Für Hartz-IV-Familien muss die Kita Pflicht sein

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Arania

StarVIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.178
Bewertungen
178

franzi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.873
Bewertungen
1.619
"Wer gehört eigentlich zur Unterschicht?





Kloepfer: Da müssen drei Merkmale zusammenkommen: Prekäre materielle Verhältnisse sind das eine. Das zweite ist die Bildungsferne. Drittens geht es um ein bestimmtes Verhalten, das den Unterschicht- Status verfestigt und das wenig Chancen bietet, dem Milieu zu entwachsen. Dazu gehört, dass vor lauter Perspektivlosigkeit eigene Anstrengungen fehlen."



Noch dreister gehts ja wohl nicht!


Was ist mit jenen, die


- als Akademiker in Hartz IV rutschen? Oder Menschen mit mehreren Berufsabschlüssen? - Sind die bildungsfern?


- stapelweise Bewerbungen schreiben, sich weiterbilden, Praktikas machen, usw.

nur um aus ihrer Lage herauszukommen?
 

Arania

StarVIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.178
Bewertungen
178
Nein, es müssen ALLE drei Sachen zusammenkommen, ein Akademiker der in Hartz IV rutscht ist ja nicht bildungsfern, das steht dort genau
 

Fortunatus

Elo-User*in
Mitglied seit
28 Mai 2006
Beiträge
331
Bewertungen
16
Alles eine Frage der Sichtweise. Wer soll entscheiden, dass die "Tatbestände" erfüllt werden, um einen Menschen zur Unterschicht dazu zählen zu können? Für einen Akademiker kann schon ein Mensch mit einfacher Berufsausbildung bildungsfern sein, nur weil er nicht die gleichen Abschlüsse hat. In meinem Leben habe ich genügend Menschen kennen gelernt, die reine Fachidioten und ansonsten an Blödheit kaum zu überbieten sind. Aber ich habe auch genügend Menschen kennen gelernt, die trotz fehlender Abschlüsse einen hohen Bildungsgrad haben.
Was sind eigene Anstrengungen? 40 sinnlose Bewerbungen in der Woche?
Auch ist der Titel des Artikels schon wieder vorurteilsbehaftet, denn somit wird Hartz IV-Empfängern automatisch unterstellt, dass sie ihre Kinder in die Kita schicken müssen, weil sie sie nicht richtig selbst erziehen können. Wenn schon Zwänge, dann bitte für alle, denn auch gebildeten Familien entspringen Amokläufer, die keine Perspektive für sich sehen, wenn man den Medien glauben darf.
 
S

sogehtsnich

Gast
Einst waren es Rassen, heute sind es Schichten!
Der Unterschied liegt nur im Wort!
 
E

ExitUser

Gast
Beruf:Um die Rente betrogener Rentner

Was ist denn das für ein Beruf? :icon_klatsch:

Keine Punkte auf dem Konto?:icon_kotz:
 

Bambi_69

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Dezember 2007
Beiträge
681
Bewertungen
43
Einst waren es Rassen, heute sind es Schichten!
Der Unterschied liegt nur im Wort!

So sehe ich das mittlerweile auch.


Hat gestern jemand zufällig diese Sendung im ARD gesehen - war glaube ich Beckmann? Eine "Hartz-IV-Mutter" erzählte da aus ihrem derzeitigen Familienleben. Wie knapp das Geld ist und wie sie trotzdem versucht, über die Runden zu kommen. Wie ihre eigenen Kinder sie unterstützen und auf so vieles verzichten - dafür aber auch Verständnis haben.
Einerseits erntete die Dame anerkennende Worte von Frau von der Leyen (die da ebenfalls mit dabei saß, und ihre Meinung zum Thema Elterngeld etc. äußerte) für den Familienzusammenhalt. Andererseits: Was nutzt einem einmal ein wenig Anerkennung (geheuchelt oder echt, sei einmal dahingestellt), wenn sich an der eigenen Situation ja auf Dauer doch nichts ändert?
Teile der Gesellschaft sind ja gerne voll des Lobes, wenn jemand bescheiden, anspruchslos und aufopferungsvoll lebt. Aber wehe, man äußert Forderungen auf ein besseres Leben. Dann wird man schnell zum Schmarotzer abgestempelt.

Liebe Grüße
Bambi_69
 

Doink

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
26 Januar 2009
Beiträge
550
Bewertungen
6
Auch ist der Titel des Artikels schon wieder vorurteilsbehaftet, denn somit wird Hartz IV-Empfängern automatisch unterstellt, dass sie ihre Kinder in die Kita schicken müssen, weil sie sie nicht richtig selbst erziehen können. Wenn schon Zwänge, dann bitte für alle, denn auch gebildeten Familien entspringen Amokläufer, die keine Perspektive für sich sehen, wenn man den Medien glauben darf.

Genau das wollen sie aber. Je mehr Hetze gegen uns desto besser, dann legitimiert es ja den Kinderklau umso mehr.

Aber Du sprichst genau das an was ich auch denke. Gerade die Kinder, die amok laufen, oder in Drogen abrutschen kommen meist aus Familen wo beide Eltern fast den ganzen Tag arbeiten und sich nen exkrement um die Kinder und deren Belangen kümmern und gekümmert haben. Ich sehe es doch hier. Hier werden die Kids schon mit 3, teilweise noch im Säuglingsalter abgeschoben, damit die Karriere an erster Stelle steht.
 

Erolena

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 November 2007
Beiträge
5.939
Bewertungen
1.508
Hier werden die Kids schon mit 3, teilweise noch im Säuglingsalter abgeschoben, damit die Karriere an erster Stelle steht.

Vielleicht stimmt in den Fällen von denen Du sprichst der Begriff "Karriere". Aber im Regelfall wird es wohl um ganz normale Berufsarbeit gehen. Ich weiß nicht, warum das neudeutsch als "Karriere" bezeichnet wird. Damit wird schon vom Begriff her unterstellt, dass die eigentliche Aufgabe das "Muttersein" darstellt, dagegen die Berufsarbeit von Müttern irgendetwas "absurdes" "eigensüchtiges" darstellt. Wer würde denn von "Karriere" sprechen, wenn der Vater als Maurer arbeitet oder als Bürokaufmann.

Wenn die Kindereinrichtungen so schlecht sind, wie man gelegentlich hört, dann müssen eben die Mütter und Väter sich auch mal zucken. Das haben die Mütter z.B. in den 1950er Jahren hier auch gemacht. Jedenfalls in den Kindergärten die ich kenne, wurden die Kinder nicht "abgeschoben" sondern ziemlich qualifiziert betreut, haben gespielt und wurden gebildet. So einige Male bin ich nachmittags noch eine Runde einkaufen gegangen, weil das Kind vor dem Nachhausegehen erst noch wichtige Spiele zu Ende bringen wollte.

Beim Schuleintritt gab es bei einem hohen Grad des Kindergartenbesuchs nicht solche gravierenden Unterschiede im Entwicklungsstand der Kinder wie sie jetzt festzustellen sind. Die Entwicklungsunterschiede beim Schulbeginn betragen ja bis zu einem Jahr. (Da rede ich Unterschieden zwischen sog. "normalen" Kindern - nicht von Kindern mit Behinderungen o.ä.) Damit ist schon für viele Kinder der Zug abgefahren bei so einem Schulbeginn.
Meiner Meinung nach sollte es ausreichend Kindergartenplätze geben für alle, die das wollen - und das am besten kostenlos.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.873
Bewertungen
1.619
@ bambi:

"Teile der Gesellschaft sind ja gerne voll des Lobes, wenn jemand bescheiden, anspruchslos und aufopferungsvoll lebt. Aber wehe, man äußert Forderungen auf ein besseres Leben. Dann wird man schnell zum Schmarotzer abgestempelt."


Danke für diesen schönen Satz!! :icon_klatsch::icon_klatsch::icon_klatsch:
 

Donauwelle

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 Januar 2008
Beiträge
1.440
Bewertungen
125
Nun - es handelt sich hierbei um 1- bis 2- jährige Kinder. Um Kindertagesstätten mit dem Personalschlüssel von wohl 8-10 Kindern pro Betreuer...

Die Bildung kann sich doch in diesem Alter in den Tagesstätten wohl nicht mehr als auf ein regelmässiges Windelwechseln beziehen... - daneben hat die Kindererzieherin wohl kaum mehr als 10 Minuten am Tag um sich individuell um das Kind zu kümmern.

Voneinander werden die Kinder in diesem Alter wohl auch noch sehr wenig lernen - 2-Wort-Satz-Kind lernt das 3. Wort vom 3-Wort-Satz-Kind...
 
E

ExitUser

Gast
Inge Kloepfer hat das schon öfters gesagt und auch gleichzeitig gemeint, das es nur zusammen gehen kann. Kinder- und Jugendbetreuung und bessere Bildungseinrichtungen, nicht eins nach dem Anderen.

Da gab es mal eine gute Diskussion dazu im TV.
 

franzi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
23 März 2009
Beiträge
3.873
Bewertungen
1.619
Nun - es handelt sich hierbei um 1- bis 2- jährige Kinder. Um Kindertagesstätten mit dem Personalschlüssel von wohl 8-10 Kindern pro Betreuer...

Die Bildung kann sich doch in diesem Alter in den Tagesstätten wohl nicht mehr als auf ein regelmässiges Windelwechseln beziehen... - daneben hat die Kindererzieherin wohl kaum mehr als 10 Minuten am Tag um sich individuell um das Kind zu kümmern.

Voneinander werden die Kinder in diesem Alter wohl auch noch sehr wenig lernen - 2-Wort-Satz-Kind lernt das 3. Wort vom 3-Wort-Satz-Kind...


... womit wir wieder beim Thema "Mutter-Kind-Beziehung" wären, welches immer mehr in den Hintergrund rückt.

:icon_party:
 

Clint

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
31 Oktober 2005
Beiträge
796
Bewertungen
26
Das hier diskutierte Konzept ist schon in sich unlogisch.
Wenn die "Unterschichtseltern" so veranwortungslos und bildungsfern sind, dass man ihnen die Kinder so früh wie möglich wegorganisieren muß, warum benutzt man sie dann ausgerechnet in Schulen zu Hauf als 1-Euro-Jobber? Darf man dann solche Leute auf hilflose Alte loslassen, natürlich auch ohne sie entsprechend zu bezahlen? Und wieso ändern sich deren Defizite schlagartig, wenn sie vernünftig bezahlt werden?
Was soll eigentlich aus den Kindern, schichtsunabhängig, werden, die individuellere Betreuung (zum beispiel medizinisches Personal) oder andere Förderung, als in den gängigen Programmen angeboten, brauchen?
Ich denke, wir können was besseres tun, als zu verstehen versuchen, wer gerade wen als Unterschicht definiert und woran er seine Kriterien festmacht. Statt dessen sollte man als Eltern darauf bestehen, für seine Kinder die sozialen Leistungen zu bekommen, die sie brauchen. Das Elternrecht und die Elternpflicht ist auch für Hartz4-Betroffene noch nicht abgeschafft und bei all dem Aufwand, der damit zusammenhängt, glaube ich auch nicht, dass ein Staat den wirklich übernehmen will. Elisabeth
 

Arania

StarVIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.178
Bewertungen
178
Inge Kloepfer hat das schon öfters gesagt und auch gleichzeitig gemeint, das es nur zusammen gehen kann. Kinder- und Jugendbetreuung und bessere Bildungseinrichtungen, nicht eins nach dem Anderen.

Da gab es mal eine gute Diskussion dazu im TV.


In einem Punkt hat sie völlig recht, in den 60er und 70er Jahren gab es das, das Familien für ihre Kinder etwas besseres wollten, bessere Schulbildung, besseren Beruf etc,

Nur: wir haben heute das Problem, das selbst ein Abitur keinen Ausbildungsplatz mehr bedeutet und es bedeutet auch nicht, das derjenige wirklich "gebildet" ist, denn der Lehrplan geht momentan am wirklichen Leben vorbei
 
E

ExitUser

Gast
In einem Punkt hat sie völlig recht, in den 60er und 70er Jahren gab es das, das Familien für ihre Kinder etwas besseres wollten, bessere Schulbildung, besseren Beruf etc,

Nur: wir haben heute das Problem, das selbst ein Abitur keinen Ausbildungsplatz mehr bedeutet und es bedeutet auch nicht, das derjenige wirklich "gebildet" ist, denn der Lehrplan geht momentan am wirklichen Leben vorbei


Scheint aber so gewollt zu sein, wenn man selbst für "einfache Arbeiten" schon eine mittlere Reife braucht.

Schwarz-Gelb macht ja so weiter, sie wollen "hoch qualifizierte" mit Stipendien unterstützen und für "den Rest" wird kaum etwas gemacht, weil angeblich "zu teuer". Kein Wunder, das viele in ihrer Perspektivlosigkeit kaum noch richtig in der Schule mitarbeiten, weil "der Konsum lockt" oder man eh keine richtige Chance hat, irgendwie mit dem, was man kann, kaum weiter kommt als Hilfsarbeiter zu werden. Da steckt Absicht dahinter.
 
E

ExitUser

Gast
Wie weit ist das Niveau der Schulbildung gesunken, wenn man für einfachste Arbeiten einen HSA braucht?
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten