"Freiwlligkeit" neu definiert: Psychologische Untersuchung wird Pflicht

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thomas

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DIE LINKE: Bundesregierung definiert Freiwilligkeit neu

Ob man "Die Linke" nun mag oder nicht - man sollte zumindest lesen, was in obenstehendem Link veröffentlicht wird:

21. Januar 2012 Werner Schulten





Bundesregierung definiert Freiwilligkeit neu


Leistungsbeziehende, die sich gegen eine psychologische Untersuchung entscheiden, werden mit Leistungsentzug bestraft, obwohl die Teilnahme freiwillig ist. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Nachfrage der Bundestagsfraktion der LINKEN hervor. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales betreibt in seiner Antwort weiterhin Vernebelungstaktik. Zur Frage der Freiwilligkeit für die Teilnahme an einer psychologischen Begutachtung für Leistungsbeziehende nach dem Zweiten und Dritten Sozialgesetzbuch erklärt die Bundesregierung zum Einen, eine solche könne von den Betroffenen bereits im Beratungsgespräch abgelehnt werden. In diesem Fall würde kein Gutachten veranlasst und auch keine Einladung versandt. In der weiteren Ausführung wird jedoch erklärt, dass die leistungsberechtigte Person erst dann wieder Geldleistungen erhalten kann, wenn sie ihre Mitwirkung zur notwendigen Begutachtung nachgeholt hat. "Welch perfide Definition von Freiwilligkeit durch die Bundesregierung?" fragt Werner Schulten, Mitglied des Parteivorstandes der LINKEN und Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Hartz IV der Partei.
Schulten weiter: "Die erste Erklärung erfolgt im Bestreben, nicht offen gegen das zentrale grundgesetzlich garantierte Menschenrecht der Selbstbestimmung zu verstoßen. Nimmt ein Betroffener die freie Wahl jedoch ernst und entscheidet sich gegen eine psychologische Begutachtung, so wird ihm automatisch das Existenzrecht entzogen. Dieser Umstand hebt faktisch die Freiwilligkeit wieder auf. Auf Nachfrage bei der Bundesagentur für Arbeit wurde die gleiche Taktik bei der Beantwortung angewandt. Hier heißt es sogar: 'Selbstverständlich kann eine Kürzung des Arbeitslosengeldes II nicht eintreten, wenn aufgrund der Erklärung der Ablehnung im Beratungsgespräch kein Gutachten veranlasst wird und auch keine Einladung erfolgt; in diesem Fall werden ja auch keine Pflichten verletzt.' So weit, so gut. Doch weiter erklärt die BA: 'Klärung der Ablehnung bedeutet in diesem Zusammenhang allerdings, dass eine einvernehmliche Entscheidung getroffen wird. Hält die Vermittlungsfachkraft allerdings eine ärztliche Untersuchung für erforderlich, wird für den Leistungsberechtigten ein Untersuchungstermin bei dem Ärztlichen Dienst auch vereinbart.' Natürlich mit der Folge des Leistungsentzugs. Welch ein Zynismus: Eine freiwillige Entscheidung wird zu einvernehmlicher Entscheidung umdefiniert und die Hoheit über diese Entscheidung obliegt der Vermittlungsfachkraft.

Analog würde diese Definition von Freiwilligkeit in einem anderen Fall bedeuten: Die Beteiligung an einem Kriegseinsatz ist freiwillig. Wer sich gegen den Einsatz entscheidet, wird mit Freiheitsentzug wegen Fahnenflucht bestraft."
Ich bin sprachlos ...
Hält die Vermittlungsfachkraft allerdings eine ärztliche Untersuchung für erforderlich, wird für den Leistungsberechtigten ein Untersuchungstermin bei dem Ärztlichen Dienst auch vereinbart.
Ein SACHBEARBEITER der Arbeitsagenturen darf nun entscheiden, ob der Erwerbslose sich einer psychologischen Begutachtung zu unterziehen hat?
Aufgrund WELCHER Kenntnisse und fachlichen Qualifikationen beurteilt denn eine VERMITTLUNGSFACHKRAFT, ob für einen Erwerbslosen eine solche "ärztliche Untersuchung erforderlich" (!) ist?

:icon_dampf:
 

Trixi2011

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Ein VERMITLUNGSVORSCHLAG ist ja bei der Hartz IV Behörde auch kein Vorschlag im Sinne von wenn er einen gefällt, kann man ihn annehmen, wenn nicht ablehnen - OHNE KOSEQUENZEN daraus ziehen zu müssen.


Eine offensichtliche Ablehnung oder verhinderndes Verhalten werden mit Leistungskürzungen bestrafft!

ZUWEISUNG jedoch können die es auch nicht nennen, weil das voraussetzen würde, dass genau dieser Arbeitslose, der eine Zuweisung bekommen hat, auch den Arbeitsplatz bekommt und das kann halt niemand garantieren!
 

spin

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Tja, jeder kann freiwillig verrecken. Das ist die Menschenwürde der Sklaven.

Der Hinweis auf Kriegseinsätze ist auch mehr als berechtigt, denn wenn Soldat sein als normale Berufstätigkeit deklariert werden würde, könnte die Verweigerung mit Existenzentzug sanktioniert werden. Das ist doch alles nur eine Frage der Zeit und schon längst geplant. "Junge, geh doch zum Militär!"
 
K

KAHMANN

Gast
Ne da wird absichtlich gegen die Fähigkeiten vermittelt um Sanktionen zu provozieren.

Wann werden eigentlich Sanktionen verboten?

Oder wie lange wollt Ihr euch das Schmarotzertum dieser korrupten Staatsbediensteten noch bieten lassen?

Jetzt Sturm auf die JobCenter jeden ersten Werktag im Monat Kassensturz.
 

thomas

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Ja, ja ... die "freiheitlich-demokratische Grundordnung" ...

Was haben wir Ossis uns mit Häme überkübeln lassen müssen dafür, "in einem Unrechts-Staat keinen Widerstand geleistet zu haben".

(Nein, bitte keine Ost-West-Diskussion jetzt, das lenkt vom eigentlichen Thema ab. Und NEIN, ich will die DDR nicht zurück!).

Und was bitte passiert nun in dieser "freiheitlich-demokratischen Grundordnung"?
Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir "freiwillig" in die FDJ eingetreten wurden.
Ich erinnere mich auch noch sehr gut daran, wie ich "ganz freiwillig" die doppelte Wehrdienstzeit abzuleisten hatte - drei Jahre statt anderthalb ("Du willst doch studieren, ja?").

Es war und IST alles "freiwillig".
Wenn man sich aber genau darauf beruft und eben NICHT mitspielt, dann wird man mit dem Entzug der Existenzgrundlage bestraft.

Welche MACHTFÜLLE das den "Vermittlungsfachkräften" in den Jobcentern gibt, brauche ich ja wohl nicht erst zu betonen, oder?

Ich frage noch einmal:
WELCHE QUALIFIKATION berechtigt diese "Vermittlungsfachkräfte", darüber entscheiden zu wollen, ob ein Erwerbsloser einer solchen Untersuchung bedarf??

:icon_dampf::icon_dampf:
 

gila

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Ob man "Die Linke" nun mag oder nicht - man sollte zumindest lesen, was in obenstehendem Link veröffentlicht wird:

Das ist für mich keine Frage von "mag ich/mag ich nicht", sondern von "wer setzt sich ein / wer nicht" und habe ich persönlich bei den LINKEN schon wesentlich mehr Anerkennenswertes gesehen, als bei anderen.
Auch "unbequeme Fragen" stellen ist eine Kunst :icon_smile: und auch ein unbequemer Gysi ist ein kluger Kopf und nennt Dinge beim Namen - die andere nur weichspülen.

Aber eine "Vermittlungsfachkraft", die über meinen geistigen Zustand befindet :icon_evil::icon_evil::icon_evil:

NEVER - wehret den Anfängen, kann ich da nur sagen.
Ich stelle mir gerade die vielen, vielen Menschen vor, die täglich so dermaßen drangsaliert werden, dass sie oftmals nicht anders KÖNNEN, als "unbeherrscht" reagieren oder auch mal wütend sein, ausrasten im Gespräch mit einem SB.

Sollen die nun alle für zwangsverblödet erklärt werden?

Vielleicht bringt man in den Amtsstuben Garderobenhaken an, wo die weißen Jacken mit den langen Ärmeln zum "hintenzubinden" gleich parat hängen?
 

gelibeh

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Na ja, es gehört doch jetzt schon zu den Mitwirkungspflichten zu einer ärztlichen oder psychologischen Untersuchung zu gehen, die vom Amt angeordnet wird. Und kommt man seinen Mitwirkungspflichten nicht nach, dann wisst Ihr ja, was dann passiert. Das ist doch nicht Neues.
 

Anna B.

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Hallo,

dazu passt ja ganz wunderbar das Schreiben, welches ich,mal wieder, zur Abgabe der Schweigepflichtentbindung und Gesundheitsfragebogen und weiß der Geier erhalten habe.
Wir wissen ja: die Abgabe dieser Unterschrift und die Ausfüllung des Gesundheitsfragebogens sind freiwillig!! Lediglich die Begutachtung durch den ärztl. Dienst wird zur Pflicht..

so, dass Schreiben:

Sie sind meiner Aufforderung zur Mitwirkung (Schweigepflciht und blabla) nicht nachgekommen.
Ohne diese Unterlagen!! kann ich !! (ja, wer ist denn ich? die Leistungsabteilung???schau,schau)...
nicht beurteilen, ob Sie eine ausreichende, gesundheitliche Leistungsfähigkeit haben.

Das haut doch dem Faß den Boden aus, seit wann führen Leistungssachbearbeiter sozialmedizinische Begutachtungen durch? Ich platze hier vor Wut!!

Dann wird weiter geschrieben: Ein Gutachten des ärztl. Dienstes ist daher von mir einzuholen.

ja, dann soll er das doch endlich machen!!..hätte er doch schon längst tun können...

Wenn Sie dieser Aufforderung bis zu dem genannten Termin nicht nachkommen, muss ich die Entziehung des ALG I prüfen!

Mit freundlichen Grüßen

unleserliche Unterschrift, kein Sachbearbeiter genannt, nur die Leistungsabteilung..

so, jetzt glaube ich, die verarschen uns im großen Stil...von wegen ärztl. Begutachtung..ich habs doch schon gesagt, da machen Sachbearbeiter die sozialmedizinische Begutachtung..keine Ärzte!!
da lesen irgendwelche Sachbearbeiter in unseren ärztl. Unterlagen rum und unterliegen auch nicht der ärztl. Schweigepflicht...weil..sind ja keine ärzte..!!
Wenn wir brav alles liefern, dann können die mit uns machen, was sie wollen..und sich in ihren Amtstuben schimmelig lachen, über diese dämlichen Antragsteller..."schau mal, der oder die hat einen an der Klatsche...steht hier doch...!!" unglaublich...


Naja, ich habe entsprechend geantwortet..bin gespannt, was als nächstes kommt...

Das von mir, zum Thema Freiwilligkeit wird zur Pflicht...sogar mit Drohungen..

Gruß
Anna
 

Muzel

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Anna, du hast recht, die Sacharbeiter werden immer frecher. Das trifft nicht nur auf das Jobzentrum zu. Beim Landschaftsverband hat mich auch ein Sachbearbeiter zur Zwangspsychotherapie geschickt, mit der Drohung mir die Entschädigungsrente zu entziehen, wenn ich mich weigere.
 

thomas

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Das ist für mich keine Frage von "mag ich/mag ich nicht", sondern von "wer setzt sich ein / wer nicht" und habe ich persönlich bei den LINKEN schon wesentlich mehr Anerkennenswertes gesehen, als bei anderen.
Auch "unbequeme Fragen" stellen ist eine Kunst
und auch ein unbequemer Gysi ist ein kluger Kopf und nennt Dinge beim Namen - die andere nur weichspülen
Volle Zustimmung!
Es ging mir nur darum, daß die von mir verlinkten Inhalte nicht einfach unbesehen abgelehnt werden, weil sie ja von den pöhsen "Linken" kommen.
:icon_wink:

Ich bin übrigens der Meinung, daß es grob rechtswidrig ist, was die Jobcenter/ARgen abzuziehen versuchen.

Gibt es hier jemanden, der rechtskundig genug ist, dazu mal etwas zu sagen?
 

Muzel

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Den rechtlichen Einstieg in die Problematik haben doch schon die "Linken" aufgezeigt. Es geht um die Grundrechtsdogmatik. Betroffen ist das allgemeine Persönlichkeitsrecht nach Art. 1 I i. v. m. Art. 2 I GG. Zu dem Grundrecht hat schon vor Jahren das BVerfG die 3 Sphärentheorie entwickelt.

1, Sphäre: Intimsphäre
2. Sphäre: Privatsphäre
3. Sphäre: Sozialsphäre

Der Eingriff in die Intimsphäre ist absolut unzulässig. Bei den anderen Sphären wägt das BVerfG mit den anderen betroffenen Grundrechten ab. Eine amtlich angeordnete psychologische Untersuchung stellt einen Eingriff in die Intimspäre da und ist damit unzulässig.
Was nützt dieses Wissen? Willst du mit dem Wissen eine Sanktion riskieren und dann warten bis du in 10 Jahren einen Termin beim BVerfG bekommst, nachdem du den ganzen Instanzenweg erfolglos beschritten hast?
 

stummelbeinchen

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Leider kann man nicht erkennen, wo das herauskopiert wurde. Mich hätte mal der ganze Beitrag interessiert.

Allerdings verwechselt er wohl Ärztlichen Dienst und Psychologischen Dienst.
 
R

Rentier

Gast
Hallo,

dann versuche ich das noch einmal auseinander zunehmen. Mir ist da nämlich was aufgefallen.

Berlin: (hib/CHE) Verweigert ein Empfänger von Leistungen nach dem Zweiten oder Dritten Sozialgesetzbuch ohne „wichtigen Grund“ eine ärztliche oder psychologische Untersuchung, drohen ihm Sperrzeiten oder Sanktionen.
Quelle: https://www.bundestag.de/presse/hib/2012_01/2012_016/02.html

Hier wird von beiden Richtungen, medizinisch und psychologisch, gesprochen.

Sozialmedizinisch besteht im Bereiche des Arbeitsmarktes keine Frage. Denen hat man nachzukommen. Es sind arbeitsmedizinische Gutachten, die eine Momentaufnahme wiederspiegeln, zum Zeitpunkt der Begutachtung.

Dieser Umstand ist im psychologischen Bereiche aber gar nicht gegeben. Wenn ein Psychologischer Schaden vorliegt, ist dieser nicht in einem Gespräch zu diagnostizieren, geht nicht.
Und nun wird es richtig amüsant, wer meint es denn, dass man, krass gesagt, einen psychologischen Schaden hat, etwa ein Sachbearbeiter ???? Dann muss er dieses auch begründen, warum der SB das meint. Und da haben wir sofort das Problem, darf er nicht, kann er nicht.

Und genau daher kommt das:

Die Abgeordneten hatten in ihrer Anfrage moniert, dass man nicht von Freiwilligkeit der Teilnahme an ärztlichen Untersuchungen sprechen könne, wenn bei Verweigerung gleichzeitig Sanktionen drohen.
Quelle: https://www.bundestag.de/presse/hib/2012_01/2012_016/02.html

Das fiel schon in der anderen Textpassage auf, hier wird wieder von ärztlichen Untersuchungen gesprochen und klar, ein Mediziner hat auch Psychologie im Unterrichtsfach. Hatte ich auch.
Und Mediziner beurteilen auch mit psychologisch, wie auch die Heilhilfsberufe es machen.

Das sind aber die ärztlichen Gutachten und bei dehnen droht bei Ablehnung, Sanktionen, berechtigt. Denn diese ärztl. Gutachten können für den Arbeitsmarkt entscheidend sein.

Das ist die eine Seite, die andere, dass psychologische Gutachten, keine ärztlichen Gutachten sind, egal ob es Psychiater, Psychotherapeuten, oder Mediziner mit Zusatzausbildung Psychologie erstellen. Es bleiben psychologische Gutachten.

Und genau das fiel mir auch in der anderen Textpassage auf, auch die Bundesagentur eierte hier rum und sprach von Sanktionen bei ärztlichen Gutachten.

Wie es hier auch geschrieben wurde, es wäre nämlich eine Amtsanmaßung wenn ein SB meint, du und du muss zum Psychologen. Da wäre nämlich meine Frage, warum ? Wieso ? Schon im Beratungsgespräch und wenn es da in Richtung Beurteilung geht, von einem SB, maß der sich was an, was er nicht darf.
Ganz anders, wenn man seinen vorherigen Job wegen psychischer Belastung aufgeben musste. Hier besteht dann keine Frage, da muss man.

Es ist nur meine Meinung dazu, was mir aufgefallen ist. Medizinisch ist eine Momentaufnahme bei der Begutachtung. Dieser Umstand ist psychologisch gar nicht zu machen, besonders, wenn wirklich was ist, so fit ist kein Psychologe. Denn wenn wirklich was ist, geht es über ellenlange Sitzungen. Womit ein Gutachten in 10 Minuten schon alleinig fragwürdig ist, egal, ob derjenige was hat oder nicht.

Rechtlich mit Sicherheit interessant, wenn durch so eine Anordnung ein falsches Gutachten gegen den Antragsteller erfolgt und den Antragsteller schädigt. :icon_kinn:
 

arbeitslos in holland

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wie ein jc-ma wissen will, wann eine begutachtung von nöten ist? ganz simpel !

immer dann, wenn man sich erfolgreich gegen schikanen wehrt.

wie die denkweise, bei den herrschenden ist, sieht man an diesem satz aus einem beschluss von @lokkolokko

Wer auf staatliche Leistungen angewiesen ist, tritt aus dem eigentlichen Kernbereich der Privatautonomie heraus und begibt sich in ein Über-Unterordnungsverhältnis.
 

twaini

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Da läuft einem nen Schauer überd en Rücken wenn man mal wieder mit bekommt wir das Wort "freiwillig" ausgelegt wird und ich möchte nicht wissen in wievielen anderen dingen selbiges oder ähnliches geschieht.

Unsere Regierung ist einfach nur Abartig,Assozial und man müsste sie allesamt zur Hölle jagen!
 

hartaber4

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Ich frage noch einmal:
WELCHE QUALIFIKATION berechtigt diese "Vermittlungsfachkräfte", darüber entscheiden zu wollen, ob ein Erwerbsloser einer solchen Untersuchung bedarf??

:icon_dampf::icon_dampf:

Keine Frage der Qualifikation, sondern der Legaldefinition:

siehe da:

§ 44a SGB II
Feststellung von Erwerbsfähigkeit und Hilfebedürftigkeit

(1) Die Agentur für Arbeit stellt fest, ob die oder der Arbeitsuchende erwerbsfähig ist. ff.


§ 44a SGB II Feststellung von Erwerbsfähigkeit und Hilfebedürftigkeit
 

Emma13

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Keine Frage der Qualifikation, sondern der Legaldefinition:

siehe da:

§ 44a SGB II
Feststellung von Erwerbsfähigkeit und Hilfebedürftigkeit

(1) Die Agentur für Arbeit stellt fest, ob die oder der Arbeitsuchende erwerbsfähig ist. ff.


§ 44a SGB II Feststellung von Erwerbsfähigkeit und Hilfebedürftigkeit

Schon toll - diesen § habe ich mir zum ersten Mal konkret durchgelesen - also - alle können dem - mit Sicherheit überaus kompetentem :icon_wink::icon_confused:Urteil der Arbeitsagentur widersprechen, was die Feststellung der Erwerbstätigkeit angeht - nur der Erwerbsfähige oder -unfähige nicht ? ! :icon_neutral:

Grüße - Emma
 
F

Ferdinand456

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Also in unserer letzten Aktivierungsmaßnahme wurde ein Parteimitglied der Linken als Dozentin eingesetzt. In erster Linie war sie es, die einen dauernd zum Arzt schickte und sagte "lassen Sie sich krankschreiben", obwohl man nicht krank war, sondern ihre Vorgehensweise kritisiert hatte. Zudem wurde uns gesagt, dass man uns mit Polizei abholen könne, wenn wir nicht erscheinen, und dass wir eine Sanktion bekämen. Wie erklärt, sie selbst war Parteimitglied der Linken (erfuhr ich aber erst viel später). Als ich weiter von einem Kursteilnehmer beleidigt wurde, besprach sie mit dem Kurs in meiner Abwesenheit diesen Vorfall und ließ mir über meine Sachbearbeiterin vom Jobcenter per E-Mail mitteilen, dass man geschlossen ganz anderer Meinung sei als nun ich. Das ich somit nicht die Wahrheit gesagt habe.

Als ich die Maßnahme abgebrochen hatte und eine Sanktion bekam, kam kurze Zeit danach wieder eine Einladung, dieses Mal vom Jobcenter, zum Psychiater.

Mir wurde eine weitere Sanktion angedroht, wenn ich nicht gehe. Kurz vorher - man höre und staune - hatte ich bei meiner Gewerkschaft angerufen und erst einmal mit den Worten begrüßt, dass nach "dieser Maßnahme erst einmal jeder eine Therapie brauche". Wollte ich aber nicht. Ich wollte da raus und nur einen Anwalt von meiner Gewerkschaft, die nun aber schickte mich in "Therapie". Und man habe gute Verbindungen zum Jobcenter, wurde mir noch erklärt. Zudem sei man Linkspartei. Und, wörtlich, "Also, Maßnahmen muss man mitmachen" (wobei das aber nur die Meinung einer dortiger Gewerkschaftsmitglieder war, eine andere war da anderer Meinung, man war sich da nicht so ganz einig).

Als nun also die Sanktion kam, legte ich Widerspruch ein, eben ohne Anwalt, denn ich wollte ja keinen Therapeuten von der Gewerkschaft gestellt bekommen, sondern einen Anwalt.

Anschließend kam eben besagter Brief vom Amt, ich bräuche eine psychiatrische Untersuchung. Als ich um eine Begründung fragte und ablehnte, erklärte man, ich bräuche nun doch keine psychiatrische Untersuchung, eine weitere Sanktion gab es deswegen auch nicht.

Im September dann auf einmal meine Sachbearbeiterin: Ich saß nur da und hatte mich freundlich mit ihr unterhalten, bzw. sie nochmals gefragt, weswegen man mich dauernd in "Therapie" oder zum "Psychiater" schickt. Sie daraufhin durch die Blume, dass schon alleine wegen unserer Diskusssion in ihren Augen eine Therapie für mich nötig sei, ich hätte wohl etwas nicht "verarbeitet".

Nun in der Ablehnung meines Widerspruchs wurde mir vorgeworfen, ich sei ja mehr oder weniger selbst schuld, ich hätte ja eine Therapie verweigert.

Das ganze endete darin, dass ich die Polizei anrief, und fragte, ob es überhaupt stimme, dass man von solchen Maßnahmeträgern mithilfe der Polizei abgeholt werden könne. Als diese verneinte, erklärte ich dem Amt, sie sollen aufhören, mich permanent zu beleidigen, indem sie mich in Therapie schicken. Da ich körperlich chronisch krank bin, drohte ich mit Anzeige wegen Beleidigung, versuchter Körperverletzung, Stalking und Nötigung, und gut ist jetzt. Ende Gelände.

Lasst euch nicht kleinkriegen. Egal, ob von links oder rechts oder mitte. Im Übrigen überlege ich mir, nach diesem Hickhack und dieser Erfahrung mit meiner Gewerkschaft dann endlich mal langsam die Mitgliedschaft dort zu kündigen. Wenn die schon anfangen, einen dauernd in "Therapie" zu schicken anstatt einem einen Anwalt zu stellen, ist bei denen Hopfen und Malz verloren.

Merke: Die Gegenpartei hat nicht das Recht, einen dauernd zum Gutachter oder in Therapie zu schicken, zur Not gibt es Strafanzeige.
 
F

Ferdinand456

Gast
Na ja, es gehört doch jetzt schon zu den Mitwirkungspflichten zu einer ärztlichen oder psychologischen Untersuchung zu gehen, die vom Amt angeordnet wird. Und kommt man seinen Mitwirkungspflichten nicht nach, dann wisst Ihr ja, was dann passiert. Das ist doch nicht Neues.

Es geht einzig und alleine darum, sich nach eventueller Schikane mithilfe eines Arztes "rein zu waschen", indem man den Teilnehmer für psychisch krank erklären lässt, bevor man juristisch betrachtet echten Ärger bekommen könnte. Manchmal wird der Arzt auch dahingehend manipuliert, dem Betroffenen klar zu machen, dass er doch bitte Verständnis für die Gegenseite haben möge, nicht so hart sein möge und eventuelle juristische Schritte unterlassen möge. Das hatte ich bereits erlebt, insofern lasse ich mich auf solche Spielchen nicht mehr ein, der Verlierer war am Schluss natürlich ich und zwar nachhaltig, der Gegner, für den ich ach so viel Verständnis hatte (nachdem mir einige Ärzte das dringend geraten hatten), stand wunderbar da. Reingewaschen, unschuldig und lammfromm. Ich stand da ohne Job. Man kennt diese Methoden.

In zweiter Linie geht es darum, möglichst viele ALG-II-Empfänger als psychisch krank diagnostizieren zu lassen, so fallen sie aus der Arbeitslosen-Statistik und die Bundesrepublik steht gut da mit angeblicher "Vollbeschäftigung".

Es liegt an den Ärzten, diesen Methoden ein Ende zu setzen, denn letztendlich fällt es auf sie und ihren gesamten Berufsstand zurück, wenn sie sich von Regierung und Behörden als Mittel zum Zweck benutzen lassen. Sie beklagen sich doch über eine "unglaubliche Ärzte-Hetze" in Deutschland. Ja, hier haben sie eine Möglichkeit, einfach mal "Nein" zu sagen und zu sagen "bei so etwas machen wir nicht mit"!
 
Status

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Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

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