Führen sich auf wie Inkasso-Unternehmen

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Ferdinand456

Gast
Als hätte man einen Gläubiger am Hals, wird man bestimmte Zeitarbeitfirmen nicht mehr los, obwohl man deutlich darum gebeten hatte, einen aus dem Pool zu nehmen, weil keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich ist.

1. Im Februar letzten Jahres bewarb ich mich bei einer Zeitarbeitfirma, zumal ich nach Abbruch einer Maßnahme eine Sanktion erwarten musste. Die trat auch ein. Obwohl die Zeitarbeitfirma Stellen zu vergeben hatte, für die ich mich dringend interessierte, nur eben "überqualifiziert" sei, ließ man mich in die Sanktion hinein hängen und gab mir keinen ihrer Jobs.

2. Im Winter letzten Jahres auf einmal ein Anruf, ich solle mich sofort melden.

3. Meine Absage und meine Bitte, mich aus ihrem Pool zu nehmen, begründete ich damit, dass man mich habe bewusst in eine Sanktion hängen lassen, als ich mich für ihre Jobs interessierte und dass somit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.

4. Im März diesen Jahres nun eine Aufforderung von Seiten des Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit, ich solle mich bei genau dieser Firma für eine "Outbound-Call-Center-Tätigkeit", bei der angeblich Termine mit "Technikern" für die Kunden ausgemacht werden, bewerben. Bestätigte meine Vermutung, dass ich mit dieser Firma nicht vertrauensvoll zusammenarbeiten werden kann, zumal sich diese Tätigkeit sicher nicht im technischen Bereich befindet, denn "Outbound" bedeutet ja so viel wie "wir rufen Kunden an, ohne dass sie einen Bedarf verspüren, den Bedarf versuchen wir zu wecken". Also Werbung, womöglich unerlaubt.

5. Ich lehnte mit o. g. Begründung ab, dass mir eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicnt möglich scheint, zumal man mich in Zeiten der Not habe hängen lassen und mir keine Arbeit geben wollte, obwohl ich den Bedarf dringend angemeldet hatte (damals sogar niedrig bezahlt).

6. Keine zwei Tage später flattert von derselben Firma ein Schreiben aus der Schweiz hier ein. Sie hat meine Adresse einfach an ihre Zweigstelle in der Schweiz weiter gegeben. Man bedanke sich für die Zusendung meiner Unterlagen (ich habe niemals irgendwelche Unterlagen in die Schweiz geschickt) und lade mich an dem und dem Tag zum Vorstellungsgespräch ein, Fahrtkosten werden selbstverständlich nicht übernommen.

Das sind ja international wirkende mafiose Strukturen.....:icon_kinn:
 


Roter Bock

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Tja - ohne Übernahme der Fahrtkosten bewegst Du Dich keinen Zentimeter. Wie weit ist die Schweiz weg?

Es gab mal so ne Geschichte mit der Übernahme der Fahrtkosten durch da Jobcenter für eine Bewerbung maximal 130,00 Euro.

Falls Du nicht in geringer zur Schweizer Grenze kannst Du das vom Regelsatz nicht investieren.

Roter Bock
 
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Ferdinand456

Gast
Tja - ohne Übernahme der Fahrtkosten bewegst Du Dich keinen Zentimeter. Wie weit ist die Schweiz weg?

Es gab mal so ne Geschichte mit der Übernahme der Fahrtkosten durch da Jobcenter für eine Bewerbung maximal 130,00 Euro.

Falls Du nicht in geringer zur Schweizer Grenze kannst Du das vom Regelsatz nicht investieren.

Roter Bock
Ich wohne nur einen Steinwurf von der Schweiz entfernt, könnte sogar zu Fuß hingehen. Trotzdem könnten sie, wenn sie mich angeblich so sehr benötigen, mir diese wenigen Cent an Fahrtkosten gönnen. Nicht einmal die haben sie übrig, also scheine ich denen als Arbeitskraft überhaupt nichts wert zu sein, insofern können sie auch gerne auf mich verzichten. Na, ich überlege mir mal, was ich denen antworte oder ob ich hingehe.

Was die rechtliche Lage angeht, nämlich einfach meine Kundendaten ans Ausland weiter zu reichen, da muss ich mich noch genauer informieren. So etwas könnte denen Ärger einbringen, denke ich mal.
 
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ExitUser

Gast
Ich hatte vor drei Jahren den Fehler gemacht, meine Handynummer bei der Agentur für Arbeit anzugeben.
Seit zwei Jahren habe ich wieder Arbeit, aber auf meinem Handy hat fast jeden Tag irgendeine Zeitarbeitsfirma angerufen und versucht sich bei mir einzuschleimen.
Ich habe mir dann eine neue Simkarte zugelegt und die alte entsorgt.
Ich weiß, es war damals ein fehler die Nummer rauszurücken.
Aber es wird mir nie mehr passieren.
Sollte ich wieder arbeitslos werden, wo ich von ausgehe, da ich jetzt schon lange krankgeschrieben bin, und wahrscheinlich auch berufsunfähig werde, ich werde meine Handynummer nie mehr der Agentur für Arbeit geben.:icon_evil:
 

elobesuch

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widerrufe alle Deine genehmigungen überall, Deine telefonnumer und deine email-Adresse zu verwenden und verweise auf datenschutz, ebenso bei weitergabe Deiner Unterlagen, mache klar, daß Du RA und datenschutzbeauftragte einbindest, falls nicht.
post reicht. terror brauchst du nicht, schließlich wolltest Du mal ganz ernsthaft bei denen arbeiten. ich glaube, Du mußt nicht das land verlassen, auch wenn die BA gern alle alo aus D rausschmeißen würde. lies Dir den thread durch, der sich mit bewerbungen bei zeitarbeitsfirmen beschäftigt. es gibt längst AG in anderen angrenzenden ländern, die gerne die so gut wie kostenlosen deutschen elo "absahnen" möchten bei satten gewinnen, der deutschen menschenverachtung sei dank.
und organisiere Dich ggfs. gewerkschaftlich (auch hier gibt es einen thread zu einer Gewerkschfts-oder vereinsgründung zu elo, mach einfach auch da mit) und sag das den "arbeits"vermittlern (bzw. schreib Deine mitgliedschaft in Deine bewerbung), daß Du für verantwortungsvolle bezahlung,"equal pay" mit stammmitarbeitern und verantwortungsvollen umgang mit mitarbeitern einzustehen bereit bist.
jemand, den man zur arbeit tragen muß, weil er todunglücklich und gezwungen ist, wollen oft selbst eingefleischte ausbeuter nicht wirklich haben. hoffentlich läßt man diesen quatsch bald sein und vermittelt den leuten ordentliche abgesicherte arbeitsplätze, die zu ihnen passen und in denen sie dauerhaft bleiben können statt nur ausgelutscht und weggeschmissen zu werden.
 
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Das ganze ist ja echt gruselig.

Zum Glück haben die nirgendwo meine Telefonnummer.
 

Esreicht

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"überqualifiziert" heißt doch nur du bist denen zu teuer .

mach denen doch mal einen Tarifvorschlag :
dein tarif pro stunde : € 40 .- netto -- du must ja von irgendwas
in diesem tollen Sytem leben -- oder?:icon_smile:


genau das ist es....
Das sind ja international wirkende mafiose Strukturen.....:icon_kinn:[/QUOTE]
 
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Ferdinand456

Gast
Das ganze ist ja echt gruselig.

Zum Glück haben die nirgendwo meine Telefonnummer.
Das wird noch gruseliger, wenn die Schweizer Mafiosi bei mir anrufen. Meine Telefon-Nummer ist nämlich eine offizielle Geheimnummer, steht in keinem Telefonbuch.

Die wurde hier ja schon einmal weiter gegeben, als ein Arbeitsvermittler aus Stendal mich anrufen wollte, damit ich meine Aussage beim Amt zurückziehe, er habe 700 Vermittlungsgutscheine auf dem Tisch (es ging also um 700 x 2.000 Euro = 1,4 Millionen Euro Steuerabzocke-Versuch) und "alle machen mit, nur Sie nicht". Als ich ihn fragte, von wem er meine Telefon-Nummer habe, meinte er, seine Kumpel von der Zeitarbeitfirma hätten sie ihm gegeben. Das Hauptzollamt war damals eingeschaltet worden, als ich mit Staatsanwalt drohte, legte er auf.

Sowas passiert dann, wenn man versucht, mich über meine offizielle geheime Telefon-Nummer zu belästigen. Die Gewerkschaft hier ist übrigens recht lasch, von denen kann man keine Hilfe erwarten, sind eher arbeitgeberfreundlich hier.
 
E

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Gast
Offizielle Geheimnummer ist Quatsch. Du stehst also nicht im Telefonbuch, so wie viele andere auch. Schön, ich stehe da auch nicht drin. Aber es wird von der Arge und anderen Behörden und Stellen halt Munter Datenverkauf betrieben.
 
G

Gelöschtes Mitglied 4560

Gast
Bevor es noch teuer wird, solltest Du Dich an Dein JC wenden und dort einen Reisekostenvorschuß /-kostenübernahme beantragen.


Diese ZAF könnte man zwingen Dich aus ihren Akten und Datenbanken zu entfernen.
 
F

Ferdinand456

Gast
Offizielle Geheimnummer ist Quatsch. Du stehst also nicht im Telefonbuch, so wie viele andere auch. Schön, ich stehe da auch nicht drin. Aber es wird von der Arge und anderen Behörden und Stellen halt Munter Datenverkauf betrieben.
Das ist kein Quatsch. Eine Telefon-Nummer, die nicht im Telefonbuch verzeichnet ist, hat einen besonderen Status, insbesondere rechtlich. Den kann man auskosten und sollte man auch auskosten, wenn diese Telefon-Nummer ans Ausland weiter gereicht wird.

Es gibt für alles Grenzen und die fangen spätestens an den deutschen Grenzen an. Wenn man sich alles gefallen lässt, rufen sie irgendwann aus Sibirien an, um dich zum Arbeitsdienst abzurufen. Deine Feststellung, dass von der Arge und anderen Behörden und Stellen munter Datenverkauf betrieben wird, kann ich nicht unterstreichen. Hier handelt es sich um eine Zeitarbeitfirma, die meine ihr anvertraute Adresse an ihre Schweizer Zweigstelle weitergegeben hat, worauf die Zweigstelle mir schreibt, man bedanke sich für die "Übersendung" meiner Unterlagen.

Da ich dieser Zweigstelle nie irgendwelche Unterlagen übersandte, kann ich davon ausgehen, dass die Zeitarbeitfirma aus Deutschland meine Bewerbungsunterlagen (mitsamt Telefon-Nummer) in die Schweiz weiter gereicht hat.

Ich muss da überhaupt nicht hin. Wenn es schon so anfängt, kann man es gleich vergessen. Auf Lügen, Dämlichkeiten und Albernheiten basiert kein Arbeitsverhältnis.
 
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ExitUser

Gast
Ich geb dir recht, dass es eine Schweinerei ist, was da gemacht wurde. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.

Aber eine Nummer ist trotzdem keine Geheimnummer, nur weil sie nicht im Telefonbuch erscheint.
 
F

Ferdinand456

Gast
Ich geb dir recht, dass es eine Schweinerei ist, was da gemacht wurde. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.

Aber eine Nummer ist trotzdem keine Geheimnummer, nur weil sie nicht im Telefonbuch erscheint.
Meine ist eine Geheimnummer, vor vielen Jahren für teuer Geld beantragt, bei Nachfrage (außer von der Bullerei) weder beauskunftet noch sonst etwas.

Aber darum geht es eigentlich gar nicht. In erster Linie geht es darum, dass Zeitarbeit-Firmen seit einiger Zeit die Arbeitslosen anschreiben "Vielen Dank für Ihre Bewerbung!", obwohl sie sich nie dort beworben haben, bin ich nicht der Erste hier, haben ja schon einige berichtet. Nur, wenn das aus dem Ausland kommt, hat es nochmals ein besonderes G'schmäckle.
 
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Ferdinand456

Gast
Nachdem ich dieses Thema hier eröffnete, hatte ich inzwischen zwei weitere Schweizer Call-Center an der Backe kleben.

Oben genanntes Call-Center lud mich zum Vorstellungsgespräch ein. Man klärte mich darüber auf, dass natürlich nur Bestandskunden angerufen werden, keine Neukunden. Ich erläuterte deutlich, dass ich prinzipiell nicht in der Lage bin, wie heutzutage verlangt 95 % der Arbeitszeit zu sprechen. Genau das wird verlangt. Weiter erläuterte ich, dass meine Stimme nicht mein Werkzeug ist, ich nach spätestens 3 Stunden Non-Stopp-Telefonieren heiser bin und nach drei Tagen spätestens komplett erkältet. Was auch stimmt. Ich bot an, in der Produktion zu arbeiten, was ich sehr gerne täte, und so verabschiedeten wir uns.

Während früher Inbound-Callcenter klar getrennt arbeiteten (man wartete auf eingehende Anrufe und rief keinerlei Kunden oder Neukunden an), wird das heutzutage vermischt. Diese Stellen werden als Inbound-Stellen ausgeschrieben, oder aber als Inbound-Outbound. Nach ca. einem halben Jahr Arbeitszeit erhöht sich der Druck. Wer ein Gewissen hat, muss es an der Türe abgeben oder aber den Job aufgeben. Denn aus Inbound wird spätestens dann die Anforderung, Outbound zu arbeiten und Neukunden zu werben.

Die zweite Vermittlung an ein Schweizer Call-Center verlief nun so, dass mir vom Arbeitgeberservice die Adresse eines deutschen Arbeitsvermittlers genannt wurde, wo ich mich bewerben solle. Gesagt, getan. Ich erwartete natürlich, dass nach Eingang meiner Bewerbung zunächst ein Vermittlungsvertrag geschlossen wird, zu dem ich persönlich eingeladen werde und meine Unterschrift hinterlasse. Pustekuchen. Am selben Tag noch leitete der Arbeitsvermittler meine gesamten Bewerbungsunterlagen WIEDER einfach ins Ausland weiter, ohne mich vorher gefragt zu haben. Im Nachhinein schickte er mir eine E-Mail, die zwei Anhänge enthielt und erklärte mir, dass er meine Bewerbung schon einmal an das Unternehmen in der Schweiz weiter geleitet habe.

Da ich grundsätzlich keine Anhänge von Fremden öffne und ohne Vermittlungsauftrag nicht damit einverstanden bin, dass meine Daten einfach an fremde Firmen ins Ausland weiter geleitet werden, war das kein guter Anfang. Diese zwei Anhänge waren übrigens ein Kenntnis-Test, also ein Einstellungstest über meine Eignung für diese Tätigkeit.

Ich erkundigte mich im Internet über dieses Call-Center und erfuhr, dass es ein riesiger deutscher Konzern ist, bzw. mit einem solchen zusammenarbeitet, der sich wohl aufgrund des bald anstehenden Werbe-Verbotes in Deutschland ins Ausland niederlässt, um von dort aus diese Telefonwerbung zu betreiben. Ich erfuhr, dass das Gehalt anfangs für Deutsche enorm hoch erscheint, allerdings mit Fallen belegt ist. Erstens entspricht es dem Gehalt eines ungelernten Hilfsarbeiters in der Schweiz. Zweitens erfuhr ich, dass bereits ein Anwalt eingeschaltet wurde, zumal die Arbeitszeit erst ab dem Zeitpunkt berechnet wurde, ab dem der Computer hochgefahren ist. Zudem gab es Probleme mit der Fortzahlung von Geldern im Krankheitsfall. Ich erfuhr, dass auch 50-Plus-Teilnehmer in diese Jobs gedrängt werden, spätestens nach einem halben Jahr wieder ausgemustert werden, weil sie dem Druck nicht gewachsen sind, der langsam aber stetig aufgebaut wird.

Ich fragte einen Schweizer Freund, der mir umgehend erklärte, dass in dieser Firma niemand länger als ein halbes Jahr bleibe. Genau wie ich es mir gedacht hatte, denn die ersten zehn (!!!) Bewerber wurden bereits vor 8 Monaten rekrutiert, wie zunächst an der Referenznummer erkennbar war (begann mit 10000-107....., obwohl wir längst bei 108 sind), dann noch am Datum der Veröffentlichung in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit. Das ungefähr halbe Jahr Arbeitszeit war vorbei und nun sollte also ich zum nächsten Schwung gehören.

Interessant weiterhin: Das neue Vermittungsgutschein-Gesetz.
Das, wovor der Bundesrechnungshof seit Jahren warnt, nämlich Abzocke mit Vermittlungsgutschein, wurde nun von der Regierung als offiziell anerkanntes Mittel gesetzlich abgewunken. Und zwar nicht mehr unter Vorbehalt und Befristung, sondern als fester Paragraph des SGB. Schlimmer noch: Der Vermittlungsgutschein heißt jetzt "Aktierungs-und-Vermittlungsgutschein". Diejenige Firma, die Arbeitslose für nur drei Monate einstellt, kann entsprechenden Gutschein vom Arbeitsamt bekommen, nicht, weil er jemanden in eine feste Stelle vermittelt hat, sondern weil er jemanden für 3 Monate "aktiviert" hat. Zahlt der Steuerzahler.

Noch viel schlimmer: Diese Aktivierungs-und-Vermittlungsgutscheine können ausgestellt und eingelöst werden, OHNE DASS DER ARBEITSLOSE JE EINEN VERTRAG MIT EINEM ARBEITSVERMITTLER GESCHLOSSEN HAT. Wer genau nachdenkt, was das bedeutet, bemerkt, dass es ein Skandal ist. Schindluder und Missbrauch des Vermittlungsgutscheins wurde nun von der Regierung gesetztlich verankert und abgewunken. Auf manchen Internetseiten wird empfohlen, dennoch auf einem Vermittlungsvertrag zu bestehen. Genau dies ist auch meine Empfehlung.

Ich vermute, dass diese Gutscheine einfach direkt vom Amt an den Arbeitsvermittler gereicht werden, ohne dass der Bewerber je davon erfährt. Das könnte auch erklären, weswegen "mein" Arbeitsvermittler einfach meine Bewerberdaten ohne mein Zutun ins Ausland gereicht hatte. Na so ein Zufall, dass diese Call-Center-Jobs in der Schweiz erst einmal auf drei Monate befristet sind! :biggrin: (Man hat ja den Arbeitslosen "aktiviert", also ist man berechtigt, den Aktivierungsgutschein einzulösen. Eine neue Art der "Maßnahme" sozusagen).

Als ich also diesem Vermittler erklärte, dass ich unter diesen Umständen weiter an dem Stellenangebot nicht interessiert bin, erfolgte prompt, was ich erwartete: Am nächsten Morgen blinkte mein AB und wen wohl hörte ich dort? Genau: Die Schweizer. Man habe erfahren, dass ich mich geweigert hätte, den Test durchzuführen und wolle mich einmal sprechen, ich solle doch bitte zurückrufen. (Aha, dachte ich, deswegen heißen sie also "Call-Center". Weil sie einen anrufen). :biggrin:

Was wohl erfolgte? Mein umgehender Anruf beim Arbeitsvermittler, dass ich doch darum bitte, weitere Kontaktversuche zu unterlassen und er solle bitte der Schweizer Firma erklären, dass sie nicht berechtigt sind, mich weiter anzurufen, zumal ich keinen Vermittlungsvertrag mit ihm, dem Arbeitsvermittler, geschlossen hätte. Aber ja doch, kleines Missverständnis, erklärte er, und nie wieder rief man mich an. Weiter noch erklärte ich ihm, dass ich gerne in der Produktion arbeiten würde (was tatsächlich stimmt) und gerne deswegen auch mit ihm einen Vermittlungsvertrag schließen würde, aber bitte nicht Call-Center. Alles klar, er überlegt es sich. Na bitte, geht doch.

Nun ein ganz locker unverbindliches Angebot vom Arbeitsamt. Man sei in der Schweiz über meine Daten in der Jobbörse der Agentur für Arbeit auf mich aufmerksam geworden, bzw. möchte als Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen. Das ist ein Witz, denn meine Daten stehen seit zehn Jahren in der Datei und noch nie wurde auch nur ein einziger Arbeitgeber deswegen auf mich aufmerksam. Ohne Rechtsfolgenbelehrung, ohne alles. Und was ist es wohl? Natürlich: Call-Center. Übrigens alle drei unter den selben Bedingungen. Immer eine dreiwöchige Schulung im Vorhinein. Und wo landete wohl dieses Schreiben? Natürlich in Ablage "P" und tschüss.

Wer das hier nun liest und im Gegensatz zu mir sehr an einer Tätigkeit im Call-Center in der Schweiz interessiert ist und nichts dagegen hat, 95 % der Arbeitszeit zu plappern und abwechselnd Kunden zu helfen wie auch zu angeln: Gehalt liegt bei ca. 3.600 Schweizer Franken monatlich, 42-Stunden-Woche, dazu, wie in der Schweiz üblich, 21 Tage Urlaub im Jahr. Oben genannte Risiken (Arbeitszeit erst, wenn der Computer hochgefahren ist, etc.) inbegriffen. Hier noch ein guter Währungsrechner. 3.600 SFR entsprechen derzeit ca. 2.375,- Euronen.
 
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Ferdinand456

Gast
Was ich vergaß:

Wer Pech hat, wird gleich ins Kosovo weitergeleitet:
Callcenter in Pristina jagen Kunden in der Schweiz: Hallo, hier ist Krankenkasse Kosovo

Oder aber wird unfreiwilliger Teilnehmer einer Razzia:
1000 Polizisten, 64 Razzias: Schlag gegen Call-Center-Mafia | handelszeitung.ch

Auf jeden Fall ist eines klar: Mit dem Wort "Call-Center-Agent" im Lebenslauf kann man jede bürgerliche Karriere in der Schweiz wohl vergessen. Denn belästigt wird in erster Linie natürlich der Mittelstand und die sogenannte Oberschicht.

Aber gut, das hat jetzt weiter mit Zeitarbeit nichts mehr zu tun, obwohl dieses Thema ja damit begann, dass eine Zeitarbeit-Firma meine Daten einfach ins Ausland weiter geleitet hatte.
 

gila

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:eek: ich bin gerade vollkommen "fasziniert" von deinem "Krimi" hier und fasse es nicht, was ab geht ...
Hochinteressant, was man so als Elo alles erleben kann :icon_eek:
 

ShankyTMW

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Kann ich Gilla nur zustimmen, mich fasziniert das auch gerade. Dreist und Hemmungslos.

Ich bin von ZAFs ja schon so einiges gewöhnt, aber die Geschichte reißt mich gerade vom Hocker - halt weils diesmal Grenzübergreifend ist. :eek:

(Vermittlungsgutscheinmauscheleien und ZAF/PAV zusammenschlüsse im selben Haus die sich gegenseitig vermitteln um beide Seiten abzugreifen, PAVs die quasi Kundensharing betreiben, oder sich den Erlös der Vermittungsgutscheine teilen wenn der ein nix hat - das ist schon lange nix neues mehr im D-Land)
 
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Ferdinand456

Gast
Kann ich Gilla nur zustimmen, mich fasziniert das auch gerade. Dreist und Hemmungslos.

Ich bin von ZAFs ja schon so einiges gewöhnt, aber die Geschichte reißt mich gerade vom Hocker - halt weils diesmal Grenzübergreifend ist. :eek:

(Vermittlungsgutscheinmauscheleien und ZAF/PAV zusammenschlüsse im selben Haus die sich gegenseitig vermitteln um beide Seiten abzugreifen, PAVs die quasi Kundensharing betreiben, oder sich den Erlös der Vermittungsgutscheine teilen wenn der ein nix hat - das ist schon lange nix neues mehr im D-Land)
Das ist hier im Grenzgebiet Süddeutschland-Schweiz vollkommen normal. Auch als Taxifahrer macht man ähnliche Erfahrungen. Da bekommt man auf einmal den Auftrag, ein Päckchen über die Grenze in die Schweiz zu fahren und hier oder dort abzugeben. Natürlich nimmt man es nicht an, denn man läuft Gefahr, mit einem solchen Päckchen versehentlich irgendetwas zu schmuggeln. Fahrgäste natürlich darf man über die Grenze fahren und sollten die etwas in ihrem Gepäck haben, dann tragen sie alleine die Verantwortung für den Inhalt ihres Gepäcks und nicht der Taxifahrer.

Der Nachtfahrer meines Wagens hatte eine Weile versehentlich einen Drogenboss regelmäßig nach Zürich gefahren. Wusste er nicht. War ein guter Kunde, der einfach regelmäßig mit ihm fuhr. Plötzlich stand die Sondereinheit in seinem Zimmer, fehlte nur noch der Hubschrauber und "Hott-hott-hott!"-Rufe von denen, die sich gerade abseilen und im Gebüsch verstecken. :biggrin:

Apropos Taxi: Natürlich hatte ich gedacht "wer Call-Center können soll, der kann auch Taxi fahren" und reflexartig mal wieder beim Landratsamt angefragt, ob es eventuell jetzt langsam einmal möglich sei, nach 15 Jahren Berufsverbot wieder den Taxischein zu erwerben, prompt kam wieder die Antwort, sie müsse mich vorher noch zu einem Psychiater schicken (Anmerkung: Aufgrund bestimmter mafioser Strukturen hier in der Region wurde ich vor knapp 15 Jahren für lebenslang irre erklärt, inklusive versuchter Zwangseinweisung, etc., etc.). Auch meine Argumentation, dass ich seit 29 Jahren vollkommen unfallfrei und ohne jede Punkte in Flensburg fahre, zog bei ihr nicht. :biggrin:

Das ist's Schwobeländle: "Mir könnet ell's - außer hochdeutsch". Sogar Mafia können sie. :icon_klatsch:
 
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