Freiwilliges Vorstellungsgespräch mit hohen Fahrtkosten für nächste Woche, wie vorgehen zwecks Kostenübernahme? (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Status
Dieses Thema ist derzeit geschlossen.
Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

chromoxidgruen

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Februar 2011
Beiträge
241
Bewertungen
80
Hallo,

hab gerade eine Einladung zum Vorstellungsgespräch am Ende der Welt bekommen (600 km Entfernung). Die Bewerbung war eine Eigeninitiative von mir und ich würde den Termin sehr gern wahrnehmen. Es ist das 1. Vorstellungsgespräch seit über 1 Jahr.

Allerdings bedeutet das mindestens 150 EUR Fahrtkosten. Vorstrecken würde eventuell noch gehen, aber ich kann nicht riskieren auf den Kosten sitzen zu bleiben, das gibt mein ALG-2-Budget nicht her. EGV gibt es nicht, ich hab also keine Sicherheit dass irgendwas übernommen wird.

Freundlicherweise hat die Firma gleich geschrieben dass sie keine Fahrtkosten übernehmen. Deshalb würde ich dazu tendieren, die Fahrtkosten beim Mopscenter zu beantragen, den Einladungsschrieb in Kopie dazu zu legen und zu schreiben dass ich die Zusage vorab brauche da es mir nicht möglich ist die Kosten aus dem Regelsatz zu bestreiten. Antragsformulare (mit älterem Datum, verfallen die irgendwann?) hab ich noch.

Eigentlich sollte sich das Mopscenter freuen dass sie endlich eine Chance haben mich loszuwerden, aber ob denen das klar ist ...? :icon_kratz:

Was meint Ihr zur Vorgehensweise?

Gruß chromoxidgruen
 

Hartzeola

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
10 August 2011
Beiträge
10.203
Bewertungen
3.451
Deshalb würde ich dazu tendieren, die Fahrtkosten beim Mopscenter zu beantragen, den Einladungsschrieb in Kopie dazu zu legen und zu schreiben dass ich die Zusage vorab brauche da es mir nicht möglich ist die Kosten aus dem Regelsatz zu bestreiten.
Mit Zusage vorab wirst du es wohl nicht rechtzeitig schaffen; das JC hat ja seine Ruhezeiten, Wochenenden usw. und wird sich sicher die Zeit lassen.

Was du brauchst wäre eher ein Nachweis, dass du deine Unterlagen vor dem Vorstellungsgespräch eingereicht hast, etwa eine Empfansbestätigung oder ein Fax vorab.
 

chromoxidgruen

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Februar 2011
Beiträge
241
Bewertungen
80
Nachweis ist nicht das Problem, Fax soll morgen raus. Termin ist auch erst in der zweiten Wochenhälfte, das wäre grundsätzlich schaffbar.

Die Übernahme von Fahrtkosten aus dem Vermittlungsbudget ist eine Kann-Leistung. Deshalb hab ich ohne Zusage vom Mopscenter keine Garantie dass sie auch übernommen werden. Mit der Folge, dass ich nicht zum Vorstellungsgespräch kann weil die Fahrt aus dem Regelsatz nicht finanzierbar ist.

Hab der Firma noch nicht zugesagt. Ich könnte allenfalls versuchen den Termin zu verschieben. Würde ich aber ungern machen.
 

chromoxidgruen

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Februar 2011
Beiträge
241
Bewertungen
80
Hab ein schönes Fädchen hier im ELO Forum zu diesem Thema gefunden:
https://www.elo-forum.org/antraege/85762-fahrtkosten-vorstellungsgespraech.html

Werde dem Mopscenter jetzt wohl folgendes schreiben, unter Berücksichtigung weiterer Fragen wie Anreise mit PKW und Übernachtung (die Details stehen im Antragsvordruck):

----------------------------

Sehr geehrte XX,

Hiermit beantrage ich die Übernahme der Fahrtkosten
zum Vorstellungsgespräch bei Fa. YY in ZZ, gemäß beiliegendem Antragsformular. Die einfache Entfernung beträgt 600 km. Aufgrund dieser Entfernung ist eine Übernachtung erforderllch.

Als Verkehrsmittel ist der PKW vorgesehen, aus folgenden Gründen:

  • Wenn ich mit dem PKW anreise, kann ich preisgünstigere Übernachtungsmöglichkeiten wählen als in der Großstadt ZZ, z. B. eine kleine Pension auf dem Land abseits der Bahnstrecken.
  • Die Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind für meine Strecke ungünstig und enthalten 4-6 Umstiege, häufig mit nur kurzen Umstiegszeiten. Deshalb besteht bei ihrer Nutzung ein Verspätungsrisiko, sobald eins oder sogar mehrere Verkehrsmittel verspätet sind, was bei der Deutschen Bahn leider häufiger vorkommt.
    • Würde ich am Tag des Vorstellungsgespräches mit der Bahn anreisen, würde ich deshalb riskieren nicht pünktlich zum Gespräch zu kommen.
    • Würde ich dagegen zur Sicherheit einen Tag früher anreisen, aber am Tag des Vorstellungsgespräches mit der Bahn zurück reisen, müsste ich eine späte Fahrt buchen, zu sicher zu sein, dass das Gespräch bis dahin vorbei wäre. Dadurch würde ich riskieren bei einer Verspätung eines der Anschlusszüge nicht mehr nach Hause zu kommen.
    • Diese Risiken wären nur durch 2 Übernachtungen auszuschließen, was aber im Normalfall nicht erstattet wird, da die 2. Übernachtung die Reise erheblich verteuern würde.
Da es nicht möglich ist, Fahrtkosten in dieser Höhe aus dem Regelsatz zu bestreiten, bitte ich um Erstattung im voraus. Anliegend finden Sie das Einladungsschreiben, aus welchem hervorgeht dass Fahrtkosten nicht übernommen werden. Ich weise darauf hin, dass ich bei Versagung der Vorauszahlung den Termin zum Vorstellungsgespräch verschieben müsste.

Mit freundlichen Grüßen
chromoxidgruen


----------------------------

Ich denke das sollte so passen?
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2017
Beiträge
3.791
Bewertungen
3.042
@ chromoxidgruen,

woher weißt du mit Gewissheit, dass am Zielort die Übernachtungsmöglichkeiten teurer sind, als in der dortigen ländlichen Umgebung und diese nicht per ÖPNV erreichbar sind?

Wieso ist generell eine Übernachtung notwendig? Gerade bei solchen Fernstrecken gibt es bei der DB auch Nachtverbindungen. Gleiches gilt für Fernbusse.

Sofern du diese Punkte noch nicht abgeprüft hast, solltest du diese mal prüfen, denn dies kann günstiger sein, als tagsüber anzureisen und 1-2 Übernachtungen am Zielort nehmen zu müssen. Wenn es dir um den Punkt des Frischmachens vor dem Vorstellungsgespräch geht, dann erkundige dich mal, ob es am Zielort in den Hotels sogenannte Tageszimmer gibt, die meistens günstiger als eine Übernachtung sind. Alternativ kann man sich dafür auch bei Hostels oder Jugendherbergen erkundigen. An einigen Bahnhöfen gibt es auch Duschmöglichkeiten.

Ich bin mir nicht sicher, ob und wie weit es Einfluss hat, auf die vermutete Ausfallmöglichkeit oder Verspätungen bei DB oder anderen Linienverkehrsmitteln hinzuweisen. Schließlich könntest du auch Verbindungen mit weniger Umstiegen wählen, sofern dies möglich ist. Wobei beim Verpassen von Anschlusszügen die DB meistens nach alternativen Zügen sucht, mit denen du an dein Ziel kommen kannst.

Diese Punkte dürften auch im JC bekannt sein.
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.685
Bewertungen
8.827
Wenn bei der Entfernung das VG ungünstig liegt (morgens um 10:00 oder so), ist ne Übernachtung auf jeden Fall drin.
Dafür gibt es umme 50 bis 60 Euronen für eine Nacht. :peace:

Nachtzüge fahren nicht immer und nicht auf allen Strecken und es ist einfach grausich. Vor dem Termin sicher nich anzuraten! :icon_evil:
 

chromoxidgruen

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Februar 2011
Beiträge
241
Bewertungen
80
@ chromoxidgruen,
woher weißt du mit Gewissheit, dass am Zielort die Übernachtungsmöglichkeiten teurer sind, als in der dortigen ländlichen Umgebung?.
Ich war jahrelang im Außendienst und hab meine Hotels immer selbst gebucht. Auch dort. Hotels mit guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sind immer teuer als eine kleine schabblige Pension irgendwo in einem Kaff mitten in der Pampa. Die Anbindung lassen die sich bezahlen.

Wieso ist generell eine Übernachtung notwendig? Gerade bei solchen Fernstrecken gibt es bei der DB auch Nachtverbindungen. Gleiches gilt für Fernbusse.
Bitte meinen Post richtig lesen bezüglich Verspätungen.
Ansonsten: Meinst Du das ernst? Fernbusse brauchen pro Strecke 10 Stunden und fahren so ungünstig, dass sich eine gesamte Reisedauer von ca. 30 Stunden ergibt. Das ist definitiv nicht zumutbar.

Schließlich könntest du auch Verbindungen mit weniger Umstiegen wählen, sofern dies möglich ist.
Ist nicht möglich, es gibt keine anderen.

Wobei beim Verpassen von Anschlusszügen die DB meistens nach alternativen Zügen sucht, mit denen du an dein Ziel kommen kannst.
Das hilft aber nicht wenn z. B. durch 1x Personenschaden oder 1x Baustelle + 1x technische Störung sich die Verspätung auf über 2 Stunden ansummiert hat... Man hängt ja teilweise auf offener Strecke fest. Hatte ich beim vorletzten Vorstellungsgespräch selbst erlebt. Nur weil ich schon einen Tag vorher gefahren war, hat sich die Verspätung nicht ausgewirkt.

Wenn bei der Entfernung das VG ungünstig liegt (morgens um 10:00 oder so), ist ne Übernachtung auf jeden Fall drin.
Dafür gibt es umme 50 bis 60 Euronen für eine Nacht. :peace:

Nachtzüge fahren nicht immer und nicht auf allen Strecken und es ist einfach grausich. Vor dem Termin sicher nich anzuraten! :icon_evil:
Das Gespräch ist zwar erst mittags. Aber die Sparpreis-Verbindungen dauern 7 Stunden, d.h. ich müsste in der Nacht schon los, um Luft für mögliche Verspätungen zu haben. Und die Hetze mit hängender Zunge von Anschluss zu Anschluss so dass ich gestresst und verschwitzt ankomme wird meine Chancen auf den Job nicht erhöhen.

Weißt Du ob es eine Grenze der Zumutbarkeit gibt, ab welcher Gesamtreisedauer einem eine Übernachtung zusteht? Ich wäre ja 20 Stunden unterwegs bei Nutzung der Bahn (Hinfahrt inkl. Spielraum für Verspätung + Gespräch inkl. Spielraum + Rückfahrt).

Jedenfalls ist das alles Krampf, deshalb wäre es zielführender mit dem Auto zu fahren.
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2017
Beiträge
3.791
Bewertungen
3.042
Hotels mit guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sind immer teuer als eine kleine schabblige Pension irgendwo in einem Kaff mitten in der Pampa.
@ chromoxidgruen,

ich will dir deine Erfahrungen nicht absprechen, aber ich würde dir dennoch empfehlen, einen entsprechenden Kostenvergleich zu machen, ob nicht doch ein Hotel vor Ort günstiger ist, als erst noch kilometerweit durch die Pampa zu fahren.

Ansonsten: Meinst Du das ernst? Fernbusse brauchen pro Strecke 10 Stunden und fahren so ungünstig, dass sich eine gesamte Reisedauer von ca. 30 Stunden ergibt. Das ist definitiv nicht zumutbar.
Wäre dieses Vorstellungsgespräch aus einem RFB-behafteten VV entstanden, dann wäre dies grundsätzlich unzumutbar. Hier aber hast du dir selbst diese Stelle gesucht und bist bereit, den dabei anfallenden Zeitaufwand aufzunehmen.

Die Fahrtdauer bei Fernbussen ist selbstverständlich auch von der jeweiligen Strecke abhängig. Genauso ob es dafür eine Nachtverbindung gibt.

Meine Postings sollen dich nicht von deinem Plan abhalten, diese Strecke per Kfz zu fahren. Ich wollte dich nur auf mögliche Kritikpunkte seitens SB aufmerksam machen. Schließlich gilt es ja die Kostenaufwendungen auf ein Minimum zu beschränken. Daher mein Hinweis darauf, schließlich kann der Fernbus insgesamt kostengünstiger sein, als eine Fahrt per Kfz und Übernachtung.
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.685
Bewertungen
8.827
Bei mir gings mehr um die Uhrzeit. :peace:
Von Dresden abfahrend kann man nicht morgens um 09:00 / 10:00 in München - Hintertupfing ankommen.

Das geht einfach nicht, deshalb wurde es bewilligt (wobei der Vorgang selber dem eigentlich zuständigen SB, der nicht willich war, eine Versetzung einbrachte :icon_lol:).
 

chromoxidgruen

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Februar 2011
Beiträge
241
Bewertungen
80
@erwerbssuchend
Hier aber hast du dir selbst diese Stelle gesucht und bist bereit, den dabei anfallenden Zeitaufwand aufzunehmen.
Für diese Sichtweise sehe ich keine Rechtsgrundlage.
Abgesehen davon wäre es nicht zielführend. Wenn ich mich auf eine anspruchsvolle Stelle als Fachkraft bewerbe, bringt es mich nicht in Arbeit wenn ich geschlaucht dort ankomme. Siehe auch Post von Texter50.

Gern nehme ich den Hinweis auf die Reisedauern der Fernbusse mit Beleg in meine Argumentation auf, Zugfahrzeiten und Hotelsituation kann ich auch entsprechend belegen.
Wenn man mit dem Auto fährt, kommt man unterwegs von selbst durch die Pampa. Man fährt also keinen Umweg, um günstiger zu übernachten.

Hallo,

weiß jemand ob irgendwo so eine Grenze festgelegt ist und wenn ja wo? :icon_question:
Es geht darum dass bei mir Hinfahrt+Termin+Rückfahrt ca. 20 Std. dauern würden und ich deshalb am Zielort übernachten möchte.

Dank+Gruß
chromoxidgruen
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2017
Beiträge
3.791
Bewertungen
3.042
Für diese Sichtweise sehe ich keine Rechtsgrundlage.
Abgesehen davon wäre es nicht zielführend. Wenn ich mich auf eine anspruchsvolle Stelle als Fachkraft bewerbe, bringt es mich nicht in Arbeit wenn ich geschlaucht dort ankomme.
Ich persönliche sehe aber auch keinen Rechtsanspruch auf eine Übernachtung in einem Hotel, so dass du am Abend vor dem Vorstellungsgespräch anreisen und dann am nächsten Tag das Gespräch erholt wahrnehmen kannst. Es käme dabei auch darauf an, ob es überhaupt notwendig ist, dass du dich freiwillig so dermaßen weit von deinem Tagespendelbereich bewirbst, dass du nicht am selben Tag hin- und zurückfahren kannst, also ob es für dich vor Ort kaum oder keine Stellen mehr gibt.

Das JC könnte sich leider auch darauf berufen, dass diese Kosten Kann-Leistungen sind und du keine anderslautende Regel in deiner EGV hast, die du ja derzeit nicht hast.

Nur mal angenommen, dass du jene Stelle bekommst, wofür ich dir Glück wünsche, wie willst du den notwendigen Umzug bewerkstelligen? Auch hier wird das JC leider einige Zeit brauchen, um notwendige Anträge zu bearbeiten oder gibt es dafür eine Übergangslösung seitens des potenziellen AG?

Nachtrag:

Ich habe mal Dr. Google befragt und der zeigt mir u.a. ein Ergebnis vom JC Bonn. In dem Dokument wird auf Seite 3 gezeigt, dass Übernachtungskosten übernommen werden. Es scheint also eine Möglichkeit zu geben, dass diese Kosten erstattet werden können. Die Frage ist nun, ob dein JC dies ebenfalls so handhabt. Hier der Link zum Dokument.

@ chromoxidgruen,

ich habe zwar schon in deinem anderen Thread etwas dazu im Nachtrag geschrieben, aber ich gebe diese Information gern auch hier weiter. Per Google fand ich folgendes Dokument vom JC Bonn aus 2016, in welchem auf Seite 3 die Übernahme von Übernachtungskosten genannt wird. Es gibt damit zumindest ein Indiz, dass Übernachtungskosten erstattbar sind. Aber da es sich um Kann-Leistungen handelt, könnten diese leider auch abgelehnt werden.

Hier der Link dazu.
 

chromoxidgruen

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Februar 2011
Beiträge
241
Bewertungen
80
Bei welchem Mopscenter arbeitest Du?

Ich persönliche sehe aber auch keinen Rechtsanspruch auf eine Übernachtung in einem Hotel, so dass du am Abend vor dem Vorstellungsgespräch anreisen und dann am nächsten Tag das Gespräch erholt wahrnehmen kannst.
Rechtsgrundlage?
Du hast hier 2 meiner Themen vermischt.
Thema 1: Ich gehe von einen Rechtsanspruch aus, nicht 30 Stunden am Stück ohne Übernachtung reisen zu müssen wg. Zumutbarkeitsgrenze. Hier orientiere ich mich zum Beispiel an Regelungen für Dienstreisen im öffentlichen Dienst, welche maximal von 6 Uhr bis 24 Uhr gehen dürfen. Ich weiß aber nicht ob diese Zumutbarkeitsgrenze für ALG-2 auch gilt. Würde mich interessieren.
Thema 2: Vermittlungsaktivitäten müssen geeignet sein den ELO in Arbeit zu bringen. Ich bezweifle dass das bei einem Vorstellungsgespräch z. B. nach einer Nachtfahrt der Fall ist, unabhängig von einer Zumutbarkeitsgrenze bezüglich der Gesamtreisedauer.

Es käme dabei auch darauf an, ob es überhaupt notwendig ist, dass du dich freiwillig so dermaßen weit von deinem Tagespendelbereich bewirbst, dass du nicht am selben Tag hin- und zurückfahren kannst, also ob es für dich vor Ort kaum oder keine Stellen mehr gibt.
Du sprichst hier das Thema der Notwendigkeit an. Da sehe ich kein Problem.
Ich weiß nicht ob es Dir bekannt ist, aber wenn man Ü-50 ist stehen die AG trotz ausgiebigen Bewerbens nicht Schlange, egal wie qualifiziert man ist. Dann wird der Radius fürs Bewerben irgendwann immer größer. Ich persönlich reiße mich nicht darum so weit weg zu gehen.

Das JC könnte sich leider auch darauf berufen, dass diese Kosten Kann-Leistungen sind und du keine anderslautende Regel in deiner EGV hast, die du ja derzeit nicht hast.
Bei ALG-2 geht das Ermessen leider gegen Null, da es nicht möglich ist die Fahrtkosten aus dem Regelsatz zu bestreiten.

Nur mal angenommen, dass du jene Stelle bekommst, wofür ich dir Glück wünsche, wie willst du den notwendigen Umzug bewerkstelligen? Auch hier wird das JC leider einige Zeit brauchen, um notwendige Anträge zu bearbeiten oder gibt es dafür eine Übergangslösung seitens des potenziellen AG?
Auch dafür ist das Vermittlungsbudget da. Seriöse Stellen beginnen nicht schon übermorgen sondern haben mehrere Wochen Vorlauf. Übermorgen beginnen nur die ZAFfen. Scheint ja eher Dein Erfahrungsbereich zu sein...

Mit "Rechtsgrundlage" meine ich übrigens auch Rechtsgrundlage, nicht ein Heftchen in welchem sich irgendein Mopscenter versucht sein eigenes Recht zu stricken.

Dass Übernachtungskosten grundsätzlich übernommen werden können findest Du auch in diversen anderen Threads hier. Dieses Grundwissen ist die Basis meiner Frage, nicht deren Beantwortung. Ich suche die Zumutbarkeitsgrenze der Reisedauer. Ich gehe von einen Rechtsanspruch aus, nicht 30 Stunden am Stück ohne Übernachtung reisen zu müssen wg. Zumutbarkeitsgrenze. Hier orientiere ich mich zum Beispiel an Regelungen für Dienstreisen im öffentlichen Dienst, welche maximal von 6 Uhr bis 24 Uhr gehen dürfen. Ich weiß aber nicht ob diese Zumutbarkeitsgrenze für ALG-2 auch gilt. Würde mich interessieren.

Solche Arbeitshilfen wie die von Dir genannte gibt es von vielen Mopscentern. Jedes Mopscenter kocht sein eigenes Süppchen, z. B. bezüglich der Höhe von erstattungsfähigen Übernachtungskosten. Das Mopscenter meines Grauens hat leider kaum Dokumente online.

Letztlich gibt es 2 Schienen zu denen Infos benötigt werden:

  • Einerseits die übliche Verfahrensweise des jeweiligen Mopscenters, um diese zu kennen.
  • Andererseits die Rechtslage, um seine Rechte vertreten zu können.
Werde mich äußern wenn ich was gefunden habe.

Ein solches Heftchen zum Thema Vermittlungsbudget hätte ich auch noch zu bieten, diesmal aus Braunschweig:
https://fragdenstaat.de/files/foi/60623/9_Vfg_Vermittlungsbudget.pdf

Darin findet sich zum Thema "Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen" der schöne Satz:
"Eine Einschränkung auf das kostengünstigere Verkehrsmittel (PKW oder öffentliche Verkehrsmittel) ist nicht zulässig. Es besteht grundsätzlich eine Wahlmöglichkeit des Bewerbers hinsichtlich des Verkehrsmittels."

In Braunschweig zumindest laufen die Dinge also völlig anders als von meinem Vorredner dargelegt. Nicht so schön (für mich) ist, dass dieser Satz zunächst eben nur in Braunschweig gilt. In anderen derartigen Heftchen, herausgegeben von anderen Mopscentern, findet sich der Satz z. B. nicht. Da stellt sich eben die Frage nach der allgemeinverbindlichen Rechtsgrundlage.
 

erwerbsuchend

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juni 2017
Beiträge
3.791
Bewertungen
3.042
Thema 1: Ich gehe von einen Rechtsanspruch aus, nicht 30 Stunden am Stück ohne Übernachtung reisen zu müssen wg. Zumutbarkeitsgrenze. Hier orientiere ich mich zum Beispiel an Regelungen für Dienstreisen im öffentlichen Dienst, welche maximal von 6 Uhr bis 24 Uhr gehen dürfen. Ich weiß aber nicht ob diese Zumutbarkeitsgrenze für ALG-2 auch gilt. Würde mich interessieren.
Dieser Punkt wurde u.a. in diesem Posting von BerndB dargelegt. Das BRKG gilt den dort angegebenen Quellen nicht für ALG 2-Empfänger.

Du sprichst hier das Thema der Notwendigkeit an. Da sehe ich kein Problem.
Ich weiß nicht ob es Dir bekannt ist, aber wenn man Ü-50 ist stehen die AG trotz ausgiebigen Bewerbens nicht Schlange, egal wie qualifiziert man ist. Dann wird der Radius fürs Bewerben irgendwann immer größer. Ich persönlich reiße mich nicht darum so weit weg zu gehen.
Ich bin selbst noch weit von der 50 entfernt, aber eines habe ich für mich als Basis festgelegt, wenn es keine Arbeit in meinem Tagespendelbereich gibt, dann gibt es eben keine Arbeit und ein Umzug nur der Arbeit wegen, kommt für mich nicht in Frage. Vielleicht haben wir 2 unterschiedliche Einstellungen, was das Thema Arbeit betrifft. Arbeit ist für mich kein Selbstzweck, nur um anderen zu gefallen oder einen vermeintlichen höheren sozialen Status zu haben. Vorallem stelle ich mir die Frage, wenn ich als 50-jähriger in meinem örtlichen Bereich keine Arbeit finde, warum sollte mich dann ausgerechnet ein Unternehmen einstellen, welches am anderen Ende Deutschlands liegt, in dessen Umfeld es mit Sicherheit ebenfalls qualifizierte 50-jährige gibt?

Bei ALG-2 geht das Ermessen leider gegen Null, da es nicht möglich ist die Fahrtkosten aus dem Regelsatz zu bestreiten.
Da hast du Recht, aber es kommt in deinen Fall nun darauf an, welche Kosten dein JC als nachweisbar und unabdingbar hält, unter Berücksichtigung deines genauen Termines und der jeweiligen Bus- und Bahnverbindungen im Vergleich zum Selbstfahren und Übernachtung.

Auch dafür ist das Vermittlungsbudget da. Seriöse Stellen beginnen nicht schon übermorgen sondern haben mehrere Wochen Vorlauf.
Dann wünsche ich dir Glück, dass dieser potenzielle AG, dies ebenso sieht, sofern dir das nicht schon bekannt ist.

In Braunschweig zumindest laufen die Dinge also völlig anders als von meinem Vorredner dargelegt.
Wo liegt in dem von mir verlinkten Beispiel des JC Bonn eine andere Aussage als im Beispiel JC Braunschweig? In beiden Anweisungen steht doch, das notwendige Übernachtungen bis zu einer bestimmten Höhe übernommen werden.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
21.824
Bewertungen
23.289
NA, also bei 20 Stunden muss man da denke ich nicht lange diskutieren, da kein Mensch mit 4 Stunden Schlaf auskommt.

Ich würde maldarüber nachdenken, ob das alles wirklich so eine seriöse Sache ist.Gute Arbeitgeber übernehmen in der Regelauch die Reisekosten, wenn sie Bewerber einladen.
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
7.392
Bewertungen
7.632
AW: Voraussetzung für Übernachtung bei Vorstellungsgespräch - Zumutbarkeitsgrenze Reisedauer?

@ [...]

ich habe zwar schon in deinem anderen Thread etwas dazu im Nachtrag geschrieben [...]
Genau aus diesem Grund ist es wenig zielführend, den gleichen Sachverhalt in zwei Fäden zu verkaspern ...! Ich habe Deine beiden Themen mal zusammengeführt ...


:wink:
 

chromoxidgruen

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 Februar 2011
Beiträge
241
Bewertungen
80
Mal ein kurzes Update.
Hab mir in einer 6-stündigen Odyssee durch die Dienststellen die Fahrtkosten für die Autofahrt zum Vorstellungsgespräch erkämpft. Beim 2. Vorstellungsgespräch hat der AG die Fahrtkosten übernommen. Und jetzt hab ich den Job :peace: und freue mich. Nix wesentliches zu meckern bisher. Job, Firma, Gehalt, Gegend - alles im grünen Bereich. Seriöser Umgang, kein Beschiss. AG übernimmt auch die Kosten für die Unterkunft vor Ort im 1. Monat.
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.685
Bewertungen
8.827
Herzliche Glückwünsche zum Job! :peace:
Ich drück Dir ganz feste die Daumen, dass Dir ein erneuter Kontakt zum JC & Co erspart bleib!
 
Status
Dieses Thema ist derzeit geschlossen.
Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten