele Bewerbungen (ca. 150 / in ca. 6 Monaten) in so kurzer Zeit geschrieben (bundesweit!).
Irgendwie wollte ihn aber keiner haben und die salbungsvollen Absagen "bei Ihrer guten Qualifikation werden Sie sicher bald den passenden Arbeitsplatz finden" verloren auch bald ihren Glanz.

Inzwischen hatten wir beschlossen unseren weiteren Lebensweg gemeinsam zu gehen und er konzentrierte seine Suche nach Arbeit auf alles Machbare in meinem Heimatbereich.

Es fand sich auch schnell ein Wachschutzunternehmen, das ihn vom Fleck weg für einen Hungerlohn eingestellt hat (wo ihm allerdings auch gleich gesagt wurde, dass auf seine gesundheitlichen Einschränkungen keine Rücksicht genommen werden kann).

Die Belastungen dieses Jobs sorgten im Jahr 99 für die nächste Bandscheiben-OP, so dass wir das Jahr 2000 dann mit Sprudelwasser im Krankenhaus begrüßt haben.

Immerhin hat seine Firma mehrere Monate auf ihn gewartet und er durfte dann wieder die üblichen 12-Stunden-Schichten (Tag oder Nacht) schieben.
Mein Partner hatte schon zu dieser Zeit immer Rückenschmerzen, die sich durch Belastungen (Treppensteigen, Pakete schleppen, Innen- und Außenrundgänge, langes sitzen) weiter verstärkten.
Es gab auch kaum noch einen Knochen an dem er über die Jahre nicht schon mal irgendwie operiert war und sein Kreislauf meldete sich auch häufiger unangenehm.

Die DRV genehmigte ihm zwar alle vier Jahre eine Reha-Maßnahme (Orthopädisch/Kardiologisch) aber die leichte Besserung hielt immer nur kurze Zeit, weil er sich ja nicht an die vorgegebenen Einschränkungen halten konnte.

So enwickelte er über die Jahre eine schwere chronische Schmerzkrankheit, mitte 2006 ging fast gar nichts mehr und er ließ sich endlich mal durch unsere Hausärztin längere Zeit aus dem Verkehr ziehen.

Eine weitere Reha wurde beantragt und genehmigt. Diese hat er dann vor Ort ambulant durchgeführt, da ich zu dieser Zeit auch schon schwere Gesundheitsprobleme hatte und er mich nicht allein lassen wollte.

Im Rehabericht wurde ihm dann empfohlen seine Arbeitszeit möglichst auf 8 Stunden täglich zu beschränken, weil ansonsten seine Erwerbsfähigkeit stark gefährdet sei.
Im Übrigen wäre seine Tätigkeit gut für ihn geeignet und man entließe ihn zwar "AU", empfehle jedoch die baldige Wiedereingliederung nach "Hamburger Modell"!

Sein Arbeitgeber machte das einige Wochen später möglich (denn auch die Krankenkasse drängte schon auf Arbeitsaufnahme!) und er sollte mit 2 Stunden pro Tag beginnen.
Am zweiten Tag hat man ihn bereits nach einer Stunde nach Hause geschickt, da er sich vor Schmerzen kaum noch auf den Beinen halten konnte!!!
Er mußte übrigens nicht wirklich was tun an diesen beiden Tagen, einfach erstmal nur anwesend sein!

Daraufhin überzeugte ihn dann unsere Hausärztin einen Rentenantrag zu stellen und sich einen Termin bei einer Schmerztherapeutin zu holen.

Ich hoffe, dass ich euch bis hierher nicht schon zu tode gelangweilt habe denn jetzt geht es eigentlich erst richtig los.

Allerdings nicht mehr jetzt, Fortsetzung folgt!

MfG Doppeloma
 

peramos

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Damit euch klar ist warum die Gutachter sich die vollen 30 min. Zeit für euch nehmen und "so gründlich" untersuchen.

Die DRV zahlt dem Gutachter 130 € Honorar und wenn die Gutachter zugunsten des Antragstellers entscheiden werden, gibt es keine Aufträge mehr - ist doch klar oder?

Ein kleiner Film
 

gretl007

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Hallo Eilig,
wäre es möglich, das Du uns das Aktenzeichen von dem Prozess Deiner Bekannten hier reinstellst?
Du würdest damit vielen Menschen eine wirkliche Hoffnung geben..
Es müssen keine Namen hier stehen..aber es wäre wirklich sehr hilfreich für alle die genau dagegen ankämpfen müssen..
Du würdest sicher vielen, auch denen die hier nur lesen..( man schau sich nur mal an wie oft dieser Thread hier schon angeklickt wurde)damit helfen..
BITTE...wir sind auf jede Hilfe angewiesen..

Danke..


Gruß gretl
 

peramos

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Ganz neue Aussichten

Wenn alle Stricke reißen, hilft die Erwerbsminderungsrente

Ob schwere Krankheit oder ein Unfall mit Folgen: Erwerbsminderung kann jeden treffen. Gut, dass in diesem Fall ein Netz hält.

Den Rest könnt ihr selber Hier nachlesen - interessant wie schnel und unbürokratisch die DRV eine EM-Rente bewiligt hat.

Ich habe auf meiner Homepage sehr viele interessante Links eingebaut.
 

stadtpflanze

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bei mir geht es jetzt erst los ...

2004 - Auszug vom Ehemann Nr. 2, neue Wohnung gemietet, neu und allein eingerichtet, es folgte die Kündigung durch Arbeitgeber, bis dahin 33 Jahre durchgehend in Vollzeit gearbeitet, knapp 2 Jahre arbeitslos, dazwischen 8 Wochen psychosom. Reha, hatte große Angst ein Sozialfall zu werden, bis hier immer gut verdient, schrieb zahlreiche Bewerbungen, hatte Vorstellungsgespräche.

Erst kurz vor Ablauf des ALG1 bekam ich einen Arbeitsvertrag. Juchu!!! Eigentlich kein Grund zum Jubeln, aber ich musste nicht in Hartz4. (Das ist für mich der Alptraum schlechthin. Ich weiß, es steht mir zu, aber ich lasse mir nicht vom Staat in meine Konten, in meine Wohnung oder in meine Beziehung kucken. Da würde ich lieber von dem „Ersparten“ leben, was ich ja sonst vorher auch noch verbrauchen müsste.)

Ich nahm in kauf: befristet für 2 Jahre, 3 Std tägliche Fahrzeit, enorme Verdiensteinbußen und eine 20 Jahre jüngere Chefin.
Hatte vorher nie Probleme mit Kollegen oder Chefs. Ein halbes Jahr vor Ablauf des Vertrages bekam ich einen Bandscheibenvorfall, ging arbeiten, bis es nicht mehr ging und dann war eine OP dran. Nach der Wiedereingliederung, in der es kein Gehalt gab, wurde ich von meiner Chefin, die mir direkt gegenübersaß nur per Mail angesprochen -neudeutsch: gemobbt. Als ich wieder Gehalt bekam wurde mir mitgeteilt, dass man den Vertrag nicht verlängert. Über das Verhalten meiner „Vorgesetzten“ in den 2 Jahren ließe sich ein extra Buch schreiben.

Ich verstand die Welt nicht mehr, versuchte alle Energie auf die Suche einer Arbeitsstelle zu legen. Ich hatte trotz Krankheit einige Vorstellungsgespräche mit Probearbeitstage, eine Antwort oder eine Absage kam selten.

Ach ja, nebenbei gingen in diesen 4 Jahren auch 3 Beziehungen – für mich auf sehr tragische Weise – zu Ende und natürlich immer im „passenden“ Moment (kurz nachdem ER mir einen Heiratsantrag machte, nach der Operation, am Heiligabend)

Ich wurde nun richtig krank. Zu den Nachwirkungen der Bandscheiben-OP kamen noch: Rückzug von den restlichen Aktivitäten, von Freunden und Bekannten, Migräne mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Sprach-und Sehstörung, starke Kopfschmerzen fast täglich.
Krankschreibung wegen Depression durch Neurologe und gleichzeitig Antrag auf Reha.

Die Reha kam nach Widerspruch (und mehr als einem Jahr Krankschreibung). Ich versprach mir Hilfe, aber die 6 Wochen wurden für mich zur Qual. (Auch hier ließe sich ein Extrabericht anführen.) Seitdem bekomme ich Koliken ohne Vorankündigung, wobei mir schwindelig und übel wird. Ich trau mich allein nirgendwo mehr hin. Zufällig habe ich seit der Reha auch noch hohen Blutdruck, der bis jetzt trotz Medikamente noch nicht im Normbereich liegt.

Natürlich wurde ich aus der Reha arbeitsfähig entlassen. Mir stand ja noch ALG 1 zu! Und das könne ich ja erst mal ausschöpfen.

Okay, ich habe es probiert. Aber dann ging nichts mehr. Ich wurde im August 2009 wieder krank, und dann auch gleich ausgesteuert. Kurz zuvor habe ich die EM-Rente beantragt und dann hatte ich im Oktober 3 Gutachtertermine:
neurologisches Gutachten für AfA - und orthop. und neurolog. Gutachten für DRV.
Das Ergebnis der AFA kam schnell. Man teilte mir mit, dass ich laut Gutachten für die nächsten 6 Monate nur 3-6 Stunden arbeitsfähig sei, aber die Nahtlosigkeitsregelung nicht anwendbar sei.
(mhhhh? Was ist das? Ausgesteuert, Nahtlosigkeit, Entgeltausgleich, Eingliederungsvereinbarung... Worte die ich bis vor 2 Jahren noch nicht mal gehört habe. Mit was muss ich mich noch alles beschäftigen? :confused:
Muss ich jetzt einen Anwalt suchen? Woher weiß ich, ob der sich im DRV-Dschungel und in den AfA-Richtlinien auskennt? Mir hat Jemand vom Forum geraten ich soll widersprechen, aber wogegen? Ich müsste nach 125 anstatt nach P. 117 ALG bekommen. Ich solle noch eine Entgeltsicherung beantragen. Ich blicke nicht mehr durch. Ich fühle mich total überfordert.
Bin froh, nicht allein zu sein, auch wenn es für mich anstrengend ist soviel am PC zu sein.
Erst mal für heute schöne Grüße und einen schönen Abend
 
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Hallo Stadtpflanze:

Schnellstens einem Sozialverband beitreten!
Meiner (VdK) kostet (glaub) 6 Euronen monatlich.

Der § 125, III. SGB, bedeutet Nahtlosigkeitsregelung. Um in den eingestuft zu werden, darf die RV über die Erwerbsminderung noch keine Entscheidung getroffen haben.

§ 117, III. SGB ist normales ALG I... ohne den Schutz der Nahtlosigkeitsregelung.

Google mal, da gibt es ganz viele Infos dazu.

So ganz leuchtet mir nicht ein, warum bei dir der 125 nicht angewendet werden soll.

LG
Schalentierchen
 

Doppeloma

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Hallo Alle miteinander,

zunächst eine Antwort auf die Frage von "Stadtpflanze" betreffs Nahtlosigkeit nach § 125 SGB III.
Der Gutachter der AfA hat dir insofern keinen Gefallen getan, dass er deine Einschränkungen mit "bis zu 6 Monaten" eingegrenzt hat.

Er meint also du könntest in einem halben Jahr wieder "topp-fit" sein (wirst also aus seiner Sicht ohnehin keine Rente wegen Erwerbsminderung bekommen) und damit bist du raus aus dem §125!
Allerdings ist die AfA trotzdem verpflichtet weiterzuzahlen solange dein Anspruch besteht (denn zurückschicken an die Krankenkasse geht ja auch nicht, da bereits "ausgesteuert")!

Wenn du bisher "Vollzeit-" ALG erhalten hast wird dir die Zahlung auf einen 6-Stunden-Tag gekürzt, das wäre bei Anwendung des § 125 nicht erlaubt.:icon_neutral:

Bei meinem Partner lief es auch so, allerdings wurde er vom AfA-Gutachter dauerhaft auf 3-6 Stunden eingestuft, sein Pech war, dass die Rente bereits in der Klage war! Aber dazu später mehr in meinem "Fortsetzungsroman"

Nun wird von dir erwartet, dass du dich im festgelegten Zeitrahmen (3-6 Stunden täglich) um einen Job bemühst und man wird dich demnächst zu einem Gespräch bei deinem zuständigen Vermittler einladen, der dann eine "passende" Eingliederungsvereinbarung mit dir abschließen möchte (ähnlich wie bei HartzIV beschrieben).

Bei ALGI gibt es allerdings gewisse Grenzen des Inhaltes denn du mußt noch keineswegs ALLES machen. Mit ein wenig Glück triffst du sogar auf einen relativ verständnisvollen SB der dich bis zur ersten Entscheidung über deinen Rentenantrag zunächst mal in Ruhe läßt.

Bitte laß dich trotzdem auf keinen Fall gesundschreiben (egal was der oder die erzählt!!!) und entschuldige dich ruhig mal für Termine mit deiner Krankheit. Die AfA will zwar die laufenden Krankmeldungen (außer für Termine!!!) gar nicht haben, es ist aber sehr wichtig für deinen Rentenantrag.:icon_daumen:

Wenn du im Oktober zwei Gutachten der DRV hattest sollte die Entscheidung nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Ich war im November bei zwei Gutachtern (DRV) und sitze "wie auf Kohlen". Darum kann ich mir gut vorstellen wie du dich gerade fühlst:icon_kinn:

Liebe Grüße von Doppeloma
 

Eierbecher

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Schon komisch.

Bei mir wollte die Agentur für Arbeit keine Krankmeldung haben.
Denn wenn die eingetroffen wäre hätte man mir die Weiterzahlung nach § 125 verweigert.

Jetzt fehlt mir im Prinzip ja die andauernde Krankschreibung.

Mein Hausarzt bestätigt mir aber jedes Mal das ich krank bin, und das wird er auch so jedem schriftlich geben sofern es angefordert wird.

Alles einfach nur schwachsinnig.

MfG

Eierbecher
 

Doppeloma

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Hallo Eierbecher,

du siehst das schon richtig, die Arbeitsagentur will normal keine Krankschreibung von uns sehen!
Dabei ist es egal nach welchem § das ALGI nach der Aussteuerung durch die Krankenkasse gezahlt wird. Es wird halt so getan als stünde man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung (obwohl jeder weiß, dass es nicht so ist).

Wenn man allerdings eine schriftliche Einladung bekommt und wegen der Krankheit nicht hin kann (oder will) muß schon was vom Arzt als Entschuldigung vorgelegt werden!

Das sind so die Kuriositäten unserer Gesetze.

Ich bin trotzdem seit 2,5 Jahren durchgehend AU geschrieben von meinen Ärzten (habe da so ein Formular von meiner KK wo der Arzt alle 4-5 Wochen abstempelt, dass ich weiterhin "AU" bin). Bekomme wegen Rentenantrag auch nach § 125 ALG und bisher hat man mich seitens der Arbeitsagentur in Ruhe gelassen.
Lief bisher alles verdächtig problemlos, mal sehen wie es weitergeht falls ich Widerspruch einlegen muß.

"Stadtpflanze" ist aber leider für Teilzeitarbeitsfähig (von der Afa) begutachtet worden und muß sich daher bis zur Rentenentscheidung tatsächlich der Vermittlung zur Verfügung stellen (ging meinem Mann auch so).
Trotzdem sollte sie im Hintergrund die Krankmeldungen lückenlos vorweisen können wegen dem laufenden Rentenantrag.

Ist alles ziemlich widersinnig, aber siehe oben:icon_daumen:

Hatte vorhin an meiner Fortsetzung geschrieben aber jetzt ist alles verschwunden:icon_neutral:

Tut mir leid aber für jetzt bin ich zu platt um nochmal anzufangen.

Bis demnächst viele Grüße von Doppeloma
 

stadtpflanze

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Guten Morgen zusammen,

"für leichte Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar"... auf diesen Bescheid warte ich ich nun auch :icon_pause:, oder doch auf ein Wunder kurz vor Weihnachten???

Ich bin im VDK und dort sagte man mir, dass es egal sei aus welchem Topf ich ALG1 bekäme, weiß aber mittlerweile ,dass das NICHT egal ist.
Kan man hier ein neues Thema (Thread) eröffnen für Nahtlosigkeit?
ich probiere es mal im Laufe des Tages.
und hier steht auch noch was dazu:
Sozialverband Deutschland, Landesverband Berlin-Brandenburg ALG

... glaube ich bin ein wenig vom Thema abgekommen :confused: sorry....

bin aus Doppelomas Fortsetzung gespannt
 

gretl007

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Es wird ja immer auf Vergleichstätigkeiten verwiesen. Wer nicht in seinem Job gearbeitet hat, oder keine Berufsausbildung(abgeschlossene) hat, ist vollschichtig Arbeitsfähig für leichte Tätigkeiten.
So kannste das auch wieder nicht sehen..rudi..
Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung, habe jahrelang in meinem Beruf gearbeitet und jahrelang dann in einer anderen Branche..
Trotzdem meinen die Herrschaften, ich sei für eine leichte Tätigkeit vollschichtig einsetzbar..:icon_evil:
 

gretl007

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Stadtpflanze,
warum nimmst Dir nicht einen Anwalt?..geh zum Gericht und hole Dir den Beratungshilfeschein und dann ab zum Anwalt..
Ich hab die Erfahrung mit dem VDK gemacht, das die total überfordert sind und nicht wirklich eine Hilfe..leider..:icon_sad:
In meiner Region hier, ist nur EINE Mitarbeiterin da welche einigermaßen Plan hat und die ist mit dem JOb sowas von überfordert, das die unfreundlich wird, wenn man per Telefon nachfragen will..
Ich schrieb ja, das ich dort auch Mitglied bin..

Werd das so schnell es geht wieder ändern..warum sollte ich dort noch sein?
Hab eine Anwältin welche immer Zeit für mich hat, mit mir zusammenarbeitet und es kostet mich NICHTS..
Denk mal darüber nach..den Schein bekommst Du garantiert!

LG gretl
 

Doppeloma

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1. Fortsetzung

dann versuche ich mal den Faden wieder aufzunehmen.

Die Wiedereingliederung ist also komplett in die Hose gegangen und die Krankenkasse ließ ihn erstmal ein paar Wochen in Ruhe.

Zwischenzeitlich hatte er schon in einer Rentenberatungsstelle den
Antrag gestellt, vielleicht war das (vom Zeitpunkt her) schon der erste Fehler (er war noch nicht sehr lange AU geschrieben und begann gerade erst die Behandlung bei der Schmerztherapeutin).

Ich hatte zu dieser Zeit keine Chance ihn noch daran zu hindern, lag gerade im OP, um mir eine künstliche Herzklappe einbauen zu lassen.

Hallo Peramos, da fällt mir gerade dein Link zur Rentenversicherung ein (Post 156). Mir haben schon die Ärzte im Krankenhaus prophezeiht, ",dass man für sowas heute keine Rente mehr bekommt"!!! Aber das nur nebenbei, ich will ja erst mal weiter über meinen Partner berichten.

Ziemlich genau 5 (in Worten Fünf!) Wochen nach der Antragstellung brachte die Post schon den Ablehnungsbescheid!:icon_neutral:

So ein Tempo hätten wir der DRV gar nicht zugetraut, allerdings hatten die sich gar nicht erst die Mühe gemacht bei irgendeinem Arzt (Hausarzt, Orthopäde, Kardiologe) Befunde anzufordern (bei den Ärzten wurde von uns nachgefragt!).

Offenbar hatte sich die DRV ausschließlich auf den sehr widersprüchlichen Reha-Bericht verlassen und/oder der Jahrgang war Entscheidungshilfe?

Da ich gerade wieder so einigermaßen von den "Halbtoten" auferstanden war haben wir natürlich sofort Widerspruch eingelegt (bei uns bin halt ich die "Sekretärin"), zunächst mal ohne Begründung.

Die Krankenkasse war inzwischen auch wieder munter geworden und hoffte wohl, dass der MDK meinen Schatz schon arbeitsfähig einschätzen würde, damit sie endlich nicht mehr zahlen müssen.
Immerhin wurde er nicht nach Aktenlage beurteilt, sondern zur persönlichen Untersuchung geladen.

Die Ärztin war erfreulich nett und gründlich!
Sie bestätigte, dass die AU berechtigt ist und mein Schatz in absehbarer Zeit auch nicht arbeitsfähig sein wird (Erwerbsfähigkeit stark gefährdet!). Außerdem stellte sie fest, dass er in seiner letzten Tätigkeit im Wachschutz gar nicht mehr einsatzfähig ist!!!

Das Krankengeld war also zunächst wieder sicher und wir hatten zudem auch einen wichtigen Bericht für den Widerspruch bei der DRV (glaubten wir zumindest damals noch).

Zusammen mit aktuellen Befunden seiner behandelnden Ärzte (plus Bericht der Schmerztherapeutin) schickten wir dann die Begründung an die DRV.

Kurze Zeit später kam von der DRV die Rückfrage, ob es noch weitere Befunde gäbe und ob mein Partner schon mal von der AfA oder der DRV (sollten die doch wissen, oder?) begutachtet wurde.

Mein Partner erklärte selbstverständlich seine Bereitschaft für eine Begutachtung durch die DRV und machte seine Verwunderung deutlich, dass die bisherige Entscheidung ohne Gutachterliche Untersuchung und aktuelle Ärztliche Befunde getroffen wurde.

Nun brauchte die DRV wohl erst mal eine Denkpause!

Dafür hatte die KK den "MDK-Schock" überstanden und forderte meinen Partner auf bei der DRV "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben" zu beantragen, sonst würde man ihm das Krankengeld streichen!!!

So ein Antrag ist komplett kontraproduktiv wenn man Rente beantragt hat! Der besagt ja eigentlich man kann arbeiten und braucht "nur ein wenig Hilfe von der DRV" für den Wiedereinstieg.

Diese Hilfe (Zuschuß) bekäme dann allerdings der Arbeitgeber, falls sich einer findet der einen überwiegend arbeitsunfähigen Mitarbeiter einstellen möchte.

Natürlich wurde der Antrag gestellt, denn irgenwie müssen auch wir unsere Miete und was Eßbares bezahlen können.

Der Bescheid kam fix und mein Schatz sollte sich nun mit der Unterstützung von AfA (die wollte noch nichts davon hören, weil er ja krank ist!) und Integrationsamt (das weiß auch nicht wo es so einen Arbeitsplatz hernehmen soll!) einen "leidensgerechten" Arbeitsplatz suchen.

Auch hier haben wir Widerspruch eingelegt, weil mein Partner aktuell noch immer überhaupt nicht arbeitsfähig ist und die Antragstellung nur erfolgte weil uns sonst der Entzug der Krankengeldzahlung drohte.

Die Entscheidung über diesen Widerspruch wurde dann von der DRV mit Verweis auf das laufende Rentenverfahren zunächst mal "auf Eis" gelegt.
Wie schnell dieses "Eis" später bei Gericht schmelzen würde haben wir zu dieser Zeit nicht mal ahnen können.

Wenig später kam eine Einladung zur Gutachterlichen Untersuchung bei einem Orthopäden.

Der stellte dann in 20 Minuten fest, was ohnehin schon in allen eingereichten Berichten stand.

Die inzwischen chronische Schmerzkrankheit und die damit verbundenen Gesundheits- und Bewegungsprobleme interessierten ihn nicht. Für Kardiologische Probleme war er schon vom Fachgebiet her nicht zuständig, also hielt mein Partner diesbezügliche Äußerungen ohnehin für überflüssig.

Dieses Gutachten war dann Grundlage den Widerspruch abzulehnen!

Erstaunlich ist rückblickend, dass der Gutachter immerhin auch die weitere Tätigkeit im Wachschutz/ Sicherheitsbereich ausgeschlossen hat (unter 3 Stunden).

Natürlich ist mein Partner ansonsten "für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten vollschichtig einsetzbar", unter Berücksichtigung diverser Einschränkungen selbstverständlich!!!

Dass mein Schatz sogar zwei abgeschlossene Berufsausbildungen hat interessiert übrigens (nach gut 35 Arbeitsjahren!) auch nicht, obwohl er vor 1961 geboren ist, also noch "Berufsschutz" hätte.

Er hat die letzten 10 Jahre nicht in einem dieser Berufe gearbeitet (wie denn auch?), daher besteht dieser "Berufsschutz" nur in Bezug auf die letzte Tätigkeit (Wachschutz / Sicherheitsdienste) und das zählt (bei ihm) als Anlernberuf.

Konkrete Verweisungstätigkeiten müssen daher durch die DRV nicht benannt werden, da ihm der ganze ungelernte allgemeine Arbeitsmarkt offen steht!:icon_neutral:

So, ihr Lieben für heute soll es genug sein! Mich regt das Alles immer wieder tierisch auf!

Ach ja, gesünder werden soll man da so nebenbei auch noch!!!

Bis zur 2. Fortsetzung LG von Doppeloma
 

peramos

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@Doppeloma,
die wollen mit allen möglichen Mitteln/Ausreden verhindern, dass man vor dem Erreichen des Rentenalters eine Rente bezieht, die zwingen dich quasi zur Arbeit oder du bist hinterher nur ein nervliches Wrack, wie ich es langsam bin.
Man muss sich zusammenschlissen, um den Gesetzgeber zu überzeugen, dass man mit schwer kranken Menschen nicht umgehen darf.

PS. Mich regt es auch immer sehr auf, wenn ich die einzelnen Schicksale lese, deshalb lese ich nur kurz und raus hier sonst drehe ich durch.
 

sogehtsnich

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Mal eine Frage zwischendurch:

Gibt es denn schon eine Verbindung o.ä. mehrerer betroffener Bürger, die sich bezüglich dieser Rentenwillkür in unserem Lande zur Wehr setzen?
Oder sind wir alle immer noch Einzelkämpfer?

Denn so kann es nicht weiter gehen!

Ich kann auf Anraten von meinem Anwalt, erst mal nichts mehr zu meinem Verfahren sagen! Nur so viel, reine rechtliche Schritte reichen nicht mehr aus, es müssen andere Personengruppen einbezogen werden!

Sicher steckt hinter dem ganzen ein System!
Ein Beispiel:
Bei meiner ersten Rentenantragsstellung 2005, hätte ich nach Berechnung der DRV, damals noch BfA, eine Erwerbsunfähigkeitsrente (volle Erwerbslosigkeit) von 670 Euro bezogen!
Im Dez. 2009 erfolgte eine erneute Berechnung, die allerdings nur noch bei 550 Euro liegt!
Allein bei 5 Jahren liegt eine Senkung von 120 Euro vor, da kann sich ja jeder ausrechnen, was übrig bleibt!
In meinen Augen ist das Betrug!
 

peramos

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Gibt es denn schon eine Verbindung o.ä. mehrerer betroffener Bürger, die sich bezüglich dieser Rentenwillkür in unserem Lande zur Wehr setzen?
Oder sind wir alle immer noch Einzelkämpfer?
Ja, aber wir sind erst am Anfang und aller Anfang ist schwer. Wir suchen Betroffene, die um die EM-Rente kämpfen, sei es die Bewilligung oder die Höhe wie auch immer -> meldet euch.


Krank-Ohne-Rente
 

Eilig

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@Doppeloma,
die wollen mit allen möglichen Mitteln/Ausreden verhindern, dass man vor dem Erreichen des Rentenalters eine Rente bezieht, die zwingen dich quasi zur Arbeit oder du bist hinterher nur ein nervliches Wrack, wie ich es langsam bin.
Man muss sich zusammenschlissen, um den Gesetzgeber zu überzeugen, dass man mit schwer kranken Menschen nicht umgehen darf.

PS. Mich regt es auch immer sehr auf, wenn ich die einzelnen Schicksale lese, deshalb lese ich nur kurz und raus hier sonst drehe ich durch.

Ich sehe das etwas anders.
So wie die das machen ist die Zielsetzung eine andere. Zu den Krankheiten die man schon hat ist es einfach das Krankheitsbild zu vervollständigen. Das ziel ist somit, der Kunde soll den Eintritt in die Rentenzahlung nicht erreichen. Ärzte tun dies seit vielen Jahren, es ist erprobt auf allen Gebieten, denn sie brauchen sich nur auf die Gesundheitsreformen zu berufen. Gutachter, die ja auch Mediziner sind, versetzen vielen Menschen dann den Gnadenstoss. Wenn dem nicht so ist, wie ist dann die Leistung der medizinischen Dienste zu erklären? Diese Dienste werden von den Versicherten der Krankenkassen ausgestattet und bezahlt. Sie arbeiten aber immer nur für ihren "Herrn" die Krankenkassen und die Handlanger der Gesetzgeber, jedoch nie, für die, die ihnen mit Beiträgen ihr tägliches Brot zahlen.
Ich bleibe dabei, wer nicht ausgehungert wird, der soll wenigstens unter großen Schmerzen siechen.
 

peramos

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Das stimmt auch, am besten, wenn man vor dem Erreichen des Rentenalters den Löffel aufgibt und noch keinen Ehepartner mehr hat, das freut die DRV. :biggrin:
 
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Huhu,

ich hab jetzt nur kurz die Beiträge überflogen, möchte aber auf eine Absurdität hinweisen, welche dringend einer Änderung bedarf

Es kann doch nicht sein, dass ein Gutachter der AFA Kranke aus der Arbeitsvermittlung total rausnimmt (nicht mehr vermittelbar) und GlEICHZEITIG Gutachter der RV entscheidet: "Vollschichtig einsetzbar für leichte Tätigkeiten."

ICH nenne das: Hin- und Her-Schiebe-Praxis!

Die RV schiebt durch die Aussage Kranke auf den Arbeitsmarkt... der MdK der AfA schiebt durch die Aussage wieder zur RV ODER schlimmstenfalls zum... Sozialamt.

Ich fordere:

Wenn ein Gutachter der AfA einen Kranken nicht mehr für vermittlungsfähig hält, hat sich der Gutachter der RV danach zu richten UND die Gründe für die Nicht-Vermittlungsfähigkeit... ANZUERKENNEN.

Schließlich handelt es sich um die selben Erkrankungen, nach denen entschieden wird.

Hüh-Hott- muss endlich ein Ende haben!

LG
Schalentierchen

PS: Meine Beiträge dürfen gerne auf der Seite: "Krank ohne Rente" eingefügt werden
 

peramos

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Die RV schiebt durch die Aussage Kranke auf den Arbeitsmarkt... der MdK der AfA schiebt durch die Aussage wieder zur RV ODER schlimmstenfalls zum... Sozialamt.
Ich habe doch oft gesagt, Kranke sind nur Ballast für die Ämter, keiner will sie haben. Wenn sie zum Schluss beim Sozialamt landen, ist es oft die günstigste Alternative für die Ämter.
Ich wäre auch beinah beim Sozialamt oder ARGE gelandet, aber meine Ehefrau arbeitet und ich bekomme außer einem Arschtritt eine Nullrunde nach 27 Versicherungsjahren.:icon_neutral:
 

b31runner

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Ja, ein Anfang.

Ich / wir (4 Personen aus diesem Forum)

kämpfen, obwohl wir keine Kraft mehr haben gegen:

"Wir sichern Generationen"

Wir suchen Leute die Mitmachen, Leute die sich bereits ergeben haben aber doch noch eine letzte Kraft entwickeln ihre "Story" zu schreiben, einfach Leute, die ebenfalls dieser Ungerechtigkeit ausgesetzt waren, sind und bleiben, ob kurz ob lang.
 

b31runner

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Lasst uns dagegen angehen.

Gretl hat Recht!!!

Wer nicht kämpft.....

Leider merke ich, dass mich oft eine Kraftlosigkeit überfällt, was die RV freut.

Aber wir probieren es....
 

Eierbecher

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Eigentlich sind wir ja schon 5 Mitstreiter.

Und wenn ich hier so einige Beiträge lese könnte es auf die Schnelle noch mindestens 3 weitere Mitstreiter geben.

Ihr könnt euch bei mir per PM melden.
Oder bei Peramos, gretl007, b31runner.

Je mehr wir sind umso mehr können wir erreichen.

MfG

Eierbecher
 

b31runner

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Ja, genau richtig.

Bitte meldet euch!!!

Auch wenn ihr meint, dass alles aussichtslos sei.

In der Gemeinschaft kann man mehr erreichen.

Es ist leidig das alte Thema von 1989 anzusprechen, was zur Auflösung der DDR führte.
Aber es ist und bleibt ein Beispiel, dass man etwas erreichen kann, wenn man zu Hunderten/Tausenden vorgeht.

Klar, nichts geht von heute auf morgen, aber nehmt euren Rest Kampfesgeist zusammen und meldet euch. (Gästebuch oder Mail, wie angeboten)

Auch unsere Organisation wird tagtäglich besser, versprochen.
Die Seite ist erst 4 Tage online....

Unsere Website braucht Mitglieder und / oder Mitstreiter.
 

Doppeloma

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@Schalentierchen und Alle hallo,

ich weiß nicht, ob ich die einzelnen Beiträge jetzt richtig zuordnen könnte also schreibe ich einfach mal drauf los.

an Schalentierchen kann ich folgendes weitergeben ("warum richtet sich die DRV nicht nach den Gutachten der AfA"?)

Ohne zu früh zuviel zu verraten....

Bei der Gerichtsverhandlung haben wir genau diese Frage auch an den Vertreter der DRV gerichtet (Gutachten der AfA " Wachschutz unter 3 Stunden, leichte Tätigkeiten allgemeiner Arbeitsmarkt auf Dauer 3- unter 6 Stunden!!!).

Die Antwort war: "dass die AfA immer so begutachtet, dass sie die Leute möglichst schnell wieder los wird, um Geld zu sparen! Daher seien die Gutachten der AfA für die DRV und das Gericht auch nicht maßgeblich"!!!

Da fällt einem doch wirklich nicht mehr viel zu ein, oder?:icon_neutral:

Alles weitere demnächst in meinem "Fortsetzungsroman"!

Im "Bund der Rentensparer" fehlen meiner Ansicht noch die Versorgungsämter.

Als Inhaber eines Schwerbehindertenausweises (GdB 50 oder höher) kann man ja nach bisherigem Recht noch vorzeitig (in meinem Fall z.B. mit 60 1/2, mein Partner mit 60 3/4) in Altersrente gehen (Abzug in diesem Fall dauerhaft höchstens 10,8 %, also genau so wie bei Erwerbsminderungsrente).

Mein Partner (wegen der BSV) und ich (wegen der künstlichen Herzklappe) hatten beide schon längere Zeit einen GdB 30 auf Dauer (plus problemloser Gleichstellung durch die AfA!)

Durch zusätzliche Gesundheitsprobleme haben wir jeweils schon mehrere Erhöhungsanträge gestellt, die im ersten Anlauf immer abgelehnt wurden.

Die zusätzlichen Probleme haben nur selten miteinander was zu tun, haben also völlig unterschiedliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und das tägliche Leben.

So hat mein Partner seit ca. 2 Jahren u.a. eine beatmungspflichtige, schwere Schlafapnoe dazubekommen welche lt. Liste schon zusätzlich mit GdB 20 einzustufen wäre!

Trotzdem hat er bisher nur einen Gesamt-GdB von 40 erhalten!

Bewertet wurde darin allerdings auch schon seine KHK (sprich der Infarkt), Bluthochdruck, Herzrhytmusstörungen, die somatoforme, hochgradige Schmerzstörung sowie eine (durch die Schmerzerkrankung bedingte) Persönlichkeitsstörung!!!

Sein Tinnitus und die beidseitige Schwerhörigkeit (mit Hörgeräteversorgung!)" bewirken keinen Grad von wenigstens 10 und bleiben daher unberücksichtigt".

Ein Schelm wer Böses dabei denkt!!!

Sorry, brauch ne Pause und:icon_pause:

Bis demnächst LG von Doppeloma
 

Eierbecher

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Genau wie bei mir, es wird einiges ignoriert, andere Sachen einfach fallen gelassen.

Vor allem völlig unverständlich was die Versorgungsämter überhaupt davon haben wenn sie die Leute völlig falsch bewerten.

Laut Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen müßte ich 80 bekommen und ein G.

Laut Versorgungsamt erhalte ich nur 40.

Lächerlich, die können nicht einmal ihre eigenen Tabellen lesen bzw. umsetzen.

Jetzt warte ich ab was die Klage bringt.
Aber ich erwarte nix gutes.

Eine Krähe hackt der anderen ja kein Auge aus.

Gute Nacht @ all

Eierbecher
 

gretl007

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Achja..das leidige Thema Versorgungsamt..:icon_neutral:
Stellen sich mir die Haare zu Berge, schon bei dem Gedanken daran.
Ich liege auch im Rechtstreit mit denen..
Mein Sohn ist ,seit Geburt, zu 100% schwerbehindert..hatte seit Geburt Merkzeichen..H, G, Ag und B..
Nun meint dat Vers.Amt er wäre über Nacht auf zauberhafte Weise gesünder geworden und will ihm das Ag wieder wegnehmen..
Das würde bedeuten, kein Behindertenparkplatz mehr!!..und das wäre schon ein gravierender Einschnitt, jeder der mit einem schwergehbehinderten unterwegs ist, kann das nachvollziehen..

Und dann kommen derartig freche Kommentare von denen .
Naja, ich gehe bis zum Sozialgericht..die spinnen nämlich echt..
:icon_kotz2:
 

b31runner

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Das mit dem Grad der Behinderung wollte ich schon lange mal angehen.

Nur leider habe ich lediglich die mündlichen Aussagen der Handchirurgie´n Heidelberg und St. Georgen, dass bei meiner OP an der rechten Hand gepfuscht wurde.
Dass meine linke Hand geschädigt ist, bekomme ich sicherlich noch schriftlich seitens von Fachärzten hier.

Das mit der rechten Hand könnte allerdings nun nur meine Hausärztin bestätigen.

Reicht das, oder brauche ich diese Aussage von einem Facharzt?

Diese Umstände plus meine Psyche...
Die Hände sind ja irgendwie recht wichtig denke ich mir, deshalb müsste eine Anerkennung stattfinden.

müsste....grbmmml....
 

gretl007

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runner, hast noch keinen Antrag gestellt beim Versorgungsamt?
Den kannst Du Dir ausdrucken, mein ich..schau mal nach..
Ich hab für mich auch Antrag gestellt, Bearbeitung dauert 3 Monate so die Aussage des Amtes, hier in meiner Region..
Ja klar, ist von Vorteil wenn Du Facharzt Bericht hast..
Aber die haben da auch so "nette":icon_neutral: Gutachter dort..

Am schlimmsten sind die vom MDK..wenn es um die Begutachtung für eine Pflegestufe geht..mit denen schlag ich mich schon Zeit des Lebens meines Sohnes herrum..
Was die mit den Menschen veranstalten, toppt echt ALLES..:icon_dampf:
Da könnt ich hier Romane drüber schreiben..

LG gretl
 
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Oh ja,

die Versorgungsämter...

Aber dafür sollte vielleicht ein eigener Thread eröffnet werden, oder?

Ich erhielt nach Beendigung aller Krebstherapien 60%... für 5 Jahre.
Danach wollte man mir noch 30% geben. :(

Nach Widerspruch bekam ich 50%.

Oh ja, Versorgungsämter sind ein Fall für sich. :(

LG
Schalentierchen
 

b31runner

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Ich kenne mich damit nicht so aus, aber Sinn macht es doch erst ab 51%, stimmts?

Wie kommen die immer auf solch niedrige Einstufungen?

Wir werden total verarscht,
wir sind alles nur Mimosen,

Wer bitte hat das Wort: VATER STAAT erfunden?

:icon_eek::icon_eek::icon_eek:
 

Doppeloma

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@ b31runner

es geht hier nicht um Prozente sondern um den Grad der Behinderung (GdB).

Dieser wird jeweils in 10er-Schritten ermittelt und die einzelne Behinderung muß mindestens Grad 10 (nach Meinung der Versorgungsämter) bewirken, sonst wird sie gar nicht erst berücksichtigt (Grad 51 kann es daher nicht geben).

Ab 30 kann man sich (von der AfA) auf 50 gleichstellen lassen und hat dadurch (fast) den gleichen Kündigungsschutz wie ein Schwerbehinderter mit Ausweis. Den Ausweis gibt es allerdings erst mit "echtem Grad 50" und damit hat man z.B. Anspruch auf 5 zusätzliche Urlaubstage im Jahr.

Und vor Allem kann man mit GdB 50 nach aktueller Rechtslage vorzeitig ab 60 in Altersrente (bei Schwerbehinderung) gehen (das ist inzwischen zwar auch schon je Geb.-Jahrgang nach hinten gestaffelt aber diese Rente kann einem dann nicht mehr genommen werden!!!). Ich denke genau das ist der Grund weshalb diese Behörde sich mit der "Hürde GdB 50" so schwer tut.:icon_daumen:

Wird ja auch nicht einfach alles zusammengerechnet, sondern ausgehend vom höchsten Grad (also z.B. aktuell bei mir Grad 30 wegen meiner Herzklappe) werden dann die anderen akzeptierten Behinderungen nur noch teilweise dazugerechnet.

Das ist ziemlich kompliziert geregelt und für Laien kaum nachvollziehbar, darum ist es auch so einfach uns zu besch...:icon_neutral:

Für Interessierte empfehle ich folgende Seite:

BMAS - Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachachtertätigkeit

Vielleicht sollte man dafür wirklich ein eigenes Thema eröffnen, ich glaube das gibt ähnlich viel Interesse wie hier mit den Kranken ohne Rente.

LG von Doppeloma
 

Eierbecher

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Bei mir wird aber nur der höchste Wert anerkannt.

Das ist die Bandscheibe mit einem GDB von 40.

Alles andere wird unter den Teppich gekehrt.

Dazu kämen noch 30 für die Knie,
30 für die Füße,
20 für die anerkannte Berufskrankheit Kontaktallergien.

Die Diabetis mit Nervenschäden wird nur mit 10 bewertet.

Lapidar wird erklärt das diese Werte nicht zusammen gezählt werden.

Stimmt, aber es muß unterschieden werden.

40 + 30 + 30 = 40 Für die Schädigungen Knochen etc.

Dazu kämen dann aber die 20 wegen der Allergien + die Diabetis mit einer Höheren Anrechnung wegen der Nervenschäden.

Ergo ergibt sich bei mir ein GDB von mind. 70 + G

Andere meinen sogar mindestens 80 + G

Wie schon erwähnt hat jetzt das Sozialgericht zu entscheiden.

Wie sagt Kaiser Franz immer?

Schau mir mal

Gut´s Nächtle

Eierbecher
 

MissMarple

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@gretl
ich habe vor einigen Tagen gefragt, wie es mit deiner Wegefähigkeit aussieht (zum Arbeitsplatz hin und her) und ob du eine Kopie bei der RV von deinem Gutachten angefordert hast.
Konnte in den Postings bis heute nicht so wirklich was rauslesen diesbezüglich.

Könntest du da kurz Feeback geben, danke :icon_smile:

MissM.
 

gretl007

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Sorry missmarpel..
war nicht so oft on..muß wohl irgendwie überlesen haben..
Über Wegefähigkeit steht bei mir nichts drin im Gutachten..
Ja, ich hab alle Kopien daheim und was noch fehlt, hat meine Anwältin grad angefordert..

Gruß gretl
 

MissMarple

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MissMarple

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Bitte :icon_smile:

Wenn deine Anwältin fit ist im Rentenrecht, dann wird das mit der Wegefähigkeit aber sicherlich eh kennen und erstmal checken.

ansonsten hast du als Antragstellerin in jedem Falle auch ein Recht auf die Kopie des Gutachtens der RV und - sofern man evtl Kopiekosten trägt- bekommt man das auch anstandslos zugeschickt.
Schriftliche Bitte um Übersendung des kopierten Gutachtens unter Angabe deiner RV Versichertennummer wäre der beste Weg denke ich.
Weiß ja nicht, was bei deiner Anwältin schon eingetrudelt ist derweil.

MissM.
 

Eierbecher

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Ist ja ein wenig eingeschlafen hier:icon_mued:

Dann will ich mal versuchen dem Thread wieder Leben einzuhauchen.

Ich bin jetzt vorübergehend ohne Anwalt.
Da meine Gewerkschaft sich mit einer anderen verbünden will wurde die GW vom Dachverband ausgeschlossen.

Nun muß ich ein paar Tage abwarten, dann wird sich die GW bei mir melden und den weiteren Weg "beschließen".

Wird wohl darauf hinauslaufen das ich einen Anwalt vor Ort nehmen darf.

Bei meiner Anwältin habe ich schon mal gefragt ob sie das übernehmen würde.

Klares JA.

Danke in diesem Zusammenhang an das Kampfpaar Radikal, die beiden haben mir die Anwältin empfohlen.

Wie immer, Fortsetzung folgt:icon_daumen:

MfG

Eierbecher
 

b31runner

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Sowas kann man ja noch brauchen, wenn man bereits in den Seilen hängt.

Hoffe für dich, dass das noch zu deinen Gunsten ausgeht.

Aber mal was anderes: Dieser Thread steht knapp vor dem 4000ten Klick.

Eine ganze Menge wie ich finde.
 

gelibeh

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die Wegefähigkeit (die Fähigkeit den Arbeitsweg hin und zurück zu bestreiten) ist aber auch ein erheblicher Faktor bei der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit.
Ich habe deshalb meine Rente bekommen. Mein Krebs hat höchstwahrscheinlich keine Rolle gespeilt.
 

Hroos001

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Hallo alle
Bin seid heute auch hier Registriert und möchte mal eure Meinung höhren was ich noch Arbeiten soll

Nach der zusammenfassenden Würdigung der uns vorliegenden Gutachten, Befundberichte und sonstigen ärztlichen Unterlegen durch unseren ärztlichen Berater ist ihr berufliches Leistungsvermögen zwar insoweit eingeschränkt, als ihnen Arbeiten in vermehrter Zwangshaltung, Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten Arbeiten in Nässe und Kälte, sowie Beschäftigungen unter Einfluss von Gasen,Stäuben und Dämpfen nicht mehr zugemutet werden können.Sie können jedoch leichte und im Ausnahmefall mittelschwere Arbeiten mit der Möglichkeit des Haltungswechsels, unter Tagschichtbedingungen, ohne hohem Lärmeinfluss, ohne vermehrten Zeitdruck noch vollschichtig verrichten und sind daher nicht ausserstande, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbsfähig zu sein. Sie sind daher nicht voll erwerbsgemindert im Sinne des §43 Abs 2 SGB VI


Auch Teilserwerbsunfähig wird abgelehnt da ich kein Erlernter Beruf habe und somit Hilfsarbeiter Tätigkeiten ausüben muss

Gruss an alle die das Gleiche Problem haben
 

Doppeloma

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Hallo Hroos001,

Bin seid heute auch hier Registriert und möchte mal eure Meinung höhren was ich noch Arbeiten soll
Diese Frage KANN dir (wenn überhaupt) NUR die AfA beantworten, dafür haben die doch schließlich Arbeits-Berater- und Vermittler...:icon_kinn:

MIR KONNTEN die allerdings AUCH nicht (mehr) weiterhelfen in dieser Frage, haben mir lieber schriftlich gegeben (Amtsarzt), dass ich aus gesundheitlichen Gründen GAR NICHT MEHR vermittelbar bin!

Wäre mal ganz interessant, zu wissen wie alt du so bist, ob ausgesteuert aus dem Krankengeld, bei der AfA oder schon in H4 ??? , seit wann läuft der Renten-Antrag, hast du vor Widerspruch einzulegen...

Warst du bei Gutachtern der DRV, warst du zur Reha, wenn ja, was steht im Reha-Bericht ???

Nach der zusammenfassenden Würdigung der uns vorliegenden Gutachten, Befundberichte und sonstigen ärztlichen Unterlegen durch unseren ärztlichen Berater ist ihr berufliches Leistungsvermögen zwar insoweit eingeschränkt, als ihnen Arbeiten in vermehrter Zwangshaltung, Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten Arbeiten in Nässe und Kälte, sowie Beschäftigungen unter Einfluss von Gasen,Stäuben und Dämpfen nicht mehr zugemutet werden können.Sie können jedoch leichte und im Ausnahmefall mittelschwere Arbeiten mit der Möglichkeit des Haltungswechsels, unter Tagschichtbedingungen, ohne hohem Lärmeinfluss, ohne vermehrten Zeitdruck noch vollschichtig verrichten und sind daher nicht ausserstande, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbsfähig zu sein. Sie sind daher nicht voll erwerbsgemindert im Sinne des § 43 Abs 2 SGB VI
Tja, das ist das übliche Ablehnungs-BLA, BLA, was wir schon ALLE kennen, Vollzeit unter Beachtung diverser Einschränkungen, die ABER "unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes" GAR NICHT berücksichtigt WERDEN (können).

Dann SIND es ja NICHT mehr die "üblichen Bedingungen" und welcher Arbeitgeber nimmt schon bei der NEU-Einstellung gerne Rücksichten auf gesundheitliche Einschränkungen..., die meisten AG machen das ja nicht mal bei langjährigen Mitarbeitern, wenn die nicht mehr so können wie früher, dann werden sie möglichst bald entlassen...:icon_dampf:

Auch Teilserwerbsunfähig wird abgelehnt da ich kein Erlernter Beruf habe und somit Hilfsarbeiter Tätigkeiten ausüben muss
Mit einem erlernten Beruf hat die Teil-EM-Rente nicht unbedingt was zu tun (da meinst du bestimmt die geprüfte Teilrente wegen BerufsUnfähigkeit, für Leute bis Jahrgang 1960 ???), die bekommt man nämlich auch erst, wenn man NUR noch 3 - unter 6 Stunden auf dem "allgemeinen Arbeitsmarkt" arbeiten kann, nach Meinung der DRV.

Tröste dich, die BU-Rente bekomme ich auch nicht (trotz richtigem Jahrgang), obwohl ich einen erlernten Beruf habe, allerdings KONNTE ich den schon die letzten über 10 Jahre NICHT mehr ausüben, aus gesundheitlichen Gründen.

Darum zählt das NICHT mehr, meine letzte (und noch vorhandene Tätigkeit) war /ist ein Anlern-Job, da gilt auch für mich KEIN Berufsschutz mehr...also KEINE BU-Rente...:icon_evil:

Ich habe nächste Woche (mal wieder) einen Termin beim Gutachter (dieses mal vom Sozialgericht), da ist mein EM-Renten-Antrag nämlich jetzt seit einem Jahr schon, im Übrigen bin ich schon GANZ unten angekommen (H4), "selber schuld", WARUM bin ich nach (fast) 40 Jahren Arbeit krank geworden.:icon_neutral:

MfG Doppeloma
 
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