Freiwillige Arbeitslosenversicherung Beiträge nicht bezahlen (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

regenschein

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Hallo!
Ich möchte gerne aus der Freiwilligen Arbeitslosenversicherung (für Selbstständige) austreten, da mir knapp 100€/Monat zu viel sind.
Ich habe an mehreren Stellen gehört (auch in der BfA selbst), dass man die Regel, erst nach 5 Jahren Mitgliedschaft kündigen zu können, umgehen kann, indem man einfach 3 Monate die Beiträge nicht mehr zahlt.
Aber: Weiß jemand, ob das für mich negative Auswirkungen in puncto Schufa hat? Gibt es Erfahrungswerte? Darf die Agentur für Arbeit das der Schufa melden und wenn ja, ist das gängige Praxis?
Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen / Meinungen freuen.
 

vidar

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Moin @Regenschein,

Es ist zwar deine Entscheidung, aber ich sehe keinen Sinn darin diese Versicherung aufzukündigen, sofern du durch deine Selbständigkeit genügend finanzielle Mittel zur Verfügung hast, um auf eigene Beine stehen zu können und du momentan auch keine zusätzliche Geldtransferleistungen eines Amts benötigst.

Bedenke bitte, dass du durch deine Einzahlungen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld_1 hast, sofern deine Selbständigkeit mal in die Hose gehen sollte. Die Höhe der Leistung ist dann abhängig von deinem bisher erzielten (Aus-) Bildungsstand. Das erste monatliche ALG-1 würde aber sicherlich schon mal höher sein, als der Jahresbetrag deiner Einzahlung in die freiwillige Arbeitslosenversicherung.

Falls du keine freiwillige Zahlungen mehr in die Arbeitslosenversicherung leisten solltest, würdest nach dem Scheitern der Selbständigkeit sofort in den "Genuss" von Hartz-4 mit allen dort vorhanden negativen Aspekten kommen.
 

regenschein

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Hallo Vidar,

vielen Dank für dein ehrliches Feedback und deinen Ratschlag! :icon_stern: Bevor ich den Schritt gehe, werde ich definitiv noch einmal alle Vor- und Nachteile abwägen.

Dennoch würde ich gerne wissen (vielleicht findet sich ja jemand, der den Schritt der „kalten Kündigung” gegangen ist), wie es sich in puncto Mahnungen/Schufa o. ä. verhält, wenn man einfach die Zahlung der Beiträge einstellt.
 

vidar

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wie es sich in puncto Mahnungen/Schufa o. ä. verhält
Die Frage solltest du dir auch selbst beantworten können. Wenn du gedenkst einfach mal die Zahlungen einzustellen, ohne dass du eine Kündigungsbestätigung inkl. des Austrittstermins bekommen hast, wirst du sicherlich zuerst Mahnungen und anschließend Schreiben von Inkassounternehmen bekommen, die dich massiv zur Zahlung deiner Schuld auffordern. Das Spiel geht dann bis zum gerichtlichen Mahnbescheid bzw. bis zur Titulierung deiner Schuld weiter. Dass dann nicht nur die Schufa, sondern auch noch weitere Auskunfteien darüber informiert werden, sollte dir dann schon bewusst sein. Dein dann Negativmerkmal dort wird sich erheblich auf deine ausgeübte Selbständigkeit und auch persönlichen Umfeld auswirken.
 

franky0815

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ich hab es in 2010 gemacht, allerdings hab ich von anfang an nichts gezahlt da mir mündlich was von um die 25€ erzählt wurde und es dann tatsächlich über 80€ waren, ich meine es wäre nur einmal gemahnt worden und das war es auch schon.
 

regenschein

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Die Frage solltest du dir auch selbst beantworten können. Wenn du gedenkst einfach mal die Zahlungen einzustellen, ohne dass du eine Kündigungsbestätigung inkl. des Austrittstermins bekommen hast, wirst du sicherlich zuerst Mahnungen und anschließend Schreiben von Inkassounternehmen bekommen, die dich massiv zur Zahlung deiner Schuld auffordern. Das Spiel geht dann bis zum gerichtlichen Mahnbescheid bzw. bis zur Titulierung deiner Schuld weiter. Dass dann nicht nur die Schufa, sondern auch noch weitere Auskunfteien darüber informiert werden, sollte dir dann schon bewusst sein. Dein dann Negativmerkmal dort wird sich erheblich auf deine ausgeübte Selbständigkeit und auch persönlichen Umfeld auswirken.
Dann frage ich mich, weshalb das von Mitarbeitern der Agentur für Arbeit selbst als Vorgehen empfohlen wird?
 

vidar

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Dann frage ich mich, weshalb das von Mitarbeitern der Agentur für Arbeit selbst als Vorgehen empfohlen wird?
Dann lass dir von dem anscheinend rechtlich versierten Mitarbeiter der AfA schriftlich bestätigen oder begründen, wieso du hier jetzt schadlos einen fünfjährigen Vertrag vorzeitig (außerordentlich) kündigen kannst. Dies könnte mMn vielleicht nur dann möglich sein, wenn du ausschließlich nur noch ALG-1 bzw. ALG-2 ohne Einkünfte aus deiner Selbständigkeit beziehen solltest.
 

axellino

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Guten Abend regenschein,

Ich habe an mehreren Stellen gehört (auch in der BfA selbst), dass man die Regel, erst nach 5 Jahren Mitgliedschaft kündigen zu können, umgehen kann, indem man einfach 3 Monate die Beiträge nicht mehr zahlt.
Erstmal zu dieser deiner Aussage,

§ 28a Abs.5 SGB III

(5) Das Versicherungspflichtverhältnis endet,

1.wenn die oder der Versicherte eine Entgeltersatzleistung nach § 3 Absatz 4 Nummer 1 bis 3 bezieht,

2.mit Ablauf des Tages, an dem die Voraussetzungen nach Absatz 1 letztmals erfüllt waren,

3.wenn die oder der Versicherte mit der Beitragszahlung länger als drei Monate in Verzug ist, mit Ablauf des Tages, für den letztmals Beiträge gezahlt wurden,

4.in den Fällen des § 28,

5.durch Kündigung der oder des Versicherten; die Kündigung ist erstmals nach Ablauf von fünf Jahren zulässig; die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Ende eines Kalendermonats.
--------------------------------------

Aber: Weiß jemand, ob das für mich negative Auswirkungen in puncto Schufa hat?
Nein !!!
Öffentlich-rechtliche Forderungen werden nicht in den Auskunfteien eingetragen und die Bundesagentur ist auch kein sogenannter Vertragspartner der Schufa. („Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“)

Solltest Du die 3 ausstehenden Beiträge bis zur "kalten Kündigung" jedoch nicht nachzahlen und Du lässt es dann soweit kommen, das der Vollziehungsbeamte bei Dir vor der Türe steht, um zu versuchen die Geldforderung beizutreiben und das gelingt nicht und auch Pfändungen gegen Dritte (Arbeitgeber, Bank) bringen nichts, kann die Abgabe der Vermögensauskunft verlangt werden. Bezahlt derjenige dann immer noch nicht, wird ein entsprechender Eintrag im Schuldnerverzeichnis (Gericht) gemacht.

Und da wären wir in dieser Hinsicht dann, Schufaeintrag Ja :wink:

Betreffend "kalter Kündigung" als Hintertür kannst Du hier was lesen,

gruendungszuschuss.de :: Aktuelles zur Arbeitslosenversicherung fur Selbstandige
 

regenschein

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Hallo axellino,
vielen Dank!

Nochmal zum Verständnis, das heißt: Ich stelle beispielsweise im Dezember die Zahlung für Januar ein. Dann erhalte ich vermutlich spätestens im März oder April eine Mitteilung, dass ich aus der Versicherung rausgeflogen bin. Dann müsste ich die Beiträge für Januar, Februar und März zahlen, um keinen Ärger zu riskieren und damit wäre der Vertrag beendet?

Nicht, dass ich dann weiter im Vertrag bin, weil ich dann ja wieder die drei ausstehenden Monate bezahlt habe. Richtig wäre also, auf die Mitteilung zu warten, dass ich nicht mehr in der Versicherung bin und dann schnellstmöglich die noch ausstehenden drei Beiträge zu zahlen, oder?
 

axellino

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Dann erhalte ich vermutlich spätestens im März oder April eine Mitteilung, dass ich aus der Versicherung rausgeflogen bin.
Ja Du erhälst dazu einen Bescheid und evtl. auch vorab Mahnungen.

Dann müsste ich die Beiträge für Januar, Februar und März zahlen, um keinen Ärger zu riskieren
Ja das solltest Du.

und damit wäre der Vertrag beendet?
So ist es aus der dazugehörigen Rechtsgrundlage zu entnehmen.

Nicht, dass ich dann weiter im Vertrag bin, weil ich dann ja wieder die drei ausstehenden Monate bezahlt habe. Richtig wäre also, auf die Mitteilung zu warten, dass ich nicht mehr in der Versicherung bin und dann schnellstmöglich die noch ausstehenden drei Beiträge zu zahlen, oder?
Wenn Du den Bescheid erhalten hast, dass das Versicherungsverhältnis rückwirkend beendet wurde, dann bist raus und daraufhin wartest Du auf die Zahlungsaufforderung der ausstehenden Beiträge und begleichst diese und somit hat das ganze dann ein Ende für dich.:wink:
 

franky0815

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Hallo axellino,
vielen Dank!

Nochmal zum Verständnis, das heißt: Ich stelle beispielsweise im Dezember die Zahlung für Januar ein. Dann erhalte ich vermutlich spätestens im März oder April eine Mitteilung, dass ich aus der Versicherung rausgeflogen bin. Dann müsste ich die Beiträge für Januar, Februar und März zahlen, um keinen Ärger zu riskieren und damit wäre der Vertrag beendet?

Nicht, dass ich dann weiter im Vertrag bin, weil ich dann ja wieder die drei ausstehenden Monate bezahlt habe. Richtig wäre also, auf die Mitteilung zu warten, dass ich nicht mehr in der Versicherung bin und dann schnellstmöglich die noch ausstehenden drei Beiträge zu zahlen, oder?
für was willst du die 3 monate nachzahlen wenn der vertrag mit der letzten zahlung endet, dann läuft der doch weiter, oder was übersehe ich hier?
 

regenschein

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Oookay, also ist die Lösung doch so simpel: Einfach nicht mehr zahlen und dann ist man raus.
 
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