"Freiwillige" Maßnahme, Depression, Panikattacken, was tun? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

LesterBurnham77

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Ein freundliches Hallo,

ich möchte mich zunächst kurz vorstellen, da ich neu in diesem Forum bin und dies mein erster Beitrag ist.

Zu meiner Person:

Ich bin 35, habe im Winter 2006 mein damaliges Studium geschmissen nach einer für mich sehr heftigen Trennung von einer Frau mit starken psychischen Poblemen und einer familiären (finanziellen) Abhängigkeitssituation meinen Eltern gegenüber, da ich noch den Glauben hatte mit meiner damaligen Ausbildung (IT-Bereich), die ich 2002 abgeschlossen hatte, einen Job zu finden, wenn ich mich entsprechend bemühe.

Nach meiner Exmatrikulation im Winter 2006 versuchte ich mich zunächst zwei Monate lang als Postkurier, da ich zu der Zeit körperlich fit war und die Firma dringend Leute suchte. Ich wollte diese Tätigkeit für mich als Einstieg nutzen, da ich nicht in Hartz IV rutschen wollte.
Was ich dort an kalter Ausbeutung erlebte war für mich traumatisch, erledigte sich jedoch nach zwei Monaten, da ich krankheitsbedingt (Winter, Schwitzen auf dem Postdrahtesel, dicke Erkältung, Krankenschein) in der Probezeit die Kündigung erhielt.

Danach ging es für mich in Hartz IV.

Ich hatte zu der Zeit noch einiges an Energie und Tatendrang und wollte eine Umschulung/Fortbildung im pädagogischen Bereich machen. Nach eingängiger Informationsbeschaffung und mit konkreten Vorschlägen im Gepäck ging ich zu meinem ersten Gespräch mit einem Sachbearbeiter.
Der Mann erklärte mir, das ginge jetzt nicht mit der Umschulung, aber "in einem halben Jahr", da ich frisch im ALG2 wäre und steckte mich stattdessen in eine Maßnahme für Bewerbungen/Jobvermittlungen.

Nach drei Monaten dort war ich gebrochen. Ich war vorher ein fitter, sportlicher Mensch, was Arbeit(samt) in diesem Land angeht naiver Mensch, doch als man mich irgendwann gegen Ende der Maßnahme an Zeitarbeitsfirmen "verschachern" wollte, um sich die Provision einzuheimsen, rebellierte alles in mir und ich griff häufig zur Flasche, weil ich keinen anderen Ausweg sah. Man schickte mich u.a. zum Messebau(!), wo ich drei Tage ohne Bezahlung malochte, weil dem Maßnahmenträger ein Irrtum unterlaufen war, bzw. dieser von der Zeitarbeitsfirma getäuscht worden war, die mich als "Lagerarbeiter" anstellen sollte. Vor mir stellte der Träger die drei Tage auf der Messe als "Zuverdienstmöglichkeit" dar.... .
Naja, der Träger hatte nach dieser miesen Nummer wohl Angst, dass ich den Vorfall melde und setzte mich unter Druck, ich dürfte mich mit dem Sachverhalt auf keinen Fall an die ARGE wenden.
Da ich nervlich dermaßen am Ende war damals ging ich nicht mehr zu der Maßnahme, die mich widerum in Ruhe ließ, da sie wohl dort Angst hatten, ich würde von dem Vorfall bei der ARGE erzählen oder einen Anwalt einschalten.

Danach hatte ich ca. 1 Jahr meine Ruhe vor dem Amt und brachte mich wieder so weit selbst auf Kurs, selbst kurz vor einigen vielversprechenden Ausbildungen zu stehen mit nun 30 Jahren, was aber am Ende scheiterte und mich auch wieder vermehrt runterzog.

Auf Nachfragen nach der pädagogischen Fortbildung/Umschulung wurde ich zwischenzeitlich 2007/2008 zweimal darauf hingewieden, dass die Töpfe leer seien, bei weiteren Gesprächen wurde mir auch schon vom Sachbearbeiter mehrmals geantwortet, ich hätte ja eine Ausbildung, mit der ich Arbeit bekommen könnte (IT, doch außerbetriebliche Ausbildung 99-02, die ohne Berufserfahrung und mit ausreichendem Abschluss mittlerweile 6 Jahre her war).

Im Sommer 2008 bekam ich einen 1-EURO-Job in einer KITA zugewiesen als Schreibkraft, mit der Aussage, "bei guter Arbeit sei eine folgende Festanstellung möglich".

Ich hängte mich richtig rein und die Arbeit machte mir auch Freude. Ich blühte, auch mit der Hoffnung auf die in Aussicht gestellte Festanstellung wieder richtig auf. Als es jedoch mit der Festanstellung nichts wurde, was mir trotz mehrmaliger Nachfrage am Ende der Tätigkeit nichtmal mitgeteilt wurde, war ich wieder richtig tief im Loch.

Mittlerweile hatte ich immer häufiger Panikattacken mit Todesangst, kaum noch Vertrauen in andere Menschen, besonders, wenn es mit Amtsgägngen oder Arbeitgebern zu tun hatte.

2009 schickte mich der SB zu einer Maßnahme, an der ich lediglich alle zwei Wochen Einzelgespräche hatte und in der mich ein netter Mensch zu eigenen Strategien und zu einem Wiedergewinnen von Eigeninitiative brachte.

Meine Panikattacken ließ ich nicht behandeln, sondern sagte mir, das wird schon alles, wenn ich nur was Beruflich passendes mit ein bißchen Sicherheit und Zukunft finde.

Der Mann dort war glücklicherweise verständlisvoll, was die ARGE anging und riet mir, das mit der Fortbildung beim SB weiter und nachdringlicher zu versuchen und mir einen Zeugen zu den Terminen mitzunehmen, bzw. mir sogar selbst Termine geben zu lassen.

Also ließ ich mir einen Termin geben, um mit meinem SB nochmal über die Fortbildung im pädagogischen Bereich zu sprechen und nahm mir einen Freund als Zeugen mit.
Kurze Zeit später hatte ich einen Beratungsschein für Fortbildungen in der Tasche und konnte letztendlich nach psychologischem Gutachten und Eingangstest, sowie 4wöchigem Erprobungspraktikum meine Fortbildung beginnen.

Ich schöpfte wieder Hoffnung.

Die Fortbildung lief für mich gut, ich war stets Kursbester, da mir die Inhalte leicht von der Hand gingen, bis ich im 1. Praktikum (die Fortbildung beinhaltete 2 3monatige Praktika) in eine Mobbinggeschichte geriet, was meine Depression und Panikattacken wieder vermerht aufleben ließ.
Doch so, wie ich es nunmal aus meiner Kindheit gelernt hatte, biss ich mich da durch, auch, weil ich von den Dozenten des Fortbildungsträgers immer nur auf meine Ausführungen erhielt wie: "Da kommen sie schon durch, es geht doch im Praktikum hier um einen Job".
Im 2. Praktikum bekam ich auch keinen Job, da die Einrichtung für eine Stelle für mich auf eine Förderung vom Amt angewiesen war, die sie in dieser Höhe nicht erhielt.

Also wieder Termine beim SB, der mir per Eingliederungsvereinbarung 10 Bewerbungen pro Monat auferlegte, was aber kein Problem für mich war, da ich mich eh schon im Vorfeld intensivst bewarb, auch wenn ich es erstaunlich fand, dass für meine Berufsbezeichnung nicht einmal Stellen ausgeschrieben werden.

Vermittlungsvorschläge bekam ich jetzt in einem ganzen Jahr seit Abschluss der Fortbildung ganze 3!

Ich habe weit über 100 Bewerbungen rausgeschickt, und hatte immerhin 9 Vorstellungsgespräche.

DOCH JETZT ZUM AKTUELLEN:

Im Sommer war ich drei Monate krankgeschrieben auf Grund eines komplizierten Armbruchs mitsamt OP und Reha.
Unter den Folgen leide ich körperlich noch immer.

Zuletzt strukturierte ich bis Anfang November meinen Alltag wieder so gut für mich selbst, dass es wieder zu 3 Vorstellungsgesprächen reichte, wovon ich ein Ergebnis noch offen habe und mir wünsche, dass es dort klappt, da ich mich dort sehr wohl fühlte.

Gerade bin ich völlig am Ende.
Mein Vater liegt mit einer schweren Krebserkrankung im Krankenhaus, ist auf 50 Kilo abgemagert und er wäre letzte Woche zweimal fast gestorben.
Direkt nach diesem schockierenden Erlebnis vor zwei Wochen wies das Amt mir kurzfristig eine "aktivierende" Maßnahme zu.

Meine Panikattacken und meine Depression machen mich gerade täglich richtig fertig.

Trotzdem ging ich zu dieser Maßnahme. Bei der Infoveranstaltung sagte man uns Teilnehmern, es sei freiwillig. Als mehrere fragten, ob wie dann gehen könnten, wurde nur debil mit Versicherungsvertretergrinsen geglotzt.
(In der Einladung stand selbstverständlich eine Belehrung zu Kürzungen des ALG2).

Als ich die Maßnahme antrat, wurde noch einmal zum Thema Freiwilligkeit gefragt und es wurde erwidert, die Teilnahme an der Infoveranstaltung sei nicht freiwillig gewesen, die Teilnahme an der Maßnahme schon.
Das hätte sich aber erledigt, da wir ja alle den Fragebogen (mit sehr intimen Fragen) ausgefüllt hätten.
Als der Ton von einigen (von mir auch, mir platzte fast der Kragen) etwas rauher wurde, wurde uns mitgeteilt, dass die Alternative dann eben ein 1-EURO-Job oder ähnliches sei, falls wir nicht unterschrieben hätten.

Arglistige Täuschung, kam mir als erstes in den Sinn.
Seit gestern findet mein Kopf und mein Geist keine Pause mehr, ich las mich intensiv in das Thema in Internet ein, nur um zu erfahren, dass das Vorgehen von ARGE und Trägern nicht rechtens ist, wir aber trotzdem nichts machen können dagegen, auch nicht mit Anwalt.
8 Stunden rumsitzen, damit andere ihr Geld verdienen, denn es passiert dort nicht viel, schon gar nichts Neues für mich, außer noch perfidere Drohungen als bisher, die in Nebensätzen verpackt ausgesprochen werden in demütigendster Art und Weise.

Heute hatte ich den ganzen Tag dort schlimme Angstzustände, Atemnot, Ziehen in Brust, Bauch und Rücken, ich dachte, ich kippe echt um.
Ich versuche eine Lösung für mich zu finden und zur Ruhe zu kommen.
Ich möchte meinen Vater begleiten und meine Mutter unterstützen, die in der momentanen Situation selbst krank und nervlich am Ende ist, und das erfordert schon ganz meine Aufmerksamkeit, auch mir selbst gegenüber, um mit meiner Situation mit Panik und Depression umzugehen.
Darber hinaus kümmere ich mich trotzdem um meine Bewerbungen, mit denen ich in diesem Monat allein immerhin dreimal am Tisch zum Vorstellungsgespräch war und für die ich bisher von allen Seiten nur Lob erhalten habe.

Ich habe beschlossen, morgen zum Arzt zu gehen und mir Hilfe zu suchen für meine Angstattacken und Depris, denn ich kann und will so dermaßen als Ware in der Armutsindustrie behandelt nicht weitermachen.

Danke für das Lesen! Ich bin für jedes unterstützende, hilfreiche Wort dankbar!
 

Allgemeinwohl

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Hallo, und Willkommen!

Möchte dir an dieser Stelle Mut zusprechen.
Wenn es dir so schlecht geht, sollte dein Arzt dich krankschreiben, so das du erstmal eine Atempause hast.
Ich verstehe nicht, das es als normal angesehen wird, das unser Staat soviele Gelder in sinnlose Maßnahmen steckt, sowie in die Bürokratie die das Ganze am Laufen erhält.
Es wäre soviel sinnvoller, mit dieser Verschwendung aufzuhören und jedem Menschen ein Grundeinkommen zuzubilligen.
 

Existenzminimum

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@lester


Schildere das dem Arzt so wie du es hier getan hast. Lasse dich entsprechend krank schreiben und besorge dir weitere professionelle Hilfe (wegen Panikattacken, familiäre Situation etc.). Sonst nimmt das vermutlich kein Ende.
 

LesterBurnham77

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Danke Euch Beiden!

Das finde ich sehr freundlich, vor allem in Anbetracht des halben Romans, den ich hier geschrieben habe.

@Allgemeinwohl:

Ich verstand die Handlungsweise des Staates bis dato auch noch nicht gänzlich, da ich immer noch davon ausging, dass jemand der möchte und sich bemüht, auch nicht nur gefordert sondern auch konstruktiv gefördert würde. Anstatt das Geld in solche Maßnahmen zu investieren, wäre es doch sinnvoll, - so meine Meinung, Menschen mit Potentialen und Willen mit vielleicht etwas teureren, doch qualitativ wirklich hochwertigen Zweitausbildungen zu helfen, mit denen auch gute Chancen bestehen auf dem Arbeitsmarkt. Es wird doch immer über Fachkräftemangel gejammert in der öffentlichen Diskussion.

Mittlerweile bin ich aber immer mehr davon überzeugt, dass mit diesen gewollt gehirnwaschenden Zwangsmaßnahmen das Gegenteil bewirkt werden soll:

a) Statistiken sollen geschönt werden.

b) Ein Industriezweig der von der Notlage von Menschen lebt soll künstlich ausgebaut werden.

c) Lohnsklaven sollen selektiert werden und dann für kurzfristige Beschäftigungen quer durch die Republik geschickt werden.

d) Die Labilen sollen aussortiert werden und ihnen soll der Rest gegeben werden (mit Gehirnwäsche, die man immer wieder mitmacht oder irgendwann ganz einbricht).

Ich bin auch für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Denn das wäre sowohl für eine nachhaltige Wirtschaft, als auch für die Menschen eine Bereicherung. Dann würde aber das Machtmittel Angst fehlen!

Danke Euch!
 

Hanngen50

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[FONT=&quot]Ich würde dringend empfehlen mit Hilfe des Allgemeinarztes in eine Psychosomatische Klink zu gehen. Der FA/ Arzt soll eine Überweisung ausstellen und telefonisch gleich beim Termin behilflich tätig werden. (Wichtig, eine AU sollte der Arzt bis auf weiteres ausstellen, sonst ist man sofort wieder arbeitsfähig). In der Klink gleich beim Erstgespräch mit den Ärzten auch eine Berufserprobung besprechen, die Kliniken haben einen Sozial Dienst, die Helfen bei den Anträgen für den RV-Träger. (Wichtig, sofort tätig werden, alles braucht eine Bearbeitungszeit).
Diese „freiwillige Maßnahme“ sollte zum Ziel finden, Verbesserung der eigenen Gesundheit, Belastungserprobung und ermitteln der Rest Leistungsfähigkeit.
Die Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel trägt die Krankenkassen.
Danach kann man besser beurteilen, welche Ziele Fortbildung/ Umschulung, Real zu erreichen sind.
Darüber würde ich mit meinem FA für Allgemeinmedizin/ FA für Psychiatrie mich beraten.
Drei Wochen Zeit für die Klink (Wichtig, Diagnostik), drei Wochen für die Belastungserprobung sollte man einplanen. Das Ergebnis müssen die Jobcenter dann auch berücksichtigen.
[/FONT]
 

LesterBurnham77

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Kleine Aktualisierung.

Ich quälte mich nach heftigem Albtraum heute Nacht und wieder nur knapp 5 Stunden Schlaf heute morgen zum "Hausarzt meiner Wahl" (mein alter Hausarzt reagierte nie auf Anfragen meinerseits zu einer Psychotherapie, zu der ich mich dann ganz lange nicht mehr durchringen konnte). Dort saß ich dann, ständig unter Druck, da mich meine Ängste und Sorgen in den letzten 4 Tagen Non-Stop vereinnahmen, bis ich reingebeten wurde.

Ergebnis: Das, was ich schon befürchtet hatte. Der Herr nahm sich nicht wirklich Zeit, auch nicht als ich ihm wirklich fertig sagte, dass ich seit Tagen und auch gerade akut unter Panikattacken leide, die bis hin zur Todesangst gehen, inklusive totaler Verspannungen, Druckgefühl, starkem Bluthochdruck, Globusgefühl, Reizmagen, Ohnmachtsgefüh, etc. .
Naja, immerhin bin ich jetzt fürs Erste bis zum nächsten Mittwoch krankgeschrieben und habe auch die Maßnahme vor dem Arztbesuch und danach unterrichtet telefonisch.

Alles sprichwörtlich am Ende mit den Nerven.

Ich habe jetzt eine Überweisung zum Neurologen und eine zum Psychotheraupeuten.

Morgen soll ich zum EKG und Blutbild in die Praxis kommen.

Der Doc verschrieb mir "Stangyl", was aber erst um 15:30 abholbar ist. Weil ich die Panik mit Druck im Kopf und allem Pipapo nicht mehr aushielt, habe ich um 12:30 Uhr 25 Tropfen Novaminsulfon genommen (Habe dieses Schmerzmittel, das mich zumindest etwas ruhig stellt, noch von einer OP im Juni und habe es gerade eingenommen, weil ich mich so schrecklich angespannt und überfordert fühle). Ich will jetzt ein bißchen zur Ruhe kommen. Für heute reicht es mir nach diesen 4 mit schrecklichsten Tagen für mich in meinem ganzen Leben.

Jetzt überlege ich, ob ich nicht direkt morgen in unserer Klinik nachfrage nach einem Platz dort für eine stationäre Therapie, denn ich habe schon wieder Angst, dass ich keinen guten Arzt(Psychologen) finde so schnell, der mir wirklich weiterhilft.

Meine Frage dazu: "Muss" (wie ich dieses Wort "liebe") ich einen Arbeitgeber bei Einstellungswunsch über psychische Krankheiten informieren (z.B. wenn sie nicht mehr akut sind)?

Da ich mich bisher immer durchhangelte, wenn ich depressiv war oder starke Ängste hatte, fällt mir so ein Schritt alles andere als leicht.
Alleine der Gedanke an diese ständig fremden Leute, von denen ich nicht weiß, ob sie mir helfen oder nicht, stresst mich schon extrem, da ich schon immer ein Problem damit hatte mich durchzusetzen gegen Leute, die eher das Gegenteil von herzlich und echt waren.

Dass die AU morgen beim Träger eingeht und quittiert wird, dafür habe ich auch gesorgt.

Ich versuche morgen nochmal den Arzt zu erwischen, um in Erfahrung zu bringen, wie ich möglichst kurzfristig eine hilfreiche Therapie beginnen kann, denn ich habe keine praktischen Erfahrungen damit.
Im Zweifel lasse ich mich wohl einweisen, da ich es so satt habe, mich zu verstellen und in solchen Phasen wie gerade zu buckeln und klein beizugeben und mich fertig machen zu lassen bzw. selbst fertig zu machen.

Mal sehen, wie es weitergeht.

Für weitere Tips bin ich dankbar. Danke fürs Lesen.
 

Existenzminimum

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...
Ich habe jetzt eine Überweisung zum Neurologen und eine zum Psychotheraupeuten.


Meine Frage dazu: "Muss" (wie ich dieses Wort "liebe") ich einen Arbeitgeber bei Einstellungswunsch über psychische Krankheiten informieren (z.B. wenn sie nicht mehr akut sind)?

Deinen/einen AG gehen Diagnosen grundsätzlich nichts an.
Wer vor Spinnen Angst hat sollte sich natürlich nicht im Exotarium bewerben;-)


Da ich mich bisher immer durchhangelte, wenn ich depressiv war oder starke Ängste hatte, fällt mir so ein Schritt alles andere als leicht.
Das Durchhangeln komprimiert die Problematik und spitzt sie zu.


... da ich schon immer ein Problem damit hatte mich durchzusetzen gegen Leute, die eher das Gegenteil von herzlich und echt waren.
Ich denke in einer Klinik/Therapie wird das ein wichtiger Ansatzpunkt sein, aber das wirst du ja dann sehen.

Gehe ruhig zu dieser Klinik und informiere dich (nicht gleich zusagen). Ein Bekannter von mir war auch in einer und recht zufrieden (Ist wohl nicht bei allen so), bei Bedarf frage ich ihn nach der Adresse. Sie liegt wohl im Rothaargebirge.

Du brauchst offensichtlich eine länger Krankschreibung, das scheint sicher. Allein um runterzukommen und einiges in die Wege zu leiten sollten (erstmal) 4-8 Wochen drinnen sein.

Notfalls machts du das deinem Arzt deutlich (garantierst für nichts mehr...) und gehst woanders hin.
 

LesterBurnham77

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@Existenzminimum

Danke für die Unterstützung.

Wir haben hier eine Klinik in der Stadt und zwei weitere, die auch in der Nähe liegen.

Ich werde gleich zur Apotheke und dann früh versuchen, endlich mal wieder runterzufahren. Morgen werde ich mich noch intensiver schlau machen. Ich habe jedenfalls die Information, dass man sofort einen Platz in der Klinik hier in der Stadt auf der offenen Station bekommt, wenn man dort zur Nofallambulanz geht und seine Nöte schildert. Auf Medikamenten nächste Woche womöglich wieder zu funktionieren, kann es für mich nicht sein, denn was passiert, wenn ich dann wieder ohne Medikamente in einer solchen Situation da stehe?!?

Grundsätzlich kenne ich durch privates Interesse und auch durch Inhalte der Fortbildung im pädagogischen Bereich Strategien und Konzepte, sich Situation aus Angst, Mobbing, etc. selbst zu stellen, doch ich bin auch nicht mehr davon überzeugt, mich "mal eben" nebenbei wieder selbst zu heilen.
Ich stehe auch seit jeher bei Belastung (und "Außenwelt" bzw. "unechte oder unsensible" Menschen) bedeuten seit jeher für mich Belastung, trotz aller Strategien, die mir bisher (auch durch einen Psychologen in der Fortbildung, recht oberflächlich jedoch da innerhalb des Kurses) begegneten.

Und ich möchte für mich endlich wieder ganz ich selbst sein und eine Arbeit finden, auf der ich das darf. Verstellen fällt mir nämlich auch ungemein schwer und ich kann und will es auch nicht. Aus diesem Grund wollte ich ja mit der abgeschlossenen Fortbildung in den sozialen Bereich, in dem es allerdings auch nicht einfach ist, eben weil der nicht immer so sozial ist und auch, weil ich einen Führerschein erst machen müßte, den ich für viele Tätigkeiten bräuchte, was Geld kostet, welches ich nicht habe.

Ich habe eben die pure Existenzangst, nichts mehr aus meinem Leben machen zu können trotz Abitur Mitte der 90er.

Danke und sorry, dass ich soviel schreibe. Wenn es zuviel wird, bitte "sagen", dann beschränke ich mich auf meine Fragen.

Eine hätte ich da noch: Ich überlege, morgen oder an einem der folgenden Tage in die Klinik zu gehen. Warum soll ich dort nicht gleich zusagen?

Vielen Dank!
 

Existenzminimum

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Eine hätte ich da noch: Ich überlege, morgen oder an einem der folgenden Tage in die Klinik zu gehen. Warum soll ich dort nicht gleich zusagen?

Vielen Dank!

Also es wäre ganz gut zu klären, ob du, wenn die Klinik nicht zu dir passt, wechseln kannst. Ich kenn mich da nicht genau aus, aber wenn es dann irgendwann nicht mehr um Notfall (der muss immer akzeptiert werden) geht, sondern um langfristige/längerfristige Behandlung sind Wechselmöglichkeitn begrenzt. Das sollet man berücksichtigen, denn wenn Therapeut oder Klinik nicht passt, wird nicht ständig was neues/anderes finanziert.
 
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