Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

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steinfisch

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Hallo,

falls ich während ALG 1 nicht wieder in den Arbeitsmarkt komme, macht ALG 2 keinen sinn - ich würde nichts kriegen wegen meinem Ehepartner - auch keine KV.

Nun möchte ich gern wissen, mit welchem Betrag ich monatlich rechnen muss, wenn ich mich - mit EhepartnerIN (und Einkommen) aber ohne eigenes Einkommen (also als Hausmann/Hausfrau), wenn ich mich freiwillig (ein Witz, da es ja in deutschland verpflichtend ist, sich zu versichern), gesetzlich versichere.

Kann mir da jemand Auskunft geben? :icon_confused::icon_confused:

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße vom Steinfisch.
 
P

Pichilemu

Gast
AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Wieso bist du nicht über deine Ehefrau familienversichert? Ist sie Beamte o. ä.? Dann solltest du lieber in die PKV wechseln, weil ansonsten auch die Einnahmen der Ehefrau voll angerechnet werden und sie damit quasi doppelt zahlt.
 

Jacqueline1964

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Hallo,

da ich mich nun auch freiwillig versichern muß aufgrund meiner befristeten EM-Rente und der 9/10 Regelung war ich letzte Woche bei der AOK.

Dort bin ich in der KK für Rentner versichert, macht aber keinen Unterschied in Bezug auf die Höhe der Beitragszahlung. Dort wird nach dem Einkommen berechnet. Ich bin aufgrund meiner Rente in der niedrigsten Stufe und zahle mit Pflegeversicherung insgesamt 168,01 €.

Ich denke, das wird bei Dir auch so um den Dreh hinkommen.

Ich kenne mich mit ALG2 nicht aus, aber selbst wenn Du keine Leistungen beziehen kannst, könntest Du ja vielleicht trotzdem krankenversichert sein. Aber das wissen die anderen User sicher besser.

Alles Liebe schickt
Jackie
 

Anna B.

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

@Steinfisch..

wenn du verheiratet bist, keinerlei Einkünfte hast und deine Ehefrau selber sozialversichert ist..bei einer gesetzlichen KK also, hast du kostenlosen Anspruch auf Mitversicherung...

mußt einfach nur einen Antrag anfordern und den dann ausfüllen und wieder abschicken...dann bekommst eine eigene KK-Karte und du bist dann bei der KK deiner Frau mitversichert...
 

Doppeloma

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Hallo Jacqueline1964,

Ich kenne mich mit ALG2 nicht aus, aber selbst wenn Du keine Leistungen beziehen kannst, könntest Du ja vielleicht trotzdem krankenversichert sein. Aber das wissen die anderen User sicher besser.

Schön, dass du deine Krankenversicherung so schnell regeln konntest.

Es ist durchaus richtig was du schreibst aber die Familienversicherung hat Vorrang wenn sie möglich ist und sollte auch bevorzugt werden, denn im ALGII muss auch die Ehefrau (oder der sonstige Partner) sich dann "mit betreuen" lassen und darauf kann man gut verzichten wenn es nicht erforderlich ist. :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Doppeloma

Super-Moderation
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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Hallo steinfisch,

Nun möchte ich gern wissen, mit welchem Betrag ich monatlich rechnen muss, wenn ich mich - mit EhepartnerIN (und Einkommen) aber ohne eigenes Einkommen (also als Hausmann/Hausfrau), wenn ich mich freiwillig (ein Witz, da es ja in deutschland verpflichtend ist, sich zu versichern), gesetzlich versichere.

Der Betrag wurde schon genannt und der gilt sogar bis zu einem Einkommen von 450 Euro im Monat auch bei der Familienversicherung bleibt das noch "unschädlich" als Hausmann, darfst du also auch einen Minijob ausüben.

Kann mir da jemand Auskunft geben? :icon_confused::icon_confused:

Es wurde schon alles Wichtige geschrieben, mit PKV solltest du vorsichtig sein, das ist nicht unbedingt eine gute Wahl (besonders wenn man schon Krankheiten mitbringt und etwas älter ist) auch nicht für deine spätere DRV-Rente und man kommt ab einem gewissen Alter nicht mehr in die Gesetzliche zurück. :icon_evil:

Dass die Einnahmen der Ehefrau mitzählen wenn man als Voll-Mitglied "freiwillig" in die GKV geht ist zumindest mir so nicht bekannt, da geht es meines Wissens nur um die persönlichen Einkünfte.

Es gibt viele Paare wo einer privat und der andere gesetzlich versichert ist, selbst das kann man sich nicht immer aussuchen ...

MfG Doppeloma
 

AndreasB

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Dass die Einnahmen der Ehefrau mitzählen wenn man als Voll-Mitglied "freiwillig" in die GKV geht ist zumindest mir so nicht bekannt, da geht es meines Wissens nur um die persönlichen Einkünfte.
Es geht um die Einkünfte der Bedarfsgemeinschaft ( § 240 SGB V ). Sofern der Partner nicht in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, wird auch dessen Einkommen zur Berechnung heran gezogen.

Allerdings gibt es Ausnahmen, beispielsweise für Rentenantragsteller. Die GKV haben dafür einheitliche Verfahrensgrundsätze.
 

steinfisch

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Hallo und vielen Dank,

also - ja, ich hätte es vielleicht deutlich machen sollen. EhepartnerIN ist in der PKV, weswegen eine kostenloseFamilienmitversicherung leider nicht möglich ist.

Also bleibt nur - da Versicherungszwang in Deutschland herrscht - eine "freiwillige" KV. Da man aus der PKV ja leider kaum heraus kommt und die jetzt schon vielen alten Menschen (Rentnern) finanziell das Genick bricht, tendiere ich zu einer "freiwilligen" Versicherung bei einer gesetzlichen KK.

Nun habe ich bereits versucht, Informationen zu ergoogeln, habe aber nichts gefunden, was auch mich zutrifft und wo ich zumnidest mal ungefähr berechnen könnte, was auf uns zukommen könnte.

Ja und ALG 2 - Nein Danke. Ich würde als Leistungen nur Schikane und Druck erhalten, aber nicht mal eine KV und meinE EhepartnerIN müsste sich komplett offen legen?! Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie das sein würde, wenn ich wie so viele andere keinerlei finanziellen Puffer (über PartnerIn) hätte.

Wenn unsere tolle "Politiker-Elite" so leben müsste, dann wäre das wohl das Erste, was sie abschaffen würden! :icon_motz:

Vielen Dank vom Steinfisch.
 

AndreasB

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Nun habe ich bereits versucht, Informationen zu ergoogeln, habe aber nichts gefunden, was auch mich zutrifft und wo ich zumnidest mal ungefähr berechnen könnte, was auf uns zukommen könnte.
Da Deine Partnerin in der PKV krankenversichert ist, wird Ihr Einkommen für Deine Krankenversicherung berücksichtigt. Insofern es keine unterhaltspflichtigen Kinder gibt, wird dabei ihr Einkommen zur Hälfte berücksichtigt. Die Höhe des Beitrages ist dann noch von der Krankenversicherung (Zusatzbeiträge) und davon abhängig, ob man auf Krankengeld verzichtet.

Die Berechnung müsste so aussehen:
50% des Einkommen der Partnerin
davon 14,6 % (allgemeiner Beitragssatz) oder 14,0 % (ermäßigter Beitragssatz ohne Krankengeldanspruch) sowie der kassenindividuelle Beitrag sowie 2,35 % bzw. 2,6 % (ohne Kinder) für die Pflegeversicherung.

Beispielrechnung (Lebenspartnerin verdient 3000 €, Barmer, ohne Krankengeld, Kinder vorhanden)
1500 €
-> ermäßigter Beitragssatz (14,0 %) = 210 €
-> kassenindividueller Beitrag (1,1 %) = 16,5 €
-> Pflegeversicherung (2,35 %) = 35,25 €

Macht zusammen 261,75 €.

Zu beachten ist dabei, dass zum Einkommen auch sonstige Einnahmen wie Kapitalerträge und Mieteinnahmen gehören.

/edit: Noch eine Ergänzung:
Das minimale zu berücksichtigende Einkommen beträgt 968,33 € (fiktives Mindesteinkommen), das maximale zu berücksichtigende Einkommen ist 50% der Beitragsbemessungsgrenze (Die liegt 2016 bei 4237,50 €, die Hälfte davon sind 2118,75 €).
 

steinfisch

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Vielen Dank für: "§ 240 SGB V Beitragspflichtige Einnahmen freiwilliger Mitglieder"


Vielen Dank für das Berechnungsbeispiel. :icon_smile:

Wie sieht es ohne Kinder aus? Und sind die 3000 Euro jetzt Brutto oder Netto?
 

AndreasB

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Wie sieht es ohne Kinder aus? Und sind die 3000 Euro jetzt Brutto oder Netto?
Ohne Kinder halt die 2,6 % an Stelle der 2,35 % für die Pflegeversicherung.

Mein Beispiel ist vermutlich zu niedrig gewählt, da tatsächlich die Bruttoeinnahmen berücksichtigt werden.

Beispielrechnung (Lebenspartnerin verdient 3000 € Brutto, Barmer, ohne Krankengeld, keine Kinder)
1500 €
-> ermäßigter Beitragssatz (14,0 %) = 210 €
-> kassenindividueller Beitrag (1,1 %) = 16,5 €
-> Pflegeversicherung (2,6 %) = 39 €

Macht 265,5 €.
 

steinfisch

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Wir haben es mal ausgrechnet. Das ist einfach nur als Wucher zu bezeichnen! Warum machen die das so?
Ist ja nicht so, dass man vom Brutto nicht auch andere nötige Ausgaben hat - wie zum Beispiel Miete, Auto usw...
Zudem bezahlt man ja schon selbst genug von den Gesundheitssachen, die eigentlich der Staat übernehmen müsste...

:mad:
 

AndreasB

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Das ist einfach nur als Wucher zu bezeichnen!
2010 hatte mal jemand dagegen geklagt ... BSG Urteil vom 28.9.2011, B 12 KR 9/10 R

Das BSG hat die Klage zurück gewiesen:
Nach der ständigen Rechtsprechung des BSG ermächtigte § 240 Abs 1 Satz 1 SGB V aF die Krankenkassen ua, in ihrer Satzung zu regeln, dass für die Beitragsbemessung freiwillig versicherter Mitglieder die Hälfte der Einnahmen des privat krankenversicherten, nicht getrennt lebenden Ehegatten zur Beitragsbemessung heranzuziehen ist, wenn das nicht oder nur geringfügig erwerbstätige Mitglied über keine oder geringere eigene Einnahmen verfügt, ohne dass hiergegen verfassungsrechtliche Bedenken bestehen ...

Die hier anzuwendenden Satzungsbestimmungen sind entgegen der Ansicht der Klägerin mit dem allgemeinen Gleichheitssatz des Art 3 Abs 1 GG auch insoweit vereinbar, als die Höhe der eigenen Einnahmen des freiwilligen Mitglieds für die Beitragshöhe unerheblich ist, solange diese Einnahmen betragsmäßig unter denjenigen des Ehegatten liegen und die Hälfte der Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigen. Sie führen zwar dazu, dass die Klägerin Krankenversicherungsbeiträge in gleicher Höhe wie eine freiwillig Versicherte mit geringeren eigenen Einnahmen bei gleich hohem Ehegatteneinkommen zu zahlen hat. Diese Gleichbehandlung überschreitet nicht die verfassungsrechtlich zulässige Grenze pauschalierender Regelungen.
 

Doppeloma

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AW: Freiwillige gestzliche Krankenversicherung - wie wird die berechnet?

Hallo steinfisch,

Wir haben es mal ausgrechnet. Das ist einfach nur als Wucher zu bezeichnen! Warum machen die das so?
Ist ja nicht so, dass man vom Brutto nicht auch andere nötige Ausgaben hat - wie zum Beispiel Miete, Auto usw...

Da stimme ich dir sofort zu aber so ist das nun mal leider überall geregelt, es gehen ALLE Berechnungen von Behörden und KK immer vom Brutto-Einkommen aus ...

So ergibt sich auch bei uns, dass die "Brutto"-Renten für ALLE sozialen Zuschüsse (Wohngeld z.B. oder Härtefall beim Zahnersatz) um wenige Euronen ÜBER den jeweils zulässigen Grenzen liegen ... auch bei den Kassen-Zuzahlungen und für die Befreiungs-Ausweise macht sich das bemerkbar.

Wir haben kaum mehr Netto als früher bei Hartz 4 ABER unser Renten-BRUTTO (Jahresbetrag beide zusammen) sorgt dafür, dass wir rund 140 Euro selbst bezahlen müssen ehe wir befreit werden von weiteren Zuzahlungen ... in Hartz 4 war das mit rund 49 Euro (bei 1 % wegen chronischer Krankheiten für die gesamte BG) erledigt ...

Ich will trotzdem NICHT zurück ... und du siehst das völlig richtig, dass du deiner Frau diesen zusätzlichen Stress mit diesem Amt nach Möglichkeit ersparen solltest.
Sie KANN so lange gar nicht "gut genug" verdienen, wie sie euch damit notfalls nicht BEIDE wieder aus dem Leistungsbezug Bezug bringt ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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