Freundin musste Umschulung wegen drohender Obdachlosigkeit abbrechen und einen Teilzeitjob annehmen. Was gibt es jetzt für Möglichkeiten, die Weiterbildung zu beenden?

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IchWillArbeiten

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Hallo,

meine Freundin hat letztes Jahr eine Umschulung zur Fachinformatikerin (Anwendungsentwicklung) begonnen und wäre nächstes Jahr fertig.

Nun wollten ihre Eltern, dass sie auszieht und haben gesagt, findet sie keine Wohnung müsste sie zum Übergang ins Kloster.
Das wollte sie natürlich nicht, da sie dort Handyverbot, Laptopverbot usw. hätte. Sie dürfte nur für Umschulung, Wohnungssuche, das hausinterne Internet nutzen.
Ihre eigenen Verträge dürfe sie nicht nutzen, obwohl sie mobil sind und keine Kabel verlegt werden müssten.
Zum telefonieren reiche ja das Festnetz.
Natürlich hat sie nix gefunden innerhalb von drei Monaten keine Wohnung gefunden.

Der Bildungsträger hat Rücksprache mit dem Kostenträger gehalten und die Umschulung wurde wegen drohender Obdachlosigkeit beendet. Meine Freundin macht jetzt einen Teilzeitjob.

Ihr Sachbearbeiter meine, das Jobcenter sei dazu verpflichtet Obdachlosigkeit abzuwenden und da wäre ein Job momentan die beste Lösung. Der Umzug hätte ja noch warten können, bis die Umschulung beendet ist.

Imnerhin hat sie durch den Job ein Mietvertrag bekommen.
Die Umschulung darf sie nicht wieder aufnehmen/neu beantragen, da das Jobcenter die Kosten dafür nicht mehr übernehmen will.
Ich habe ihr vorgeschlagen die Umschulung in einem Betrieb zu beenden, wo sie auch Geld verdient.
Leider macht sich der Abbruch nicht gut im Lebenslauf.

Gibt es irgendeine Möglichkeit, dass sie ihre Ausbildung beenden kann? Das Amt will nicht mehr zahlen und einen Betrieb finden wird schwer.

(Danke für die Antworten im ersten Thread und sorry für mein Verschwinden aber ich musste meiner Freundin beistehen und war dementsprechend durch den Wind)
 
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TazD

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Hallo @IchWillArbeiten ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

Um dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst du rechts oben, über deinem Beitrag, in dem 3 Punkte Menü "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte hier im verlinkten Forum einen Moderator
dass das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.

Freundin musste Umschulung abbrechen, weil Sie zu Hause raus musste
 

TazD

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Habt ihr irgendwas schriftliches zu dem Ganzen? Zu dem Abbruch, zu der Aussage, dass das JC keine weiteren Kosten übernimmt, ... etc.

Wobei ich mich halt auch frage, warum deine Freundin nicht übergangsweise bei dir eingezogen ist. Wäre vermutlich das einfachste gewesen, bevor hier eine Umschulung flöten geht. Aber der Zug dürfte abgefahren sein.
 

IchWillArbeiten

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Jo, der Zug ist abgefahren, das sogenannte "Couchsurfing" war leider nicht möglich (Platzgründe) und ihre anderen "Freunde" hätten sie nur für ein paar Nächte genommen.

Schriftliches gibt es, ist auch schon beim Anwalt, aber leider ist eine Umschulung ne "Kannleistung" und das Amt muss gar nichts.
Der letzte Strohalm wäre ein Betrieb der sie ausbildet. Aber leider ist der Abbruch ein fettes Minus.

Kann man das irgendwie nicht so drehen, dass sie ne Chance auf eine duale Ausbildung hat. Irgendwie geschickt erklären, ohne Lügen natürlich.

Wenn der Zug weg ist wartet man auf den Nächsten, aber wenn man dadurch eine einmalige Chance verpasst, hilft das ja auch nicht.
 

TazD

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Jo, der Zug ist abgefahren, das sogenannte "Couchsurfing" war leider nicht möglich (Platzgründe) und ihre anderen "Freunde" hätten sie nur für ein paar Nächte genommen.
Sowas habe ich befürchtet. Aber trotzdem sehe ich nicht komplett schwarz für deine Freundin.

Schriftliches gibt es, ist auch schon beim Anwalt,
Dann sollte der eigentlich das weitere Vorgehen auch regeln.

aber leider ist eine Umschulung ne "Kannleistung" und das Amt muss gar nichts.
Geht es nur ums JC oder ist da ein anderes Amt involviert, denn mal schreibst du JC und dann wieder Amt. Bitte mit genauen Bezeichnungen arbeiten.
Sicher ist das eine Kann-Leistung, aber das JC hat die Umschulung ja anscheinend schon mal bewilligt und somit besteht meiner bescheidenen Meinung nach auch ein gewisser Anspruch.

Kann man das irgendwie nicht so drehen, dass sie ne Chance auf eine duale Ausbildung hat.
Da muss nichts gedreht werden. Die Bewilligung für die Schulung ist ein Verwaltungsakt und dieser Verwaltungsakt muss durch neuen Verwaltungsakt aufgehoben werden. Ist das so passiert oder ist dem JC da ein Fehler unterlaufen? Dann wäre das schon mal ein Angriffspunkt.
Des Weiteren ist der Grund für die Beendigung der Maßnahme ja nicht mehr gegeben und mit dem Argument würde ich die Wiederaufnahme der Maßnahme und auch die Übernahme der Kosten beantragen/fordern. Denn an den sonstigen Voraussetzungen, unter denen schon mal bewilligt wurde, hat sich ja nichts geändert, oder?
 

IchWillArbeiten

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Die Umschulung wird/wurde vom Arbeitsamt gezahlt, jedoch wurde der Bildungsgutschein vom Jobcenter ausgehändigt, da der Kostenträger in der Nachbarstadt ist.

Der Anwalt tut was er kann, kann aber nix versprechen.
Daher bewirbt sie sich nebenbei fleißig.

Es war sowieso schon ein Kampf um die Umschulung und nun steht das Argument Arbeitsaufnahme vor Umschulung/Weiterbildung im Raum.
Dazu ist der Arbeitsverteag noch unbefristet.

Ach und ihr würde gesagt, das Leben im Kloster sei weltlich, sie könne machen was sie will. (Sieht man ja)
 

IchWillArbeiten

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Meine Freundin ist 28 und ihre Eltern wollten sie bis sie dort reinstecken, bis sie ne Wohnung hat.
Sie hätte ja ein Dach übern Kopf und könne für die Schule das hausinterne Internet nutzen und über Festnetzt wäre der Kontakt zu Familie/Freunden ja möglich.

Ihre eigenen Geräte (Internet Vertrag, mobiles Internet LTE, daher muss kein Anschluss gelegt werden) dürfe sie dort nicht nutzen.
 

BerndB

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Die Umschulung wird/wurde vom Arbeitsamt gezahlt, jedoch wurde der Bildungsgutschein vom Jobcenter ausgehändigt, da der Kostenträger in der Nachbarstadt ist.
Egal ob die Maßnahme 5 oder 500 km von der AfA entfernt stattfindet, gibt die Heimat-AfA und nicht irgend ein Jobcenter den Bildungsgutschein aus. Deshalb wäre mal interessant welche Leistungen sie vor Beginn der Ausbildung erhalten hat. Und was soll das Kloster? Was hat sie gemacht, dass die Eltern sie jetzt rausgeworfen haben? Geht mich aber nichts an.

Außerdem ist das Gesetz seit ein paar Wochen durch, dass auch bei Zuständigkeit des Jobcenters ein Rechtsanspruch auf Nachholen eines Berufsabschlusses besteht. Falls es darum geht. Und auch nach Abbruch der Maßnahme ist sie dann ja ohne abgeschlossene Ausbildung. Sollte der Anwalt wissen.
Allerdings ist die Frage, ob AfA/JC eine Umschulung neu bewilligen, wenn alles unsicher ist. Da ist der nächste Abbruch programmiert. Ansonsten frage ich mich, was ich sonst noch glauben/nicht glauben soll, was hier steht.
 

IchWillArbeiten

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Die Umschulung läuft über die Reha Abreilung des Arbeitsamtes und meine Freindin erhält seit 2 Jahren Alg2.
Nur wurde der Gutschein vom Sachbearbeiter im Jobcenter ausgestellt. Warum auch immer.

Sie hat nix gemacht, sollte einfach nur ausziehen, da sie schon alt genug ist. Da sie keine Wohnung fand, sollte sie ins Kloster bis sie eine hat.
Leider haben der Bildungsträger und Kostenträger nicht mitgemacht und die Umschulung wurde beendet, wegen drohender Obdschlisigkeit.
Ein Zimmer im Kloster sei nicht angemessen. Und "dank" dem Teilzeitjob hat sie kurzfristig eine kleine Wohnung bekommen.
 

Helga40

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Dann muss jetzt erst die Rehabteilung einen neuen Eingliederungsplan erstellen, denn nur die Agentur für Arbeit ist ein Rehaträger im Sinne des SGB IX. Erst, wenn es diesen Eingliederungsplan gibt, kann das JC überhaupt was entscheiden:

6Die Bundesagentur für Arbeit unterrichtet das zuständige Jobcenter und die Leistungsberechtigten schriftlich oder elektronisch über den festgestellten Rehabilitationsbedarf und ihren Eingliederungsvorschlag. 7Das Jobcenter entscheidet unter Berücksichtigung des Eingliederungsvorschlages innerhalb von drei Wochen über die Leistungen zur beruflichen Teilhabe.

 

IchWillArbeiten

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Genau das ist das Problem, die Arbeitsagentur will nicht mehr zahlen und hat den Umschulungsplatz wohl schon wieder belegt. Umschüler können wohl den Bildungsträger/Betrieb aus triftigen Gründen wechseln.
Und die Arbeitsagentur meint, dass sie nicht wieder in Gefahr laufen will, das die Umschulung erneut beendet werden muss.

Meine Freundin fragte vor dem Abbruch, ob sie in ein Berufsförderungswerk könnte, weil es dort ein Internat gibt. Aber dafür muss besonderer Unterstützungsbedarf vorliegen und ein fester Wohnsitz. Da es im BFW vorgeschriebene Heimfahrtzeiten gibt und es wegen Corona jederzeit geschlossen werden kann.
 

franzi

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Wie kommen die Eltern überhaupt auf den Gedanken mit dem Kloster? Was wäre das für eine Form der Unterbringung?
Normalerweise werden nicht "einfach so" Leute in ein Kloster aufgenommen. Und die Angebote, die es im Bereich "Kloster auf Zeit" gibt haben eher was mit Hotellerie zu tun und sind auch selbst zu bezahlen und nicht ganz billig.
 

IchWillArbeiten

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Ein zweckmäßiges Zimmer, nur für das Nötigste leben kostet in dem ausgewählten Kloster 12€ pro Tag.
Laptop/Handy muss sie abgeben. Den Laptop darf sie nur für schulische Zwecke/Wohnungssuche nutzen und nicht in ihrem Zimmer haben.
Ihren eigenen Internetvetrag mobiles LTE darf sie auch nicht, da das Kloster ein Ort der Stille ist und man dort nur für das Nötigste lebt.
Das wollte sie nicht, weil sie neben der ganzen Lernerei auch mal nen Video gucken will, ein Spiel spielen oder chatten. Da das Leben nicht nur aus Angehörigen besteht, mit denen man ja über Festnetz telefonieren kann. Ja, liebe Nonnen Social Media Freunde können ein Fake sein, aber ein bärtiger Mann der im Himmel lebt auch.

Dann hat sie dem Abbruch zugestimmt, weil ein Job die Chancen auf ne Wohnung erhöhen. Was sich ja auch gezeigt hat.
 
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grün_fink

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Manche Eltern sind einfach so, dass sie meinen, ab einem gewissen Zeitpunkt dürfen die Kinder nicht mehr daheim wohnen (sonst stimmt etwas nicht). Da muss nix vorgefallen sein.
Manche Eltern haben auch einfach sonderbare Vorstellungen, wie das Leben der Kinder aussehen soll. Bei uns ist es Auszug sofort nach der (ersten) Lehre und ansonsten im Zweifelsfall Fließbandarbeit und darüber keinesfalls beschweren, sonst ist man ganz schlimm.

Deine Freundin hat die Umschulung als Reha ja nicht umsonst bekommen.
Deshalb würde ich alles dran setzen, dass sie diese fortsetzen kann. Würde mich an die Reha-Abteilung wenden.
Wie Helga schon schrieb.
 
E

ExUser 2606

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Meine Freundin ist 28 und ihre Eltern wollten sie bis sie dort reinstecken, bis sie ne Wohnung hat.
Sie ist voljährig, da können ihre Eltern sie gar nicht irgenwo "reinstecken".

Laptop/Handy muss sie abgeben. Den Laptop darf sie nur für schulische Zwecke/Wohnungssuche nutzen und nicht in ihrem Zimmer haben.
Ihren eigenen Internetvetrag mobiles LTE darf sie auch nicht, da das Kloster ein Ort der Stille ist und man dort nur für das Nötigste lebt.
Das läuft ganz sicher nicht in jedem Kloster so.
 

IchWillArbeiten

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Die Umschulung wird wieder genehmigt, aber erst nach Krisenende. Bis dahin muss meine Freundin ihren Teilzritjob machen.
Das Amt will kein Risiko eingehen, das noch einmal abgebrochen wird.

Und ehrlich gesagt, hatten sie so einen Sonderfall noch nicht, wo jemand ins Kloster sollte.
Was wohl auch zur Entscheidung beigetragen hat.
 
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