Frühverrentungen wegen Depression auf Rekordhöhe

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saida25

Elo-User*in
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Kam auch soeben im Radio. Schon krass!!!

Kenne genügend Leute, die davon betroffen sind.
Mobbing war das Thema Nr. 1
 

saida25

Elo-User*in
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"Jetzt erarbeiten wir Hand in Hand mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und Unfallkassen, welche Programme und Konzepte und konkreten Regeln Belegschaften wirksam vor psychischen Belastungen schützen können", kündigt von der Leyen an.


Ende Januar will sie die Initiative für besseren psychischen Arbeitsschutz ins Leben rufen.
:icon_klatsch:

Sollte sich eher mal die Initiative gegen die Sanktionen zur
Brust nehmen!!

Die Angst vor ALG II kann auch krank machen!!!

Oder sagen wir es mal anders: Viele Leute haben Dank schlecht
bezahlter Arbeit bereits mit diesem System zu tun!!
Das ist doch krank!!!
 
F

Ferdinand456

Gast
Vier von zehn Frührentnern hierzulande sind psychisch krank. Damit ist ein neuer Rekordwert erreicht – und Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik streiten darüber, wer nun was zu tun hat.


Arbeitsmarkt : Frühverrentungen wegen Depression auf Rekordhöhe - Nachrichten Wirtschaft - DIE WELT

Naja, anbetracht der Tatsache, dass inzwischen bereits das Bedürfnis, ab und zu alleine ein Buch zu lesen, als "Aspergersyndrom" diagnostiziert wird (autistische Störung), korrigieren wir dem Realitätssinn zuliebe einmal die Zahl herunter auf "vier von zehn Frührentnern hierzulande wurden als psychisch krank diagnostiziert, in Wahrheit sind es aber nur zwei von zehn".

Ab nächstem Jahr werden sich die "psychischen Erkrankungen" auf wundersame Weise vermehren, während sich die Arbeitslosenzahlen auf wundersame Weise entsprechend verringern werden, denn jeder "psychisch Kranke" fällt aus der Statistik, selbst wenn er den vollen Satz ALG-II bezieht:

Ein Kämpfer wider den Diagnosewahn - News Wissen: Medizin & Psychologie - tagesanzeiger.ch

Wie im Artikel von "DIE WELT" ja zu lesen ist, kam auch Arbeitgeberpräsident Hundt zu Worte, indem er erklärte, dass Arbeit sogar heilsam ist. Ganz unrecht hat er nicht, nur gehört diese Aufgabe sicher nicht in Herrn Hundts Hände. In der Realität läuft es dann so: "Obwohl Sie psychisch krank sind, somit weniger leisten als andere, geben wir Ihnen gnädigerweise die Chance, bei uns zu arbeiten. Wobei wir zunächst natürlich an ein unbezahltes Praktikum denken, später verdienen Sie weniger als andere, Sie wissen ja, Sie leisten weniger". In Wahrheit hat er einen Hochleister vor sich, der eigentlich kerngesund ist, nur eben als "psychisch krank" diagnostiziert wurde.

Politik, Psychiatrien, Gewerkschafter und Unternehmer reichen sich bei diesem Thema die Hände. Am Ende geht der gutgläubige Arbeitnehmer als "Burnout-Patient" in eine Klinik, während in seiner Krankenakte (die ein Psychiatriepatient so gut wie nie zu Gesicht bekommt) vermerkt wurde, dass er genetisch bedingt an chronisch rezidivierenden Depressionen leidet. Dies bleibt auch so stehen und zwar bis an sein Lebensende. Nur am Rande bemerkt.

Es sollte zu denken geben, dass Frau von der Leyen in genanntem Artikel durch die Blume vorschlägt, jeder Arbeitnehmer möge "vorsorglich" einem Betriebsarzt, nun wohl auch Betriebspsychiater, vorgestellt werden. Wie blind muss man sein, um da nicht aufzuhorchen? Ich persönlich, sorry, habe keine Lust, mich allmonatlich oder -wöchentlich in langen Gesprächen vor einem Psychiater mehr oder weniger auszuziehen. Ausgerechnet der Betriebspsychiater muss nicht von mir wissen, was ich in meiner Freizeit tue, wie ich mich gesund, fröhlich und fit halte, was mir an meiner Arbeit gefällt oder nicht gefällt, usw., denn ausgerechnet all diese Informationen sind dem Arbeitgeber nützlich, wenn er mich "freisetzen" möchte, sprich: Feuern oder herausmobben.

Alleine, dass diese Horrorschlagzeilen hier immer wieder im Forum veröffentlicht werden, lässt mich vermuten, dass ich mit monatelangen Erläuterungen auf taube Ohren stoße, bzw. gegen Wände rede und ich bin es auch langsam leid, immer wieder von Neuem erläutern zu müssen, wie das System funktioniert. Wer es nicht glaubt, möge eben so dumm sein, und sich für psychisch krank erklären lassen, damit Politik, Pharma-Unternehmen und Arbeitgebern ein riesiger Gefallen getan wurde, nur eben, wenn es dann zur versuchten Zwangsmedikation übergeht, möchte ich kein Gebrülle und Geschrei hören, ich habe hier genug gewarnt.

In diesem Sinne: Guten Rutsch und ein wunderschönes neues Jahr, hoffentlich nicht zwangsweise in irgendwelchen geschlossenen Anstalten. :icon_party:
 

Sinuhe

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Da werden wohl die Gutachter der DRV neu instruiert,um die Latte für die EM-Rente noch höher zu legen.
 
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Ferdinand456

Gast
Tja, ein neuer Wirtschaftszweig wurde gefunden:

Akademie Heiligenfeld

So jemanden hatten wir bereits vor 12 Jahren in einem Betrieb. Heute nennt man es "Coach". Er versuchte uns klar zu machen, dass der Stress nicht von außen kommt, sondern von innen. Das bedeutete: Zum vollen Schreibtisch gesellten sich Fortbildungen zur Selbsterkenntnis, Entspannungsübungen und endlos lange Gespräche mit Mitarbeitern und Teams. Kam man zum Schreibtisch zurück, war der noch voller und 40 E-Mails warteten, dazu 15 Anrufe.

Das Ende vom Lied: Wir wurden vom Betrieb total vereinnahmt. Wenn es nicht der Berg auf dem Schreibtisch war, dann waren es die Gesundheitsmaßnahmen und -gespräche. Am Abend stand der Chef am Tisch "Das muss aber noch heute erledigt werden", so dass die Überstunden sich in die Nacht hinein zogen, weil man den Nachmittag wieder mit Selbstfindungskursen und Coaches verbringen musste.

Diejenigen, die außerhalb des Betriebs noch ein Privatleben hatten, und das waren die meisten, fingen schon nach einer Woche an zu protestieren. Das Problem war nämlich: Die Leute brauchten keine Gesundheitskurse oder Nackenmassagen oder Dreigänge-Menus während der Arbeit. Die brauchten einfach nur 3 Arbeitskräfte mehr pro Mitarbeiter.

Frau von der Leyen, Arbeitgeber & Co. betreiben da ein Riesending, um einen neuen Wirtschaftszweig erblühen zu lassen: Klinik-GmbHs, Pharma-Industrie, Psychiatrie- und Psychologen-Markt, weiter Fortbildungs- und Coaching-Markt. Dazu jede Menge Esoterik und "wir ziehen alle unsere Schuhe aus und bilden einen Stuhlkreis"-Kurse (hierzu einfach mal auf die Klinik GmbH klicken, die im Artikel genannt ist). Dabei wäre des Rätsels Lösung so einfach: Alle Mitarbeiter, die in den letzten 20 Jahren weggekürzt wurden, wieder einstellen.
 

Anna B.

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ähnlich ging es in unserem Unternehmen auch...

fehlte nur noch Tchaka-Geschrei...

monatlliche neue Marschrichtungen...Arbeit ohne Ende....und dazu dann noch die sogenannten Gesprächskreise...toll...dafür jedes mal 100km mit dem Zug...hin und wieder zurück..und am nächsten Tag wartete die doppelte Menge Arbeit auf einen..

und da wundern die sich, dass es immer mehr psychische Kranke gibt?
ne, das ist kein Wunder, das ist mengenmäßige Überforderung..

dieses Wort Überforderung hasse ich im Zusammenhang mit Beruf und Arbeit...man ist nicht überfordert von der Art der Tätigkeit..seinen Job kann man, man ist lediglich überfordert von der Menge der Arbeit...

und um da rauszukommen...Arbeitnehmer einstellen...ganz einfach eigentlich..

Danke Ferdinand..
 

hope40

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danke ferdinand für deine kommentare /einschätzungen ..wie wahr, wie wahr
 

Anna B.

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die haben heute in der Presse ja auch erwähnt, dass von ...X Antragen...41 % aufgrund einer psych. Erkrankung gestellt werden....

wie viele sie davon abgelehnt haben, ist nirgendwo erwähnt oder?
 
F

Ferdinand456

Gast
[...] Danke Ferdinand..

danke ferdinand für deine kommentare /einschätzungen ..wie wahr, wie wahr

Aber bitte gerne doch, mir macht das Spaß, wisst Ihr ja. :biggrin: Wollte an dieser Stelle noch erwähnen: Ein anderer Chef in einem anderen Betrieb versuchte unser drohendes "Burnout" zu verhindern, indem er beim obersten Chef um mehr Arbeitskräfte kämpfte.

Der oberste Chef war Mulitmillionär, unser Chef lag nicht unter 10.000,- Euronen monatlich, so munkelte man. Natürlich war er ständig erreichbar, auch nachts, usw. Weil die Arbeit ohne neue Kräfte kaum noch zu schaffen war und sein Team Überstunden schob bis zum Abwinken, löste er eines Tages das Problem des drohenden "Burnouts" auf seine Weise:

Da war kein "Tschacka-du-schaffst-das"-Männeken und auch sonst kein Selbstfindungstrainer, sondern unser Chef stellte sich Punkt 17:00 Uhr in die Türe und rief: "Wie lange wollen Sie noch arbeiten??? Ab nach Hause alle und zwar sofort!!!!". Offizielle Anweisung: "Keine Überstunden mehr, ab nach Hause". :icon_twisted: Der war gut, den mochten wir.

Er wollte damit erreichen, dass der Oberste dem Team wenigstens eine weitere Kraft zur Verfügung stellt. Naja, er wurde dann nach wenigen Jahren gefeuert, weil er das alles "ethisch-moralisch" nicht mehr mitmachte. Der Oberste ist bis heute ein Multi, mein Ex-Chef hat einen kleinen eigenen Laden eröffnet und weiß wenigstens, wofür und für wen er sich aufreibt: Für sich und seine Familie.
 
E

ExitUser

Gast
. Wer es nicht glaubt, möge eben so dumm sein, und sich für psychisch krank erklären lassen,

damit Politik, Pharma-Unternehmen und Arbeitgebern ein riesiger Gefallen getan wurde, nur eben, wenn es dann zur versuchten Zwangsmedikation übergeht, möchte ich kein Gebrülle und Geschrei hören, ich habe hier genug gewarnt.


das ist das was ich sowieso nicht verstehe, wie kann man sich als psychisch krank erklären lassen, wenn man es nicht ist.
ich habe selbst eine chronisch komplexe PTBS und habe mich lange geweigert, mich als krank zu sehen, eben wegen dieser ganzen Maschinerie an Instituten, Therapeuten etc., welche ja nur von den psychisch Kranken leben.
 
F

Ferdinand456

Gast
. Wer es nicht glaubt, möge eben so dumm sein, und sich für psychisch krank erklären lassen,

damit Politik, Pharma-Unternehmen und Arbeitgebern ein riesiger Gefallen getan wurde, nur eben, wenn es dann zur versuchten Zwangsmedikation übergeht, möchte ich kein Gebrülle und Geschrei hören, ich habe hier genug gewarnt.


das ist das was ich sowieso nicht verstehe, wie kann man sich als psychisch krank erklären lassen, wenn man es nicht ist.
ich habe selbst eine chronisch komplexe PTBS und habe mich lange geweigert, mich als krank zu sehen, eben wegen dieser ganzen Maschinerie an Instituten, Therapeuten etc., welche ja nur von den psychisch Kranken leben.

Na, das hatte ich doch weiter oben (und seit Monaten) hier erklärt: Die Diagnosekriterien werden so verfeinert, dass ab nächstem Jahr jeder Bürger für psychisch gestört erklärt werden kann:

Ein Kämpfer wider den Diagnosewahn - Schweiz: Standard - tagesanzeiger.ch

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist derzeit nach "Borderline" (das wird langsam wieder unmodern) der neue Renner. Insbesondere Jobcenter-Ärzte und Maßnahmeträger versuchen in unter Sanktionsdrohung eingeleiteten Untersuchungen oder Maßnahmen den Teilnehmern klar zu machen, dass sie zumindest unter "PTBS" leiden. Das war in meiner letzten Maßnahme, die ich verlassen hatte, hinter "Depression" das zweite Angebot dortiger Psychologin.

Im Übrigen werden solche Maßnahmen auch unter Anleitung waschechter Psychiater durchgeführt. Einfach alle, die man nicht vermitteln kann, für chronisch krank erklären und die Bundesagentur steht gut da mit ihrem Misserfolg. Keiner merkt, dass die Leute nicht vermittelt wurden, sondern für chronisch psychisch krank erklärt, somit aus der Statistik fielen.

Normale Angst vor Sanktionen, auch mal Zittern, Blässe, Schlaflosigkeit und ein wenig Achselschweiß werden hochstilisiert zu PTBS. "Chronisch komplexe PTBS", wie Du Dir selbst zuschreibst, ist normalerweise eine Erkrankung, bei der man kaum noch handlungsfähig ist. Nun aber laufen die Bürger mehr oder weniger putzmunter herum und erklären "ich bin manisch-depressiv", oder "ich habe Borderline", jetzt auch "ich habe chronisch komplexe PTBS".

So eine Erkrankung entwickeln eigentlich nur Menschen, die im Schützengraben haben den Kopf ihres Kameraden wegfliegen sehen, die einen schweren Autounfall mit Schwerstverletzten oder Toten miterlebt haben, eine Vergewaltigung, oder ähnliches wirklich Schlimmes. Dass Jobcenter diese schwere Erkrankung auslösen können, bezweifle ich.

Das Problem bei einer Frühverrentung wegen psychischer Erkrankung ist im Allgemeinen: Die kann auch befristet eingeleitet werden. Dann muss man "an der Genesung mitarbeiten", sprich: Sich behandeln lassen. Sei es durch Kliniken oder Psychopharmaka oder Sitzungen bei Psychiatern. Wer nicht mitmacht, bekommt keine Rente mehr, aber auch kein ALG-II, weil er ja angeblich "krank" ist.

Der Vorteil: Unser Land steht als "Beschäftigungswunder" gut da, Arbeitslosigkeit gibt es kaum noch. Wer krank ist, ist kein Arbeitsuchender, fällt somit aus der Statistik.
 
E

ExitUser

Gast
Na, das hatte ich doch weiter oben (und seit Monaten) hier erklärt: Die Diagnosekriterien werden so verfeinert, dass ab nächstem Jahr jeder Bürger für psychisch gestört erklärt werden kann:

Ein Kämpfer wider den Diagnosewahn - Schweiz: Standard - tagesanzeiger.ch

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist derzeit nach "Borderline" (das wird langsam wieder unmodern) der neue Renner. Insbesondere Jobcenter-Ärzte und Maßnahmeträger versuchen in unter Sanktionsdrohung eingeleiteten Untersuchungen oder Maßnahmen den Teilnehmern klar zu machen, dass sie zumindest unter "PTBS" leiden. Das war in meiner letzten Maßnahme, die ich verlassen hatte, hinter "Depression" das zweite Angebot dortiger Psychologin.

.

Normale Angst vor Sanktionen, auch mal Zittern, Blässe, Schlaflosigkeit und ein wenig Achselschweiß werden hochstilisiert zu PTBS. "Chronisch komplexe PTBS", wie Du Dir selbst zuschreibst, ist normalerweise eine Erkrankung, bei der man kaum noch handlungsfähig ist. Nun aber laufen die Bürger mehr oder weniger putzmunter herum und erklären "ich bin manisch-depressiv", oder "ich habe Borderline", jetzt auch "ich habe chronisch komplexe PTBS".

So eine Erkrankung entwickeln eigentlich nur Menschen, die im Schützengraben haben den Kopf ihres Kameraden wegfliegen sehen, die einen schweren Autounfall mit Schwerstverletzten oder Toten miterlebt haben, eine Vergewaltigung, oder ähnliches wirklich Schlimmes. Dass Jobcenter diese schwere Erkrankung auslösen können, bezweifle ich.

ich gehöre zu diesen Menschen. ich habe massivste Gewalterfahrungen, u. a. sexuelle Übergriffe bereits in früher Kindheit, Misshandlungen etc. hinter mir. weiteres möchte ich dazu nicht sagen.
 

KristinaMN

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Was passiert mit den vielen Fällen von abgelehnter EU-Rente?

Arzt schreibt (weiterhin) seit Monaten/Jahren wegen psychischen Problemen krank, Therapie läuft evtl. nebenher

a) Jobcenter streicht einen von der Arbeitslosenstatistik, Arbeitsvermittler ist einen los (?), Leistungs-SB kümmert sich nur noch um die lfd. Leistung.

b) JC kann aufgrund der abgelehnten EU-Rente und Gutachten die Krankmeldungen ignorieren, Arbeitsvermittler lädt wieder zur EGV, ...

c) JC fordert einen auf ins SGB XII zu wechseln

d) ???
 
F

Ferdinand456

Gast
[...] ich gehöre zu diesen Menschen. ich habe massivste Gewalterfahrunge, u. a. sexuelle Übergriffe bereits in früher Kindheit, Misshandlungen etc. hinter mir. weiteres möchte ich dazu nicht sagen.

Genau das bemängelt ja Allen Frances zu Recht, erwähnte dies auch in seinem Vortrag bei den Schweizer Wissenschaftsjournalisten: Durch die ständige Verwässerung der Diagnosekriterien müssen Menschen, die wirklich Hilfe brauchen, kämpfen und ihre Zeit auf Wartelisten und mit Anwälten verbringen, während andere gesunde Leute für chronisch psychiatrisch auffällig erklärt werden. Er nennt es "eine fürchterliche Verschwendung von Ressourcen" und Recht hat er:

Ein Kämpfer wider den Diagnosewahn - Schweiz: Standard - tagesanzeiger.ch

Das muss aufhören! Es heißt "Differenzial-Diagnostik". Es muss in der psychiatrischen Diagnostik (wieder mehr) differenziert werden. Nicht einfach den Patienten angucken und schnell eine Diagnose in die Akte kritzeln. Oder mal eben fünf Verdachtsdiagnosen in den Raum werfen. Wenn die auf einer Behörde landen, kann das den Betroffenen Job, Karriere, Führerschein, Pilotenschein, Staplerschein, Approbation, etc., etc. kosten. Schlimmstenfalls die Gesundheit, wenn es zur Zwangsmedikation übergeht.

Was passiert mit den vielen Fällen von abgelehnter EU-Rente?

Arzt schreibt (weiterhin) seit Monaten/Jahren wegen psychischen Problemen krank, Therapie läuft evtl. nebenher

a) Jobcenter streicht einen von der Arbeitslosenstatistik, Arbeitsvermittler ist einen los (?), Leistungs-SB kümmert sich nur noch um die lfd. Leistung.

b) JC kann aufgrund der abgelehnten EU-Rente und Gutachten die Krankmeldungen ignorieren, Arbeitsvermittler lädt wieder zur EGV, ...

c) JC fordert einen auf ins SGB XII zu wechseln

d) ???

Genau das ist es ja: Solange die Rechtslage (Diagnose, etc., etc.) nicht geklärt ist, der Betroffene zwischen zwei Behörden hängt oder hin- und hergeschickt wird, fällt er aus der Statistik.

Die Jobcenter selbst, bzw. ihre Pressesprecher, haben im Laufe der letzten Jahre doch die ALG-II-Empfänger öffentlich diffamiert, indem sie sich hinstellten und erklärten: "Normalerweise bleibt man in Deutschland nicht lange in ALG-II. Da muss schon mangelnde Ausbildung, eine hohe Verschuldung, eine Straftat oder eine (chronische, psychische) Erkrankung oder sonst ein Vermittlungshemmnis vorliegen".

Tja, und da das nicht der Wahrheit entspricht, kann man voll leistungsfähige ALG-II-Empfänger dann irgendwann zu den hauseigenen Psychiatern schicken, natürlich unter Sanktionsdrohung, um sie dort zu bequatschen, dass sie psychisch krank sind, es nur nicht merken.

Es geht hier um Macht, weniger um Geld. Es geht darum, dass es weder Fachkräftemangel noch "annähernd Vollzeitbeschäftigung" gibt, und dass die Regierung an der Regierung bleiben möchte. Den guten Ruf lässt man sich gerne mal etwas kosten, zahlt ja der Steuerzahler. Es geht darum, dass die Regierung sich nicht hinstellen möchte und erklären: "Wir haben versagt. Es gibt nach wie vor massenhaft Arbeitslose, wir haben nichts in Griff bekommen, es ist alles außer Kontrolle", sondern sich hinstellen möchte und erklären: "Nur Leute, mit denen etwas nicht stimmt, finden keine Arbeit", womit sie auch den Arbeitgebern einen großen Gefallen tun, die Personal bis zum Erbrechen wegrationalisieren.

Und dann biegt man sich die Wahrheit eben so hin, wie man sie braucht, mithilfe von Sanktionsdrohungen, Psychologen, Psychiatern und komplett verwaschenen Diagnose-Kriterien, die geeignet sind, jeden Otto-Normalbürger für chronisch psychisch krank zu erklären.
 
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ExitUser

Gast
Genau das bemängelt ja Allen Frances zu Recht, erwähnte dies auch in seinem Vortrag bei den Schweizer Wissenschaftsjournalisten: Durch die ständige Verwässerung der Diagnosekriterien müssen Menschen, die wirklich Hilfe brauchen, kämpfen und ihre Zeit auf Wartelisten



ich komme ja noch nicht mal auf eine Warteliste, seit Jahren schon versuche ich einen Therapieplatz zu bekommen. aussichtslos, denen ist mein Fall zu schwierig und komplex.
und ja, mich kotzt diese Verwässerung der Diagnosekriterien auch an.
 

hartaber4

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Da werden wohl die Gutachter der DRV neu instruiert,um die Latte für die EM-Rente noch höher zu legen.

Fundamentale Frage:

Wie "objektiv" kann ein Gutachter/Sachverständiger sein, der von einer Partei seine Vergütung erhält?
 

hartaber4

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Was passiert mit den vielen Fällen von abgelehnter EU-Rente?

Arzt schreibt (weiterhin) seit Monaten/Jahren wegen psychischen Problemen krank, Therapie läuft evtl. nebenher

a) Jobcenter streicht einen von der Arbeitslosenstatistik, Arbeitsvermittler ist einen los (?), Leistungs-SB kümmert sich nur noch um die lfd. Leistung.

b) JC kann aufgrund der abgelehnten EU-Rente und Gutachten die Krankmeldungen ignorieren, Arbeitsvermittler lädt wieder zur EGV, ...

c) JC fordert einen auf ins SGB XII zu wechseln

d) ???

Mal wieder so ein Beispiel dafür, dass die beteiligten Sozialleistungsträger gekonnt mit dem § 44a SGB II umgehen "können"....

P.S.

Der Spielball im Zuständigkeits-Ping-Pong ist das schwächste Glied in der Kette....
 

hartaber4

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ich komme ja noch nicht mal auf eine Warteliste, seit Jahren schon versuche ich einen Therapieplatz zu bekommen. aussichtslos, denen ist mein Fall zu schwierig und komplex.
und ja, mich kotzt diese Verwässerung der Diagnosekriterien auch an.

Immer wie man es gerade braucht...... von "topfit" bis "Vollschaden"....
 

KlebeFix

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ich komme ja noch nicht mal auf eine Warteliste, seit Jahren schon versuche ich einen Therapieplatz zu bekommen. aussichtslos, denen ist mein Fall zu schwierig und komplex.

PTBS habe ich nicht, aber trotzdem eine psychische Erkrankung und ich komme auch auf keine Warteliste. Da man in einer meiner Entlassungsberichte "austherapiert" geschrieben hat und dies in meinem Fall nichts damit zu tun hat, dass es von meiner Seite aus keine Mitwirkung gab.
Und wie @Marion schon schrieb.....auch mein Fall viel zu komplex ist. Da ich immer wieder auf Punkt 0 zurückfalle.
 

Maneki Neko

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wem wunderts? Ich kenne so verdammt Viele, die EU-Rente bekommen, bzw gezwungen sind sie zu beantragen. Wie lange halten wir das noch aus? Wieviel können wir noch ertragen?

immer mehr haben psychische Probleme und es macht mir Angst
 
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Ferdinand456

Gast
PTBS habe ich nicht, aber trotzdem eine psychische Erkrankung und ich komme auch auf keine Warteliste. Da man in einer meiner Entlassungsberichte "austherapiert" geschrieben hat und dies in meinem Fall nichts damit zu tun hat, dass es von meiner Seite aus keine Mitwirkung gab.
Und wie @Marion schon schrieb.....auch mein Fall viel zu komplex ist. Da ich immer wieder auf Punkt 0 zurückfalle.

Ich verrate Dir mal einen Trick, wie Du ganz schnell an eine Therapie kommst, bevor Du "Papp" sagen kannst: Geh mal zu Deiner SB oder einem "Maßnahmeträger", stell Dich freundlich lächelnd hin und sag: "Also, ich weiß gar nicht, was alle so haben. Ich find das gut: Ohne zu arbeiten jeden Monat ein Batzen Geld auf meinem Konto. Danke Hartz-4, danke Staat. Mir geht es gut :icon_smile:".

Dann bekommst Du aber ganz schnell einen Termin beim Amtspsychiater. Du wirst Dich vor "Therapie"-Angeboten kaum noch retten können, bis Du eines Tages wimmernd an den Beinen eines Therapeuten hängst und um Gnade winselst, bzw. zugibst, dass das Leben nur schön ist, wenn man arbeitet, auch wenn man dabei nur ein paar wenige Cent verdient, die zum Leben nicht reichen. :icon_twisted:
 

Sinuhe

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Ich verrate Dir mal einen Trick, wie Du ganz schnell an eine Therapie kommst, bevor Du "Papp" sagen kannst: Geh mal zu Deiner SB oder einem "Maßnahmeträger", stell Dich freundlich lächelnd hin und sag: "Also, ich weiß gar nicht, was alle so haben. Ich find das gut: Ohne zu arbeiten jeden Monat ein Batzen Geld auf meinem Konto. Danke Hartz-4, danke Staat. Mir geht es gut :icon_smile:".

Vermutlich würde es von den meisten SB´s statt Termin beim Amtsarzt, eine Massnahme oder einen 1€ Job geben. :biggrin:
 

KlebeFix

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Da muss ich dich leider entäuschen.....@Ferdinand....meine EM-Rente ist vor kurzem auf UNbefristet verlängert worden.
Ich habe, zwischen Berufstätigkeit und EM-Rente 1x ALGI bekommen. Bei der Antragstellung war mein Mann dabei und hat der SB (oder wer immer das auch war) mit allem was sie vorbrachte, gleich den Wind aus den Segeln genommen.

Das ganze Verfahren ging eigentlich reibungslos und schnell über die Bühne, aber nur weil in meinen Papieren stand "austherapiert" und alle drei "unabghängigen" DRV-Gutachter haben es bei jeder Neubeantragung bestätigt.

Das ist noch ein Grund warum ich keinen Therapieplatz bekomme. Nicht nur weil mein Fall so kompliziert ist...nein....weil ich in Rente bin!
 
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